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mit dem heutigen Zustand gegenüber den Pro­vinzen und Regierungsbezirken ganz wesentlich beschränkt. Besonderer Wert mühte bei einem Rhein-Main-Gebiet auf die Kompetenz- regelung in allen kulturellen Ange­legenheiten gelegt werden in andern Del­len des Reichs vielleicht auf andere Fragen nicht zuletzt im Hinblick auf die wertvolle Ho­mogenität des Schulwesens im Rhem- Main-Gebiet. 3m Gegensatz zur preußischen Ver­waltung wäre das neue Land nach dem sehr viel klareren und einfacheren Schema der hessischen Staatsorganisation nur auf zwei 3 nstan - z e n aufzubauen, so daß im Grundriß der kom­menden Reichsverwaltung der allein zweckmäßige Drei-Instanzen-Zug: Kreis Land Reich bereits hier sichtbar würde.

6. Dom Landespräfidenten würde also eine Verbindung nach zwei Richtungen bestehen, jedoch nur für die Dauer des Ueberganges bis zur Cnd- lösung im ganzen Reich. Einerseits die Verbin­dung zum Reich, anderseits die Verbindung zu 'Preußen, je nach den in Frage kom­menden Derwaltungsgebieten, wobei schon infolge der Ernennung des Landes Präsidenten durch die Reichsregierung die Verbindung zum Reich den Vorrang hätte. Beide Verbin­dungen unterliegen außerdem zwei verschiedenen Tendenzen.

Während die Verbindung zum Reich sich wachsend ..anreichern" wird, um nach vollbrachter Gesamt­lösung nur noch allein zu bestehen, unterliegt die Verbindung zur preußischen Spitze der umgekehrten Tendenz, langsam schwächer zu werden, um am Tage der Lndlösung völlig oufgehört zu haben (weil dann ohnehin preußische und Reichsrcgierung mit­einander verschmolzen sein werden). Das Bestreben. Reichsreglerung und preußische Regierung immer stärker einander zu nähern, damit endlich der Schwibbogen über die Wilhelmstraße" geschlagen wird, um mit Dl Brecht zu reden, würde daun von der Miltelinslan; her eine natürliche dauernde Unter- stühung erfahren.

Soweit der Vorschlag in großen Umrissen. Ge­länge es. auf dieser Grundlage aufbauend, im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet ein Mu­sterbeispiel der künftigen Mittel­instanz im neuen Reich zu schaffen, so wäre der Idee des dezentralisierten Einheits­staates ein neuer Antrieb gegeben. Alle Be­teiligten müssen etwas hergeben (vgl. Ziffer 1. 2 und 4). aber alle würden dafür auch etwas bekommen. Grundlegende Voraussetzung für das Ganze bleibt, daß Hessen durch keinerlei Umstände, vor allem nicht auf fiNMrziellem Gebiet, in seiner Willensfreiheit ein­geschränkt ist. 3n dem Augenblick, wo durch eine Politik der finanziellen Einschnürung Hessen etwa in eine Zwangslage geriete, wäre jeder Gedanke an die Durchführung einer politischen Umorganisallon von solchem Ausmaß ausge­schlossen.

Nie Reformvorschläge des Lutherbundes.

Keine Neubelebung der Mainlinie.

Berlin. 17. 3an. (WB.) Der Bund zur Erneuerung des Reiches veranstaltete heute abend anläßlich seiner ersten Mitglieder- yauptvecsammlung in den Räumen der Deut­schen Gesellschaft einen Empfang. Zunächst be­grüßte der Vorsitzende des Bunde-, der frühere Reichskanzler Dr. Luther, die Erschienenen. An Stelle des Plötzlich erkrankten Grafen v. Roedern sprach der Geschäftsführer des Bundes, Oberregierungsrat a. D. Dr. A d a m e h, an Hand des Manuskripts des Grafen v. Roe­dern über das Problem der Reichsreform. Er wandte sich den Haupteinwänden gegen die Vor­schläge des Bundes zu. die man in die Schlag­worteZwischenlösung, Mainlinie und Zerschla­gung Preußens" zusammenfassen könne. Er be­tonte dabei, daß es in einer Verfassungs- und Verwaltungsfrage keine Cndlösung geben könne. Gegenüber dem Einwand einer Reu­belebung der Mainlinie durch den Vor­schlag des Bundes wies der Vortragende darauf hin, daß dieser nichts enthalte, was gegenüber dem heutigen Zustand den Süden stärker vom Rorden trenne. Hingegen sehe er eine be­denkliche Wolke zwischen Rord und Süd aufziehen, wenn man die kleinen und lei­stungsschwachen Länder zum mehr oder weniger freiwilligen Anschluß an Preußen nötige, und dieses Gcoßprcußen ohne jede orga­nische Verbindung mit dem Reiche dann nur noch Sachsen, Bayern, Württemberg und Baden gegenüberständen, die im Reichsrat mit ihren 3/6 Stimmen Großpreußen über­stimmen würden. Es würde ferner eine neue geistige Mainlinie entstehen, wenn man Bayern und die größeren wohl abgerun­deten Länder wie die Provinz Brandenburg von Berlin aus verwal-ten würde. Daß der älcbergang der Staatsgewalt Preußens in die Hände des Reiches keine Zerschlagung Preu­ßens bedeute, sei ja schon in der Denkschrift des Bundes begründet worden.

Das Gutachten des Reichssparkommissars.

Noch nicht erschienen.

Darmstadt, 17. Dez. Das Gutachten des Reichssparkommissars über die hessische Staats­verwaltung ist, wie amtlich verlautet, noch nicht erschienen. Wohl aber ist in diesen Tagen beim Staatspräsidenten ein Schreiben des Reichssparkommissars eingegangen, das um­fangreiches Prüfungsmaterial seiner Beamten enthalt. Der Reichsiparkommissar bit­tet darin ausdrücklich um streng vertrau­liche Behandlung, da er sich selbst erst ein Urteil bilden müsse. Die hessische Staats­regierung hat bereits vor Wochen dem Ae l te­st e n r a t des Landtages eingehende Mitteilun­gen über die Sachlage gemacht und bei dieser Gelegenheit ausdrücklich betont, daß sie, sobald der Bericht des Reichssparkommissars eingegan­gen sein werde, dem Landtag das Gutachten des Kommissars zur Kenntnis bringen werde.

Aus dem Gesehgebungsauöschuß des Hessischen Landtages.

WHP. Darmstadt, 17.3an Der Gesetz- gebungsausschuß des Hessischen Landtages konnte in seiner heutigen Sitzung daS Gesetz zur Be­kämpfung des Zigeunerunwesens in erster Lesung verabschieden. Eine Eingabe

Woldt, Kreuter und Pfaff (sämtlich in D'.ehen) k wegen Genehmigungsversagung für einen m i t Ausländern abgeschlosfenenHäuser- kauf wird durch die Regierungsantwort für er­ledigt erklärt, in der darauf hingewiesen wird, daß zunächst die ordentlichen Gerichte eine Ent­scheidung zu fällen haben. Dadurch wird auch ein Antrag des Bauernbundes, die Regierung möge sich für die Wahrung der 3nterefien der deutschen Staatsbürger im Falle der Genehmi­gungserklärung durch die ordentlichen Gerichte einsetzen, für erledigt erklärt. Der Ausschuß begann noch die Generaldebatte zumGe- meindebeamtengesetz. 3n der allgemei­nen Aussprache wurde von verschiedenen Seiten die alsbaldige Verabschiedung für dringend not­wendig erklärt. Von feiten der Regierung wurde u, a. darauf hingewiesen, daß es wünschenswert gewesen wäre, das Beamtenrecht gleichzeitig jnit der neuen Landgemeinde- und Städteordnung zu behandeln. Da aber auch die Regierung sich für alsbaldige Verabschiedung des Gesetzes ein setzte, wird die Cinzelberatung in der nächsten Sitzung des Ausschusses am Dienstag, 29.3anuar, be­ginnen.

DerWiederaufbau derAeichsmarlne.

DaS erste Banprogramm erschöpft. Die neuen Kräfte des Jahres 1929.

Berlin. 18. 3an. (Priv.-Del.) Die Reichs­marine wird in diesen 3ahre ihr erstes großes Bauprvgramm der Rachkriegsze'.t so ziemlich durchgeführt haben. Gin neuer Abschnitt kann beginnen! Der erste kleine und bescheidene An­fang mit dem Wiel.erau,bau der Äotte, die uns mit dem Unglücke.igen Kriegsausgang gänzllch verloren ging, ist beendet.

3m Mittelpunkt dieses Wiederaufbaus steht, und damit zeigt sich schon die ganze Bescheiden­heit unseres Marinebauprogramms, die K lasse der kleinen 6000-Tonnen-Kreuzer. Don ihnen wurde dieEmden" als erste 1921 auf Stapel gelegt, die bann nach allerlei Ver­zögerungen im Januar 1925 zu Wasser gelassen wurde und heute -bereits auf eine größere und erfolgreiche Auslandreise zurückblicken kann. 3m ganzen sind von den kleinen Kreuzern bereits vier Schisse vom Stapel gelaufen. DieKönigsberg" wird im Frühjahr fertig, dieK a r l s r u he" aller Wahrscheinlichkeit nach im Sommer, während dieK ö l n wohl nicht vor Anfang Herbst in Dienst gestellt werden kann. Bei diesem Schiff machten sich verschiedene Verzögerungen bemerkbar, die Maschinen z. B. konnten Don der Privatindustrie nicht so recht­zeitig geliefert werden, wie ursprünglich vor­gesehen war. 3m Herbst d. 3. wird also die Reichsmarine im garre.i über vier kleine 6020- Tonnen-Kreu^er verfügen, zu denen dann noch der im Frühjahr 1928 begoni ene kleineKreu- 8 c r E kommen wird. Dieses Schiff vom selben Typ wie dieEmden" die Klassifikation und Größenordnung, wie auch die Bestückung ist uns ja vorgeschrieben, dürste erst im Herbst d. 3. vom Stapel laufen unb erst Anfang 1930 in Dienst gestellt werden.

Damit erschöpft sich zunächst einmal der Kern des ersten Rachkriegs-Vauprogramms. Auch die vorgesehenen Torpedobootbauten sind im wesentlichen abgeschlossen, die Boote sind alle fer­tig. Rur die von den Ententemächten uns seiner­zeit zugestandenen 16 kleinen Torpedoboote von 200 Tonnen sind noch gar nicht in Angriff ge­nommen worden. Man hat zwar vor zwei Zäh­ren Berechnungen und erste Versuche- für diesen Schifsslyp angestellt, muhte aber angesichts der notwendigen Etalseinschränkungen auch die Vor­untersuchungen fallen lassen, so daß diese Schisse wohl einstweilen nur ein Projekt bleiben und nicht Wirklichkeit werden. Damit ist die erste Rate abgeschlossen. Ein neues Kapitel beginnt mit dem Dauanfang dcs Panzerkreu­zers A auf der deutschen Werft in Kiel. 1929 wird für die zukünftige Marine als 3ahr der Volleirdung und neuer Anfang gewertet werden.

Auch Mecklenburg-Schwerin flogt gegen das Reich.

Berlin, 18. Jan. Während man sich in Meck­lenburg-Schwerin inmitten der Sorgen um die Balancierung des Haushaltsplanes befindet, bringen mecklenburgische Blätter die über­raschende Mitteilung, daß auch Mecklenburg- Schwerin gleich wie Sachsen Millionenfor- berungen an das Reich geltend machen soll, die sich aus dem Staatsvertrag über die Derreich- lichung der mecklenburgischen Landes­eisenbahn ergeben. Der Finanzminister soll ent­schlossen sein, eine Kapitalforderung an das Reich von über vier Millionen geltend zu machen.

Die Deutschen in Güdslawien unter der Diktatur.

Eine Unterredung mit Stephan Kraft.

Berlin, 16. 3an. (TU.) Der Führer der Deutschen Südslaw'ens, Dr. Stephan Kraft, erklärte einem Korrespondenten u. a. folgendes: Die Reuordnung dec Dinge berührt an sich die rechtliche Grundlace des Minderheitenschutzes nicht, da dieser völlerrechklicher Ratur ist. Den Minderheiten bleiben von allem die ihnen garan­tierten Rechte,auf eigene Kosten humanitäre, religiöse und soziale Einrichtungen Schulen und andere Dildungsanstalten zu errichten, zu ver­walten und zu beaufsichtigen und sich in diesen frei ihrer Muttersprache zu bedienen", grunbsätz- lich offen. Ebenso bleibt ihnen unter auen Um­standen bet Anspruch erhalten auf Gewähr­leistung und Sicher st ellung des muttersprachlichen Unterrichts auf allen Stufen der staatlichen Volksschule und der Anspruch auf einen gerechten Anteil an den Zuwendungen auS öffentlichen Fonds. Dieser Kem der Minderheitsrechte wird durch das neue Regime grundsätzlich um so weniger in Frage gestellt, als es sich zur Aufgabe macht, durch unparteiische, ohne Unterschied der Stam­mes- und Parteizugehörigkeit, die so unheilvoll verschärften politischen Gegensätze wieder ge­sunden konstitutionellen Zuständen zuzuführen.

Die Minderheiten haben also z u n ä ch st f-e t n e Ursache, sich der Reuordnung mit be­sonderer Besorgnis entgegenzustellen. Die kul­turell und wirtschaftlich fortgeschrittene, 600 000 Menschen zählende, deutsche Minderheit im Rorden des Staates, die zur Staatssteuer toeit über das Verhältnis ihrer Zahl beiträgt, ist besonders auf dem Gebiete des Schulwesens durchaus nicht befriedigt worden. Auch das Recht der kullurellen Selbsthilfe war bisher

praktisch so illusorisch, daß die Einrichtung von Kindergärten und Winterschulen in der Mutter­sprache unmöglich gemacht und eingerich­tete häusliche deutsche muttersprachliche Äurje auch nur für drei Kinder als ..Winkelschulen" verboten wurden. So kann es nicht Wunder nehmen, daß Tausende deutscher Kinder auf­wachsen, ohne auch nur deutsch lesen und schreiben zu lernen. Hier bietet sich der neuen Regierung ein weites dankbares Ge­biet zur Betätigung. 3n einer Eingabe, die Dr. Kraft an den Minister des 3nnern ein­gereicht hat, macht er den Minister darauf auf­merksam, bah die untergeordneten Organe i n der Woiwodina nicht nur Ortsverbunde der Partei der Deutschen a u s l ö s e n, obwohl deren Auflösung von der Regierung nicht dekretiert ist, sondern auch Ortsgruppen des deut­schen Kulturbundes, der absolut un­politischen Charakter trägt. Sogar gegen deutsche landwirtschaftliche Genossenschaften wird vorgegangen unb von ihnen verlangt, daß sie ein Gesuch um die Genehmigung ihres Bestandes einreichen. Dr. Kraft bittet den Minister, diesen Mißständen abzuhelfen.

Neuer llmflurz in Afghanistan.

Der Führer der Aufständischen BaNcha-c-Salao übernimmt die Negierung.

fiorono, 17. 3 an. (TU.) Vie aus Moskau ge­meldet wird, befand sich Kabul am 15. Januar. 10 Uhr vormittags in den Händen der Auf­ständischen. Der grbßte Teil der Regierungs­truppen hat sich ergeben m-d wurde entwaffnet. Rur geringe Truppenteile hielten noch einige Be­festigungen. Der Flugplatz sowie alle Artillerle- stellungen sind von den Aufständischen beseht. Die Residenz des Königs, wohin sich König Jnayatullah mit einem geringen Truppenteil z u - rückgezogen hat, ist von den Aufstän- dischen umzingelt. 3n den Straßen Kabuls patroullieren starke Truppenteile der Aussiändischen, die die Ordnung ousretbtrrhalten. Die Truppen­führer der Aufständischen haben den ausländischen Vertretungen und Kolonien volle Sicherheit ge- währleistet. Der Führer der Aufständischen, B a t s ch a - e - S a k a o hat die Herrschaft des Landes unter dem Ramen habibullah-Khan Gast übernommen. 3nayalullah hat sich am 17. Januar um 10 Uhr gegen die Zusicherung des Schutzes für seine "Person ur.b sür alle Personen, die sich in der Residenz befanden, ergeben und hak ab gedankt. In der Stadt herrscht völlige Ruhe: die Bazare sind geöffnet, die tikbäube der ausländischen Gesandtschaften werden von Truppen der Ausstand':? hen bewacht. Die Haltung der Re­bellen gegenüber den Ausländern ist durchaus freundlich. Während der Kämpfe in unb um Kabul hat kein Ausländer irgendwelchen Schaden erlitten.

Oer Flamenführer Börms fteigelassen.

Brüssel, 17. San. (WB.) Der Flamenführer August Borm, der nach Kriegsende zum Tode und dann zu lebenslänglichem Zucht­haus verurteilt worden war, ist auf Grund der vom Senat beschlossenen A m n e st i e heute vor- mittag freigelassen worden. Borms erklärte, er gedenke den Kampf für die Rechte der Flamen f o r t z u s e tz en.

Aus aller Welt.

Acht holländische Seeleute bei Rettungsversuchen ums Leben gekommen.

Die aus 26 Mann bestehende Besatzung des südwestlich von Hoek van Holland gestrandeten lettischen DampfersBalk a ist von dem Ret­tungsbootKomngin Wilhelmina" aus Stellen- dam in Sicherheit gebracht worben. Da dieÄoningin Wilhelmina" während des ersten Rettungsversuches auf einer Sandbank strandete und erst bei eintrelender Flut wieder flott kam, hatte die Besatzung 17 Stunden ununterbrochen auf der stürmischen See zugebracht, als f";e auf erbeute dringende S. O. S.-Rufe der Besatzung derBalra' sofort zu deren Rettung wieder auslief. Das MotorrettungsbootPrins der Reder- lande" von Hock van Holland. das in der Rähe des geftranbe.cn DampfersBalka" verun­glückte, konnte noch nicht geborgen wer­den. Von der umgekommenen achtköpfigen Be­satzung desPrins der Rederlande" wurden inzwischen bei der Ortschaft Rockanje fünf Lei­chen angespult. Die umge.ommenen Seeleute waren alle verheiratet.

Der Untergang derhsinwah".

Die Suche nach lleberlebenben des untergegan­genen chinesischen Dampfershsinwah" war bisher ergebnislos. Eine große Anzahl von Lei­chen ist geborgen worden. Der Kapitän des Schif­fes, der Belgier Jensen, blieb bis zu in letzten Augenblick auf der Kommandobrücke unb sandte Notsignale aus. Unmittelbar nach der Havarie des Sch sfes brach an Bord eine Panik aus. Es begann an Deck eine wilde Jagd. Unzählige Personen schlugen sich unter lautem Ge­schrei um d i e Rettungsboote, die über­laden waren und daher nicht frelgemachi werden konnten. Diele Passagiere sprangen über Bord unb ertranken.

3m Schnee verirrt unb erfroren.

Das Tschechoslowakische Pressebureau teilt mit, daß sein administrativer Direktor Richard Kalman Im Riesengebirge ums Leben gekommen ist. Direktor Kalman, der am Montag seinen Urlaub angetreten hatte, traf am selben Tage in der Bärenbaude ein, wo er Wohnung nahm. Am Dienstagnachmittag unternahm er einen Skl­au s f l u g zur Peterbaude unb trat während eines heftigen Schneesturmes den Rückweg an. Gleich hinter der Peterbaude verirrte er sich aber: als er nicht zurückkehrte, gingen ihn Leute aus der Bärenbauds juchen, konnten ihn aber, da nachts mehr als ein Halder Meter Schnee gefallen war, nicht finden. Erft während der heutigen Nacht wehte der Wind den Schnee fort, und es wurde eine neue h i l f s e x p e d i t i o n ousgesandt. Auf dem Wege zur Peterbaude begegneten sie preu­ßischen Skifahrern, die ihnen die Mitteilung mach­ten, daß sie In dem Sattel zwischen dem Mann- ftein und dem hohen Rade einen erfrorenen Skifahrer bemerkt hätten. Die bei dem Toten gefundenen Papiere ergaben, daß es sich um Kalman handelte.

Schweres Erdbeben in Venezuela.

Die in der Provinz Quero gelegene venezue­lanische Hafenstadt Eumana ist von einem hef­

tigen Erdbeben heimgesucht worden, daS be­trächtlichen Schaben anrichtete. Die Drahtvcrbin- bung mit Eumana ist unterbrochen. Die Erschüt­terungen sinb auch in Carraras unb anberen ve­nezuelanischen Städten verspürt worben. Präsi- bent Gomez hat einen Hilfsbampfer nach Hu­mana entfanbt "Bei bem Crbbeben in Eumana sinb 25 Personen ums Leben gekom­men. Eine große Anzahl Verletzter würbe auS den Trümmern ber eingestürzten Häuser gebor­gen. Der Gouverneur von Cumana hat bem Präsidenten von Venezuela telegraphiert, baß sämtlilche Häuser ber Stabt zerstört sinb.

verwegener Roubüberfall in Reuyork.

In ber vornehmen Park-Avenue in Neuyprk wurde vormittags ein verwegener Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft ausgeführt. Fünf bewaffnete junge Burschen drangen in das Geschäft ein, ent­waffneten den Privatdetektiv des Ge­schäfts, knebelten die übrigen fünf Personen, die sich im Laden befanden, unb sperrten sie in einen hinterraum ein. Sodann plünderten sie" den Laden, nahmen Schmucksachen, und zwar hauptsächlich Diamanten im Werte von etwa 200000 Dollars an sich und entkamen. Mehrere Solitäre im Werte von 500 000 Dollar hatten die Dandtten in ber Eile übersehen.

Schwere Grubengasexplasian bei Preßburg.

In einer Kohlengrube in handslowa fielen einer Gasexplosion drei Menschenleben zum Opfer. Bei der oorgcschriebenen Untersuchung der SlrbciUftät tcn stellte der Aufseher an einer Stelle mehr als 3 Prozen t Metangas fest und ordnete des­halb die sofortige Einstellung der Arbeit an. Der Steiger befolgte jedoch diese Anweisung nicht, und die Arbeiter setzte n ihre Arbeit fort. Plötzlich entstand eine Gasexplosion, durch die drei Arbeiter getötet wurden. Außerdem erlitten drei Arbeiter schwere und drei weitere leichte Verletzungen.

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Wettervoraussage.

Obwohl durch das skandinavisch« Druckfallgebiet die Polarlufriufuhr, dis die letzten Tage das Frost- weiter verursachte, abgejchnitten ist, hat trotzdem über Deutschland der Frost in der vergangenen Nacht teilweise noch zugcnommen. Die Frostoer- schäriung wurde durch den hohen Druck hervor- gerufen, der Deutschland mit in seinen Bereich nimmt. Der Kern des Hochs erstreckt sich über die Westalpen, Südfrankreich bis Spanien hin. Wahr­scheinlich wird der hochdruckeinsluh noch standhallen und die im Norden neu herannahcnde Störung vorerst keinen oder nur langsamen Umschlag bringen,

Wettervorhersage für Samstag: Teils nebeliges, teils aufheiterndeS Wetter, Frost, meist trocken.

Witterungsaussichten für Sonn­tag: Abschwächung des Frostes unb vielfach nebelig wolkiges Wetter.

Lufttempera turen am 17. Januar: mit­tags1,7 Grad Celsius, aoends15,5 Grad Celsius: am 18.3anuar: morgens11.9 Grad Celsius. Maximum1.6 Grab Celsius, Mini­mum 12,1 Grab Celsius. Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiese am 17. Zanuar: abends 2.1 Grab Celsius; am 18. 3anuar: morgens2.2 Grab Ce sius. Sch: er­höhe 4,5 Zentimeter. Sonnenscheinbauer eine Viertelstunde.

Mnlersporlnachcichlen der Hess. Wetterdienststelle.

Vogelsberg: HoherobSlopf; He.tcr. 10 Grab Celsius, 30 bis 35 Zentimeter Schneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. ,

Obenwalb: Tromm: 53 Zentimeter Schnee­höhe, Pulverschnee, 5 Grad Celsius, nebelig. Sportmöglichleiten sehr gut. Reunkirchent Schnee- fa.l, 1 Grab Celsius, Schneehöhe 53 Zentc- meter, stellenweise zusammengeweht bi3 zu 2 Me­ter, Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut.

Taunus: Kleiner Felbberg: Rebel. 8 Grab Celsius. 50 Zentimeter Schnee, Schneebecke etwas verweht, Sportmöglichleit für Ski unb Robe! sehr gut.

Sauer land: Wirtterberg: Leichter Schnee­fall,10 Grad Celsius, 40 Zentimeter Pulver­schnee. 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee, Ski und Rodel sehr gut

Schwarzwald: Feldoerg: Leichter Schnee­fall,10 Grad Celsius, 135 Zentimeter Pwver- schnee, 46 bis 60 Zentimeter Neuschnee, Ski unb Rodel sehr gut. Hornis^ründe: Re.el,8 Grad Celsius, 135 Zentimeter Schnee, 45 bis 63 Zenti­meter Reuschnee, Ski und Rodel sehr gut

Alpen: Garmisch-Partenkirchen: Leichter Schneefall. 6 Grad Celsius, 43 Zentim^er Pulverschnee, 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee. Stt und Rodel sehr gut Berchtesgaden: Leichter Schneefall, 8 Grab Celsius, 43 Zentimeter Pul­verschnee, 21 bis 30 Zentimeter Reuschnee, v» und Rodel gut