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düKerünterm Weihnachtsbaum

F. Griese: Sohn seiner Mutter. Geschickte eines Kindes. Ganzleinen 6 Mk. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. (694) Friedrich Griese, der durch lernen RomanWin e," in die Reihe unserer bedeutendsten jungen Dichter ge­rückt ist, gestaltet den primitiven Menschen, der noch eütj ist mit der Ratur und ihren großen tunb einfachen Gesehen, ec zeigt ihn in seiner Abhängigleit von dem Kreislauf der Jahres­zeiten, zeigt den tiefen Sinn seiner bäuerlichen Arbeit sein geheimes Wissen und Ahnen um mystische Kräfte und Zusammenhänge des Blutes. Keine komplizierten seelischen Dorgänge und Ent­wicklungen, sondern die elementaren menschlichen Grundverhältnisse sprechen sich hier aus. Eine dunkle, nebelersüllte, urtümliche Welt offenbart sich in dieser Dichtung.Sohn seiner Mutter" zeigt, wie die Verflochtenheit mit der Familie «das Schicksal des Menschen bestimmt. Dater und Mutter, ja die Reihe der Ahnen hinauf bis zur Urmutter des Geschlechts, geben dem Kinde sein bestimmtes seelisches Erbgut, Schlauheit oder Dumpfheit, Schwersinn oder Heiter eit mit. Wer könnte sich dem entziehen? Mit der Geburt entläßt die Mutter den Sohn auf feste, vor­bestimmte Bahnen. Nichts anderes ist ihm ge­geben, als seinen Weg zu gehen, als zu erfüllen, was ihm ausgetragen wurde: Das ist der Sinn der DichtungSohn seiner Mutter".

D i e Austauschtöchter. Ein heiterer Roman von Margaret Laube. Verlag von Koehler und Amelang, Leipzig. Geb. 4,50 Mk. 560.) Der Austausch zweier junger Mädchen ist der Gegenstand dieser launigen Erzählung. Das Hamburger Großstadtkind wird für die Dauer eines Jahres in eine Kleinstadt Thü­ringens verpflanzt, während die dort im klein­städtischen Milieu ausg wachsens Apothekerstoch­ter in Hamburg die weite Welt kennen lernen soll. Margaret Laube versteht die Gegensätze zwischen Tradition und moderner Lebensführung vortr f ich h ramzuarbt t n, aber auch schön aus­zugleichen. Köstlich hat die Autorin die Aben­teuer der beiden jungen Heldinnen dieses lustigen Romans gestaltet. Das Buch verschafft seinen Lesern frohe Stunden und verdient auch darum, nicht nur wegen seiner hübschen Handlung, warme Empfehlung.

Kilian Krafft. Roman von Alfred Bohnagem" Leipzig. Koehler & Amelang, G. m. b. H. Ganzleinenband 5 Mark. (483)

Nr. 295 Dritter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, Dezember {929

Der Erdteil unter dem Eise.

dyrdS Flug zum Südpol. - Die Anarktis, der sechste Kontinent. - Anion Zack oder Sternenbanner?

Don Arnold Köttner.

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Die Zeit der großen geographi­schen Sensationen ist vorüber. Seit die beiden Erdpole erreicht und selbst die dunkelsten Gebiete der exotischen Kontinente wenigstens oberflächlich erforscht sind, hat die Erde uns befondere. ungeahnte Ueberraschungen nicht mehr zu bieten. Trotzdem wäre es ver­messen, wollten wir behaupten, der Planet, auf dem wir existieren, sei nun der Menschheit völlig be­kannt. Denn von ganz außer­ordentlich großen Gerieten kennt man bisher nur rohe Umrisse oder geringe Einzelheiten, und von keinem Teil der Erde gilt das so, wie von der Antarktis, dem Südpolargebiet, von dessen Chara.ter man überhaupt erst seit neuester Zeit eine einigermaßen klare Vorstellung hat. Erft seit den großen Expeditionen Shackletons, Scotts, Filchners, Mawsons und Amun-kens steht es unerschütterlich fest, daß das Gebiet um den Süd­pol etwa vom südlichen Polarkreis an ein gewaltiges zusam­menhängendes Fe st land bildet, da- d e Geographen heute mit Recht den sechsten Kontinent nennen. Denn sein Flächeninhalt beträgt rund 14 Millionen Qua- dratlilomelec, eine Ziffer, die üc- greiflicherwcife noch nicht genau feststeht, die aber unbeschadet ge- rii g r Ae iderungen, die öi: fp/.t?- e Forschung daran wird vielleicht noch vornehmen müssen, zeigt, daß der sechste Kontinent um das An­derthalbfache großer als ganz

Europa mit seinen 9,7 Millionen Quadratkilo­meter Flächeninhalt ist.

Es ist »eineswsgs ein zufälliges Spiel der Ratur, die rings um den Südpol einen so mäch­tigen Erdteil ausgetürmt hat. Der antarktische Kontinent ist vielmehr eine physikalische R o t w e n D i g fe i t; er bildet das Gleich­gewicht zu den riesigen Landmassen der Rordhalbkugel inmitten der die Eüdhalbkugel bedeckenden Meere. Wäre er nicht da, müßte die Oberfläche der Erde ganz anders aussehen, müßte die Erdachse eine andere Rich­tung, müßten demgemäß auch die Pole eine andere Lage haben. Aus physikalischen Gründen müßte der sechste Kontinent zur Ausbalancierung der Landmassen auf der Erbober.lächs sogar noch wesentlich größer sein, wenn er nicht von einem ungeheuren Eis wall bedeckt wäre. Die Höhe dieser Eisdecke hat Professor Meinardus auf Grund physikalischer B.rechnungen im Durch­schnitt mit 1600 Meter ermittelt. Daraus ergibt sich, daß auf den 14 Millionen Quadratkilometer festen antarktischen Landes insgesamt eine Eis­decke von ungefähr 20 Millionen Kubikülomcter Rauminhalt lastet. Die mittlere Höhe des unter dem Eise liegenden Festlandes hat Meinardus mit 650 Meter angegeben, und unter Hinzu­rechnung der mehr als anderthalb Kilometer dicken Eisdecke ergibt sich demnach eine durch­schnittliche effektive Höhe des Kontinents von 2250 Meter. Diese mathematischen Ergebnisse stimmen mit den Messungen, die die Forscher an Ort und Stelle unternommen haben, sehr genau überein. Man darf natürlich nicht übersehen, daß es sich hierbei um eine Durchschnitts­ziffer handelt: auch auf dem antarktischen Kontinent gibt es Ebenen und Gebirge, sogar sehr hohe Kettengebirge, deren Gipfel zum Teil

4000 Meter Höhe übersteigen. Ob die vom Flug­zeug aus gemachte Wahrnehmung Byrds von einem 7000 Meter hohen Berggipfel auf Richtig­keit oder auf einer optischen Täuschung beruht, muß einstweilen dahingestellt bl.iben: sehr wahr­scheinlich klingt diese Meldung nicht. Aber daß das antarktische Gebirge Höhen err.icht, die hinter den Alpengipfeln nicht zurückstehen, das ist schon seit Shackleton bekannt, der im Jahre 1909 auch den gewaltigen, 4050 Meter hohen tätigen Vul­kan Erebus auf der Roß-Insel bei Südviktoria- land bestiegen hat. Ein zweiter mächtiger Vulkan, der Mount Terror, ebenso wie der Erebus im Jahre 1841 von James Roß entdeckt, ist zwar 700 Meter niedriger, hat aber damit immer noch die Höhe des Aetna. Im Gegensatz zum Erebus scheint der Mount Terror gegenwärtig nicht mehr tätig zu sein.

Byrds Flug über den Südpol mag zunächst nur wie eine überaus kühne sportliche Leistung anmuten. Sobald irgend'in wagemutiger Pio.äer eine derartige Tat vollbringt, pflegen sich als­bald Gelehrte, die über ihre Studierstube nie­mals hinausgekommen sind, mit der Behaup­tung zu melden, daß das Unternehmen wenig oder gar keinen exakten Wissenschaft ichen Wert habe. Aber auch hier ist schon jetzt auf solche sicher nicht ausbleibendcn Einwände zu sagen, daß Byrds mutiges Unternehmen unter allen Um­ständen unseren geographischen Gesichtskreis im buchstäblichen Sinne des Wortes außerordentlich erweitert hat. Denn es versteht sich von selbst, daß die vier Forscher von ihrem Flugzeug aus ein unvergleichlich größeres Stück Land überblickt haben als die Südpolarforscher, die mit ihren Hundeschlitten am Erdboden klebten, und wenn die zahlreichen phetograeh schen Aufnahmen der slicgenden Expedition vorlicgen werden, so wird

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Auf Grund eigenen Erlebens hat der Verfasser im Lebenswege eines jungen Menschen den tiefe­ren Sinn werktätigen Schaffens darg-legt. Es finden sich in diesem volkstümlich geschriebenen Buche Gedanken und Erkenntnisse, die den vorwärisstreb enden Arbiter und An­gestellten nachdenken und selbst den In­dustriellen, den Mann mit jahrelanger Praxis, aufhorchen lassen. Ein ernstes Lebensbuch, das jungen Lesern Augen und Sinne schärft für die Probleme, die Handel und Industrie beherr­schen, und das Verständnis weckt für die Freude am eigenen Schaffen im Dienst des Volk-ganzen. Das Buch handelt von einem Buchhalterssohne, der beim plötzlichen Tode seines Vaters die Schule mit Obers.kunda verlassen und Stellung in der Industrie suchen muß. Hier wird er als Arbeiter in den Gruben, als Former, als Kon­torist in einem systematisch gedachten Lehrgänge ein Mensch, der über die Zusammenhänge von Produktion und Verbrauch. Material und Arbeit, geistiger und handwerklicher Tätigkeit nachzu­denken versteht und daran zu einem Führer der Industrie heranreist. Der Roman ist ein Lob für Kunst und Fleiß, geradezu eine Verherrlichung werktätiger Arbeit.

Ernst Elias Riebergall: Datte- rich, mit 40 Silhouetten von Hermann Pfeifer. Verlag H. Hohmann G. m. b. Sy, Darmstadt. Preis 3,80. (656) Der berühmteDatterich" ist weit über Darmstadts Grenzen hinaus eine Herzens­angelegenheit des ganzen Hessenlandes und so wird man diese neue schöne Ausgabe auch dort, wo der Heiner Dialekt nicht mehr zu Hause tft, freudig begrüßen. Die reizenden Schattenrisse Hermann Pfeifers zeigen den gleichen köstlichen Humor, mit dem Riebergall seine Helden un­sterblich gemacht hat. Wilhelm Michel sagt von ihnen:Sie sind prachtvoll studiert, in jeder Linie dem Leben abgegudt, nur ein Kenner Der Darm­städter Gestikulation konnte das machen." Wir wünschen demDatterich" im neuen Gewapde auch in Oberhessen den vollen Erfolg, den er verdient.

Mein Werden und mein Wirken. Erinnerungen eines alten Berliner Gelehrten von Geheimrat Professor Dr. A. E r m a n. Leinen­band 12 Mk. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. (551.) Adolf Erman ist als Begründer der deutschen wissenschaftlichen Acgyptologie ein Gelehrter von Weltruf, dessen hohe Verdienste um diese Wissenschaft in der Verleihung des Pour le merkte sichtbarste Anerkennung gefunden

man sicherlich einen ganz anderen Begriff von der Faltung und Gliederung des antarktischen Gebirgszuges bekommen, als er durch noch so zahlreiche Sch'ittcnexpcd t o en gewonnen wer­den kann. Entdeckt man doch Heute selbst in den großen zentralasiatischen Gebirgszügen immer noch neue Ricsengipfel, von deren Existenz bis­her selbst die Eingeborenen nichts wußten, weil sie durch vorgelagerte Massive dem Blick ent­rückt geblieben sind. Daß der Südpol inmitten einer gewaltigen Hochebene, 3200 Meter über dem Meeresspiegel, liegt, weiß man durch Amundsen. Es ist ein Hochplateau, das seines­gleichen auf der Erde nur in dem tibetanischen Hochland findet.

Ernster als theoretische Einwände aus der Ge­lehrtenstube sind die Zweifel zu werten, die der norwegische Polarforscher Major TryggveGr an, der Begleiter Scotts auf seiner tragisch geende­ten Südpolarexpedition, soeben geäußert hat, schon deshalb, weil es sich hier um einen Mann der Praxis und genauer Kenntnis der Verhält­nisse in der Antarktis handelt. Aber es fragt sich doch auch hier, ob Gran ausreichende Be­richte über Byrds Flug bereits gelesen hatte, als er die Richtigkeit der durch den Funk über­mittelten Einzelheiten bezweifelte. Wie es scheint, kannte Gran nur einen unvo lständigen Auszug: denn Byrd hat in seinen bisher vorliegenden Berichten gar nicht das behauptet, was Gran bestreitet: daß nämlich in der Rähe des Süd­pols hohe Gebirgszüge vorhanden seien. Die große Wahrscheinlichkeit spricht vielmehr da- sür, daß Byrd in seiner Flugschilderung nur von den Kettengebirgen gesprochen hat, die bereits bekannt sind, und die sich nach dem Pol hin zu dem hohen Plateau abdachen. Aber auch seine Angaben über von ihm am Horizont wahrgenom­mene noch höhere, bisher unbekannte Gipfel können nicht von vornherein als Fabel an­gesehen werden: es ist sehr wohl möglich, daß er von der Höhe des Flugzeuges aus bis in Ge­biete hat blicken können, die weder Amundsen noch Scott haben wahrnehmen können. Gewiß sind auch optische Täuschungen möglich, obwohl bei gutem Wetter und das hat Byrd nach seiner Schilderung ja gehabt die Luft nament­lich in so großer Höhe ungemein klar durchsichtig ist. Immerhin könnten Wolken am Horizont den Eindruck von Berggipfeln um so eher erweckt haben, als es in dieser Region der Antarktis nur eine einzige Farbe außer der des tiefblauen Himmels gibt: ein einförmiges, unendliches, blendendes Weiß, das unter den Strahlen der Tag und Rächt scheinenden Sorme blitzt und leuchtet.

Die größte Schwierigkeit für Byrd wird darin bestehen, für die tatsächliche Ueberfliegung des Südpols den mathematischen Beweis zu erbrin­gen. Denn nirgends ist die Orientierung so schwer wie in unmittelbarer Rähe des Pols, wo alle Himmelsrichtungen ineinander übergehen, eine Schwierigkeit, mit der schon die Polar­forscher auf festem Boden zu kämpfen haben, und die seinerzeit auch dazu geführt hat, daß die Er­reichung des Rordpols durch P e a r y von den amerikanischen Geographen bestritten wurde. Denn in seinen Aufzeichnungen hatten sie Un- ftirr.m g eiten gefunden, die es zweifelhaft mach cn. ob Peary tatsächlich den Pol genau erregt hatte. Die Wissenschaft hat ihm dann doch die Poltrophäe zugesprochen, weil es praktisch keine Rolle spielt, ob der Forscher tatsächlich genau auf dem Punkt der Erdoberfläche gestanden hat, der den Pol bildet, oder ob er nur in seiner unmittelbaren Rähe gewesen ist. Auch A m u n d- s e n hat, um solchen Bemängelungen zu entgehen, drei Tage lang die sorgfältigsten Messungen an- gestellt und schließlich den errechneten Südpol

haben. In seinen Erinnerungen zeigt er sich uns freilich nicht so sehr als der ernste Gelehrte, sondern als der liebenswürdige und humorvolle Plauderer, der Menschen und Dingen ihre inter­essanteste Seite abzugewinnen weiß. Erman ist hervorgegangen aus einer der Gelehrtenfamilien, die der Berliner Gesellschaft der letzten hundert Jahre ihren charakteristischen Stempel ausgeprägt haben. Sein Leben liest sich wie ein Roman, in dem viele der hervorragendsten Gestalten der Berliner Gesellschaftskreise eine Rolle spielen. Reben dem mosaikartig aufgebauten Bild des ungewöhnlichen Lebensganges Adolf Ermans er­halten wir einen interessanten Einblick in die Acgyptologie, als deren Schöpfer der Verfasser gilt.

Willi Rickmer Rickmers: Alai! Alai! Arbeiten und Erlebnisse der deutsch-russi­schen Alai-Pamir-Expedition. Mit 90 Abb., 25 Dia­grammen, einer Karte des Arbeitsgebietes und zwei Tiefdruck-Panoramen. Geh. 13 Mk., Leinen 15 Mk. F. A. Brockhaus, Leipzig. (710) Die erste große deutsche Expedition zu Land, nach neuen Grund­sätzen der Arbeitsteilung angelegt und durchgeführt, war die Alai-Pamir-Expedition des Jahres 1928. Willi Rickmer Rickmers, bekannt seit über 30 Jah­ren als Forschungsreisender und bester Kenner Turkestans, als Alpinist und Vorkämpfer des Schnee­laufs, war ihr Organisator und Leiter. Drei gütige Seen haben Pate gestanden und sie auf den Weg geschickt: dieNotgemeinschaft der Deutschen Wissen­schaft", dieAkademie der Wissenschaften der Sow­jetunion" und derDeutsche und Oesterreichische Alpenverein". Deutsche und russische Gelehrte haben in engster Zusammenarbeit das interessanteste Ge­birgsland unserer Erde, den Mittel- und Ausstrah­lungspunkt der Hochgebirge der Alten Welt, nach allen Richtungen hin durchforscht. Die alten, sagen­haften Pässe, der längste Gletscher der Erde, der höchste Berg Rußlands wurden entdeckt und be­stiegen. 15 000 Geoiertkilometer Land wurden ver­messen und von rund 1000 Geviertkilometern wurde nach den neuesten photogrammetrischen Methoden eine genaue Karte im Maßstab 1:50 000 aufgenom- men. Der Bau des Gebirges, die Sprache der Ein­wohner und ihre Wirtschaft wurden untersucht. Bon Tier- und Pflanzenwelt wurden reichhaltige Samm­lungen angelegt. Die Sichtung und Verwertung all der mitgebrachten wissenschaftlichen Schätze werden Jahre in Anspruch nehmen. Aber der für die All­gemeinheit bestimmte Bericht von W. R. Rickmers erzählt uns schon heute den Verlauf und die Ergeb­nisse der deutsch-russischen Alai-Pamir-Expedition.

in großem Umfang umkreist, damit ihm nicht der Vorwurf gemacht werden könnte, er sei nicht an dem wirklichen Scheitelpunkt der Erde gewesen. So genaue Messungen sind vom Flugzeug aus begreiflicherweise unmöglich. Aber Byrd wird gewiß die zisfermäßigcn Unterlagen seiner Po- sitionsöecbachtungen zur Rachprüfung m"Ihringen, und es wird sich Dann, wenn auch nur in großen Zügen und mit annähernder Zuverlässigkeit, immerhin ermitteln lassen, ob er Den Teil des antarktischen Hochplateaus, auf dem der Südpol liegt, in Wirklichkeit umflogen und überflogen hat.

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Mit Beginn des Winters, Dem auf der süd­lichen Halbkugel der Sommer entspricht, haben nun im ganzen drei Expeditionen ihre Tätigkeit zur Entschleierung des antarktischen Festlandes ausgenommen. Der Kanadier Wi Irins, der voriges Jahr das Grahamland überflog und seine Jnsellage feststellte, schlug auch dieses Jahr sein SjauDfquartier auf der kleinen Deception- Jnsel (südlich von Südamerika) auf und bereitet sich Dort auf seine Flüge vor. Der Amerikaner Byrd kehrte ebenfalls zu seinem vorjährigen Stützpunkt Little America an der Walfischbucht bei Der RoßeiswanD zurück und führte von Dort aus am 29. Rovember .1929 seinen oben erwähnten erfolgreichen Flug zum Südpol und zurück über das 4000 Meter hohe Königin- Maud-Gebirge Durch. Die Dritte Forschungsexpe- frition toirD von Dem bekannten australischen SüDpolforscher M a w s o n geleitet, Dessen Schiff Die Discovery schon 1901 bis 1904 Durch die erste Südpolexpedition des Kapitäns Scott Welt­berühmtheit erlangte. Mawson befiniet sich gegen­wärtig auf der Insel Kerguelen und beschäftigt sich mit ozeanographischen Studien. Seine nächsten Ziele sind Die HearD-Jnseln und Die für Die Tief­seeforschung noch völlig unbekannten Gewässer südlich des JnDischen Ozeans und Australiens. Wie Die anderen Expeditionen, benützt auch Maw- son Das Flugzeug als Hilfsmittel Der Forschung. Anläßlich Der Wiederaufnahme Der Expedition ByrDs wird Der Streit zwischen Dem Britischen Reich und den Vereinig­ten Staaten von Amerika um die Be­herrschung der Antarktis wieder aktuell. Voriges Jahr, atä Byrd seine erste Südpolexpedition unternahm, erinnerte eine britische Rote Amerika: (Daran, daß alle bisher entdeckten Gebiete Der Antarktis als britischer Besitz betrachtet werden. Die erst am 15. Rovember 1929 erfolgte Antwort Der Vereinigten Staaten geht jedoch auf diese Forderung gar nicht ein und Die amerika­nische Presse erinnert Daran, daß Die Vereinigten Staaten insbesondere auf das Wilkesland seit 1924 auch formell Anspruch erheben. Da Die Antarktis, zwischen Australien, Afrika und Süd­amerika gelegen, einen wichtigen Flugstütz­punkt abgeben kann und außerdem wertvolle Bergschähe bergen soll, kann Der vorläufig nur prinzipielle Streit um seinen Vesitz in der Zukunft größere Verwicklungen nach sich ziehen.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 15. Dez., 14.30 bis 17 Uhr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbs­lose. Fra Diavolo. 20 bis gegen 23: Das Land des Lächelns. Montag, 16., 20 bis nach 22.30: Maschinist Hopkins. Dienstag, 17., 19.30 bis 22.15: Der fliegende Holländer. Mittwoch, 18. 19.30 bis 22.45: Die Fledermaus. Donnerstag, 19., 19.30 bis 22.30: Figaros Hoch',eit. Freitag, 20., 20 bis gegen 22.30: Tosca. Samstag, 21., 20 bis 22.45: Das Land des Lächelns.

Schauspielhaus. Sonntag, 15. Dez., 16 bis gegen 18.15: Katharina Knie. 20 bis gegen 22.30: Cyankali. Montag. 16., 20 bis nach 22: Brülle China. Dienstag, 17., 20 bis gegen 22.30: Komödie Der Verjüngung. Mittwoch, 18., 20 bis gegen 22.30: Komödie Der Verjüngung. Donners­tag, 19., 20 bis gegen 22.30: Chankali. Freitag, 20., 20 bis gegen 22: Brülle China. Samstag, 21., 16 bis nach 18: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22.15: Marius ahoi!

Darüber hinaus aber wird das Werk, infolge der eigenartig anschaulichen Darstellung und Der selb­ständigen Anschauungs- und Denkweise des Ver­fassers, ein literarisches Ereignis, denn hier ist die Forderung ^Geographie als Kunst" erfüllt.

Muckipuckis wundersame Fahr­ten und Abenteuer. Don Richard Z o o z - mann. Ein kunterbunter Filmroman für Kinder und Erwachsene. Erweiterte Ausgabe. 392 S. 8°. 107 Text- und 7 Vollbilder. Ganzleinen 7 Mark. Verlag: Franz Dorgmeyer, Hi.deshcim. (713) Die luftigen Streiche und ernsten Erlebnisse des kleinen Helden sind anschaulich und wirksam ge­schildert, so daß Der Kinder-Roman immer an­regend und vergnüglich zu lesen ist, ohne albern und possenhaft zu werden, daß er bclejrt und unterrichtet, ohne langweilig oder trocken zu fein. Singest reute kleine Märchen und Gedichte können die älteren Geschwister den jüngeren vorlesen, so daß auch Die Kleinsten an Den Erlebnissen Muckipuckis Anteil nehmen können. Einen be- fonDeren Schmuck bilden die zahlreichen Bilder aus Der bewährten Zeichner-Feder von K. Lange.

Minni Grosch: Der wunderbare Jakob. Heiteres und Ernstes aus der Schulmädel­zeit. Mit einem farbigen Titelbild, einem mchrfar- bigen Umschlag und 3 ganzseitigen Textzeichnungen von Meta Voigt-Claudius. Leinen 2,50 Mark. Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart. (685) Aus dem Leben des noch kindlichen Mädchens er­zählen die vorliegenden Geschichten, aus jenem Kreis, der so eng begrenzt ist und der doch dem werdenden Menschen das Gepräge gibt für immer. Mägen so die mannigfaltigen Ereignisse und Gestalten dieses Buches dem Erwachsenen vielleicht unbedeutend er- scheinen dem jungen Mädchen werden sie doch vieles zu sagen haben.

Friedr. Wilh. Mader: Im Weltmeer verirrt. Seltsame Abenteuer in der Südsee. Mit 6 Tondruckbildern und 15 Tertzeichnungen von Hans Anton Aschenborn. Leinen 5,50 Mark. Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart. (684) Diese neuefte Erzählung des bekannten phantasievollen Jugendschriftstellers schildert die merkwürdigen Er­lebnisse zweier deutscher Mädchen, die aus freiem Willen von dem Schiff, das sie aus ihrer südameri­kanischen Heimat in das deutsche Vaterland bringen [oll, auf eine einsame Südseeinsel flüchten müssen. Hier führen sie ein abenteuerliches Rabinsonleben. JhreM praktischen Geschick und ihren Kenntnissen ge­lingt es, die überreich von der Natur gesegnete Insel zu kolonisieren. Die spannend geschriebene Erzäh­lung ist für Knaben und Mädchen gleich gut geeignet