Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 2(6 viertes Blatt
Wirtschaft.
Wochenbericht
vom frankfurter Effektenmarkt.
Zu Beginn der Woche nahm die Unsicherheit weiter überhand. Gerüchte über neue Insolvenzen im Reiche beeinflußten in erster Linie die Tendenz nachteilig Das Vertrauen der Kulisse war auch stark ins Schwanken geraten, so daß das Geschäft zeitweise fast völlig stagnierte. Orders kamen auch nur in spärlichem .Umfange an den Markt, da die Vorfälle bei der Frankfurter Allgemeinen Dersichcrungs AG., wovon besonders das Ausland deprimiert wurde, immer noch peinlich empfunden wurden. Aber auch das immer stärker werdende Angebot in Glanzstoffaktien liest keine Besserung der allgemeinen Lage zu. Die Kulisse war so verstimmt, zumal auch von austenstehenden Kreisen Material an den Markt kaim, dost sie Blankoabgaben vornahm, so dast Kurseinbrüche von größere in Ausmaße unvermeidlich blieben. Hinzu kamen noch die Vorfälle bei der Vaterländischen und Rhenania Versicherungs AG., obwohl besondere Schwierigkeiten hier nicht befürchtet wurden, aber trotzdem waren dies alles Momente, die immer wieder von neuem auf die Stimmung drückten. Dies war aber noch nicht alles: cs war in dieser Woche das reinste Verhängnis, daß gerade auf einmal alles zusammenkam, wodurch die Lage immer trostloser wurde. Die starke Anspannung des Ultimoausweises der Reichsbank, die Arbeiterentlassungen bei der I.-G.-Farbenindustrie, die unsicheren Verhältnisse an der Reuhorker Börse, sowie der angespanntere Geldmarkt am dortigen Platze führten zu einem Pessimismus, der noch nie so stark ausgeprägt war, wie gerade in dieser Woche. Die erste Samstagsbörse nach der Unterbrechung durch die Sommermonate war hierfür bezeich- nerkb. Zur ersten Rotiz waren kaum Umsätze zustandcgekommen: dies war aber vielleicht auch auf die Unkenntnis des Publikums zurückzuführen, da scheinbar nicht bekannt war, daß die Börse wieder Samstags stattfindet. Aber je weiter die Zeit fortschritt, um so schlimmer war die Stimmung an der Börse. Auch traten zwischendurch wieder Sorgen einer evtl. Erhöhung der Londoner Diskontrate auf. Doch ließen die Abgaben später zumeist nach, so daß auf dem stark ermäßigten Riveau eine gewisse Widerstandsfähigkeit zu bemerken war. Aber die Um» sahtätigkeit blieb eng begrenzt. Rur Montanwerte und Kalipapiere waren zeitweise etwas lebhafter gehandelt. Gegen Ende der Woche schlug die Stimmung jedoch um, und man konnte eine allgemeine Beruhigung feststellen. Zuv Klärung der Lage trugen vor allem die feste Reuhorker Börse, sowie die wieder günstigeren Geldmarktverhältnisse am dortigen Platze bei. Aber auch eine Erklärung von Verwaltungsseite der I.-G.-Farbenindustrie, wonach die Beschäftigung gut, ja sogar noch besser wie im vergangenen Jahre sei, stimmte zuversichtlich, und die anfangs stark vernachlässigte Farbenaktie fand wieder mehr Beachtung. Einen guten Eindruck machten noch der unverändert belassene Diskontsatz der Bank von England und die ruhigere Beurteilung im Benzinkampf, der durch Preisunterbietungen einzelner Dlnterneh- mungen anfangs der Woche die Gesamttendenz der Börse mit nach unten bestimmte und besonders maßgebend für den starken Kurseinbruch am Farbenmarlt war. Vorteilhaft verbucht wurde noch, daß die Abgaben nachgelassen haben und logar die Banken Stützungskäufe vornahmen. Das Geschäft war in Spezialwerten recht lebhaft. Rur Orders waren wenig vorhanden, auch das Ausland scheint sich nicht geneigt zu zeigen, . Aufträge an den Markt zu geben, nachdem es so stark enttäuscht wurde. Aber dessen ungeachtet konnte man vielerseits Meinunaskäuse beobachten. Besonders von rheinischer Seite wurde Ware aus dem Markte genommen. Die größten Gewinne hatten Kaliwerte zu verzeichnen. Erstens spielten höhere Absahzifsern und der bevorstehende Saisonbeginn in diesem Industriezweig eine große Rolle. Es traten hier am letzten Tage Gewinne von 6 bis l2 Prozent ein. Auch am Glanzstoffmarkt machte die Beruhigung Fortschritte. Material war hier wieder gesucht bei anziehendem Kurs. Interesse bestand noch für einige Elektropaviere. Die Rebenmärkte lagen still, aber zumeist gebessert. Bei einem Vergleich der Kurse gegenüber der vergangenen Woche waren aber zumeist immer
noch beträchtliche Rückgänge zu verzeichnen. Chade lagen 11 Mark, Deutsche Linoleum 6 Prozent, Licht & Kraft 7 Prozent, J.-G.-Farben 11 Prozent, Glanzstoff 15 Prozent, die übrigen Märkte von 2 bis 6 Prozent schwächer. Rur Kaliwerte gewannen bis 7 Prozent. Geld war mit 6,5 Prozent leicht. Renten still, Devisen wenig verändert.
Wochenbericht
vom frankfurter Produktenmarkt.
Die schlechte Geschäftslage dehnte sich in der neuen Woche eher noch weiter aus. Die Kauflust war äußerst ciifl begrenzt, da Ware zu Genüge an den Markt kam. Die zumeist schwächeren Auslandnotierungen drückten ebenfalls auf die Stimmung, so daß sich das Ge- fchäft in kleinstem Rahmen bewegte. Infolge der trostlosen Lage beschloß der Börsenvorstand, nach Rücksprache mit den Landwirtschaftskammern Wiesbaden und Darmstadt, bis auf weiteres die amtlichen Rotierungen Dienstags, Donnerstags und Freitags ausfallen zu lassen. An den Hauptbörsentagen, Montags und Mittwochs, werden noch amtliche Rotierungen ausgegeben, da an den übrigen Markttagen die Umsätze so bescheiden waren, daß zumeist nur nominelle Rotierungen festgesetzt wurden. Das Geschäft war am M e hl- rn a r k t wieder äußerst schleppend bei allgemeinen Rückgängen, besonders stark gedrückt war Roggenmehl. Auch Brotgetreide war im Preise rückläufig, nur für Roggen bestand vereinzeltes Interesse. Sommergerste für Brau- zwecke war von Brauereiseite gesucht und etwas fester. Am Futtermittelmarkt war bei geringem Umsatz Mais für Futterzwecke vernachlässigt. Weizen- und Roggenkleie hatten dagegen auf Rachfrage von Landwirtschaftsseite etwas lebhaftes Geschäft zu verzeichnen bei Besserungen bis zu 0,50 Mark. Die Woche schloß in lustloser Haltung bei f a st völlig stagnierendem Geschäft. Im Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche war Weizen 0,25 Mk.. Weizenkleie ebenfalls 0,25 Mark, Mais für Futterzwecke 0,50 Mark schwächer, Roggen geringer Qualität gab leicht nach, während beste Sorte gut behauptet blieb. Sommergerste lag 0,50 Mark höher, ebenso Roggenkleie, Weizenkleie konnte sich um 0,40 Mk. bessern. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 25,10 bis 25,25; Roggen 20 bis 20,15; Sommergerste für Brauzwecke 21 bis 21,50; Hafer, inländischer, 18,75 bis 19; Mais 20,50 bis 20,75; Weizenmehl, südd.. 38.10 bis 38,75; Weizenmehl, nieöerrhein., 38.10 bis 38.75; Roggenmehl 28,50 bis 30; Weizenkleie 11,25 bis 11,50; Roggenkleie 11 bis 11,25.
Wochenbericht
vom frankfurter Schlachtviehmarkt.
Die Geschäftstätigkeit am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche wenig verändert; nur in einzelnen Gattungen war etwas regeres Geschäft festzustellen, so bei Kälbern und Schweinen. In Schweinen war der Handel wohl reger, aber eher uneinheitlich, da nur zu Anfang des Marktes die Umsahtätigkeit stärker war. um dann zum Schluß des Marktes merklich abzuflauen. Der Austrieb war erheblich geringer, als in der Vorwoche. Die Preise blieben unverändert, nur ausgesuchte Ware erzielte Preise über Rotiz. Kälber hatten bei kaum verändertem Auftrieb reges Geschäft aufzuweisen, wobei namentlich mittlere und geringe Kälber im Preise stärker anziehen konnten, während beste Mastkälber wenig verändert lagen. Rach regem Handel wurde der Markt geräumt. In Rindern war das Geschäft bei etwas größerem Auftrieb nach wie vor sehr klein. Auch diesmal verblieb wieder größerer Ueberstand, obwohl der Export sehr stark in das Geschäft eingriff. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Die Preise waren kaum verändert. In Schafen ist das Geschäft weiter unbefriedigend. Die Preise gaben hier wieder etwas nach. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1736 Rindern, darunter befanden sich 324 Ochsen, 112 Bullen, 727 Kühe und 498 Färsen; ferner aus 1673 Kälbern, 363 Schafen und 4708 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 119 Rinder und 85 Schafe mehr angetrieben. während 427 Schweine und 15 Kälber weniger zum Verkauf standen.
Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mart: Ochsen A I 58 bis 62 Mk.. A II 54 bis 57,
B I 48 bis 53; Bullen A 53 bis 56, B 48 bis 52; Kühe A 46 bis 49, B 41 bis 45. C 35 bis 40. D 30 bis 34; Färsen A 58 bis 61. B 54 bis 57,
C 48 bis 53; Kälber B 79 bis 81, C 74 bis 78,
xU 66 dis 73; Schafe A I 48 bis 53, B 40 bis 47,
C 34 bis 39; Schweine B 88 bis 90, C 88 bis 90,
D 88 bis 90, E 84 bis 87 Mk. 3m Vergleich mit den Preisen der letzten Woche konnten Ochsen 1 Mk. und Kälber bis zu 4 Mk. änziehcn, während Bullen, Färsen und Schafe je 1 Mk. nach- gaben. Kühe und Schweine blieben gut behauptet.
*
’ D i e Zeichnung auf die achtprozentige S ch a tz a n w e i s u n g der Stadt Berlin. Don der Berliner Stadtanleihe (achtprozentige Schahanweisung) sind bis zum Ablauf der Zeichnungsfrist 25 Millionen Reichsmark sest gezeichnet worden. Da die Rachfrage gerade in den letzten Tagen sehr lebhaft war, wird die Anleihe zu denselben Zeichnungsbedingungen durch das Konsortium weiter freihändig verkauft.
* Langsame Zunahme der Arbeitslosigkeit. 'Nach den endgültigen Berichten der Landesarbeitsämtcr hat die Zahl der Unterstützungsempfänger in der 'Arbeitslosenversicherung, die in der Zeit vom 1. bis 15. August zum erstenmal wieder eine Steigerung aufwies, in der zweiten Monatshälfte in geringem Umfange weiter zugenommcn, und zwar von rund 716 000 auf 726 000, d. h. um 9800 Personen oder 1,4 v. ch. Die Zunahme entfällt ausschließlich auf die Männer, während bei den Frauen auch diesmal noch ein Rückgang zu verzeichnen ist. Die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger betrug am 31 August 529 500, die der weiblichen 196 000. Auch die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenunter ft ützung ist in der Berichtszeit in geringem Maße, nämlich um rund 3000 Personen oder 1,9 v. H., gestiegen. Die prozentuale Zunahme ist hier bei den männlichen und weiblichen Haupt- unterstützungsempfängern gleich. Die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenunterstützung betrug am 31. August 125 000 männliche und 32 000 weibliche, zusammen 157 000 Personen.
Frankfurter Börse.
Frankfurt, 14. Sept. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Tendenz: beruhigt. — Zum Wochenschluß machte sich eine allgemeine B e - r u h i g u n g bemerkbar. Obwohl immer noch einige ungünstige Nachrichten Vorlagen, war die Tendenz freundlich. Auch die noch gestern stark verstimmenden Momente traten in den Hintergrund. Die zum Schluß erholte Neuyorker Börse von gestern und das billigere Tagesgeld am dortigen Platze fanden ebenfalls eine günstige Aufnahme. Das geringe Ansteigen der Arbeitslosenziffer fand kaum Beachtung. Die Spekulation und andere interessierte. Kreise nahmen Rückkäufe vor. Orders waren wieder kaum eingetroffen, so daß das Geschäft nur zeitweise und auch nur in einigen Werten etwas lebhafter war. Aber trotzdem ergaben sich gegen gestern Abend zumeist ganz ansehnliche Gewinne. Besonders in den Vordergrund traten die gestern so stark vernachlässigten Kaliwerte, von denen Aschersleben 5 v. H. und Westeregeln 4,5 o. H. gewannen. Auch Montanwerte lagen teilweise etwas bevorzugter und bis 1,5 v. H. gebessert. Am Eelektromarkt waren A.E.G. 1,5 v. H. und Siemens 2,5 v. H. fester. Gessürel dagegen gaben 1 v. H. nach. Sonst waren hier die Umsätze gering. J.-G.-Farben leicht erholt. Zellstoffwerte bis 2,5 v. H. fester. Banken uneinheitlich. Barmer Bank 1,5 v. H. und Dresdner Bank 1 v. H. schwächer, dagegen zogen Commerz- Bank und Deutsche Bank an. In Reichsbankanteilen wurden Deckungen oorgenommen, so daß eine Besserung von zirka 7,5 v. H. eintrat. Renten still, aber etwas freundlicher. Im Verlaufe war das Geschäft recht still. Die Kurse zogen aber weiter 1 v. H. an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 v. H. angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Pfund 20,363, gegen Paris 123,90, London gegen Kabel 4,8468, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 32,86, gegen Holland 12,0913.
Berliner Börse
Berlin, 14. Sept. (Eigener Drahtbericht des "Gieß. Anz.") Wie man schon im Vormittagsverkehr feststellen konnte, war.heute eine etwas beruhigtere Stimmung vorherrschend. An der Vorbörse war die Kursgestaltung zwar noch eher etwas schwächer. Umsätze kamen nicht zustande, doch schritt die Spekulation zum Wochenschluß zu Deckungen, zumal man an einigen Märkten Interventionen von Großbankseite beobachten wollte. Das Geschäft war aber im allgemeinen noch sehr gering, und
Somstag, 14. September 1929
schon geringe 'Nachfrage bewirkte eine Kurserholung. Die ersten Notierungen zeigten kein einheitliches Bild, meist waren aber ein- bis zweiprozentige Besserungen festzustellen. Eine Anregung brachten der gestrige feste Schluß der Neuyorker Börse^und die Erleichterung am dortigen Tagesgeldmarkt. Sonst waren 'Nachrichten von Belang nicht vorhanden. Die Arbeitslosenziffer hat eine weitere geringfügige Steigerung erfahren, und im Moment sind keine weiteren Benzinpreisermäßigungen in Westdeutschland beabsichtigt. J.-G.-Farben lagen noch unter Druckend schwächten sich um 1 v H. ab. Deutsche Linoleum, Schubert & Salzer, Feldmühle und Da- natbant befestigten sich um zirka 2,5 v. H. Elektro- werte waren bis auf einige Ausnahmen überwiegend fester. Transradio und Lahmeyer weiter bei kleinstem Angebot 2 bis 4 v. H. schwächer. Auch Bayrische Hypothekenbank verloren fast 3 v. H., Beinberg sogar 7 v. H. Deutsche Anleihen leicht gebelfert. Ausländer fast geschästslos. Pfandbriefe sehr ruhig und nicht einheitlich. Am Geldmarkt setzte sich die Versteifung fort. Tagesgeld 7 bis 9,5 v. H und gesucht, Monatsgeld 9 bis 10,5 v. H., Warenwechsel 7,60 v. H. Nach den ersten Kursen machte die Aufwärtsbewegung weitere Fortschritte; die Spekulation nahm erneut Deckungen vor, und es ergaben sich ein-, vereinzelt zweiprozentige Besserungen. Später wurde das Geschäft nach vorübergehender Belebung wieder ruhiger, und die erhöhten Kurse konnten sich überall voll behaupten. Sehr fest lagen Tietz, die säst 4 v. H. anzogen.
Berliner ^'r^l»uttenbörs.
Berlin, 13. Sept. Die Lagervcrhältnisse am hiesigen Platze gestalten sich immer schwieriger und zwar sowohl bei den Speichern als auch bei den Mühlen, die an sich schon nicht große Unternehmungslust wird hierdurch noch mehr beeinträchtigt. Zu den gestiegenen Preisen ist das Angebot von Inlandweizen wieder etwas stärker geworden, nach der in den gestrigen Rachmittagstunden auf Grund der festen Auslandmeldungen noch eine weitere Befestigung um zwei Mark gegenüber Dörsenschluß eingetreten war, sind heute angesichts des schleppenden Mehlabsahes und der enttäuschenden Liverpooler Rotierungen nur etwa zwei Mark niedrigere Preise als gestern mittag zu erzielen. Für Roggen macht sich nur wenig Kaufneigung bemerkbar; die Preise werden gleichfalls etwa zwei Mark niedriger als gestern genannt. Auch von neuen Stühungskäufen war bisher nichts zu bemerken. Die Lieferungspreise für Weizen und Roggen wiesen Rückgänge von 1 bis 2,50 Mark auf. Weizenmehl hatte in den gestrigen Rachmittagstunden auch noch ziemlich lebhaften Umsatz. Heute herrscht jedoch ebenso wie für Roggenmehl wiederum Geschäftsstille. Hafer bei ziemlich geringem Angebot auf anhaltende Deckungsnachfrage der Exporteure weiterhin befestigt. Gerste auch in geringen Sorten heute besser beachtet.
Vermischtes.
Schwere Gewillerfchäden im Mittelrhcingebiek.
Ein schweres Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigem Regen, hat im Mittelrheingebiet, insbesondere in der Gegend von Boppard schweren Schaden angerichtet. Die herabstürzenden Fluten rissen in die Wernberge tiefe Furchen und schwemmten Erde und Rebstöcke fort. An fünf Stellen liegt der Schutt 1,50 Meter hoch und in einer Länge von mehreren hundert Metern auf dem Berggleis der Strecke Koblenz — Bingerbrück. Der Durchgangsverkehr auf dem zum Rhein führenden Gleis konnte nur notdürftig eingleisig aufrechterhalten werden.
Lin dankbarer Franzose.
Ein im September 1914 als Schwerverwundeter in Gefangenschaft geratener Franzose aus Marseille, der in Zweibrücken in ein Lazarett eingeliefert worden war, besuchte dieser Tage mit seiner Familie Zweibrücken, um sich bei zwei Qllit gliedern der Freiwilligen (Sanität^- folonne, die ihn seinerzeit gepflegt hatten, für die liebevolle Pflege und Behandlung herzlich zu bedanken, die ihm 16 Monate lang bis zu seiner völligen Wiederherstellung hier zuteil wurde. Der Franzose, der jetzt in Paris ansässig ist. war hocherfreut, die beiden Männer vom Roten Kreuz, obwohl er nur noch den Vornamen des einen in Erinnerung hatte, nach 15 Jahren ausfindig zu machen und ihnen fernen Dank abftatten zu können.
Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse
Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.
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Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an.
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111,43
59.01
111,87
Deutsch Lcstcrr,5100 Kronen
'9.25
Rumänische Noten......
2.48
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Schwedische 'Noten......
112.08
112.52
Schweizer Noten .......
80,72
81.04
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
61,63
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Berlin
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>11,71
111,93 '
111.69
111,91
Kopenhagen
111,72
111.94
111,72
111.94
Stockholm -
112,36
112.58
112.36
112.58
Helsingfors.
10,541
10.561
10.541
10.561
Italien. . .
21,945
21.985
21,95
21.99
London. . .
20,341
20.381
20,337
20.377
Neunork . .
4,197
4.205
4.1965
4.2045
Paris....
16,21
16,45
16.41
16.45
Schwei; ..
80.81
80.97
80.835
80.895
Spanien. .
61.87
61.99
61.87
61,99
Japan . - -
1.962
1.966
1.970
1.974
Rio de Jan. Wien in D--
'.4965
0,4985
0,4965
0,4985
Oesi- abgcil
59.071
39.19'.
59,07
59.19
Prag . . . .
12,419
12,433
12,419
12.439
Belgrad . .
7,373
7,392
7,379
7.393
Budapest. .
73.21
73,35
73,21
73,35
Bulgarien .
3,035
3.041
3,035
3,038
Lissabon
18,76
18.80
18,76
18,80
Danzig. . .
81,29
81,45
81,31
81,47
KonstantM.
2,012
2.016
2,012
2.016
Athen. . .
5,425
5.435
5,42
5.43
Canada
4,168
4.176
4.166
4.174
Uru.-.uat). .
4,096
4.104
• 4.066
4.074
Cairo - - -
20,866
20,906
20,86
20.90
Berlin, 13- September
Geld
Bries
Amcrikanllche Noten.....
4,177
4,197
Belgische Noten ......
58,15
58.39
Dänische Noten ........
111,43
,11,87
Englische Noten........
20.30
20,38


