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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 2(6 viertes Blatt

Wirtschaft.

Wochenbericht

vom frankfurter Effektenmarkt.

Zu Beginn der Woche nahm die Unsicherheit weiter überhand. Gerüchte über neue Insol­venzen im Reiche beeinflußten in erster Linie die Tendenz nachteilig Das Vertrauen der Ku­lisse war auch stark ins Schwanken geraten, so daß das Geschäft zeitweise fast völlig stagnierte. Orders kamen auch nur in spärlichem .Umfange an den Markt, da die Vorfälle bei der Frank­furter Allgemeinen Dersichcrungs AG., wovon besonders das Ausland deprimiert wurde, immer noch peinlich empfunden wurden. Aber auch das immer stärker werdende Angebot in Glanzstoff­aktien liest keine Besserung der allgemeinen Lage zu. Die Kulisse war so verstimmt, zumal auch von austenstehenden Kreisen Material an den Markt kaim, dost sie Blankoabgaben vornahm, so dast Kurseinbrüche von größere in Ausmaße unvermeidlich blieben. Hinzu kamen noch die Vorfälle bei der Vaterländischen und Rhenania Versicherungs AG., obwohl be­sondere Schwierigkeiten hier nicht befürchtet wur­den, aber trotzdem waren dies alles Momente, die immer wieder von neuem auf die Stimmung drückten. Dies war aber noch nicht alles: cs war in dieser Woche das reinste Verhängnis, daß gerade auf einmal alles zusammenkam, wo­durch die Lage immer trostloser wurde. Die starke Anspannung des Ultimoausweises der Reichsbank, die Arbeiterentlassungen bei der I.-G.-Farbenindustrie, die unsicheren Verhält­nisse an der Reuhorker Börse, sowie der ange­spanntere Geldmarkt am dortigen Platze führten zu einem Pessimismus, der noch nie so stark ausgeprägt war, wie gerade in dieser Woche. Die erste Samstagsbörse nach der Unterbrechung durch die Sommermonate war hierfür bezeich- nerkb. Zur ersten Rotiz waren kaum Umsätze zustandcgekommen: dies war aber vielleicht auch auf die Unkenntnis des Publikums zurückzufüh­ren, da scheinbar nicht bekannt war, daß die Börse wieder Samstags stattfindet. Aber je weiter die Zeit fortschritt, um so schlimmer war die Stimmung an der Börse. Auch traten zwi­schendurch wieder Sorgen einer evtl. Erhöhung der Londoner Diskontrate auf. Doch ließen die Abgaben später zumeist nach, so daß auf dem stark ermäßigten Riveau eine gewisse Wider­standsfähigkeit zu bemerken war. Aber die Um» sahtätigkeit blieb eng begrenzt. Rur Montan­werte und Kalipapiere waren zeitweise etwas lebhafter gehandelt. Gegen Ende der Woche schlug die Stimmung jedoch um, und man konnte eine allgemeine Beruhigung feststellen. Zuv Klärung der Lage trugen vor allem die feste Reuhorker Börse, sowie die wieder gün­stigeren Geldmarktverhältnisse am dortigen Platze bei. Aber auch eine Erklärung von Ver­waltungsseite der I.-G.-Farbenindustrie, wo­nach die Beschäftigung gut, ja sogar noch besser wie im vergangenen Jahre sei, stimmte zuver­sichtlich, und die anfangs stark vernachlässigte Farbenaktie fand wieder mehr Beachtung. Einen guten Eindruck machten noch der unverändert belassene Diskontsatz der Bank von England und die ruhigere Beurteilung im Benzinkampf, der durch Preisunterbietungen einzelner Dlnterneh- mungen anfangs der Woche die Gesamttendenz der Börse mit nach unten bestimmte und beson­ders maßgebend für den starken Kurseinbruch am Farbenmarlt war. Vorteilhaft verbucht wurde noch, daß die Abgaben nachgelassen haben und logar die Banken Stützungskäufe vornah­men. Das Geschäft war in Spezialwerten recht lebhaft. Rur Orders waren wenig vorhanden, auch das Ausland scheint sich nicht geneigt zu zeigen, . Aufträge an den Markt zu geben, nachdem es so stark enttäuscht wurde. Aber dessen ungeachtet konnte man vielerseits Meinunaskäuse beobachten. Besonders von rhei­nischer Seite wurde Ware aus dem Markte ge­nommen. Die größten Gewinne hatten Kali­werte zu verzeichnen. Erstens spielten höhere Absahzifsern und der bevorstehende Saisonbeginn in diesem Industriezweig eine große Rolle. Es traten hier am letzten Tage Gewinne von 6 bis l2 Prozent ein. Auch am Glanzstoffmarkt machte die Beruhigung Fortschritte. Material war hier wieder gesucht bei anziehendem Kurs. Interesse bestand noch für einige Elektropaviere. Die Rebenmärkte lagen still, aber zumeist gebessert. Bei einem Vergleich der Kurse gegenüber der vergangenen Woche waren aber zumeist immer

noch beträchtliche Rückgänge zu verzeichnen. Chade lagen 11 Mark, Deutsche Linoleum 6 Prozent, Licht & Kraft 7 Prozent, J.-G.-Far­ben 11 Prozent, Glanzstoff 15 Prozent, die übri­gen Märkte von 2 bis 6 Prozent schwächer. Rur Kaliwerte gewannen bis 7 Prozent. Geld war mit 6,5 Prozent leicht. Renten still, Devisen wenig verändert.

Wochenbericht

vom frankfurter Produktenmarkt.

Die schlechte Geschäftslage dehnte sich in der neuen Woche eher noch weiter aus. Die Kauflust war äußerst ciifl begrenzt, da Ware zu Genüge an den Markt kam. Die zumeist schwächeren Auslandnotierungen drückten eben­falls auf die Stimmung, so daß sich das Ge- fchäft in kleinstem Rahmen bewegte. Infolge der trostlosen Lage beschloß der Börsenvorstand, nach Rücksprache mit den Landwirtschaftskammern Wiesbaden und Darmstadt, bis auf weiteres die amtlichen Rotierungen Dienstags, Donnerstags und Freitags ausfallen zu lassen. An den Haupt­börsentagen, Montags und Mittwochs, werden noch amtliche Rotierungen ausgegeben, da an den übrigen Markttagen die Umsätze so bescheiden waren, daß zumeist nur nominelle Rotierungen festgesetzt wurden. Das Geschäft war am M e hl- rn a r k t wieder äußerst schleppend bei allgemei­nen Rückgängen, besonders stark gedrückt war Roggenmehl. Auch Brotgetreide war im Preise rückläufig, nur für Roggen bestand ver­einzeltes Interesse. Sommergerste für Brau- zwecke war von Brauereiseite gesucht und et­was fester. Am Futtermittelmarkt war bei geringem Umsatz Mais für Futterzwecke vernachlässigt. Weizen- und Roggenkleie hatten dagegen auf Rachfrage von Landwirtschaftsseite etwas lebhaftes Geschäft zu verzeichnen bei Besserungen bis zu 0,50 Mark. Die Woche schloß in lustloser Haltung bei f a st völlig stagnierendem Geschäft. Im Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche war Weizen 0,25 Mk.. Weizenkleie ebenfalls 0,25 Mark, Mais für Futterzwecke 0,50 Mark schwächer, Roggen geringer Qualität gab leicht nach, während beste Sorte gut behauptet blieb. Sommergerste lag 0,50 Mark höher, ebenso Rog­genkleie, Weizenkleie konnte sich um 0,40 Mk. bessern. Die Woche schloß zu folgenden Rotie­rungen: Weizen 25,10 bis 25,25; Roggen 20 bis 20,15; Sommergerste für Brauzwecke 21 bis 21,50; Hafer, inländischer, 18,75 bis 19; Mais 20,50 bis 20,75; Weizenmehl, südd.. 38.10 bis 38,75; Weizenmehl, nieöerrhein., 38.10 bis 38.75; Roggenmehl 28,50 bis 30; Weizenkleie 11,25 bis 11,50; Roggenkleie 11 bis 11,25.

Wochenbericht

vom frankfurter Schlachtviehmarkt.

Die Geschäftstätigkeit am Frankfurter Schlacht­viehmarkt war in dieser Woche wenig ver­ändert; nur in einzelnen Gattungen war etwas regeres Geschäft festzustellen, so bei Kälbern und Schweinen. In Schweinen war der Handel wohl reger, aber eher uneinheitlich, da nur zu Anfang des Marktes die Umsahtätigkeit stärker war. um dann zum Schluß des Marktes merklich abzuflauen. Der Austrieb war erheblich geringer, als in der Vorwoche. Die Preise blieben unver­ändert, nur ausgesuchte Ware erzielte Preise über Rotiz. Kälber hatten bei kaum veränder­tem Auftrieb reges Geschäft aufzuweisen, wobei namentlich mittlere und geringe Kälber im Preise stärker anziehen konnten, während beste Mast­kälber wenig verändert lagen. Rach regem Han­del wurde der Markt geräumt. In Rindern war das Geschäft bei etwas größerem Auftrieb nach wie vor sehr klein. Auch diesmal ver­blieb wieder größerer Ueberstand, obwohl der Export sehr stark in das Geschäft eingriff. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qua­lität. Die Preise waren kaum verändert. In Schafen ist das Geschäft weiter unbefriedigend. Die Preise gaben hier wieder etwas nach. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1736 Rindern, dar­unter befanden sich 324 Ochsen, 112 Bullen, 727 Kühe und 498 Färsen; ferner aus 1673 Kälbern, 363 Schafen und 4708 Schweinen. Ver­glichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 119 Rinder und 85 Schafe mehr angetrie­ben. während 427 Schweine und 15 Kälber weni­ger zum Verkauf standen.

Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mart: Ochsen A I 58 bis 62 Mk.. A II 54 bis 57,

B I 48 bis 53; Bullen A 53 bis 56, B 48 bis 52; Kühe A 46 bis 49, B 41 bis 45. C 35 bis 40. D 30 bis 34; Färsen A 58 bis 61. B 54 bis 57,

C 48 bis 53; Kälber B 79 bis 81, C 74 bis 78,

xU 66 dis 73; Schafe A I 48 bis 53, B 40 bis 47,

C 34 bis 39; Schweine B 88 bis 90, C 88 bis 90,

D 88 bis 90, E 84 bis 87 Mk. 3m Vergleich mit den Preisen der letzten Woche konnten Ochsen 1 Mk. und Kälber bis zu 4 Mk. änziehcn, wäh­rend Bullen, Färsen und Schafe je 1 Mk. nach- gaben. Kühe und Schweine blieben gut be­hauptet.

*

D i e Zeichnung auf die achtpro­zentige S ch a tz a n w e i s u n g der Stadt Berlin. Don der Berliner Stadtanleihe (acht­prozentige Schahanweisung) sind bis zum Ab­lauf der Zeichnungsfrist 25 Millionen Reichs­mark sest gezeichnet worden. Da die Rachfrage gerade in den letzten Tagen sehr lebhaft war, wird die Anleihe zu denselben Zeichnungsbe­dingungen durch das Konsortium weiter frei­händig verkauft.

* Langsame Zunahme der Arbeits­losigkeit. 'Nach den endgültigen Berichten der Landesarbeitsämtcr hat die Zahl der Unterstützungs­empfänger in der 'Arbeitslosenversiche­rung, die in der Zeit vom 1. bis 15. August zum erstenmal wieder eine Steigerung aufwies, in der zweiten Monatshälfte in geringem Umfange weiter zugenommcn, und zwar von rund 716 000 auf 726 000, d. h. um 9800 Personen oder 1,4 v. ch. Die Zunahme entfällt ausschließlich auf die Männer, während bei den Frauen auch diesmal noch ein Rückgang zu verzeichnen ist. Die Zahl der männ­lichen Hauptunterstützungsempfänger betrug am 31 August 529 500, die der weiblichen 196 000. Auch die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenunter ft ützung ist in der Berichtszeit in geringem Maße, nämlich um rund 3000 Personen oder 1,9 v. H., gestiegen. Die prozentuale Zunahme ist hier bei den männlichen und weiblichen Haupt- unterstützungsempfängern gleich. Die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisen­unterstützung betrug am 31. August 125 000 männ­liche und 32 000 weibliche, zusammen 157 000 Per­sonen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 14. Sept. (Eigener Drahtbericht desGieß. Anz.") Tendenz: beruhigt. Zum Wo­chenschluß machte sich eine allgemeine B e - r u h i g u n g bemerkbar. Obwohl immer noch einige ungünstige Nachrichten Vorlagen, war die Tendenz freundlich. Auch die noch gestern stark ver­stimmenden Momente traten in den Hintergrund. Die zum Schluß erholte Neuyorker Börse von ge­stern und das billigere Tagesgeld am dortigen Platze fanden ebenfalls eine günstige Aufnahme. Das ge­ringe Ansteigen der Arbeitslosenziffer fand kaum Beachtung. Die Spekulation und andere interessierte. Kreise nahmen Rückkäufe vor. Orders waren wieder kaum eingetroffen, so daß das Geschäft nur zeit­weise und auch nur in einigen Werten etwas leb­hafter war. Aber trotzdem ergaben sich gegen gestern Abend zumeist ganz ansehnliche Gewinne. Besonders in den Vordergrund traten die gestern so stark ver­nachlässigten Kaliwerte, von denen Aschersleben 5 v. H. und Westeregeln 4,5 o. H. gewannen. Auch Montanwerte lagen teilweise etwas bevorzugter und bis 1,5 v. H. gebessert. Am Eelektromarkt wa­ren A.E.G. 1,5 v. H. und Siemens 2,5 v. H. fester. Gessürel dagegen gaben 1 v. H. nach. Sonst waren hier die Umsätze gering. J.-G.-Farben leicht erholt. Zellstoffwerte bis 2,5 v. H. fester. Banken uneinheitlich. Barmer Bank 1,5 v. H. und Dresdner Bank 1 v. H. schwächer, dagegen zogen Commerz- Bank und Deutsche Bank an. In Reichsbankantei­len wurden Deckungen oorgenommen, so daß eine Besserung von zirka 7,5 v. H. eintrat. Renten still, aber etwas freundlicher. Im Verlaufe war das Ge­schäft recht still. Die Kurse zogen aber weiter 1 v. H. an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 v. H. angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Pfund 20,363, gegen Paris 123,90, London gegen Kabel 4,8468, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 32,86, gegen Holland 12,0913.

Berliner Börse

Berlin, 14. Sept. (Eigener Drahtbericht des "Gieß. Anz.") Wie man schon im Vormittagsver­kehr feststellen konnte, war.heute eine etwas be­ruhigtere Stimmung vorherrschend. An der Vorbörse war die Kursgestaltung zwar noch eher etwas schwächer. Umsätze kamen nicht zustande, doch schritt die Spekulation zum Wochenschluß zu Deckun­gen, zumal man an einigen Märkten Interventionen von Großbankseite beobachten wollte. Das Geschäft war aber im allgemeinen noch sehr gering, und

Somstag, 14. September 1929

schon geringe 'Nachfrage bewirkte eine Kurserholung. Die ersten Notierungen zeigten kein einheitliches Bild, meist waren aber ein- bis zweiprozentige Besserungen festzustellen. Eine Anregung brachten der gestrige feste Schluß der Neuyorker Börse^und die Erleichterung am dortigen Tagesgeldmarkt. Sonst waren 'Nachrichten von Belang nicht vorhanden. Die Arbeitslosenziffer hat eine weitere geringfügige Steigerung erfahren, und im Moment sind keine weiteren Benzinpreisermäßigungen in Westdeutsch­land beabsichtigt. J.-G.-Farben lagen noch unter Druckend schwächten sich um 1 v H. ab. Deutsche Linoleum, Schubert & Salzer, Feldmühle und Da- natbant befestigten sich um zirka 2,5 v. H. Elektro- werte waren bis auf einige Ausnahmen überwie­gend fester. Transradio und Lahmeyer weiter bei kleinstem Angebot 2 bis 4 v. H. schwächer. Auch Bayrische Hypothekenbank verloren fast 3 v. H., Beinberg sogar 7 v. H. Deutsche Anleihen leicht ge­belfert. Ausländer fast geschästslos. Pfandbriefe sehr ruhig und nicht einheitlich. Am Geldmarkt setzte sich die Versteifung fort. Tagesgeld 7 bis 9,5 v. H und gesucht, Monatsgeld 9 bis 10,5 v. H., Warenwechsel 7,60 v. H. Nach den ersten Kursen machte die Auf­wärtsbewegung weitere Fortschritte; die Spekula­tion nahm erneut Deckungen vor, und es ergaben sich ein-, vereinzelt zweiprozentige Besserungen. Später wurde das Geschäft nach vorübergehender Belebung wieder ruhiger, und die erhöhten Kurse konnten sich überall voll behaupten. Sehr fest lagen Tietz, die säst 4 v. H. anzogen.

Berliner ^'r^l»uttenbörs.

Berlin, 13. Sept. Die Lagervcrhältnisse am hiesigen Platze gestalten sich immer schwie­riger und zwar sowohl bei den Speichern als auch bei den Mühlen, die an sich schon nicht große Unternehmungslust wird hierdurch noch mehr beeinträchtigt. Zu den gestiegenen Prei­sen ist das Angebot von Inlandweizen wieder etwas stärker geworden, nach der in den gestri­gen Rachmittagstunden auf Grund der festen Auslandmeldungen noch eine weitere Befestigung um zwei Mark gegenüber Dörsenschluß eingetre­ten war, sind heute angesichts des schleppenden Mehlabsahes und der enttäuschenden Liverpooler Rotierungen nur etwa zwei Mark niedrigere Preise als gestern mittag zu erzielen. Für Rog­gen macht sich nur wenig Kaufneigung bemerk­bar; die Preise werden gleichfalls etwa zwei Mark niedriger als gestern genannt. Auch von neuen Stühungskäufen war bisher nichts zu be­merken. Die Lieferungspreise für Weizen und Roggen wiesen Rückgänge von 1 bis 2,50 Mark auf. Weizenmehl hatte in den gestrigen Rach­mittagstunden auch noch ziemlich lebhaften Um­satz. Heute herrscht jedoch ebenso wie für Rog­genmehl wiederum Geschäftsstille. Hafer bei ziem­lich geringem Angebot auf anhaltende Deckungs­nachfrage der Exporteure weiterhin befestigt. Gerste auch in geringen Sorten heute besser be­achtet.

Vermischtes.

Schwere Gewillerfchäden im Mittelrhcingebiek.

Ein schweres Gewitter, verbunden mit wol­kenbruchartigem Regen, hat im Mittelrheingebiet, insbesondere in der Gegend von Boppard schweren Schaden angerichtet. Die herabstürzen­den Fluten rissen in die Wernberge tiefe Furchen und schwemmten Erde und Rebstöcke fort. An fünf Stellen liegt der Schutt 1,50 Meter hoch und in einer Länge von mehreren hundert Metern auf dem Berggleis der Strecke Koblenz Bingerbrück. Der Durchgangsverkehr auf dem zum Rhein führenden Gleis konnte nur not­dürftig eingleisig aufrechterhalten werden.

Lin dankbarer Franzose.

Ein im September 1914 als Schwerver­wundeter in Gefangenschaft gera­tener Franzose aus Marseille, der in Zweibrücken in ein Lazarett eingeliefert worden war, besuchte dieser Tage mit seiner Familie Zweibrücken, um sich bei zwei Qllit glie­dern der Freiwilligen (Sanität^- folonne, die ihn seinerzeit gepflegt hatten, für die liebevolle Pflege und Behandlung herz­lich zu bedanken, die ihm 16 Monate lang bis zu seiner völligen Wiederherstellung hier zuteil wurde. Der Franzose, der jetzt in Paris ansässig ist. war hocherfreut, die beiden Männer vom Roten Kreuz, obwohl er nur noch den Vornamen des einen in Erinnerung hatte, nach 15 Jahren ausfindig zu machen und ihnen fernen Dank abftatten zu können.

Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse

Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.

2,2c i

5

139,5

140

213

113,5

112

7

105,13

122

114,75

16.,

15

Banknoten.

209,5

.09

79,13

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an.

228

234

233

238,5

149

72

79,5

122

214

113,5

126

ixraulfurt a | Berlin

72,5

79,75

123

140

139

14c

118.

214

13,5

126 i

110,65

136 j

112,25

139

140

146

6Vi

10 . 6

136,75

79,75

202

105

266

122

|Q4,5

264 i

122

114

59,25

233

240

392

209

135,'

80 101.7 104,75

265 122.5

130

LL3 c 9,75

232

239 .90,1

210

99

. 8

. O 6 V, jo

12

6

, 9

o o

, 8

Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

.................

Deutsche Erdöl .... Enener Steinkohle . . .

Geilenkirchener ...»

Zarpener.......

Hoeick Eijen......

Ilie Bergbau.....

Klöcknerwerke.....

Köln Ncuessea.....

Mannesmann.....

ManSselder......

Lberich'-ei. Eiienb. Dedars cberichlei. Koksw*eke . . Phönix Bergbau.... flifjrtniidie Braunkohlen.

Rhcinstah!.....

Rlebeck Monian .... Vereinigte Stahl». . . Olavi Minen ..... Kali Aschersleben . . . Kali Westeregeln.... Kaliwerk Salzdersurth .

Z. ®. Farben-Industrie . Dynamit Nobel .... Echeideanstall.....

Goldschmidt.....

RütgerSwerke ..... Meiallgeselischast. ...

.rranlsun a

Berlin

5(1)1116- Kurs

'Uhr Kurs

Schlnhr Kurs

Ansang, Knr

Datum

13.9.

14.9.

13.9.

14 9-

Pgmpp Homann .......

Heidelberger Eement .... 10 licment Karlstadt.....1°

Wayg 4 Freitag.......8

Schultheis Patzenhoser ... 15

Cfnoede.........12

Ber. Glan,stoss......18

Bcmbecg.........11

Mellftflfi Waldhos .... 13i

Zellstoss Aschassenbury . .

Charlottenburger Waner . . . x

Dessauer Gar........9

Daimler Motoren......>

Deutichc Maichinen-Fabrik . .

Vlblcrrovtle Klever......0

Ludw. Loew;.......U

Nat. Automobil.......r

Lrenstein & Koppel.....6

Leonhard Tiey......10

Bamag Meguin.......o

Franks. Maschinen......4

Heyllyensiaedt.......1

Iunghans..........6

Lechwerle. ........ t

Mamtrastwerls.......8

M,ag...........io

Nekarsulmer........8

Peters Union........8

Gebr. Roeder.......lf

Voigt 4 Haessner......9

Südd Zucker.......10

100

128

183

100

327

232

150,5

45,5

39,'

2,75

59

8,7

59

105,75

106,25

122.5

110

222

128

99

325

233,5 153

-

159

100

100

.85,5 220 326 252 234 152

104

186.9 47,75

53,5 40,75

198,5 22,65 85.75

194,25

53 58,75

59,9

121,5

222 159

286

220.5

325

245

234,25

152

187

46,75

53

41

197

85.4

194,25

122.5

-

Berlin, 13- September

Geld

Bries

Hran;osische Jlotcn.....

Holländische Noten .....

16.412

16.472

167.81

163.49

Italienische 'Jotcn......

22,03

22,11

Norwegische Noten......

111,43

59.01

111,87

Deutsch Lcstcrr,5100 Kronen

'9.25

Rumänische Noten......

2.48

2,50

Schwedische 'Noten......

112.08

112.52

Schweizer Noten .......

80,72

81.04

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . .

61,63

61,87

12.37

12.43

Ungarische Noten.....

73,04

73,34

,'raiihurt a M.

Berlin

2(1)1116- Kurs

i-Ubt

Knr.>

Schi uh-

Ansang. Kurs

Datum

13.9.

14.9.

13.9. 1 14. 9.

Bergmann.........-

Elekir. Liesernngen.....1"

Licht und Kraft......

Hellen L Guilleaume. ... >vi oki. s Elektr. tlniecn.....io

Hamb. Elekir. Werke .... U" Rhein. Elektr.........»

Schlei- Elektr........1"

Schuckcri........ ",

Siemens L Halske ..... lv Transradio..... ®

Lahmeyer L .........10

191

>04 137 .'05

=

219/ 377,5

192,25

169

206,5

204

2

380

191,75

220,5 169

204,75

138

205,2t

143,5

145,75

184

220,5

377,5

141.75

169

192

223,5

170

206

137.5

205

142

146

185.5

221.25

373.4

139.25

165

Schluß

Kurs 1

i-Uht Kur-

Lchiux.

Kur- 1

Ansang. Kur

Datum

13 9.

14 9.

13 9. i

14.9.

6% Dt. Reichsanlcihc n. 1927 .

Dl. Anl -Ablös.-Schukd mit Au?

87,4

87,5

los.-Rcchlen.........

-3,65

53,7

53,65

Tesgl. ohne Auslos.Rechte . . . 7% Franks Hyp.-BI ivoldps. uw

10

10

10,1

10.1

lünobat ble 1932......

85,5

4h% Rheinische Hyp.-Bank fiiqu

Goldps............

A.E.G. abg. Vorlriegi-Lbligation.

78,4

-

-

rückzahlbar 1932 . .

88,5

-

4% Schweiz. Bundcrb.-Anl.. .

99

-

-

4% Lesterreichische Goldrte.. . .

28,5

28,65

4,20% Lclterr. Silberrlc. . . .

2,25

2.4

4% Lcslerreich. einheitl. Rte .

4% Ungarische Goldrle......

22,25

2,4

4% Un»ari>che Claarsr. o. 1910 .

19.9

4V;% deSgl. von 1913.....

21,9

Ungarische Kronenrle.. - .

1,675

1,65

4% Turk. Zollanleibe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn-Aul..

1,25

7,35

1-

Serie 1...........

7,2

7,3

4% deegl. Serie 11......

7,2

/,35

4% Rumänen convert. Rte . . 4y,% Rumänen Gokdant. von 1913

7,4

7,5

14,9

14,9

Allg. DeuIsche Eisenbahn . . 4%

-

-

-

Hamburg-Amerika Paket ... 7

Vamb.-Südam. Dampssch. - - 8

115,75

181

115,5

Hansa Dampsjchiss.....1°

155,25

155

Norddeutscher Lloyd.....8

108,75

108,25

109

108,,5

Allg. Deutsche Creditanst. . - 10

123,75

124

124,13

Barmer Bankverein .... 10

124

i25,5

124

Berliner Handelsgesellsch. . . 12

200

199

E am merz- und Privat-Bank . 11

173,5

174

173.9

174,25

Tarins,, u. Ralionalbanl . . 12

264,5

263

265,5

Deutsche Bank......10

163

163,5

163

163.5

Tirkonto-Gesellschast Sttnt.. . 10

150,25

150

150.5

Dresdner Bank......10

155

154

155

154

Metallbau k.........8

Reich-bant........12

284,5

290

290.5

13- September

14. September

Amtliche Notierung lycld Briet

Amtliche Notierung

(iöcld Bries

Amst.-Nott.

168,1b

168,50

168.10

163.53

Buen. Aires

1.759

1.763

1,758

1,762

Brss.-Ankw-

.8.315

58,435

58,305

53.425

Christiania -

>11,71

111,93 '

111.69

111,91

Kopenhagen

111,72

111.94

111,72

111.94

Stockholm -

112,36

112.58

112.36

112.58

Helsingfors.

10,541

10.561

10.541

10.561

Italien. . .

21,945

21.985

21,95

21.99

London. . .

20,341

20.381

20,337

20.377

Neunork . .

4,197

4.205

4.1965

4.2045

Paris....

16,21

16,45

16.41

16.45

Schwei; ..

80.81

80.97

80.835

80.895

Spanien. .

61.87

61.99

61.87

61,99

Japan . - -

1.962

1.966

1.970

1.974

Rio de Jan. Wien in D--

'.4965

0,4985

0,4965

0,4985

Oesi- abgcil

59.071

39.19'.

59,07

59.19

Prag . . . .

12,419

12,433

12,419

12.439

Belgrad . .

7,373

7,392

7,379

7.393

Budapest. .

73.21

73,35

73,21

73,35

Bulgarien .

3,035

3.041

3,035

3,038

Lissabon

18,76

18.80

18,76

18,80

Danzig. . .

81,29

81,45

81,31

81,47

KonstantM.

2,012

2.016

2,012

2.016

Athen. . .

5,425

5.435

5,42

5.43

Canada

4,168

4.176

4.166

4.174

Uru.-.uat). .

4,096

4.104

4.066

4.074

Cairo - - -

20,866

20,906

20,86

20.90

Berlin, 13- September

Geld

Bries

Amcrikanllche Noten.....

4,177

4,197

Belgische Noten ......

58,15

58.39

Dänische Noten ........

111,43

,11,87

Englische Noten........

20.30

20,38