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Die Arbeit des Verschönemngsvereins
8.45 an
8.25 ab Gießen,
täglich:
stimmt.
** Von der Kraftpostlinie Gießen — Krofdorf. Seit 6. Oktober verkehren die Postautos auf der Postautolinie Gießen—Krofdorf wie folgt: a) Auf der Strecke von Gießen (Bahnhof) nach Krofdorf (Apotheke): Werktags 6.20 ab Gießen, 6.40 an Krofdorf; täglich: 8.25 ab Gießen, 8.45 an Krofdorf; werktags: 12.25 ab Gießen, 12.45 an Krofdorf; Sonntags: 12.35 ab Gießen, 12.55 an Krofdorf; täglich: 13.30 ab Gießen, 13.50 an Krofdorf; Samstags und Sonntags: 14.50 ab Gießen, 15.10 an Krofdorf; werktags 16.35 ab Gießen, 16.55 an Krofdorf, täglich 17.35 ab Gießen, 17.55 an Krofdorf; 18.50 ab Gießen, 19.10 an Krofdorf; 19.55 ab Gießen, 20.15 an Krofdorf; 22.40 ab Gießen, 23.00 an Krofdorf, b) Auf der Strecke von Krofdorf (Apotheke) nach Gießen (Bahnhof): Werktags 5.55 ab Krofdorf, 6.15 an Gießen; täglich 7.00 ab Krofdorf, 7.20 an Gießen; werktags 7.30 ab Krofdorf, 7.50 an Gießen; täglich 9.00 ab Krofdorf, 9.20 an Gießen; 13.05 ab Krofdorf, 13.25 an Gießen; 14.20 ab Krofdorf, 14.40 an Gießen; Samstags 15.15 ab Krofdorf. 15.35 an Gießen; täglich 17.00 ab Krofdorf, 17.20 an Gießen; 18.25 ab Krofdorf, 18.45 an Gießen; 19.15 ab Krofdorf, 19.35 an Gießen; 21.20 ab Krofdorf, 21.40 an Gießen.
** Der „Hubertus", Verein weidgerechter Jäger, Sih Gießen, hielt am Mittwoch im „Hessischen Hof" seine Mitgliederversammlung ab. Aach Bekanntgabe einiger Reu- anmeldungen und Reuaufnahmen wurde vor allem die Hubertusfeier besprochen, die am 2. Ro- vember im „Hindenburg" stattfinden wird und wie im Vorjahre mit einer Ausstellung „Strecke
Erhaltung des Eulenkopfes als Aussichtspunkt in das idyllische Wiesecktal, die Pflege des Hardtwäldchens und seiner Umgebung, die Schuhhütte am alten Anneröder Weg, die Errichtung einer solchen auf der Hoch wart, die Aufstellung weiterer Ruhebänke usw. usw. Allgemein wurde lebhaft bedauert, daß ein Teil unserer Spaziergänger, trotz aller Mahnungen durch die Presse, trotz Ausstellung von Papierkorbcn usw. es nicht unterlassen kann, unsere Straßen und Fußsteige, die Umgebung von Ruheplätzen und Aussichtspunkten durch gedankenloses Wegwerfen von Papier, Früh- stücksresten, Zigarettenschachteln, Blechdosen usw. usw. zu verschandeln. Der Verein wird deshalb geeignete Schritte tun, um diesem Liebelstande wenigstens bei unseren Aussichtspunkten und Ruheplätzen einigermaßen zu begegnen.
Aach Schluß der Verhandlungen sprach Ober» forstmcister Schüz dem verdienstvollen langjährigen Vorsitzenden. Gaheimrat Prof. Dr. Haupt, für seine selbstlose mühevolle Tätigkeit in herzlichen Worten den Dank des Vorstandes aus. Geheimrat Haupt, der kürzlich unter Anteilnahme weitester Kreise sein fünfundsiebzigstes Lebensjahr vollenden konnte, hat leider mit Rücksicht auf fein hohes Alter den Vorsitz im Verein niedergelegt. Bis zur demnächstigen Hauptversammlung hat Oberforstmeister Schüz die Leitung der Dereinsgeschäfte übernommen.
Aus der provinzialhauptstadt.
Gießen, den 11. Oktober 1929.
Oie Kastanien fallen.
Die Morgensonne kämpft siegreich mit dem wogenden Frühnebel. Da bindet Großmutter bie weihe Klammernschürze mit den roten Kreuzstichen „Schon Wetter" vor, trägt ihren Wäschekorb hinaus in den Garten und bewiinpelt die lange Waschlein«. Eben geht ihr gerade ein Stück Kleinwäsch« durch die Finger, und während sie es befestigt, bewegen sich ihre Gedanken, und diese Bewegung greift über auf den ganzen Körper; plötzlich dreht sie den Kopf zur Seite, geht ein paar Schritte weiter in den Garten hinein und eilt mit heiterer Miene an ihrem Wäsche- korb vorbei der offenen Haustüre zu.
„Gretchen, Gretchen!" ruft sie in das Haus hinein, „komm schnell heraus, auf dem Hüttweg liegen wieder Kastanien!"
Schon erscheint die Kleine, eine Enkelin von dritthalb Jahren, unternehmungslustig an der Flurtreppe.
„Langsam, tu langsam!" mahnt jetzt die Groh- mutter, und Gretchen ist folgsam. Das Händchen flach gegen die Wand drückend, arbeitet sie sich Stute für Stus« abwärts, aber von der niedrigen Endstufe im Freien hüpst sie, als letzte Errungenschaft ihres Selbstausbildungsdranges, mit gleichen Fußen auf den Gartenweg und an die Hand der Großmutter. Wie fliegen jetzt di« Beinchen, und ohne HupfelN- lagen geht es auch nicht ab!
Neben der Gartenhütte steht em junger, schlanker Kastanienbaum, der seit einigen Jahren Bluten und Früchte trägt. Da liegen sie nun auf dem Weg und im Grase, die braunen Gesellen mit den großen weißen Augen! Gretchen sammelt betriebsam in ihre große Tasche, die sich fast über die ganze Breitseite ihrer Spielschürze hinzieht, und gerat in ihrem unwiderstehlichen Drang nach Masse auch an Schalenteile, die grün nach oben liegen und — leer sind, aber auch an volle Schalen. „Deß da is, detz da is?" bringt sie ein« solche und streicht mit ihrem Fingerchen über den schmalen Riß, aus dem die braune Kastanie so wunderbar herausleuchtet wie der rote Mohn aus seiner grünen Knospenhülle. Mutti, die inzwischen auch herausgekommen ist, hilft bewundern, löst die Schalen langsam ab, und Gretchen lacht laut auf und hüpft, als die neue Kastanie da herauskommt, „genießt" aber auch mit den Fingerchen die scharfen Spitzen der stacheligen Schale bis zur eben merklichen Grenze „au weh, au weh!" Und nun gehts hinein in die Stube, wo das Kastanienkörbchen schon auf Zuwachs wartet. Sie legt die neuen aber nicht dazu, wie Mutti will, sondere schüttet alle aus, daß sie auf dem Fußboden Herumkollern, patscht in die Händchen, Ü3d)t unb hüpft und beginnt, sie langsam wieder ins Körbchen zu lesen. Gretchen hat Beschäftigung!
Wer gab dir, herrlich aufstrebender Baum, in einem bescheidenen Hausgarten noch Lebensraum und Heimatrecht? Als Großvater noch ein kleiner Junge war, wohnten die Eltern in dem alten Schloß eines kleinen Landedelmannes. Die Gemeinde hatte das Anwesen erworben und eine Fremdenkolonie daraus gemacht. Da wohnten der Arzt, ein Lehrer, ein Gendarmeriewachtmeister, ein Steueraus- scher, ein Landbriefträger und die Poft hatte ihre Dienst- und Wohnräume. Den häufigen Wechsel der Schloßbewohner schien ein kleiner Saal zu überdauern, den die Gemeinde zu Gemeinderatsfitzun- gen, standesamtlichen Eheschließungen, 53erfteige« rangen, Wahl- und Impfterminen herausgeteilt hatte. Schier unwandelbar aber im Strome aller Bewegung stand ein alter, stolzer Kastanienbaum. In der Mitte des weiten Hofraumes, der von Wirtschaftsgebäuden umgeben war, breitete er fein mächtiges Geäst, beliebt bei alt und jung, zumal er hier der einzige Gast aus dem Reiche der Blätter und Blüten war. Die Jahreszeiten wurden an ihm erlebt, besonders eindringlich von den Kindern, fei es, daß sie durch die Fensterscheiben gucken mußten, wenn ihn die Schneelast drückte oder der silberne Rauhreif bis in seine zartesten Zweiglein hinaus in der Wintersonne glitzerte, sei es, daß sie unter seiner mächtigen Krone spielten, wenn seine roten Blüten im dunkelgrünen Laub wie Weihnachtskerzen brannten, ober seine großen Blätter nach den ersten Frostnächten sich bald da, bald dort lösten und leise herunterwirbelten zu einem kreisrunden, farbenprächtigen Teppich, den die Kinder so gern raschelnd durchliefen. Als wahren Freund aber erlebten die Schloßkinder ihren Kaftanienbaum, wenn er ihnen seine Früchte herunterwarf, und dazu so zahlreich, daß kein Streit entstehen konnte. Wozu ließen sich die braunen Spielkameraden nicht all verwenden, und wie lange reichten sie in den Winter hinein! Unlösbar verwuchs das kindliche Innenleben mit diesem Baum. „Gesegnet sei er allezeit von der Wurzel bis zum Gipfel!"
ilnb als der kleine Junge ein Mann geworden war. hatte sich zwar vieles geändert, auch die Spielfachen für seine Kleinen, aber Kastanien muhten trotzalledem dabei fein. Dafür hatten nur die Großeltern zu sorgen. Sie wohnten auf dem Land«, und der Weg vom Bahnhof zu ihnen führte durch eine lange Kastanienallee mit schönen Bäumen. Lind wenn der Herbst ins Land kam, schrieben sie einen Brief, schickten wohl auch eine „Probe", und dann gab es kein Halten mehr. Cs ging in die Kastanienlese! Lind erst, wenn der Rucksack anständig voll war. konnte über dis Heimreise ernstlich verhandelt werden.
Aun geschah es an einem schönen Frühlingstag, daß Wilhelm, der älteste der Geschwister, aus dein Garten hereingelaufen kam und freudestrahlend rief: „Vater, was denkst du. bei unserem Gartenhäuschen kommen ja Kastanienblätter aus dem Grase!" Die ganze Familie ging mit ihm hinaus und bestaunte das Wunder, denn niemand wußte, wie das zugegangen war; vermutlich hatte so ein brauner Wicht beim Spielen den Anschluß verpaßt und meldete sich jetzt auf feine
bie Rolle bes Domkapellmeisters Walter Straf- f e r. Beginn ber Vorstellung 18 Uhr.
**AlfrebBocksPorträt. Die Stabt Gießen hat ben Münchner Maler Hans Krauß beauftragt, A l f r e b B o ck anläßlich feines devorstehenben 70. Geburtstages zu porträtieren. Das jetzt vollendete Bilb wirb in ber städtischen Oemälbegalerie feinen Platz finben. Gegenwärtig ist es in ber Keißnerschen Buchhandlung ausgestellt.
** Trauerfeier für ©trefemann. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Dolkspartei veranstaltet am Montag, 14. Oktober, im Singsaal des Realgymnasiums eine Trauerfeier für den verstorbenen Parteiführer Reichsaußenminister Dr.Gustav Strefemann. Die Mitglieder der Deutschen Dolkspartei und die Anhänger Strese- manns werden im heutigen Anzeigenteil zur Teilnahme aufgefordert. Aäheres in der Anzeige.
** Uraufführung im Gießener Stabt» theater. Georg Kaisers neuestes Schauspiel „Hellseherei" würbe von Jntenbant Dr. P r a s ch zur Uraufführung für das Gießener Stabt- theater erworben. Die Uraufführung wirb noch im Laufe des Oktober zusammen mit ben Lanbes- theatern Stuttgart unb Dlbenburg, sowie bem Düsselborfer Schauspielhaus unb ben Stabttheatern Lübeck unb Würzburg erfolgen.
** Aeuherrichtung der oberen Klinik st r a h e. In den nächsten Tagen läßt das städtische Tiefbauamt eine Aeubefestigung der Bürgersteige in der oberen Klinikstraße zwischen Frankfurter Straße und Gaffkystraße in Angriff nehmen. Es sollen dort auf die Fußsteige Zement- platten aufgebracht und die Daumreihen mit Mosaikpflaster versehen werden. Gleichzeitig soN die Fahrbahn provisorisch eine neue Walzdecke erhalten, auf die im nächsten Jahre eine Kalk- asphalt-Verschleißdecke aufgebracht werden fall.
** Zwei neue Papierkorbmuster hat bas Stabtbauamt jetzt in ber Schulstraße in ber Nähe ber Stabtpost unb beim Stadttheater probeweise anbringen lassen. Die neuen Behälter sollen stabiler fein als bie bisherigen, unb es soll mit ihnen erprobt werben, ob sie bei ihrer größeren Stabilität ben unverbesserlichen Unfugtreibern besser wiber- stehen, als bie anberen Papierkörbe. Ob von biefer neuen, nierenförmigen Papierkorbart weitere Stücke beschafft werben, ist zur Zeit natürlich noch unbe-
1929“ verbunden sein soll. Aeben den besten Einzelgehörnen follcn aus irgendwelchen Gründen bemerkenswerte Abschußsammlungen einzelner Schützen, oder aus cinzelneii Revieren ebenfalls der Auszeichnung durch Medaillen freigegeben werden. Mit der Ausstellung wird ferner wieder eine fachmännische Besprechung verbunden fein. Aeben der Geweihausstellung soll diesmal auch die jagdliche Kunst zu Wort kommen, und zwar durch Ausstellung von Gemälden und Stichen aus dem Besitz von Mitgliedern. Es folgte dann ein eingehender Bericht über die 10. Hegewald- zuchtsuche des Vereins Deutsch-Drahthaar, die mit sehr gutem züchterischem Ergebnis im September bei Dutenhofen abgehalten wurde. Auf Grund günstiger Erfahrungen aus dem Vorjahr wird den Mitgliedern Gelegenheit zur günstigen Verwertung von Decken unb Bälgen vermittelt werden, ebenso wie eine Beratung bei der Wild- verwertuna vorgesehen wurde. Lebhaft begrüßt wurden Anregungen, die auf die Anlage einer Sammlung von Losung. Fährten u. ä. hinzielten. Im Anschluß an die geschäftlichen Verhandlungen wurde die Vortragsreihe „Weidmannssprache" durch einen Vortrag des 1. Vorsitzenden über „Der Hase in der Weidmannssprache" fortgesetzt.
** Die Hegezeit f ü r Rehwild in H« s- .s e n. Der hessische Minister des Innern hat gestern angeordnet, daß die Schußzeit für weibliches Reh- wild für dieses Jahr auf die Zeit vom 16. Oktober bis 30. November festgesetzt ist und bie Hegezeit für männliches Rehwild bereits mit dem 1. Dezember 1929 beginnt.
Vertretertag des Deutschen Gtenographenbundes.
In G oKlar tagten die Vertreter der Svihen- organifation der deutschen Einheitskurzschrift. Aus allen Teilen Deutschlands, auch aus Oesterreich, dem Saargebiet und aus Danzig waren Vertreter erschienen. Der Bundesvvrfitzende, Reg.-Rat Dr. CB la u e r t (Dresden), erstattete den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr, die Werbetätigkeit und die stenographische Lage. Der Bund hat im letzten Jahre sich von 1492 Vereinen mit 114128 Mitgliedern auf 2054 Vereine mit 162 435 Mitgliedern entwickelt, also einen Zuwachs von 572 Vereinen und 43 307 Mitgliedern erfahren. Auf Veranlassung des Reichs» ministers des Innern hat sich ein Reichsverband der kurzschriftkundigen Beamten und AngesteUten gebildet. In Polen haben die deutschen Einheitsstenographen sich zu einem Verbände zusammengeschlossen. Der dem Bunde bisher fernstehende Saar-Mosel-Verband hatte sich zur Ausnahme gemeldet Diese drei Verbände wurden in den Bund auf genommen. 2m Anschluß an den Bericht fand folgende Entschließung einstimmige Annahme:
„Die in Goslar tagende Vertreterversammlung des Deutschen Stenographenbundes stellt, nachdem die Einheitskurzschrift jetzt fünf Jahre in Gebrauch ist, fest, daß sie die auf sie gesetzten Erwartungen in vollem Umfange erfüllt. Die Einheitskurzschrist hat sich sowohl im amtlichen, wie im privaten Unterricht als leicht erlernbar erwiesen. Jrn Privatgebrauch und zum Aach- schreiben von Äktaten und Reden hat sie sich als ein allen Anforderungen gerecht werdendes System bewährt. Bei den Fertigkeitsprüfungen der deutschen Industrie- und Handelskammern hat sie bereits im letzten Jahre mehr erfolgreiche Prüflinge aufzuweisen als alle älteren Systeme $ufammengenommen, und sie wird schon in mehreren Parlamenten zur Ausnahme der Verhandlungen mit Erfolg verwendet. Die Erlernung der von den Regierungen Deutschlands, Oesterreichs und Danzigs für den Schulunterricht vorgeschriebenen Einheitskurzschrift kann daher nur jedem empfohlen werden.'
Ueber die wirtschaftlichen Unternehmungen berichtete der Geschäftsführer Otto S a a k. Das abgelaufene Jahr hat eine gute Entwicklung und dem Bunde einen namhaften Lieberschuh gebracht. Zum Reichsjugendleiter wurde Oberstudiendirektor Pfaff (Darmstadt) emant. Zum Vorsitzenden des Lehrerprüsungsausschusses wurde Prof. Dr. Amsel (Berlin) gewählt.
Berliner Börse.
Berlin, 11. DFL (WTB. Funkspruch.) Auch heute vormittag bleibt bie Stimmung weiter freundlich, zumal einige günstige Momente oorliegen. Neu- york schloß fest, bie Maklerbarlehen haben bort erstmalig einen Rückaana erfahren, unb nach ben heutigen Zeitungsnachrichten soll bie Zündholzanleihe sehr aussichtsreich fein. Kürse finb noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt hört man London gegen Kabel 4,8665, Lonbon gegen Berlin 20,3990, Lonbon gegen Paris 123,97 unb Kabel gegen Berlin 4,1923 (Zirka).
In seiner letzten Sitzung vor einigen Tagen be- 1 handelte der Vorstand des Verschöne- rungsvereins verschiedene Fragen, die für seine künftige Tätigkeit von Wichtigkeit und bestimmender Bedeutung sind.
Im Mittelpunkt der Erörterungen stand zunächst die Frage des Verhältnisses z u anderen Körperschaften, deren Interessen sich mit denen des Verschönerungsvereins berühren, wie Verkehrsverein, Vogelsberger Höhenclub. Heimatvereinigung „Schifsenberg" u. a. Einmütig wurde betont und demgemäß auch be- chlossen, daß der Verschönerungsverein zwar ferne Selbständigkeit wahren, aber in enger Füh 1 ung init den betr. Vereinigungen arbeiten soll. Es ist daher in Aus- ' icht genommen, zunächst einmal eine gemeinsame Aussprache mit den in Betracht kommenden Vereinsvorständen herbeizuführen. Vertreter der obengenannten drei Körperschaften, die gleichzeitig auch dem Vorstand des Verschönerungsvereins angehören, betonten auch ihrerseits, bah eine olche Zusammenarbeit auch von ihnen begrubt wird, da nur bei einer engen Fühlungnahme der einzelnen Vereinigungen und nur bei genauer Abgrenzung ihrer Arbeitsgebiete Kompetenzschwierigkeiten vermieden unb ersprießliche Arbeit geleistet werden könne. Don diesem, von gegenseitigem Llnterstühungswillen getragenen Zusammenarbeiten erhofft man segensreiche Wirkungen im Interesse der Gesamtheit.
2m weiteren Verläufe der Derhandlungen wurden noch einige Cinzelsragen erörtert, wie die Art zur Stelle. Die Freude war groß! Er wurde mit seiner Leistung in die Hausgemeinschaft ausgenommen, und jedes versprach, sein zartes Holz und feine breiten Blätter zu schützen. So wuchs er mit den Kindern heran, brachte es zu Blüten und Früchten für — die dritte Generation.
Wo ist nur das Gretchen?" ruft die Mutti aus der Küche, „es ist alles so ruhig!" Die Großmutter kommt gerade mit ihrem leeren Wäschekorb aus dem Garten zurück, aber vom Gretchen hat sie nichts mehr gesehen. Da öffnet Mutti ganz leise die Stubentüre, guckt durch den schmalen Spalt und — zieht die Türe wieder geräuschlos bei. Gretchen hat nichts gemerkt; sie ist, wie Mutti lächelnd berichtet, gerade damit beschäftigt, ihre Kastanienkerle „in ’n adde Boorb" zu lesen. R- B-
Internationale Kochkunst-Ausstellung
in Frankfurt.
2n Frankfurt a. M. findet vom 12. bis 23. Oktober wieder eine Internationale Kochkunst-Ausstellung statt, die — wie man uns schreibt — an Größe und fachlicher Bedeutung ihre Dorgängerinnen weit übertreffen wird. Sie umfaßt eine stehende und eine lebende Kochkunstschau, woran viele erste Häuser des 2n- und Auslandes, sowie Hunderte von Kochkünstlern, darunter eine französische, eine englische, eine Schweizer und eine österreichische Kochmannschast beteiligt sind. Auch die Diätküche ist durch ein großes Krankenhaus und mehrere bekannte Sanatorien in ihren verschiedensten Formen vertreten. 2n der lebenden Kochkunstschau sind eine Preßgas-Großküche und eine elektrische Großküche, sowie verschiedene neue ausländische Herdtypen im Betrieb zu sehen. Lieber 50 Köche kann der Besucher hier bei ihrer vielseitigen Arbeit beobachten. 2n Verbindung mit den Küchen stehen zahlreiche Vorführungen des Kochprozesses. 2n den mit der lebenden Kochkunstschau verbundenen großen Ausstellungs-Restaurants kann der Besucher die modernsten Gerichte der feinen Küche und eine ganze Anzahl deutscher und fremdländischer Aationalgerichte in ihrer Originalzubereitung kosten. Letztere werden von Köchen aus den betreffenden Ländern zubereitet, unter denen sich auch ein 2ndier befindet, der die indischen Reisgerichte herstellt. Die Rezepte sämtlicher in ber lebenden Kochkunstschau hergestellten Speisen kann der Besucher im Katalog mitnehmen. Außerordentlich reich beschickt sind auch die industriellen und kommerziellen Abteilungen, die eine Fläche von fast 10 000 Quadratmeter bedecken. Besonders stark vertreten sind darin elektrische Kücheneinrichlungen, Kühlanlagen und Großkücheneinrichlungen. Es wird auf dieser Ausstellung außerordentlich viel Reues zu sehen geben. (Siehe heutige Anzeige.)
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Stadttheater Gießen: „Die Frau, die jeder sucht", 20 bis 22 Llhr. — Evangelisationsvortrag: „Weltgeschichte — Weltgericht", 20.15 Llhr, Stadtmission, Löberstraße 14. — Deutsche demokratische Partei: Mitgliederversammlung, 20.15 Llhr, im „Aquarium", Walltorstraße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Wochenendbraut" und „Der Falschspieler von Mesquite". — Astoria-Lichtspiele: „Um Recht und Freiheit der Prärie" und „Dynamit an Bord".
— Aus bem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Aufführung des Lustspiels „Die Frau, bie jeber sucht" von Ludwig Hirschfeld beginnt um 20 Uhr. — Am Sonntag, 13. Oktober, findet als Fremdenvorstellung eine Aufführung der Operette „Schwarzwaldmädel" von August Neibhart, Musik von Leon Jessel statt. Erst kürzlich hat sie eine fröhliche Neuaufführung in Berlin, Stuttgart, Altenburg und anderen Städten erlebt. Elf Jahre lang beherrscht jetzt bereits diese Operette ben Bühnenspielplan, und kaum eine andere hat einen solchen Serienerfolg zu verzeichnen gehabt. Die Rolle der Bärbele singt Maritta P r a ch,
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