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Mahnung einbrang. Als der bie oon einer ^orgung y in das Sakkonzimmer betraten igling auf ben Balkon uni j)Oj hinab. 6t würbe |i et auf dem Transport iu Sei dem noch unbekannten ardenDietricheunbEin. ge vorgefunden.

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Aus der provinzialhauptstadi.

Dietzen, den 9. Oktober 1929.

Seine Majestät der Straßenpaffant!

Ein Autounfall und feine Folgen.

Schon oft ist in der Öffentlichkeit Klage darüber geführt worden, mit welch unverantworllicher S o r g- und Gedankenlosigkeit oon .manchem Fußgänger die Straßen überquert wurden. Wie mancher Kraftfahrer ist dadurch in Situationen gebracht worden, die er nicht selten zu den furcht­barsten seines Lebens zählte. Nicht allein nämlich, boß er häufig genug selber das Opfer derartiger Unfälle wird, die Unvorsichtigkeit des Passanten also am eigenen Leibe zu spüren bekommt, auch hoch­notpeinliche Strasoersahren muß der be­teiligte Krastwagenfühver in der Regel über sich er- gehen lassen, und es kann im voraus gesagt werden, tote diese für den Fahrer enden werden. Ein Dei- spiel dazu aus jüngster Zeit:

Ein Kraftfahrer fährt mit einem schweren Last­kraftwagen in einer verkehrsreichen Straße der Stadt D. in eine Kurve hinein. Plötzlich läuft mit abgewandtemKopfein älterer Mann vor den Wagen. Der Führer reißt das Steuerrad sofort herum und versucht auszubiegen. Dabei gerät er aber mit den Vorderrädern auf eine Halterns«! der Straßenbahn, mitten in eine Gruppe von war- wnden Fahrgästen hinein. Drei von ihnen werden tödlich verletzt, während der Kraftfahrer und lener unvorsichtige Passant selber unverletzt bleiben.

Bei dem gerichtlichen Nachspiel wurde die S ch u l d an dem Unglück von Zeugen und Sachverständigen übereinstimmend dem Fußgänger zugeschneben, der, ohne auf den Verkehr und das Nahen des Kraftwagens zu achten, über den Fahrdamm zu laufen suchte. Trotzdem der Staatsanwalt auch in diesem Falle für den Chauffeur eine Gefängnis­strafe von drei Monaten beantragt hatte, weilder Chauffeur nicht nur mit einer Straße und ihrem verkehr allein, sondern auch mit der Dummheit des Publikums zu rechnen habe" und daher na­türlich noch vorsichtiger habe fahren müssen, kam das Gericht im Gegensatz dazu zu einem Freispruch.

Und nun der Passant? Sollte auch er, der den Unfall im Grunde doch verschuldet hatte, gleichfalls frei ausgehen und damit das ganze Unglück un- gesühnt bleiben? Damit wäre dem Rechtsempfinden her Allgemeinheit allerdings nicht Rechnung getra­gen. Muß doch im Gegenteil auch vom Straßen­publikum heute mehr denn je verlangt werden, daß es sich feiner eigenen Verantwortung im Straßenverkehr bewußt ist. Genau wie der Kraft­fahrer nicht so fahren darf, mie er will, muß auch der Fußgänger sich den für alle erlassenen Ver­kehrsvorschriften unterordnen. Ebenso wie vom Kraftfahrer muß auch von den Straßenpasianten Sorgfalt und Aufmerksamkeit im Verkehr verlangt werden Nur dann wird eine gefahrgeminderte Ab­wicklung des Straßenverkehrs durchzuführen (em. Diesen Gesichtspunkt machte sich auch das Gericht zu eigen und verurteilte den schuldigen Passan­ten zu einer Gefängnis st rase von einem Monat. . .

Recht bedeutsam ist die Begründung, die das er­kennende Gericht dazu gab:Nach dem Urteil der Sachverständigen besteht kein Zweifel an derSchuld des Angeklagten. Die Höhe der Strafe sel­ber ist einmal von dem Verschulden abhängig, aber auch oon der Unkenntnis des Publikums, das nicht weiß, wie es durch fein unvernünftiges Verhalten andere in Not und Gefahr bringt. Möge", so schließt das Gericht,der Erfolg der

Strafe fein, daß das Publlktmt einsieht, wie es andere gefährdet, wenn es nicht besser die Der- kehrsvorschriften beachtet." Möge dem Wunsch des Gerichts Erfüllung werden im wohlverstandenen Interesse des Straßenpublikums selber! Dr. L.

Gießener Ferienkurse.

Im Rahmen der künstlerischen Veranstaltungen für die Teilnehmer an den Gießener Ferienkursen sprach an zwei Abenden, Montag und Dienstag, der hier in Giehen bereits rühmlich bekannte Rezitator Gustav Frey tag beide Teile des Goetheschen .Faust". Wir hörten den gestrigen Vortrag, der dem zweiten Teile der Tragödie Vorbehalten war. und nahmen den gleichen, sehr starken Eindruck mit, wie ihn schon ein vor län­gerer Zeit hier veranstalteter Rezitationsabend Freytags hinterlassen hatte. Cs ist rein physisch und mnemotechnisch eine ganz ungewöhnliche Leistung, den ausladenden zweiten Teil (mit klu­gen Streichungen und nur einer kleinen Pause 1 vollkommen frei, ohne irgendwelche Hilfen aus den: Gedächtnis zu reproduzieren. Bestechend wirkte wiederum die im Vorträge sich bewährende geistige Beherrschung des Riesenstofses, vor allem aber die Klangschönheit, der Umfang und die Wand­lungsfähigkeit des blendend geschulten Organs, die stellenweise einfach verblüffend ist: besonders der sigurenreichen, im Dialog schnell wechselnden Kaiserpfalz-Szene des ersten Aktes, die sehr be­lebt und anschaulich geriet, kam dies vortrefflich zustatten. Wohltuend berührte hier und über­haupt während des ganzen Abends der streng beobachtete Verzicht auf irgendwelche mimisch- theatralischen Hilfsmittel, die stets unstatthafte Grenzübertritte bedeuten würden und nicht in den Vortragssaal gehören. Wenn man aus der vor­züglich«! Gesamlleistung einige besonders ein­drucksvolle Partien herausheben wollte, so würden unferm Gefühl nach außer der schon erwähnten Szene des ersten Aktes vor allem das Türmer­lied, die vorangehenden Verse des Lhnkeus und die hymnisch gesteigerten Chöre des Schlußaktes zu nennen sein. Der Veranstaltung wäre ein stärkerer Besuch durchaus zu wünschen gewesen.

Daten für Donnerstag, 19. Oktober.

1861: der Nordpolfahrer Fridtjof Nansen auf Store Fröen bei Oslo geboren; 1873: der Forschungs­reisende Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg in Schwerin geboren.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadt­theater:Grand Hotel", 20 bis 22.15 Uhr. Evan- gelifationsvortrag:Wahn oder Wirklichkeit", 20.15 Uhr, im Saale der Stadtmission, Löberstraße 14. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Drei Zirkuskönige" undGras Zeppelins Reise um die Welt in 20 Tagen". Astoria-Lichtspiele:Der falsche Sheriff" undBrandstifter Europas".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute adend .Grand Ho­tel" von Paul Franck; Beginn der Vorstellung um 20 Ähr. Wegen Erkrankung mußte die Aus­führung vonVasantasena" auf Mittwoch. 16. Oktober, verschoben werden. Das am Freitag, 11. Oktober, zur Ausführung gelangende Lustspiel von Ludwig Hirschseld:Die Frau, die jeder sucht", wurde bisher an über 120 deutschen Büh­nen mit dem größten Erfolg gespielt. Cs hatte auch einen großen Erfolg bei dem Kopenhagener Publikum und ist außerdem für England, Ame­rika, Rorwegen und Finnland erworben worden.

Bund für kolonial« Erneuerung e. V., Ortsgruppe Giehen. Am Donnerstag, 10. d. M., 20 U^r pünktlich, spricht im Kaufmännischen Vereinshaus, Rordanlage, Regierungsrat Dr. D a n n e r t vom Auswärtigen Amt in Berlin über die gegenwärtige kotonialpolitifche Lage. Der Redner ist geborener Afrikaner und gilt als einer der besten Kenner unserer Kolonien. (Dgl. die heurige Anzeige.)

Don der Kras tpostlinie Gießen Hochelheim Dom 6. Oktober ab verkehrt die Kraftpost GießenHochelheim wie folgt: a) auf der Strecke von Giehen nach Hochelheim: nur Dienstags, Freitags und Samstags 3.56 ab Grohen-LiirdenBahnhof. 4.13 am Hochelheim; nur Dienstags: 5.10 ab Gießen, 5.45 an Hochel­heim; Werktags: 10.30 ab Gießen, 11.15 an Hochelheim; täglich: 12.47 ab Grohen-Linden- Bahnhof. 13.04 an Hochelheim, und 19.00 ab Giehen, 19.50 an Hochelheim; b) aus der Strecke von Hochelheim nach Giehen: nur Diens­tags, Freitags und Samstags 3.25 ab Hochel­heim. 3.46 an Großen-LindenBahnhof, nur Dienstags: 4.20 ab Hochelheim. 5.00 an Gießen;

Wenn Ihre

Empffehlungsanzeige

in der Freitags- oder In der Samstags­nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung

werben soll

dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf

Werktags 6.40 ab Hochelheim, 7.40 an Giehen; täglich: 11.40 ab Hochelheim, 11.56 an Großen- LindenBahnhof, und 13.10 ab Hochelheim. 1352 an G i ehen

** Schutz der Telegraphenleitungen. Das Kreisamt Gießen fordert in einer Bekannt- madjiiing im neuesten Amtsverkündigungsblatt die Besitzes von Bäumen an den Provinzial-, Kom­munal- und Ortsstraßen auf, gelegentlich der im Herbst und im nächsten Frühjahr stattfindenden Ausästungen die Bäume so weit zurückzuschneiden, daß Berührungen der Telegraphenleitungen mit den Baumzweigen (auch beim raschen Wachsen der Bäume) für den nächsten Sommer ausgeschlossen sind.

** Eine Fünfundsiebzigjährige. In geistiger und körperlicher Frische kann Frau Marie Krombach Wwe., geb. Reuter, Kaplansgasse 21 wohnhaft am morgigen Donnerstag, 10. Oktober, ihren 75. Geburtstag begehen.

** Tod in der Lahn. Gestern nachmittag suchte und sand ein 59 Jahre alter Arbeiter von hier etwa 500 Meter oberhalb des Lahn- Wehres den Tod in der Lahn. Der Mann war vorher am Ufer im Grase liegend von einer Frau gesehen worden, die ihn dann etwas später hilflos im Wasser liegend bemerkte. Da der Frau

etn Rettungsunternchmen nicht möglich war unb andere Personen in der Rähe nicht angetroffen wurden, lief sie zum Polizeirevier in der Kirch- strahe. von wo auf ihre Meldung hin zwei Beamte sofort zur Lahn eilten, die aber den Mann nur noch als Leiche aus dem Wasser holen konnten. Der bedauernswerte Tote, der nach einem bei ihm vorgefundenen Briefe an­scheinend wegen Familienzwistigkeiten seinen un­seligen Schritt begangen hat. wurde nach der Kapelle des Reuen Friedhofes verbrachL

** Kath. deutscher Frauenbund, Gie­ßen. Die Hausfrauenabteilung des Kath. deutschen Frauenbundes, Gießen, veranstallet mit Unter­stützung einer Reihe von Gießener Firmen am Sonntag, 13., und Montag, 14. d. M., im Schale des Katholischen Vereinshauses, Liebigstraße, eine Aus­stellung mit Vorträgen und Vorführungen unter dem LeitmotivDie Hausfrau vor 50 Jahren und die Hausfrau heute". Näheres über die geplanten Veranstaltungen ist aus dem heutigen Anzeigenteil zu ersehen.

** Land st urm tag in Gießen. Am ver­gangenen Samstag und Sonntag fand 'hier unter sehr großer Beteiligung ein Bataillonstag des ehe­maligen Landsturm-Znf.-Bataillons (XVUl/9) statt. Gegen 350 ehemalige Angehörige des Bataillons (Olftziere und Mannschatten) hatten sich eingesun- den. Am Samstagabend fand im Restaurant Kobel eine kleine Vorfeier statt, wobei die von auswärts gekommenen Kameraden begrüßt wurden. Am Sonntagvormittag versammelte man sich wiederum bei Kobel und begab sich dann nach dem Neuen Friedhof, wo eine erhebende Gedächtnisfeier für die Gefallenen bei den Kriegergräbern stattfand. Die Feier wurde eingeleitet durch den von der Sla» pelle Topp gespielten ChoralWir treten zum Beten". Darauf sang der Bauersche Gesangverein das LiedWie sie so sanft ruhn". Archivrat Dr. tbeol. h. c. Herrmann aus Darmstadt, der längere Zeit als Offizier beim Bataillon gestanden hat, hiell eine ergreifende Gedächtnisrede. Verlags­buchhändler Dr. phil. h. c. Alfred Töpelmann (Gießen) legte darauf als letzter Führer des Batail­lons mit Worten des Gedenkens einen Kranz nieder. Der Bauersche Gesangverein trug hierauf das Sieb Das Heldengrab" vor, und die Kapelle Topp be­schloß mit der Weise ,Hch halt' einen Kameraden" die würdig verlaufene Feier. Am Nachmittag fand im Cafe Leib die Hauptfeier statt, die der geselligen Unterhaltung gewidmet war. Auch hier zierten wie am Vormittage die Fahnen der Regimentsvereine 115 und 116 den Saal. In der Vortragsfolge wech­selten Musikstücke der Kapelle Topp, der Gestmg deutscher Lieder und humoristische Vorträge von alten Kameraden miteinander ab. Verlagsbuch­händler Dr. h. c. Töpelmann hiell die Be­grüßungsansprache, Lehrer W e h r h e i m vpn hier die eigentliche Festtede. Die Feier ist in jeder Be­ziehung ausgezeichnet gelungen, und alle Teil- nehmer haben sich herzlich gefreut, ihre alten Ka­meraden, mit denen sie Freud und Leid im Felde geteilt haben, wiederzusehen.

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mit Unterstützung der Gießener Elektro-Fnstallationsfirmen und einer Anzahl namhafter Firmen verschiedener Branchen veranstaltet Sonntag, den 13., und Montag, den 14. Oktober 1929, im Saale des Kath. Vereinshauses, Liebig- straße, eine Ausstellung mit Vorträgen und Vorführungen. - Leitmotiv:

Die Hausfrau vor 50 Zähren und die Hausfrau heute

Dorträge über Rohkost, elektrische Apparate, Haumans Obstentsafter, dazu praktische Vorführungen, auch der Oioshandarbeit. 5-llhr-Tee. Abends 8 llhr ein Spiel vor 50 Fahren und Vortrag mit Kochvorführungen und Kostproben. «,v Eröffnung: Sonntag, nachmittags 2 Uhr; Montag, vormittags 10 Llhr. Eintritt 20 Pfennig, bei den beiden Ab e n d v or t r ä g e n 30 Pfennig.

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ArMleriiWlM.ImMl vom Auswärtigen Amt, Berlin, spricht am Donnerstag, dem 10. CEL, 20 Ubr pünktlich, im Kansmäun. Vereinshauö tNordanlage) über:

Oie gegemilige kolonialpolilische Lage Interessenten. Freunde und auch Gegner der Kolonien sind lierzltch etngeladen.

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Freitag, den 11. d. M., nachm. 4 Uhr, findet im neuen Saale Aquarium eine Bersammlnnq flott. Herr Rechtsanwalt u. Stadtrechtsrat L . Tevey aus Hagen i. W. i>nd Herr VoliLeidirektor t. R. Biichon aus Worms werden svrechen über: Zweck. Ausgaben u. Ziele des bess. 'Kennonätoer- eins und Neichsvetbandes der Nahe- und Wartestandi beamten und H>n>erbitebenen und Etrichtnna einer Ster belasse. Ruire- u»d Wartettandobeamteii und Hinter- bliebcneu erscheint in Matten! [8220D Ter Vorstand

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