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Dienstag, 9. April 192b

179. Jahrgang

Nr. 82 Erstes Natt

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düngen stünde.

Sie Reparalionsgläubiger verhandeln unter sich

Uns Monate Gefängnis für den Farmer Langkopp

Wegen Nötigung, Bedrohung und unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt.

der erste Staatsanwalt Or. Köhler:

Otrenor <)ieqei eruune uuiuuj uic «viun=uu|nuviiv , * .....' . c

für geschlossen. Zur Vertretung der Anklage nahm die Lage Langkopps ift, so darf das Wort I gessen, daß er für seinen verlor.

verlorenen Besitz erheb»

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meint, daß bisher Polen der einzige Staat der Wett gewesen sei, in dem man nicht gewußt habe, ob man einparlamentarischesodereinab- solutisttschesNegime besitze. Jetzt könne dar­über keinZweifelmehr obwalten. Im übrigen meint das Blatt, daß der Sejm ein Mißtrauensvotum aussprechen müsse, da doch Pilsudski erklärt hätte, daß er, sofern er wieder Ministerpräsident werden würde, den Zusammentritt des Staatsgerichtshofes aar nicht erlauben werde. Sehr bedeutsam findet das Blatt die Steigerung Pilfudfkis über die Spionagetätigkeit der Abgeordneten und die Tatsache, daß man die Stimme der polnischen Abgeordneten um weniger als oOZloty habe

Annuität, die zur Deckung der Ansprüche aller Gläu­biger Deutschlands benötigt wird, etwas weni­ger als die Dawesannuität von 2,5 Mil­liarden Mark betragen wird. Die Vereinbarung un­ter den Gläubigern wird wahrscheinlich nicht vor Ablauf von zwei Zagen erreicht werden. Petit Parisien" schreibt über den Stand der Verhandlungen: Frankreich habe, nachdem es seine Forderungen aus Reparationen im eigentlichen Sinne um die Hälfte ermäßigt habe, gut­gläubig angenommen, daß d i e anderen Gläu­biger diesem Beispiel folgen würden. Bis jetzt habe sich diese berechtigte Hoffnung aber nicht erfüllt, während Frankreich schon 60 Mil- Horben Franken geopfert habe, seien die Forde- rangen der anderen Alliierten sozusagen unge- geschmälert geblieben. Wenn diese Situation andauere, bringe sie die Gefahr mit sich, alles in Frage zu stellen. Einige Blätter greifen den amerikanischen Delegierten Owen v. 8 oung an. weil er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender nicht genügend Voraussicht gezeigt habe, denn er Hütte verhindern müssen, daß ein Zustand eintrete, wie ec jetzt vorhanden sei.0 e n v r e" geht sogar noch weiter und erklärt, die A m e r l k a n e r, die feiner-

Warschau, 8. April. (WTB.) Der gestrige von Kraftausdrücken und Beschimpfungen strotzende Ar­tikel des Marschalls Pilsudski wird heute auch in derrechtsstehendenOppositionspresso nachgedruckt. Als Ueberschrift hebt die national-

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20°/, mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lang«; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

London. 9.April. (WTB. Funkspruch.) Per- llnax meldet demDaily Telegraph" aus Paris: Den ganzen gestrigen Tag über waren die Sachvec-

lei Nachlässe an ihren Forderungen bewilligen woll­ten, seien für die Lageverantworlllch.

König Boris in Berlin.

Berlin, 8. April. (TL!.) Wie von bulgari­scher Seite verlautet, wird König Boris, der inkognito in Berlin eingetroffen ist und in einem Hotel Wohnung genommen hat, dem Reichspräsidenten am Dienstag mittag seinen Besuch machen. Wegen der leichten Er­krankung des Reichspräsidenten ist hierbei von allen Etikettenf ragen abgesehen worden; der Reichspräsident wird den königlichen Gast, wie es sonst bei Besuchen von Staatsoberhäuptern Sitte ist, in seinem Zimmer erwarten. Zar Boris und Reichspräsident v. Hindenburg sind keine Fremden; im Weltkriege haben beide persön­liche Beziehungen unterhalten, und die alte Freundschaft hat sich bis auf den heutigen Tag bewährt. Für Dienstag abend ist ein Em p - fang in der bulgarischen Gesandtschaft vor­gesehen, an dem voraussichtlich auch Außen- mmister Dr. Stresemann teilnehmen wird. Mittwoch vormittag beabsichtigt König Dons Dr. Stresemann seinen Besuch zu machen.

mentarifche Verunglimpfungen zur Wehr zu setzen. Einstweilen scheint es, als sei die Demo­kratie für Polen schwer verdaulich.

preffefommentare*

Aachen unter Besahungsdruck.

Aachen, 8. April. (WB.) Die belgischen Besahungstr uppen in Aachen h eiten heute vormittag anläßlich des Namenstages des Königs eine etwa zwei Stunden dauernde Truppen­schau auf einer der Hauptverkehrs­straßen von Aachen ab, für die zu diesem Zwecke der Wagenverkehr gesperrt und der Fußgängerverkehr nach Bedürfnis der Marsch­kolonnen geregelt war. Am Morgen waren auch Salutschüsse abgegeben worden. Die belgische Besatzung in Aachen besteht zur Zeit ohne die Familienangehörigen sowie Verwaltungs- und Wirtschaftsbeamten aus etwa 7270 Mann und mehreren hundert Mann Gendarmerie.

Llebersali aus einen Deutschen in Ostoberschlesien.

Kattowitz, 8. .April. (WTB.) Wie die Kattowitzer Zeitung" meldet, wurde am Sams­tag ein Angestellter der Kattowitzer Buchdruckerei - und Derlags-A.-G. während der Fahrt von Katto- wih nach Beuthen beim Lesen einer deut­schen Zeitung hinterrücks von zwei Rowdies überfallen und mit einem Stock am Kopfe derartig verletzt, daß er blutüber- strömt zusammenbrach. Ein in demselben Abteil mitreisender Polizeibeamter zog die Rot­bremse, konnte aber nicht verhindern, daß einer der Täter aus dem nunmehr langsam fahrenden Zug sprang und in der Dunkelheit ent­kam, während der andere verhaftet werden konnte. Der Lieberfallene muhte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. ,

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags.

Beilagen

Die Illustrierte Gießener FamUienblätter

Heimat im Bild Die Scholle, vezugrpreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprecher ns chlüsse: 51, 54 und 112.

Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Eiehen.

Postscheckkonto: zrankfurt am Main 11686.

am Freitag, dem 12. April, erneut aufzunehmen. Die in Frage kommenden Organisationen haben im Anschluß an die Besprechung mit dem Minister zu der Lage Stellung genommen. Sie teilen den vom Reichsfinanzministerium eingenommenen Standpunkt nicht, behalten sich aber vor, ihre weitere Stellungnahme von dem Ergebnis der für Freitag angesetzten Verhandlungen abhängig zu machen.

Ein Ausgleichsausschuß der Konfessionen.

Berlin, 9. April. (Priv.-Tel.) Llnter Be­teiligung hervorragender Persönlichkeiten aus dem konfessionellen Leben ist dieser Tage ein Aus­schuß ins Leben gerufen worden, der die Auf­gabe hat, bei Streitfragen zwischen den beiden großen christlichen Konfessionen als aus glei­chen de Stelle seinen Einfluß geltend zu machen. Es ist dabei, wie wir zu wissen glauben, in erster Linie daran gedacht, Konfessions- Ureitigtciten im offentlichen Leben und der Schule durch Vermittlung des Aus­schusses beizulegen. Der Ausschuß ist bisher noch nicht an die Oeffentlichkeit getreten, wird viel­mehr erst im Laufe dieses Monats zu einer Sitzung zusammentreten, um in großen Zugen fem Programm für die Oeffentlichkeit ^uszuarbeitem Es wird uns von beteiligter Seite erklärt, daß die gestellten Aufgaben so mannigfacher und vtet- seitiger Art sind, daß es notwendig ist. erst em- mal^die Wünsche und Bestrebungen der einzelnen Mitglieder auf «inen

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vnrck und Verlag: Vrühl'sche UnwerfitStr-vuch- und Steindruckerel N. Lange in Sieben. Schriftlettung und Geschäftsstelle: ZHMratze 7.

Auf der einen Seite herrscht allgemeines und tiefes Mitgefühl für den Menschen Langkopp, der nach wechselvollem Schicksal sich bei Beginn des Krieges ein schönes Besitztum und eine gute Existenz erworben hatte und der nun durch den Krieg um seinen ganzen Besitz gekom- men, seiner Heimat beraubt worden ist und feit zehn Fahren einen schweren Kampf um fein ver­meintliches Recht führt. Auf der anderen Seite aber steht d i e Tat, die nicht gutgeheißen ober gebilligt ober gar verherrlicht werben barf. So bedauerlich ~ r- v- -f man doch nicht ver-

Msudskis Feldzug gegen das polnische Parlament

Demokratie oder Absolutismus in Warschau. - Oer Diktator als Zeitungsschreiber.

allein.

Die Abstriche am Lustetat.

Die nette Zeppelinhalle in Friedrichshafen in Frage gestellt.

S t u 11 g a r t. 8. April. (Priv.-Te7) An einer Pressebesprechung beim wurttembergischen Staats Ministerium über den wurttembergischen Haus halt 1929 teilte Ministerialrat3"uer^t Finanzministerium bei der.Besprechung d.s K vitels Wirtschaftsministerrum , das u. a. ore Beiträge des württembergischen Staates für den Luftschiffbau Friedrichshafen in Hohe von e i M i l l i o n e n M a r k Vorsicht, mit, daß in den letzten Tagen in Berlin im 1 7f..*2/?.* 1929 ein Betrag von 24 Millionen Mark für die Luftschifsahrt gestrichen wurde, darunter auch die 41/2 Mill. Mark für Friedr r ch s - Hafen. Ein Vertreter des wurttembergischen Wirtschaftsministeriums ist inzwischen nach 2^r- l^ gereist, um bei den dortigen maßgebenden Stelen zu versuchen, wenigstens noch einen T e r I- betrag für Friedrichshafen zu retten. Sollte, a^r tatsächlich die 4'/- Millionen Reichsmittel den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen, dann wäre es auch für Wur11emberg zweck- los. Landesmittel für die Erbauung der Luft­schiffhalle in Friedrichshafen bereitzustelle^l, da dnBmr dann sowieso rns Stocken geraten würde.

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Wie der ^Lokalanzeiger" mitteilen zu können glaubt, wird im Reichskabinett erwogen, der Deutschen Lufthansa anheimzugeben, di. infolge der starken Abstrick)e am ©tat des Verkehrsministeriums fehlenden ^"el zum Be triebe der internationalen Luftverkehrsstrecken für das laufende Jahr durch Auf nähme einer vom Reiche garantierten Anteiye aufzubringen.

Löhne und Reparationen.

1 Berlin, 9. April. (Pr.^Tel.) Ueber die Lohn­frage der R e i ch s a r b e i t e r haben am Monwg im9Reichsfinanzministerium Gegenwart des Reichsfinanzministers Besprechungen mit Vertretern der am Tarifvertrag beteiligten Or ganifationen stattgefunden. Das ArAWnzmim fterium hat dabei den Standpunkt vertreten daß es aus staatspolitischen Gründen angebvwht er scheine, die Lohnverhandlungen bis nach Rv schluß der Reparativ ns v er h andlun- gen zu vertagen. Trotz dieses grundsätzlichen Standpunktes hat sich das Reichsfinanzmimste- tium jedoch bereit erklärt, die Lohnverhandlungen

"Ä Ser toHnT.ri«1 Statt meint weiter; brt bas Ansehen des Staates" trägt, fiel der Zensur Polen am Vortage wichtiger, schmerzlicher Entschei- zum Opfer. Der zionistischeNasz Przeglond" I bungen ftunbe.

Die Koalitionsverhandlungen 1

Schwierigkeiten bei der Sozialdemokratie.

Berlin, 9. Avril. (Priv.-Tel.) Bei den nun- mehr wieder in Gang gekommenen Verhandlungen um dis Bildung der Großen Koalition spielt trotz aller Ableugnungsversuche der Panzer- - freutet A wiederum eine gewichtige Rolle. Es ist bekannt, daß die Sozialdemokratie, um der kom­munistischen Konkurrenz nicht allzu fette Brocken hinzuwerfen, bei der diesjährigen Haushaltsbe­ratung die zweite Rate für den Panzerkreuzer a b- 1 ehnen will. In den Kreisen der bürgerlichen Mittelparteien, die jetzt auf die Bildung der Großen Koalition hinarbeiten, denkt man sich den Vorgang so, daß der Panzerkreuzer mit den Stimmen sämtlicher bürgerlicher Parteien be- willigt wird. Die Sozialdemokratie würde als­dann bei der Gesamtabstimmung für denMarineetat stimmen. Diese politische Rech­nung gründet sich darauf, daß man annimmt, die Deutsch nationalen würden aus staatspoliti- I schem Verantwortungsgefühl heraus der Sozial­demokratie auch diesmal wieder die Kastanien aus dem Feuer holen. Bekanntlich hatte der deutsch­nationale Redner, Graf von der Schulen­burg, bei der letzten Marinedebatte erklärt, daß Wehrfragen für die Deutschnationale Volkspartei zu hoch ständen, um sie zum Gegenstand partei­politischen Schachers zu machen.

Wie wir aber aus deutschnationalen Kreisen hören, sind ernsthafte Erwägungen im Gange, ob man nicht diesmal, vorausgesetzt, daß der inner­politische Erfolg gewährleistet erscheint, die Gelegen­heit benutzen solle, um durch eine taktische Abstim- mung die Regierungsparteien in bie Minderheit zu versetzen. In einem solchen Falle könnte sich der Panzerkreuzer A leicht zu einem Sprengpulver der Großen Koalition aus» wirken. , .,

Heber die Besprechungen des Reichskanzlers mit den Parteiführern, die heute nachmittag ftattfanben, I weiß dasBerliner Tageblatt" zu berichten: Die Stimmung der Teilnehmer war beim Zusammen tritt im ganzen zuversichtlich, wenn man sich auch bie Schwierigkeiten nicht verhehlte, Die bet den Sozialdemokraten wegen der Gegen- sätze in der Frage der zweiten Ratc für den Panzerkreuzer bestehen, und die ersahrungs- gemäß auch bei der Dolkspartei bis zum letz- ien Augenblick noch entstehen können. Man nimmt allerdings an, daß die Volkspartei in ihrer i^rak- tionssitzung am Dienstagnachmittag durch den Par­teiführer Dr. Stresemann zu einer klaren Stellungnahme zur Koalitionsfrage und auch zu der Frage der Führung Strefemanns veranlaßt werden wird. Die Konferenz ergab weitgehende Hebereinstimmung in bezug aus die E t a t s. fragen. Dagegen traten die bereits an gedeuteten Schwierigkeiten politischer Natur in dieser Be pre- chung stark hervor. An die gemeinsame Bespre- chung schloß sich eine Sonbcrberatung des Reichs- kanzlers mit den Vertretern der Sozialdemokraten und der Deutschen Volkspartei, daran wiederum eine solche des Kanzlers mit den Sozialdemokraten

Ntn in fe««. Aptern:

:riet,sgebiet W 1929;

Mugu[t Triebs: §'1929.

einheitlichen Nenner zu bringen. Offenbar herrscht in den führenden Lagern des paritätischen Ausgleichsausschusses im Augenblick selbst noch Llnklaryeit über die Mittel und Wege, durch die der Ausgleich geschaffen werden kann. Die repräsentativen Namen, die als Mitglieder dieses Ausschusses genannt werden, lassen aber die Hoffnung auf ein Gelingen der be­grüßenswerten Bestrebungen berechtigt erscheinen.

starke Polizeiposten aufgestellt, und Kriminalbeamte durchsuchten jeden, der den Saal betrat, sorgfältig nach Waffen. Der Grund für diese Maßnahme war darin zu suchen, daß dem Landgerichtsbir-ktor Zie- gel und dem Ersten Staatsanwalt Köhler zahlreiche Drohbriefe zugegangen waren. Auf Antrag der Verteidigung wurden noch einige Leumundszeugen für die Angeklagten kurz vernommen. Landgerichts­direktor Ziegel erklärte darauf die Beweisaufnahme

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2n der Svnntagsausgabe der polnischen Regie­rungsblätter befindet sich ein vorher bereits an­gekündigter Artikel des polnischen Kriegsmini­sters Marschall Pilsudski. den erEin­drücke eines kranken Menschen von der Dudgetsessivn des Sejm" benennt. In diesem Aufsatz befaßt sich der polnische Diktator mit der Anklage des Sejm gegen den zurückgetre- tenen Finanzminister Ezschowicz und entrüstet sich über das Verhalten der Volksvertretung ge- 9^kann dahin^esteilt^bleiben. ob Pilsudski recht I demokratischeGazeta Worszawska" in balkendicken hat/wenn er seinem Finaiizminister eine muster- | Lettern den von Pilsudski gewählte^TitelEin- hafte Verwaltung der Staatsfinanzen nachsagt und wenn er auf die mangelnde Logik hinweist, die in der gleichzeitigen Annahme des Haus­halts und der Versetzung des verantwortlichen Ministers in den Anklagezustand durch ben Sejm liege. Es kann auch dahingestellt bleiben, ob die Warschauer Meldung eines Linksblattes zu­trifft, wonach sich Pilsudski von jedem der Re­gierungsblätter 700 Zloty für seinen sensationel­len Beitrag habe zahlen lassen. Es ist keine un­bekannte Erscheinung, daß alte Militärs einen etwas derben Ton lieben und wenigstens im Ge­spräch mitunter Ausdrücke aus dem Kasernen- -----« ** - . , , <

hof nicht ungern verwenden. Aber was sich der ständigen Frankreichs, Englands, Belgiens und 3fa- starke Mann Polens hier an Verunglimpfung I Nens damit beschäftigt, die verschiedenen der Parlamentarier geleistet hat, das übersteigt Ansprüche, die sie außer der Rückzahlung ihrer doch alles bisher Dagewesene, selbst sein eigenes I £eif(ungcn an Amerika an Deutschland stellen, mit- Interview aus dem Sommer des Vorjahres, in Ix,ander auvzugleichen. Der (Brunbge-

; är^nfu^g^rünbet,5^ Ausfüh- sie alle dasselbe umsa s s e n d e P rogramm

I rungen, in denen auch ein Vergleich des Parla- unterstützen. Um zu vermeiden, daß die Gesamt- ments mit einem Freudenhause vorkommt, den summe derartige Ziffern erreicht, wie sie Deutschland Eindruck, als läge seine Erkrankung auf einem offenbar unmöglich ausgenötigt werden können, wird andern Gebiet. m tr eine ernstliche Verminderung der von allen

Es ist nicht Aufgabe der deutschen Presse, die beteiligten gestellten Ansprüche vorgenommen. Bei

das'stch eine derartige Spache, selbst deS mili- geben, r-lber bisher ist es

tärifeben Machthabers, gefallen läßt, verdient Willens und gegenseitiger Rücksichtnahme gut oon- offenbar nichts Besseres. Aber im Anter- statten gegangen. Gestern sand die y a u p t e r - esse der Presse, die ja seit einigen wahren, und prterung ;wischen der französischen gerade jetzt wieder in Prag unter hervorragen- anb bcc belgischen Delegation statt. Die der Mitwirkung auch polnischer Journalisten in sran,ö»<<fw Delegation verlangt etwa 8 Milliarden Standesfragen sich um die Schaffung einer in ter- belgische etwa 2200 Millionen Mark. Der

btull«»« «nlprud, auf 3800 mUlonen Mark ei^opäischen ^Journalismus Blätter einnehmen, wurde am Sonntag erörtert. Es kann erwartet die sich zur Wiedergabe derartig ordi- werden, daß bei Beendigung der Beratungen die | närer Schimpfkanonaden, gleichviel aus m

welcher Feder und gegen wen. hergeben. Das ist------------------

ein geistiges und journalistisches Niveau, das > - - - - - 1

mit der im allgemeinen erreichten Stufe der europäischen Zivilisation nichts mehr zu tun hat und auch nicht dadurch gerechtfertigt wird daß Pilsudski vielleicht gegebenenfalls die Macht

$tc,,e 8e8et einen 3toanS 0U8'l Bcr(in S.SKprit. (WTB) Unter außerardenf. 8U®a mit den Methoden der Diktatur an lich starkem Andrange des Publikums begann der sich ke^eswegs das ©ertngfte ,du tun hat, daß letzte Verhanblungstag im Prozeß gegen den Far- I einc deutlichere Sprache und eine rücksichtslose | mer Langkopp. Im Saal waren an den Türen Behandlung der Volksvertreter in öcm 03er- kehrston einer Kneipe vor sich gehen mußte, so bleibt zur Erklärung In der Tat nur übrig daß der Verfasser dieses seltsamen Artikels offen­bar erheblich kränker ist als er selbst weiß, und nicht nur an den Augen. Dann aber geht es bei der Bedeutung seiner politischen Rolle die Welt in ihrer Gesamtheit an, und man wird mit Spannung erwarten dürfen, welche Form das polnische Volk und seine parlamentarische Ver­tretung findet, um sich gegen solche unparla-