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Albany der Hauptstadt Des Staates Neu- York fand der Portier unter einem Tisch eine barmlos aussehende Schachtel, die an Gouverneur Roosevelt adressiert war. Beim Berühren entstand in der Schachtel ein zischendes Ge­räusch. Als dieses Geräusch anhielt, rief der Portier einen Polizisten, der das verdächtige Paket sofort unter Wasser setzte. Bei der Unter- suchung durch Sachverständige stellte sich heraus, daß es eine regelrecht konstruierte Bombe enthielt.

Die Deckung -es Defizits.

Dr. Cremer über das Steuerkompromitz

Stuttgart, 7. April. (WTB.) Auf der heutigen Landes - Versammlung der Deutschen Volkspartei hielt der Etatreferent der Deutschen Volkspartei, Reichstagsabgeordneter Dr. Cremer, einen Vortrag, in dem er u. a. ausführte:

Von den Verhandlungen in Paris ist mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten, daß eine Lo­sung gefunden wird, die wenigstens für eine Reihe von (Zähren die deutschen Leistungen so erheblich unter die des Dawes-Planes sestlegen wird, daß wir hoffen dürfen, die dann noch ver­bleibenden Leistungen aus unserer Steuerkraft begleichen zu können. Der Rachdruck der Ver­handlungen ist darauf zu legen, daß Deutsch­land wenigstens in den ersten fünf­zehn (Zähren so stark wie möglich er­leichtert wird. Wir sind also durchaus in der Lage, die Reparationsfrage mit einem gewissen Optimismus anzuschauen. Ein Pariser Gut­achten, unter dem die Ramen der Spitzen der deutschen Wirtschaft stehen, wird von Deutschland nicht mit der Behauptung abgelehnt werden können, daß die vorgeschlagenen Leistun­gen die deutsche Leistungsfähigkeit überschreiten.

Der Redner besprach dann die letzttägigen Ver­handlungen der Haushaltssachverstän­digen der Sozialdemokratie, des Zentrums, der Deutschen Dolkspartei, der Demokraten und der Bayerischen Dollspartei über die Deckung des Defizits von 380 Millionen Mark im Reichs­haushall, wozu er bemerkte: Das ursprüngliche Programm der Deutschen Dolkspartei lautete: Etatsabftriche in Höhe von 200 Millionen Mark und Kürzung der Reichssteuer­überweisungen in Höhe von 180 Millionen Mark. Der erste Teil ist nicht erfüllt, sondern sogar überschritten. Reben der Ersparung von 180 Millionen Mark durch Kürzung der Etatpositionen handelt es sich um 70 Millionen Mark vermehrter Bezüge des Reiches aus seinen Einnahmequellen durch Höherbewer­tung der Tabaksteuer, durch 35 Millionen Mark Mehrablieferung der Reichspost ohne Erhöhung der Reichsposttarife. Cs verbleibt ein ungedecktes Defizit von 130 Millionen Mark, zu dessen Deckung die Deutsche Dollspartei eine weitere Kürzung der Reichssteuerüberwei­sungen, ferner eine Besteuerung der öffentlichen Hand vorgeschlagen hat. Mll diesen Dorschlägen ist sie aber nicht durch­gedrungen. Das Defizit soll jetzt gedeckt werden durch Erhöhung der Dranntweimnonopolabgabe in Höhe von 90 Millionen Mark und durch eine einmalige Vermögenssteuernachzahlung in Höhe von 40 Millionen Mark.

Der Redner berichtete weiter, es sei eine Ver­ständigung unter den Parteien darüber erziell worden, daß der Verlust saldo der letz­ten zwei (Zähre vorgetragen werden darf, so daß ein Gewerbetreibender, der 1928 und 1929 mit Verlust. 1930 aber mit Gewinn ab- schließt. entsprechende Abzüge machen darf, und 1930 nur für Den verbleibenden Mehr­gewinn steuerpflichtig ist. Weiter teilte der Redner mit, daß das Reich einer Lösung der Postabfindungsfrage in dem Sinne zugestimmt hcll, daß ein geschätzter Abfindungsbetrag nach­träglich von 1924 ab verzinst wird und die rück­ständigen Zinsen an Bayern und Württemberg gezahlt werden. Für Bayern mache das einen Betrag von 18 Millionen Mark aus.

Das Reichskabinett stimmt -em Deckungsvorschlag -er Parteien zu. Berlin. 7.April. (2DB.) Das Reichskabi­nett trat am heutigen Sonntag unter dem Vor­sitz bes wiedergenesenen Reichskanzlers zu seiner ersten Sitzung nach Ostern zusammen. Es beschäftigte sich mit den Vorschlägen, welche von den Sachverständigen der Sozialdemokratie, des Zentrums, der Volkspartei, der Demokraten und der Bayerischen Volksparlei gemeinsam vereinbart waren. Das Reichskabinett beschloß, nach eingehen­der Prüfung im Hinblick auf die gesomtpolitifchen Rotwendigkeiten, insbesondere die rasche Erledigung des Etats, unter Zurückstellung seiner Bedenken auf den Boden dieser Vorschläge zu treten.

Scholz sür-ie Große Koalition

Keine Möglichkeit

für eine andere Mehrheitsregierung.

Königsberg, 7. April. (WB.) Aus dem ost- preußischen Parteitag der Deutschen Volkspartei hielt der Führer der Reichstagsfraktion der Deut­schen Dolkpartei, Reichsminister a. D. Dr. Scholz, eine Rede über die Roichspolitik der Deutschen Dolkspartei Nach dem Bericht derKönigsberger Allgemeinen Zeitung" sprach sich Dr. Scholz hier­bei scharf gegen jede Diktatur aus, deren Folgen, vrm welcher Seite sie auch kommen möge, geradezu verhängnisvoll für Deutsch­land sein müßten. Parlamentarisch habe schon seit dem Mai 1928 die dringende Pflicht bestanden, so schnell wie möglich eine von einer Mehr­heit getragene Regierung im Reiche und mög­lichst auch in Preußen zustande zu bringen. Lei­der habe die Sozialdemokratie in der ihr von der Wählerschaft angetragenen Führung versagt. (Zch selbst, so führte Dr. Scholz aus, der nicht gerade als begeisterter Freund der Großen Koalition angesprochen werden kann, habe seit Mai vorigen Jahres immer wieder betont: Die sachliche Einstellung der Deutschen Volkspor­tei verlangt, daß sie anerkennt, daß irgend­eine andere Mehr h ei t sbil dun g im Reich enicht möglich ist. Wir müssen uns, tocnn,-JI>ir .®*nn des Parlamentarismus in der Bildung einer starten, tragfähigen Regie­rung sehen, zum Eintritt in die Große Koalition bereit erklären. Bei den Ver­handlungen wegen der bekannten sachlichen For­derungen der Deutschen Volkspartei zur Re­form der Finanzwirtschaft haben auch die anderen Parteien, auch die Sozialdemokra­ten, grundsätzlich anerkannt, baß die Forderung

der Sparsamkeit mit allen Möglichkeiten durchgeführt werden mutz. Die Reichstagsfrak­tion Der Deutschen Volkspartei wird in jedem Falle ihre Forderungen nach grundlegender 'Ab­kehr von der bisherigen, unsparsamen Ausgabe­wirtschaft weiter verfolgen.

Die Neuwahlen in Sachsen.

Burgfriede der bürgerlichen Rechten.

Leipzig, 6. April. (Privatmeldung.) Der Der Landesbürgerrat Sachsens teilt mit, er habe sofort nach dem Bekanntwerden der Land­tagsauflösung sämtlichen Parteien von den Ra- tionalsozialisten bis zu den Demokraten seine guten Dienste angeboten, um in einer gemein­schaftlichen Besprechung zu überprüfen, inwieweit die staatsbürgerliche Einheitsfront für die nächsten Landtagswahlen möglich sei. Bei den Verhandlungen, die am 30. März und 5. April in Dresden stattgefunden hatten, sei es leider nicht möglich gewesen, eine gemeinschaftliche Liste aufzustellen. Jedoch hätten die Deutsche Volkspartei, die Deutschnationale Volkspartei, die Reichspartei des Mittelstandes (Wirtscha>tspartei) und die Zentrumspartei einen Burgfrieden insofern geschlossen, als sie folgende Erklärung unter­zeichnet hätten:Die unter eichneten staatserhal­tenden Parteien stehen auf der Grundlage der bisherigen Regierungskoali­tion in dem Wahlkampf in dem Bestreben, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen und mit der verpflichtenden Parole, das sächsische Doll vor einer Wiederkehr der roten Herrschaft zu bewahren und ihm eine geordnete und stetige Entwicklung seines Staats-, Wirtschasts- und Kulturlebens zu gewährleisten. Sie richten des­halb einen ständigen Ausschuß ihrer ver- antwvrllichen Führer ein, dessen Aufgabe es sein wird, die Führung des Wahlkampfes in diesem Sinne sicherzustellen und die Parteien in den gern einsamen Abwehrkampf gegen links zusammenzuschliehen."

Der Lohnkonflitt bei -er Reichsbahn.

Eine Erklärung der vertragschließenden Eisenbahner-Organisationen

Berlin, 6. April. (WB.) Der Einheitsoerband der Eisenbahner Deutschlands, die Gewerkschaft beut- scher Eisenbahner und der Allgemeine Eisenbahner­verband haben sich heute in einer gemein­schaftlichen Sitzung mit dem gegenwärtigen Stand der Lohnbewegung und mit der Stellung- nähme der Spitzenorganisationen zu derselben be­schäftigt. Wie sie dazu Mitteilen, haben die Ver­bände es gebilligt, daß die Spitzenorganisa­tionen sich zwecks Einleitung weitererVer- Handlungen an die Reichsregierung und an die Reichsbahn wenden. Die Verbände erklären dazu, sie fetzten dabei voraus, daß ihren berechtigten und erfüllbaren Forderungen baldigst Rechnung getragen werde und seien genötigt, sich entsprechend der wei­teren Entwicklung der Dinge ihre endgültige Stel­lungnahme vorzubehalten. Von den Funktionären und Mitgliedern müße st raff st e Disziplin und unbedingte Befolgung der Beschlüsse der Or­ganisationsleitung erwartet werden.

Das Befinden -es ^eichspräsi-enien.

Berlin, 7.April. (WB.) Reichspräsident v. Hindenburg hat in den letzten Tagen unter einem Grippeanfall mit Wagen st örung gelitten, den er aber gut überwunden Hal. Der Reichspräsident, der auch während dieser Erkran­kung die leitenden Ge schäfte weiter­geführt hat, hat seil Samstag wieder die regel­mäßigen Vorträge enfgegengenommen, muß sich aber in der nächsten Zeil in Empfängen und Aus­gängen noch gewisse Zurückhallung anf- erlegen.

Oie Berliner Aerziekammer gegen

-ie Gewerbesteuer in Preußen.

Berlin, 7. April. In der Sitzung der Ber­liner Aerziekammer, die einberufen war, um gegen die vom preußischen Landtag beschlossene Aus­dehnung der Gewerbesteuer auf die freien Berufe Stellung zu nehmen, erstattete Dr. Scheher ein ausführliches Referat über die Frage und empfahl der Versammlung zum Schluß die Annahme einer Entschließung, in der es heißt:

Der Beschluß des Landtages, die freien Be­rufe und somit auch die Aerzte zur Gewerbe­steuer heranzuziehen, drückt dem ärztlichen Stande den Stempel eines Gewerbes auf und müßte dazu führen, daß die Aerzte, denen die Pflich­ten der Gewerbetreibenden auferlegt werden sollen, auch die Rechte derselben in Anspruch nehmen. Dadurch würde die Wesensart des ärzt­lichen Berufes grundlegend geändert werden. Da sich die Aerzte ohnedies durch die Ausdehnung der Versicherungs- Pflicht und der Heilfürsorge in einer wirt­schaftlich bedrohten Lage befinden, sind sie nicht imstande, die Steuer aus Eigenem zu tragen und werden gezwungen fein, ihre Honorare entsprechend zu erhöhen. Damit erhält die vom Landtag beschlossene Steuer den Charak­ter einer Kranken st euer, deren Folgen sich auch die Krankenkassen auf die Dauer nicht werden entziehen können.

Der Prozeß Langkopp.

Berlin, 6. April. (WB.) Die heutige Verhand­lung im Prozeß Langkopp begann mit einer scharfen Erklärung des S t a a i s a n w a l t s, der mitteilte, daß der Sachverständige des Reichsfinanzministe­riums, Dr. Lazarus, in den Gängen des Ge­richtsgebäudes gestern zu wiederholten Malen aufs schwerste beschimpft worden sei. Er müsse dagegen energisch Front machen und fordern, daß alle Personen, auch die Sachverständigen, davor ge­schützt werden, daß die Ausübung ihrer Pflichten in irgendeiner Weise beeinträchtigt wird. Der Staats­anwalt wies bann auf Pressemeldungen über eine Sitzung von Ausland de u tschen hin, die gestern abend stattgefunden hat, und in der wieder- um die schwersten Beleidigungen gegen Dr. Lazarus ausgesprochen worden fein sollen. Dabei seien auch die beiden, von der Verteidigung genannten Sach­verständigen Krapp und Major Schallitzel beteiligt gewesen, was den Staatsanwalt veranlassen müsse, die beiden Sachverständigen abzulehnen.

Der Vorsitzende gab seinem Zweifel bat- über Ausdruck, ob es überhaupt zweckmäßig ge­wesen sei, während des Prozesses eine Versamm­

lung des Reichsverbandes der geschädigten Aus­landdeutschen abzuhalten. Er wies ferner darauf hin, daß an Gerichtsstelle zahlreiche Schreiben einlaufen, in denen Kleinrentner, die eben­falls ihren gesamten Besitz verloren haben, scharfe Kritik an der Bevorzugung der Auslanddeutschen übten. Es wurde in den Vernehmungen fortgefahren. Der deutsch- nationale Reichstagsabgeordnete Wolf, der dem Entschädigungsausschuh des Reichstages ange­hörte, bekundet, die Abgeordneten seien aus den Kreisen der Geschädigten mit Zuschriften über­schüttet worden, die Klagen über das Reichs­entschädigungsamt enthielten. Diese Klagen seien aber meist einer Dlnkenntnis über die Be­fugnisse des Amtes entsprungen. Wenn ich. so erklärt der Sachverständige, besonders dringende Klagen dem Amte übermittelte, habe ich für meine Person immer gute Erfahrungen mit der Erledigung gemacht. Die Klagen der Ge­schädigten waren subjektiv berechtigt, objektiv be­stimmt nicht, denn die Beamten des Entschädi­gungsamtes haben alles getan, um den Geschä­digten gerecht zu werden. Für die Rot der Ge­schädigten ist nicht die Handhabung des Gesetzes, sondeni die Gesetzgebung selbst verant­wortlich. Die Ursachen liegen aber auch hier lediglich in der Finanznot des Reiches.

Der von der Verteidigung geladene Sachver­ständige G l ä s e führt eine lange Reihe von Fällen aus Oberschlesien an, die nach seiner Meinung m ungerechter Weise erledigt worden sind. Der Sachverständige behauptet, mit den Entscheidungen in den oberschl.s s. en Enlschä'.i- gungsfällen sei tatsächlich Kuhhandel ge­trieben worden: es seien Schmiergelder ge­zahlt und genommen worden. Präsident Dr. Karpinski vom Reichsentschadigungsamt be­kundete, daß seinem Amte auch zahlreiche Dank­schreiben über zufriedenstellende Behandlung von Ansprüchen zugegangen seien. Der Zeuge äußert sich weiter noch über einzelne Punkte der Ent- schädigungsangelegeyheit Langkopp und betont auf Fragen des Vorsitzenden, daß dem Ange- llagten Langkopp noch Ansprüche in Höhe von etwa 6000 Mk. zustehen würden, wenn nicht der § 16 des Schlußentschädigungsgesetzes Platz greifen würde.

England un- -as russische Geschäft. Informationsreise britischer Industrieller.

Berlin, 7. April. (Priv.°Tel.) In M o s k a u weilt zur Zeit eine Gruppe englischer (5 n dustrie11 er, um sich über die Aufnahme­fähigkeit des russischen Marktes für britische In­dustrieerzeugnisse zu orientieren. Sie soll aber offenbar auch Den Weg für eine Wieder­aufnahme der diplomatischen Bezie­hungen zwischen England und Rußland ebenen, toeil man seit einiger Zeit im Foreign Office auf Dem Standpunkt steht, daß man nur durch eine Zurückgewinnung des russischen Absatzgebietes die in England herrschende Arbeitslosigkeit wesentlich mildern könne. Infolgedessen befinden sich die Russen in einer recht günstigen Situation, zumal gleichzeitig auch Amerika erneute Anstrengun­gen macht, um die Gunst der Bolschewisten zu gewinnen. Moskau kann also zwischen Amerika und England hin- und herpendeln und Bedingun­gen stellen. Die Russen haben das auch bereits durch Mitteilungen über ihr Wirtschaftsprogramm getan, indem sie Den Engländern Bestellungen in Höhe von 150 Millionen Pfund versprechen. Sie lassen aber bereits durchblicken, daß mit Auf­trägen wohl nur dann zu rechnen sei, wenn ihnen von England her zur Finanzierung ihres Wiederaufbauprogrammsnam­hafte Beträge zur Verfügung gestellt werden. Ob die englische Wirtschaft sich auf ein derart zweifelhaftes Geschäft einlassen wird, bleibt ab- zuwarten.

Eine Alpenjäger-Heerschau in JRom.

'S? o m, 7. April. (£11.) Rom stand am Sonn­tag im Zeichen der großen von Mussolini ein­berufenen Alpenjäger-Heerschau. Arn frühen Morgen waren 25 000 Mann Der italienischen Alpenjägertruppen auf Dem Petersplatz versammelt. Rach einer Messe in Der Peters- kirche brachten Die Alpenjäger Dem Papst vor Dem Vatikan eine Huldigung Dar. Der Papst erteilte von einem offenen Fenster Den Segen Den Die Alpenjäger kniend mit gesenkten Fahnen empfingen. Daraus wurden auf Kommando Der Sübrer Die Hüte und Die Fahnen geschwenkt, wahrend Die Pap st Hymne gelungen wurde. Dann bewegte sich der Zug Der Alpenjäger durch Die beflaggten Straßen zum Quirin al, wo Dem König HulDigungen Dargebracht würben.* Das Königspaar und Der Hofstaat nahmen Diese von einem Altan aus entgegen. Am Rach­mittag fand vor Mussolini am Kollosseum ein Vorbeimarsch Der 25 000 Alpenjäger statt. Den Abschluß bildete eine Versammlung Der Teil­nehmer auf Der Piazza Colonna.

Aus aller Wctt.

Von der Anklage

der Aufreizung zum $ feuerff reif freigesprochen.

Vor Der Strafkammer in Güstrow (Mecklen­burg) hatte sich der Reichstagsabgeordnete undVor- itzende Des Mecklenburg-Schwerinschen Landbundes, Dr. W e n d h a u s e n (Spotendorf), in vierter Jn- tanz wegen Aufreizung zum Steuerstreik zu ver­antworten. Dr. Wendhausen hatte die Reichs­landbund-Entschließung vom 12. März 1928 in einer Lundbund-Versammlung verlesen. Die Strafkammer Güstrow sprach den Angeklagten wegen Mangel an Beweisen frei: Ersatz der not­wendigen Auslagen wurde ihm nicht zugebilligt. Dr. Wendhausen war in erster Instanz zu 900 Mark Geldstrafe verurteilt. Die zweite In­stanz kam zu einem Freispruch, worauf die Obei-staatsanwallschaft Berufung beim Oberlandes­gericht in Rostock einlegtc. Das Urteil der Straf­kammer wurde vom Oberlandesgericht a u f ge­hoben und die Strafsache zur nochmaligen Ver­handlung an die Vorinstanz zurückverwiesen. Mit diesem Urteil der Strafkammer Güstrow ist das Ur­teil recht kräftig geworden.

3n einer Gasanstalt tödlich verunglückt.

In Rosenberg OS. sind in Der städtischen Gas­anstalt bei Der Ausfü hrung von Aus­besserungen in einem Schacht, der an den Gasbehälter angrenzt, zwei Arbeiter durch Die Einwirkung ausströmenDen Gases verunglückt. Die Arbeiter hatten sich trotz aller Warnungen ohne Gasmasken in den Gasbehälter getpagt Der

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hinzugerufene Betriebsleiter, der die Arbeiter 1 zu retten versuchte, blieb, trotzdem er sich durch eine Gasmaske schützte, ebenfalls besinnungslos liegen. Feuerwehr und Sanitäter bargen Die Verunglückten. Die Bemühungen, die beiden Ar­beiter ins Leben zurückzurufen, blieben erfolglos. Der Betriebsleiter wurde mit schweren Vergif­tungserscheinungen in das Hospital geschafft.

Mil dem Auto auf den Bürgersteig.

Sn Berlin verlor Der Führer einer Kraft­droschke in Der Reuen Königsstratze plötzlich Die Gewalt über seinen Wagen, so Daß dieser über Den Bürgersteig und in das Schau­fenster einer F ah r r a d h a n d l un g fuhr. Das Schaufenster und sein ganzer Inhalt wurden zertrümmert. Zwei Frauen, die sich gerade auf Dem Bürgersteig befanden, wurden in das Schaufenster hineingerissen und mutzten schwer­verletzt in das Krankenhaus gebracht werden, wo die eine von ihnen, eine 44 Jahre alte Näherin, ihren Verletzungen erlag. Die Insassin der Kraftdroschke erlitt *-einen Unter- schenkelbruch. Der Chauffeur ist unverletzt ge­blieben.

Die Kälie in Italien.

Die Blätter bringen zahlreiche Meldungen über die Kältewelle, die auch bis nach Mittelita­lien gedrungen ist. So wird berichtet, daß nicht nur in Modena und Ferrara, sondern auch in Faenza, Bologna und Florenz Schneefall ein- getreten ist. Die Züge erlitten starke Ver- s p ä t u n g e n, auch mehrere Telephon- und Tele- graphenlinien in der Appemnengegend wurden zer­stört. In Rom erlebte man das seltene Schauspiel, die Höhe des Monte Cavo mit Schnee b e d e ck t zu sehen.

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Ein Eisenbahnzug im Schnee stecken geblieben.

Ein Eisenbahnzug,, der am Samstag von Biöre, einem am Fuß des Schweizer Jura in 700 Meter Höhe gelegenem Dorf, nach Morges, am Nordufer des Genfer Sees, nicht weit von Lausanne, fahren wollte, blieb in mächtigen S dnytT" ever - wehungen stecken. Die beiden MaWnen des Zuges entgleisten. Irgend welcher Schaden ist aber nicht entstanden. Das Dorf Biere ist von der Umwelt abgeschnitten.

Fünf Arbeiter verschüttet.

In gürftenberg a. D. Oder waren im Be­reich Der Grube Finkenherd fünf Arbeiter mit Dem Graben eines 2ll>flußkanals beschäftigt. Als Der 0-Zug BerlinBreslau Den geschaffenen itn- terirDischen Gang passierte, stürzte DerStol- len Durch Die Erschütterung in sich zusam­men. Die fünf Arbeiter wurden verschüttet. Ein Mann tonnte gerettet werden, während die vier anderen nach mehrstündiger Arbeit nur tot geborgen werden konnten.

Dreißig Todesopfer der Stürme in Amerika.

Die neuen Stürme im Westen der Vereinigten Staaten, über die bereits kurz berichtet wurde, haben auch in Wisconsin, Nebraska und Iova große Verheerungen angerichtet. Die Zahl der Toten beträgt jetzt schon 30, dürste sich aber noch erhöhen, da vielfach einsam liegende Farmhäuser betroffen worden sind. In Wisconsin allein ist eine Strecke von 15 Meilen von dem Tornado vollständig ver­wüstet worden.

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Wettervoraussage.

Mit dem Zustrom milder Luftmassen wurde eine stärkere Wolkendecke verursacht, und außerdem hat Temperaturanstieg stattgefunden. In ganz 'Deutsch­land lagen die heutigen Morgentemperaturen über dem Gefrierpunkt und erreichten stellenweise schon fünf Grad. Der Abzug der nordöstlichen Störung hat keinen stärkeren Einfluß auf die Witterung Deutschlands gewonnen. Im Raume von Island erscheint bereits ein neues Druckfallgcbiet, eine w-'- scntliche Aenderung der Witterung findet jedoch noch nicht statt, zumal wir im Bereich einer Hoch­druckbrücke liegen, die sich von Frankreich in nord­östlicher Richtung nach Skandinavien hin erstreckt. Meist wolkiges Wetter, auch stellenweise Nebelbil­dung, bei mehr ausgeglichenen Temperaturen, be­stimmen den Witterungscharakter.

Wettervoraussage für Dienstag: Meist wolkiges, auch stellenweise nebliges Wet­ter mit Neigung zu Niederschlägen, Temperaturen nachts nicht unter Null Grad zurückgehend.

Wettervoraussage für Mittwoch: Wechselnd wolkiges Wetter, Fortdauer der Nie­derschlagsneigung, Temperaturen nachts bei Null Grad.

Lufttemperaturen am 7. April: mittags 5 Grad Celsius, abends 5,6 Grad: am 8. April: morgens 5 Grad. Maximum 5,9 Grad, Minimum 0,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. April: abends 1,3 Grad: am 8. April: morgens 3,2 Grad Celsius. Niederschlag 0,2 mm. Sonnenschein- Dauer V/3 Stunden.

Bjl