Donnerstag. 7. November $929
Nr. 262 Erstes Blatt
$79. Jahrgang
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zernsprechanschlüsse anterSammelnummer2251. Anfchrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen.
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Frankfurt am Main 11686.
Das Zentrum kehrt zurück.
Berlin, 7. Rov. (LU.) Wie die „Germania" zu der Parteiführerbesp.cchung am Mittwoch, in der auch die Frage der Ehescheidungs- Vorlage besprochen wurde, ergänzend erfährt, wird der Reichskanzler die maßgebenden Mitglieder des Rechtsausschusses und hie Fraktionsführer der Regierungsparteien zur Erzielung einer Verständigung am Freitagnachmittag zu sich bitten. Vei der durch die Bereitwilligkeitserklärung des Kanzlers veränderten Lage würden die Zentrumsmitglieder a n den Beratungen des Rechtsausschusses wieder teilnehmen, auf dessen Tagesordnung die Behandlung des Rechtes der unehelichen Kinder steht. Das Zentrum würde in der Chescheidungsfrage seinen prinzipiellen Standpunkt unentwegt wie bisher den übrigen Regierungsparteien gegenüber wahren.
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Erste Wirkung des Kabinettswechsels in Frankreich. - Kreuznach und Mainz bleiben beseht.
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schen Domänenpächter 12 0 b i s 130 Millionen Mark, während die Ansprüche der zu Unrecht enteigneten deutschen Grundbesitzer weit über 100 Millionen gehen. Die Entschädigung für die jetzt gestrichenen privaten Forderungen deutscher Reichsangehöriger werden in einem Betrage von 100 bis 200 Millionen Mark von Deutschland übernommen.
Gegen das Kohlenkontingent.
Essen, 7. Rov. (Tel.-Un.) Die .Rheinisch- Westfälische Zeitung" verössentlicht ein gemeinsames Schreiben des Verbandes der Bergbauindustriearbeiter Deutsch- lands und des Gewerkvereins Christlicher Bergarbeiter an den deutschen Gesandten in Warschau, Ullrich Rauscher, in dem die beiden großen deutschen Bergarbeiter- Verbände ihre schweren Besorgnisse über die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des bei den toiebetaufgenommenen deutsch-polnischen Handelsvertragsoerhandlungen erörle.ien Kohlenkontingents mit aller Deutllchleit zum Ausdruck bringen. Ein derartiges Kohlenkontingent bedeute die Beschästigungslo- sigkeit von vielen Tausenden von deutschen Bergarbeitern, die auf diese Weise mit zahlreichen Feierschichten und in sehr vielen Fällen mit Verlust ihrer Arbeitsstätte ein Opfer darbringen müßten, dessen volkswirtschaftliche Rechtfertigung fragwürdig sei.
Das Volksbegehren.
Noch Ende Dezember Volksentscheid.
Berlin, 6. Nov. (Tel.-Un.) Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, wird das amtliche Ergebnis für das Volksbegehren voraussichtlich in der Zeit zwischen dem 2 0. und 2 5. November oorliegen. Die Abstim- mungsausschüsse werden in der Zeit vom 18. bis 20. November tagen und das Ergebnis dieser Feststellungen sofort dem Reichswahlleiter übermitteln.
An unterrichteter Stelle wird damit gerechnet, daß das Ergebnis des Volksbegehrens durch ungültige Eintragungen wahrscheinlich noch eine Aenderung erfahren wtrd. Aus einigen Gemeinden liegen bereits heute Meldungen über eine nicht unbeträchtliche Zahl ungültiger Eintragungen vor. So sind in einer Gemeinde in Franken beispielsweise insgesamt 133 Stimmen abgegeben worden, von denen nicht weniger als 43 für ungültig erklärt werden dürften, weil die Eintragungen von einer Person gemacht worden sind, die hierzu nicht be-
Warschau, 6. Rov. (TU.) Wie von polnischer Seite verlautet, sind die deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen unter Hinzuziehung von Sachverständigen bereits im vollen Gange. 3m Vordergründe der Besprechungen steht die Frage der polnischen Schweineausfuhr nach Deutschland. Wie von Sachverständigenseite verlautet, scheint die Frage noch nicht geklärt zu sein, ob auch die polnische Grenzschuhverordnung durch das dcutsch-polnilche Abkommen außer Kraft gesetzt wird. Diese Grenzschuhverordnung ermächtigt die örtlichen Verwaltungsbehörden, staatsfeindliche bzw. mihbeliebige politische Elemente aus der 30 bis 60 Kilometer breiten Grenzzone in den polnischen Westmarken aus- z u w e i s e n. Auf deutscher Seite stellt man sich auf den Standpunkt, daß ein zwischenstaatlicher Vertrag aöminir‘ratiDe Verordnungen, sofern sie diesem Geiste N i)2rsprechen, a u f h e b e n müsse. Was das polnische Wiederkaufsrecht in bezug auf deutsche Rentensiedlungen anlangt, so scheinen von dem Verzicht auf dieses Recht diejenigen Fälle ausgenommen worden zu sein, wo schlechte Bewirtschaftung oder eine Straftat vorliegt. Den bereits abgewanderten deutschen Optanten soll die Rückkehrmöglichkeit von polnischer Seite verweigert worden sein. Daß die deutschen finanziellen Verzicht- lei st ungen auf Grund des Abkommens keineswegs unerheblich sind, wird auch von polnischer Seite zugegeben. Um nur einige Zahlen zu nennen, so betragen die gestrichenen Prozeßforderungen der fce.-trie.enen fceut-
Erwägungen haben sie den dringenden Wunsch, wieder uneingeschränkt ihrem Daterlande anzugehören. Am Schluß des Aufsatzes heißt es: Die starke Stimmung zugunsten Deutschlands wird es vermutlich in Frankreichs Interesse und im Interesse Europas als zweckmäßig erscheinen lassen, das Saargebiet ohne Volksabstimmung an Deutschland zurückzugeben. Es bleibt daher noch die Frage des Rückkaufs der Bergwerke an Deutschland, die Regelung der w i r t s ch a f t - lichen Beziehungen zwischen dem Saar- gcbict, Lothringen, Elsaß und vielleicht Luxemburg und die notwendige innere An Passung zwischen Frankreich und Deutschland zu vollziehen. Diese Probleme können nur auf der Grundlage des gemeinsamen Interesses und Einverständnisses gelöst werden.
Oie Reparationspolitik des neuen Kabinetts.
Aounqplan. — Rhcinlandräumung. Zweite Haager Konferenz.
Paris, 11. Rov. (WTD. Funlspruch.) Der Außenpolitiker des „Matin" schreibt zu der Stellung, die Driand in der Frage der Rheinlandräumung einnehmen werde, die Räumung werde fortgesetzt und in den vorgesehenen Fristen beendet werden unter der Bedingung, daß der TZoungplan verwirklicht werde. Zu diesem Zweck müsse er ordnungsmäßig in Berlin verabschiedet werden.
erflärt sich nicht für befugt, den Ramen des wirklichen Empfängers der 803 Mark zu nennen. Er, Böß, müsse es in diesem Fall dem De- trefsenden selbst überlassen, mit feinem Ramen an die Öffentlichkeit zu treten. Auch die Mitteilung, daß die re st lichen 2 0 0 Mark einer von ihm dauernd mit monatlichen Zahlungen unterstützten Verwandten über die regelmäßigen Beträge hinaus übergeben worden feien, wird vom Oberbürgermeister bestätigt.
Laut „B.T." hat die Volkspartei beschlossen, in der Stadtverordnetenversammlung f ü r das von den Kommunisten eingebrachte Mißtrauensvotum gegen den Oberbürgermeister zu stimmen. Dadurch ist es nicht ausgeschlossen, daß eine Mehrheit für dieses Mißtrauensvotum zustande kommt, allerdings würde dieser Umstand allein für den Oberbürgermeister noch keine Rotwendigkeit mit sich bringen, von seinem Amt zurückzutreten.
Zwei weitere Magistratsbeamte suspendiert.
Berlin, 6. Nov. (2DIB.) Die der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat der Oberprä- sident der Provinz Brandenburg und von Berlin gegen Stadtrat Ben ecke und Stadtamtsrat Sakolowski das förmliche Disziplinär- verfahren mit dem Ziele auf Entfernung aus dem Amt eingeleitet. Ferner ist die Amtssuspendierung beider Persönlichkeiten verfügt worden.
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In einer Fraktionsführerbesprechung beim Reichskanzler herrschte darüber Einigkeit, daß dem Aeltestenrat des Reichstages die Einberufung des Reichstages für den 2 7. Rovember vorgeschlagen werden soll. In dieser Tagung soll zuerst neben anderen dringenden Aufgaben, wie dem Republikschuh- geseh und dem Gesetz über ältere staatliche Renten (Standesherrengcseh), das Volksbegehren beraten und verabschiedet werden. Des weiteren waren die Regierungsparteien der Ansicht, daß der Volksentscheid so bald wie möglich durchgesührt werden sollte. Die Regierung erklärte darauf, daß der Volksentscheid nochindiesemIahre durchgesührt würde. Daraus ergibt sich, daß die von verschiedenen Seiten geäußerte Besorgnis völlig unbegründet ist, als könnte durch die weitere Behandlung des Volksbegehrens und der Volksabstimmung darüber die verfassungsmäßige Erledigung der Beschlüsse der bevorstehenden z w e i- ten Haager Konferenz und des Voung- planes eine Verzögerung erleiden. Das »B. T. teilt noch mit, daß der Volksentscheid, wenn irgend möglich, a m Sonntag, 15. Dezember. ftattfinben soll. Diese D'schleunigung entspricht auch einem von deutschnationaler Seite ausgesprochenen Ersuchen. Rach der „Germania ist erst der 2 2. Dezember als Tag des Volksentscheides vorgesehen.
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Chefredakteur:
Dr Fnedr Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen.
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Ganz gerecht betrachtet sei der Voungplan erst in Kraft, sobald die Kommerzialisierung der deutschen Schuldverpflichtungen vollzogen sei. Er ziehe somit dann auch die im Haag festgesetzten politischen Folgen nach sich. — Was das Saargebiet betreffe,_ so bereiteten sich die in beiden Ländern ausgrwähl- ten Fachleute darauf vor, eine theoretische Prüfung rein vorbereitenden Charalters anzustellen. Es sei also keine Verhandlung eingeleitet. Die sranzösische Regierung sei lediglich einig über den Grundsatz, daß unter strikter Wahrung der Rechte der 'Bepolferu.-.g, es vielleicht für alle diejenigen, die im Saargebiet wirkliche und tatsächlich wohlbegründ te Interessen hätten, von Ruhen wäre, nach gemeinsamer llebcreinfunft ein Regime der Zusammenarbeit einzusühren, anstatt cs 1935 zu einem Abbruch der Handelsbeziehungen, verbunden mit einer finanziellen Schädigung, kommen zu lassen.
Was die künstige Entwicklung der internationalen Verhandlungen betrete, so würden sie beherrscht durch die Tatsache, daß das Problem der Ostreparationen nicht habe geregelt werden können. Weder die Ungarn noch die Bulgaren hätten sich mit ihren Gläubigern verständigt. Die Haager Konferenz. werde also einen Schiedsspruch fällen müssen. Hinsichtlich des Status der Internationalen Zahlungsbank habe Snowden erklärt, daß die englischen Delegierten in Baden-Baden keinerlei Weisung erhalten hätten, und daß die englische Regierung somit freie Hand erhalte. Man erkenne also, daß es allzu opti«
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Die drutsch-polmschen Verhandlungen.
Um den Handelsvertrag. - Das politische Abkommen. - Oie deutschen Verzichte.
reebtigt war.
Die Fraae, ob das Freiheitsgesetz versa f- sungsändernd ist, oder nicht, ist zur Zeit in Berlin Gegenstand lebhafter Erörterungen. Fest steht, daß die in den Kommentaren zur Neichsver- sassung zum Ausdruck gekommenen Auffassungen verschiedener Staatsrechtslehrer auseinander- gehen. Das Reichsinnenministerium erklärt hierzu, es fei zur Zeit gleichgültig, ob der Volksentscheid verfassungsändernd sei oder nicht, denn es müsse zunächst einmal feststehen, obsichmehralsdie Hälfte aller Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligen würden. Hier- bei würden sowohl die Stimmen der Jasager wie der Neinsager als auch die ungültigen Stimmen
GietzeiierAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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rchnchten.
bei Gießen.
vor 11 Uhr, brach aus dem eihgeslera ein großer in kurzer Zeil über die mil t> Heu gefüllte hauplscheune, gen und ein weiteres Wirf» ‘eie. Die alsbald an der Drtsfeuenvchr von teih- viüigen Feuerwehren aus finden und die fireismolor- Kommando des Kreissener- : (Gichech sehr stark zu tun, den Brandherd in die 0c- e weitere Ausdehnung der onnten. Aach den uns bis rmafionen sind etwa 100 imen zum Opfer ge- ie hauptscheuer mit Inhalt en konnte zum ®lü< alles erden.
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Abg. Dr. Rosenfeld (©odJ wandte srch ßtiffUttfi ÖCÖ
gegen diesen Antrag. Es sei sehr auffallend, IVUlfHUliyV vvv
welche rührende Sorge urn d a s Wohl Tttßrlttlßr der Koalition die deutschnatconalen QlnS- WVl VUl y v» v.
führungen durchzittert habe. (Große Heiterleit.,' Mie die tausend Mark für den Lktarek- Es sei doch aber nicht gerade die Aufgabe der . verwandt wurden
Deutschnationalen, sich um baä Wohl der gegen- , I?T
wärtigen Regierung allzu sehr zu sorgen. Im Derlen, 6. Rov. (W^.B) Ob^burgermeister übrigen glaube er sie beruhigen zu können, denn I Böß hatte, wie gemeldet, eine Erklärung ab- das Zentrum werde sich schon wieder bald 1 gegeben, in der er ausführlich auf den Kauf
einer Pelzjacke durch seine Gattin sowie auf seine Kenntnis von der ganzen Affäre Sklarek und seine Einstellung zur Kreditgewährung der Stadtbank eingelst. Diese Erklärung findet jetzt in vielen Punlt.n Widerspruch, der von der B. S.-Korrespondenz zu bestimmten Fragen an den Oberbürgermeister zusammengefaßt wird. Bezüglich des Pclzjackenkauies hatte Dr. Böß in Amerika von 1OOO Mark gesprochen, die er wohlhätigenZweckenzugewiesen hebe In feiner gestrigen Erklärung nannte er keine Ziffern. Die B. S.-Korresponden; fragt nun: „3ft es richtig, daß Oberbürgermeister Böß von den 1000 Mark rund 800 Mark an den Maler Max Oppenheimer überwiesen hat?" Ist es richtig, daß Oberbürgermeister Böß hierfür ein Bild erhalten hat?" Unb schließlich bleibt noch die Frage offen, ob der Restbetrag von 200 Mark einer Verwandten des Oberbürgermeisters, die sich in einer schlechten finanziellen Lage befand, zugrflossen ist."
Diese Mitteilung veranlaßte das,D. den Oberbürgermeister selbst um Bestätigung dieser Rachricht zu bitten. Böß machte dem Blatt über den Verbleib der genannten Summe bestimmte Angaben. Es sei richtig, daß der Oberbürger- meistcr einem augenblicklich in großer Rot be- sindlichen Künstler ein Bild für feine Dienstwohnung abgekauft und dafür 800 Mark aus seiner Tasche als teilweisen A usgleich für den zu billig gekauften Sklarek-Pelzmantel be- zahlt habe. Der in der Oeffenllichkeit genannte Rame des Malers Max Oppercheimer (Mopp) treffe jedoch nicht zu. Der Oberbürgermeister
Berlin, 7.Nov. (TDolff.)
Rach einer Meldung des Sozialdemokratischen Pressedienstes soll der seit Wochen vorliegende Abmarschbefehl für das in Kreuznach stationierte französische Regiment plötzlich zurückgezogen worden sein. Kreuznach bleibe bis auf weiteres beseht. Eine französische Kompagnie, die auf dem Mainzer Bahnhof bereits zum Abtransport bereit stand, habe den Beseht erhalten, sich In die alten Quartiere zurückzubegeben. Mainz bleibe vorläufig ebenfalls befehl. Main; und Kreuznach gehören zur dritten Zone des besetzten Gebietes, mit deren Räumung erst nach der Ratifikation des Poungplanes begonnen werden sollte. Immerhin hatte die französische Regierung in der Erwartung, daß Deutschland die verabredeten Vereinbarungen durchführen wird, auch die Räumung eines Teiles der dritten Zone schon vor Wochen angeordnet.
Der „vorwärts" bemerkt dazu: Dieser plötzliche Gegenbefehl hängt offenbar mit dem französischen Kabinettswechsel und insbesondere mit der Ernennung Maginots zum Kriegsminister zusammen. Maginot und feine Freunde hatten bereits unter dem früheren Kabinett die Auffassung vertreten, daß die Räumung der dritten Zone er st nach der Inkraftsetzung des Poungplanes zu beginnen habe. Die regierungsossiziöse französische Rechtspresse erklärte sofort, daß angesichts des ausstehenden Volksentscheides keine weiteren Vorkehrungen für die Räumung der dritten Zone getroffen werden dürfen.
Oer französische Korpskommandani verräßt Koblenz.
Koblenz, 5.Rov. (TU.) 2n der Rächt zu Dienstag hat General G o u b e a u vom 30. Armeekorps mit seinem Stab die Stadt Koblenz verlassen. Montagnachmittag nahm der General von den noch in Koblenz liegenden i Truppenteilen Abschied. Das Wachbataillon für die Rheinlandkommission marschierte vor der Wohnung des Generals in der Mainzer Straße auf und präsentierte das Gewehr, während von dem Haus die Trikolore heruntergeholt wurde. Der General schritt darauf die Front ab und verabschiedete sich von den noch zurückbleibenden Offizieren. Die von mehreren Zeitungen verbreitete Rachricht, daß das Regierungsgebäude in Koblenz, in dem das Generalkommando des 30. Armeekorps unterge- bracht war, am Dienstag wieder den deutschen Behörden zur Verfügung gestellt würde, trifft nicht zu. Ein Rückgabetermin steht bisher noch nicht fest.
Die Rückkehr des Saargebiets
a Die Times zum Laarproblcm.
3cnfrtitn und Koalition. London, 6. Rov. (WB.) In einem Aufsatz Im Rechlsausschutz. des Sonderkorrespondenten der „Times" über
ro_- ^DF) Im Rechtsausschutz das Saargebiet heißt es: Wenn es tatsächlcch
K-Nd" zur -Bc^nMung. ^-Zentrums. » «n® .hieran f u 6 ® e u.t^a
längere Gefchaftsor.nun^bebat e. D^e ^lbgeord- die gleiche. Sie sind Deutsche
uni?an'm a n n® (*än )°e"® ou| S<n ® i- uni, sind stolz daran,. Ohn° Rücksicht auf andere gemeinen Brauch hin, daß Ausschüsse nicht zu ™
tagen pflegten, wenn eine große Partei un .
Ausschuß nicht vertreten sei. Auch scheine a n d e r B e r a t u n g b e t e r l r g e n. — Daraus die Regier un gskoalition sehr ins wurde der deutschnauona.e Antrag aus Derta« Wanken geraten zu sein, wenn eine große gung a b g e l e h n t und der Ausschuß wandte Regierungspartei, wie das Zentrum, plötzlich | sich der sachlichen Beratung zu. seine Mitarbeit einstelle.
Der stellvertretende Vorsitzende, Abg. Lands- b e r g (S.) erwiderte, dnh es zwar bisher stets üblich gewesen sei, die Ausschußberatungen zu vertagen, wenn eine größere Partei durch trgcnb ein Ereignis verhindert fei, an den Aus» schußberatungen teilzunehmen. Die Richtteilnahme des Zentrums an den Ausschuhberatun- gen beruhe aber in diesem Falle unmißverständlich aus der O b st r u k t i o n s a b s i ch t, und es sei nicht Brauch im Reichstage, infolge Obstruktion einer Partei notwendige und dringende Arbeiten zu verzögern.
Die Abgeordneten Hanemann CSntL) und Strathmann (Dntl.) beantragten hierauf,die Sitzungen des Rechtsausschusses so lange zu vertagen, wie das Zentrum die Teilnahme an den Ausschuß-Sitzungen versage, weil infolge der Abwesenheit dieser großen Regierungspartei das Ergebnis der Beratungen doch in der Luft hänge unö wahrscheinlich später werde um-


