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Nr. |06 Erster Blatt

179. Jahrgang

Dienstag, 7. Mai 1929

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Die Illustrierte Tietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle.

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GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lang«: für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Diesten.

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der öffentlichen Meinung der meisten Länder keiner Weise geteilt wird. So kann keinerlei Erwartungen mehr an die schliestenden Arbeiten, die der Ausschuh auf

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letzten Tagung vornehmen will, knüpfen. Die ein­zige Hoffnung bleibt die Konferenz selb st. deren schleunige Einberufung das Ziel der verantwortlichen Organe des Völkerbundes bleiben muh, die nur dann zu einem Erfolg führen kann, wenn die Regierungen ihren Vertretern andere

Person in einem Wege des Gartens am Rotio- naltheater im Rücken der Gruppe mehrere Re­volverschüsse auf diese ab. Det Ministerpräsi­dent und Frau Voldemaras blieben unverletzt, da­gegen wurde Leutnant Gudinas durch einen Kopf­schuh auf der Stelle gelötet. Dem Hauptmann Verbicka wurde von einer Kugel d i e rechte Lunge durchbohrt und der kleine Reffe erhielt einen schweren vauchschuh.

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Instruktionen erteilen, als es bisher ge­schehen ist. Die deutsche Abordnung scheidet von die- ser Tagung mit der Ueberzeugung, dah sie alles getan hak, was in ihrer Macht stand, um die Ab- rüslungsarbeit bei Berücksichtigung aller bestehen­den Schwierigkeiten im positiven Sinne zu fördern, und dah, wenn sie dabei sich stets der kom- paktcn Mehrheit desAusschusses gegen­übersah, sic zweifellos die kompakte Mehrheit der öffentlichen Meinung, und zwar nicht nur in Deutschland, hinter s i ch hatte.

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Attentat auf den titanischen Diktator.

Voldemaras unverletzt. Ein Toter zwei Schwcrvcrwundctc.

Kowno, 6. Mai. (MTV. Funkspruch.) 8.20 Uhr abends. Als sich Ministerpräsident Vol­demaras in Begleitung seiner Gattin, seines kleinen Reffen, seines Adjutanten. Leutnant Gu­dinas. unb der Ordonnanz des Kriegvmlnisters, Hauptmann verbickas. zu einem Glafunoff-Konzert

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Werkzeug für die Vorbereitung der Vereinigten Staaten von Europa an- sche. Wenn die Bank für Internationale Zahlungen wirklich Gewinne abwerfen werde, so deshalb, weil sie auf dieser Forderung aufgebaut

Die Munizipalwahlen in Frankreich.

Paris. 0. Mai. (WB.) Das Innenministerium veröffentlicht eine neue Statistik über das Ergebnis der Munizipalwahlen vom Sonntag, die sich auf 765 von 771 Kommunen mit mehr als 5000 Ein­wohnern bezieht. In 281 Kommunen ist die Ent­scheidung im ersten Wahlgang gefallen, in 484 Kom­munen muß Stichwahl stattfinden, in 151 dieser Kommunen steht die Mehrheit bereits fest. Die im ersten Wahlgano erzielten Ergebnisse verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt:

sehung der ausgebildeten Reserven und des Heeresgutes und Kriegsmaterials verzichtet haben.

Litwinow verwarf in einer scharfen, kri­tischen Zusammenfassung das Ergebnis der bis­herigen Arbeit, das in den wesentlichen Punkten negativ sei. Wie die deutsche Dele­gation, lehne auch die russische Delegation jede Verantwortung für den jetzigen Stand der Ar­beiten ab. Hierauf schloß der Vorsitzende Poli - t i s die Tagung mit einer längeren Rede, in der er nach einer Sympathieerklärung für den an Grippe erkrankten Präsidenten Loudon bereits den Erfolg der künftigen Abrüstungskonferenz eskomptierte, der man, wie er meinte, heute viel näher sei als vor drei Wochen.

Graf vernslorff zieht die Bilanz.

Die einzige Hoffnung bleibt die Abrüstungskonferenz selber.

Genf. 6. Mai. (WTB.) Auf einem Presse­empfang, bei dem sich Graf vernsiorff und die deutsche Delegation im Vorbereilungsausschuß für die Abrüstungskonferenz von den hiesigen Derlre- tern der deutschen Presse verabschiedeten, gab der Führer der deutschen Delegation folgende Erklärung ab: Ich kann nur wiederholen, dah angesichts der Haltung, die der Ausschuh in der entscheidenden Frage der Landrüstungen eingenommen hat, wir deutlich abgerückt sind von dem Programm, das die Mehrheit aufstellte, und dah wir von nun an diesem Ausschuh d i c ausschliehlich alleinige Berantwortung für d i c Vorbereitung der Konferenz überlassen müssen. Ich lege besonderen Wert daraus, diese Er­klärung zu wiederholen. Angesichts der Schlußrede, mit der Politis heute die Tagung beendete, möchte ich ausdrücklich festgestellt wissen, dah Po­litis nur namens feiner Mehrheit ge­sprochen haben kann und dah der über­raschende Optimismus, mit dem er die Ar­beiten des Ausschusses feierte, von der deutschen Abordnung und, wie ich wohl annehmen kann, von

werden müssen. Die wirtschaftlichen Bedingungen der deutschen Delegation sind heute vormittag dem Vor­sitzenden der Reparationskonferenz, Owen Poung, mitgeteilt worden, der sie seinerseits den interessierten Gläubigernationen überreichen wird.

Unfreundliches Scho in Paris.

Lcharfc Sprache gegen die Amerikaner.

Paris, 6. Mai. (WTD.) Die Morgenpresse beschäftigt sich mit dem amerikanischen Vorschlag Owen Voungs, den sie kritisiert, jedoch als Der- handlungsgrundlage annimmt. DasPetit Journal" schreibt, die Haltung Frankreichs sei eine sehr entschlossene. Es könne nur eine Regelung für annehmbar erachten, die ihm so­wohl die Möglichkeit biete, seine Ausland- schulden zu decken, als auch feine Inland- schuld bis zu einem Betrage von 50 Milliarden Franken. Rach dem Plane Vcmngs in seiner jetzigen Gestalt vorausgesetzt, daß die bis zur Stunde noch nicht bekannten Vorbehalte Deutsch­lands ihn nicht unannehmbar machten würde der ungeschützte Teil der Annuitäten Frankreich nur die Möglichkeit bieten, 42 bis 43 Milliarden Franken zu mobilisieren. Das ganze Problem laufe also darauf hinaus, ob dieser Restbetrag für die eigentlichen Reparationsansprüche von 42 bis 43 Milliarden Franken durch den Ge­winn der Bank für Internationale Zahlungen erhöht werden könne, um auf alle Fälle Kommerzialisierungsoperationen zu er­leichtern, die das von Franüeich geforderte Ae- parationskapital von 50 Milliarden Franken lie­ferten. DerM atin" erklärt: Wenn Frank­reich nicht 50 Milliarden Franken für seine Konvertierungsanleihe für die innere Schuld er­hält, dann werden die französischen Delegierten die Verpflichtung haben, ihre Zustimmung zu dem Kompromißantrag Owen Poungs vorzubehalten.

Eine außerordentlich scharfe Sprache gegen die Amerikaner führt die nationalistische Presse. So schreibt dasEcho de Paris", übrigens herrsche oer naive Glaube, daß das wirtschaftliche Deutsch­land (von dem demokratischen Deutschland wage man schon gar nicht mehr zu sprechen) uns von dem revanchelustigen Deutschland befreien werde, wenn man so klug sei, sich mit ihm zu verständigen. Rach dieser Feststellung brauche man sich nicht zu wundern, daß der Dollarimperialismus, der durch Owen Poung und seine Freunde ver°

stische Liste erreichte 2779, die radikale 2012, die na- tional-katholische 1331, die kommunistische 1660 Stimmen. Der frühere Kolmarer Staatsanwalt F a ch o t, der kürzlich pensioniert wurde, ist in Re- miremont gewählt worden. Rach dem ersten Wahl­gang urteilt das5 o u r n a I des D 6 b L t s" über die Munizipalwahlen: Die weit links stehenden Par­teien hatten gehofft, daß diese Wahlen eine Be­wegung gegen die nationale Politik kennzeichnen würden. Sie haben sich getäuscht. Der charakteri­stische Zug der gestrigen Wahlen ist Stabilität. Frankreich sehnt sich nicht sehr nach einer Aende- rung. DerParis S o i r" urteilt: Der erste Wahlgang läßt keine merkliche Aende- rung in der politischen Zusammensetzung der Ge- meinderäte erkennen. Wie gewöhnlich hat in Paris die Mehrheit rechts gestimmt, in der Provinz da­gegen links. Trotz der Voraussage von interessierter Seite werden die Parteien des alten Kar­tells der Linken, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Stellung behalten, die sie 1925 in den großen Provinzzentren errungen haben. In zahlreichen ländlichen Gemeinden scheinen sie so­gar wesentliche Fortschritte erzielt zu haben. DieSibert e" glaubt feststellen zu können, daß die Wahlen an der Verteilung der Kräfte der politischen Parteien in der Provinz sehr wenig geändert hätten.

Amerikanischer AZirtschastsnaiionalismus.

Berlin. 7. Mai. (Priv.-Tel.) Richt nur in Europa treibt der Wirtschaftsnationalismus sein Anwesen, sondern wie eine Rede des amerika­nischen Chemikers Fraircis Garvin, der eine anerkannte wissenschaftliche Kapazität jenseits des Ozeans darstellt, beweist, auch in Amerika. Sein Kampf richtet sich vor allem gegendiedeu t - s ch c chemische Industrie und gegen die Beteiligung amerikanischen Kapitals an der Gründung deutscher Filialen in Amerika. Garvin befürchtet, daß die ameri­kanische chemische Industrie geschädigt werden könnte und daß die nationale Verteidigung Ame­rikas von Deutschland abhängig würde. Es wäre bedauerlich, wenn diese Stimmung sich in Ame­rika allgemein durchsetzen sollte, das sich ohnedies schon durch ungewöhnlich hohe Zollsätze ge­gen die europäische Einfuhr geschützt hat.

Genf, 6. Mai. (WB.) Die heutige Sitzung des Vorbereitungsausschusses für die Abrüstung brachte auf japanischen Antrag die zu erwartende Vertagung der eigentlichen Aussprache über die Flottenfrage, um den Seemächten Zeit zur gründlichen Prüfung der amerikanischen An­regung, insbes. in bezug auf die Schaffung eines Dergleichsmaßstabes für den Gefechtswert der ein­zelnen Kriegsflotten zu geben. Die Flottenfrage soll zu einem späteren noch nicht festgesetzten Zeitpunkt in einer der letzten Tagungen des Vorbereitungsausschusses behandelt werden, und zwar sobald die interessierten Seemächte den Vor­sitzenden davon verständigen, daß sie zur allge­meinen Aussprache über die Flottenabrüstung bereit sind. Sato (Japan) erklärte, feine Regie­rung fei im Sinne der amerikanischen Anregungen nicht nur zur Begrenzung, sondern zur Herab­setzung der Flottenrü st ungen bereit. Lord Cushendun betonte, dah die amerika­nische Regierung noch keine festen Vorschläge, sondern nur Anregungen gegeben habe, die eine Verständigung ermöglichen sollen. Die eng­lische Delegation hoffe, dah der Ausschuh bei seiner nächsten Zusammenkunft von der erfolgten Verständigung der Seemächte Kenntnis nehmen könne. G ib s on (11. ©. 21.) erklärte, dah die ame­rikanischen Anregungen den Vergleich des Ge- fechtswcrtes der einzelnen Kriegsschiffe und der Gesamtheit jeder einzelnen Schiffskategorie be­zwecken. Diese Problemstellung dürfe aber nicht durch Einführung unnötiger Faktoren erschwert werden. Cs handele sich vor allem um die Berück­sichtigung der Wasserverdrängung, der Geschüh- kaliber, des Schiffsalters und der Schnelligkeit neben ähnlichen Faktoren.

Die zweite Lesung über die Beschränkung der Heeresausgaben und die Einführung einer inter­nationalen Kontrolle wurde ebenfalls vertagt. Maffigli (Frankreich) machte dazu die Mit­teilung, dah die französische Delegation angesichts der bei der ersten Lesung aufgetretenen Schwie­rigkeiten ihre bisherigen Anträge zu diesen beiden Fragen unter Aufrechterhaltung ihrer grundsätz­lichen Auffassung zurückziehe und demnächst dem Präsidenten des Ausschusses Kompromiß- Vorschläge einreichen werde. Gibson begrüßte diese Erklärung mit lebhafter Genugtuung. Rach den zwischen Massigli und Gibson ausgetauschten Er­klärungen bestehen diegegenseitigen Konzessio­nen", die die amerikanische Delegation zu Beginn der Tagung verlangt hatte, lediglich in dem Ver­zicht Frankreichs auf die Begren­zung der Heeresausgaben und auf die Einführung einer internationa­len Kontrolle, während die Vereinigten Staaten auf die für die Verwirklichung der 216» rüstung ungemein viel wichtigeren Herab-

Frontwechsel?

Der Vorhang über der Pariser Bühne hat sich nun doch noch einmal wieder geöffnet. Richt zu dem Zweck, um in feierlicher Schlußsitzung die wirtschaftlichen Sachverständigen sich gegen­seitig noch einmal ihre Unfähigkeit bescheinigen zu lassen: das ist offenbar gerade das, was Owen Poung fürchtet. Deswegen hat er sich entschlossen, nachdem eigentlich alle Wege ver­baut waren, mit einem eigenen Vor­schlag hervorzutreten, den er zuerst mit den Deutschen besprochen hat. Es ist wohl eine ge­wisse 2lbsicht dabei gewesen, wenn er diesen Pfeil gerade in dem Augenblick abschoh, wo Herr Dr. Schacht in Berlin war. So bestand die Möglichkeit, gleichzeitig auch mit der po­litischen Leitung Rücksprache zu nehmen, und auf deren Einwirkung ist es dann wohl zu» rückzuführen, dah Herr Dr. Schacht sich ver­pflichtete, wenigstens nicht von sich aus den amerikanischen Kompromiß abzulehnen, sondern an ihm mitzuarbeiten, und wenn es zu einer Ablehnung kommen sollte, die Verantwortung dafür der Gegenseite zuzuschieben. Dementspre­chend ist Dr. Schacht verfahren. Die deutsche Delegation hat Owen Poungs Gedankengänge beraten, hat einzelne Vorbehalte dazu aus­gearbeitet, sie sich aber grundsätzlich soweit zu eigen gemacht, dah man beinahe von einem deutsch-amerikanischen Plan sprechen kann, den jetzt die Gläubigerstaaten zu schlucken haben.

And hier zeigt cs sich, dah nun doch wieder Risse im Gläubigerblock sich Herausstellen, wenig­stens insoweit, als Japan sofort bereit ge­wesen ist, und England wenigstens unentschlos­sen ist, so dah nur Belgien und Frank- reich abseits stehen, für Frankreich also die Ge­fahr fühlbar wird, dah es sich unter Umständen isoliert sieht. Scheitert also dieser letzte Versuch, bann würde die Linie durch die Sachverständi­gen so laufen, dah Deutschland und die Ver­einigten Staaten in einer Front stehen. Die Franzosen fühlen das auch und sprechen des­halb mit einigem Aerger über das Bünd » ni s des Dollars mit der Mark. Viel­leicht fürchten sie diese Konsequenz doch soweit, bah sie in der Zustimmung zu dem Kompromih doch das kleinere Hebel sehen.

Besonderen Anlaß zum Jubel wird Deutsch­land auch dann nicht haben, denn die Zahlun­gen, die uns zugemutet werden, gehen über das wirtschaftlich Mögliche weit hin- a u s. Eine Durchschnitts-Annuität von über zwei Milliarden auf 37 Jahre - selbst wenn man die noch bestehende Unklarheit, was aus den letz­ten zwanzig Jahren werden soll, offen läßt ist rein wirtschaftlich vom Standpunkt der deutschen Leistungsfähigkeit überhaupt nicht zu Dorant«. Worten. Ein Wort der Kritik ist deshalb von deutscher Seite auch erst zu sagen, wenn wir die Bedingungen kennen, wie weit der transfer- geschützte Teil geht, wie weit ein Moratorium vorgesehen ist und wie weit Dr. Schacht feine Forderungen nach einem nicht nur transfer-, sondern auch aufbringungsgeschühtcn Teil durch­setzen konnte. Vorläufig ist also der Schlußakt in Paris mehr politisch zu verstehen. Lind politisch ist er auch ganz geschickt. Ob er auch wirtschaftlich einen Vorteil bringt, muffen wir abwarten.

ftoungs Zahiungsvorschlag.

Paris, 6.TTlai. (WB.) Der erste französische Delegierte auf der Reparalionskonferenz, 2N o - rcau, ist nachmittags nach Paris zurückgekehrt. Der Borsihende der Reparalionskonferenz. Owen Zoung, hat im Laufe des Rachmittags feine An- fichten über den von ihm den einzelnen Delegationen am Samstag angekündigten Kompromißoor- schlag schriftlich zur Kenntnis gebracht, wie man erfährt, sollen weder die französische noch die bei- gische Delegation sich bis jetzt zustimmend geäußert haben. Die Verhandlungen werden am Dienstagvor- mittog in ein aktives Stadium treten. Bei dem Zoungschen Vorschlag handelt es sich, wie in einem Teil der gestrigen Auflage schon gemeldet, um eine Annuitätenstaffel, die mit 1675 Millionen Mark be­ginnt und jedes Iahr um 25 Mill. Mk. steigt. Aus die Periode von 37 Iohren berechnet, gelangt man also zu einer Durchschniltsannuität von 1 980 Millionen Mark, für die Dauer der ersten zehn Iahre berechnet auf eine solche von 1787 Millionen Mark. Denn man den Zinsen- und Til­gungsdienst der Dawesanleihe einbeziehen will, wird sich die auf 37 Iahre berechnete Durchschniltsannui­tät auf 2 0 5 0 M i 11 i o n c n M a r k stellen. In den Zahlen des Zoungfchen Schemas sind alle Leistun­gen, die von Deutschland gefordert werden können, einbegriffen. Diese Zoungfchen Zahlen sind von der deutschen Delegation als Erörtc - rungsgrunblage angenommen worden unter der Bedingung, daß bestimmte, von Deutsch­land zu fordernde Voraussetzungen roi r i - schafilicher Ralur berücksichtigt werden. Es ist selbstverständlich, daß bei einem Abkommen, das nicht mehr rein wirtschaftlicher Argumentation ent­springt, gewisse Schutzmaßnahmen (Transferschah usw.), die nicht nur den Interessen des Schuldners, sondern auch denen der Gläubiger dienen, getroffen

worden sei. Es wäre möglich gewesen, und es wäre für anpassungsfähigere Delegationen heute noch möglich, die Verbindung zu brechen, die berge stellt sei zwischen einem Schiedsrichter, der in diesem Falle wirklich zu sehr eines Mindestmaßes moralischer Autorität entbehre, da er anderen Län­dern ein Desinteressement empfehle, das er selbst nicht befolge, und einem deutschen Nationalisten, dessen Absichten klar seien.

DieAgence feconomique et finan- eifere wendet sich mit außerordentlicher Schärfe gegen die von Poung und Dr. Schacht borge- schlagene Losung. Das Blatt erinnert daran, daß es vor drei Wochen dringend davor gewarnt habe, die Verhandlungen weitcrverschlepfxn zu lassen und eine unmittelbare Abfassung des Schluhberichts am Tage nach der durch die lächer­lichen Vorschläge Dr. Schachts hervorgerufene Bestürzung gefordert habe. Es habe nämlich die Gefahr bestanden, dah die Zeit gegen Frankreich arbeite und die amerikanischen Sachverständigen, die damals noch auf feiten der Gläubiger standen, schnell auf di-7 andere Seite gleiten würden und sich zugunsten einer ungenügenden Veröesserung der Vorschläge der Deutschen aussprechcn könnten. Dieses sei eingetreten. Das Blatt fordert einen mög­lichst schnellen 2lbschluh desTheaters" im Hotel Georg V., wo jede neue Vorstellung aus Kosten der Gläubigernationen verderbliche Zugeständnisse nach sich ziehe. DieInformation" betont dagegen, daß die Bemühungen der unabhängigen Sachverständigen im Hotel Georg V. daraus be­rechnet sein müßten, die Verhandlungen von der Politik zu trennen und ein Finanz- Werk zu schaffen, das der Zeit standhalte und zum mindesten in eine Entwicklung überleite, in der sich die Forderungen der Gläubigerstaaten weniger dringend bemerkbar machten. Die Rot­wendigkeit, in der ganzen Welt einen norma­len Wirts chaftszu st and wiederherzustel­len, würde dann die Oberhand über das Ver­langen gewinnen, die Rückerhaltung ihrer Forde­rungen bis zum letzten Centime durchzusehen.

Zweiselha, Die Ergebnisse in Kalmar stellen sich

wie folgt: ite, an deren Spitze stimmen. Die foziati-

Gruppe Marin

77

4

5

Konservative

7

0

0

Linksrepublikaner

77

7

2

Rechtsradikale

21

2

1

Radikale

127

4

6

Sozialrepublikaner

16

1

0

Sozialisten

96

1

6

Kommunisten

16

1

0