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Nr. |06 Erster Blatt
179. Jahrgang
Dienstag, 7. Mai 1929
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GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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der öffentlichen Meinung der meisten Länder keiner Weise geteilt wird. So kann keinerlei Erwartungen mehr an die schliestenden Arbeiten, die der Ausschuh auf
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letzten Tagung vornehmen will, knüpfen. Die einzige Hoffnung bleibt die Konferenz selb st. deren schleunige Einberufung das Ziel der verantwortlichen Organe des Völkerbundes bleiben muh, die nur dann zu einem Erfolg führen kann, wenn die Regierungen ihren Vertretern andere
Person in einem Wege des Gartens am Rotio- naltheater im Rücken der Gruppe mehrere Revolverschüsse auf diese ab. Det Ministerpräsident und Frau Voldemaras blieben unverletzt, dagegen wurde Leutnant Gudinas durch einen Kopfschuh auf der Stelle gelötet. Dem Hauptmann Verbicka wurde von einer Kugel d i e rechte Lunge durchbohrt und der kleine Reffe erhielt einen schweren vauchschuh.
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Instruktionen erteilen, als es bisher geschehen ist. Die deutsche Abordnung scheidet von die- ser Tagung mit der Ueberzeugung, dah sie alles getan hak, was in ihrer Macht stand, um die Ab- rüslungsarbeit bei Berücksichtigung aller bestehenden Schwierigkeiten im positiven Sinne zu fördern, und dah, wenn sie dabei sich stets der kom- paktcn Mehrheit desAusschusses gegenübersah, sic zweifellos die kompakte Mehrheit der öffentlichen Meinung, und zwar nicht nur in Deutschland, hinter s i ch hatte.
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Attentat auf den titanischen Diktator.
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Kowno, 6. Mai. (MTV. Funkspruch.) 8.20 Uhr abends. Als sich Ministerpräsident Voldemaras in Begleitung seiner Gattin, seines kleinen Reffen, seines Adjutanten. Leutnant Gudinas. unb der Ordonnanz des Kriegvmlnisters, Hauptmann verbickas. zu einem Glafunoff-Konzert
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Werkzeug für die Vorbereitung der Vereinigten Staaten von Europa an- sche. Wenn die Bank für Internationale Zahlungen wirklich Gewinne abwerfen werde, so deshalb, weil sie auf dieser Forderung aufgebaut
Die Munizipalwahlen in Frankreich.
Paris. 0. Mai. (WB.) Das Innenministerium veröffentlicht eine neue Statistik über das Ergebnis der Munizipalwahlen vom Sonntag, die sich auf 765 von 771 Kommunen mit mehr als 5000 Einwohnern bezieht. In 281 Kommunen ist die Entscheidung im ersten Wahlgang gefallen, in 484 Kommunen muß Stichwahl stattfinden, in 151 dieser Kommunen steht die Mehrheit bereits fest. Die im ersten Wahlgano erzielten Ergebnisse verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt:
sehung der ausgebildeten Reserven und des Heeresgutes und Kriegsmaterials verzichtet haben.
Litwinow verwarf in einer scharfen, kritischen Zusammenfassung das Ergebnis der bisherigen Arbeit, das in den wesentlichen Punkten negativ sei. Wie die deutsche Delegation, lehne auch die russische Delegation jede Verantwortung für den jetzigen Stand der Arbeiten ab. Hierauf schloß der Vorsitzende Poli - t i s die Tagung mit einer längeren Rede, in der er nach einer Sympathieerklärung für den an Grippe erkrankten Präsidenten Loudon bereits den Erfolg der künftigen Abrüstungskonferenz eskomptierte, der man, wie er meinte, heute viel näher sei als vor drei Wochen.
Graf vernslorff zieht die Bilanz.
Die einzige Hoffnung bleibt die Abrüstungskonferenz selber.
Genf. 6. Mai. (WTB.) Auf einem Presseempfang, bei dem sich Graf vernsiorff und die deutsche Delegation im Vorbereilungsausschuß für die Abrüstungskonferenz von den hiesigen Derlre- tern der deutschen Presse verabschiedeten, gab der Führer der deutschen Delegation folgende Erklärung ab: Ich kann nur wiederholen, dah angesichts der Haltung, die der Ausschuh in der entscheidenden Frage der Landrüstungen eingenommen hat, wir deutlich abgerückt sind von dem Programm, das die Mehrheit aufstellte, und dah wir von nun an diesem Ausschuh d i c ausschliehlich alleinige Berantwortung für d i c Vorbereitung der Konferenz überlassen müssen. Ich lege besonderen Wert daraus, diese Erklärung zu wiederholen. Angesichts der Schlußrede, mit der Politis heute die Tagung beendete, möchte ich ausdrücklich festgestellt wissen, dah Politis nur namens feiner Mehrheit gesprochen haben kann und dah der überraschende Optimismus, mit dem er die Arbeiten des Ausschusses feierte, von der deutschen Abordnung und, wie ich wohl annehmen kann, von
werden müssen. Die wirtschaftlichen Bedingungen der deutschen Delegation sind heute vormittag dem Vorsitzenden der Reparationskonferenz, Owen Poung, mitgeteilt worden, der sie seinerseits den interessierten Gläubigernationen überreichen wird.
Unfreundliches Scho in Paris.
Lcharfc Sprache gegen die Amerikaner.
Paris, 6. Mai. (WTD.) Die Morgenpresse beschäftigt sich mit dem amerikanischen Vorschlag Owen Voungs, den sie kritisiert, jedoch als Der- handlungsgrundlage annimmt. Das „Petit Journal" schreibt, die Haltung Frankreichs sei eine sehr entschlossene. Es könne nur eine Regelung für annehmbar erachten, die ihm sowohl die Möglichkeit biete, seine Ausland- schulden zu decken, als auch feine Inland- schuld bis zu einem Betrage von 50 Milliarden Franken. Rach dem Plane Vcmngs in seiner jetzigen Gestalt — vorausgesetzt, daß die bis zur Stunde noch nicht bekannten Vorbehalte Deutschlands ihn nicht unannehmbar machten — würde der ungeschützte Teil der Annuitäten Frankreich nur die Möglichkeit bieten, 42 bis 43 Milliarden Franken zu mobilisieren. Das ganze Problem laufe also darauf hinaus, ob dieser Restbetrag für die eigentlichen Reparationsansprüche von 42 bis 43 Milliarden Franken durch den Gewinn der Bank für Internationale Zahlungen erhöht werden könne, um auf alle Fälle Kommerzialisierungsoperationen zu erleichtern, die das von Franüeich geforderte Ae- parationskapital von 50 Milliarden Franken lieferten. — Der „M atin" erklärt: Wenn Frankreich nicht 50 Milliarden Franken für seine Konvertierungsanleihe für die innere Schuld erhält, dann werden die französischen Delegierten die Verpflichtung haben, ihre Zustimmung zu dem Kompromißantrag Owen Poungs vorzubehalten.
Eine außerordentlich scharfe Sprache gegen die Amerikaner führt die nationalistische Presse. So schreibt das „Echo de Paris", übrigens herrsche oer naive Glaube, daß das wirtschaftliche Deutschland (von dem demokratischen Deutschland wage man schon gar nicht mehr zu sprechen) uns von dem revanchelustigen Deutschland befreien werde, wenn man so klug sei, sich mit ihm zu verständigen. Rach dieser Feststellung brauche man sich nicht zu wundern, daß der Dollarimperialismus, der durch Owen Poung und seine Freunde ver°
stische Liste erreichte 2779, die radikale 2012, die na- tional-katholische 1331, die kommunistische 1660 Stimmen. Der frühere Kolmarer Staatsanwalt F a ch o t, der kürzlich pensioniert wurde, ist in Re- miremont gewählt worden. Rach dem ersten Wahlgang urteilt das „5 o u r n a I des D 6 b L t s" über die Munizipalwahlen: Die weit links stehenden Parteien hatten gehofft, daß diese Wahlen eine Bewegung gegen die nationale Politik kennzeichnen würden. Sie haben sich getäuscht. Der charakteristische Zug der gestrigen Wahlen ist Stabilität. Frankreich sehnt sich nicht sehr nach einer Aende- rung. — Der „Paris S o i r" urteilt: Der erste Wahlgang läßt keine merkliche Aende- rung in der politischen Zusammensetzung der Ge- meinderäte erkennen. Wie gewöhnlich hat in Paris die Mehrheit rechts gestimmt, in der Provinz dagegen links. Trotz der Voraussage von interessierter Seite werden die Parteien des alten Kartells der Linken, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Stellung behalten, die sie 1925 in den großen Provinzzentren errungen haben. In zahlreichen ländlichen Gemeinden scheinen sie sogar wesentliche Fortschritte erzielt zu haben. — Die „Sibert e" glaubt feststellen zu können, daß die Wahlen an der Verteilung der Kräfte der politischen Parteien in der Provinz sehr wenig geändert hätten.
Amerikanischer AZirtschastsnaiionalismus.
Berlin. 7. Mai. (Priv.-Tel.) Richt nur in Europa treibt der Wirtschaftsnationalismus sein Anwesen, sondern wie eine Rede des amerikanischen Chemikers Fraircis Garvin, der eine anerkannte wissenschaftliche Kapazität jenseits des Ozeans darstellt, beweist, auch in Amerika. Sein Kampf richtet sich vor allem gegendiedeu t - s ch c chemische Industrie und gegen die Beteiligung amerikanischen Kapitals an der Gründung deutscher Filialen in Amerika. Garvin befürchtet, daß die amerikanische chemische Industrie geschädigt werden könnte und daß die nationale Verteidigung Amerikas von Deutschland abhängig würde. Es wäre bedauerlich, wenn diese Stimmung sich in Amerika allgemein durchsetzen sollte, das sich ohnedies schon durch ungewöhnlich hohe Zollsätze gegen die europäische Einfuhr geschützt hat.
Genf, 6. Mai. (WB.) Die heutige Sitzung des Vorbereitungsausschusses für die Abrüstung brachte auf japanischen Antrag die zu erwartende Vertagung der eigentlichen Aussprache über die Flottenfrage, um den Seemächten Zeit zur gründlichen Prüfung der amerikanischen Anregung, insbes. in bezug auf die Schaffung eines Dergleichsmaßstabes für den Gefechtswert der einzelnen Kriegsflotten zu geben. Die Flottenfrage soll zu einem späteren noch nicht festgesetzten Zeitpunkt in einer der letzten Tagungen des Vorbereitungsausschusses behandelt werden, und zwar sobald die interessierten Seemächte den Vorsitzenden davon verständigen, daß sie zur allgemeinen Aussprache über die Flottenabrüstung bereit sind. Sato (Japan) erklärte, feine Regierung fei im Sinne der amerikanischen Anregungen nicht nur zur Begrenzung, sondern zur Herabsetzung der Flottenrü st ungen bereit. Lord Cushendun betonte, dah die amerikanische Regierung noch keine festen Vorschläge, sondern nur Anregungen gegeben habe, die eine Verständigung ermöglichen sollen. Die englische Delegation hoffe, dah der Ausschuh bei seiner nächsten Zusammenkunft von der erfolgten Verständigung der Seemächte Kenntnis nehmen könne. G ib s on (11. ©. 21.) erklärte, dah die amerikanischen Anregungen den Vergleich des Ge- fechtswcrtes der einzelnen Kriegsschiffe und der Gesamtheit jeder einzelnen Schiffskategorie bezwecken. Diese Problemstellung dürfe aber nicht durch Einführung unnötiger Faktoren erschwert werden. Cs handele sich vor allem um die Berücksichtigung der Wasserverdrängung, der Geschüh- kaliber, des Schiffsalters und der Schnelligkeit neben ähnlichen Faktoren.
Die zweite Lesung über die Beschränkung der Heeresausgaben und die Einführung einer internationalen Kontrolle wurde ebenfalls vertagt. Maffigli (Frankreich) machte dazu die Mitteilung, dah die französische Delegation angesichts der bei der ersten Lesung aufgetretenen Schwierigkeiten ihre bisherigen Anträge zu diesen beiden Fragen unter Aufrechterhaltung ihrer grundsätzlichen Auffassung zurückziehe und demnächst dem Präsidenten des Ausschusses Kompromiß- Vorschläge einreichen werde. Gibson begrüßte diese Erklärung mit lebhafter Genugtuung. Rach den zwischen Massigli und Gibson ausgetauschten Erklärungen bestehen die „gegenseitigen Konzessionen", die die amerikanische Delegation zu Beginn der Tagung verlangt hatte, lediglich in dem Verzicht Frankreichs auf die Begrenzung der Heeresausgaben und auf die Einführung einer internationalen Kontrolle, während die Vereinigten Staaten auf die für die Verwirklichung der 216» rüstung ungemein viel wichtigeren Herab-
Frontwechsel?
Der Vorhang über der Pariser Bühne hat sich nun doch noch einmal wieder geöffnet. Richt zu dem Zweck, um in feierlicher Schlußsitzung die wirtschaftlichen Sachverständigen sich gegenseitig noch einmal ihre Unfähigkeit bescheinigen zu lassen: das ist offenbar gerade das, was Owen Poung fürchtet. Deswegen hat er sich entschlossen, nachdem eigentlich alle Wege verbaut waren, mit einem eigenen Vorschlag hervorzutreten, den er zuerst mit den Deutschen besprochen hat. Es ist wohl eine gewisse 2lbsicht dabei gewesen, wenn er diesen Pfeil gerade in dem Augenblick abschoh, wo Herr Dr. Schacht in Berlin war. So bestand die Möglichkeit, gleichzeitig auch mit der politischen Leitung Rücksprache zu nehmen, und auf deren Einwirkung ist es dann wohl zu» rückzuführen, dah Herr Dr. Schacht sich verpflichtete, wenigstens nicht von sich aus den amerikanischen Kompromiß abzulehnen, sondern an ihm mitzuarbeiten, und wenn es zu einer Ablehnung kommen sollte, die Verantwortung dafür der Gegenseite zuzuschieben. Dementsprechend ist Dr. Schacht verfahren. Die deutsche Delegation hat Owen Poungs Gedankengänge beraten, hat einzelne Vorbehalte dazu ausgearbeitet, sie sich aber grundsätzlich soweit zu eigen gemacht, dah man beinahe von einem deutsch-amerikanischen Plan sprechen kann, den jetzt die Gläubigerstaaten zu schlucken haben.
And hier zeigt cs sich, dah nun doch wieder Risse im Gläubigerblock sich Herausstellen, wenigstens insoweit, als Japan sofort bereit gewesen ist, und England wenigstens unentschlossen ist, so dah nur Belgien und Frank- reich abseits stehen, für Frankreich also die Gefahr fühlbar wird, dah es sich unter Umständen isoliert sieht. Scheitert also dieser letzte Versuch, bann würde die Linie durch die Sachverständigen so laufen, dah Deutschland und die Vereinigten Staaten in einer Front stehen. Die Franzosen fühlen das auch und sprechen deshalb mit einigem Aerger über das Bünd » ni s des Dollars mit der Mark. Vielleicht fürchten sie diese Konsequenz doch soweit, bah sie in der Zustimmung zu dem Kompromih doch das kleinere Hebel sehen.
Besonderen Anlaß zum Jubel wird Deutschland auch dann nicht haben, denn die Zahlungen, die uns zugemutet werden, gehen über das wirtschaftlich Mögliche weit hin- a u s. Eine Durchschnitts-Annuität von über zwei Milliarden auf 37 Jahre - selbst wenn man die noch bestehende Unklarheit, was aus den letzten zwanzig Jahren werden soll, offen läßt — ist rein wirtschaftlich vom Standpunkt der deutschen Leistungsfähigkeit überhaupt nicht zu Dorant«. Worten. Ein Wort der Kritik ist deshalb von deutscher Seite auch erst zu sagen, wenn wir die Bedingungen kennen, wie weit der transfer- geschützte Teil geht, wie weit ein Moratorium vorgesehen ist und wie weit Dr. Schacht feine Forderungen nach einem nicht nur transfer-, sondern auch aufbringungsgeschühtcn Teil durchsetzen konnte. Vorläufig ist also der Schlußakt in Paris mehr politisch zu verstehen. Lind politisch ist er auch ganz geschickt. Ob er auch wirtschaftlich einen Vorteil bringt, muffen wir abwarten.
ftoungs Zahiungsvorschlag.
Paris, 6.TTlai. (WB.) Der erste französische Delegierte auf der Reparalionskonferenz, 2N o - rcau, ist nachmittags nach Paris zurückgekehrt. Der Borsihende der Reparalionskonferenz. Owen Zoung, hat im Laufe des Rachmittags feine An- fichten über den von ihm den einzelnen Delegationen am Samstag angekündigten Kompromißoor- schlag schriftlich zur Kenntnis gebracht, wie man erfährt, sollen weder die französische noch die bei- gische Delegation sich bis jetzt zustimmend geäußert haben. Die Verhandlungen werden am Dienstagvor- mittog in ein aktives Stadium treten. Bei dem Zoungschen Vorschlag handelt es sich, wie in einem Teil der gestrigen Auflage schon gemeldet, um eine Annuitätenstaffel, die mit 1675 Millionen Mark beginnt und jedes Iahr um 25 Mill. Mk. steigt. Aus die Periode von 37 Iohren berechnet, gelangt man also zu einer Durchschniltsannuität von 1 980 Millionen Mark, für die Dauer der ersten zehn Iahre berechnet auf eine solche von 1787 Millionen Mark. Denn man den Zinsen- und Tilgungsdienst der Dawesanleihe einbeziehen will, wird sich die auf 37 Iahre berechnete Durchschniltsannuität auf 2 0 5 0 M i 11 i o n c n M a r k stellen. In den Zahlen des Zoungfchen Schemas sind alle Leistungen, die von Deutschland gefordert werden können, einbegriffen. Diese Zoungfchen Zahlen sind von der deutschen Delegation als Erörtc - rungsgrunblage angenommen worden unter der Bedingung, daß bestimmte, von Deutschland zu fordernde Voraussetzungen roi r i - schafilicher Ralur berücksichtigt werden. Es ist selbstverständlich, daß bei einem Abkommen, das nicht mehr rein wirtschaftlicher Argumentation entspringt, gewisse Schutzmaßnahmen (Transferschah usw.), die nicht nur den Interessen des Schuldners, sondern auch denen der Gläubiger dienen, getroffen
worden sei. Es wäre möglich gewesen, und es wäre für anpassungsfähigere Delegationen heute noch möglich, die Verbindung zu brechen, die berge stellt sei zwischen einem Schiedsrichter, der in diesem Falle wirklich zu sehr eines Mindestmaßes moralischer Autorität entbehre, da er anderen Ländern ein Desinteressement empfehle, das er selbst nicht befolge, und einem deutschen Nationalisten, dessen Absichten klar seien.
Die „Agence feconomique et finan- eifere“ wendet sich mit außerordentlicher Schärfe gegen die von Poung und Dr. Schacht borge- schlagene Losung. Das Blatt erinnert daran, daß es vor drei Wochen dringend davor gewarnt habe, die Verhandlungen weitcrverschlepfxn zu lassen und eine unmittelbare Abfassung des Schluhberichts am Tage nach der durch die lächerlichen Vorschläge Dr. Schachts hervorgerufene Bestürzung gefordert habe. Es habe nämlich die Gefahr bestanden, dah die Zeit gegen Frankreich arbeite und die amerikanischen Sachverständigen, die damals noch auf feiten der Gläubiger standen, schnell auf di-7 andere Seite gleiten würden und sich zugunsten einer ungenügenden Veröesserung der Vorschläge der Deutschen aussprechcn könnten. Dieses sei eingetreten. Das Blatt fordert einen möglichst schnellen 2lbschluh des „Theaters" im Hotel Georg V., wo jede neue Vorstellung aus Kosten der Gläubigernationen verderbliche Zugeständnisse nach sich ziehe. — Die „Information" betont dagegen, daß die Bemühungen der unabhängigen Sachverständigen im Hotel Georg V. daraus berechnet sein müßten, die Verhandlungen von der Politik zu trennen und ein Finanz- Werk zu schaffen, das der Zeit standhalte und zum mindesten in eine Entwicklung überleite, in der sich die Forderungen der Gläubigerstaaten weniger dringend bemerkbar machten. Die Rotwendigkeit, in der ganzen Welt einen normalen Wirts chaftszu st and wiederherzustellen, würde dann die Oberhand über das Verlangen gewinnen, die Rückerhaltung ihrer Forderungen bis zum letzten Centime durchzusehen.
Zweiselha, Die Ergebnisse in Kalmar stellen sich
wie folgt: ite, an deren Spitze stimmen. Die foziati-
Gruppe Marin
77
4
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Konservative
7
0
0
Linksrepublikaner
77
7
2
Rechtsradikale
21
2
1
Radikale
127
4
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Sozialrepublikaner
16
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Kommunisten
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0


