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Deutschland einen absoluten Anspruch auf Wiedererlangung seiner Gebiete habe, weil seine sämtlichen Verpflichtungen erfüllt seien und nicht garantiert zu werden brauchten. Er schlage nicht etwa eine allmäh­liche verzögerte Räumung, sondern schleu­nigste Räumung vor. Rach der Rede Hender­sons bleibe der französischen Regierung, wenn sie nicht das Spielzeug Deutschlands und der sozialistischen Internationale sein wolle, nichts anderes übrig, als die Ersetzung der eng­lischen Truppen in Wiesbaden durch französische Truppen vorzubrreiten.

Gchuldenabkommen und Rheinlandräumung.

Die Vorbehalte der französischen Kammer.

Paris, 6.Juli. (WTB. Funkspruch.) Die allge­meine Ansicht über die nach der Abstimmung der beiden Kammerausschüsse für Finanzen und für auswärtige Angelegenheiten in der Frage der Rati­fizierung der Schuldenabkommen bestehende Lage ist folgende: Beide Ausschüsse haben die Tagesord­nung Palmade angenommen, die feststellt, daß eine Ratifizierung abhängig gemacht wird von befriedigenden Erklärungen der Regierung hinsichtlich ihrer Außenpolitik, was besagen will, hinsichtlich der Rheinland- täumung. Es wird behauptet, daß im Gegensatz zum Finanzausschuß der auswärtige Ausschuß sich noch nicht hinsichtlich dieses Vorbehaltes geäußert habe, da unter den fünf Abgeordneten, die sich gestern der Abstimmung enthielten, Gegner der Tagesordnung Palmade vorhanden seien. Es be­stehe also die Möglichkeit, daß in der Debatte über die Schuldenabkommen - Ratifizierung Finanzaus­schuß und auswärtiger Ausschuß, wie feinerfeit bei der Frage der Zulassung gewisser Kongregationen getrennt vorgehen würden. Die Debatte im Ple­num wird aus jeden Fall nicht vor dem 14. Juli stattfinden, vorher aber werden die Sozialisten eine Debatte über die Außenpolitik der Regierung her- beiführen; sie haben zum Interpellanten den Abge­ordneten Blum bestimmt. Diese Debatte dürfte jedenfalls am kommenden Donnerstag, 11. Juli, vor der Debatte über die Ratifizierung stattfinden und im Verlaufe dieser Aussprache erwartet man eine Erklärung der Regierung PoincarL zu der Frage der Rheinlandräumung, besonders nach den jetzigen Ausführungen Hendersons im eng­lischen Unterhaus.

Die englischen Truppenübungen bei Simmern eingestellt.

Berlin, 5. Juli. (2DIB. Funkspruch.) Das eng­lische Hauptquartier in Wiesbaden bestätigt, daß auf direkten Befehl aus London die be­reits eingeleiteten Truppenübungen in der Gegend von Simmern eingestellt worden sind. Ebenso wird der vorgesehene Austausch von Teilen der Besahungslruppen mit Regimentern in England unterbleiben.

Die zweiieLesung desKonkordais

Die Stellung der Parteien im Landtag.

Berlin, 5. Juli. (Priv.-Tel.) Im Preußischen Landtag hat heute der zweite Teil des großen Kampfes um das Konkordat mit der katholischen Kirche begonnen. Die Kampfesfronten zeichnen sich jetzt klar ab. Grundsätzliche Gegner sind die Kommuni st en, die Deutsche Volkspar- t e i und kleinere rechtsstehende Gruppen. Grund­sätzliche Anhänger sind die Vertreter der Regierungsparteien und wahrscheinlich auch die Wirtschaftspartei, deren Führer Ladendorlf heute im Landtag die Erklärung abgab, die Wirtschaftspartei beabsichtige nicht, die Frage des Konkordats zum Gegenstand eines Kuhhandels um Ministersitze zu machen. Die Stellung der Deutschnationalen Volkspartei ist sol- dende: an sich ist die Partei mit dem Abschluß eines Konkordates einverstanden, unbeschadet gewisser un­befriedigter Einzelwünsche. Deshalb wird die Partei geschlossen für den § 1 des Gesetzentwurfes stim­men, der den Konkordatsabschluß billigt. Dagegen wird sie zum §2, der das Inkrafttreten des Konkordates behandelt, den Antrag stellen, daß der Zeitpunkt hinausgeschoben wird, bis ein gleichwertiges Vertragswerk mit den evangelischen Kirchen zustande gekommen ist. Wenn der Landtag, wie oorauszusehen ist, diesen Antrag ablehnen und sich statt dessen mit der viel inhaltloseren demokra­tischen Entschließunb begnügen sollte, die bekanntlich von der Staatsregierung nur entsprechende Verhandlungen verlangt, dann würde die Deutschnationale Volkspartei geschlossen den gesam- ten Gesetzentwurf ablehnen. Sie würde das damit begründen, daß kein Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei die Verantwortung auf sich laden könnte durch eine Zustimmung die Gefahr eines Kampfes mit der evangelischen Kirche heraufzube- schwören. Da der preußische Ministerpräsident sich über seine Absichten gegenüber den evangelischen Kirchen immer noch nicht klar ausgedrückt hat, muß man leider befürchten, daß er sich die von ihm ge­plante Regelung als ein einseitiges Diktat des Stoa- tes denkt. Falls die evangelischen Kirchen sich dem nicht beugten, würde die Staatsregierung dem Landtag einfach keinen entsprechenden Vertrag vor- legen und ihre jetzt gegebene Zusage als eingelöst betrachten. Dieser ernsten Gefahr vorzubeugen ist jetzt die Aufgabe der Opposition im Preußischen Landtag.

Bayern und die Reichsreform.

Eine Denkschrift

des bayrischen Ministerpräsidenten.

München, 5.Juli. (WTB.) Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held hat der Länderkonfe- renz eine zweite bayerische Denkschrift über das ProblemBayern und Reich" überreicht. Im ersten Teil der neuen Denkschrift sind der Frage der B e - s e i t i g u n g des Dualismus zwischen Preu­ßen und Reich eingehende Ausführungen gewidmet In Übereinstimmung mit einer Kundgebung des preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun im Preußischen Landtag wird in Abrede gestellt daß sich der Dualismus für die Gesamtheit des Reiches so nachteilig auswirke, wie dies zuweilen behauptet werde-, bestritten wird, daß Bayern in kurzsichtigem Partikulansmus nur an feine eigenen Rechte denke §?^8ensatz zu Petersen, Brecht usw. wird die Auffassung vertreten, daß der Provinzbe- griff eine Erweiterung auf die bis- herigenLänder erfahren werde. Zum Schlüsse heißt es in dem Referat u. a., mindestens mit dem gleichen Recht, mit Dem eine Einverleibung bet nord-und süddeutschen Länder in

Deutsche und englische Wissenschaft.

Erneuerung der deutschen Rhodesstipendien an der Universität Oxford.

London, 5.3uli. (WTB.) Zu einer ein­drucksvollen Feier gestaltete sich das Essen, das die Rhodes-Treuhänder heute den in Oxford versammelten alten Rhodes-Stipen­diaten in dem neu eröffneten Rhodes-Haus gaben. Aus den Vereinigten Staaten und den britischen Dominions nahm daran eine große Anzahl früherer Studenten der Universität Oxford teil. Aus Deutschland waren etwa zehn Herren erschienen, darunter der Reichstagsabgeordnete von Lindeiner- Wildau, Landrat von M o h l, Professor V r i n k m a n n, Heidelberg, M a n d t, Hamburg, Gesandtschaftsrat R o e d i g e r von der deutschen Gesandtschaft im Haag und Graf Dernstorfs von der deutschen Botschaft in London. Ein be­sonderes Gepräge erhielt die Feier durch die Teilnahme des Prinzen von Wales und des ehemaligen Premierministers Baldwin, die beide in ihren Reden auf die von Baldwin ver­kündete Wiedererrichtung deutscher Rhodes-Stipendien Bezug nahmen.

Baldwin

sagte: Bekanntlich hatte Rhodes seinem Testa­ment im Jahre 1901 ein Kodizill angefügt, mit der Weisung, daß f ü n f 3 ahresstipendien an Deutschland gegeben und vom deut­schen Kaiser verliehen werden sollten. Unter Hinweis darauf, daß die Erlernung der eng­lischen Sprache in deutschen Schulen obligatorisch sei, sagte er, er werde von den Gedanken ge­leitet, daß eineVerständigung zwi­schen den drei stärksten Mächten den Krieg unmöglich machen werde, und daß erzieherische Bande die stärkste Verbindung sind." Als der Weltkrieg kam, setzte sich die Auf­fassung durch, daß der Zweck, den Rhodes' Schaffung der Stipendien im Auge hatte, ver­eitelt worden sei, und 1916 wurde eine Par­laments-Akte angenommen, durch die das er­wähnte Kodizill annulliert und eine entspre­chende Anzahl von Stipendien den Domini­ons des britischen Reichs zugewie- s e n wurde. Es sind jetzt beinahe zehn 3ahre seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen der deutschen Republik und dem briti­schen Reich verflossen. Die Treuhänder glauben, daß das Ziel des Weltfriedens, das Rhodes im Auge hatte, heute erreichbarer ist, als es zu Rhodes' Zeiten war, und daß die Er­reichung dieses Zieles durch die Schaffung deut­scher Rhodes-Stipendien unterstützt werden würde. Die Treuhänder sind der Ansicht, daß eine Annullierung der neuen Stipendien, die 1916 den Dominions zuteil wurden, nicht in Frage kommt. Die Wiederbelebung der deut­schen Stipendien erfordert daher die Zuwei­sung neuer Geldmittel. Die Treuhänder

haben entschieden, zwei zweijährige deutsche Rhodes-Stipendien zu schaffen, d. h. ständig vier deutschen RhodesstipendiatLn den Aufenthalt in Oxford zu ermöglichen, sobald Vorkehrungen für ihre Auswahl in Deutschland und ihre Zulassung zu den Oxford Colleges getroffen werden können. Die Treuhänder freuen sich, in der Lage zu fein, diese Ankündigung auf einer Versammlung alter Rhodes-Stipendiaten zu machen, auf der eine Anzahl alter deutscher Rhodes-Stipendiaten ver­treten ist. Sie vertrauen darauf, dah dies dazu beitragen wird, die großen Ziele des inter­nationalen Fortschritts und des Weltfriedens zu fördern, die Rhodes im Auge hatte.

Der Prinz von Wales

der nach Baldwin das Wort ergriff, führte aus: Eine der wichtigsten Tatsachen, die der Vor­sitzende erwähnt hat und die ich mit Freude ge­hört habe, ist die Erneuerung der deutschen Sti­pendien. 3n unserer Mitte befinden sich heute abend einige alte deutsche Rhodesstudenten. W i r begrüßen ihre Rückkeh r nach Oxford auf das Herzlichste.

Professor Brinkmann (Heidelberg) sprach den herzlichsten Dank für die deutschen Stipendiaten aus. Er betonte, daß die Beziehun­gen zwischen den englischen und den deutschen llnioerfitäten bereits seit einiger Zeit wieder ausgenommen worden sind und dah ein, wenn auch vorläufig nur beschränkter Austausch von deutschen und englischen Studenten seit einigen 3ahren erfolgreich durchgeführt wird. Bei den meisten internationalen wissenschaftlichen Kon­gressen, fuhr der Redner fort, haben wir deut­schen Professoren unsere englischen Kollegen als unsere zuverlässigsten Freunde und Anhänger bei der Wiederherstellung internationalen, wissen­schaftlichen Verkehrs gefunden. Die Kunst fried­lichen Aufbaues ist weiterhin eine der größten Lehren, die auf der ältesten der britischen älni» versitäten gelernt werden kann, und in dieser Hin­sicht ist, dessen bin ich sicher, der 3nhalt des Testaments Rhodes', statt seine Bedeutung für den Bürger der deutschen Republik verloren zu haben, neuer und hoffnungsvoller Auslegung fähig.

Den Worten Brinkmanns folgte stürmischer Beifall der am Ehrentisch Versammelten. Die außerordentliche Herzlichkeit, mit der die Hun­derte von Gästen die Bezugnahme des Prin­zen von Wales auf die im Weltkriege Gefalle­nen und auf die bei der Feier anwesenden deutschen Rhodesstudenten ausnahmen, bildete eine eindrucksvolle Bekräftigung der Ausführungen des Prinzen von der Erneuerung der Freund­schaft, die durch diese Stipendien gefördert wird.

Der Sturm über Güddeutschland.

Die Linwetterschäden in Sayern.

München, 5.3ult (WB.) Das schwere Un­wetter, verbunden mit Sturm, Hagel und Blitz­schlägen, das am Donnerstag über Oberbayern, Riederbahern, die Oberpfalz, die fränkischen Ge­genden und den schwäbischen Kreis niederaing, läßt sich erst jetzt, nachdem die telephonischen Störungen behoben sind, in vollem Um­fang erkennen. An den Straßen, den Wäldern, den Feldern und den Gebäuden wurden in zahlreichen Orten große Schäden angerichtet, die in die Hunderttausende gehen. Verhee­rende Folgen hatte das Sturmwetter für den Chiemgau. Dort wurden mehrere Gebirgs­dörfer schwer mitgenommen. Vielfach brachen auch Brände aus. Auch Bad Reichenhall und Umgebung wurden durch die Unwetter schwer heimgesucht. Ein verheerender Wirbelsturm raste über das Berchtesgadener Land und richtete auch dort allenthalben großen Schaden an. Am schwersten tobte der Sturm auf dem K ö n i g s s e e, und zwar zu einer Zeit, wo fast sämtliche Boote der Königsseer Schiff­fahrt unterwegs waren. Das Motorschiff Hochkaifer", auf dem sich etwa 100 Passa­giere befanden, wurde vom Sturm erfaßt und abgetrieben. Das ganze Oberdeck des Schif­fes wurde glatt abrasiert. Auf dem Schiff ent­stand eine Panik. Die Passagiere legten sich plati auf dem Deck nieder und schrien um Hilfe. Dank der Umsicht der Schiffsleitung konnte ein größeres Unglück vermieden werden. 3n schwere Bedrängnis kamen vor allem die kleinen Ruderboote, doch gelang es den meisten, sich noch in Sicherheit zu bringen. Der Berliner Kaufmann Fritz L a b u h n , der sich mit seiner Frau in einem Kahn befand, versank in

den Wellen. Seine Leiche konnte bis jetzt noch nicht geborgen werden. Auch anderwärts fanden Personen durch Blitzschläge und durch Er­trinken des Tod. Bei Straubing wurde ein Mann mit Pferd und Wagen in die Donau geschleudert und ist ertrunken. 3m Eisenbahnverkehr gab es große Störungen. Verschiedentlich mußte der Zugverkehr zeitweise ganz eingestellt werden.

Orkan über Oesterreich.

Wien, 5. Juli. (WTB.) Der orkanartige West- sturm, der gestern abend über Wien hinwegbrauste, hat auch in der weiteren Umgebung und in der Provinz schweren Schaden angerichtet. Der Ber­liner Schnellzug über Prag, der gestern um 10.30 Uhr abends in Wien fällig war, traf erst gegen 3 Uhr früh ein, weil die Strecke durch ent­wurzelte Bäume und zerbrochene Telegraphen st angen verlegt war. Das Zentrum des Unwetters dürfte in Salzburg ge­legen haben, wie denn auch das Salzkammergut besonders schwer betroffen zu sein scheint. Am Ein­gang in den Mirabellgarten wurde der frühere Chefarzt des Salsburger Kinderspitals, Dr. Pial. unter einem stürzenden Baum begra­ben und erlag kurz darauf den erlittenen Ver­legungen. Zwei junge Holzarbeiter wurden in Ischl von einem umstürzenden Ma st der Stark- stromleitung getroffen und sofort getötet. Auf dem Bahnhof von Ischl wurde ein Beamter durch herabfallende Leitungsdrähte schwer verletzt. Die Verwüstungen sind bei S e e k i r ch e n besonders arg. Das Postamt Hendorf ist vollständig zer­stört, ebenso wurden auch zahlreiche Bauernhäuser vernichtet. In Nonntal wurde eine Wäscherin getötet.

Preußen verlangt werde, könne auch der Weg des Anschlusses preußischer Gebiete an außer preußische Länder beschritten wer­den, wofür Hessen ein Beispiel wäre.

Oer Prozeß Benoit.

Fachot Plädiert für die Freisprechung des Angeklagten.

Paris, 5.3uli. (WTB.) 3n dem Prozeß gegen Georg Benoit wurden zwei Kaufleute aus Marseille vernommen, mit denen Benoit kurz vor dem Attentat Verhandlungen wegen des Antritts einer Stellung in Madagaskar gepflogen batte, die sich jedoch zerschlagen haben. Die Ver­teidigung Benoits macht geltend, daß dieser eine Reise nach Madagaskar damals in Aussicht ge­nommen habe, um von der fixen 3dee, e *n 21 t t entat gegen Fachot verüben 3 muJ ' ?n' abgelenktzu werden. Die ärzt­lichen Sachverständigen äußern jedoch, dah bei BenDit leine Anzeichen eines pathologischen Zustandes vorhanden gewesen seien. Der General­staatsanwalt stellte fest, daß er Benoit für ooH 6s fähig halte, dah er aber auch gctoiffe Beweggründe, aus denen Benoit ge­handelt hat, so weit berücksichtigen wolle, dah er von der Beantragung der Todes- strafe abgehen werde.

Die Vernehmung des früheren Generalstaats- anwaltS Fachot führte zu einer Szene patheti- 1$en Einschlages. Fachot, der nicht als Privat­kläger, sondern lediglich als Zeuge auf­

trat, plädierte in bewegten Worten, allerdings nicht mit juristischen Argumenten, für die Freisprechung des Angeklagten.Wie können Sie", so rief er den Geschworenen zu, den Arm strafen, wenn der Kopf um­nähtet ist? Benoit hat mich töten wollen, aber andere wollen Frankreich zerstückeln. 3ft das nicht viel schlimmer?" Zu Benoit gewandt, fuhr Fachot fort:Frankreich ist ein großmütiges Volk, und ich hoffe, dah Sie eines Tages aus vollem HerzenDive la France!" rufen werden." Der ganze Saal llatschte bei diesen Worten Beifall. Benoit erklärte hierauf mit zitternder Stimme: 3ch bedauere tief die Handlung, die ich gegen Herrn Fachot begangen habe. 3ch danke Gott, dah er sein Leben erhalten hat."

Zu einer zweiten Sensation kommt es bei der Vernehmung des als Entlastungszeugen gelade­nen oberelsässischen Senators Helmer. Der Vor­sitzende hielt Helmer vor, dah er seinerzeit Fa­chot älnterfdjlagungen in Höhe von 2V2 Millionen Franken vorgewor- f e n habe, und dah Benoit durch diese und ähn­liche Behauptungen zu seiner Tat be­stimmt worden sei. Der Staatsanwalt rief oem Senator zu:Sie sind ein mildern­der 11 m ft a n b für den Angeklagten. Sie sind ein Verleumder!" Der Vorsitzende fügte binju:Sie haben Benoit die Waffe in die Hand gedrückt." Fachot erklärte auf eine o.rage, dah er den Worten des Staatsanwaltes nichts hinzuzufügen habe. Das Wort Verleum­der, das er bereits in Colmar gebraucht habe, sei heute wieder gefallen. Das genüge ihm. Das Urteil wird für Montagabend erwartet.

Aus aller Wett.

Schloß Diez, ein Geschenk an die Rieder lande.

Wie der Berliner Korrespondent des211- gemeen Handelsblaad" von gut unterrichteter privater Stelle vernommen haben will, hat d i e deutsche Re i chs r e g ier u n g das in Diez an der Lahn gelegene Stammschloß des Fürstenhauses Oranien-Rassau dem holländischen Staate als Ausdruck der Dankbar­keit für die Wohltaten, die das holländische Volk während der Kriegs- und Rachkriegszeit notleidenden Deutschen erwiesen hat, zum Ge­schenk gemacht.

159 Tote

bei der amerikanischen llnabhangigkeilsfeier.

In den Vereinigten Staaten sind im Verlauf der Unabhängigkeitsfeier 15 9 Personen ums Le­ben gekommen. Sieben von ihnen wurden durch Explosion von Feuerwerkskör­pern getötet, 71 sind den Brandwunden erlegen, die sie erlitten haben, und 70 Personen haben durch Automobilunfälle das Leben eingebüßt. ,

Fallschirmabsprung

bei 200 Kilometer Stundengeschwindigkeit.

Der süddeutsche Fallschirmabfpringer K. Schrei­ber unternahm auf dem Flugplatz Staaken einen Absprung aus einer 3unkersmaschine, die von dem Piloten Klotz der Deutschen Versuchsan­stalt für Luftfahrt gesteuert wurde. Die Leistung Schreibers kann insofern als Weltrekord be­zeichnet werben, als ber Absprung bei einer Fluggeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern ausgeführt wurde. Der Rettungsschirm entfal­tete sich nach 2,5 Sekunden in zirka 500 Meter Hohe. Die Zeit vom Absprung bis zur Lan­dung betrug 1 Minute 41 Sekunden.

vom Hilfsverein der Deutschen Juden.

In der letzten Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsoereins der Deutschen Juden in Berlin wies Max M. Warburg (Hamburb) un­ter Darlegung der Eindrücke von seiner Palästina­reise auf Arbeitsmöglichkeiten für den Hilfsverein in Palästina hin. Besonderes Interesse erweckte die Anregung, das Technikum in Haifa aufs neue zu fördern. Generalsekretär Dr. M. Wischnitzer berich­tete über seine Studienreise nach Rumänien. Trotz der Besserung der politischen Zustände ist die wirt­schaftliche Lage der Juden außerordentlich kritisch. Es herrscht vielfach große Rot, besonders in Bes­sarabien. Der Hilfsverein hat bereits vor einiger Zeit größere Beträge für das Hilfswerk in Bef- farabien abgeführt. Es gilt aber, den Juden Ru­mäniens auch konstruktive Hilfe zu bringen, sie bei dem notwendig gewordenen ökonomischen Umschich­tungsprozeß zu beraten und zu unterstützen. Sehr wesentlich ist auch die Förderung des Schulwesens, das der Hilfsverein vor dem Kriege bereits unter- stützt hat. Der Geschäftsführende Ausschuß bewil­ligte zunächst 30 000 Mk. für die kulturelle Arbeit in Rumänien und 100 000 Mk. für die sanitären Einrichtungen in den jüdischen Kolonien in Süd­rußland. Zwei Ambulatorien des Hilfsvereins, in der Krim und in der Ukraine, sind bereits im Bau. Durch eine umfassende Auswandererfürsorge, die infolge der Nachkriegsverhältnisse besonders kom­pliziert ist, und die er im engsten Einvernehmen mit Reichs- und Landesbehörden durchführt, ent­lastet der Hilfsoerein in erheblichem Maße die be­stehenden Wohlstchrtsinstitutionen innerhalb Deutsch­lands.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der Einfluß hohen Drucks, der sich gestern von Südwesten her entwickelte, wurde durch das Nord­seefallgebiet wieder zur Abschwächung gebracht. Eine Randstörung brachte in unserem Bezirk mit der Warmluftwelle in den heutigen Morgenstunden stellenweise Gewitterstörungen und vielfach Nieder- schlüge. Der Einfluß der Nordseestörung ist noch nicht beendet; wir gelangen vielmehr in ihren Kaltlust- ström, der uns Abkühlung bringen wird. Außerdem bleibt dabei die Wetterlage unbeständig, und Regen- schauer sind noch zu erwarten, wenn auch bei der wechselnden Bewölkung zeitweise Aufheiterung Ein­tritt.

Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnd wolkig mit vorübergehender Aufhei­terung, kühl, zunächst noch zeitweise Regenschauer.

Wettervoraussage für Mont ag: Mehr aufheiterndes Wetter, mäßig warm, in der Hauptsache trocken.

Lufttemperaturen am 5. Juli: mittags 23,5 Grad Celsius, abends 17,5 Grad; am 6. Juli: morgens 14,7 Grad. Maximum 25,9 Grad, Minimum 12,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juli: abends 21 Grad; am 6. Juli: morgens 17 Grad. Niederschlag 1 mm. Sonnenscheindauer 8% Stunden.