Kragen, Dock, Weste. Leibgurt usw. zu befreien und so zu lagern, daß der Kopf tief und die Füße erhöht liegen. Zweckmäßig wird man den Kranken mit etwas kaltem Wasser bespritzen, ihm die Stirne und das Gesicht mit etwas Essig und Kölnischem Wasser abreiben und, wenn dies alles noch nicht hilft, ihm etwas Scharfes zum Riechen geben. Der Kranke muh nach dem Erwachen noch wenigstens eine halbe Stunde in ausgestreckter Lage verharren. Auf keinen Fall soll man versuchen, einem Ohnmächtigen heißen Kaffee, Tee oder dergleichen einflöhen zu wollen, solange der Kranke aus der Ohnmacht noch nicht erwacht ist. Schließlich ist es wichtig zu wissen, daß auch der Beginn eines Schlaganfalles sich nicht selten durch einen Ohnmachtsanfall kund gibt. 3n diesem Falle ist aber das Gesicht nicht blaß, sondern rot und die Ursache nicht eine Blutleere, sondern eine Dlutübersüllung des Gehirns. Hier muß der Kranke so gelagert werden, daß der Kopf hoch und die Füße tief liegen und unter allen Hm» ständen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Daten für Mittwoch, 6. März.
Sonnenaufgang 6.35 Uhr, Sonnenuntergang 17.48 Uhr. — Mondaufgang 4.45 Uhr, Monduntergang 11.52 Uhr.
1475: der italienische Maler und Bildhauer Michelangelo Buonarroti in Caprese geboren (gestorben 1564); — 1787: der Physiker Josef von Frauen- hofcr in Straubing geboren (gestorben 1826); — 1831: der Philantrop Friedrich von Bodelschwingh in Haus Mark (Westfalen) geboren (gestorben 1910); — 1867: der Maler Peter von Cornelius in Berlin gestorben (geboren 1783).
Gießener Wochcnmarltpreisc.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt dos Pfund: Butter 153 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirfing 40 bis 53; Weißkraut 33 bis 35; Rotkraut 35 bis 40; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 20 bis 25; Spinat 80; Hnter-Kohlrabi 10 bis 15; Grünkohl 45 bis 50; Rosenkohl 75 bis 80; Feldsalat 250 bis 330; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 25; Meerrettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 95 bis 100; Kartoffeln 7; Aepfel 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 83 bis 85; Rüsse 70 bis 80; Endivien 153; das Stück: Eier 23 bis 22; Blumenkohl 83 bis 160; Salat 40 bis 45; Lauch 25 bis 50; Rettich 20 bis 30; Sellerie 20 bis 100 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 6,50 Mark.
** Ein alterSchwindel inneuerAuf- l a g e. Der Unfug, sogenannte Kettenbriefe zu versenden, ist wieder im Gange. Eine Einwohnerin unserer Stadt erhielt vor einigen Tagen ein Schreiben folgenden Inhalts: „Mache 9 Kopien von diesem Schreiben und sende es an dir Bekannte, die fleißig sind und denen du Gutes wünschest. Diese Art Kette wurde in Flandern von einem amerikanischen Offizier, Hauptmann der Artillerie (18 Re K. H. D.) begonnen. 24 Stunden nach Empfang desselben unterbrich die Kette nicht, denn sonst wird dir ein Unglück zu- stoßen. Roch im Laufe der 8 Tage, die nach Versand dieser Kopien beginnen (zähl die Tage), wird dir ein unerwartetes Glück kommen und dich sehr erfreuen. Wenn du dieses Schreiben als Witz betrachtest, dann sende keine Kopien, du wirst sonst nicht darüber glücklich sein, die Voraussetzung trifft zu. O. King de I 8.1 tat de Geordon verdankt sein Vermögen der genauen Einhaltung der gegebenen Pflichten. Mrs. de Verres de Benetze aus Viktoria gewann am 7. Tage das große Los der Lotterie von Wischgan (Monika) 600 000 Pes. Mr. de Jung de Pro- besce erfüllte sofort nach Erhalt dieses Schreibens die Regeln der Kette (Vorschrift) und gewann sonderbarer Weise das große Los der Lotterie von Wischgan (600 000 Pes.), während Mr. Francis Commentres de Ogo, der diese Kette nicht ernst nahm, im Laufe von 9 Tagen den totalen Verlust seines Vermögens erlitt (9 Tage nach Erhalt dieses Schreibens). Mr. Lori aus Libourne erkrankte aus demselben Grunde sehr schwer, genas nach Empfang dieses am 3. bis 21. März 1921. An den Llbsender nicht zurücksenden. Henry
Konzert des Vauerschen Gesangvereins.
Hatte sich das vorjährige Konzert dem Chorschaffen Franz Schuberts zugewendet, so wies diesmal das Programm eine große Anzahl von Chören auf, die beim 10. Sängerbundesfcst in Wien bei den Hauptaufsührungen zum Vortrag gelangt waren. Sicherlich hätte sich Franz Schubert es niemals träumen lassen, daß er einmal der Mittelpunkt einer der größten und machtvollsten Kundgebungen für das Deutschtum sein wurde. Der deutsche Män- nergesang kann es sich zugute halten, den Weg dazu geebnet zu haben. Entsprechend der Tendenz des Wiener Sängerscstes, dem geeinten Deutschtum Ausdruck zu geben, sind auch die dort aufgcführten Gesänge meist vaterländischen Inhalts, und damit stellt der Männergcsang das Gebiet mit Recht wieder in den Vordergrund, das ihm aus historischen und klangl chcn Gründen ureigentlich zukommt. Die strahlende Kraft des Männerchorklanges wird bei solchen Gelegenheiten seine Wirkung nie verfehlen, und so zeigte auch der Bauersche Gesangverein wiederum, daß er die Tradition des Männergesanges wohl zu pflegen und zu hüten weiß.
Rein als klar.gl ch? Kraft angesehen, bewies der Chor in seiner Diszipliniertheit und klanglichen Aus- g glichenheit Vorzüge, wie man ihnen nicht immer begegnen wird. Im Forte entfaltete er eine orgel- mäßige Fülle und vermochte in allen Klangfchattic- rurgen bis zum feinsten, verschwellenden Piano hin dem Willen des Dirigenten zu folgen. Das Unisono, dem ja in den machtvollen Vaterlandsgesängen eine wuchtige Breite eingeräumt w rd, war ausgezeichnet durchgearbeitet und wirkte überwältigend durch starke Akzente und seine Steigerungsfähigkeit. Die Tenöre fielen durch ihre angenehme Weichheit der Tongabe auf: sie wußten sich aber auch an den da- zu herausfordernden Stellen zu heldischem Glanze zu erheben.
Eine geradezu vollendete Leistung stellte die Wiedergabe des Straßburgäedes in der Fassung dar. wie sie Kienzl in seiner Oper ..Der Kuhreigen" gegeben hat. Wer wiederholt die Wirkung dieses Gesanges im Rahmen der Oper auf sich wirken lassen konnte, vermochte um so mehr die Darstellung zu schätzen, die der Chor hier erfuhr. Das k.angliche HerauSwachsen aus dem älnisono des Tenors bis zur vollen Steigerung, gefüllt von den Klängen des Orchesters, legte beredtes Zeugnis ab von der eingehenden Arbeit des Dirigenten. Kremsers „3m deut-
Helrny de Potizi, Leopold Algossa, Henris 3m- zelf de Abigon. Path Mihe. Ra Regines Pritte Fredie Dolovae. Zu senden an Herrn von Stud- nih, Frau von Stade, an Herrn Dr. Rohde fern, an Frau Andent, an Herrn F. v. Strzenieczug, an Frau Rita Schmidt, an Frft Schmalz, an..." Man weiß nicht, worüber man mehr erstaunen soll, über das Gemisch von Blödsinn und Aberglauben, das diesen stellenweife ganz unverständlichen Bries durchzieht, oder über die Dreistigkeit, solche Briefe unter dem 'Deckmantel der Anonymität zu versenden. Die Drohung, daß dem, der diese Kette durchbricht, ein Unglück zu- stoßen werde, wirkt auf Menschen mit scywachen Rerven beunruhigend. Der Absender des mit- geteilten Briefes möge zur Kenntnis nehmen, daß sein Machwerk dem Polizeiamt zur Ermittelung des Schreibers übergeben worden ist.
** Aus dem Gießener Standesamts- r e g i st e r. Es verstorben in der Stadt Gießen in der Zeit vom 16. bis 28. Februar folgende Personen: 18. Februar: Anna Scholl, geb. .Albrecht, Witwe, 76 Jahre alt, Ludwigstraße 59; Lorenz Friedrich May, Fabrikdirettor, 69 Jahre alt, Liebigstraße 47. 19. Februar: Heinr. Stoppler, ohne Beruf, 84 Jahre all, Licher Straße 74; Johannes Friedrich Preist, Zugführer i. R., 73 Jahre alt, Am Rlcgelpfad 70; Marie Hauck, Rentnerin, 76 Jahre alt, Walltorstraße 48 20 Februar: Heinrich Wilhelm Ploch, Gendarmerieoberwachtmeister i. R., 81 I. alt, Landgraf-Philipp-Platz 6, Theodore Bommer, geb. Bornträger, Wstwe, 81 Jahre alt, Westanlage 39; Christoph Rinn, Bahnarbeiter, 80 Jahre alt, Landgrafenstraße 8. 21. Februar: Theodor Oppenheimer, Kaufmann, R Jahre alt, Neustadt 13; Marie Lerch, ohne Beruf, 78 Jahre alt, Licher Straße 74; Hermine Spanier, geb. Vomhof, Witwe, 85 Jahre alt, Wilhelmstraße 19; Heinrich Arthur Scholz, Magnetiseur, 60 Jahre alt, Plockstraße 8; Martin Sauerstrom, 2 Wochen alt, Zu den Mühlen 16. 22. Februar: Auguste Dahmer, geb. Feldmann, 66 Jahre alt, Marburger Straße 38; Helene Bcchcr, geb. Appel, Witwe, 79 Jahre alt, Neustadt 10; Maiga- rete Staus, geb. Dolp, Witwe, 80 Jahre alt, Seltersweg 38; Katharine Fehl, geb. Wagner, Witwe, 65 Jahre alt, Licher Straße 39; Wilhelm Strauch, Kaufmann, 48 Jahre alt, Licher Straße 35; Her- mann Wilhelm Uhl, Braumeister, 60 Jahre alt, Wetzlarer Weg 77. 23. Februar: Marie Schramm, geb. Haas, Witwe, 73 Jahre alt, Wicsecker Weg 40; Marie Margarete Christiane Staiger, geb. König, 29 Jahre alt, Mittelweg 15; Reinhold Petry, ohne Beruf, 64 Jahre alt, Walltorstraße 49; Hermann Fleischer, Schneider, 64 Jahre alt, Leihgcsterner Weg 9; Katharina Prinz, geb. Keller, 79 Jahre alt, Stephanstraße 26; Joseph Herrmann, Kapellmeister, 63 Jahre alt, Crednerstraße 18; Emma Uhrig, Pri- vatin, 77 Jahre alt, Diezstraße 8 24. Februar: Christine Neye, geb. Keßler, Witwe, 67 Jahre alt, Leihgesterner Weg 9; Luise Rohr, geb. Moehrlin, Witwe, <6 Jahre alt, Goethestraße 48; Katharine Elisabeth Schiemann, ohne Beruf, 79 Jahre alt, Licher Straße 74. 25. Februar: Hedwig Linn, 1 Jahr alt, Kaplansgasse 19; Hermann Paul, ohne Beruf, 79 Jahre alt, Licher Straße 74. 27. Februar: Wilhelm Florus, ohne Beruf, 77 Jahre alt, Licher Straße 74; Elisa Perino, geb. Scheid, Witwe, 65 Jahre alt, ^Ludwigstraße 45; Katharine Richter, geb. Kiefer, Witwe, 80 Jahre alt, Roonstraße 33; Katharine Jochem, geb. Pfeiffer, 61 Jahre alt, Rod- heimer Straße 11; Friedrich Schupp, Arbeiter, 56 Jahre alt, Wetzsteingasse 8, Christiane Großhaus, geb. Droß, 53 Jahre alt, Steinstraße 73. 28. Februar: Henriette Thoma«, ohne Beruft 80Jahre alt, Licher Straße 74; Christina Löffert, geb. Ufinger, Witwe, 71 Jahre alt, Licher Straße 74.
*• Geichästs st e nograp yen-Prü ) un- gen bei den Industrie- und Handelskammern. 3m 3ahre 1928 haben 129 Prüfungen stattgefunden, bei denen 1559 Prüflinge bestanden. Diese verteilen sich auf die einzelnen Systeme wie folgt: Ci. hritskurzfchr ft 907, Stolze- Schrcy 500, Gabelsberger 134, Rationalstenographie 16, Stenotachygraphie 2. Die Zahl der erfolgreichen Einheitskurzfchciftler ist von 519 im Jahre 1927 auf 907 gestiegen. 255 Prüflinge weist die Einheitskurzschrift mehr auf als alle anderen Schriftungen zusammen. Die Höchstleistung betrug im letzten 3ahre 300 Silben je Minute. 3n dieser Geschwindigkeit bestanden auch zwei Ei:'.heitskurz>chriftler.
schen Geist und Herzen sind wir eins", Heinrichs „Wo gen Himmel Eichen ragen" und Keldorfers „Deutschland, mein Vaterland" erlebten reiche Klangwerdung und lösten zündende Begeisterung bei den Hörern aus. Das cklie historische Volkslied „Fri.ch auf, in Gottes Ramen", hat leider eine grobe Verfälschung durch den vom Bearbeiter C. W e i d t der Wirkung halber angehängten Schluß erfahren. Wa.um waren dieses Lied und auch Schenken- b a ch s „Reiterlied" auf dem Programm nicht als deutsche Vo.kOliedcr auch in mus.kalischer Hinsicht gekennzeichnet? Das erstere ist schon als historisches Volkslied um die Mitte des 16. Jahr» Hunderts bekannt, die Me.odie des zweiten Liedes ist ein „Reuterton" aus der gleichen Zeit. Wir Deutschen sollten stolz darauf sein, daß wir solche Weisen als überliefertes Volksgut besitzen, der Rame des Bearbeiters hat in solchem Falle nur nebensächliche Bedeutung. Eine ganz ausgezeichnet glück iche Vertonung hat Gco.g Todts „Knabe und Veilchen" durch W. v. M ö l l e n • dorf erfahren. Hier sind Wege beschritten worden, die sich frei von Liedertafelei halten und dem Männerchor einen Stil zuweisen, der in jeder künstlerischen Hinsicht voll und ganz zu billigen ist. Roch wirkungsvoller wäre dieser Chorsatz gewesen, wenn man die eirrzelnen Strophen im Vortrag noch mehr in sich abgetönt hätte und fo eine in sich geschlossenere Steigerung erreicht hätte. Schenkenbachs „Reiterlied" hätte v'.el mehr dynamische Deklamation entwickeln müssen, um die Mark'.gkeit deutschen Reitergeistes voll zur Geltung zu bringen. Die beiden Volkslied-Bearbeitungen von W. Moldenhauer wenden die vom Don-Kosaken-Chor geübte stimmliche Durchdringung geschickt und wirkungsvoll an. So fein pointiert auch der Schweinauer Tanz durchgeführt wurde, man hätte ihm noch leichtere Beschwingtheit wünschen mögen. In ihrer Gesamtheit stellt diese Aufführung für den Chor und für den Dirigenten Otto Görlach einen starken, wohlverdienten Erfolg dar.
Zur Mitwirkung war das Musikkorps des 1. (Hess.) Grenadier-Datls. 15. Inf.-Regts. unter Leitung des Obermusikmeisters Wilhelm L ö b e t herangezogen worden. Die Holzbläser und Horner sind in diesem Klangkörper gut besetzt, die Streicher traten dagegen zurück, der Cellopart vermochte nicht alle Ansprüche zu befriedigen. Man konnte den Eindruck haben, als hätte das Orchester bisher noch wenig Gelegenheit gehabt, sich einem akustisch so sein differenzierenden Raum wie der Llniversitätsaula anzupassen. Bei ge-
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
h. Lollar. 4. März. Einen Miffions - film über Indien führte ‘JEiifionar Lauft Frankfurt a. M., gestern nachmittag vor den Kindern und abends vor den Erwachsenen in der Kirche Kirchberg vor. Trotz der ungünstigen Witteru..g unu ucr ^eftywerti^en xuege patte «ich jedesmal eine große Zuhörerschar eingefunden, die von den beweglichen Bildern und dem Vortrage voll befriedigt waren.
h. Daubringen. 4. März. Heute wurde das älteste Glied unserer Gemeinde, ja des ganzen Kirchspiels Kirchberg, Philipp Walter II., im 93. Lebensjahre zur letzten Ruhe gebracht. Er war gesund bis zuletzt.
§ Daubringen, 4. Marz. Am SamStag fand die diesjährige einzige Brennholzver- fteigerung Ln hiesigen Gerne.nbewald statt, zu der sich eine recht große Anzahl Kauflicbhaber eingefunben haste. Die verhältn s näßig g:tir.ge Menge Brennho z, verbunden mit fevt günstigen Zahlungsbedingungen, zeitigte ganz außergewöhnlich i;of)e Preise. 3m ganzen gelangten nur rund 200 Festmeier zum Verkauf. Es wurde geboten und genehm gl für: Kie ernrundsch.it 23 bis 34 Mk., Kiefernlnüppel 25 —23 Mk., Fichten- Knüppel 10-25 Mk., Erlen! üppel 22-25 Mk, Buchenknüppel 25—23 Mk., Cichenknüppel 22 b s 24 Mk., alles je 2 Raummeter; Kiefernstöcke 15 bis 20 Mk., Fichtenstöcke 8—12 Mk. je Doppel- mctcr; Kie ernastre'ser 10—18 M!., Duchenrciser 16—25 Mü je 5 T aummeier Die zur Versteigerung gelangten gr^yeren Mengen S angen waren im Verhältnis ihres 3n alte^ wesentlich billiger als das Brennholz. Durchschnitt ich galten 1. Klasse das Stück 1,50 Mk , 2. Klasse I Mark, 3. Klasse 60 Pf.. 4. Klasse 30 Pf., 5. Klasse 8 bis 15 Pfennig.
Bersrod, 4. März. Von heute ab hält Missionar Walther (Beuern) hier Evangelisations-Vorträge auf Einladung des Kirchenvorstandes. Die Themata der Abende sind: Der wahre Helfer (4.). Zur wahren Freiheit (5.). Zum wahren Frieden (6.), Die größten Dinge (7.), Crziehungsratschlage (8.). Wie kann meine Ehe ganz glücklich werden (9.), und Schlußversammlung am 10.: Wo ist unsere und unseres Volkes Rettung.
o Saasen, 4. März. Die vor einigen Tagen stattgehabte Holzversteigerung hatte trotz des schlechten Wetters eine große Menge von Steiglustigen angelockt. Die Preise waren übertrieben hoch, zum Teil hoher als z. D. letzte Woche in Gießen. 4 Me^er Buchenscheiter kosteten bis 80 Mk.. Dnchenreisig bis 6 Mk. pro Meter. Die Hohe der Preise ist wohl auch darauf zurückzuführen, daß ungewöhnlich wenig Holz gefch'a'en wurde; für viele Leute sind sie jedenfalls unerschwinglich.
? Wirberg, 4. März. Der gestrenge „Dau- meister" Winter hat in der letzten Woche die seit 3ahrhunderten zerstörte Klo st er mauer am Ausgang nach Reinhnrdshain, .die Pforte", wieder aufgebaut. Eine mehr als zwei Meter hohe Schneewehe hab die Pforte ausgefüllt.
<5 Reinhardshain, 4. März. Hm den Posten des P o l i z e i d i e n e r s in unserer Gemeinde. der durch den Tod des Polizeidieners Müller freigeworden war, bewarben sich fünf Gemeindeglieder. Vom Gemeinderat wurde Karl Mu h ly gewählt.
(.) Lang-Göns, 4. März. Am gestrigen Sonntag wurde unser früherer Beigeordneter und Kirchenrcchner Heinrich Henrich unter großer Beteiligung der Gemeinde und unter den Klängen des Posaunenchores zur letzten Ruhe bestattet. Beigeordneter Henrich stand im 85. Lebensiahr und war schon längere Zeit schwer leidend. Welches Ansehen und welch"s Vertrauen er in der Gemeinde genoß, geht daraus hervor, daß er 27 3ahre das Amt eines ^Beigeordneten bekleidete und über 40 3ahre Kirchenrechner war; außerdem war er bis zu seinem Tode Ortsgerichtsmann. Den Dank der Gemeinde sprach Gemeinderat und Kirchenrechner Karl Kd. R e r n unter Kranzniederlegung am Grabe aus. Pfarrer Wahl wies
höriger klanglicher Ausgleichung wird auch da ein Erfolg sicher sein. Die Freischütz-Ouvertüre bot in einzelnen Teilen recht Erfreuliches. Warum bläst das Horn in der Adagiostelle nicht den von Weber geforderten langen Vorschlag; die Kan- tilene gewinnt dadurch ein völlig anderes Gesicht. Recht stimmungsvoll gelang das Rotturno aus dem „Sommernachtstraurn". Die Durchführung von Schuler s Unvollendeter Symphonie v r nachte das nicht völlig auszuschöpfen, was von dem Meister beabsichtigt war. Die Einleitungstakte (Celli und Contrabässe) wurden zu schnell genommen und erklangen nicht in voller Reinheit; die .Heberleitung zum zweiten Thema hört,man sonst stets mit Zurückhaltung im Tempo; dem Thema selbst wäre ein ruhigeres Zeitmaß angemessener gewesen. 3m zwei en Sah (Andante) gebührt insbesondere der Klarinette wohlberechtigte Anerkennung. — Mit der Begleitung der Männerchöre trug das Orchester erfolgreich zum Gelingen des Ganzen bei. Dr. H.
Oie Dame in der Loge.
Don L'esbet Dill.
Etwas verspätet — der erste Akt von „Kabale" hat schon begonnen — komme ich von einem Tee in das Frankfurter Schauspielhaus in meine Loge. Es sitzt schon eine Dame darin, von der ich nur ein Paar langer weißer Handschuhe sehe. Ich nehme Platz und nehme an den Vorgängen auf der Bühne teil. Plötzlich sagt eine Stimme neben mir: Wolle Sie mein Zettel hawe?
Danke, ich kenne das Stück.
Ich hab auch c Glas, wiederholt die Stimme, ein Opernglas wird vor mit auf die Brüstung gelegt.
Danke, sage ich, ich sehe genau so gut ohne Glas.
Darauf meint die fremde Stimme, deren Besitzerin ich im Halbdunkel nicht sehen kann: Geht das Stück gut aus?
Rein, es ist eine Tragödie.
2lch, das hab ich aber nit gern, dann wär ich doch besser ins Kino gegangen.
2ch schaue schweigend nach der Bühne. 'Aber die Rachbarin beruhigt sich nicht damit . . . Don wem is dann das Stuck? erkundigt sie sich.
Von Schiller.
Hat der noch mehr geschriwwe?
Ich zähle der toifjbcgierigen Dame einiges auf. Gell, Sie fin vom Theater?
Rein, warum denn?
auf die Verdienste hin, die sich der Verstorbene um die ev. Kirchengemeinde erworben hatte. — Die Grippe hat in unserem Dorfe immer noch nicht nachgelaßen, besonders unter den älteren Leuten liegen viele krank danieder. Auch die Todesfälle häufen sich. Mit dem verstorbenen Beigeordneten Henrich ist einer der ältesten Einwohner der Gemeinde dah'.ng gangen.
< Holzheim, 4. März. Verbunden mit der Feiet des 25jährigen Bestehens sand dieser Tage die Generalversammlung der hiesigen Landw. Kredit-, Bezugs - und Absatzgenofsenschaft e. G. in. b. H. statt. Der Dorfthende des Aufsichtsrats, Karl 3a- kob 3 u n g , begrüßte die fast vollzählig erschienenen M.tglieder, einen besonders Herz i_,e.i W..l- komm entbot er den auswärtigen Gästen, den Landtagsäbgeordneten Fenchel. Obetrevisor Hartmann und dem Vertreter der Zentralgenossenschaft Jung. Die Bilanz, erstattet von dem Rechner Heinrich Buß. ergab einen Reingewinn von 2600 Mark. Davon wurden 500 Mark dem Aufwertungsfonds überwiesen, der Rest in gleichen Teilen dem ReservesondS und der Detriebsrücklage zugefchrieben. Außerdem erhielt jedes Mitglied von seinem Geschäfts- guthaben (50 Mark) 6 Mark gutgcschrieben. Der seitherige Dir.kor, Bürgermeister Weh, wurde einstimmig wiedergewühlt, ebenso die beiden Vorstandsmitglieder Heinrich Hermann R e u h l und Wilhelm Konrad Klotz. Verschiedene An ragen, zum Punkt Verschiedenes gestellt, wurden von Oberrevisot Hart m’a n n eingehend besprochen und geklärt. Sodann ergriff dieser das Wort zu seinem Vortrag über die verantwortungsvolle' Tätigkeit des Aufsichtsrats, de 3 Rechner 3 und auch des Revisors. Darauf gab der Direktor, Bürgermeister Wetz, einen g schicht ichen Rückblick über Entstehung und Werdegang der Genossenschaft. Anschließend sprach LandtagSabge- ordneter Fenchel, Ober-Ho gern üb?r die gegenwärtige Rotlage der Landwirtscha't, und ermahnte zur Einigkeit und zu festerem Zusammenschluß. besonders auch in den landwirtschaftlichen Genossenschaften. Zuletzt entwarf der Vertretet der Zentralgenossenschuft ein Bild von dem gegenwärtigen S'and der Preise landwirtschaftlicher Produkte und künstlicher Düngemitteft Den langjährigen Mitgliedern Bürgermeister Weh und Georg Philipp 3 ä g e r wurden anläßlich ibrer 25 jährigen Tätigkeit im Vorstand durch Oberrevisot Hartmann Ehreudiplome überreicht. Ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Gebäck bildete den Abschluß der Feier.
* Aus dem oberen Horlofstal, 4. März. Gegenwärtig kann man mehrere Arten Böget beobachten, die infolge des andauernden Frostwetters als CDintergäfte bei uns eingetroffen sind. Eie waten in den letzten Fahren gar nicht oder höchst selten zu sehen. Da fällt vor allem der Erlenzeisig (Fri.igilla serinus) auf, der hauptsächlich den hohen Rotden b wohnft Das Männchen hat schwarze Kehle, grüne Rückenfärbung und ist an Brust und Bauch gelblich- grün bis weißlich. 3n den Dorsstraßen suchen sich die verhältnismäßig zutraulichen Vögelchen ihre Atzung. Scharenweise ist auch der Bergfink (Fr. montifringT.a) bei uns zu Gast. Mit ziegelroten Schulterzügcln und weißem Unter- rüden wird er viel bewundert und ob seiner Farbenpracht von jedermann gern gefüttert. 3n den letzten Tagen hat sich auch der schinste unserer einheimischen Sänger, der Blut fink oscr Dompfaff (Pyrrhula vulgaris), bei uns eingestellt. Er richtet eben wieder großen Schaden an. indem er die Knospen des Fruchtholzes an den Stachel-, 3obannidbeeren und am Spalierobst verzehrt. Dabei läßt er sich nicht verjagen. An den schnellfließenden offenen Quellgewässern ist die Bekassine anzutreffen. Sie findet dort genügend Rahrung und erhebt' sich schon bei weit entfernter menschlicher Annäherung mit schwirrem Fluge in die Luft, um bald an ihre AbflugsteNe zurückzukehren.
Kreis Büdingen.
△ Aus dem unteren Horlofftale, 4. März. Die anhastende Kälte der letzten Tage hat an den Wasserleitungen der einzelnen Gemeinden, besonders an denjenigen, die ungeschützt in der Ebene liegen, durch Rohrbrüche
Weil Sie kei Handschuh anhawe und kein Hut auf . . . meint die Dame.
Ich belehre sie, daß Handschuhe jetzt überflüssig geworden sind.
Mei Mann hat awer gesagt, ich müßt Handschuh gnziehe. es wär wieder Mode, beharrt die Dame. Ich hab mir extra en Theaterhut mache lasse müsse, von der Kaiser . . . Lasse Sie bei der auch artoeite?
Horen Sie mal, wir dürfen uns hier nicht unterhalten . . .
Weshalb dann nit? Ich sehe nit gern Trauerstücke . . . ich muß immer weine am Schluß . . . bleitoc Sie, bis es aus i3?
3a . . .
Awer, wann Sie das Stück doch schon kenne ... for was gehn Eie dann wider enaln?
Ein alter Herr dreht sich nach uns um und sagt zornig pst . . . Die Rachbarin schweigt.
Als sich der Vorhang senkt, öffnet sie eine Handtasche aus Krokodilleder, die so groß ist, daß man darin sein gesamtes Vermögen mit sich tragen kann.
Von meinem Mann auS Wien, sagt ■ sie. Er bringt mir immer was mit von der Dais . . . Er hat mir auch die Ohrringe mitgebrachft Sie klappt ein Etui auf und läßt zwei BoutonS vor mir funkeln . . . Gell, die fin schön?
3ch bestätigte ihr das . . Warum gehen Sie eigentlich ins Theater? frage ich.
Ach Gott, mir habe fei Kinner, sagt die Dame, und ich hab so e gut Köchin daheim, und die paar Zimmer fin doch bald in der Reih, ich weiß oft schon von vier Uhr ab nit, was ich anfange soll, un weil mei Mann als Widder fort is auf der Rais, er is ebe in Holland, da hat er mich abonniert, m’r kann doch so en Platz nit verderbe lasse. Wann ich nit Besseres vorhab, geh ich als daher . . . Sie klappt das Etui zu .. . 's is e guter Mann, sagt sie, awer ich weih noch nit, ob ich bei ihm bleib ... Er is so rechthawerisch . . .
Das sind alle Männer, tröste ich sie. Das Wort hat ihre Sprechschleusen geöffnet. 3ch erfahre nun die Geschichten eines unbekannten Ehepaares, ihrer Herkunft, ihrer Familie, ihrer Eltern, den Stand ihres Vermögens, den Prozeß mit einem Schneider und die Affäre der letzten Köchin, die fie bestohlen haft Als sich der Vorhang wieder hebt, sagt die Dame ärgerlich:
Ach Gott, jetzt fängt als Widder das Stück an . . . Ich wollt als, eS wär schon auS . . .
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sagte.
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Wäldern J« werden f» und da feinen, ' südlich ff eld und -te vuqniieten hungrig«" 2,1
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