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Jnlemietungslager gebracht, aus dem er entwichen sei. Nach England zurückgekehrl, sei er dort wie­derum verhaftet und wegen Verstoßes gegen den Ausweisungsbefehl mit drei Monaten Gesäng- nis bestraft worden. Nach verbühung dieser neuen Strafe fei er von den englischen Behörden aufs neue aosgewiefen worden. Sofort nach dem Waffenstillstand sei er nach Belgien gekommen. Anfang 1919 sei er in B rfrggc als Aufseher bei einer religiösen Vereinigung tätig gewesen. Dieses Postens enthoben, sei er in L ö w e n Bibliothekar bei den Jesuiten gewor­den. frier jedoch sei er in flagranti bei der Ent­wendung von Büchern ertappt und da­vongejagt worden. Kurze Zeit darauf fei e» ihm in Autwerpeu gelungen, bei der Bibliothek des Palais de J astice Anstellung zu fin­den. Aber auch diesen Posten muhte er wegen Diebstahls von Büchern aufgeben. 3n Paris wurde er dann dreimal in der Zeit vom De­zember 1919 bis zum Mai 1920 wegen Diebstahls» Fälschungen, Betruges und unerlaubten Tra­gens von Ehrenzeichen verurteilt. Nach verbühung der verschiedenen Strafen sei er in die Antwerpener Redaktion der Zei­tungNeptun" eingetreken. 3n Antwerpen habe er dos Wohlwollen eines erst kürzlich verstor­benen Generals gewonnen, bei dem er sich die Papiere habe verfcha'fen können, die ihm spater die Herstellung der oe'älschlcn Dokumente ermög­lichten. Aber auch in dieser Tätigkeit habe er kein Glück gehabt und sei entlassen worden.

Er will ein gutes Werk getan haben.

. . . und verlangt eine gute Behandlung

Paris, 4. März. (WTD. Funkspruch.) Einige Morgenblätter geben über die Geständnisse des Dokumentenfälschers Frank, die er vor dem bel­gischen Untersuchungsrichter gemacht haben soll, Darstellungen, aus denen zu schließen ist, daß Frank im Interesse Belgiens gehandelt haben will. Rach demJournal" soll er be­hauptet haben, er habe noch andere falsche Dokumente ausgeliefert, nämlich ein falsches Protokoll über die Lage des belgischen Herres, das der Grneralstabschef General Gal­le t vor der gemischten M.litärkommisfion im ver­gangenen Iahre gemacht haben soll, und zwar in dem Llugenblick, in dem die Frage der Reor- aanifalion des belgischen Heeres akut war. In­dem er so vorgegangen sei, wolle er ein gutes Werk getan haben. Er habe vor dem Unter* suchungsrichler zu beweisen gesucht, daß er die deutschen und belgischen Ak.ivisten und sogar die Holländer hineingelegt habe. Er soll so­gar die Ansicht geäustert haben, das; man ihn beglückwünschen mülfe und ihm eine gute Behandlung schulde. Tire Erzählungen, die zum Teil so abg^faßt sind, als ob sie von Pressevertrelern auf stenographiert worden seien, müssen mit größter Dorsicht ausge­nommen werden, da bekanntlich politische und gerichtliche Doruntersuchungen in ollen Ländern geheim geführt werden. Aach demPetit Pa- rifien" soll Frank übrigens auch Angestellter der Independence Belg:" in Brüssel und Mitarbei­ter der angesehenen WochenschriftLe Flabeau" gewesen fein.

Zwei weitere Verhaftung n.

Amsterdam, 4. März. (HL) wie aus B r ü f - f e l gemeldet wird, sind nach der Verhaftung Frank- Heines zwei weitere Personen namens von herreweghen und Firmin sestgenom- men worden, dle ebenfalls mit der angebl chen Fäl­schung des französisch-belgischen Mililärprolokolls im Zusammenhang stehen sollen. Die man in Amster­dam glaubt, handelt es sich bei dem ersten verhafte­ten nicht um van herreweghen, sondern vm ward Hermann, einen hervorragenden Flamen- f ü h r e r und populärsten Redner der aktivistischen Partei in Belgien. Von dem zweiten Verhafteten n mmt man an, daß er vermutlich nicht Firmin, sondern Finne he.ht, der in der aklioisti- schen Partei ebenfalls eine hervorragende Rolle WL

Begreifliches Moränen.

Berliner Preisestimnten zu dem Geständnis

Berlin. 4. März. (Priv.-Tel.) ImMon­tag" undMontagspost" werden die Erzählungen des angeblichen KriegspaktfälscherZ Frank-He ne mit großer Skepsis ausgenommen. Die Montags­post (Ullstein) erklärt: Man muß die verdächtig schnelle und aus ührliche Berichterstattung aus Belgien mit einer gewissen Dorsicht aufnehmen, denn man ist dort an der Angelegen­heit nur allzusehr interessiert. Es muß auch auf­fallen, daß Frank-Heine, dessen Rane seit Tagen im Zusammenhänge mit der Utrechter Veröffent­lichung genannt wird und nach dem man in Brüs­sel fahndete, ganz sorglos nach Brüssel gefahren sein soll, denn er mußte dort mit seiner sofortigen Verhaftung rechnen.

Der Montag (Scherl), der Frank-Heine als einen jener zwischen den Staaten stehenden Leute bezeichnet, die sich ohne irgendwelche Be­scheidenheit in der politischen Richtung au alle wenden, bei denen Geld zu erwarten ist. weist auf den gleichen Umstand hin. und verlangt auch noch in einem zweiten Punkt von der belgischen Regierung Klarstellung: Der angebliche Fäischer hat in der Rächt von Samstag zum Sonntag ein Geständnis abgelegt, wonach er seinen Ver­trag einem Bureau in Mülheim zum Kauf ange­boten haben will. Woher wußte nach diesem Geständnis" in der Rächt vom Samstag zum Sonntag dieRation Belge" bereits am Samstagabend, als ^rank- Heine noch gar nicht verhaftet worben war und erst in Amsterdam den Schnellzug bestieg, daß er f ü r das Dokument 100 000 Mark erhal­ten habe, und zwar von deutscher Seite? Die .Ration Belge" scheint nicht ganz auf den richtigen Zeitpunkt der Drrhas ung von Frank- Heine gewartet zu haben. DaS Blatt fragt, sollte die belgische Regierung eine etwas vlumpe Regie gemacht haben? Frank-.^eine könne na- türlich in Belgien ziemlich hoch bestraft werden, aber Gefängnisstrafen sind ihm nicht ungewohnt, und es gibt Leute, die sich s ü r s o e t w a S b e - gahlen lassen.

Eine aniisowjetlfiische Mscherzenttale in Berlin ausgehoben.

Die Quelle v« Anschuldigungen gegen den amerikanischen Senator Borah.

Berlin, 3. März. iVriv.-Tel.) Sine sow­jetfeindliche Fälscherzentrale, in der ganz große Politik gemacht wurde und in der gefälschte Dokumente hergestellt wurden, die von Ber­lin aus über Paris ihren Weg nach den Vereinigten Staaten nahmen, ist, wie erst heute bekannt wird, am 23. Februar von der politischen Polizei ausgehoben worden. Es wurden in dieser Angelegenheit vier Per­sonen festgenommen, von denen drei ehemals russische Staatsangehörige sind, und zwar ein ehemaliger Angestellter der Dertretung der ukrainischen Räterepublik in Berlin namens S u marokow. ein ehemaliger Untersuchungsrich­ter der zaristischen Ochrana, der ehemalige kaiser­lich russische Staatsrat Wladimir O r l o f f, der russische Baron Sergei Küster, der Sohn eines ehemaligen russischen Senators, und die Freun­din Sunmrokows, ein Fraulein Gertrud Summ­ier aus Berlin. Eine Haussuchung in der Wohnung Orloffs hat ein geradezu riesenhaftes Material zutage gefördert, das erkennen läßt, daß es sich um eine besonders raffiniert ar­beitende Werkstatt zur Fälschung po­litischer Dokumente handelt.

Durch das Geständnis der beiden Hauptange­schuldigten ist bereits aufgeklärt, daß aus ihrer Werkstatt die 15 Dokumente stammten, mit denen versucht worden ist, einen politischen Feldzug gegen die amerikanischen Senatoren Borah und Aorris ins Werk zu setzen. Wie erinnerlich, hatte man ver­sucht, an Hand gefälschter Quittungen zu behaup­ten, daß beide Senatoren von der Sow­jetregierung im geheimen bestochen worden seien. Im Ianuar dieses Iahres hatte ein besonderer Abschuß des amerikanischen Se­nates, diese Schriftstücke nach einer fast zwölf­monatigen Prüfung dieser Angelegenheit als Fälschung bloßgestellt. Die Entdeckung der Fällcherzentrale wurde dadurch ermöglicht, daß Sumarokow dem Berliner Vertreter derRew Vork Evening Post". H. R. Knickerbocker. Dokumente aus seiner Fälscherwerkstatt a l s echte Urkunden zum Kauf angeboten hat. Knickerbocker setzte sich mit der Polizei in Verbindung, ließ sich aber zum Schein in Unter­handlungen mit Sumarokow ein. Sumarokow wurde unter polizeiliche Beobachtung gestellt, und es gelang auf diese Art. seine Beziehungen zu den übrigen Mitgliedern der Füscherbande fest­zustellen.

Arn Donnerstag wurde dann in aller Frühe Orloff in seiner Villa in Schandau festgenom­men. gleichzeitig die anderen Mltg ieder der Fälscherbande. Baron Küster hatte bis vor einiger Zeit ein kleines Restaurant in der Kalclreuthstraße, das aber nicht florierte, so daß er vor kurzem einen Massage-Salon er­öffnete. Orloff, der eine Zeit ang auch unter der Sowjetregierur.g noch in Rußland t t g war, und einen Posten in der Tscheka bekleidete, hat später in Berlin eine S-ionagezentrale geleitet, die für De nikin und Wrang e l a beitete. Seine politische Fälschertät gk it hat ihm so viel eingebracht, daß c3 ihm mög ich war. ein Dillen­grundstück in Schandau zu erwerben.

Insgesamt wurden drei große Kisten voll russi­scher Dokumente beschlagnahmt. Außerdem fand man ganze Garnituren von Gummi- und Metall stempeln von Sowjetbehörden, ein vollständiges chemisches Laboratorium, in dem wahrscheinlich Schrift- und Druckzeichen auf chemischem Wege aus Dokumenten entfernt wurden, ferner Briefpapier und Formulare der kommunistischen Iniernationale und von Sowjet- behörden. Zur Ausrüstung gehörte außerdem noch eine aus mehr als 500 Karten bestehende Kar­tothek mit den Lichtbildern und genauen Bio­graphien aller bekannten Sowjetpolitiker und der ihnen besonders nahestehenden kommunistischen Führer der verschiedenen Länder.

Sumarokow hat den Berliner Vertreter der Aeuyorker Evening Post", H. R. Knickerbocker, durch den die Aufdeckung der Fälschungen erfolgt ist, bei einer Konferenz u. a. ein chiffriertes russisches Schriftstück übergeben, dessen Inhalt einen Schriftwechsel zwischen dem Leiter des Außendienstes der n. P. U. in Moskau und einem Agenten dieser S iwjetbehörde im Aus­lande darstellen sollte. Aus dem Wortlaut des Solumentes sollte sich ergeben, daß die G. P. U. ab ft chtlich eine ganze Reihe gefälschter Dokumente über Beziehungen des Senators Borah zur Sowjetregierung in die Welt ge­setzt habe, um dadurch die Tatsache d"s Ent­stehens echter Schri'tfiücke über Torch. Der in* düngen mit den Sowjets zu verschleiern und eine eventuelle politische Bloßstellung des Senators zu verhindern. Knickerbocker ließ dieses Doku­ment heimlich photographieren und erstattete dann Anzeige bei der politischen Polizei.

Keine Umbildung der tRerchsregieruug.

Der Rcichsranzler berichtet dem Reichtz- yräfi Zenten.

Berlin, 2.März. (BB.) Dec Reichskan z- l e r berichtete heule vormittag dem R e i ch s Prä­sidenten über feine Bemühungen, eine Regie­rung auf breiter Grundlage zu schaffen. Nach den Verhandlungen mit den beteiligten Fraktionen habe er feststellen müssen, daß zur Zeit eine solche Umbildung der Reichsregierung nicht möglich ist. Der Reichskanzler schlug daher dem Reichspräsidenten vor, daß die Reichsregierung ohne Veränderung ihrer gegenwärtigen Zu­sammensetzung im Amte bleibe. Der Reichs­präsident stimmte diesem Vorschlag zu.

OieVolksnaiiona'.e Aktion" des Lnngdeutschen Ordens.

Eine Erttäntm;

des Hochmeisters Arthur Mahraun.

Berlin. 1. März. (TU.) Der Hochmeister des Iungdeutschen Ordens. Arthur Mah­raun. nahm vor der Presse Gelegenheit, um sich über die Dolksnationale Aktion und den Iungdeutschen Orden zu äußern. Er erklärte, daß nunmehr die Zeit für den Beginn der Dollsnationalen Aktion gekommen fei. Zu diesem Zweck soll einDolksnationaler Aus­schuß" einberufen werden, der eine Ideen- llärung herbeiführen und die Lösung der Frage: Wie wird der Dolksstaat geschaf­fen?" "borbereiten solle. Rach der idealen Dor- bereitung würde ein Aufruf an das Doll ge­geben werden, sich der Volksnationalen Bewe­gung anzuschließen. Hierfür timen die bisherigen Parteien nicht in Frage, wie er auch früher schon die Beziehungen des Iungdeutschen Ordens zu den Parteien zerschnitten habe. Seine Gegnerschaft gelte dem Parteiismus und der Resormfeindschaft der alten Parteien. Unter Um­ständen komme es auch in Frage, daß die Volks- nationale Aktion als Liquidatoren des alten Systems Vertreter in das Parlament entsende, denen sich der Iungdeutsche Orden zur Verfü­gung stellen würde.

Der Vorschlag des Iungdeutfchen Ordens zur Bildung einer Volksnationa e.t Aktion sieht vor, daß der Organische Volks st aat (Ser S.aat und wir") durch Fortentwicklung der Republik gefchaffen werden soll. Die Gliederung der Staatsbürgerschaft zum Staat soll nicht in Vertretung von Sonderinteressen des einzelnen durch die private Hand, sondern von Staatswegen auf regionaler Grund­lage erfolgen. Die Erhebung des einzelnen zu einer im Staate führenden Stelle soll in An­sehung seiner Geeignetheit erfolgen, die Lei­st u n g s p r ü f u n g sich aus Grund einer Organi­sation einer h erzu befähigten Staatsbürgerschaft durch die Wahl vollziehen. Die Vertretung der Volksgenossen als Sonderinteresfenten soll nicht dem Staate obliegen, fonbem der auf interessen­mäßiger Gliederung beruhenden Fachkammer, einer Art Reichswrrtschaftsrat. im Benehmen mit dem Staate. Als Etappen auf dem Wege zum Fernziel sieht die Dolksnationale Aktion u. a.: Die Reform deS Wahlrechts. Derkleine- rung der Wahlkreise, Aufstellung von Cinzel- kandidaten unter Beibehaltung der Li­stenwahl, nur soweit, als eS nötig ist. alle S.immen zu erfassen. Entlastung deS politischen Parlaments durch den Umbau des Reichswirtschaftsrates und die Stärkung feiner Befugnisse, die Stabilisierung der Regierung durch die Beschränkung

1 der Partei auf die Min ister, und end­

lich die Derwaltungsresvrm und Reu- glieberung des Reiches zur Herabminde­rung der heute unerträglich geworbenen Lasten.

In der Aussprache betonte der Hochmeister des Iungdeutschen Orders wiederholt, daß der Iung­deutsche Orden nicht etwa mit der Dolksna.io- nalcn Aktion gleichzuse^en wäre, sondern daß er ihr unabhängig gegenüberstehe und ihr nur unter Umständen seine geistig diziplinierte An­hängerschaft zur Verfügung stellen wolle. Die Vordere llun.'en für den Volks..allonalen Aus­schuß seien bereits weit gediehen, jedoch könne er über die Persönlichkeiten, die ihm angehören würden, noch nichts sagen.

Ab ehnung des Hafienttaffungöantrages für lllih.

Kattowih. 2. März. (WTD.) Der für den verha.te eu Geschäftsführer des Deut­schen Volksbundes, Ulih, eingere.chte Haft- entlassungsantrag geget Stellung einer Sicher­heitsleistung ist vom Gericht in erster In­stanz abgelehnt worden. Der Antrag ist daran, hin entsprechend seinem Wortlaut als Be­schwerde an die Spruchkammer beim Bezirks­gericht toeitergeL'itet worden.

Revolution in Mexiko.

Stadt Mexiko, 3. Mär;. (WTB. Funkspruch.) Die Hauptstadt ist in großer Aufregung über Ge­rüchte von dem Ausbruch der Revolution in Vera Cruz, wohin keine telegraphische Ver­bindung mehr besteht, und wo die Zensur cingesührl werden soll. Truppentransporte bewegten sich heute Nacht durch die Stadl. Der Leiter der militärischen Operationen im Staate Tomaulipas hat ein fiotn- muniqu $ veröffentlicht, in dem erklärt wird, daß drei Bataillone, öle unter dem Befehl Aguir- ras stehen, meuterten. 3n der Stadt Mexiko und in Tampico herrsche, so heißt es in dem ftom- muniqj weiter, Ruhe. Die Regierung habe die Zu­versicht, daß sie ba l d h e r r d e r L a g e sein werde. Die Revolutionäre haben die Stadt Nogales im Staate Sonora heute Nachmittag eingenommen. Sie wurden von Regierungstruppen unterstützt. die un- k"r dem Befehl des Generals 3esus Aguirre und des Gouverneurs von Topete, Generals Manzo, stehen. Verschiedene Städte haben sich ebenfalls erhoben. General Calles Ist von der Ixegierung zurück- berufen worden. Präsiden! Portes Gil hat einen Kriegsrat einberufen, an dem die militärischen Führer teilnehmen werden. Die Revolution soll sich, wie Berichte besagen, auch auf den 3sthmus von Tehuantepec ausgedehnt haben, heute abend wurde die Zensur über das ganze Bundesgebiet verhängt.

General Aguirre hat Dera Eru; im Namen der Revolution in Besitz genommen. Die Stadt ist ruhig und es wird nicht befürchtet, daß Unruhen ausbrechen werden. Sieben Schiffe der mexikanischen Flotte, die in der Bucht vor Anker liegen, haben sich Aguirre angeschloffen. Dieser er- klärte, daß die Staaten Sonora, Sinaloa, Ragarif, Durango, Oaraca Eoahuila, Chihuahua und Vera Cruz gemeinsame Sache mit ihm machten.

Die Ursachen

der vevolutonären Bewegung.

Reuyork, 4. März. (WTD. Funkspruch.) Die amerikanische Pr.fse widmet bet 2 vo'u.io.r in Mexiko, die sie als ernst betrachtet, großen Raum. Der AuSgang b:r Erh bring a.n gestrigen Sonntag fei vorläufig schwer abzufchen. Es handele sich um einen Streit innerhalb der in drei Richtungen gespaltenen revolutionären Partei: eine Gruppe unterstütze den gegenwärtigen Präsidenten Por­

tes Gil. Die aufständische Gruppe dag-gen be­absichtige anscheinend den früheren Botschafter in London, Valenzuela, der Kandidat für die nächste Präfidenticha tt.wahl ist. als Präsi­denten einzusehen. Konservative Elemente der einstigen Di-z Partei und K^thil ke. f. hrer seien bisher an der revolutionären Bewegung nicht beteiligt.

Das Kabinett

des Präsidenten Hoover.

Washington, 2.M-rz. (WTD.) Rach einer soeben im Bureau des neuen Präsidenten der Bereinig.en Staaten. Hoover, abgegebenen Liste setzt sich das neue Kabinett wie folgt zusammen: DaS Staatssekretariat übernimmt der bisherige Gouverneur der Philippinen, Henry Stimson, die inneren Angelegevhci.en der Präsident der Stamford llnivcrsith, Lyman Wilbur, der Bruder des bisherigen Marine- sekretärS: das Kriegssekretariat der frü­here Dorsihende des Finanzausschusses im Re­präsentantenhaus Iames Good; das Ma- rinesekretariat der Rechtsanwalt Fran­cis Adams, der unter seinen Dorfahren zwei Präsidenten der Dcreinigien Staaten zählt; die Justiz übernimmt der bisherige Chief Soiicitor, William Mitchell; die Post der bis­herige stellvertretende Handelssekretär Walter Brown; das Handelssekretariat der Präsident der America Steel Foundries, Chi­cago, Patterson Lamont, ein bekannter Wirtschaftsführer des mitlercn Westens; die Landwirtschaft der frühere Gouverneur von Missouri. Arthur Hy. Aus dem bisherigen Kabinett werden übernommen: Schatzsekretär Mellon und der Arbeitsminister I a m e s D a- v i s. Der bisherige Staatssekretär Kellogg ist, wie verlautet, bereit, das Amt bis zum Eintreffen Stimsons provisorisch w e i t e r z u - führen.

Die Katastrophe der ,Ltalia".

Der von der Untersuchungskommif- s i o n über die Katastrophe der »Italia" ange­fertigte undMus.clini überreichte Bericht gelangt zu dem Schluß, daß der Verlust des Luftschiffes eine Folge falschen Manövrierens war, was wiederum auf die Zusammensetzung und Verwendung der Besatzung zurückzuführen sei. Die Verantwortung für dieses falsche manövrieren falle auf den Kommandanten. DaS Der- halten der Seeoffiziere Mariano und Zappi könne in keiner Weise getadelt werden, verdiene viel­mehr Anerkennung. Was die Rettung Ro - biles betrifft, so ist die Kommission einmütig der Auffassung, daß sich sein Verhalten gar nicht rechtfertigen lasfe und nur dadurch zu erklären fei, daß er sich in einem Zu­stande psychologischer und morali­scher Depression befand, ein Zustand, der ihm nicht gestattete, seine Handlung und ihre Folgen rechtzeitig einzuschätzen, selbst wenn sie durch die dringende Aufforderung Lundvorqs veranlaßt worden wäre. Die Kommission ist der Ansicht, daß alles Mögliche geschehen sei, um die Schiffbrüchigen aufzusuchen, zu unterstützen und sie zu retten, und dasselbe gelte auch für die Suche nach dem Ballon. Dieses Werk hätten Italiener mit Begeisterung durchgeführt, und die Tätigkeit von Richtitalienern bilde ein bewun­dernswertes Beispiel für die menschliche Soli­darität, deren Höhepunkt das glückliche Eintreffen des .Krassin" und der edle O p s e r t o d Amundsens gewesen fei.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage

Die gestern vorgestoßenen milderen Lustmassen haben eine fdjr rasche Erwärmung gebracht. Während in unserem Bezirk die Temperaturen vor 24 Stunden noch unter minus 10 Grad lagen, bewegen sie sich heute um den Gefrierpunkt. Die tiefsten Temperaturen erreichten heute morgen in Deutschland nur minus 4 Grad (Breslau minus 4 Grad). Reuerdings dringen an der Rückseite der Daltikumstörung wieder kältere Luft- massen südwärts vor. die auch bei uns einen Temveraturrückgang verursachen werden. Aller­dings kommt cs dabei zunächst nur zu leich­teren Frösten. Unter wechselnder Bewölkung 6c- fte'i: Neigung zu vereinte.ten Riederschlägen.

Wettervoraussage für Dienstag: Meist wolkiges Wetter, leichter Rachtsrost, ver­einzelt leichte Riederschlage.

Lufttemperaturen am 3. März: mittags + 0,8 Grad Celsius, abends 0,1 Grad Celsius: am 4. März: morgens x 0,3 Grad Celsius. Marimum 0,8 Grad Celsius, Minimum 12,2 Grad Celsius. Erdtemperaturcn in 10 Zentimeter Tiefe am 3. März: abends 2,4 Grad Celsius; am 4. März: morgens 2,5 Grad Celsius. Sonnenscheindauer

Stunden.