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worden sei und den ersten Sekretär der Pariser Bot­schaft, Edwin Wilson, als inoffiziellen Beobachter dorthin entsenden werde.

England erwartet große Schwierigkeiten.

London, 1. 2lug. ($il.) Die englische Ab ordn u ng, deren Führer Schahkanzler Snowden und nicht Außenminister Hender­son sein dürfte, geht in voller Erkenntnis der Schwierigkeiten nach dem Ha-ag. Sn politischen Kreisen ist ein ziemlich ausgesproche­ner Pessimismus über den wahrschein- lichen Ausgang der Konferenz festzustellen. Wie es scheint, stützt er sich in erster Linie auf die vielfachen, aus Paris kommenden Anzeichen, daß Frankreich auch diesmal auf der Haager Konferenz eine Haltung einnehmen wird, die in LlÜbereinstimmung mit seinen Erfahrungen in den letzten vier Jahren von der Lleberzeugung ausgeht, daß der französische Stand­punkt hundertprozentig durchsetzbar ist, wenn er nur mit Hartnäckigkeit verfochten wird. Aus dieser Lieberzeugung heraus erklärt es sich, daß mehr und mehr die Meinung vor­herrscht, dah nicht nur in den finanziellen, sondern vielleicht auch in den politischen Verhandlungen der Konferenz große Schwierigkeiten zu überwinden sein wer­den, so in der Frage der Rheinlandräumung und der des Feststellungsausschusses. Erst nach hartnäckigen Verhandlungen statt in der von England angestrebten Form einer großen ge­meinsam kundgegebenen Haltung können nach Zusammentritt der Konferenz eine Einigung mög­lich sein. Formaljuristisch scheint die fran­zösische Regierung auch diesmal auf eine starke Stellung pochen zu können, da die Genfer Entschließung vom vorigen Jahre bedauer­licher Weise die Auslegung zuläht, daß die Ein­setzung eines Feststellungsausschusses im Rheinlandgrundsätzlich angenommen" sei, allerdings mit der von Deutschland geforderten Tegrenzung auf das Jahr 1935. Diese Aus­legung wird im Haag vermutlich eine erhebliche Rolle spielen.

Abreise der italienischen Delegation. Rom, 2. Aug. (WTB. Funkspruch.) Finanz­minister Mosconi und der Unterstaatssekretär des Aeußern, Grandi, sind heute abend zur R e - parationskonferenz nach dem Haag ab­gereist.

Belgien für den Honng-Plan als Ganzes.

Brüssel, 2. Aug. (WB.) Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Ja spar fand heute ein Ko­bin e t t s r a t statt, der sich mit der Prüfung der Fragen, die auf der Haager Konferenz be­handelt werden sollen, und mit den Anweisungen beschäftigte, die die belgischen Vertreter zu befolgen haben werden. Wahrscheinlich wird sich die Konfe­renz in zwei Sektionen teilen, von denen die eine sich mit dem Young-Plan und der Frage seiner Durchführung und die andere mit den rein politischen und diplomatischen Fra­ge n der Rheinlandräumung und der Schaffung der Feststellungs- und Vergleichskommission befassen wird. Bisher ist von den beteiligten Mächten noch kein Beschluß darüber gefaßt worden, wer den Vorsitz auf der kommenden Konferenz führen soll. Der Kabinettsrat überprüfte die hauptsächlichen Be­stimmungen des Young-Plans.

Die Vertreter Belgiens werden für den Zoung- Plan als Ganzes cintcelen. Der Kabinettsrat stellte nochmals fest, daß der Plan feine Bil­ligung finde.

Der belgischen Regierung komme es vor allem dar­auf an, zu einer endgültigen Regelung der Rcparationsfragen zu gelangen und zu der wirt- fchaftsichen Stabilisierung und der Befriedung Euro­pas beizutragen.

Griechenlands Ansprüche.

London, 2. Aug. (WTV.) Ministerpräsident V e n i z e l o s ist von Paris kommend in Lon- d on eingetroffen. Es handelt sich um einen Privatbesuch, der höchstens zwei bis drei Tage dauern soll. Sodann wird Venizelos nach dem Haag Weiterreisen.

Venizelos, der gestern eine Unterteilung mit leitenden Beamten der Balkan-Abteilung des Foreign Office hatte, erklärte über die Hal­tung Griechenlands auf der Haager Konferenz, Griechenland werde nur den An- spruch erheben, genügend Reparationen zu erhalten, um die Zinsen für seine S ch u l d e n zu bezahlen und in der Lage zu sein, einen Teil des durch den Krieg angerichteten Schadens wieder gutzumachen. Auf Grund des Spa-Abkommens erhalte Griechenland nicht genügend, um auch nur die Hälfte der Zinsen für seine Schulden zu bezahlen.

Das Befinden poincares.

Paris, 2.Aug. (WB.) lieber das Befinden Poincaräs wird von den behandelnden Aerzten mitgeteilt, daß er den Tag gut verbrachte unb ganz leichte Nahrung zu sich nehmen konnte. Temperatur 37,5, Puls 84.

I

Die Verhandlungen zwischen Rußland und China.

K o w n o , 2. Aug. (Funkspruch.) Die Telegraphen- ogentur der Sowjetunion veröffentlicht eine Mittei- lung, nach der entgegen den russischen amtlichen Dementis in der letzten Zeit tatsächlich Ver- Jon Ölungen zwischen dem russischen General- konsul Melnikow und dem Außenminister der Mukdener Regierung, Tsai, in Mukden stattge- funden haben. Zu diesen Verhandlungen wurde in den letzten zwei Tagen auch der chinesische Gesandte in Finnland herangezogen, der im Auftrage der Nankingreg.eruna die Verhandlungen mit Melnikow führte. In diesen Verhandlungen überreichte der Außenminister Tsai, dem Generalkonsul Melni­kow die chinesischen Vorschläge zur Bei- legung des russisch-chinesischen Konflikts in der Mandschurei. Danach sollten die von den Mukde- ner Behörden verhafteten Sowjetangestellten freige- lassen werden. Eine Konferenz beider Re­gierungen sollte den Konflikt beilegen. Die Mukdener Regierung würde im Einvernehmen mit

Vorläufiges Flottenabkommen zwischen England und Amerika?

London, 2. August. (WTB.) »Evening Stan­dard" will erfahren haben, daß Premierminister Macdonald heute mit Botschafter Dawes eine vorläufige Abmachung über die Flottenabrüstung getroffen habe, die fol­gende Vorschläge enthält:

Die Schlachtschiffbauprogramme werden be­schränkt. Die Größe der künftigen Schlachtschiffe wird vermindert. Die Lebensdauer dieser augen­blicklich im Dienst befindlichen Schlachtschiffe wird verlängert. Beide Länder erklären ihre Bereitschaft, keine Unterseeboote mehr zu bauen.

Diese vorläufigen Vorschläge werden jetzt den anderen großen Seemächten Frankreich, Italien und Japan zur Stellungnahme unterbreitet wer­den. Es verlautet, daß Macdonald bald eine Er­klärung über diese wichtige Frage abgeben werde, möglicherweise noch vor der Völkerbundsver­sammlung im nächsten Monat.

Preß Association berichtet dagegen, von gut* unterrichteter Seite verlaute, dah die Besprechun­gen zwischen Botschafter Dawes und Mac­donald über die Frage der Flottenabrüstung noch nicht abgeschlossen sind und wahrschein­lich nach der Rückkehr des Premierministers nach London wieder ausgenommen werden.

Macdonald

über die Abrüstungsfrage.

London, 3. Aug. (WTB. Funkspruch.) Daily Herald" berichtet, Macdonald habe in einer heute in bet*Saturdah Evening Post" von Philadelphia veröffentlichten Unterredung erklärt, ein wirksamer Abrüstungsvor­

schlag müsse auch die ausgebildeten Reserven berücksichtigen. Er müsse die Zabl der jährlich einzuberufenden Rekruten und die Ausbildungszeit beschrän­ken, ebenso Waffen- und Munitionsvorräte. Auch die Zahl der schweren Geschütze, Tanks und Kampfflugzeuge müsse festgesetzt werden.

Ein wirksamer Abrüstungsvorschlag müsse die Flottenstärke bestimmen. Gas- und Bakterien­krieg müsse untersagt werden. Die Ausgaben jedes Staates für feine Streitkräfte müssen in gleicher Weise festgesetzt werden.

Für die internationale Lleberwa- ch u n g der Durchführung aller dieser Beschrän­kungen und Verbote durch den Völkerbund oder durch eine größere Organisation, die auch die Rattonen umfaßt, die nicht dem Völkerbünde angehören, müsse Vorsorge ge­troffen werden.

Italienische Flieger über französischem Gebiet?

Paris, 3. Aug. (WTB. Funkspruch., Rach einer Agenturmeldung aus Grenoble sollen gestern früh mehrere italienische Flug­zeuge französisches Gebiet in 10 Kilo­meter Breite in der Gegend des Mont C e n i überflogen haben. Sie sind dann wieder über die Grenze zurückgekehrt. 3n der Rachricht wird hervorgehoben, daß gegenwärttg in dieser Gegend französische Truppenübungen stattfinden.

der Nankingregierung die Folgen des Konflikts zu­sammen mit der Sowjetregierung beseitigen. Mel­nikow lehnte jedoch unter Berufung darauf, daß er von seiner Regierung keine Vollmachten erhalten habe, diese Vorschläge ab.

Die Telegraphenagentur der Sowjetunion ver­öffentlicht nunmehr die Antwort des stell- vertretenden Außenkommissars auf die chinesischen Vorschläge, in der diese a b g e l e h n t worden. Karochan weist in seinem Antwortbrief an den Außenminister Tsai darauf hin, daß die Mukdener Regierung durch ihre Vorschläge die baldige Beilegung des Konflikts unmöglich ge­macht habe. Nach Auffassung der Sowjetregierung fei der Konflikt nur durch eine Anerkennung des Vorschlages zu beseitigen, den die So­wjetregierung am 25. Juli der Nanking- regierung gemacht habe. (D. h. im wesentlichen Wiederherstellung des status quo. D. Red.) Wie verlautet, werden die Verhandlungen in Mukden nach einer Pause weiteraeführt werden, d. h. sobald der chinesische Gesandte für Finnland aus Nanking wieder zurückkehrt.

Der Rote Tag in Paris.

Paris, 2. Aug. (WTB.) 3m Verlauf des gestrigen Tages sind demParis Soir" zufolge in Paris insgesamt über 900 Verhaf­tungen vorgenommen worden. Um Mitternacht waren die meisten Verhafteten, soweit sie sich ausweisen konnten, wieder freigelassen, und nur wenige wurden wegen Waffenbesitzes und Beleidigung von Polizttbeamten in Haft behalten. Die aus allen Teilen Frankreichs in Paris zusammengezogenen Truppen und Ab­teilungen der Mobilen Garde sind hellte nachmittag wieder in ihre Garnisonen zu­rückgekehrt.

Der innerpolitische Aufmarsch.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 3. August. Obwohl es noch einige Wochen hin ist, bis das große innerpoliti­sche Programm des Herbstes abgewickelt werden muß, beginnen doch schon die innenpoliti­schen Formationen sich zu ordnen. Dies ist um so notwendiger, als ja seinerzeit die Stabili­sierung der innenpolitischen Ver­hältnisse im 3nteresse der Außenpolitik in­sofern vertagt wurde, als man sich zunächst da­mit begnügte, eine Große Koalition ohne Koalitionsbindung zu schaffen. Man ent­schied von Falt zu Fall, was seinerseits wiederum eine Vermeidung aller komplizierten Probleme zur Folge hatte. Run ist dies selbstverständlich auf die Dauer nicht möglich. Denn die 3nnen- politik muh auch einmal an Aufgaben herantre­ten, die nicht so einfach in ihrer Lösung sind und deshalb eine politische Belastung darstellen. Da ist zunächst die Lösung der Finanzprobleme und in engem Zusammenhang damit die Reform der Arbeitslosenversicherung, die wenigstens heute noch eine recht breite Kluft zwi­schen der Sozialdemokratie und der Deutschen Dolkspartei darstellt. Der polkspartleiche Reichs­tagsabgeordnete H i n tz m a n n hat bei der Ta­gung des Landesverbandes der D. V. P. nach dieser Richtung hin einem recht auffallenden Pessimismus Ausdruck gegeben, der in der An­sicht gipfelt, daß

wenn feine Verständigung über die Auf­fassungen der Dolkspartei und dec Sozialdemo­kraten in der künftigen wirtschafte-, Finanz- und Steuerpolitik erreicht werden könne, eine Reichstagsauflösung unvermeidbar sei. Die Volkspartei lege großen wert darauf, eine stabile Reichsregierung zu schaffen, die einzig und allein in der Lage sei, eine sparsame Fincmz- gebarung durchzuführen.

Die Ansichten der Volkspartei nach dieser Rich­tung hin sind bekannt. Und es wird noch mancher Abstriche in dem sozialdemokratischen Programm bedürfen, wenn die jetzige Regierungskoalition bestehen bleiben soll. Inwieweit die Sozialdemo- -^^ile^ nach dieser Richtung hin einlenken wird, laht fsch noch mcht Überblicken. Man muß ja berücksichtigen, daß auch sie aus Parteigründen, die mit ihrer Rivalität mit den Kornmu- n i st e n zusammenhängen, zu einer bestimmten Konsequenz gezwungen ist. Hier die rettende Formel zu finden, wird ein Problem sein das in der deutschen 3nnenpolitik das größte Kopfzerbrechen verursachen wird. Es wird gut sein, wenn man von vornherein bestrebt ist, eine möglichst klare Taktik einzuschlagen. Denn jede

halbe Politik mußte auf Kosten des Volkes gehen, was von keiner Partei verantwortet wer­den kann. Die große innenpolitische Ge­neralreform wird deshalb unvermeidbar sein. Und je ernster es die Parteien damit nehmen, je konsequenter sie sein werden, um so eher wird es möglich fein, zum Ziele zu kommen.

Aus aller Welt.

Überschwemmungen in Indien.

London, 3. Aug. (WTB. Funkspruch.)Daily Mail" berichtet aus Karachi: 3n der ganzen Pro­vinz sind schwere Regen niedergegangen, die große Ueberschwemmungen zur Folge hallen, viele Eingeborene, die sich aus Bäume flüchteten, wurden von den steigenden Wassern weggerissen. Etwa 30 Personen sind durch Einstürzen von Häusern getötet worden. Die allge­meine Rot wird noch durch eine Eholeraepidemle gesteigert.

Der Europaflug.

Straßburg, 2. Aug. (WTB.) Gestern nach­mittag sind auf dem Flugplatz Entzheim sieben deutsche Sportflugzeuge mit Moto­ren von 40 bis 80 Pferoestärken mit je einem Führer und Passagier aus Berlin eingetroffen. Die Flieger begeben sich zur Teilnahme an dem Europaflug nach Paris. Der Europaflug sieht eine Flugstrecke von 6288 Kilo­meter vor, deren einzelne Etappen folgende find: Paris Bafel Lyon Marseille <5t. Raphael Turin Mailand Venedig Zagreb Belgrad Turnu-Severin Buka­rest Turnu-Severin Budapest Wien Drünn Prag Breslau Warschau Posen Berlin Hamburg Amsterdam Druffel Paris. 3n allen diesen Städten sind Landungen vorgeschrieben. Der Start erfolgt am 7. August, früh 9 Uhr, auf dem Flughafen von Orly.

Tumult in Moabit.

Das Alte Kriminalgericht in Berlin-Moabit war am Freitagnachmittag der Schauplatz so ft ü r- Mischer Austritte, wie man sie dort bisher kaum erlebt hatte. Vor dem Erweiterten Schöffen­gericht Berlin-Mitte stand nach der Mittagspause eine Verhandlung gegen die Güterräuber, bande Schulz und Genossen. Als der dienst, tuende Justizwachtmeister den Zuhörerraum öff­nete, wurde er zur Seite gestoßen und eine nahezu hundertköpfige Menschenmenge, un­ter der sich im überwiegenden Teile der recht ver. wegen aussehende Anhang der Angeklag. ten befand, stürmte den Saal. Ein zwei­ter Justizwachtmeister würde ebenfalls zuruckge- drängt und beiseite gestoßen. Die Massen machten sogar Anstalten, in den Sitzungssaal einzudringen. Auf die Alarmsignale stürzten von allen Seiten Justizwachtmeister herbei. Es entspann sich ein er­bitterter Kampf mit d e r Menge, un« ter der auch einige junge Burschen Revolver in den Händen gehabt haben sollen. Schließlich ge­lang es den Beamten, denen noch zwei anwesende Reichswehrsoldaten zu Hilfe kamen, unter Be- Nutzung ihrer Gummiknüppel die tobende Menge aus dem Gerichtssaal und von der Treppe zu drän- gen. Nachdem Rübe geschafft war, konnte das Ge­richt in die Verhandlung eintreten. Diese nahm dann einen ganz ruhigen Verlauf.

Schießerei in Nürnberg.

Die Polizeidirettion Rümberg teilt mit: Freitag gegen 23.30 lllhr kam es an der Lorenz- Kirche zwischen drei Mannspersonen, die Fahr­räder neben sich herschoben, und Rationalsozia­listen zu einem Wortwechsel. Ein schwarzrotgol­dener Wimpel an dem Fahrrade einer der Mannspersonen mag die Llrsache hierzu gewesen sein. Von unbekannter Seite wurden dann plötz­lich mehrere Schüsse abgefeuert, wodurch die Kausmannsgatttn Katharina Grünewald aus Lampertheim (Hessen) auf der Stelle g e- tötet wurde. Der 19jährige Schlosser Fritz M a u s n e r wurde durch zwei Schüsse ver­letzt, die jedoch nicht lebensgefährlich sind. Trotz aller Bemühungen der Polizei ist es noch nicht gelungen, den Täter festzustellen.

Todessturz eines Nachtwandlers.

3n Reckargemünd stürzte der 14jährige Mehgcrlehrling Wilhelm Reisig, wohl infolge Nachtwandelns, aus dem Fenster seines im dritten Stock gelegenen Schlafzimmers auf das Pflaster, wo ihn Rachbarsleute schwer ver­letzt auffanden. Reisig wurde sofort in die Heidelberger Klinik transporttert, wo ein schwe­rer Schädelbruch festgestellt wurde, dem er wenige

Stunden später erlag. Der im gleichen Simmet I schlafende andere Lehrling hatte von dem ganzen

Vorfall nichts gemerkt.

Beim Baden in der Sommerfrische ertrunken.

Grabenstätt, 3. Aug. (WTB. Funkspruch.) Gestern mittag ertrank beim Baden imChiem- s e e in der Hirschauer Ducht der Fabrikbesitzer Leo Simson aus Suhl in Thüringen, der an der Waffenfabrik beteiligt ist. Der 52jährige Großindustrielle hatte sich zu weit über die abgegrenzte Fläche in den See hinausgewagt, trotzdem er des Schwimmens nicht kundig war.

Verhaftung eines Mörders.

Wie aus Magdeburg gemeldet wird, konnte der Handelsmann Meißner aus Wellen, der vor einigen Tagen seine Schwiegermutter g e * tötet, seinen Schwiegervater schwer und seine Frau leicht verletzt hatte, am Freitag mittag bei Ostingersleben (Provinz Sachsen) nach einer aufregenden 3agd, an der sich auch Feldarbeiter beteiligten, verhaftet werden. Die Verfol­gung ging drei Kilometer quer über Felder bis in einen Wald hinein, wo Meißner umzingelt und festgenommen wurde. Er wurde nach Magde­burg gebracht und wird alsbald dem Unter* suchungsrichter vorgeführt werden.

Zugzusammenstoh in der Tschechoslowakei.

Prag, 2. Aug. (WTB.) Die Direktion der Staatsbahnen Prag-Süd teilt mit: Am 1. Aug. um 18.30 Uhr stieß bei der Einfahrt in die Station Modran ein Personenzug mit einer Derschublokomotive zusammen. Ein Aizer wurde schwer verletzt. Er starb nach der Ueberführung ins Krankenhaus. Von den Reisenden wurden 46 Personen verletzt. Sie wurden sämtlich in Modran ärztlich behandelt und konnten dar­auf mit dem Zuge die Weiterfahrt antreten- Die Ursache des Zusammenstoßes ist unbekannt.

Iumelendievskahl im Schnellzug.

Dem Prager Polizeibericht zufolge ist in dem Schnellzug PragPilsen der Reisenden Louise G u 11 m an n aus Wien aus einem Abteil erster Klasse eine Reisetasche aus Hirschleder entwendet worden, in der sich 3uwelen im Gesamtwerte von 350 000 bis 400 000 Kronen befanden.

Wasserflugzeug in die Seine gestürzt.

Am Freitag vormittag stürzte unweit von Paris ein Wasserflugzeug infolge Be­rührens mit einem elektrischen Kabel i n die Seine. Der Pilot und ein Passagier konnten bisher noch nicht geborgen werden, ein zweiter Passagier wurde schwer verletzt.

Erdrutsch bei Ubine.

Rom, 3. Aug. (WTB. Funkspruch.) Bei Udine wurde gestern abend durch einen Erdrutsch ein Güterzug verschüttet. Der Zug­führer wurde t o t aus den Erdmassen gebor­gen. Vier Personen des Begleitpersonals ha­ben Verletzungen erlitten und sind in das Krankenhaus übergeführt worden. Die Reisenden aus Oesterreich müssen bei Udine umsteigen.

22 Personen durch explodierenden Benzintank verletzt.

Trent on (Rew Versetz), 2. Aug. (WB.) Ein La st automobil geriet hier auf der Straße ins Schleudern und stürzte um. Dabei explodierte der Benzintank. Don den umstehenden Personen touroen durch das bren­nende Benzin 22, meist Kinder, verletzt. Ein Teil der Verletzten hat schwere Brandwun­den davongetragen.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Infolge der Verlagerung des hohen Druckes nach dem Kontinent hin ist heute morgen in Deutschland allenthalben Aufheiterung eingetre- ten. 3edoch wird das schöne Wetter nicht von allzu langer Dauer fein, denn vom Atlantik her greift eine neue intensive Störung an und hat mit ihrer feuchten Warmluft an der Vorderseite den ganzen Britischen 3nseln schon Regen ge­bracht. Da das Tief schnell heranrückt, so dürfte es auch bei uns unter Barometerfall und Zu- rückdrehen der Winde nach Süden hin bald wieder Bewölkung aufkommen lassen und ge­ringen Temperaturanstieg und Regenfälle ver­ursachen.

Wettervoraussage für Sonntag: Wieder aufkommende Bewölkung, etwas wärmer und späterhan auch Regenfälle.

Wettervoraussage für Montag: Meist wolkiges und regnerisches Wetter.

Lufttemperaturen am 2. August: mit­tags 19,1 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 3. August: morgens 11,4 Grad. Maximum 19,2 Grad, Minimum 6,2 Grad. Erdtempera­turen in 10 cm Tiefe am 2. August: abends 19,6 Grad: am 3. August: morgens 14 Grad Eelsius. Riederschlag: 0,1 mm. Sonne nscheindauer: 4 Stunden.