Nr. 18 Mster Natt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesjen) Samstag, 5f. März 1928
WuWe- md Handelskammer Ließen
fchen Industrie- und Handelskammern haben sich zu . ichen Berufsvertretungen zu einer entliehenen einer Dauer-Kommission konstituiert, welche sich lau- Abwehr ihrerseits ausgesordert, Ti.' Kammer
hat sich in ihrem Rahmen an dieser Abwehr-
gandafeldzug aufgerufen, der mit Unterstützung der abstinenzlerisch eingestellten Organisationen die öffentliche Meinung für die Wiedereinführung bzw. Erhöhung der Getränke fteuern gewinnen soll. Die wirtschaftlichen Spitzenverbände, darunter auch der Deutsche Industrie- und Handelstag, haben gegen diese Herausforderung der Wirtschasiskreise schärfsten Protest erhoben und auch die amt-
Die Industrie- und Handelskammer' Gießen für die Kreise Gießen, Alsfelb und Lau- [ tcrbach erledigte in ihrer jüngsten Sitzung folgende 'Angelegenheiten:
Der im Entwurf vorgelegte Jahresbericht
für 1 9 2 7 wird in seinen Grundzügen von der Versammlung genehmigt.
Die Vorsitzenden und Geschäftsführer der hesfi-
Muster einzusetzen.
3n einer gemeinsamen Eingabe der hessischen Industrie- und Handelskammern ist der Deutsche Industrie- und Handelstag gebeten worden, sich beim Reichsjustizministerium für eine den veränderten Zeitverhältnissen entsprechende Erhöhung der handelsüblichen Verzugszinsen (§ 352 HDD.) zu verwenden.
Diele där am Arbeitsgericht verhandelten Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind daraus zurückzuführen, daß vor Beginn des Dienstverhältnisses Leistung und Gegenleistung beider Parteien nicht schriftlich vereinbart wurden. Jeder Geschäftsherr und zeder Angestellte sollte es sich daher zur Pflicht machen, vor Antritt eines Dienstverhältnisses. wenn auch in einfachster Form, aber doch klar und übersichtlich, die einzelnen Bedingungen schriftlich festzulegen, um unangenehmen Weiterungen zu entgehen
Wie aus den Klagen des Einzelhandels hervor- qeht. nimmt das Dorgunwesen seitens des kaufenden Publikums bedrohlichen Umfang an. Es wird dabei leider nicht bedacht, daß das langfristige Borgen und der unpünktliche Eingang fälliger Zahlungen nicht nur dem Geschäftsmann, sondern mittelbar auch dessen Kunden Schaden und Rachteile mancherlei Art bringt. Denn die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens, dessen Inhaber es durch zu spät oder gar nicht eingehende Zahlungeii unmöglich gemacht wiro, seinen eigenen Derpflichtungen rechtzeitig nachzu- kommen. muß sich natürlich -nit der Zeit vermindern. Hierunter hat aber letzten Endes das kaufende Publikum zu leiden. Außerdem verleitet der Gedanke, etwas auf Borg kaufen
aktion beteiligt.
Bei Gelegenheit einer Aussprache der hesiischen Industrie- und Handelskammern mit dem neuen hessischen Gesandten hat die Kammer Wünsche ihres Bezirks vorgetragen, welche vornehmlich di: Lahnkanalisation und die Rotlage des oberhessischen Eisenerzbergbaus betrafen.
In einer gemeinsamen Eingabe an den Herrn Minister für Arbeit und Wirtschaft haben die hessischen Industrie- und Handelskammern zu dem Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gewerbeordnung und des Handelsgesetzbuches (Handwerksnovelle) Stellung genommen. Sie haben darin die grundsätzliche Forderung ausgestellt, daß in den Entwurf Bestimmungen ausgenommen werden, welche eine Gewähr dafür bieten, daß alle ihrem wirtschaftlichen Charakter nach nicht dem Handwerk zugehörigen gewerblichen Unternehmungen gegen jeden Versuch der Unterstellung unter die Handwerksgesetzgebung gesichert und geschützt werden.
Gegenüber den Bestrebungen auf Umgestaltung der Berufsgenossenschaften mit dem Ziele einer gleichberechtigten Beteiligung der Arbeitnehmer an der Verwaltung der Berussgc- nossenschasten haben sich die hessischeii Indust^e- und Handelskammern ablehnend ausgesprochen weil daniit der eigentliche Zweck der Derussge- nossenschaften. nämlich die Haftpflicht des einzelnen Unternehmers für die Folgen von Unfällen auf möglichst breite Schultern zu legen und dadurch' für den einzelnen erträglicher zu gestalten. völlig verwischt wird.
Die gegenwärtig sehr geringe Verzinsung von bei Gericht hinterlegten Geldbeträgen hat die hessischen Industrie- und Handelskammern veranlaßt, bei der Regierung sich für eine Erhöhung des Zinssatzes nach preuy.
zu können, leicht dazu. Dinge anzuschaffen, die man bei Barzahlung entweder gar nicht, oder doch in einfacherer Ausführung gekauft hätte, wobei es nicht selten geschieht, daß die nachträglichen Zahlungen durch irgendwelche Umständ? — Krankheit. Stellenlosigkeit u. dgl. - zur drückenden Last werden. Es kann daher jedem einzelnen Verbraucher zu seinem eigenen Wohle und zum Besten seiner Lieferanten nicht dringend genug anempfohlen werden, das Borgen zu unterlassen und es sich zur Pflicht zu machen, jeden Einkauf sofort bar zu bezahlen.
In der Zeit vom 1. bis 13. Oktober d. v>. finden „Gießener F e r i e n i u r 1 e" statt, welche von der Landesuniversität für Deutsche und Ausländer veranstaltet werden. Die Teilnahme an diesen Kursen, in welchen ..Deutsches Leben in Wirtschaft und Kunst" zum Gegenstände der Betrachtung gemacht werden wird, kann wann empsohlen werden. Der Preis für die Teilnehmerkarte ist niedrig gehalten. Rähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle in Gießen. Dis- marckstraße 22 (Sekretariat der ilniberfität).
Oie Paßschranken fallen weiter.
Als Maria nun das Dorf erreicht hatte, war sie erfrischt und auch ruhiger. Nun fühlte fie es doch wie eine leise kommende Freude, wieder zu Hause ^Maria sand es anders daheim, als sie es erwartet hatte- besser. Weshalb der Vater jetzt vergnügter war, wußte sie nicht, sie fragte auch nicht warum. Es ging ihm eben jetzt besser, und damit begnügte sie sich. Sie kam auch gleich in sehr viele Arbeit, die schlug wie Wellen über ihr zusammen, sie ging darin unter und war dessen froh.
Ein Arbeitstag folgte dem anderen, diese tfo ge war eintönig, einförmig immer dasselbe, aber dieses Einerlei lullte ein. Und es tröstete: man vergißt darüber, was gewesen ist und was sein wird, man sorgt nur für das Heute; für das Morgen wird man dann morgen sorgen. Es gab Tage m denen Maria nichts anderes dachte als: meine Arbeit, und Stunden, in denen von der alten Heiterkeit etwas kam, wie huschender Sonnenstrahl über verregnete 5 Gs ging allen hier so. Wer Sorgen hatte sparte die auf für die Nacht, der Arbeitstag ließ sie nicht w aber kam dann die Nacht, dann war man so müde, daß man fest schlief. Ein gnadenreicher Ausgleich.
Nun die Weinberge geschlossen waren, ging man in den Nott. „ . , .
Oben auf den Höhen, wo kein Wein mehr gedeiht, auch in den Hängen zwischen den Rebenanpslan- zungen gab es noch Streifen von Oedland, sttup- piges Gebüsch, Ginster und Brombeeren und wilde Rosen mit blutroten Hagebutten, da rodete man, schiffeite und brannte, um im nächsten Sommer em wenig Roggen sich dort zu gewinnen. Mühselige Arbeit, Hänge halsbrecherisch steil,. ober den, der Weinbergswege gewohnt ist, dünkt s nicht zu steil Ueberall auf Moselbergen sch'stelte man - Acker tat ja so not — überall sah man jetzt an grau sinkenden Frühlingsabenden gleich feurigen Augen Rottfeuer glimmen und Rauchwolken mit langen Zungen hm- frSimon Brernm und seine Jungen gingen mit Art und Hacke auch in den Rott. Mannerarbeit aber Maria meinte, so gut wie Peter und Paul könne sie's auch. Bremrn war dagegen; keine Arbeit für eine Tochter, er schalt, als sie, fernem Gebot zuwider, sich ihnen anschloß. Aber eigensinnig gab sie nicht nach: hatte sie nicht mehr Kräfte als die zwei
zu freuen? Und die kannte nicht einmal den, von dem sie das Kind hatte! War die im Grunde nicht ?u verachten? Nein, doch nicht! Nettchens ernste, fast feierliche Weise fiel Maria ein, und ihr stilles Froh- jein — ach ja, ja, die war wirklich froh, die tat nicht nur so unbekümmert. Die hatte es ihrßeben lang schwer gehabt, so schwer mit dem Buckel, daß ihr das jetzt nicht >nehr so schwer zu ertragen war.
Aber mir, mir!" Maria preßte im Weiterschreiten die Faust gegen die Stirn, hinter der es wühlte. Sie hatte keinen Buckel gehabt, frei von jebem Makel war sie auf die Wett gekommen - aber letzt, Jesus Maria, jetzt war sie nicht ohne Makel mehr, jetzt hatte auch sie einen Buckel.
Die Wandernde preßte die Lippen fest auseinander: Porten war aufgetaucht. Nein, es war nicht möglich, denen zu Haus zu sagen, was sie selber erst nicht falte begreifen können. Die wurden es nie begreifen. Die würden sie verachten. Mußten sie auch verachten und mit vollem Recht. Verachtete sie sich selber denn nicht? Ja, o ja!
Mit einem Aufstöhnen setzte sich Maria am Grabenrand nieder: nur eine Viertelstunde noch, und fie war schon im Dorf — nein, sie konnte sich noch nicht entschließen, daheim einzutreten Noch eine Weile warten, nur ein ganz kleines Weilchen noch warten' Als sie Räder knarren und sich nähern horte, duckte sie sich schnell im Ehaufseegraben nieder; sie zerkratzte sich dabei am Brombeergestrüpp, sie suhlte es nicht, daß ihr ein Blutstropfen übers Gesicht rann. Rur nicht gesehen werden, nein, o nein!
' Gemächlich trabte der Dorftrottel vorüber Das Pferd norm Karren kannte allein seinen Weg. Das Pittchen hatte sich aus Weidenrohr eine tllote geschnitten, nun blies er mißtönend daraust Das breite Maul gespitzt, blinzelte er blöd in die eonne.
Dor dem hätte sich Maria nicht zu d)ömen gebraucht, aber selbst vor ihm scheute sie sich. Es dauerte lange, bis sie sich entschloß, noch die letzte Viertelstunde zu gehen. Wie hatte Nettchen gesagt., „Andre merkens noch nicht, kannst ganz ruhig sein. Gott sei Dank, da konnte sie es aljo doch wagen Uno sich gewaltsam aufraffend, kletterte sie lensetts der Chaüsiee vom Ufer herunter und nm,ch an der Rwse Gesicht und Hände. Lange kühlte sie sich die bren nende Stirn und die Augen — ah, das tat ja jo wohl! Wie eine lindernde Hand war das weiche Wa,- fer; und es wusch allen Staub, allen Schmutz ab, machte sehr rein.
8 bis 9: Morgenfeier, veranstaltet vom Wart- burgverein Frankfurt a. M. 12.15 bis 13: Von Mannheim: Der Tod Jesu, für Soli, Chor Orchester und Cembalo von Josef Martin Kraus (1756 bis 1792). 13 bis 14: Schallplatten-Konzert. Aus Richard Wagners „Parsifcll". 17 bis 18: Geistliches Konzert. 18 bis 19.30: Kon^rt des Rundfunkorchesters: Aus Händels „Messias . 19.30 bis 20: „Albrecht Dürer", Dortrag von Dr. Oswald Götz, Assistent am Städelschen Kunst - Institut. 20: Don der Katharinenkirche: Die Iohannespassion von Bach.
Samstag, 7. April.
13 bis 14: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15 bis 15.30: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Brahms. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.15: „Ausbildungsgang, Betätigungs- Möglichkeiten und Berufsaussichten des atabemifd) gebildeten Landwirts". Vortrag von Dr. Weitzer. 19.15 bis 19.45: Vortragszyklus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes: „Die Invalidenversicherung unter Berücksichtigung der neuen Bestimmungen", Vortrag von Arbeiterselr. Dom- heim 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die Frühjahrssym- bolik in Strindbergs .Ostern"', Vortrag von Alfred Auerbach. 20.15: Kammermusik-Konzert.
Jungen, sollte sie nicht auch eine Hacke schwingen können? Ha, die hineinhauen in den Boden, wie in etwas, was man aus der Wett schaffen mochte — Steine poltern, dürres Wurzelwerk stiebt auseinander — weg, weg damit! Sie irrte sich, sie konnte es doch nicht. Und ein seltsames, früher ihr nie bekanntes Gefühl von Schwindel überkam fie, als sie am steilen Hang hinuntergehen mußte; Schweiß brach ihr aus. Aber den Rott zusammentragen wollte sie wenigstens. Anzünden, gleich alles aus einmal anzünden, nicht dieses langsam freßende, schwelende Feuer, nein, eine große Flamme, die alles auf einmal verzehrt! Aber der Rott zündete schwer, und er brannte nicht hell; es blieb, wie es überall war, das Feuer kroch wie etwas Unterirdisches, sich an der Oberfläche nur hier und da Zeigendes, langsam und heimlich weiter. Und Mana wußte auf einmal, daß sie so schwere Arbeit bald nicht mehr leisten konnte. —
, Laßt Ihr Eure Maria mit in den Rott gehen?" fragte Kaspar Dreis den Brernm, als er den das nächste Mal traf, scheinbar zufällig — oder war es nicht zufällig? „Dat is doch zu schwer!
„Sie will doch partout", entschuldigte Bremrn.
„Ihr dürft bat nit leiden!"
Rein das wollte er nun auch nicht. „Du gehst nit mehr mit in den Rott", sagte der Vater streng.
„Warum nit?" Sie wagte es, ihm zu widersprechen. „ ...
„Weil ich nit in der Leut Mautcr kommen will. Weil et sich für meine Tochter nit schickt. Der Kaspar Dreis hat ganz recht." .
„Wat der weiß!" Sie warf den Kopf in den Nacken. v , ...
„Der weiß, wat sich gehört und wat sich nit gehört." Und Frau Bremrn sagte noch schnell hinterher- Wie sich der Dreis um uns' Maria kümmert! Dat is wirklich schon. Kommt er uns bann nit besuchen? Er hat die Maria noch gar nit gesehn.
Rein, noch nicht! Gott sei gedankt, der Kaspar noch nicht! Warum lief sie denn weit hinaus auf die Oedländereien, warum hielt sie sich denn Sonntags immer im Haus, war noch nicht einmal den Stationsweg drüben herauf oder an der Mosel entlang Gegangen? Sie fürchtete eine Begegnung mit ihm. Das Blut stieg ihr ins Gesicht, wenn sie ihn nur nennen hörte.
(Fortsetzung folgt.)
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 1. April.
8 bis 9 Uhr: Don Kassel: Morgenfeier veranstaltet von der evangelischen Gemeinde Kassel. 11 bis 11.30: Die Ctternstunde. 12 bis 13: Von Kassel: Passions- und Osterdichtung. 16 bis 17:
I Die Stunde der Jugend. 17 bis 18: Kammes musik-Konzert. 18 bis 18.30: „Ernährung durch Rohkost". Vortrag von E. Grohinger-Lehmrade. 18 30 bis 19: „Ernährung und Höchstleistung , Vortrag von Oberregierungsrat Dr. Malkwitz. 19 bis 20: Stunde des Rhein-Mamischen Verbandes für Volksbildung: ..Dürer m unserer Zeit" Vortrag und Vorlesung aus Durers Schriften von Dr. L. Reundörfer. 20: Von Stuttgart: Sinfoniekonzert. Leitung: Generalmusikdirektor Leo Blech.
Montag, 2. April.
12 30 bis 13.30 Uhr: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 btä 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Kon-
Die Bemühungen der deutschen Behörden um die Aufhebung der internationalen Paßschranken sind besonders in den lehteii zwei Monaten von bemerkenswertem Erfolg gewesen, und auch die Erfolge der letzten Wochen bringen für die internationalen Reifenden, und insbesondere für die deutschen, wesentliche Erleichterungen in der Vifumfrage. Von außer-' ordentlicher Bedeutung für den internationalen Reiseverkehr ist das Fallen der Paßschranken zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei vom 5. April ab, und damit sind die oft unerfreulichen Formalitäten aus der Welt geschafft. Erfreulicherweise ist es jetzt auch gelungen. den Sichtvermerkzwang im Verkehr zwi- schen Deutschland und Ricaragua aufzuheben. was freilich für den Reiseverkehr von nicht allzu großer Bedeutung ist. Der Visen- z w a n g ist gegenwärtig aufgehoben zwischen Deutschland einerseits und Oesterreich. Schweiz, Riederlande. Danzig, Liechtenstein, Luxemburg. Dänemark. Schweden, Finnland, Island. Jugoslawien. Portugal. Haiiti. Kuba. Panama, der Dominikanischen Republik. Japan. England und Rorwegen andererseits. Roch immer ist es freilich nicht gelungen, die Paßschranken zwilchen Deutschland und Ungarn. Italien, Frankreich und Belgien oufzuheben. Diese Tatsache macht sich beim Reiseverkehr immer noch ganz besonders unangenehm bemerkbar. Verhandlungen tmt diesen Ländern schweben schon seit langem, und die deutsche Regierung versucht alles Erdenkliche, um die Freiheit der Paßgrenzen durchziehen, stößt dabei aber immer wieder auf nicht unerhebliche Widerstände von feiten der genannten Länder. Eine gewisse Erleichterung zwischen Deutschland und Belgien ist aber m der letzten Zeit dadurch herbeigeführt toorten, daß daS Transitvisum bei der Reise nach England jetzt direkt beim Grenzubertritt ausgestellt wird.
send mit den Fragen der V e r w a 11 u n g s - und 1 Verfassungsreform beschäftigen soll. In ber < ersten Sitzung wurden Referate über folgenbe Themen erteilt: Derwattungs- und Derfaßungs- resorm im Reiche, Vorschläge zur Aenberung ber Reichsverfassung, gegenwärtige unb zukünftige Gestaltung Hessens.
In ber am 14. Februar b. I. stattgehabten Vollsitzung bes Hessischen Landtags hat der neue hessische Staatspräsident in ber von ihm abgegebenen Regierungserklärung bezüglich ber Regelung ber Gewerbe st euer folgendes ausgeführt: „Die Steuerzahlungen für bie Steuerjähre 1925 bis 1927 sollen nach ben im Sommer 1927 abgegebenen Erklärungen als enbgültig gelten. Die Regierung wirb aber in einem dafür zu erlaßenden Gesetze Sorge tragen, daß Rechtsmittel dagegen nachträglich gewährt unb Härten abgestellt werben können." Die hessischen Industrie- unb Handelskammern haben diese programmatische Kundgebung zum Anlaß genommen, erneut in Verhandlungen mit der Regie- ’runq einzutreten unb es sich dabei besonders angelegen sein lassen, mit dem neuen Finanzmimster persönliche Fühlung zu suchen.
Eine Mitwirkung ber amtlichen Berufsvertretun- qen für Handel unb Industrie bei ber Aufstellung bon Richtsätzen für bie Veranlag ungoon nicht buchführenden Gewerbetreibenden zur Einkommensteuer hält die Kammer ihrerseits wegen ber Schwierigkeit ber Beschaffung der hierfür nötigen Unterlagen, wegen der außerordentlichen Derschiebenheit der Verhältnisse selbst innerhalb ein unb desselben Erwerbszweiges und schuctz- lich wegen ber zu erwartenden Rückwirkungen auf die buchführenden Gewerbetreibenden für unangebracht. . .
Der Deutsche Landkreistag, ber Verband ber preußischen Provinzen sowie ber Deutsche Stäbtctag haben in einer gemeinsamen Eingabe an den Reichsverkehrsminister eine Verstärkung ber Schutzvor- idiriften gegen übertriebene S d) a b i > qungen be% Strafe en burrf) Kraftfahrzeuge gefordert und zu diesem Zwecke eme Reche von Vorschlägen bezüglich der Bereifung, des H öchst - gewichtes, ber Zugmaschinen, ber Wagenkastenbrette sowie ber Spurweiten unb Hohe gemacht. -Die Kammer verkennt durchaus nicht die Berechtigung der aufgestellten Forderungen, muß aber ihrerseits verlangen, daß hier die richtige Mitte zwischen ben Belangen des Verkehrs unb den Sonbermterefeen der Wirtschaft gesucht unb gefunben werden mutz.
Dem Reichswirtschaftsministerium s'nd von den unmittelbar beteiligten Kreisen zahlreiche Vorschläge auf Abänderung der Vorschriften der Gewerbe- orbnung über das Wandergewerbe, die Wanbei- taqer in Gast- unb Schankwirtschaften, den Hausier- unb Straßenhanbel unb ben Marktverkehr unterbreitet worden. In grundsätzlicher Stellungnahme zu dielen Vorschlägen vertritt bie Kammer bie Aus- fa un« d°ß die außerordentliche Belastung des Einzelhandels mit Steuern unb Abgaben unb ber infolgedessen immer schärfer ^dcnde Konkurrenzkampf den Ruf des berufsmäßigen seßhaften^Einzelhandels nach einem stärkeren staatlichen Schutz vor dem Wettbewerb von oft saaxunkunbigen und noch obendrein unzuverlässigen Elementen als vollauf begründet erscheinen laßt. Nur dürfe bei ber Prüfung aller dieser Vorschläge mcht außer acht gelassen werden, daß durch eine allzu große Einschränkung ber Gewerbefreiheit berechtigte Lebens- interessen nicht gefährdet werden. Urner diesen Gesichtspunkten wird die Kammer die Vorichlage prüfen, wenn sie sich zu einem Eesetzentwurfe verdichten '° Da« Präsidium des Deutschen Stödtetages hat die ihm angeschlossenen Städte zu einern^Propa^
5crt des Rundfunkorchesters. Die Oper der Woche 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: ..Zum 230. Geburtstag des Frankfurter Kapelldirektors Heinrich Valentin Beck (4 4.1698 bis 1758)“, Vortrag von Dr. Bodo Wolf 18.45 bis 19: Englische Literaturprobeiu 19 bis 19.30: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Vom Frankfurter Opernhaus: Cosi fan tutte. Komische Oper in zwei Akten von Mozart. Anschließend: Vortragsstunde Josef Bunzl.
Dienstag, 3. April.
12.30 bis 13.30 Uhr: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. Alte Operetten. 17 45 bis 18.05: Die Lesestunbe. 18.30 bis 18.45: Von Kassel: ..Die Stunde der Frau“, Vortragende: Mathilde Weißel. 18.45 bis 19.15: Von Kassel: „Der Funkempfang im Sommer' , Vortrag von Postinspektor Wilhelm Heerdt 19.15 bis 19.45: Von Mannheim: „Die Mannheimer Kunstbewegung“, Vortrag von Dr. E. Strübing. 20.15 bis 22.15: Konzert des Rundfunkorchesters. Mitwirkung: Kammersänger John Gläser. Anschließend: Schallplattenkonzert. (Aus ^cr „Missa solemnis“ von Beethoven und dem „Messias von Händel.)
Mittwoch, 4. April.
13.30 bis 14.30: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Walzer. 17,45 biä 18,05: Die Bücherstunde. 18,30 bis 19: Die Schachstunde 19 bis 19,30: Stenographischer Fortbil- dungs'lursus für Anfänger und Fortgeschrittene lDiltat von 80 Silben aufwärts). 19,30 bis 20. Französischer Sprachunterricht. 20 bis 20,15: Senckenberg-Diertelstunde: „Giftschlangen , Vortrag von Dr. R. Mertens. 20.15: Der Urfaust von Goethe.
Donnerstag, 5. April.
13,30 bis 14,30: Von Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 14,30 bis 15: Die Stunde der Jugend. 15 bis 16: Konzert des Rundfunkorchesters: Joseph Haydn. 16 bis 17,30: Von Kassel: Karfreitags-Mysterien von Manfred Kyber. Als Sendespiel bearbeitet von Manfred Marlo, Musik von Eugen Bodart. 17,30 bis 18,05: Vortragsstunde Gerd Fricke: Aus den Christuslegenden" von Selma Lagerlöf. 18,uO bis 19: Von Kassel: Stunde der Landwirtscha>ts- kammer Kassel: „Kurze Anleitungen für ben Obstgarten“, Vortrag von Garteninspektor Veckel von der Obftbauanstalt Oberzwehren 19 bis 19,30: Stu..de des SDwestdeut.chen Radio-Clubs. 20: Vom Großen Saal des Saalbaues: Konzert des Caecilienvereins und Rühlschen Gesangvereins.
Freitag, 6. April.
Vie goWemrr Berge.
Vornan von Glara Diebig.
Copyright bh Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 28 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Herr Dousemont war bewegt gewesen. »Mit dir lä&t mich bat lebte Stück Jugend cm St-ch. M-tn Sohn, ber hat nu seine Frau, für die er l^^b, wat hat ber alte Vater noch viel von bem? dacht, öu wardst solang bei mir bleiben, bis blch em braver Mann zum Traualtar fuhrt.“ Er hatte an ben netten men|d)cn, den Sreis, gedacht, aber ei unterdrück - die Anspielung, |ie ----trug ja lern Necken, er w°me fie -ium Schluß nicht noch ärgern. „Aver zur chocy leit fernen ich, ba laben ich auch schon heut bei L e.n Dann tanzen wir zwei den -rpenSon.. Unb
Lachen bie Bewegung zu unterbrucken, bic ihn über- '°Oh"w°nn°d°r'- wüßte! Es halte sie W« forenat* Scham, Zorn, Abjchiebsschmerz und Ber- WSL-MMZ tür'^Er kam ihr auf einmal heute so alt vor. Sie SSM S7 L-n1"Zn'u-«r d°°°?I°°en l-
"?"°'^."°-7dVch"s°g-n"" Di- Näherin hatte ihr lanftdik'Ände uam
gelädjelt: „Sefa>■ "’X nü ba^ft unb weißt nit ihm" 6ic batta bin Finger erhoben: wohin mit ihm. ö ju nlt 3u vercmt-
S^mutk?Crmariar" Neltchr7w°7 emsige, worben, fast feierlich. „ hie stanb allein,
Sie hatte flut Än. ..Sage war eben
Lch anÄre Wie Af -- I°nst möglich, sich nach


