Nr. 151 Drittes Blatt
Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesseu)
Lahnstaffet
zum Deutschen Turnfest.
— o — Die grobe Ti b c i n ft a f | e l. die oon "Bafel nach Ä ö l n zum Deutschen Turnfest bon den Turnerschwimmern der anliegenden Gaue der D. L. geschwommen wird, umfaßt auch die größeren Nebenflüsse. Unsere L a h n st a s l e l. die da» Gebiet de» Gaue» Hellen, des Lahn- D'llgaues. Aargauc» und Rhen-Moselgaues durchzieht, steht unter der Oberleitung de» Gau- schwimrnwarle^ im Hessengau. Franz Sauer (fließen).
3um Tfufbau dieser großangelegten schwim- menschen Veranstaltung sand eine Versammlung der zuständigen vchwimmwarle au» den Lahngauen in TDeilburg statt. Aus der eingehenden Beratung ergab sich, daß die Länge der Lahn von Warburg bi» zur Mündung in vier Teilstrecken auf geteilt werden muß: die erste reicht von Marburg bi» Tiaunheim und wird von den 6tredenobmännern Han» Köhl e t(Marburg) und Georg Mayer (Gießen) mit Wechsel bei Lollar geleitet. Die zweite Teilstrecke geht von Tiaunheim bi» Aumenau, unter der Leitung von Wilhelm Lust (Weylar) und Richard Krämer (Weilburg) mit Wechsel in Stockhausen. D»e dritte Strecke zieht von Aumenau bi» Balduinstein und wird von Heinrich Roth «Mühlen bei Limburg) und Heinrich Tie u ß >Limburg) mit Einschnitt bet Eschhofen durchgeführt. während die Schlußstrecke von Balduinstein bi» Ti jeder lahnstein von Han» Unkel- b a ch (Bad Sm») geleitet wird. Aus den vier Teilstrecken beginnt gleichzeitig am SarnStag. 21. Juli, nachmittag» da» Staffelschwim- m e n . wird in den frühen Morgenstunden de» Sonntag» wieder ausgenommen und bi» zum Abend zu Snde geführt. Dabei sollen, soweit irgend möglich, alle Schwimmerinnen und Schwimmer au» den Dauvereinen beteiligt und auch die entfernter wohnenden mit ßerangexogen toerben. Al» Schwimmleistung werden aus den Kilometer etwa 25 bi» 30 Minuten gerechnet. Jede Teilstrecke wird mit einer besonderen Urkunde in Metallkapsel au»geftattct, die zusammengeheftet al» Desamturkunde der Lahnstafsel am Dienstag, 24. Juli, der vorbeikommenden Ttßeinftaffei von Riederlahnstein au» zugeschwommen wird. Zur Sicherung der Schwimmer werden auf jeder Teilstrecke Boote mit Rettungsschwimmern die Begleitung übernehmen.
Gauturnfest der D. T. in Buhbach.
Da» 55. Dautumfest de» Turngaue» dessen der 'S). X., da» am nächsten Sam-tag und Sonntag in der alten Turnerstadt Butzbach veranstaltet wird, ist der Höhepunkt der turnerischen Veranstaltungen unsere» engeren deimatgebiete» in diesem 3ahre. S» ist aber nicht nur ein Fest turnerischer Arbeit, sondern darüber hinau» auch ein allgemeine» Volk-fest im Clane de» großen Turnvater» und begeisterten Vaterland-freunde» und VolkSmanne» Friedrich Ludwig 3 ahn. dessen 150. Geburtstag am 11. August b. 3. das deutsche Volk feiern wird. Wenn bei dem Uebermaß oon Festlichkeiten weite Kreise — zum Teil mit Recht — von einer Festmüdigkeit erfüllt sind, so darf davon aber nicht eine Veranstaltung wie da» Dautumfest zu seinem Schaden betroffen werden. Denn Volk-feste im alten guten Sinn, die auf eine fast hundertjährige Tradition zurückschauen können, sind notwendig al» ein Weg jur Volksgemeinschaft, al» ein vorzügliche» Mittel zur Pflege echten D o l k» t u m S. Die Feier der Volksfeste muß. wie 3 ahn in feinem .Deutschen Volk-tum" lagt, .einfach und finnvoll und wohlfeil und geschmackvoll und verständlich und ehrwürdig und erwecklich sein: kein eitle» Schaugepräge. fein üppige» Sinnenspiei, kein 3er- arbeiten widersprechender Gefühle'. Sv waren alle Gaufeste, so wird in betonberem Maße auch da» Butzbacher große Turnertreffen fein. Al» Fest ernster turnerischer Arbeit und wahrer Volksgemeinschaft erfüllt e» wichtige volk-erzieherische Aufgaben und verdient daher die Unterstützung und den Besuch aller Dolk-kreise au» nah und fern, auch der Vichtturner. Wir verweisen bei dieser Gelegenheit nochmal» auf die Höhepunkte der Butzbacher Veranstaltung: auf die feierliche Eröffnung auf dem altehrwürdigen Butzbacher Marktplatz am 6am»tag. auf den sich anschließenden Festabend mit dem inhaktreichen Festspiel und dem ®au- meisterfchaftSturnen. auf die Wettkämpfe in der Frühe de» Sonntag», auf den großen Fe stzug. die allgemeinen Freiübungen. da» turnen der Kölner Viege am Svnntagnachmittag und auf die Silumin a t i o n der alten Stadt am Abend de» Festsonntages. Die gastliche Feststadt konnte da» 55. Dautumfest besonder» würdig -urüsten dank der Unterstützung durch die ganze Einwohnerschaft. dank vor allem auch durch die Mithllfe der Stadtverwaltung und de» turnfroundlichen Stabt» oberhaupte» Bürgermeister Dr. 3anfen. Butzbach ist gerüstet: e» kann vielx. viele Besucher empfangen und wird ihnen allen viel bieten.
Etwa 600 Wetturner.
3um Dautumfest in Butzbach find annähernd 500 TDc tturner gemeldet Am stärksten ist der Zwölfkampf der $umcrunterftufe besetzt. 360 Turner nehmen daran teil. Erfreulich hoch ist die Zahl der Musterriegen, 55 werden am Sonntagnachmittag auf dem Plan fein. Zur Bewertung der turnerischen Arbeit sind 161 Kamptrichter notwendig.
Handball der D. T.
Mtv. Gießen (t. Schüler) — Io. Grohen-Linden (1. Schüler) 7:0 (6.0).
Am Sonntag hatte die l.Schülermann- > ch a f t de » M t v. die gleiche de» Tv-Dro- Hen-Linden zu Gast. Das Spiel fand auf dem Mtv.-Plah statt und konnte in allen Teilen befriedigen GS war eine Freude, den jugendlichen Turnern beim Spiel zuzusehen: der Eifer.
Turnen, Sport und Spiel.
der an den Tag gelegt wurde, gibt zu berechtigten Hoffnungen eine» guten Nachwuchses Anlaß. Vach Anwurf von Drohen-Linden schalte sich sofort eine Ucberkg nb.it der Gießener •Turner heraus, sie wäre' durch bessere» Fangen und sichere» Zuspielen iß;c n Gegner weit voraus und konnten fo dir zum Schluffe da» Spie! nach Belieben, zu ihren Dunsten gestalten. Die Gästemannschrst fviclte wob', eifrig, aber es fehlt chr noch der nötige Zufammenh.'ng Die Fangsicherh.it muß noch l»ess werden Anzu- erfennen ist aber, daß sie trotz der Tliebctiage bi» zum Schlüsse tapfer durchhielt. Der Schieds- richter war in seinen Entscheidungen sicher und korrekt
Aus dem Mitlelrhem-Kreis der D. T.
Bildung einer Handball krelsmeisterklafse ab 1928.
Vach verschiedenen vergeblichen Versuchen toeit- schauender Führer und Spielfachleute bat der letzte Kreistpieltag die Bildung einer Hand- ball-Krei-meisterklasse leschlos en. wie solche bereit» in mehr al» der Hälfte aller deutschen Turnkreile bestehen Angesichts der weiten Ausdehnung de» Mittelrhein-Kreise» wird die Klassifizierung in x toei Gruppen durchgeführt Die Gruppe Oft wird die Gauverbände I. 2 und 6 (Ma in-Lahn. Ma in-Spessart. Main-Taunu»), die Gruppe West die Gau verbände 3. 4 und 5 (Vhein-Vahe. Saar-Mosel. Vhein-Lahn) umfassen Teilnahmeberechtigt smd die Derbandsmeister und Tabellenzwriten de» Vorjahre». Die im kommenden Herbst beginnenden Spiele werden bann von folgenden Mannschaften bestritten:
Gruppe Oft: Polizei-Frankfurt. Dackenheimer Tgde.-Frankfurt. Tv. Vorwärt»-Langen bei Frankfurt. Tv. 1860 Aschaffenburg. Tgde. Frank- furt-Vied und Tv. Frarckfurt-Riw.
Gruppe West: Eintracht-Wiesbaden. Tgde. Schierstcin-Wiezbaden, Tv. Saarbröcken-Malftatt (Kreismeister 1927 und 1928), Tv. Algenrodt- Vahe. Tv. Malheim bei Koblenz und Tv. Koblenz-Metternich.
Die Vruppcnmeisterschaften werden in Dor- und Rückrunde nach Punktwertung ausgetragen. Vach Schluß dieser Spiele treten die Gruppen- meifier in Dor- und Rückspielen um die Kreis- Meisterschaft an.
Gauturnfefi in Lollar.
Kommenden Samstag, Sonntag und Montag findet bas ©auturnfeft des lurngaues Lahn-Dünsberg. die größte turnerische Veranstaltung dieses Gaues, in Lollar statt. Gleichzeitig kann der Turnverein Lollar, der die Vorbereitung und Durchführung des ©autumens übernommen hat, auf sein 45jähriges Best e h e n zurückblicken.
Als Auftakt findet am Samstagabend einWerbest a f f e l l a u f durch die Hauptstraße Lollars nach dem Festplatz statt. Ein Äominereabtnb auf dem Fcstplatz schließt sich an. Alle Abteilungen des festgcbenden Vereins treten mit turnerischen Darbietungen hervor, die durch ©esangovoriräge der drei Lollarer Gesangvereine, radsportliche Vorführungen de» Lollarer Radfahrer-Vereins und Konzert der Feuerwehrkapelle unter Leitung des Musikmeisters Deines umrahmt werden. Dazwischen findet die Ehrung der sechs noch lebenden Gründer und die lleberreichung von Ehrenurkunden für 45- und 25- jährige Mitgliedschaft statt.
Der Festsonntagvormittag wird ausgefüllt durch das W e 11 u r n e n, das um 6 llhr beginnt. Nach dem 5 e ft 3 u g durch den Ort werden Masten-Frei- Übungen mit Musikbegleitung gezeigt. Em besonderer Glanzpunkt wird bas Turnen ber Gau-Werbe- rlegc an den Geräten barfteöen. Um 6 Uhr nachmittags erfolgt bie Siegerverkündigung, während abend» von Turnern und Turnerinnen des Turnver- ein» Lollar ein Bauemreigen vorgeführt wird.
Der To. Lollar wurde am 11. August 1883 gegründet. Die Hohl ber Mitglieder betrug im ©nin- dungsjahre 35. Als 1. Vorsitzender wurde Christian Pfeifer gewählt. Der Verein trat alsbald dem Gau Jöcfien der Deutschen Turnerschaft bei. Am 28. und 29. Juni 1885 feierte der Verein sein Fahnen- wechselt. Die zunehmende Mitgliederzahl gestattete im Jahre 1893 die Uebernahme der ©autumfaßrt nach Lollar. 3m Jahre 1908 waren es 25 Jahre, baß ber Verein bem Turngau Hessen angehört, als verschiedene Dorkommniste ihm Veranlassung zum Austritt aus bem Gau Hessen gaben. Es wurde der Anschluß an den Lahn-Dünsberg-Turnerbund beschlossen. Anläßlich des Bundes • Turntage» am 7. März 1909 in Haufen erfolgte die Aufnahme in diesen Bund. 3m Jahre 1913 fand in Lollar ein ©auturnfeft dieses Bundes statt. Die Kriegs- ur^> Nachkriegsjahre haben bis zu dem jetzigen Fest die Veranstaltung größerer Feiern nicht ratsam erschei- nen lassen. Diese Feil stellte jedoch keineswegs eine Ruhepause dar. Eifrig wurde bas Turnen gepflegt, und eine größere Fohl erfter Preise, auch Ehren- greife, wurden bei auswärtigen Turnfesten errungen. Deute nimmt der Turnverein Lollar im Orte, wie auch im übergeordneten ©au. Verband und Bund, eine beachtliche Stellung ein. sind es doch rund 300 Personen, die mit bem Verein verbunden sind. Während ber 45 Jahre des Bestehens des Vereins lag eine Führung in den Händen von nur drei Betonen. Es sind dies: Ehrifttan Pfeifer von 1883 >is 1890, Heinrich Rohrbach IV. von 1890 bis 1901, von da ab bis heute Bürgermeister Heinrich Schmidt VT. Die noch lebenden sechs Gründer find Hch. E f p i ch, Otto Mickel, L. Schadeck V., Heinr. Schmidt VI. (derzeitiger 1. Vorsitzender), Ludw. Rohrbach (wohnhaft in Frankfurt a. 9RJ und Heinrich Zeug.
Leichtathletische Meisterschaften der Llniversität.
Am Sonntagnachmittag 3 Uhr veranstaltet bie hiesige Studentenschaft ihre diesjährigen leichtathletischen Meisterschaften im Lahmen ber 3ahves feier ber 2anbe»unu>erfitäL
Da in diesem Jahre, infolge des bekannten Erlasse» des preußischen Kultusminister», bie akademischen Kreismeisterschaften nicht statriinden tonnen, sind die Wettiämpfe am 1. 3uli die einzige größere Gelegenheit, bei der die Gießener
Studentenfcha t ihr sportliche» Können un:rr Beweis stellen kann. Die Voriämp e in den Ei-izel- kämpsen. Mehrkämpfen und Stapeln werden bereit» am SamÄlag abgewicke.t werken, fo baß am Sonntagnachm ag nur bie Belten um bte Enttcheidung ringen Für die S!a fein Imb 15 Melkungen abgege. oa. 3n der 4 iOO- und 10 • lOO-OEetcr-S.a fei haben d.e Bur'chenschast Frankonia und Lanbsmann'chaft Ehaftra An- warricha': aus den ersten Platz, während ein Ergebnis in ber olvmpi'chen Sta sei kaum vor- auezusagen ist. Der Dreikampf ist mit 36 Teilnehmern gut besetzt, ebenso kann man in ben Einzellärnplen <107 Meldungen > gute Leistungen erwarten. Bet gutem und trockenem Wetter wird bie akademvche Reitabteilung das Programm burch eine Reitvorsühruni bereidutn. Da» Endspiel um die Sauftballmeifter‘dja’t ber Gießener Korporationen wirb die Derbinbunqen Va'sovia, Hasso-Rhenania ober A. T. D. Rhein, franken als Sieger sehen. Eine spielstarke Sauft- ballmannschaft der Universität Marburg tritt außerbem den fließencr Tkrtrc.ern gegenüber, bie kürzlich bie Technische Hochschule Darmstadt schlagen konnten. Die Wettkämp'e werden m etuyi 2 bis 2’/» Stunben beendet sein. Sie stehen unter Leitung be- akademischen Turn- und Sportlehrer» Dr. Möckelmann.
Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.
ö. Der nächste Sonntag steht ganz im Zeichen der MeisterschastSlämpse. und zwar ber Van- beSmeisterschasten Der Westdeutsche Spielverband erwartet seine Besten am 30. 3uni und 1. 3uli in Kreseld. Auch ber Bezirk He s - sen-Hannover wirb, um seinen guten leichtathletischen Rus zu wahren, einige Meisterschasts- anwärter entsenden. Don Paulus (Wetzlar) abgesehen, ist al» einziger Lahnkreisvertreter der 1900er Petersson gemeldet worden, und zwar für ben Zchnkampf. So hoch bad Vertrauen an- xuschlageii ist, das der 'Bezirk in Petersson gesetzt hat, so schwer wird e» für diesen fein, ber Ausgabe gerecht zu werden Zunächst gibt es wohl keine Disziplin, die mehr Tielfeitigleit, Durchgebildetheit. Ausbauer und vor allem Energie erfordert, al» der sich aus 100-THetcr-, 400-, 1500- und 1 lO-TKeter-Äürbcnlauf, Weit-, Hoch- unb Stabhochsprung. Kugelstoßen. DiSkus- und Speerwerfen zufarnmensetzende D. S. B.-Zehn- kampf. Dann nerfügt Westdeutschland über eine Reihe talentierter Mehrkämpfer, die bem Veu- ling Petersson viel voraushaben dürsten. Es seien hier nur Stockmann (Duisburg), Lern- perle (Köln) und Werring (Gronau) genannt
Die übrigen aktiven Mitglieder der Leichtathlet ikabteilung der Spiefoereinigung 1900 werden bei den Gaumeisterschasten des Bezirks Gie- ßen-Wetzlar — obwohl diese als erste Stufe in den Meisterschaftsfämpsen zu gelten haben, kommen sie jetzt erst ihrer geringen praktischen Bedeutung für da» MeisterschaftSprogramm be» L a ndesverba nde s wegen zum Aus trag — Im Wetzlarer Spilberg-Stadion an ben Start gehen. Die 1900er werden alle verfügbaren Kräfte heranholen müssen, um. so gut es gebt, die Lücken auszufüllen, die durch die Tellnahme der Gießener Studenten (Langlotz, Geist, Guyot usw.) an den gleichzeitig flattfinbenben Universitäts- Meisterschaften. den erkrankten vortrefflichen Mittelstreckler Peter» und den in Krefeld weilenden Mehrkämpfer PeterSson entließen. Man hofft j^wch. einige in guter Entwicklung befindliche iüngere Kräfte herauszubringen und so trotz der Schwächung zu einigen Daumeisterschaften ’u kommen. Von großer Bedeutung wird es fein, daß sich „die von ber zweiten Garnitur" gut ein fügen, vor allem in den Staffelwettbewerben. Dem Vernehmen nach werden alle größeren Gauvereine bie Veranstaltung mit einer großen Der tret erzähl beschicken.
V. f. B (Leichtathletik).
Zu ben am kommenden Sonntag in Wetzlar ftattfindenden Wettkämpfen um die Leichtathletik- Meisterschaften be» Gaue» Gießen-Wetzlar bat der V. f. D. sieben Teilnehmer gemeldet. Der bisher so erfolgreiche Werfer V o b l hat neben feinen Heiden Spezialgebieten (Kugel und DiskuS) auch noch da» Hammerwerfen belegt Müller will sich erstmal» auf der 3000-, Mankel und Adam auf der 1500-Meter-Strecke versuchen. Schäfer startet bei den 400 Meter und will auch beim Hammerwerfen mitmachen. Während Rinn sich an den 100- und 200-Meter-Läufen beteiligt, nimmt Seiler am Hoch- und Weitsprung und am Speerwerfen teil Außerdem haben Schäfer. Adam und Müller zu den 3x1000 Meter gemeldet. Vohl wird wohl der einzige sein, der eventuell Tlusficht hätte, sich in der einen ober anderen Konkurrenz zu placieren. Wenn er im Kugelstoßen Weister werden will, muß er sich in einer belferen Form zeigen, als bei den Dezirks.neisterschaften in Kastel. Die übrigen sind sämtlich auf diesen Spezialgebieten Anfänger und werden sich naturgemäß trptz guter Veranlagung auf ihr Abschneiden ferne allzugroßen Hoffnungen machen tonnen.
Arbeiter-Turw und Gportbund.
Am kommenden Sonntag findet in Steinbach bei fließen bas diesjährige Be - irksfest des 3. Bezirks statt.
Bereits am Samstagnachmittag, ab 4 Uhr, werden die Leichtathleten ihre Kräfte im Dreifampf und in den Vorkämpfen zu den Einzelkämpfen messen. Der Samstagabend bringt nach der Kampfrichtersttzung den Begrüßungsabend auf dem Fcstpiatz (Lämmer- wiese). Nach der Weihe der neuen Fahne des Ortsvereins Steinbach werden Sondervorführungen der Bezirksvereine und Lezirksriege den Abend ausfüllen.
Sonntag morgen um 6 Uhr beginnt das Wett- turnen an den Geräten. Um 8 Uhr treten die Sportlerinnen zum leichtathletischen Lierkampf an. Ab 10 Uhr werden die Entscheidungen in den Einzel- tämpfen der Leichtathleten ausgetragen. Danach folgt das Vereinsriegenturnen der Turnerinnen. Nach ber Mittagspause erfolgt Aufstellung des Fest- zuges und besten Marsch durch den Ort. Nach dem Eintreffen auf dem Festplatz werden die Masten- Übungen der Turner und Turnerinnen erfolgen.
Zreitag, 29. Juni 1928
Ein Susttmtuknen am Reck wird den Zuschauern ben Wert der Seibcsübungcn am Gerat zeigen. Den Abschluß de» Festionntagnachmittag» bildet ein Fußballspiel zwischen Gießen I (stre,»klasse) gegen Raun- beim 1 (Bezir meister 1927).
Die Meldungen zu den einzelnen .'tampfarten versprechen eine gute Beteiligung und geben die Gewahr für gute Leistungen in allen zum Au-trag kommenden Sportarten.
©er Mordprozeß Wjchmann.
WSV Frankfurt a. TH.. 28.3unt. Der Angeklagte Wichmann bitte behaupte!, baß ec von ben Höchster Farbwerken al» Belohnung für die Einrichtung einer Güter ab- fertigunq jftcllc innerhalb des Werkes Mobiliar unb Teppiche zur Einrichtung seiner Dienstwohnung angeboten bekommen, ba» Angebot aber ausgeschlagen ßibc, nachbenr er barübtr mit einem Vorgefetzt n sprach Ferner wollte ber Anaellagte Frachlhinlerziebungen in etwaiger Höhe von einer Million Mark bei ben Farbwerken auf gebest ßiben. wa» ku einem Prozeß führte Au» diesen, habe bie Reichsbahn binn 500 0?0 Mk. erhalten. Die heute zunächst vernommenen Zeugen würben zu diesem Beweisthmia gehört, imb bet Vorsitzende ließ dabei der Ver- tcitngung weitesten Spielraum in der Befragung ber Zeugen, die denn auch bi» in bie Detail» über 3ahre zurückliegende Vorgänge befragt wurden, wobei man sogar soweit ging, baß man von einem Zeugen bie Angabe eine» Men staubem Jahre 1<5 erbat E» spielte nämlich die Frag? eine Rolle, ob ber Angeklagte auch besonder» zu Frühstückeit herangezogen wurde, wobei man ihm bann die Annahme von Ge- schercken nahegelegt hatte. Daß Wichmann einmal in einem Frühstück gelegentlich irgendeiner offiziellen Besichtigung teilnahm, ist erwiesen, aber keiner ber Zeugen au» Höchst weiß etwa» von Versprechungen und Angeboten, bie bem Angeklagten gemacht wurden. 3n ber Frachtassäre stellte ber Vorsitzende au» Gerichtsakten fest, daß die Äimbm ber Farbwerke unter Vorbehalt Frachtnachforderungen bezahlte, und daß ihre iVlage auf Rstckzihlung in allen 3nstanzen ab- gewiesen wurde, so daß also die Fracht bezahlt werden mußt. Es handelt sich um 30 000 Mk. Der Vorsitzende betonte die Gutgläubigkeit ber Farbwerke in der Xarifierung behauptet, zur Ermittelung hier beigetragen zu haben, und der Verteidigung genügte die Fest» Heilung, baß eine solche Tarifstroitsrage mit der Reichsbahn bestand.
G» kam dann eine Reihe mm Zeugen zum Wort, mit denen der Angeklagte nach feiner Entlassung au» dem Dahnbienst geschäftlich zu tun hatte. Der Derscherungsdirekior 2. der Germania berichtet über die Tätigkeit Wichmann» bei seiner Gesellschaft. Unregelmäßigkeiten seien da nicht vorgekommen, und er glaube, daß man Wichmann auch angestellt hätte, wenn sich nicht der Zeuge Sommer eingefunben hätte. Er habe gehört, wie sich in seinen Räumen jemand laut mit Sommer unterhielt. Der Generalagent F. der gleichen Gesellschaft bekundete, daß sich ihm gegenüber die Eheleute Sommer nicht abfällig über Wichmann geäußert hätten, gibt aber die Möglichkeit zu. daß eine Unterhaltung mit irgendeinem Angestellten ftattgefunben haben könne.
Au» den Aussagen der am Vachnnttag vernommenen Zeugen ergab sich nichts für eine Un- glaubwürdigkett be» Angeklagten. Der Generalvertreter der Berliner Wäschesirma Frisch hat während ber Tätigkeit be» Angeklagten bei dieser Gesellschaft einen tiefen Einblick in Wichmann» Verhältnisse bekommen. Dieser Zeuge hat bie Rot der Familie erkannt und nach Krästen Abhilfe geschaffen. 3n drei Monaten bekam Wichmann im ganzen 246 Mark an Provision au»bezahlt. Aus bie Frage de» Vorsitzenden, ob ber Angeklagte einmal an den Zeugen herangetreten ist, um eine Verdienstbescheinigung zu erhalten, die er beim Wohlfahrtsamt vorlegen müßte, erklärt ber Zeuge, baß er sich an diese Tatsache nicht erinnern könne: er bestätigte es aber, nachdem ihm der Angeklagte präzise Fragen stellte. Der Zeuge erklärte auf Befragen des Vorsitzenden, baß Frau Wichmann öfter bei ihm war und Geld holte. Sie machte ben weiten Weg stet» zu Fuß und kam immer total erschöpft bei ihm an. Der Zeuge hat Ujr au» Milleid immer baS Fahrgeld für den Heimweg gegeben. Frau Wichmann habe sich bei ihm auch Geld geliehen, well sie zu ihrem Vater nach Idstein fahren wollte. Sic wollte dort versuchen. mit ihren Kindern untenufommen. Später habe sie ihm, dem Zeugen, gesagt, daß sie von ihrem Vater abgewiesen worden fei Er sei erstaunt, baß der Vater anders ausgesagt habe. Der Zeuge bekundete weiter, baß Frau Wichmann chm gegenüber äußerte, sie wolle zum 3ugenbamt gehen, um ihre Kinder unterzu- bringen. Später erzählte Frau Wichmann, baß die Kinder nicht ausgenommen würden, es fei Denn, baß sie sich von ihrem Mann scheiden laßen müsse, ober daß ein anderer Grund vorliege. Der Zeuge machte bann noch markante Bekundungen, die ein grelles Schlaglicht auf das Verhalten des Vermieter» Sommer werten.
3m 3nteresse ber ganzen Sache erscheint es zweckmäßig, bem Wun'che be» Staatsanwalts und be« Gerichts zu entsprechen und mit ber Mitteilung diese» Teil» der Zeugenaussage zu warten, bis ber Zeuge Sommer, ber auf Freitag morgen geladen ist. vernommen worben ist. Die Verteidiger und bie Staatsanwaltschaft haben auf bie wertere Vernehmung be» Zeugen nicht verzichtet, um eine Konfrontierung Sommers unb des Zeugen herbeizuführen.
Kirchliche Tlachrichien.
Jsraelttische Religionsgemdnbe. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, ben 30. Juni. Vorabend 7.45 Uhr: morgens 8.30; abends 9 unb 9.40 Uhr
Israelitische Religlonsgesellschaft. Eabbatseier ben 30. Juni. Freitag abend 7.45 Uhr, Samstag vormittag 8; nadjmittaas 4.30; Sabbatausgang 9.40. —- Dochengottesdienst morgens 6.15; abends 7.15 Uhr«


