Nr 229 Drittes Blatt
tülctzener Anzeiger (General-Anjeiger für ©berljeffcu)
Zreilag, 28. September 1928
als
ber
in bringen ber Weife Borge tragen würbe.
man dabei
hauchartigcS Tüllgeraffe »her Aquamarin findet.
Panne. Der Rock, ein
oben laufen, (Bin
, für ein StilUrib aus ®olb-
ragenbe Eleganz" spitze und Tüll
Haufe Jenny. Sine bebte . Mo beforsche rin" die
vom
fonbere Kultur findet
die eine Reihe 'te<i hat. itt mit
der che
In einer von DerbLnI
mit Recht reine Derlei di gungSm-glich!ei.en notwendig empfinden.
find die AuS'ührungen Dr. Grvrners als eine ernste Mahnung an daS Ausland zu betrachtrn, dcflen eigene Wer von einer erdrückenden Mi- litärlast nichts mehr Wilsen wollen, wenn sie auch
in der Mitte ein grot
auf der Seite. SS gibt in diesem Jahr feine
sonne beschienenen MittelmoereS haben dürste. Da ist solch ein glaSfarbenes 2L>enbIIeib mit einer im Rücken tief auSzeschnittene'i Taille auS
nach StiLlcibcrn fahndet, bei Dla n che 2c» bouvier. Ich seh da eins aus tofa TZar- quifett mit beige Spitzenrock, vorn sehr kurz, hinten sehr lang, in der Taillr mit einem Bukett gelbroter Rosen verziert, daS sehr chirmant wirkte. Aber nicht alle Pariser Modrschöpsungen treffen unseren Geschmack. und alS ich mein Mißfallen über eine mißlungene Schöpfung ein wenig lchars auSdrückte, erl'bte ich ein fnahhültes Defchichtchen: Cin Manneauin führte ein Stil leib aus nicht sehr gutem lila Taft mit gestickten Rosen vor. die bei diesem Kleid wenig am Platze waren. Ich sagte. alS sie an uni vorbei ka- d » b-'t-tenb Wort.B-w l" u -ei en B?- g'eit r w r u d S Manne uii g f m ich« te. a S erwartet sagte. _Oui c* cst un vrai beauvcl. madame“; sie glaubte, bah die Ausländerin von einem wir'lich schönen Sächelchen, einem .beainer. spreche.
Sine sehr große Auswahl schöner Wendileider zeigt daS Haus 2elong. Dort sah man em Kleid, dessen Tczllle auS einen ffimiimimwi schwarzem Chi fon bestand, einen Ruckenausf chnttt bis zum Gürtel zeigte, und als Rock em no$ hinten fast bis zur Schleppe v«langertcS ^pitzen- gewirkt aüfwieS. Die wahrhaft große Kunst des
Selbst für den Rachmittag, an dem die .Gar^onnc“ sonst den Kampfplatz behaupttte, hat diesmal die weibliche Linie gefielt Glocken und Zipfel gelten auch hier, wenn nicht die Prinzeh» form vorherrscht die mit nur vorn sehr langer Taille durch die hint.'rr Kürze den Anschein te» längst vergessenen „Cul" h rvorru t Sehr häufig *' "" unten mit DolantS
Mensch und Tier.
Stärker denn je er tilgt heute überall in
v. Hehl, von StaitS lä id nt Adelung c-nn» si'n.'.m trurb?. de n die umg.beide Ragc'.u g Finonzvcrhült-iise zwischen Staat und Kir-
Hochschulnacknchten.
Der Marburger Zoologe. Geheimrat Prot. Dr. phii.. Dr. med. h. c. öugen Korschelt rcllenbet am 26. September daS 7 0 Lebe n si a h r Gebürtig auS Zittau (Sachsen), war Äotfd^lt Schüler von O. Bütschli (Heidrl- berg). R. Leuckart (Leipzig) und A. WriS- mann (Freiburg). Sr beginn seine a’abemifcbe Lau'bahn im Jahre 1885 alS Privatdozent in Freiburg, wo er gl:ichy?itig eine Asfi lentenftelle am Zoologischen Institut bekleidete. Zwei Jahre später fiedelte er nach Berlin über und wurde 1892 Ordinarius für Zoologie und vergleichrnde Anatomie in Marburg als Rach'olger von R. Dreef. 1924 1935 be leidete Prof. KorsSelt daS Reltoramt d.r M rburger Hochschule. Brrusan- gen nach Halle, Freiburg und Lti^.ig hat er abgelehnt Den Akademien der Dissenschatten in Berlin, München, Dien und ßunb gehört Korschelt alS Mitglied an. Seine Arbeiten betreffen besonders Morr Hal'gie der Tiere, ver- glkichende und elverünentelle GAttoicklungSge- gekchichti», *Xeg<m«rrotion. —
Zuschnitts, die dem HauS Drecoll zugestanden werden must, kommt tn diesem Jahr besonders in den Abendmänteln zum AuS ruck, die zugleich höchst dekorativ und sehr zurückhaltend wirken. SS war dort einer aus beige VelourS- Chiffon, sehr reich mit schwarzem Fuchs besetzt, mit ungeheuren weiten. se)r wirkungsvollen Aermcln. die säst soviel Stoff enthalten wie früher ein ganze- Kleid. 63 gestörte dazu cin 2lbendll ib auS beige Velours-Chiffon mit seitlichen Zipfeln auS Sl'e.ibn-.s-ihce c3 h tte eine belond rS vornehme ätherische Wirkung, weil der leicht chan'iTrend: V.lourS-Thii'on de! Rockes so gelegt war. dah die Lichtwirkungen genügend hervortraten.
Saison nicht sehr viel getragen wirb. Doch wird eS durch anmutige Mantelkleider ve. tre en. bei denen BelrmrS und Duvetine vorherrschen. Da» schönste dieser Mantel'leider ist au« grauem Samt geschneidert: cS h t HerrenreverS. f! .engen Schneib-rfchnitt. nur zwei Gürtel alten In der Mitte unb leicht geglockten Rock Man sah e» be Drecoll. wo eS auch in goldbraunem und marineblauem Tuch ähnliche Sremdlare gab. Wenige er durch den auSgezrichneten Schnitt - lS durch launisch-spielerische PH'Ntasi: zeichnete sich ein schwarze- Mant.l.leid bei Maqnin aut. vorn unb hinten der Länge nach mit schwanen S Den- banbeau« ab gesetzt, die mit dem Rock glockig auSeinnnderjiden — in der Taille eine Schnal'e au» Bijouterie. Auch zu dm Bor» und Rach» mittagSkleidern gehören passende Mäntel, bei denen die Form gradlinig g-blieben ist. Die Tuch- unb Stoffmänkl »eigen Applikationen und Steppnähte, meist in langen Linien, de weit über die Taille hinaus gehen. Hier ftnbcn sich häufig ILine FuchSgamituren. Auch versteht sich die Wahl deS Mantels tunlichst Ton tn Ton zu dem Kleid.
Zu diesen gradlinigen Mänteln geben die kleinen Kappenformen von Hüten sehr schicke Silhouetten. Man trägt nur selten große Hüte, hier und da zum Abendkleid; in solch an Füllen zieht man Schuten mit mittelgroßem Rand voe.
vielen klangvollen Worten von dem Mißerfolg unserer Außenpolitik, von den Forderungen die Rede gewesen, die noch nicht erfüllt sind, und eS ist dort die in den jüngsten Tagen heraus- gekommene Stahthem-Cnlschlleßung begründet worden, die ein Volksbegehren zur Abschaffung der Weimarer Verfassung, zu einem Kampf gegen den Parlamentarismus antimbigt
Wir wollen unervrtert las en, ob eS dem Willen de- Gesetzgebers ent prechend ist, wenn man die von der Weimarer Berfas ung geschaf ene unb für ganz bestimmte Fälle gescha lene Einrichtung deS Volksbegehrens ba^u benutzt, eben diele Qkrfaffung zu beseitigen. — denn darauf läuft ja doch der geplante Kainpf gegen den Parlamentarismus hinaus. Wir kennen auch die Frage uncrörlcrt las en, ob die außenpo.i.ische Lage irgend etwa- mit dem Regime zu tun hat. daS durch den Zusammenbruch des alten unb die Notwendigkeit, dem deutschen Volke eine neue RegierungSform zu geben, entstanden ist. Es ist natürlich immer sehr eindrucksvoll. mit „poit hoc dum propter hocu-2lrgumcnlcn zu operieren. Aber so liegen die Dinge nicht. Auf den Gang der deutschen Außenpolitik. die in hohem Maste von der Konstellation der gesamten Wellpoli'.ik, von den Möglichkeiten abhängig ist, die austerhalb einer europäischen Verständigung von Fall zu Fall noch für die Bewegungsfreiheit anderer europäischer Mächte gegeben find, ist da-politische System der Heimat vrrhältniSmöstig nebensächlich Insoweit überhaupt dessen Auswirkung auf die Auhenpolitik eristiert. kann sie nur vorteilhaft gewesen sein, wcil die WillenSbildung In einem nicht parlamentarisch reg erten Lande dem AuS» lande immer weniger durchsichtig unb deshalb bedenklicher erscheint. alS umgekehrt. Mangels ausreichender militärischer Machtmittel, die auch einem nicht parlamentarisch regerlen Deutschen Reich keinesfalls belaßen geblieben wären, ist aber da- Vertrauen der Umtoclt der clntige Aktivposten, mit dellen Hilfe Verbesserungen herbeizuführen sind. Gegen solch Erwägungen verschlief',en sich auch die Gegner deS parlamentarischen System- im ®rimbe durchaus nicht. Deshalb ist e- töricht, wenn die Außenpolitik in eine Bewegung hineingezogen wird, die man auS innerpolitischen Gründen unb zu innerpoli» tischen Zweckei, zu entfesslln versucht.
Dal-ei darf ober nicht auS dem Auge gelassen werden, das) unser Parlamentarismus in der Tat in vieler Beziehung reform- bedürftig ist, unb eS barf deshalb ein solcher Vorst ost ber nicht berufenen Stellen alS Auf» rüttel ung für die parlamentarischen 3n-
auSgerüstete HeereSmacht zur Der' Rach diesem Muster, gleichviel, ob daS Miliz-System ober ein anderes bevorzugt, müfden die VertcidigungS'räfte ber Welt, unb zwar ohne Differenzierung der deutschen von andern, künftig orientiert werden, wenn man den Verpflichtung^ der Völkerbundssatzung Nachkommen will. Unb in diesem Sinne
Königin Mode.
Das trägt man in der kommenden Saison? Don Senate Zels.
Untere Mitarbeiterin, die die Pariser Mode in allen führenden Häusern stu- Mert hat. schildert hier anschaulich, waS in diesem Jahr elegant sein wird.
PariS, Ende September.
Bei aller fBariation b« Stoffe und Ruancen ist in bielem Jahr ein Generalnenner in ber Mode leicht herau»zu,inden. Die girconneba te gerade Linie, die Kargheit des verwendeten StoifeS weichen zugunsten betont weiblicher Formen. Taille unb Hüften werden marliert, und ein riesiger Reihum an Glocken, Zipfeln, Falten, Dolints verschafft ihnen volle Geltung. .Wieviel Stoff brauch? ich für ein Abendlleidchen?' - .Zweimal.die Lange, gna- dige Frau, also zwei Meter. Das ist ein Zwiegespräch da» der Tcrgangmbcit angebo-t. Da ein unendlicher Reichtum des Stoffes im Rock aufgeht, wirb die lächelnde Anwort te- Verkäufers jetzt lauten: .Unter fünf Me^erbaum, gnädige Frau.' £5 bleibt Dabei ein ob diese ausgedruckte Fraillich.eit eine frucht langsamer seelischer Entwicklung oderIje- fchickter Trick der Schneiderrnnung ist. Bei einen Rundgang durch die Atelier» der Parti" -haute couture“ ist jedenfalls ber Erdrück fnt fahren nicht so poesievoll und bezaubernd gewesen Am vollkommensten ist der Tvvus bei Patou gelungen. Volle Fraulich'eit und letzte Di tinktion werben insbesondere hier künstlerisch gestaltet. Die Abenbtoil.tten - sehr lururioS li^r man ganz weist ober schwär-, gleichsam alS würde eine gewisse Vomehndeit z^n s^ulichen Geschmack unbebingt g.hören.
Weiher Seide mit reich drapie 7 ttn Röcken, ewa aus Weiher CH.ntillyspitze - länger alS vorn - rufen einen brforatwen Sindvuck hervor der fast an nert, besonders durch große, starre Tastschleifen, die die Taille Hilten.
Was nicht farblos ist. ist mindestens Ton in Ton. Patou hält übrigens an der Pariser Tradition fest, die stets eine Reigung für durchscheinendes Vlau hatte. Er dichtet geradezu Symphonien in flaschengrün, aquamarin, manbelgrün unb cniem von ihm erfundenen .Patou-Bleu“, das e wa den Ton des von der Rachmittags-
Abenbtoil tte ohne dazu gehörigen Mantel. Der hier zu dem glaSblauen Abendlleid ist auS 2-tinuiS-Chiffon in .Patou-Bleu“. oben mit einem Schal verleh-n. Die Pelzgamitur. in glcir v Wlau cingefärbter Fuchs, wirkt sehr raffii ~i‘ lie schmückt nur die weiten Aermel unb Lnter 'teren Saum. Handschuhe und Schube sind .. dem gleichen Ton gehalten. Die S ch u tr* — diesmal mehr gerundet in ber Form — glänzen von Straß unb Brillanten. Da sieht man wundervolle» Schuhzeug, auf dem sich in bet Mitte ein großer Axuamarin findet, recht» unb links von kleinen Diamanten umrahmt. Stillleider, die tn dieser Saison sonst sehr begehrt sind, darf man freilich in diesem sür die .große Dame" berechneten Hau» nicht suchen. Dxh gibt e» in anderen Modehäusern herrliche Stücke. So erhielt MNe. Volande Lason den .Grand Prix“. Den .Großen Prei» für hervor-
Die Wehrhaftigkeit.
RcichSwehrministcr Hroener für deutichc Gleichberechtigung
Reich»r»chrn?nister Dr Groener hat bei Abschluß der Herostmanöver in Schienen eine Ansprache gehalten kn der er stch, wohl in Ablehnung der im Au»!and immer wieder verwendeten Argumente von dem offensiv«! Charakter unserer Reich-w h. über deren Rüfluna»- flanb und über bei Begriff der Dehrhattigkeit auSsprach. Die politische Stellung des Reichs» rrehrminiier» urck» s.ine staatSmä mische Schulung bringen e» mit sich hast diesen knappen Äeuste- r ungen ein größere» Gewicht bei gelegt werden muß al» irgendwelchen nur auf die Truppe berechnetm Führeräußerungen.
Der ReichSwrhrminister hat all da» Frappanteste bei dem (Srgebni» dieser Manöver die Armut der Truppe an modernen Kampfmitteln hervorgehoben, die im Widerspruch mit dem Reichtum an Kenntnisten, Passion, Intelligenz unb LeistungSsähigseit in allen Xdk-n d S Heeres stehe. Ör btt daraus verwiesen, daß diese Armut durch den Versailler Vertrag zwang»läusig bedingt ist, unb daß da» Gerede von ber .modernsten Armee der Welf nur ein geschickte» politische» Kamp'm!ttel unsrer ehemaligen Gegner sei, um sich der Abrüst ungSverpslichtung zu entziehen. Daran hat er die Forderung aeknupft, dauernd und zäh sür bi e Gleich- perecht igung Deutschland» auch aas dem Rust ung» gebiete zu kämpfen und wenigsten» theorrlisch alle technischen Srrungen- schasten unb Reuerschrinungen auf dem Gebiete ber modernen Kampfmittel zu studieren. Am Schluß seiner AuS'ührungen hat er zur Aus- Klärung der Oessentichchkeit gemahnt, um Stolz unb Liebe für die Reichswehr in alten Schichten ber Bevölkerung zu pflegen und schließlich den Webrwillen im ganzen Volke zu wecken unb zu stärken.
Wir sind im voraus sicher, daß diese Worte eine» klugen unb vera.ttwvrtungSbetvuß'en Mannes, der zugleich Pvliliier und alter Offizier ist, in Franlrllch und anderwärts verdreht und dahin autzzedrutet werden, daß ber ReichSwe-r- minister zur Ausrüstung unb zur Vorbereitung der Bevölkerung auf ihre künftige militärische Inanspruchnahme aufgeforbert haoe. Aber das ist nicht b -i Sinn seiner Worte. Gleichberechii- gung Deutschs nb» auf dem Rüstangegebiet wird seit Jahr und Tag und gerade jetzt wieder in Gens vergeblich unb doch mit allem Rachdruck tn der Richtung an gestrebt, daß eine Abrüstung bei andern gesordert wird. Die Umkehrung. b. h. eine Aufrüstung Deutschland» wird vom deutschen Volke selber, schon wegen ber damit verbundenen gewaltigen finanziellen Lasten, nicht gewünscht. Aber der Gedanke an sie zwingt sich jedem pflichtbewußten Vol's ührer unbeschadet seiner parteipolitischen Stellung auf. wenn er sieht, wie da» kralle Mißverhältnis zwischen den Verteidigungs- Möglichkeiten auch nur einer einzigen deutschen LandeSgrenze und den Kampfmitteln der gegen- überstehenden Grenzmächte flafft.
Der Geist der Wehrhaftigkeit kann in keinem leben-willigen Volke erlöschen. <$r ist heute beim deutschen Volke rein defensiv eingefiellt, wie nie zuvor und wie bei keinem andern Volle der Welt, vielleicht mit AuS-
Kirche und Schule.
Sreie Landeskirckliche Bereinigung für Hessen.
X 3n Frankfurt a M sand dieser Tage eine au» ganz Hes en gut besuchte außerordentliche Mitgliederversammlung statt, die der Vorsitzende, Pfarrer Dr. M ü l l e r - Rüsselsheim. leitete unb mit einem Rachruf für da» verstorbene Mttglied. Oberbürgermeister Du G ö 11 e l m a n n - Mainz, erk-ll- nete. Einstimmig wurde die RamenSände- rung in .Freie v o l k S k i r ch l i ch e Vereinigung in Hellen" beschlossen. Angenommen wurden die der neuen kirchlichen vage Rechnung tragenden Leitsätze:
,1. Die Freie volt-kirchliche Vereinigung ist eine religiöse Gesinnungsgemeinschaft aus dem Boden unserer evangelischen Landeskirche. Gegenüber den politischen Parteien verhält sie sich völlig neutral.
2. AlS Glieder unserer Kirche glauben wir an Gorte» Offenbarung in Jesu» LHristuS und bekennen unS bamlt zu dein Gvangelium. da» in Gotte» Wort bezeugt und durch die Reformation neu erschlossen ist. Dieser Glaube muh frei lein von allem dogmatischen Zwang unb sich beweisen Im Leben au» Gott und wahrer Bruderliebe.
3. Darum erstreben wir die Volk»kirche. hi der der Glaube den Zusammenschluß aller lebendigen Kräste bewirkt, eine Kirche, die sich in tatkräftiger Liebe dem ganzen Volk verbun- ben und für da» ganze Volk verantwortlich fühlt. Insbesondere fordern wir. daß die Kirche alS daS Gewissen de» Volke» ihre soziale Aufgabe allen Ständen gegenüber ernst nimmt, für die ileberbrüdung der sozialen Gegensätze eintritt unb sich so für die Erneuerung unsere»
Wett der Ruf nach Dölkervetiöhnung und Völler- frieden, ber Rus nach Menschlichkeit. SS scheint, daß wahre Mensch.ichkeit. wahre Menschenliebe nicht möglich ist ohne wahre Liebe zur ganzen Schöpsung, vor allem nicht ohne Liebe zu dem nächststehenden Geschöpf, dem Tier. Wohl noch nie bi den letzten Jahrzehnten ist eine so mächtige Kundgebung crio'.gt, wie eben jetzt tn dem neuesten Sonderheit „Men'ch unb Tier" der Süddeutschen Monatshefte (München). Richt, daß sich hier Romen von abendländischer
Geltung in tief schürfenden Originalbeiträgen in umfassender We.fe zu dem großen Problem Men'ch und T er äußern, scheint un# da# We'ent- liche. vielmehr die darin zum Au-druck kommende Gemein'arnleit wahrer Menschlichkeit, wie sie un# so rein in keiner politischen Friedenskundgebung entgegentritt. G» ist unmögllch, hier aus 6in#el-
- n einzugehen, sprechen doch n-.cht weniger al» 25 Autoren mit Öriginaltcürägen in dem besonder# starken Heft. GalSworthy eröffnet d.e Schrift mit einem großen Aufruf ..Men'ch unb Tier". Die Lage de» Tiere» in den verschiedenen Ländern wird eingehend gefchttdert. lief schürfen auch die Dichter, nachdem Ctofef Hosmiller da» Tier in der Dichtung ge'childert hat. Die Rolle de» T.ere# im katholi'chen Kullurkreis wird eingehend aelchildert. Das Tier im Kuttur- krei» de# DuddyiSinu» umschreibt bet Forscher Georg Grimm. Ve'onder» erschütternd ist das. wa» Gräfin Montgela» über Frau und Tier schreibt.
rab glich
Die grübelnde Phantasie von Philipp et Gaston hat cs fogcr fertig gebracht, die vnmer noch geradlinigen Totmittag» leider durch geome- tr'fche» Zerschneid-n und mehr'arbioe Zusammenstellung neuartig zu machen SS v:r teht sich, daß da» ZumperÜeid ta bida sehr wetbllchen
nähme W schweizerischen, da» trotz dieser auS- auSschließlich auf Grenzvertridigung bedachten militärischen Sinrichtung für den Roisall eine starke, schlagfertige unb in vollem Matze modern " ■ ~ " -|ur Verfügung hat
Oie Attacke auf -en Parlamentarismus
Don unserer Berliner Redaktion.
Prälat D Dr. Diehl ergänzte den Bericht b.S Lande.-kirchcnr. t# und st l.te die befoaberm Ziele htau». die sich au# der politischen unb Ivtziclrn Sntwicklimg un'crvr Zeit erx ei. De 1u b mmt l: Aenbevung de# Re^t .vrbä t iis es zw.schen Kirche unb Staat gegenüber früher musie noch tieler erkannt werden. Die Kirche stehe brüte neben dem Staat al# eigene Größer sie müsse sich stellen au! ein gegenseitige» ver trauen»volle# Verhält- n i S zum Staat unb dürfe feint Par'ei Politik treiben.
Aba D. Ma11be # bed inb.lte bann bic kirchlichen Verhältnisse u-tti Verück- sichtinrna s inet D.r.nflädier Er b un wn. auch über die Fe lstcllungen der 2lel>gi»-.iS ehrer. 3n den Kirchmpredigten wü.ischte ber Red e auch Bchandlung der wettanschaulichen Tag.-Spro- blcmc.
Pfarrer Schrimps stellte fest daß bri dein ilmjufl währ mb b.» letzt m so'.ialdemo'r'ti chen Ratur reund t ge# tn Dicbiri abscheulickt Din e vorgekommen feien, gegen die auch von der evangelischen Kirche energisch Frvit gemacht werde.
Abg. ßa uff er hob nochm ls die Ausgaben der Kirche gegenüber der arbeitenden Bevöl'e» rung hervor. Von bmi Konzil In Stockholm seien ja diese bedeutsamen Sttönrungen besonder- gestärkt worden.
S» sprachen 's er» er noch btt Abgeordneten Herber Frau Lambert, Drkan G u tz» mann, Campa» zu einzelnen kirtz'ich n Son- bergcbicten, kmer Prälat D. Dr. Diehl. Psar er D 3 a u bt und Lenz-Gie en. der gege x die Öntbeifigung be» Sonntag» durch Sport usw. heftig Front machte.
Am Rachmittag hielten die 2 u - s ch ü s! e vorbereitende Sitzungen ab während eine Deiu- tation unter Führuni b » Präsidenten Fr i e rn
sind diele Kleider mir ganz geschmückt, die schräg nach solche# Kleid sah ich bei Thanel au» schwor- zem Cröpe Satin, da» auch oben auf bet Schulter zwei Volant# auswie». Bisweilen sieht man allerbina# auch noch daS gerade Kleid für den Rackmiittng. wer e» aber wagt, so .rückständig" zu lein, htt wenigstens die Zusammenstellung geändert. 3n ber pikant-origin llen Revue von Philippe et Gaston sieht man ein solches Kleid, eine Komposition au« weißem und schwarzem Eriche marocain, mit einer einhntlich weißen Bluse unb einem Rock, der oben leicht schwarz- weiß kariert ist. dann aber schwarz wird. ®» gehörte dazu ein s:hr lange» und weite? Tape au» schwarzem Trc-pe marocain mit langem Sch:l.ragen von wahrha't ra' mietet Koketterne. 3n derselben Art. auch sehr, au» dem Rahmen sollend, aber noch in erlaubten Grenzen, siel mir dort auch ein große» Abendkleid au» gold unb beige 2am4 au’. Ziemlich gerade, noch kurz in der Form, mit nur vorn einem langen Zipfel, von einer Perlenagraf e gehalten, hatte e» hinten, betonter; angefetzt, keck und isoliert, eine gewaltige Gv'.dlchleppe, die einem Pfauen-
stanzen und vor allem für die Parteien selbst vielleicht sogar begrüßt werden. Viel hoch schätzen die Paricien den Augenblick-nutzen, den sie. jede für sich, mit taktischen Mitteln erreichen kann, den höchst zweiselha'ten Gewinn, wenn e» ihnen gelingt, die Schuld für diesen ober jenen Vorfall einer andern zuzusck leben. Viel zu gc.ing achten üe fast durchweg die Stimme de# Wähler», be Intevcs en ber großen Massen, die in der Partei selbst nicht- zu lagen haben. Viel zu streng Halten sie an den einmal fcltgcleg- ten und im Grunde doch nut al- Rahmenprogramm gedachtm Parlcibck ri en fe'L Unb viel xu tief haben sie da » System ber artet» bureautratie. den bes.immend n Ginlluß der Unteres entenverbände auf dem Weg üler die Parteistkreiäre einreihen lassen. H er gilt e# Wandel zu schassen, vor allem mit dm Mitteln ,in<» neuen unb vernünftigen Wahlrecht-, das b*n ParlamenfariSmus lebendiger gestaltet. Unb wenn auch da» Trompeienge- schmetter des Slahlde'm» wieder verllingen tolrb: es wirb nützlich gewesen fein, wenn e# tr.er SelbstbLsinnung bei den Parteien wecken kann.
Evangelischer Landesstrchenfag.
WSR. Darmstadt, 27. Sept. 3n Fortsetzung seiner (Beratungen nahm der Hessis che Svangelische L a nde-kirchen ta g am Donnerstag einstimmig den Vorschlag von D. Dernbeck an, eine Deputation zum hessischen Staat-Präsidenten zu kn- ben, um ihm erneut bie katastrophale Finanzlage der Lande-kirche vorzustellen und ihn zu bitten, sich mit aller ihm zu Gebote stehenden Macht für die alsbaldige Vorlage im Hessischen Landtag einzusetzen, damit der unhaltbare Zustand beseitigt werbe.
Superintendent Zentgraf berichtete dann über bie Verhältnisse unb Zustande der evangelischen Landeskirche in der Kir- chentagSperiode 1923/2 7 und namentlich über die Drgebnisse und Rotwendigkeit ber Statistik.
Medizinalrat Dr TBalger (Dießen) erstattete den Bericht des dritten Au-fchufse- unb ging auf einzelne Fragen be» Tätigkeitsbericht» ein, so z B. auf die Finanzlage, die Schulfrage, den Schutz de» Sonntag», auf die kirchliche Trauung Geschiedencr. die G^mcin'chasts- und Sekt.erer- Dcwegung. die wirtichafttiche unb geistige Rot ber 3cit, gegen da- separierte Abendmahl und einige statistische Angaben. Erweiterung ber diakonalcn Tätigkeit, SpiritiSmuS und Tleofophie.


