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Donnerstag, 26. Juli 1928

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

HUZ4 Zweites Blatt

Hessen und Oberheffen auf dem

len

fische Hände zu

onn

u ober­er alle

Mise in den Mond

tfine HundstagSgeschichte.

Don A M. Jeey.

nach der anderen zu .cTktngcn*. Sa« 5t btebcr recht criolarcich gewesen, obwohl liatüriich die engli'chen <ADgcnbeftrcbimg<n durch S-inbe- rufung einer internationalen Sonic* renz zur Regelung der chinetilchen Singe immer wieder versuchen, derartige Absichten Chinas zu durchkreuzen Aber thdc englische Taktik dürste nach dem Liege der Südchinelen und der Wieder - emigung Chinas wenig Aufsicht aus Erfolg hoben, uni so mehr, da cs den Anschein hat. als

Helden von heute.

llnfet diesem Stichwort erteilt Paul A l - vcrdes im Iuli-Hctt der bekannten Dildungs- zettfchrift .Der Kunsttoart" (G. D. W. 6oll* nxto. München > der in einer gewissen modernen biographischen Literatur sich immer breiter machenden Lucht, dem deutschen Solle seine

Veranstaltungen des 10. deutschen Sängerbundes- festes genannt. Wer seine Worte noch nicht be­griffen hatte, sah diesen Ausspruch wahr werden. Die Hessen waren die glücklichsten F-sl-ugstell- nehmer. Spitze des Zuge.-, Auslandbünde, Hessi* scher Sängerbund war die Reihenfolge. In der Ebendorf er Strafte geschah unser Aufmarsch. Rur

bleibt unvergeftlich

Der Sonntag brachte den Fcstzuq. dimensional hatte ein deutscher Mimst«

^.Deutschen Sängerbundesfestin

Don Lehrer Gesier, Dockenberg.

Helden und groften Männer zu verleiben und den Begriff des Heldentums überhaupt m Mift- (reiht zu bringen, andererseits dem auf dem deutschen Theater immer widerlicher grassieren­den Unfug, gemeines Lumpen- und Verbrecher­tum in verkannte Anständigkeit und Edelsinn um­zulügen, endlich einmal bic verdiente gründliche '21bfubr. Was gegen diese symptomatische Be­griffs- und GefuhISvcrwirrung zu tun sei, fragt der Berfafser. Hören wir seine Antwort

ffür den Augenblick so gut wie nichts, denn das Theater ist niemals allein von der 'Bühne her zu kurieren. Wer Theater meint, must not­wendig immer auch Publikum meinen. Es ist löblich, wenn die groften Dolksbühnen und Theatergemeinden ihr Publikum mit sanftem Zwange in die Aufführungen klassischer oder dichterischer Dramen überhaupt sühren, aber zur Heilung der Krise geschieht damit nur sehr wenig. Denn offenbar ist daS pure Unterhal- tungsbedürfnrs. die Sucht der Masse, ein paar Stunden auf eine fibelc oder doch jedenfalls völlig unbeschwerte Weise hinter sich zu bringen, immer noch geringer als der Widerwille, wir lagen getrost die heimliche Angst vor der Er­schütterung Das echte dramatische Gedicht und auch die echte Komödie führen den Menschen an die Grenzen seines Selbst, sie reiften ihm die Rächt mühe von den Augen und stacheln ihm die Seele aus dem Schlaf. Sie haben eS. wie sie sich auch gebärden, niemals mit Billigkit, Ge­mütlichkeit. Oberfläche zu schaffen, sondern ihre Gegenstände find immer, auch im Gelächter, ernst hatte und grofte, weil sie den ganzen Men­schen und nicht den halben meinen, lind gerade davor graut es dem Menschen unterer Tage und muß ihm grauen. Er hat einstweilen den Boden unter den Füften verloren, indem er lernte, alles zu bezweifeln und gar nichts mehr zu glauben. Gr wird es wohl oder Übel toieber lernen müssen, zum mindesten das eine: an sich selber und seinesgleichen zu glauben. Ein Publi^m, das zwischen Würde und Erbärmlichkeit wieder zu unterscheiden gelernt hat, wird sein Theater schon selber zu kurieren wissen.

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kränkt 1k natürlich auftcrordenllich so daft in der Abschaffung dieser Bevorrechtigung der Euro­päer nicht umsonst seit fast zwei Zahrzetnuen eme der Hauptforderungen der lungchlnesisäk" Bewegui-^i gesehen wird. Andererseits muhten die Europäer früher befürchten. daft bei dem «yremben- büft in China und bei den z. T. mittelalterlichen Rechts vor stell ungeu des veralteten chinestlchen Rechtes, die Aufgabe ihrer bevorrechtigten Stel­lung zu untrüglichen Zwischenfällen führen würbe Demgegenüber lann man aber wohl dar­aus Hinweisen, daft z.B. die Abschaffung der Borrechte für die Deutschen die durch den Der- sailler Derirag erzwungen wurden, gezeigt haben, daft es in 6 bi na auch ohne Kapitulation gebt, so daft gerade das deutsche Beispiel die Ehinesen zur Berstärkung ihrer Forderungen ver-

un ter geordnete Rolle.

Soweit europäische Mächte in Frage stehen, haben diese denn auch aufter in Schanghai, kaum cm ernstliches Interclle an der Aufrechter^il- j tung der Konzessionen. Soweit es vorgegeben wirb, handelt es sich nur um ein taktisches Ma­növer. das zu dem Zwecke unternommen wird, um auf diese Weise einen Druck auf China zur Gewährung möglichst umfangreicher Sonder­rechte in anderen Dingen auszuüben. Diese Sonderrechte, die von europäischer Seite so Heist begehrt weiden, sind es gegen die sich der chine­sische Unwille so sehr richtet. 3n der Praxis handelt es sich hierbei darum, dast Europäer in China in allen rechtlichen Fragen weist ihrem eigenen Landesrecht unterstellt sind, und entsprechend insbesondere strafrechtlich. nur von eigenen Landsleuten und nach eigenem Ge- fei» verurteilt werden können Sogar Chinesen, die etwa gegen Europäer klagen wollen, müssen vor europäische Gerichte gehen, wo sie natur­gemäß bei den so völlig anders gearteten Rechts- Vorstellungen nur selten ihr Recht erhalten Das

gen gewahrt. da diese sonst iftre Zustimmung der Zoll er höh unq verweigern müstten. Dem r< Chine, naturgemäft nur entgegentreten. indem es bic Handelsverträge mit diesen Staaten kündigt. Wenn es (herbei allerdings nicht ins Unrecht geraten will, wird es jeweils abwarten müssen. bi£ die Berträge abgelaufen sind.

Dieser ganze Komplex von Fragen macht es wenig wahrscheinlich, dast die chinesische Frage sehr bald gelöst fein wird. Die chinesische Taktik besteht darin, dast man cs möglichst vermeidet.

Der letzte hessische Sonderzug brachte am 18. CTuli die Oberhef en nach Wien. 300 Sänger harrten der Abfahrt des Zuges .Oberhellcn um 19 IIbr in Frankfurt, lieber Hanau. Aschaf­fenburg. Würzburg. Passau ging die Fahrt. .Heil"-Ruse begrüßten uns schon in Regensburg und begleiteten den allerdings wenig geschmück­ten Zug durch ganz Oesterreich. Die bekannte Freundlichkeit der Oesterreicher empfing uns allerorts. Die Bahnhöfe standen im Schmuck der Reichs- und Landesfarben und des deutschen Sängerbundeszeichens. Linz grüftte die Ober­stes fen durch eine Kapelle von 36 Wann. Die Oberheffen erwidern mit dem deutschen Sänger- spruch. Pünktlich erreicht der Zug Wien-West. Fansarenllänge vor dem Bahnhof und eine be­geisterte Begrüßungsansprache beiften die letzten Hessen willkommen, und nun geht es unter öster­reichischer Marschmusik zum StandquartierHotel Wimberger". um die Sänger nach kurzer Rast den Quartieren zuzuweisen. Rur wenigen Ober- Hessen war es vergönnt, der am gleichen Mittage ftattflcftabten llelerrcichung des Bundesbanners im groften Saale des Konzerthauses beizuwohnen. Rur an die Vorsitzenden der llnterverbände Gauvorsitzcnde und Gaudiriaenten hatte der hessische Sängerbund Ehrenkarten ab­gegeben. Erst der Freitag galt den Hessen. Die Sonderkundgebung des hessischen Sängerbundes gestaltete sich zu einem ganz besonderen Ereignis im Rahmen des 10. Deut­schen Sänger bundesfestes. Unter den flotten Klängen der Marschmusik einer Wiener Kapelle ?ogen um 4 Uhr nachmittags die Sänger vom total Wimberger. umjubelt von einem dichten polier grüstender und tücherschwenkender Wiener über die Mariahilfer strafte und den Getreidemarkt zum Karlsplatz. Boran die Fahnen und Standar- den. gefolgt von einer kaum übersehbaren Menge. Auf den Stufen der KarlSkirche gruppierten fich die 2000 Sänger nach ihrem Triumphzuge zur Kundgebung. Die Kapelle leitete die Feier mit dem Andreas-Hofer-Lied ein. Mit entblofttcn Häuptern lauschte die Wenge der 150 000 Zuhörer. Dann brauste aus allen Kehlen der Rus: »Heil Süd-Tirol" über den Karlsplatz. dem immer neue Scharen zuströmten. Bund-Schormeister Otto R a u m a n n. Mainz, erhob den Taktstock. Laut­lose Stillei Schwungvoll erklang Mozarts

Weihelied' und .Das deutsche Lied" von K a 111- woda. Durch brausende Heilrufe zollte die un­übersehbare Menge den hessischen Sängern Dank. Dann ergriff der DundeSvorsitzende. Wintstenal- rat Dr Siegert, Darmstadt, da- Wort, pries die Deutschen aller Länder, im Zeichen Schu^rtt zu einer groften Cinigungskundgebung im Rah­men des deutschen Sängerfestes vereint.')

War die Rede des hessischen Bundesvvrsitzcn- den öfters durch Heil-Rufe unterbrochen worden, so wollte nach den Schluftwortett ber Jubel lein Ende nehmen ..Heil den Hessen". .Hell Deutschland".Hell dem Vaterland" jubilierte es aus taufenden von Kehlen den Sängern zu. Da begann der Mafsenchor Mozarts B u n - desliedBrüder reicht die Hand zum Bun­de". Mächtige Akkorde schwebten der Menge zu. Rach mächtigem Beifall sang man begeistert das Deutschlandlied. .Heil Hessen und Oester­reich." Fliegende Fahnen und schmetternde Fan­faren bahnten den Sängern den Weg zmn Abmarsch. Portale und Türme der Karlskirche

) Den Inhalt der Festrede haben wir bereits veröffentlicht. __________________

anlaftt bat.

Reben diesen beiden Forderungen steht noch die groftc Frage der Ersetzung der Scezollver- w a l t u n g und des bisherigen Zollregimes durch cm neues, von den Mächten unabhängiges Sy­stem. Grundsätzlich geht die chinesische Forderung hier dahin, daft die Scczollverwaltung in chi­nesische Hände uberzugehen hat. und daft das Mitbestimmungsrecht der AuBänder. ins­besondere die Stellung des Seezoll direktors. der praktisch ernc Art Finanzdiktator in China ist. zu verschwinden hat. Das hat über die Frage der internationalen Verhandlungen hin- ous seine Schwierigkeiten, die in der Tatsack^ begründet liegen, daft eine so groftc und fast ausschliefllich mit Fremden besetzte Behörde, wie der chinesische Seezoll, nicht einfach m i t 6 b i * nesen besetzt werden kann. Woher soll Ehma 1 20000 Beamte nehmen, die es braucht, um diesen zum Teil 'ehr komplizierten Apparat zu übernehmen. Wuft man da nicht befürchten, daft dann dieser ganze Apparat, der die Haupt- einnahmeguelle für die chinesischen Staats- finanzen darstellt. zerschlagen wird? Diese Be­fürchtung. die die Ehinesen z. T. selbst hegen, kann naturßemaft für China kein Hindernis fein, trotz­dem die Uederlei tir ~*-a *-

zugegeben wird.

Die eng damit rerknüpfta Frage der Zoil- t>er träge der Ausländer mrt China liegt je- doch im Gegensatz zu dem. was d« englische Presse glauben machen will, sehr erheblich ern- sacher. Es kann hier fein Zweifel sein, daft die ausländischen Mächte China das Recht, ferne Zollgesetzgebung selbst zu bestimmen und tue Handelsverträge mit den auswärtigen Staaten nach eigenem Gutdünken zu regeln, sehr bald werden zugestehen müssen, gleichgültig, wie die anderen Fragen laufen. Ihn diese Frage handelt es sich ja auch wohl eigenllich nicht, da es sich weniger um diesen Grundsatz, als vielmehr um die (Trage der etwaigen Sonderbehandlung ein­zelner Rationen dreht. Die Tatsache, daft die Zol Isä tze erhöht werden sollen, insbesoiwere die der sog. Luxuswaren, um Chinas Grnncchmen sicher-usteilen. wird bekanntlich seit einer Reihe von Zähren von den ausländsichen Vlächten dazu benutzt, um Erpress ungsversuche an China zu üben. Man verlangt nämlich, daft China für die Erlaubnis, derartige Zollzuschläge zu erheben, einzelnen Staaten Sondervergünstigun -

Richt genügend scheint bekannt zu sein, daft die Wondrakete bereits abgeschossen ist. Die Vor- bcrcttungcii wurden in aller Stille getroffen, den Beteiligten, auch den orientierten Stern­warten war nach Möglichkeit Schweigepflicht auf erlegt. Das Ereignis fiel zusammen mit dem Trans-Ozeans lug Lindbeighs. wodurch eS leubter gelang, einem vorschnellen Interelle der Welt zu entgehen. ., .. , _

Erstaunlich bleibt, dast sich zu dieser Reise, die tyhmerhin an Kühnheit den Flug übers Welt­meer um einiges überragt. Dutzende bereit fan­den Menschen, deren Heroismus modmnster Prägung unbedenklich alles auf eine Rakete setzt. Wenn Wut ein Mangel an Erkenntnis schrecklicher Möglichkeiten ist. fo war der Drang hier Blindheit schlechthin.

Dennoch fchliestlich waren drei nerextngt. küe fahren besser: schieben durften Besser noch, geschossen werden durften. Seltsamerwerte wa­ren es (autcr Angestellte einer groften amen- fanifdjen Farben- und Lackfabrik. 'Diese Fa­brik hatte auch die ungeheuren Gelder zum Bau der Rakete bemtgcfteUt.

Sie hat die Gröfte einer Kirche Auster einer sehr kleinen, raffiniert nach allen Seiten hin ge­federten und gepolsterten Kabine wird dem Laien nicht- an dem Monstrum klar. Weshalb muffte es fo riesig konstruiert werden? Die Tech­niker sagen, wegen der zahlreichen Explosions- kammern vorn und hinten. Liber da find noch andere Kammern wie wir sehen werden.

Es ist bekannt, wie hier Bewegung erzeugt wird. »Die fllegende Kirche" so nannten die Amerikaner das Ding, wohl mit der Tollheit des Unternehmens zu versöhnen knallt aus einer fabelhatten Röhre, die dem Kanonenrohr gleicht und 300 Meter tief in den Erdboden eingebaut ist. heraus, durchrast die Erdatmosphä­re und hilft sich weiter und weiter durch eigene

ob Iapaii. der etgenttidK groste Konkurrent der Angellachten»Völker im fernen Offen, bereit ist. den Chinesen weitgehend entgegenzukommen, um durch eine, der cnatischen Rlethode entgegengetetzte Taktik einen Sondervvrteil für Japan heraus- zu'chlagen. Das würde in der Praxis bedeuten, dxift auch die anderen, an China interessierten Mächte auf diesem Wege über kurz oder lang werden folgen müssen, da gegen Iapan unb China eigentlich nichts unternommen werden kann.

Diese Dinge hat sich die amerikanische Lack- und Farbensabrrk überlegt. Und als sie ihre Reisenden in Schick brachte, da waren die Flan­ken. der Bauch, und der gewölbte Rücken der fliegenden Kirche angefüllt mit einem silber- hellen Lack bester, dünnster und auSbreitungs- täbigfter Qualität. Wir wollen nicht sagen, daft die Fabrik hofste. mit dem kleinen See an Silber lack, den sie da verladen hatte, gleich die ganze Mondscheibe zu überziehen, aber sie rech­nete doch damit, einen flitterhellen, Batzen zu erzeugen, der später deutlich als gleiftcnticr Fleck den erstaunten Irdischen in die Augen sprang.

Fabrikrellame also? Gut. wenn man will. Und weshalb nicht? Später konnten die ver­einigten Regierungen der Erde mit der Fabrik darüber verhandeln, zu welchen Bedingungen sie bereit sei. den ganzen Wond zu lackieren. Keinesfalls zu besonders billigen.

Die Tätigkeit der Reifenden auf Luna sollte sehr einfach fein: sie hatten nur dafür zu sor­gen. daft die Schleusen sich öffneten, durch die der Lack abfloft. Seine Beschaffenheit war so. daft er sich scllrsttätig ausbreitete, wie ein Fett­fleck um sich friftt Dann formten sie heimkehren.

Aber waren sie umgekehrt? Bis deute find sie nicht zurück. Vielleicht ging ihnen die Wir­kung Mond verloren, ohne haft sie die Wirkung Erde gewonnen hätten? Dann werden sie als selbständiger Himmelskörper irgendwo kreisen, vermutlich um den Wond. Für ein Iahr Pro­viant führen sie mit Man könnte was etwa einen ,fsiegenden Som" auesenden. um das Schälchen enuufangen.

Inzwischen suchen die Sternwarten heimlich nach einem glitzernden Batzen.

______________tung dieses Apparats in chine-

*" ou verlangen. Gerade damit wird aber der Hauptwiderstand gegen nationalistische chinesische Programme geweckt, da die Engländer und Qlmerifaner wohl nicht ohne Grund furchten, daft die Heber gäbe der Leitung der chinesischen Zollverwaltung in chinesische Hände, automatisch auch das Ausscheiden aller dieser Staatsange­hörigen innerhalb kurzer Zeit zur Solgc haben würde, schon weil viele von ihnen ein Arbeiten unter chinesischer Oberaussicht für unmögliach hal­ten würden. Die Frage, wie dieser grofte Apparat in chinesische Hände umgeleitet werden soll, ohne dabei zu zerbrechen, ist in der Tat sehr vA schwieriger, als dies auf chinesischer Seite selbst

grüftten. Polizei beamte machten Front. 150000 Menschen winkten uns zu. Die Sänger zerstreu-' ten sich, um sich im Rahmen der dritten Hauptauffübrung am Samstag wieder zu- sammenzusinden in, der Sängerhalle Diese Hauptaufsühriing führte den Untertitel »A n - schluftkundgebu ng". Ob der Ausdruck von den Hellen übernommen war ? Fest fünf aven leiteten das Programm ein. Dam stimmte der Gesamt- chor der Berliner-Vrandcnburaifche Provinzi- alsängcrdund. der pommersche Provinzialsänger­bund. der Sängerbund des Regierungsbezirks Köslin, der Sängerbund der Grenzmark Posen - WeiVpreuften, die vereinigten norddeutschen Lie­dertafeln, der Verband niedersächsischer Gesang- vereine, der Oldenburgilche Sängerbund, der Mitteldeutsche Sängerbund, der naffausiche Sän­gerbund die Wiesbadenei Längcrveremiguig. ber Sängerbund Frankfurt, der Groftbund der Frankfurter Singvereine, der Hessische Sängerbund, der Pfälzische Sängerbund, der Saar-Sängerbund, der Badische Sängerbund, der Baverische Sängerbund, der Fränkische Sänger­bund. der Salzburger, Kärntner. Steverische. Oesterreichische. Tiroler und Weimarer Sänger­bund Eduard Kremsers .Im deutschen Geist und Herzen" an. Qlad) verklungenen Akkor­den skizzierte der Präsident des deutschen Sän­gerbünde». Friedrich List, in knappen, ein­drucksvollen Worten die uralte Kulturmission Oesterreichs, sprach von der ruhmreicheir Ver­gangenheit und Gegenwart der ernsten öster­reichischen Musik, von Franz Schubert und dessen wunderbarer Schöpfung - dem beut- schen Kunstliede. von dein deutschen Volke, das nur politische Willkür zu trennen vermag, endlich von den Freuden und Leiden, die Deutsche und Oefterreicher teilen. .Wir ge­benden der im Weltkrieg Gefallenen, der Väter. Gatteir und Brüder. . /' In der Halle der Hunderttausend Zuhörer wird es totenstill. Plötz­lich intoniert ein kleiner Chor die erste Strophe de« Volkslied«« .Ich ftatf einen Kame­raden.' In der zweiten Strophe fällt der Gesamtchor ehr Tränen rinnen über die Wan­gen. Oesterreich und wir sind innerlich ver­bunden. Erinnerungen an gemeinsames Leid prä­gen den unumstöftlichen Willen, das Gelöbnis, in den SiingungSbestrebungen nie zu erlahmen. Die Anschluftkundgebung der 40 000 Sänger und ihrer unüberlcbbarcn Zuschauermenge ist der Höhepunkt Millionen Deutscher und Ausländer sind am Radio Zeugen des iauchyenden Auf­schreie« einer nie mehr zu unterdrückenden Be­strebung geworden.

Da« übrige Programm paftte sich ber vater­ländischen Stimmung in Einzel- und Gefaml- chören an. Das Lied: .Deutscher Rhein"^ unter der Stabführung des Konrponiften .D o st" schloft die mit unbeschreiblichem Iubel, brausenden Hcil- rufen, binrciftcnbcm Tücherschwenken und end- loson Beifall auf genommene Kundgebung. Richt davon reden, immer daran denken, mag die Lehre auch für un- Hellen fein. Der Eindruck

Chinas außenpolitisches Programm.

Don unserem (k)-Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

London. 3uh 1928-

Sw Sieger in China haben sehr fchnelk örnft met chren Versprechungen gemacht und haben schon einige der internationalen Ver­träge. Me ihnen fo lästig smd. g e f u n b» g t. Dänemark ist bet erste Staat. desfen Vertrag gekündigt tourtk imb der Handelsvertrag mu Italien ist der nächste, der griolgt ist- Das sieht nicht nach übermäftig viel auS Ader man dar» dabei nicht retgeisen. daft Verträge n u n n n«t- dalb festgesetzter ^si st « n gekündigt wer­den können, so daft tnc Chnref«r den Engländern Franzosen und Amerikanern gegeimber du» zum RunbhPintietcrnnn warten m»llrn.Trotzltem kann fein Zweitel darüber bestehen daft die ahinesen es nut der Befreiung von g alten Verträgen ernst meinen, und haft ihr korrekte« Abwarten m den wichtigsten Verträgen nicht etwa aW em .teichen ber Schwäche gedeutet werden kann. Richt umsonst Ixit bte europäsiche Presse dte Kün­digung des Handelsvertrages mit Stad« so ernst betrachtet. Weift man doch, daftsich hier um das Vorzeichen einer grofteren Aktion han­delt die sich über kurz oder lang auch gegen alle anderen europäischen Mächte richten wird.

Worum es bei diesen Diiigen geht, ist oft behandelt worden. Und doch werden bte riorbc- runaen Chinas neuerdings so häufig falsch ver- ftontm,. Ixch .« Hd> lof>nt nod) etnmal Hat»u- stellen worum es cigentlid) geht In Europa findet man häufig die Meinung vertreten, daft die fremden Mächte in China groftc Land- striche befdften, in denen sie groftc Truppen- maffen unterhielten, und die getotffer- inaften Stücke datstellteii. die man auS China herausgerisfen habe. Das ist bis auf die toenigen Stützpunkte an der Küste, die in der Regel auf 99 Iahre verpachtet worden sind, nicht der Fall Odbft die logenannten Konzessionen innerhalb der Städte stellen feine eigent­lichen Besitzungen im europäischen Sinne bar 3a, man kann nicht einmal davon sprechen, daft sie geschlossene Siedlungen von Europäern barstellen da in den Konzessionen nleist auch zahlreiche Chinesen zu wirken pflegen, ja häufig sogar in der lleberzahl sind. Im übrigen unter­scheiden sich die Konzessionen meist nur durch rechtliche Regelungen von den übrigen Chinefenftadten und bei manchen Konzessionen, in denen die Absperrung nicht so streng gehand­habt wurde, konnte man vor den Zeilen der Unruhe die Grenze zwischen der europäischen und der chinesischen Konzession lange suchen, ohne sie zu finden. Was die Europäer hier aufzugeben hätten, ist daher im allgemeinen nicht übermäftig viel Aufter der groften englischen Kon­zession in Schanghai, die allerdings auf wenigen Quadratkilometern .den ganzen Reich­tum Chinas" nmfchlieftt. unb die in der Tat. bclonOert infolge der Entwicklung der letzten Iahre. zu einer abgeschlossenen Sonderwelt inner­halb hce chinesischen Chaos wurde, spielen bic Konzessionen und die Landstriche in China sine

mehrere Mächte zu gleicher Zeit anzugreifen, unb daft man statt dessen versucht, c \ n c Qh a <b t

Explosionen nach hinten, durch die sie gewisser- maften immer wieder von neuem sich selbst einen Tritt gibt und mit frischem Schmalz von bannen jagt.

400 000 Kilometer etwa beträgt die Entfernung ErbeMond. Die kühnen Schic-her glaubten, sie in einer Woche zu überwinden. 'Bei Wondnähe sollte ein diftchen nach vorn c-rplodiert werden, um solchermassen zu bremsen Auf dem Mond hoffte man nach Entleerung gewiss^ Kammern «siehe unten) das Eigengewicht f<chr zu ver­ringern und durch abermalige rucks^tige De­tonationen bic ohnehin kleine Anzievungstraft des Mondes leicht zu überwinden.

So davongestunken, werde man bald wieder m die Schwerkrast der Erde geraten und muftte schon ekliges Pech haben, sollte man nicht in einen der Ozeane fallen, die bekanntlich d«i gröftten Teil der Erdoberfläche bedecken weich allo fallen, tief untertauchen natürlich, weil man immerhin gut im Schwung war. aber auch wie­der empor, denn .die fliegende Kirche war glcicbaettig als tüchtig schwimmende eingerichtet. Glücklich nach Hause gekommen demnach.

Was die Reifenden aber im Innersten bewog -- was die Farbenfabrik bewog zur Expe­dition. war dies:

Es ist so ziemlich aller Wett geläufig, daft Mondlicht reflektierte« Sonnenlicht ift_ Im gan­zen gelber als bic Urquelle. Das wäre IW« nicht schlimm, aber höchst fatal erschein!, baft die lavaähnlich- Mondoberiläche fmfterc ®e- si.insslache! schreckliche Wengen der auttap lenden Sonne verschluckt. Die auf unserer Erde nächtens gestrahtte Helligkeit könnte buch rablich zehnmal gröftet sein, wäre ber Mondbogcn weift anstatt schwarz. Welch eine Veränderung dann hx Mondnächten! In ihnen glühte dort oben eine riesige, dennoch mild sroahlendc Lampe, aber keine Funsel mehr wta beute. Welche Er­sparnisse für die ganze Welt! In gewissem Sinne fc&rön die guten alten Zeiten wieder: tote früher die .Kleinstadt in mondhellen Rächt^ Beleuchtung fid) verkniff, fo wird jetzt auch jede Groftstodt Elektrizität sparen.