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zuschanden macht, die sic von früher her auf ihren zarten Schultern herumträgt. Der Fort­schritt unserer Kleidung ist unbedingt: Aesthetik!

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Wi'rffchafi.

Die Wirtschaftslage in der Kasseler Industrie.

'Berliner und Frankfurter Zeitungen zur Zeit Meldungen aus Kassel über Wirtschaftskrisen in der Lokomottv- und

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konzertierte die Kapelle noch einige Zeit unter der schönen Dorf linde.

Rachdem die Wehrzahl der Artilleristen ein- getroffen war, stellte sich gegen 2.30 älhr der Festzug an der Licher Pforte auf. Die Bete-

Letzte Nachrichten.

Herves Äerständigungsfeldzug.

Paris. 25.Juli. (WIB. Junffprudj.) 3n der Bictoire entwickelt Gustav heroe weiter feine deutsch-französische Dersöhnungspolitik, begründet auf der unverzüglichen bedingungs­losen und vollständigen Räumung des Rheinlandes. Lr schreibt, der wahre deutsch-französische Frieden fordere außer der Räu­mung des Rheinlandes die Zustimmung zum Anschluß Oesterreichs an Deutschland, falls die sieben Millionen Oesterreicher die» wünsch­ten. Dieser Anschluß sei heute schon so gut wie vollzogen: nur um diplomatische Ver­wicklungen mit den Alliierten zu vermeiden, sei er noch nicht offiziell verkündet worden, Frankreich dürfe sich höchsten» mit Italien und die Ischecho- loroafe/, den Nachbarländern Oesterreich», verstän­digen, bevor es seine Zustimmung zum Anschluß gäbe, fjeroe sotdert, daß das angeschlossene Oester­reich entmilitarisiert werde, wie die für immer entmilitarisierte Rheinlandzone läng» der französischen Grenze. Er persönlich würde sogar so iveit gehen, dem neuen Deutschland die beiden Gebiete Togo und Kamerun zurück- zuerstatten, den einzigen Anteil Frankreich» an der Kolonialbeule. Das sranzösische Kolonial­reich sei groß genug, um es Frankreich zu gestalten, ohne sich zugrunde zu richten, diese ritterliche Geste zu tun.

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den Eindruck hervorbringt, als könne die Trä­gerin in einem solchen Kleide unter der Hitze leiden.. selbst bann nicht, wenn sie tanzt. Lind die Frau, die erkannt hat, daß sie neben der Erfüllung aller Aufgaben, die ihr das Dasein bringt, die weiblichste Aufgabe niemals ver- geffen soll, jene, die von ihr verlangt, daß sie schön, reizvoll und immer ästhetisch sei, die wird sich zu der Kleidung von heute unbedingt Positiv stellen. Sie ist die Frau, die in das Geben der Arbeit, des Sportes, der Pflicht paßt, sie ist aber andererseits die gepflegte Erscheinung, die sich und den anderer, ein Wohlgefallen ist.

Denn ihre Elastizität, ihre Beweglichkeit ver­dankt sie nicht zuletzt der Kleidung, die sie frei macht. Und wir wissen, daß die Kleidung mit der Aesthetik, daß sie aber auch mit der Ethik, der Moral zusammenhängt. Die Frau, die nicht beengt ist. der man weder die Leber noch die Bieren abschnürt, ist ein angenehmer Anblick, ist aber noch mehr. Denn nur die Frau, die sich ihrer Freiheit und Unabhängigkeit in der Klei­dung bewußt ist, trägt in ihrer Wesenheit zur Entwicklung bei, insofern, als sie die Vorurteile

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die dinier den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent.

Selbstbeobachtung beim Baden.

Aus den vielen Unglücksfällen, die auch in diesem Sommer beim Baden geschehen sind, ;eht hervor, daß in der Vorbeugung noch lange nicht genug geschieht. Daß man nicht in erhitztem Zustand ins Wasser gehen soll und daß man nicht lange im tiefen Wasser bleiben oll, ohne besondere Dorsichtsmaßregeln ange­wandt zu haben und im Training zu sein, ist ja oft genug gesagt worben. Was bekämpft werden muß, ist wohl in erster Linie die Sucht, mög­lichst tief hinein ins Wasser zu waten. Man be­denkt nicht, daß tiefes Wasser den Körper hebt. Wenn dann plötzlich den Füßen der Boden ent­gleitet, treten mit der plötzlichen Angst unzweck­mäßige Bewegungen ein. Es muh den Kindern eingeprägt werden, daß man nicht etwa feig ist, wenn man im Wasser bleibt, das bis zur Brust reicht, so lange man noch nicht wirklich sicher chwimmen kann. Daß alle Kinder schwimmen ler­nen, wird ja gegenwärtig angestrebt. Wer je­mals eine Ohrenkrankheit durchgemacht hat, muh vor dem Schwimmen die Gehörgänge durch ein Wachskügelchen oder durch fetthaltige Watte wasserdicht verschließen. Dicht selten ist nach über- tanbeneni Ohrleiden eine Oeffnung im Trommel- ell zurückgeblieben. Dringt durch diese Oeffnung beim Baden oder Tauchen nur ein Tröpfchen Wasser ins innere Ohr und den darin verborge­nen Gleichgewichtsapparat ein. so tritt Schwindel und Ohnmacht ein, zum mindesten aber Unsicher­heit. Durch die Reizung des Gleichgewichtsappa­rates kann auch Brechreiz auftreten, und Er­brechen unter Wasser bedeutet den Tod.

inbuftrie. Rach sorgfältigen Erkundigungen ist die Lage bei Henschel unb Sohn, der größ­ten Lokomotivfabrck des Kontinents, folgende: Die unbefriedigende Lage im Lokomotivbau. bic dadurch, daß die Deutsche Reichsbahngesclllchatt den für Herbst 1928 erwarteten größeren Auftrag nicht erteilen will, einen bedrvylichen Eharakter angenommen hat. scheint auf das Kasseler Wirt­schaftsleben einen verhängnisvollen Einfluß aus­üben zu wollen. Die Firma Henkchel und Sohn, die in den vergangenen Monaten mit auslän­dischen Aufträgen relativ gut beschäftigt war unb ihren Arbeiter bestand wieder auf 5000 er­höhen konnte, wirb, wie man von maßgebender Seite hört, umfangreiche Arbeiterentlas­sungen unb Stillegungen durchführen Zn welchem Umfange und m welcher Weife die Ent­lassungen erfolgen sollen, steht bis jetzt noch nicht fest, jedoch sind die in den Blättern genannten Zahlen von 3000 bis 4000, also 80 bis 90 Prozent der gesamten Belegschaft, stark übertrieben.

Wie mitgeteilt wird von der Leitung der Segeltuchweberei Salzmann & C y. Kassel, ist bas Geschäft in ber deutschen Schwer- getoebe- und Segeltuch-Industrie zur Zeit lehr still, so daß größere Betriebseinschrän­kungen rorgenommen werden. So sollen von dem Kasseler Wert, das gegenwärtig 1350 Ar- beiter beschäftigt, in nächster Zeit pro Woche 50 Mann entlassen werden, außerdem ist beab­sichtigt. bei fortdauernder Krise die 32stündige Ar­beitswoche einzuführen. Rach Mitteilungen der Firma ist die Absatzstockung in der Schwergewebe­im d Segeltuch-Industrie sehr ernst.

Ariilteristeniag in Langsdorf.

* L a n g s dors, 24. Juli. Begünstigt vom schönsten Wetter fand hier die Zusammen­kunft ehemaliger Hessischer Feld- Artilleristen statt. Da die Ortsgruppe Langsdorf eine der stärksten in Hessen ist, hat man dies Dorf als Ort des Wiedersehens ge­wählt. Die Langsdorfer Artilleristen hatten ihr Möglichstes getan, um dem Fest einen schönen Verlauf zu sichern, was ihnen auch aufs beste gelungen ist. Dorf und Festplah waren reich geschmückt, und man kann sagen, die ganze Ge­meinde unterstützte die Deranstaltung. Am Sams­tagabend trafen die ersten Kameraden ein, mit ihnen auch die Standarte des Artitterie-Der- eins Darmstadt. Am Sonntagmorgen unb -nach­mittag erschienen bann von nah und fern die übrigen Artilleristen. Die eigentliche Feier wurde eingeleitet durch gemeinsamen Kirch­gang. Den Festgottesdienst hielt Pfarrer G ö k - k e l, Hungen, der durch seine, allen zu Herzen gehende Predigt die ganze Veranstaltung auf eine höhere Warte hob. Er führte u. a. aus, das Fest habe bei den heutigen, nur allzu vielen V.efteH keine Berechtigung, wenn es nicht einen höheren Zweck verfolge. Dieser müsse darin be­stehen, daß die Teilnehmer sich über die Pflicht klar würden, die sie im Gedanken an die Ge­fallenen hätten, die ihr Höchstes, ihr Geben für das Vaterland dahingegeben, und auch im Ge­danken an sich selbst unb ihre Kameraden, die über 4 Jahre, unter den unsagbarsten Strapazen die Feinde von der Landesgrenze ferngehalten. Dieser bestehe vor allem in der Pflege des Fa­milienlebens, der Grundlage jeden Staates, und in der Erziehung der Jugend zur treuen Pflicht­erfüllung. Don ber Kirche aus bewegte sich dann unter den Klängen eines Trauermarsches (Motiv: Ich halt' einen Kameraden) de« Musik- Vereins Rieder-Weisel, den fein vorzüglicher Dirigent, Kamerad Liebau, leitete, ein statt­licher Zug, dem sich die gan^c Gemeinde Langs­dorf angeschlossen hatte, nach dem Ehrenftied- hof. Rachdem die Kapelle:Wir treten zum Beten" gespielt, legte Kamerad Oppenhei­mer, im Auftrage der Ortsgruppe Langsdorf, an den Ehrendenkmälern ber Toten von 1914 18 und 1870/71, unter kernigen Worten, je einen Äran^ als Zeichen des Gedenkens und der Dank­barkeit nieder. Alsdann hielt Pfarrer Göckel eine kurze Ansprache, die in dem Worte The­odor Körners gipfelte:Vergiß, mein Volk, die teuren Toten nicht!" Die ganze Feier war so weihevoll, baß manchem alten Soldaten Trä­nen in die Augen traten. Rach der Feier

toegung, am Spiel unb am Saufen wieder er­wachen, und auch die Mode hat sich wfort mit diesem Gedanken befreundet. Eine Schöpfung löst die andere ab, unb alle eint ber Gedanke der Anpassung an die Temperatur und die damit verbundene Freude der Leichtigkeit. So entstand die moderne Babekleidung, die man r-chtiger noch die Strand kl ei düng nennen könnte. Licht und Lust haben sich in den Farben jcheinbar einge­fangen, je nach Stimmung wählt man das zarte Rofa. das weiche Madonnenblau Das Ideal der Zeit finben wir aber anbererfeit« in den Abendkleidern verkörpert, auch sie haben das charakteristische Gepräge, in der warmen Jah­reszeit ästhetisch zu wirken.

Man braucht nur das Sommerabendkleid an- zusehen, das aus lichten Stoffen gearbeitet, mit kleinem Ausschnitt und einer winzigen Aermel- nnbeutung sich präsentiert unb baher niemals

Rheinische A.-G. für Braunkoh­lenbergbau unb Brikettfabrikation. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Tagesordnung. Die Dividende von 10 Proz. auf Stammaktien und von 6 Proz. auf Vor­zugsaktien ist sofort zahlbar.

CRinbermorff in Gießen.

Beim gestrigen Rindoiehmarkt waren 10 Bullen, 798 Stück Großvieh und 322 Kälber aufgetrieben. Der Handel mar ziemlich flott, es wurden nach­stehende Preise erzielt: Bullen 530 bis 620 Mark, Kühe I 450 bis 550 Mark, Kühe 11 350 bis 400 Mark, Kühe 111 180 bis 300 Mark, Rinder, ein bis zwei­jährig, 150 bis250 Mark, Kälber 60 bis 70 Pf. das Pfund (Lebendgewicht).

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 25. Juli. Tendenz: ge­schäftslos. Bei der heutigen Börse war die Stimmung wieder recht lustlos und zurück­haltend, da sich der andauernde Ordermangel nach wie vor stark bemerkbar macht. Dazu kam die im Zusammenhang mit der allgemeinen Geld­knappheit vorgenommene Zinserhöhung der Seehandlung. Der unregelmäßige Ver­laus der gestrigen Reut)ortec Börse bot keine Anregung, und die Tatsache, daß eine weitere große Freigabezahlung eingegangen ist, wurde -war beachtet, gab bei der herrschenden. Unlust jedoch keine Anregung. Im Hinblick auf den bevorstehenden Ulllmo schritt die Spekulation, die im wesentlichen wieder das geringe Geschäft bestritt, verschiedentlich zu kleineren Abgaben, die auf den meisten Marktgebieten zu 1- bis 2- prozentigen Kursrückgängen führten. Adlerwerke lagen auf Realisationen der Mitläuferschaft 2,5 Prozent niedriger. Am Elektromarkt waren Siemens mit minus 3 Prozent angeboten. Chade- Aktien verloren 2 Prozent, während AEG. unb Licht & Kraft knapp behauptet blieben. Am Chemie markt gaben J.-G.Farben 2,5 Proz. nach, Scheideanstalt waren kaum verändert. Am Montan markt lagen Rhein. Braunkohlen mit 2,5, und Rheinstahl nut 1 Prozent schwächer. Von den Banken gaben Commerzbank 2 Prozent. Danatbank, Deuttche Dank und Dresdner Bank je 1 Prozent nach. Deutsche Linoleum, die heute erstmalig zum Termin gehandelt wur­den, büßten von ihrem an ber gestrigen Abend­börse erzielten Kursgewinn 1,5 Prozent ein. 3n Börsenkrersen will man bereits von einem günftigen Bezugsrecht bei einer kommenden Ka­pitalerhöhung wissen. Deutsche Anleihen lagen ettoaä schwächer. Von Auslandrenten Türken eher angeboten. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei fast völliger Geschäftsstille meist etwas

f ab. Deutsche Linoleum gaben erneut 5 Prozent nach. Am Geldmarkt war Tagesgell» zu 6,75 Prozent etwas leichter. Am Devisen­markt waren die Kurse wenig verändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1896. gegen Pfund 20,360, London gegen Kabel 4.8590. Paris 124.44, Mailand 92.86. Madrid 29.52. Holland 12.0775.

Berliner Börse.

$ r V n> 25" Huli. In Anpassung an die Lage am Geldmarkt hatte bte Preußische Staats­bank durch Rundschreiben an di? Banken eine Erhöhung ihrer Zinssätze um etwa 0.5 Prozent bekanntgemacht. Dies sei bezeichnend für Nc Situation, und man wurde schon vormittags hierauf eher schwächer, zumal von dem unregel- mäßigen Verlauf der gestrigen Rcunoucr Borte feine Anregung ausgehen konnte Sonst lagen Rachrichten kaum vor. 'Die Börse selbst eröffnete i ann bei fast völliger Geschäfts stille 1 bis 2 Prozent und vereinzelt bis zu 4 Prozent unter ivcn gestrigen Schlußkursen. Immer noch war i?ic Versorgung mit Reportgeld noch recht schwierig. C^s sollen Sätze bi3 9 Prozent und darüber bewilligt worden fein, fo daß zu den ersten Kursen Glattstellungen erfolgten. An­derseits fehlen die Käufer so gut wie ganz. Alan kann immer die Beobachtung machen, daß sich das Publikum einige Tage vor der Schie­bung besonders zurückhält. Etwas überraschend kam der erneute sehr starke Rückgang der P o t D- phonaktien um 17 Prozent nachdem sie noch im Vormittagsverkehr auf gestriger Schluß­basis tariert worden war. Relativ fest lagen Fahlberg Li st «plus 2.5 Prozent) auf die günstigen Pressenachrichten über guten Geschäfts­gang. Ilse Bergbau und Deutsche Lino­leum. Bei letzteren regte das zu erwartende Bczugsrecht an. Deutsche Anleihen schwä­cher. Ausländer überwiegend nach^ebend, be­sonders Bosnier und M e r i f a n e r gedruckt. Psandbriesmarkt geschäftslos. Der Geld­markt war im Q'runbe unverändert. Bereits zum Ultimo vordisponierie Gelder sind al« Tagesgeld angeboten, so daß der Tagesgeldsatz mit 5,75 bis 7,75 Prozent eine weitere Erleichte­rung erfuhr, sonst unverändert Auch der Ver­lauf blieb lustlos, das Geschäft war weiter gleich Rull. Die Kurse bewegten sich durchschnittlich 1 bis 2 Prozent unter Anfang. Polyphon tour' den mit 515 genannt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. TR.. 25. Juli. Am heutigen Haupttnarkt war die Lage wenig verändert. Es herrschte weiter große Geschäftsstille und Zurück­haltung. doch konnten sich die Preise im allge­meinen gut behaupten und für Weizenmehl trat sogar eine kleine Erhöhung von 0,25 Mk ein. Im übrigen sind die Preise unverändert. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 25 bis 25,25, Roggen 25.50, Hafer, inländ. 27 bis 27,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 25. Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 34,50 bis 35.25. Rogge.imehl 35.75, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggerklcie 15,75 Mk. Tendenz ruhig.

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80 Jahre alt) wurden in Wagen vorausgefahren. Alsdann folgte ein mit sechs Pferden bespanntes hölzernes Geschütz. Die Bemannung in Friedens­uniform Unter den Klängen der Kapelle be­wegte sich nun der stattliche Festzug durch das Dorf Auf dem Festplatz sprach Frl. Elli Bender den Vorspruch. Alsdann folgte die Begrüßung durch den Orts gruppen-Vorsitzen den Bender und den Bürgermeister Kneipp. Kamerad Dender wies, nach Begrüßung ein­zelner Persönlichkeiten, u. a. darauf hin. daß Pflege der Kameradschaftlichkeit das erste Ziel des Festes sei. Er erinnerte an die Toten und forderte vor allem die Jugend auf, sie nicht zu vergessen. 3m gleichen Sinn sprach auch der Bettreter des Dorfes. Bürgermeister Kneipp. Darnach ergriff der Bundesvorsihende, Se. Erz. Generalleutnant von Kleinschmit das Wort. Er legte dar, was die alte stolze Armee für einen jeden war, welche Tugenden fie pflegte und wie sie jedem Manne eine gute Schule war. Den Anwesenden und vor allem immer wieder der Jugend rief er zu, die Vergangenhett nicht zu vergessen. Er ließ sich auch über den Zweck solcher Veranstaltungen wie dieses Attilleristen- tages aus und betonte, entgegen anderen Be­hauptungen, daß sie vor allem der Pflege der Kameradschaft dienen sollten. Er bemerkte auch, daß in den Reihen des Hessischen ArtÄlerie- Vereins jedermann, ohne Ansehen der Person, der Religion oder der Partei toi (Kommen sei, der treu und fleißig und von Pflicht er füllung beseelt, der aber auch national gesinnt sei. Mit einem dreifachen Hurra auf das Vaterland und unter den Klängen der Rationalhymne schloß der offizielle Teil.

Erwähnt sei noch, daß Kamerad (Hemm, Winnerod, die Kameraden aufforderte, dem all­seits so hochverehrten und so sehr beliebten Bun­desvorsitzenden. dem treuen Kameraden. Exzellenz Kleinschmit die Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstage in einem dreifachen Hurra zum Ausdrucke zu bringen, dem alle Anwesenden mit größter Begeisterung nachkamen. Der Rest des Tages galt dem gemütlichen Beisammensein. Die ganze Feier nahm einen äußerst würdigen Ver­lauf, und alle Teilnehmer (es waren wohl an zweitausend) werden in dankbarer Erinnerung be­halten. was die Langsdorfer Kameraden zustande gebracht, und auch die hervorragenden Leistungen des Musikvereins Rieder-Weisel und seines Diri­genten nicht vergessen.

Denen, die vielleicht Verdacht schöpfen, daß in Langsdorf noch ein Geschütz gesteckt hätte, sei versichert, daß es ganz aus Holz verfertigt war und die Arbeit des Wagnermeisters Karl Wirth und des Zimmermanns Hch. Schmidt, zweier ehemaligen Feldartilleristen, ist. Es ist also eine recht harmlose Rachbildung eines, zudem ver­alteten, Kruppschen Geschützes.

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