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sich zahlreiche Einzellibvratorirn für bie wissen­schaftlichen Mügüebrr des Institutes an. Ein Stab non 25 geschulten wissenschaftlichen Assi­stenten wird Professor Baur bei seinen Unter­suchungen unterstützen. aber vor allem werden die Arbeiten des Versuchsgutes Wichtig sein, das wegen der Vereinfachung des Betriebes ohne Viehbestand arbeitet Da sehen wir im östlichen Seitenflügel eine große Halle. in der Parzellen-Dreschmaschinea und äynliche land­wirtschaftliche Apparate au gestellt sind Sir sind dazu bestimmt den Ertrrg zu prüfen den viele neugezüchtete Pf tanzens orten jährlich liefern. Schon jetzt h t man Versuche angrstellt, um zu erforschen welche Äartoffelirten am besten miteinander grlreuzt werden können.

Der Anbau ist nicht mehr Glückssache, son­dern wird wissenschaftlich untersucht, theoretisch durchdacht und dann nach genau errechneten Regeln vorgenommen. Auch Versuche darüber, wie besondere Sorten und Gattungen des Getrei­des gekreuzt uno ausgcnuht werden können, sind in Angriff genommen Sehr wichtig ist es auch, den Lupinenarien besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Sorten, die in dem Institut neu ge­züchtet werden, sollen nicht etwa dem Handel übergeben und mit Ruhen verkauft werden: man beabsichtigt vielmehr, sie durch Vermitt­lung des schon erwähnten Kuratoriums der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen.

Vicht nur die Vertreter der Vererbungswiffen- schaft blicken hoffnungsvoll auf daS neue In­stitut für Züchtungsforschung. daS mit den mo­dernsten Hilfsmitteln ausgestattet ist und zwei­fellos Vorbtldliches leisten wird; auch unsere Landwirte glauben, das) in diesem Institut, das Theorie und Praxis in so großzügiger Weise vereint. Früchte heranreifen werben, die der Landwirtschaft unb damit unserem gesamten Volke von Nutzen sein werden.

Oberheffen.

Landkreis Gietzen.

V Mainzlar, 23. Sept. Zur Wahl für die Kirchengemeindevertretung unserer Gemeinde ist nur ein Wahloocschlag eingereicht worden. Infolgedessen braucht die Wahlhand­lung nicht flattzufindrn. Die Vorgeschlagcnen eS find sämtliche seitherigen Vertreter gelten als wiedcrgewählt. Ein Unfall ereignete sich dieser Tage wieder in der Hauptstraße. Hier wurde der sechsjährige Sohn eines hie­sigen Arbeiters von einem Motorradfah­rer überfahren. Während der F ihrer und dessen Begleiter mit dem Schrecken davonsarnen, erlitt der Iunge außer Hautabschürfungen.einen Schlüsselbeinbruch.

8 Daubringen, 23. Sept. Bei seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit begeht am kommenden Dienstag der älteste Einwoh­ner unseres Dorfes. Philipp Walther, feinen 92. Geburtstag. Dis in sein biblisches Alter hinein ist es ihm vergönnt gewesen, von schweren Krankheiten verschont geblieben zu sein. Der alte Herr geht täglich noch seiner gewohnten Hantierung nach. DiS im vergangenen Iahre hat er selbst 5ie ihm zustehenden monatlichen Pen­sionsgelder er war Eisenbahnbediensteter an der Stationskasse in Lollar abgeholt und konnte ohne Schwierigkeiten den Hin- und Rück­weg au Fuß zurücklegen. Gestern fand die V e r st e i g e r u n g des diesjährigen Spät- o b st e s der Gemeinde statt. Das geringe An­gebot, was besonders Äepfel anlangt, und die sehr starke Rachsrage hatten wie immer recht hohe» Preise im Gefolge. Hauptsächlich wurden Hacperts- und Landsberger Reinetten gesucht. Bfcnen waren in größeren Mengen vorhanden, dennoch erzielten Pastorenbirnen, Reue Poitevou an^hnliche Preise. Rachsrage bestand auch für

Zwetkchen. die seither hier ff on für 15 bis 20 Pf. pro Pfund zu Haden waren. Ie nach Gröhe und Behang der Bäume wurden für Aepsel bis zu 20 Mk.. Dirnen bis 25 Mark und Zwetschen bis zu 1,50 Mark geboten und bezahlt.

rru Hungen, 23 Sept. Die Bautätigkeit ist hier in diesem Iahre sehr gering ge­wesen. Außer einigen Umbauten, wie den Ein­bau verschiedener ßäben. lag seither jegliche Bau­tätigkeit darnieder. Rur der Reubau der Spor- und Leihkasse ist vor einiger Zeit in Angriff genommen worden und ist nun bis zur Höhe des zweiten StockeS im Rohbau emporgewachs.m. Das Gebäude kommt an das Ende der Ludwigstraße zu stehen, und wird, nach seinen Ausmaßen zu urteilen, ein stattliches Gebäude werden, das nach seiner Vollendung eine Zierde unserer Stadt sein dürfte. Um die lästige S t o ubpla ge in der Hauptdurchgangs st raße $u besei­tigen. halte man eine Teerung vor eimger Zeit vorgenommen; doch hat sich diese Maßnahme als vollkommen unzureichend erwiesen, so daß wieder bittere Klagen laut werden, was man den An- tot/ßnern bei dem stetig zunehmenden Auto­verkehr keinesfalls Übelnehmen kann. Es wäre dringend zu wünschen, daß endlich die Stadtver­waltung die bereits begonnene Kanalisierung völlig durchführen würde, damit die Haupt­straße mit Kleinpslaster versehen werden könnte

gen) hielt einen infircHanfen Vortrag überSie Siedlung im Wandel der Zeiten." An Hand von Zeichnungen. Lichtbildern und ausgestellten heimatkundlichen Lehrer- und Schülerarbeiten konnte der Redner sehr anschaulich die Ent­wicklung des Einzelhauses, des Dorfes und der Feldmark derstellen. Interessant waren beson­ders die Mitteilungen über die durch die Säku­larisation verursachten Eigentumsverschicbungen und den Uebergang zum Eigenbesiy um die Mitte des vorigen Iahrhunberts. Auch die Der- kehrsentwicklung sand eingehende Darstellung. Durch Vortrag und Aussprache kamen auch Fragen der allaemeinen Heimatkunde zur Er­örterung. Gefordert wurde, daß der Geschichts­unterricht bodenständiger werden mülle, indem er die Heimat als Ausgangspunkt brr Betrach­tungen nehme. Hervorgehoben wurde die Be­deutung der Presse im Dienste der Heimat- Pflege, wobei die Heimatbeilagen man­cher Blätter besondere Würdigung und An­erkennung fanden.

Z Dad-Rauheim 22. Sept In der Sitzung der Stadtverordneten wurde der Dad-Rauheirner Turne rschast zu dem am 19. August ftattg'funbencn Dauver- bandsfchwimmen nachträglich ein Zuschuß da­durch gewährt, daß die an die Stabt zu entrich­tende Miete für die Benutzung des Schwimmbades in Höhe von 107,2-5 Mk. erlas'en wurde In der

Geld vom Himmel

Dieser Gegenwartsroman von Paul (Znderling nimmt morgen im Gießener Anzeiger seinen Anfang. Ieder Neubefleller für Oktober erhält die Nummern mit den Fortsetzungen bis Önbc des Monats nebst den regelmäßigen BeilagenGießener Familienbläiter",Heimat im Bild" undOie Scholle" eostevlosr

Man bestelle noch heute den Gießener Anzeiger für Oktober in Gießen bei der Geschästssielle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Veririebsstellen oder bei der Post.

und dadurch der Staubplage, die nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsschädlich ist, ein Ende bereitet würde.

Kreis Friedberg

C Friedberg. 23. Sept. Desonders rührig ist in unserem Kreise die Tätig eit der heimat- kundlichenArbeitsgemetn schäften. So sand dieser Tage in Heldenbergen wieder eine im Dienste der Heimatsorschung stehende Zusammenkunft von Lehrern des Kreises statt, wozu sich in größerer Zahl auch preußische Lehrer aus dem Kreise Hanau eingesunben hatten. Lehrer Messerschmidt (Heldenber-

Grnst-Ludwig-Schule ist die Erneuerung der Heizkcs'el notwendig geworden Ein Kredit von 3600 Mk. wurde dafür zur Verfügung ge- s eilt. In verschiedenen städtischen Häusern sollen für 8 Mieter insgesamt 8 weitere Dachkammern cingerichtc.t werden. Dafür wurden 4000 Mk. bewilligt 3600 Mk wurden für Instairdsehung der Dächer zweier städtischer Häuser bereitge- stellt. Zwischen der Karlstraße und der Straße am Bethaus ist mit dem Reubau der Sy­nagoge begonnen worden Der seitherige Zu­gang von der Karlstraße nach der Straße amt Bethaus wird verbaut. Es sind zwri neue Fuß­wege notwendig, für die ein Kredit von 5500 Mk.

Verhängnisse.

Roman von LieSbet Dill.

Copyright by Martin Feuchtwanger, Holle (Saale).

(Schluß.)

Odette schaute auf das ziehende Wasser, auf dem ein weißes Kami langsam angefahren kam, wie ein Schwan. Der Ruderer hatte die Paddel einge- zogen, und ließ sich im Avendlicht stromabwärts treiben.

An was für Dinge?"

An dich", sagte sie.

An mich? Ach, weshalb gerade an mich?"

.Ich weiß es nicht. Ich hatte heute nacht einen sonderbaren Traum. Deine Mutter stand in einem Garten und schaute sich ein Haus an und nickte mir zu und sagte:Wäre dieser Tag nur schon vorbei."

Charles schwieg. Er hatte seine Hande auf den Stock gestützt und schaute in die Ferne, wo das Licht hinter den blauen Bergen verdämmerte.

Findest du das nicht inertwürdig, Charles?" Daß du von meiner Mutter träumtest?" Ja, es ist das erstemal, das war mir unheimlich. Ich erwachte davon und sah nach der Uhr. Und es war gerade ein Uhr. Den ganzen Tag hotte ich diese Worte: .Wäre nur dieser Tag schon vorbei/ Und als ich in der Oper faß, mußte ich wieder an dielen merkwürdigen Traum denken. Ich konnte nicht mehr folgen. Ich sah dich ... und denke dir, du und Nene, ihr saßt in einem Zimmer und spracht miteinander."

Was sprachen wir denn?"

Das weiß ich nicht, ihr sähet ernst aus, befbc, und mich packte die Angst."

Weshalb Angst?"

Weiß man das? Ich hatte immer das Gefühl, daß irgendwo irgendetwas geschieht, wie deine Mutter Angst hatte, wenn du auf die Jagd gingst, meißt du noch?"

lHarles zuckte zusammen.Es gibt solche Visio­nen, Odette, und manchmal sind sie nicht ohne Sinn. Meine Mutter ängstigte sich um mein Leben. Und, wenn auch nicht gerade mein Leben in Gefahr stand, so stand vielleicht etwas anderes auf dem Spiel, das ebenso ernst war."

Odette schwieg. Um ihren Mund zuckte es leise. Ja", sagte sie,so etwas muß es heule gewesen jein mit mir. Und mitten in der Szene, als Car­men und ihr Geliebter sich auseinanderletzten, hatte ich das Gesühl, al» ob mich jemand riefe, und ich stand auf und verließ da» Theater und suchte dich. Im Hotel erfuhr ich, daß du noch gar nicht heim gekommen seiest. Da lief ich durch die Anlagen und suchte dich, bis ich dich fand. Nun bin ich ruhiger, man kann sich so etwa» einbilden, weißt du. Aber ganz beruhigt bin ich immer noch nicht, Charles Ich meine immer, es ist dir etwas gesehen, heute abend."

Mir?"

Ja, du siehst so aus."

Er reckte sich zusammen und schob mii dem Stock den aelben Kies zu seinen Fußen fort.Was soll mir Denn geschehen, hier in diesem reizenden Bad? Oder gefällt es dir nicht mehr hier?"

Doch, sehr. Unsere Reise war eine Notwendig­keit. Wir mußten beide einmal heraus, aus allem. Aber wenn wir heimkommen, bann wird alles gut Jein."

Was wird gut sein?" fuhr er aus feinen Ge­danken auf.

Sie legte ihre Hand auf die feine. Ihre Hand war weich und kühl. Die feine brannte. Sie fühlte, daß er zusammenzuckte, aber sie achtete nicht daraus.

Vieles, was vorher war", sagte sie einfach. t,(Es kommt mir vor, als ob diese letzten Tage der Höhe­punkt gewesen wären, der Gipfel, von dem es nun wieder bergab geht."

Wie meinst du das?" fragte er, und sah sie an.

Ihr reines Profil hob sich aus dem dunklen Hintergrund ab, fein und fest, wie eine römische Gemme.

Ich meine, diese Tage waren schön und bunt, und dieser mar der Abschluß."

Der Abschluß--zu was?"

Zum Frieden", sagte sie leise vor sich hin.

Und sie schwiegen.

Laß uns Heimreisen, Charles, wenn es dir recht ist."

Er antwortete nicht.

Jetzt weiß ich", fuhr sie fort,wie es hier brau ßen ist und was ein Zuhause bedeutet. Früher habe ich immer nur gewünscht, herauszukommen, gesehnt habe ich mich danach, mich einmal in einen Zug zu setzen und weit, weit fott,zufahren. 2lber wenn er vor mir stand, der Entschluß, dann tat es mir wieder leid."

Was tat dir leib?"

Fortzugehen--von dir vor Jahren,

da sah es schlimm aus in mir. Deine Mutter ahnte wohl so etwas. Ich stand im Kampfe mit mir. Ich dachte, ich könnte so nicht weiterleben."

Jlnb nun?"

eie atmete tief auf und schaute in die Ferne, wo die blauen Berge sich mit violetten Schleiern umhüllten.Es war ein böser Kampf, nun ist er überwunden. Es ist alles wieder in Ordnung hier." Sie legte die Hand auf das schlagende Herz.Wenn wir jetzt Heimreisen, freue ich mich darauf. Auf unser Haus, den Gatten, die Stadt, die stillen Abende, wenn draußen der Regen fällt und die Läden geschlossen sind, und wenn wir lesen und füreinander leben. Wir haben bann endlich fürein«. -Inder Zeit."

.Wie sonderbar du auf einmal sprichst. Odette."

Sonderbar?" Sie lächette.Ich bin so gewor­den. Vielleicht hat B. mich so gemacht. Ich werde dort gern leben, für dich und die Kinder. Und abends bas Buch unter der Lampe, ein paar Rosen auf dem Tisch und gute Gesichter um mich, unb feine Gespenster mehr "

Sie schaute zu Boben. Ein Schatten überflog ihr Gesicht.Du weißt ja nicht, was ich unter ihnen gelitten habe."

Er richtete sich auf.Ich weiß es vielleicht boch", wollte er sagen, aber ihre Worte hatten ihn ge­troffen, und alles, was er vorgehabt ihr zu jagen, umgemorfen unb ausgelöscht.

Ist es bir recht, wenn wir morgen abreifen, Char- les?*7 fragte die weiche Stimme neben ihm.

Mir ist alles recht", sagte er, indem er sich schwer- fällig erhob. Und sie gingen schweigend, beide in ihre Gedanken versunken, durch den Park zurück. In den Hotels der hohen Allee faßen die Gäste auf den er­leuchteten Terrassen. Im Garten desHotels de Sevign^" wanderten einige Paare. Die Fenster stan­den offen, unb er sah in bem Balkonzimmer Dupons noch Licht.

Der schöne Garten mit den Rosen. Hier hat früher immer Madame be Sevigns gewohnt." Unb sie blieb am (Bartengitter stehen.

Eine Gruppe ber Gäste stanb am Eingang zusam men in lebhaftem Gespräch um einen Oberkellner, der die Achseln zuckte und über etwas Auskunft zu geben schien, was die anderen mit Entsetzen hörten. In diesem Augenblick kam ber junge Diener Dupons aus dem Hotel und lief an ihnen vorüber mit einem verstörten Gesicht, ohne Mütze.

Was ist los?" rief Eharles ihm zu, und der Diener, der ihn erkannte, rief im Laufen zurück: Ich muß zur Apotheke."

Charles erschrak. Da ist etwas geschehen. Unb er cille durch den Garten in bas Kontor, wo bie Gäste­schar bie verstörte Madame Riol umbrängte

Mein Herr, ich weiß nicht, weshalb?" rief sie ver­zweifelt unb machte sich mit belben Armen LustEs ist noch nie etwas Derartiges in meinem Haufe paf- fiert. Morgen wollte er abreisen ... unb heute abenb ... das ganze Zimmer ist mit Blut bespritzt, die 'Wände, der Teppich! Mein Gott! In meinem Hause. Ja, Monsieur, die Aerzte haben nur den Tod fest- gestellt."

Als sie Charles erblickte, rief sie ihm zu:Sie waren ja vorher noch bei Herrn Dupon?"

Unb was ist mit ihm?" keuchte Charles

Das mißen Sie nicht? Erschoßen ... Vor einer Biertclftunbe .. Der Diener war fortgegangen. (Ein Kellner hatte ben Schuß gehört. In seinem Rollstuhl saß er, bie Pistole In ber Hand ...Er hatte noch Bricft geschrieben . Die Polizei wird gleich da sein ... Mein Gott, mein Gott welches Unglück in meinem Hause."

Charles stürmte nach oben. Odette war ratlos und bestürzt vor bem Haufe stehengeblieben, ohne zu ahnen, weshalb Charles in dieses fremde Hotel ge- stürzt war. Er war doch sonst nicht neugierig.

Sie ging beunruhigt vor bem Garten auf und ab Sie sah ben jungen Diener mit einem Geistlichen ankommen, sie oerschwanben, ohne sie zu beachten, in bem Hotel. Was mag passiert sein, dachte sic. Und was tut Charles dabei? Er. kam nicht wieder

Ein amerikanisches Paar, das oorbeikam, blieb stehen Sie hörte ben Portier sagen:Nein Kein

genr^mtgf tourte In ber nicht-ff enMchen Sitzung erhielt bi: Stadtverwaltung bi« Ermäch­tigung zum Ankauf drs dazu benötigten Ge­la n bc s von der ifraeliti'chen Religions- gemeinbe.

Kreis Büdingen.

rl. Büdingen, 23. Sept Zu bem Bericht aus Büdingen vom 18. September über bic gegen­wärtige. zehnte Vor f ü hr un g s r e i se ber Kreis-Lehrlichtbilbflellc ist berichti­gend zu sagen, daß b»c .Ufa III".Vorführung s- mafchine nicht aus Mitteln des KreiSlehrerver- eins angeschafft wurde, sondern allein aus Deinen Beiträgen sämtlicher Schulkinder des Kreises unb den Erträgnissen der ersten Vorsührungsrelsen. An 16 Bezirksstellen finden Vorführungen für Schüler statt, außerdem an einigen Orten auch Abendvorstellungen für Erschiene. Die Licht­bild stelle totrb noch weiter ausgebaut werben. Reben Lehr- unb Erziehungszwecken hat sie auch noch bie Aufgabe, einer Ausbreitung bes Äino- schundeS auf bem Land« ben Weg zu ver­legen. Vorgeführt würben diesmal .Das kalte Herz", ein Märchen von Hautt unb Schneeschuh­sport im Vogelsberg.

WSN. Bübingen, 23. Sept. Ein fia st - wagenzug der Basaltstein G. m. b. H stieß in der Dbcrgafle mit einem von einem Bulldogg gezogenen Dreschzug zusammen. Dabei wurden bie beiden mehr ober weniger beschädigten Fahrzeuge nach der Seite in denKcllereinesHauses und gegen die Treppe bes Nachbarhauses gedrückt. Durch einen großen Mauerstein, ber von, bem Lastzug fiel unb diesen zum Hatten brachte, wurde wetteres Unheil vermieden. Der Schoden an ben beiden Häu­sern ist recht beträchtlich.

nb. Ribba, 22. Sept. Infolge bes Gesetzes über bie Dienstaltersgrenze ber Beamten tritt am 1. Oktober ber Leiter der hiesigen Dolts- schule. Rektor ® a 0 e r t, in ben Ruhestand. 461/, Iahre hat er im Schulamt gestanden. Fünf Iahre war er als Schulverwalter in Schotten unb 41l/j Iahre hier als Lehrer an der Volksschule tätig. Sine größere öffentliche Abfchiedsfeier. wie sie von ben zahlreichen Freunden unb ehemaligen Schülern geplant war. hatte er banfenb abge- lehnt. Deshalb fand gestern nachmittag vor Be­ginn der Herbstferien in dem Schulhause für Rektor Gatzerl eine einfache Abschiedsfeier statt, au der sich die Schüler bet Oberklasse, ber Schul-, Stabt- unb Kirchenoorstand unb das gesamte Lehrperson al ber Volksschule eingesunben hatten. Der Schülerchor eröffnete bie Feier mit bem Liebe:Aerr, beine Düte reicht so wett." Mehrere Schüler trugen Gebichte vor. worin fle ihrem Lehrer bie Liebe, ben Dank unb bie Ver­ehrung ausbrücken wollten. Lehrer Bopp wür­digte in längerer Ansprache mit tiefgefühlte» Worten bie Verdienste bes Rektors als Lehrer, Schulleiter. Dorsitzenber des DezirkSlehrerver- einS. Kreisobmann unb Mitglied des Kreisschul­amts. Ganz besonders betonte er das allzeit hier beftanbene harmonische Verhältnis zwischen Schul­leiter unb Lehrpersonen. Bürgermeister Rings- baufen hob die segensreiche Mttarbett Gatzeris un Stadtvorstande. als Armenpfleger unb Direk­tor der Dezirissparkasse für das allgemeine Wohl unter herzlichen DankeSwvrien hervor. Pfarrer Laut würdigte bie Derbienste des Rektors als früherer Organist unb als derzeitiges Mitglied des Kirchenvorstandes. Dekan 6 c rib a dankte für die tatkräftige älntcrstützung. bie Datzeri ihm bei Einrichtung ber Konferenzen für bie Reli- aionslehrer im Dekanat gewahrt hat. Rekwe Vitt von ber Gewerbeschule zollte seinem ehe­maligen Lehrer unb nunmehrigen Kollegen warme Worte ber Hochachtung unb bes Dankes. Schließ­lich sprach noch im Rainen ber früheren Schüler Bankvorstand 6 e um in trefslicher Weise über bie geistigen Schätze, bie ein großer Teil ber Bewohner Ribdas bem älnterricht unb ber ör-

einAiges Zimmer mehr. Madame nimmt niemand mehr an."

Was ist denn da drin für ein Auslauf heute?" frag^ der Amerikaner und wies mit seinem Stock nach dem Eingang.

Es hat sich vorhin ein Kurgast auf seinem Zimmer erschossen."

Ein Amerikaner?"

Nein, ein Herr aus Paris "

Da sah Odette Charles auf dem Balkon stehen. Er sah ernst aus und winkte ihr, heraufzukommen.

Was will er denn von mir, dachte sie, indem sie das fremde Hotel bettat.

Ein Zimmermädchen wies ihr den Weg. Zm ersten Stock stand eine Tür offen, sie harte Männerstimmen darin.

Als sic eintrat, sah sie auf den ersten Blick alles, und sic blieb auf der Schwelle stehen, wie gelähmt.

Auf einem Bett lag ausgestreckt ein Toter. Ein Geist­licher detrachete eine Kugel, die er in der Hand hielt, unb ein zweiter Herr, ossenbar der Arzt, wusch sich die Hände in einem Becken. Don der Bettdecke herab lief ein seiner, dünner dunkelroter Faden, ber auf bem Teppich versickerte.

Sie schauderte zusammen.

Charles führte sic herein unb stutzte sie, benn sie zitterte am ganzen Körper. Neben bem Balkon stanb ein abgeberftcr Tisch mit einer Obstschale, ber Kaffee- w 'fchine unb Zigaretten. Zerrißene Briefftücke lagen in dem Kamin, eie wischte sich über bie äugen, um ein Bild zu verscheuchen, das diesem so ähnlich war Aber es blieb. Das Bett dort mit der weißen, Men Gestalt, der Kamin unb bie verbrannten Briefe.

Komm nur, tritt naher", sagte Charles mit leiser, erstickter Stimme.Es ist alles vorbei."

Er führte sie an bas Bett unb schlug die Decke zurück.

Rens!" schrie sie auf.

Charles nickte.Bor einer halben Stunde, als wir im Bart faßen, geschah es

Sie sprach kein Wort. Sie stanb vor seinem Bett, in dem Rens ausgestreckt lag Fremb unb kalt, seine Augen waren geschlossen, sein Mund verstummt, man hatte ihm bie Hände gefallet. Er sah beruhigt und friedlich aus Aber ganz verändert.

Charles reichte ihr einen Brief _

Sie nahm ihn unb ihre Hände bebten Sie trat an:- Fenster unb las, die Tränen liefen über ihr Gesicht

Mein aller Freund!

Ich will nicht gehen, ohne bir noch einmal Lebe­wohl gesagt zu haben Ich finde es bester, baß ich gehe Biel wäre es boch nicht mehr geworben wenig­stens für mich Du hast ben Schuldschein zerrissen und meinen letzten Dillen vernichtet Leider existiert von letzterem ein Duplikat, bas beim Notar lieat und nach meinem Tode geöffnet werden wird. Laß es dabei. Nimm es von mir und laß mich gehen in dem Bewußtsein, daß eine alte Schuld zwischen uns ge­tilgt ist. Laß dir noch einmal danken, daß du mir die Hand gegeben hast unb dein Wort

Leb wohl. (Bebenft in Freundickiast meiner.

Rens."