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Nr. 72 Viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 24. Mär; 1928

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Wirtschaft.

3ur Krediilage.

Aach dem Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung ist der Rückgang der Wechselziehungen im Februar auf 4,0 Milliarden Mk. gegen 4,5 Milliarden Mk. im Januar kaum als Symptom einer allge­meinen Entspannung der Kvnjunkturlage zu be­trachten. Der Wechselumlauf Ende Februar dürfte sich nur um ein Geringes unter dem Stand von Ende Januar bewegen: er ist nach vorsichtigen Schätzungen gegenwärtig etwa um 6 Prozent gröher, als Ende Oktober 1927. Auch der scharfe Rückgang der Aotenbankkredi,te be­deutet an sich zunächst noch keine Entspannung der Wirtschaftslage. Er dürfte in der Hauptsache mit einer Verminderung des Stückgeldbedarfs Zusammenhängen, hervorgerusen durch die saison- mäßige und konjunkturelle Dämpfung des Tä­tigkeitsgrades der Wirtschaft. In den nächsten Wochen dürfte mit einer saisonmäbigen Zunahme der Kreditnachfrage im all­gemeinen und der Wechselziehungen im beson­deren zu rechnen sein. Der Wechselbestand der Großbanken hat von Oktober bis De­zember sehr stark zugenommen. Der Grad der Steigerung (26,9 Prozent gegen 13,6 Prozent 1926 und 1925) deutet darauf hin, daß die Pri­vatbanken, unterstützt durch den reichlicheren Zu­fluß von kurzfristigen Auslandsgeldern, die Fi­nanzierung des Wechselkredits jetzt in großem Umfange übernommen haben. Diese Entwicklung ist um so bemerkenswerter, als bei den Groß­banken von Oktober auf Dezember ein wenn auch nur leichter Rückgang der Kontokorrent­kredite festzustellen ist. Dies stimmt mit dem typischen Bild der Hochspannung überein. Aach den vorliegenden Bankbilanzen haben die kurz­fristigen Kredite wieder eine stärkere Be­deutung erlangt. Diese Bewegung ist nur zum Teil saisonmäßig zu erklären, und geht über die in den Borjahren beobachtete Steigerung we­sentlich hinaus. Die Kreditsicherheit ist trotz der Ausdehnung des Kreditvolumens ver­hältnismäßig hoch. Die Wechselproteste sind in den letzten Monaten erheblich langsamer gestiegen, als die Wechselziehungen, und auch die Konkurse halten sich nach wie vor in mäßigen Grenzen. Die Kreditstruktur der Wirtschaft unterscheidet sich von der entsprechen­den Konjunkturphase im Jahre 1925 ganz we­sentlich. Die in den letzten Jahren geschaffenen großen Kapitalreserven haben es ermöglicht, daß die Wirtschaftstätigkeit gegenwärtig viel mehr langfristig finanziert wurde, als 1925. Sie haben ferner dazu beigetragen, daß die Wirtschaft un­abhängiger vom Aotenbankkredit geworden ist. Die Verschiebung in der Kreditstruktur hat sich auch seit dem Eintritt der Wirtschaft in die Hochspannung fortgesetzt. Die Erhöhung der kurz­fristigeren Krediterteilung hat zwar die pri­vatwirtschaftliche Liquidität der Banken erhöht, ist aber doch volkswirtschaftlich gesehen als ausgesprochenes Spannungssymptom zu be­trachten.

Oie Reichsbahn-Gesellschaft im Februar.

Der Güterverkehr hat gegen den Vor­monat etwas zugenommen. Es wurden im Fe­bruar 3 584 009 Wagen (arbeitstägl. 143 360) gegen 3 540 513 im Januar (arbeitstägl. 136 174) gestellt. Die Zunahme der im Februar arbeits­täglich gestellten Wagen beträgt also etwa 5 Prz.

Der Personenverkehr hielt sich im all­gemeinen in den der Jahreszeit entsprechenden Grenzen. Insgesamt wurden im Februar 1249 überplanmäßige Züge gefahren (Januar 1928 1143, Februar 1927 949 Züge.)

Die Betriebseinnahme im Monat Januar betrugen: aus dem Personen- und Gütergepäckverkehr 97,31, aus dem Güterver­kehr 260,57, aus sonstigen Einnahmen 24,11 Mill. Mk., zusammen 381,99 Mill. Mk. Die Aus­gaben beliefen sich insgesamt auf 398,82 Mill. Mk. Davon entfallen für Betrieb und Llnterhal- tung 292,08 Mill. Mk.. für Erneuerung der Reichsbahnanlagen 37,65 Mill. Mk., für den Dienst der Reparationsschuldverschreibungen 55,05 Mill. Mk., für Rückstellung für die gesetzliche Ausgleichsrücklage 7,64 Mill. Mk. und für Rück­stellung für Vorzugsdividende 6,40 Mill. Mk.

Die Einnahmen entwickelten sich im Januar weiterhin zufriedenstellend. Der Rückgang gegen­über Dezember 1927 entspricht der normalen Verkehrsgestaltung. Auf der Ausgabeseite ent­

stehen vermehrte Aufwendungen infolge der Er­höhung der Gehälter und der Ruhegehälter, dazu kamen im Januar die Kosten der ein­maligen Abfindung der Beamten des besetzten Gebietes aus Anlaß der Herabsetzung des Son­derzuschlages. Gegenüber dem gleichen Monat des Jahres 1927 ist auch die Höhe der Reparations­zahlung planmäßig gestiegen. Zum Ausgleich für die Mehraufwendungen war es erforderlich, für das Sachprogramm starke Einschränkungen durch­zuführen. Bauten und Beschaffungen muhten zum Teil völlig eingestellt. ;um Teil gestreckt werden. Der Erfolg dieser Maßnahmen tritt zunächst zah­lenmäßig nicht in Erscheinung, da vielfach noch Verträge abzuwickeln sind, die nicht mehr er­neuert werden.

Der Personalbestand betrug 658 649 Köpfe, gegen 698 857 im Dezember 1927.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

Die lebhafte Aachsragc nach Spezial- werten, die in der vergangenen Woche eine allgemeine Besserung der Tenoenz herbeigeführt hatte, hat in dieser Woche stark nachgelassen. Das Geschäft schrumpfte infolgedessen stark zu­sammen, da die Spekulation im wesentlichen nach wie vor auf sich allein angewiesen war und die Börse wieder stark unter dem fast völligen Ordermangel litt. Dieses Versagen der zweiten Hand wirkte enttäuschend. Um so mehr fällt es ins Gewicht, daß die Tendenz­besserung im allgemeinen weitere Fortschritte machen konnte und die Börse, auch wenn ver­schiedene ungünstige Momente vorlagen, im Grundton freundlich und widerstandsfähig blieb. Immer mehr in den Vordergrund traten die Er­wägungen über den bevorstehenden Quartals­ultimo. zu dem man eine scharfe Anspannung des Geldmarites befürchtet, zumal bis dahin wieder Einzahlungen auf die neuen Reichsbahn- Vorzugsaktien geleistet werden müssen. Es be­friedigte jedoch, daß die Vorbereitungen zur Lieberwindung des Llltimos frühzeitig und um­fangreich getroffen wurden und am Geldmärkte eine wenn auch nur zögernd fortschreitende Er­leichterung zu verzeichnen war. Reben den Be­sorgnissen hinsichtlich des Llltimos wirkten der bis jetzt noch ungeklärte deutsch-russische Zwischenfall und die daraus resultierende Aussetzung der deutsch-russischen Wirtschaftsver­handlungen verstimmend und Zeschästshemmend. ebenso der Abbruch der deutsch-polnischen Handelsvertrags - Verhandlungen. Daneben verwies man auch auf die Lohnstreitig* feiten bei der Reichsbahngesellschaft und den letzten Wirtschaftsbericht der Discontogesellschast. Demgegenüber war jedoch die Entwicklung des deutschen Außenhandels von sehr gün­stigem Einfluß: die Ziffern der Außenhandels­bilanz, die sowohl eine Steigerung der Ausfuhr, als auch einen Rückgang des Importes anzeigen, wurden von der Börse mit Befriedigung aus­genommen. Aus der Tatsache, daß die Rohstofs- einsuhr weiter stieg und somit den höchsten Stand der Nachkriegszeit erreichte, glaubt man den Schluß ziehen zu können, daß infolge dieses Rohstoffbedarfes die Konjunktur im allgemeinen noch nicht in stärkerem Maße nachgelassen hat. Optimistischer gestimmt war man ferner im Zu­sammenhang mit dem Wiederingangkommen der Tätigkeit der Beratungsstelle für Aus* landanleihe n. Das stärkste Interesse der Börse wurde jedoch von der großen J.*G.* Farbentransaktion beansprucht. Die Börse wurde schließlich von einem starken Drucke befreit, als mitgeteilt wurde, daß die von den 250 Millionen Teilschuldverschreibungen der 3.- G.-Farbenindustrie bis jetzt angebotenen 200 Mil­lionen glatt untergebracht worden find. Im Gegensatz zu der allgemeinen Geschäftsstille ver­zeichnete der Markt der Farbenwerte große Llmsähe. Die Befürchtungen, daß ein großes Angebot in J.-G.-Farbenbezugsrechten stark auf den Markt drücken könnte, waren grund­los, denn die Aachsrage war sehr groß, zumal auch von interessierter Seite intervenierend ein- gegriffen wurde. Bei Millionenumsätzen stellte sich die erste amtliche Aotiz der Farben­bezugsrechte auf 10 Prozent, die zweite auf lOVe Prozent, und die dritte und letzte Aotiz auf 10,25 Prozent. Farbenbonds waren stark verlangt und vorübergehend bis auf 140 Prozent erhöht. Die Farbenaktie selbst lag unter Berücksichtigung des Bezugsrechtsabganges vier Prozent höyer. Im übrigen waren gegenüber den Kursen der vergangenen Woche meist weitere Besserungen von 2 bis 5 Prozent zu verzeichnen. Harpener Bergbau lagen 13 Prozent erholt.

Deutsche Anleihen waren etwas gebessert, auch ausländische Renten zumeist fester, besonders Anatolier. 2m Freiverkehr waren Russen etwas gefragt. Am Devisenmarkt hielt das Devisenangebot zunächst an, die Mark lag sehr fest. Auch das Pfund zog international stärker an. Späterhin konnten sich Devisen etwas erholen.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Die weiter steigenden Auslandnotierungen und die günstig lautenden amerikanischen Berichte beeinflußten in dieser Woche den Frankfurter Produktenmarkt weiterhin günstig. Die Tendenz blieb daher weiter sehr fest, und die Händler traten vollkommen aus ihrer sonstigen Zurückhaltung heraus. Das knappe Angebot ver­schiedener Getreidesorten und größere Käufe des Auslandes regten ebenfalls den Markt an. Da aber der Bedarf in den meisten Fällen nicht ganz gedeckt werden konnte, trat im Verlause der Woche eine Hemmung des Geschäftes ein, und die Umsätze bewegten sich, mit Ausnahme einiger besonders bevorzugter Getreidearten, in ziemlich bescheidenem Rahmen. Verstimmend wirkte anderseits das immer noch leblose M e h l g e s ch ä f t. und es trat daraufhin im Verlaufe wieder eine größere ilnluft zutage. Weizen tarn in größeren Posten an den Markt, so daß hier eine Vernachlässigung ein­trat. Rur Futterweizen wurde in größeren Posten aus dem Markte genommen. Roggen war dagegen knapp angeboten und lebhafter begehrt. Auch machte sich Interesse von feiten der Müh­len aber nur in den dringendsten Fällen des Auslandes und des Exportes bemerkbar. In Gerste konnte sich nur ganz geringes Ge­schäft entwickeln, da die spärlich an den Markt kommende Ware sofort von den Brauereien aufgekauft wurde. Auch in Hafer blieb das Geschäft sehr klein, da kaum noch Ware vor­handen ist, und dem ziemlich großen Bedarf nicht Rechnung getragen werden konnte. Das Mais geschäft gestaltete sich ziemlich lebhaft, da ebenfalls wenig Ware vorhanden war und hauptsächlich größere Posten von feite i der | Landwirtschaft für Futterzwecke aus dem Markte genommen wurden. Auch bekundete die In­dustrie, besonders für gute Qualitäten, größere Aachfrage. Die hohen Preise der Provinz wurden glatt bewilligt, da sich immer stärker werdende Materialknappheit bemerkbar machte. 3m Laufe der Woche erfuhr der M e h l m a r l t eine kleine Belebung, doch blieben die Umsätze begrenzt. Am Futtermittelmarkt war nur Weizen­kleie, bei kleinstem Angebot lebhafter gesucht. Die Stimmung am Kartoffelmarkt war bei unveränderten Preisen etwas freundlicher. Zum Wochenschluß wurde die Tendenz ruhiger. Roggen blieb fest und war weiter begehrt. Angebote in Braugerste waren nicht mehr vorhanden, so daß älmfätze nicht getätigt werden konnten. Mais für spätere Lieferung gab im Preise etwas nach. Roggenmehl wurde im Ein­klang mit dem lebhafteren Geschäft in Roggen reger verlangt.

Verglichen mit den Aotierungen der ver­gangenen Woche blieben Weizen, Gerste und Roggenkleie gut behauptet. Mais, beide Sorten, zogen je 1,25 Mark, Hafer und Roggenmehl 0,75 Mark, Roggen 1 Mark und Weizenkleie 0,15 Mark an. Die Woche schloß zu folgenden Aotie­rungen: Weizen 1 26,75, Roggen 27,25 bis 27,50, Sommergerste 30 bis 31,50, int. Hafer 27 bis 27,50, Mais für Futterzwecke 24,50 bis 25, Mais für andere Zwecke 25,50 bis 26, Weizen­mehl 38 bis 38,50, Roggenmehl 37,50 bis 38,50, Weizenkleie 14,60 bis 14,75, Roggenkleie 15,50 bis 16, Kartoffeln, 3ndustrie, hiesiger Gegend, 3,40 bis 3,60 Mark je 50 Kilo.

* Frankfurter Bank. Wie von uns an­gekündigt, hat der Ausfichtsrat in feiner gestrigen Sitzung beschlossen, der auf Anfang Mai ein* zuberufenden G.-V. die Verteilung einer er­mäßigten Dividende von 7 (i. V. 8) Prozent auf das dieses Mal voll dividendenberechtigte Kapi­tal von 6 Mill. Mk. vorzuschlagen. Obwohl sich die Erträgnisse an Zinsen und Provisionen er­höht haben, ist der Reingewinn auf 392 455 (415 307) Mk. zurückgegangen, was auf den Kurs­rückgang der mündelsicheren Papiere und über­mäßige Steuerlasten zurückgeführt wird. Auch seien trotz starken Abbaues die Personalkosten, besonders in dem neu aufgenommenen Effekten- girogeschäst, sehr hoch. Darauf beruhe es, daß auch andere Girobanken ihre Dividenden er­mäßigen.

Sic Preußische Landespfand* briesanstalt legt in der Zeit vom 26. März bis 14. April 3 Millionen Mark 8prozentige Goldmark-Kommunalobligationen zum Vorzugs­kurse von 95,5 Prozent. 3 Millionen Mark 8prozentige Goldmark-Psandbriese zum Vorzugs­kurse von 97,75 Prozent und 2 Millionen Mark 7prozentige Goldmark-Psandbriese zum Vorzugs­kurse von 92,75 Prozent zur öffentlichen Zeich­nung auf. Die 8prozentigen Goldmark-Pfand* 6riefe werden an der Berliner Börse bereits mit 98,25 Prozent, die 7prozcntigen Goldmark-Pfand* briefe mit 93,5 Prozent notiert, während die Aotierung der Ko:nmunalobligationen demnächst erfolgen soll. Die Werte sind in Stücken von 100, 200, 500. 1000 und 5000 Mark erhältlich, sind mit halbjährlichen Zinsscheinen versehen und bieten, da eine Gesamtkündigung vor dem 3ahre 1933 nicht zulässig ist, eine Dauerverzin­sung. Zeichnungsschluß ist am 14. April, salls nicht Lieberzeichnung den Listenschluh zu einem früheren Termin notwendig werden läßt. Man beachte die heutige Anzeige.

* D i e Jlse-Bergbau- A.-G. verteilt wieder­um 8 Prozent Dividende auf Stammaktien und Ge­nußscheine.

Frankfurter Börse.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Frankfurt, 24. März. Tendenz uneinheitlich. Zum Woä)enschluß verstärkte sich die schon seit einigen Tagen herrschende Lustlosigkeit und Zurückhaltung, und die Umsatztätigkeil war auf ein Minimum beschränkt. Die Nähe des Ultimos wirkte in erster Linie hemmend auf das Geschäft, ferner verstimmte die weitere vollkommene Passivität des Publikums, so daß auch die Spekulation wenig Neigung zeigte, sich lebhafter zu betätigen. Die Grundtendenz war uneinheitlich. Die Nachfrage nach S p e z i a l w e r t e n bot dein Markte eine Stütze. Lebhafte Nachfrage machte sich vor allem nach einigen Montanwerten unter Führung von Mannesmann bemerkbar. Gelsenkir­chen plus 1,5 Proz., Mannesmann plus 2 Proz., Rheinbraun plus 1 Proz. Phönix blieben gut be­hauptet. Nach den ersten Notierungen konnteii Gel­senkirchen und Mannesmann je 0,5 Proz. gewinnen. Etwas fester lagen auch Elektropapiere. Sie­mens zogen um 1,5 Proz. an. 21 m Farben- markte überwog dagegen das Angebot. I. G.-For- ben eröffneten 0,5 Proz. niedriger, gaben im Ver­laufe aber schließlich 2 Proz. nach. I.-G.-Boads wurden mit 138 Proz. Geld genannt. Auf den übri­gen Märkten gingen die Kursveränderungen nach beiden Seiten kaum über 1 Proz. hinaus. Danat und Commerz-Bank plus je 1 Proz. Schiff­fahrtsaktien knapp behauptet. Von Autower­ten blieben Daimler behauptet, Kleyer neigten da­gegen zur Schwäche. Von heimischen An­leihen waren Neubesitz erholt. Ausländische Renten still. Im Freioerkehr Aogen Dycker- hoff etwas an. Im Verlaufe blieb das Geschäft außerordentlich still, die Kurse bröckelten verschie­dentlich leicht ab. Der Geldmarkt war mit kurz­fristigen Mitteln reichlich versorgt. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 5,75 Proz. Im Devisen- verkehr stellte sich die Reichsmark gegen Kabel auf 4,1824, gegen London auf 20,423. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,07, Lon* don gegen Kabel 4,8820.

BerUnc Börse.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 24. März. Auch zu Beginn der heu­tigen Börse ist eine einheitliche Tendenz nicht erkenn­bar. Es ist für die Spekulation schwer, bei dem jetzi­gen Stande der Kurse eine Linie zu finden. Zum Beispiel wurden vorbörslich I. - G. - F a r b e n mit 245,5 Brief und 246,25 Geld gesprochen. Die ersten Kurse zeigten bei der Mehrzahl der Papiere keine größeren Veränderungen, neigten aber eher zur Schwäche. Bei der herrschenden Geschäfts st ille mußten viele Notierungen ausgesetzt werden. Sprit- werte lagen 1 bis 2 Proz. gedrückt, Chade verloren 3 Proz. Heimische Anleihen unverändert, Ausländer geschäftslos. Bosnier leicht befestigt. Pfandbriefe noch unentwickelt. Man hatte zu Beginn der Börse auch auf die evtl. Auswirkungen der im April aufzulegenden Po st anleihe hinge- wiesen. Nach den ersten Kursen wurde die Tendenz allgemein fester und für verschiedene Werte lebhaf­ter? Es machte einen günstigen Eindruck, daß gestern vom Haushaltsausschuß des Reichstages 175 Mil­lionen Mark zur Förderung des Exportes genhmigt wurden. Später wurde die Haltung aber wieder schwächer, und die Kurse gingen unter Anfang zurück. Man wollte wieder Vorstöße der Baisse- partei in den Hauptwerten beobachtet haben, be­sonders in Siemens, Rheinstahl und Glanzstoff.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.

Berlin 23 März ____

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23 März

24 März

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Amtliche Notierung

Geld

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1,787

1,791

1.787

1,791

58.385

Brss^Annv

58.235

58,355

58,265

Ehriftiania

111.53

111,75

111,53

111.75

»ovrnbagrn

112,03

112,25

111,99

112.21

Etockdoim

112,16

112,37

112,14

112.36

Helftnosors.

10,52

10,54

10,52

10,54

Italien

22,075

22,115

22,085

22,125

London. . .

20.396

20,136

20,398

20,4.8

Neovork . .

4.1780

4,1860

4,1780

4,IbbO

Paris....

16,445

16,485

16,445

16. 85

Schweiz . .

80,485

80,645

»0,485

80.645

Sva ien

70,13

70.27

70 18

70,32

Aavan «io de Jan Wien tu D '

1,969

1,973

1,973

1.977

0.502

0.504

3.502

0.504

Ctfl abgeft

-8.80

08.92

o8,78

58.90

Prag

12,382

12,402

12,38

12,40

Beizrad

7,353

7,367

7,35t

7,365

«udavrft.

72.99

73.13

72.99

73,18

Bul arten

3,019

3,025

j,019

3. 026

l'ifTabon

17,23

17.37

16,48

16.52

Danzig

61.56

81,72

81,50

81.66

Konft nktn.

2,121

2.125

2.121

2,125

Alben

5,554

5,56b

5. 494

5,506

Lanado

4.180

4.188

4,181

4.189

Ura na»

4,326

4,331

4.326

4.334

Un - . .

I 20.923

20 963

20 922

20.963