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Samstag. 22. September 1928

(Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr.224 Viertes Blatt

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Wirtschaft.

Wochenbericht vom Zrankfurier Effektenmarkt.

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vom Frankfurter Produktenmarkt.

Auch in dieser Woche lag daS Geschäft am Frankfurter Produktenmarft f a st vollkom­men darnieder. Zum Wochenbegtnn wurde die Stimmung etwas angeregt durch höhere AuSlandosfertcn und die Haltung konnte Ud> teilwei'e befestigen, zumal das Angebot aus dem Inlande nicht groß war. da die Landwirt'chaft infolge der noch vvrzunehmenden Feldarbesten wenig am Markte vertreten war. Auf dem er-

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E 67 biS 72. 3m Vergleich zu den Votierungen der vergangenen Woche waren Rinder 2 biS 3 an», und Schweine 1 biS 2 Mk. billiger. Schafe blieben behauptet, während Kälber 4 bis 5 Mk.

Schluß i.Ubt- SA.uh in ang Nur» »ur* _®"T* ®gT*

futter Schlachtviehmarft Im allgemeinen ziem­lich still. In Rindern war das Angebot etwas größer. namentlich gute Qualitäten standen in gräyerrr Anzahl zum Verkauf. Die Kauflust der Metzger war aber gering, fo daß die Preise eine Abschwächung eriuhren. Außerordentlich schleppend war daS Ges chä t auch am S ch w e i n e- markt. Dei eben alls etwas größerem Antrieb wurden QlbfJ lu fc nur zögernd v-r^enommrn. fo daß eeheblicter Lieber and verb ieb. EtvaS le.- Halter war die Geschä tSlä izkeit nur am K-lber- markt an dem auch glatt auSverkaust wurde Der Gef am tauf trieb der Woche bestand au» 2120 Rindern, darunter 557 Ochsen. 130 Dullen 751 Küchen und 537 Färsen, ferner auS 1378 Kälbern. 426 Schafen und 7038 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der Vorwoche waren 405 Rinder und 675 Schweine mehr angetrieben. Dagegen standen 450 Kälber und 100 Schafe weniger zum Verkauf. D e z a h l t wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A l 51 biS 57. A II

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anziehen konnten.

' Anleiheabsichtender Stadt Frank­furt a. M. Die in dem zum ersten Wale er- scheinenden Vi-rleljahreSausweiS (1. 2lpril bis 30. Juni 1928) über die Einnahmen und Aus­gaben der Stadtverwaltung Frankfurt a. M. H o. auSgeführt wird, sch daS Jahr 1927 im außerordentlichen Haushalt mit einem Defizit von 42 479 C00 Mk An Mehreinnahmen wurden im zweiten Quartal d. 3. 31223 000 Mk. erzieh fo daß lich das De'izit auf gegenwärtig 8 253 000 Mark ermäßigt-. Tiefer Detrag soll durch An- leiheaufnahme zu einem späteren Zeitpunkt ge- deckt werden. Die im ersten Dierteliahr d. 3. begebenen 20 Mill. Mark bprvz. Schohanwet- sunpen mit dr ijährifer Laufzeit und die 6.25 Mill. Mark AuSlandonlei^e erbrachten einen Retto-rlöS von rund 44 508 000 Mk.

Anleih eaufnaßrneder Stadt Köln. Die Verhandlungen, die die Stadt K In fett einiger Zeit mit einer großen englischen Dank

höhten Preisniveau bekundeten aber Händler I und Mühlen nur wenig Kau'neigung. fo daß meist nur geringe Um'äye zustande kamen Die | Tendenz wurde bald ollgeme n etwas schwächer, da- dos Angebot von Tag zu Tag zunahm, und auch das Ausland niedriger« Prei'e meldete. Ramentl.ch Weizen wurde in größeren Posten an den Markt gebracht, jedoch nur zu ermaß.g- ten Forderungen ließ sich die Händlerfchaft zu einigen Kaufen veranlassen. Etwas regen Ilm­lätze konnten sich dagegen in R o g g e n entwickeln, so daß der zum Wochenansang etwa» erhöhte Preis sich behaupten konnte. Außerordentlich still lag da» Geschäft am Mehlrnarkte. Der Konsum deckte bei dem meist etwa» erhöhten Pre.Sniveau nur den dr.ngendsten Dedarf. Spä­ter konnten sich daher die Meh.preise nicht ganz halten Futtermittel waren vernachlälsigt auf Grund der schon erwähnten geringen Detei- l.gung der Landwirtschaft am Produktengeschäst. Vor allem MaiS war angeboten Auch Weizen- und Roggenkle-.e lag etwas schwächer. Einiges Interesse bestand für Hafer, bei sehr knappem Angebot Gefragt war auch Gerste in guten Qualitäten für Drau- und Industriezwecke. Zum Wochenfchluß wurde die Stimmung etwa- freundlicher. Dei weiter starkem Angebot blieb b;e Unternehmungslust der Händler aber gering.

3m Verg.eich zu den Rot.erunaen der Vor­woche blieben Roggen. Sommergerste für Drau- zwecke. inländischer Hafer. Weizenmehls uWd Weizenkleie im Preis« vollkommen unverändert. MaiS. Roggenmehi und Roggenkleie gaben je 25 Pf. nach, während Weizen sich eine Preis­reduzierung von 50 Pf. gefallen lassen mußte Di« Woche schloß zu folgenden Dotierungen: Weizen 22.25. Roggen 22. Sommergerste 26,. Hafer (ml.) 21.75 bi« 22,25. Mai- 20.-. Weizen- mehz "33.- d.s 33.50 Roggenmehl 30.25 bi« 31,. OSeizenkleie 12,90, Roggenkleie 13,25.

Wochenbericht

vom ftronffurfer Schlachtviehmartt.

In dieser Woche war das Gefchäft am Frank-

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flnatnher zur schwäche neigend Mazedonier 0,5 p. f). vher und et um» gefragi. PfanddriesmarN oer- nachlastigi Der Geldmarkt ivar »her fester. Tage»- gelb bl» 7 v. f).. Monatsgeld d bi» 9.25 o. H. Xkirenmedjlet 7 v. H. und darüber, ö» soll ein grö­ßere- Angebot non kurzfristigem Geld nein uu»- lande nonieflen 3m Bertause wurde e» ölige« mein ruhig ßme einheitliche Tendenz konnte sich nicht diirchteyen, die flurfe beha upteten sich zu­meist. In flohroerten blieb da» Geschäft auch weiter lebhaft.

Berliner Produktenbörse.

Berlin. 21. Sept Bei geringer Unterneh­mungslust der Händler und Mühlen eröffnete die heutige Börse in stetiger Haltung Am Lieferung»- markt hielten sich die Prei»oeranderungen stir Wei­zen und Roagen in engen Grenzen. Die zu heute gekündigten 150 Tonnen Weizen und 180 Tonnen Roggen entsprachen den kontraktlichen Bedingun­gen. Vom Inlande ist da» Angebots von Brot­getreide nicht dringend. erhöhte Forderungen waren hier nicht durchiufeszen. An der stufte besteht vereinzelt Frage für Roggen zu Deckung»zwecken. Das Mehlgeschait war bei unveränderten Mühlen- sorderungen ruhig. Da» Angebot von Hafer ift ebenso, wie für Brotgetreide, nicht groß, der Äon» jinn deckt nur den laufenden Bedarf, da da» Export­geschäft weiter schwierig bleibt. Die Preise waren wenig verändert. Deckte wird auch in guten Quali­täten reichlicher angeboten. Bei Zurückhaltung der Käufer neigen die Preise zur schwäche. S» notier­ten (10<i0 kg)- Weizen, märkischer (74b-kg hb®e- wicht, östliche Stationen über Rotlzl, 204 vi» 207. September 218 Bries. Oktober 221Briei. Dezember 227,50 bi« 227.25, März 236 bl« 235.25 1 ruhig); Roggen, märkischer (69-kg ßl Gewicht, östliche Sta­tionen über Notiz), 207 bi» 210, September 224 50 bt3 223,50. Oktober 224,50 bi» 224 Bries. Dezember 228 bis 227,50Brief. März 234 Brief sruhig); Braugerste 231 bi« 251, Fuitergeckte 200 bi» 210. neue Wintergerste 200 bi» 206 (ruhig); Hafer, mär- kifcher. 191 bi» 211, Dezember 208 50 sruhig), Marz 219.50 Brief; Mai«, zollbegunstigter ruittermai», 206 bis 208 (etwa» fester,; Rag» 328 bi» 330 (ruhig). (100 kg): Weizenmehl 25,75 bi» 29 (ruhig); Roggenmehl 27,25 bl« 29,75 (ruhig); Weizenkleie II (behauptet); Weizenkleiemelaste 16,10 bl» 16,40; Roggenkleie 14 bis 14,25 (behauptet); Bikto i- erbien 41 bi» 50; Rapskuchen 19 bi» 19,40; L .n- tneben 23 bis 23,30; Sonaschrat 20,70 bi» 2L30; Aartofselslocken 21 bis 21L5 Mark.

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Effektenmarkt eine f a ft völlige Gefchästs- losigkelt. 3n frtc'cr Woche litt die Döcke mehr denn je unter dem andauernd herrschenden starken Auftragsmangel, denn die Interef eloslgkeit de- privaten Publikum« hat eher noch zugenommen. Auch das Ausland trat nur vorübergehend al« Käufer an einigen Spe - zialmärkten hervor. Dei brr Spekulation nahm daher eine von Tag zu Tag wachsende Luftlofigkclt und Zurückhaltung überhand Der- fchiedene Momente, die unter belferen Voraus- fetzungen wahckcheinlich zu einer Delebung bei Geschäftes geführt hätten, blieben bei der sich ouSbrcltenden Unlust fast ohne Einfluß. So konnte dic zunächst anhaltende Haussebewegung an der Reuyorker Döcke kaum eine anregende Wirkung auSüben. Als später jedoch die Stimmung am Rcuyorker War te urnschlug und un icher wurde, konnte sich die hiesig« Döcke den ungünstigen Einwirkungen hieraus nicht ent sieben. Wenig Deachtung fand auch die Mitteilung von der Intcrefsennahme der I.-G.-Farbenlndustrle an der in Gründung begckfsenen Drttish Breba, ebenso die Errichtung der .General Mortgage & Kredit Korporation' in Reuyork durch bc aom- merz- unb Privatbark. Dir außenpolitische Lage mahnte zur Vorsicht, doch wurde das Ergebnis der Gen'er Desprechungen überwiegend nid,t unfreundlich ausgenommen Im Zusammen­hang mit dem Herannahen deS Ultimo traten di« Detrachtui'gen derGeldmarktfltuation naturgemäß wieder in den Vordergrund Der unveründn stark angespannte Lermmveldnarkt hemmte die Unternehmungslust belrächt ich und verursachte ernsthafte De'orgnisfe. zumal auch am TageSgeldmarlt nur zögernd eine Erleichte­rung eintrot. Schließlich stand aber infolge um­fangreicher Ultimovockorge Tagesgelb zu 5J4 Pro-ent reichlicher zur Verfügung. Hinfichtlich der Deschaffung von Reportgeld wurden ver­schiedentlich Schwieckgkelten befürchtet; eine Er­höhung deS ReportgeldlatzeS ist nach Ansicht der Däckc wohl kaum zu umgehen. Auch wird durch die Abscha fung der Webiollquidation eine neue, ungewohnte Situa.lon geschassen. der sich Geldgeber unb nebner eckt anpas en müssen. Ueber de Voraussicht it« Ueberwinbung de« Ultimo gingen die Ansichten auSeinand.-r. meist glaubte man jebvch. baß besonberc Komplika­tionen wohl kaum eintreten werben. Einer etwa, lebhafteren Defck^ltSenlw cklung ent'«-en stand noch der israelitische Feiertag. Die KurSent- w i ck I u n g neigte überwiegend nach unten, und zum Wochenschluß wurde die Haltung all­gemein schwächer. Einiges Interesse machte sich wieder für Danken bemerkbar. Derliner Handels- gcfellfchaft, Danatbank, DiS.ontogesellschast und Dresdner Dank wurden zeitweise etwas leb­hafter gehandelt, büßten aber später ihre er­zielten Kursgewinne zum großen Teil wieder ein. Anregend wirkte hier, daß nun auch die Aktien der Dresdner Dank an der Amsterdamer Dörse eingeführt werden foNen. Einen starken Kursrückgang erlitten wieder die Reichsbank- anlelk, di« unter Schwankungen schließlich bi« 304/» Proz. nachgaben Einen im Verhältnis zur allgemeinen DeschäftSstlNe etwas größeren Markt hatten die A.D.G.-Aktlen für die fich namentlich auS der Schweiz Rachfrage geltend gemacht haben soll. Der Kar- war tekwch nur ger ngsü^ig verändert. 3.-G -Farben biteben vernachlässigt. Scheideansta't be.eegne'en daaegen etwa- größerem 3ntercffc in Erwartung einer K^pitalerhobung. Eine o'sl ie'le De' igung von der Verwaltung war bi« jetzt jedoch noch nicht zu erlanget. Aul die neuen hohen Absiitzziflern lagen noch K i iw:rte v>r'iber ch.'nd fest. Deuckcke Anleihen und auSländifche Renten waren ver­nachlässigt, nur Rumänen konnten zeitweise etwas

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Sie hinter den gieren anneiübtten Z-fern geben di, -öde de, ,ute»i beid>l»H.nen Dividende nn. - Xe-Aibantö-tioni I T,o»ent. 8omMr65m»hif, 8-Cro,en_

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zwecks Aufnach^re einer langfristigen Anleihe in Höhe ron 1 15 Mill. Pfund Sterling geführt hat. sind jetzt zum Adchluß gelanat. Die An­leihe ist mit 6 Proz. verzinsbar und m 25 Jah­ren rückzahlbar. Die Anleihe wird durch das Dankdaus Higginkon 6 ®o in London aufge­legt. Der Erlös ist etwa zur Hüllte für die Elektrizitätswerke unb zu je V< für da« GaS- weck und da« Was'erwerk bestimmt

Sine beutfche Anleihe für Süd- flawien. Wie der Delgrader Vertreter d«S V. T." meldet, hat Z.nanzminlster Subotittch chm erklärt. Südliaw.en habe da« Angebot bet Deutschen Vereinigten Stahlwerke für eine 100- M.Uwnen-Mark-Anleih« angenommen Diele soll in einem Kredit für Dau und Ausbesserung vcm Eckenbahnen unb Dahnmaierial bestehen Di« Rückzahlungen der s.edenprozentigen Anteihe soll nach zehn Jahren zu pari eckolgen.

Delgisch-fran-öfisch-luiembur. g ,sche Roheisende sprech ungen. Die WTV -Hande'.sd enst erfährt, sind die belgischen, französischen unb lueemburgischen Roheisen Her­st oller zu w.chtigen Defprechungen in Pari« zu­sammengekommen

ivraiitfurtcr Börse.

Frankfurt a. M , 22. Sept. lenbenj: fester. An der Samstagböcke konnte sich die Haltung wei­ter etwas befestigen. Anregungen boten einmal dic Stonjunfturbeiraditungen im Wirtlchaitc-bencht der Discontogesellfchaft. dann die feste Tendenz der qejtriflen 'Jlcunorfer Börse. Außerdem wurden im Verlaufe die Ziffern der Außenhandels­bilanz für August bekannt, nach denen sich der Einfuhrüberschuß um 210 Millionen verringert hat. Das Geschäft war jedoch im Hinblick auf den be- vorstehenden israelitischen Feiertag klein und nur nach einigen Spezialwerten bestand einige Nachfrage. Gegenüber der AbendbÖrfe waren meist neue K u r s b e s s e r u n g e n von OL bi» 1,5 v. H. zu verzeichnen. Im Vordergründe standen wieder die A E G. - A k t i e n , auf die Meldung von der Erwerbung einer argentinischen Gesellschaft gemeinsam mit Felten, und waren erneut 0,5 v.H. hoher. Auch Felten im Zusammenhang damit weiter verlangt und 1L v. fj. besser. Licht und Kraft und Siemen» blieben gut behauptet. Am Montanrnarkt war Gelsenkirchen mit 1,60 o. $). stärker beachtet. Auf die festen Kupferpreise lagen Mansselder mit plus 1,75 o.H. unb Otavl etwas lebhafter. Mannes­mann, Phönix gewannen je la.f). Rege ge­fragt waren ferner die Kali w« rte, von denen A f ch e r s l e b c n 1,5 d .S). und Salzdetfurth 4 v. H. anziehen konnten. Am Bauunterneh­mungsmarkt fetzten sich die Käufe für W a y ß 8i Freytag fort, (plus 1,25 v.H ). '21 u t o werte blieben bei dem herrschenden Kursniveau behauptet. N S U. war stark Angeboten. Ein Kur» kam hier zunächst nicht zustande. (Taxe 42, d. h. minus 7,5v.H.) Der Chemie markt blieb ver­nachlässigt. Deutsche Anleihen lagen still. Pon Ausländern Anatolier weiter behauptet. Im Deckaufe schrumpfte da» Geschäft stark zu- sammen, die Stimmung blieb jedoch freundlich. Einiges Geschäft war weiterhin in AEG bet leicht erhöhtem Kurse. Am Geldmarkt war lages­gelb zu 6 d. f). wieder flüssiger. Monatsgefd war sedoch weiter knapp. Am Deotsenmarkt erfuhr der Pfundkurs einen weiteren Rückgang. Man nannte Mark gegen Pfund 20.348, London gegen Kabel 4,85, Paris 124,17, Mailand 92,74, Madrid 29,37, Holland 12,0940.

V?--.ncr Börse.

Berlin, 22. Sept. Für dieheutige Börse Igg eine Fülle gün (tiger Momente vor. Trotz­dem blieb die Festigkeit hinter den vormittags ge­hegten Erwartungen zurück, woran etnerfeit» der Samstag, vor allem aber der erste offizielle Schie- bungstag Schuld hatte. Eine Ueberrafchung in gutem Sinne brachten die Zahlen der Außenhan­delsbilanz für August, anderseits stimulierten das sehr feste gestrige Neuyork und ein befriedigen­der Semesterabschluh der Deutschen Bank. Das Ge­schäft war verhältnismäßig lebhaft, wurde aber durch die Schiebungsvorbereitungen etwas gestört. Bevorzugt waren Montanwerte unter Führung von Phönix, für die das Rheinland Interesse zeigte, am Elektromarkt AEG. und Feitest auf die gemein­same Erwerbung einer argentinischen Gesellschaft. Ferner fielen utaoi im Anschluß an die inter­nationale Hauste weiter auf. Kaliwerte hatten bei steigenden Kursen große Umsatztätigkeit, und auch Papiere wie Schlesische B-Gas, Wiking Zement und Glanzstosf lagen bis zu 4 v. H. erhöht, während sonst die Meningen 1 bis 2v.H. betrugen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer uneinheitlich.

Vermischtes.

Bon der (Bema.

Zu bet am 8. September vom Wolss-Dureau nach dem ..Verl. Tagebl." verbreitetenUlelhuaa über Unterschlagungen bei der ..Gama" (Gesell­schaft für musikalische Aufführungsrechte in Der- r.n) wird un« von dieser geschrieben:

..D« ist nicht richtig, daß bei der .Ge­ma" irgendwelche Unterschlagungen be­gangen worden sind. Es ist ferner nicht richtig, daß Herr Hosrat Hugo Dryk Prä'chent dieser Gesellschaft gewesen ist, ebensowenig wie bi« Duchhafterm. Fräulein Krüger, remal« Se- kretär.n der ..Sema" war. Vielmehr sind bl« Unterschlagungen von dem genannten Fräulein Kruger im Verband zum Schutz« muftkallscher Ausführungsre-cht? begangen worden, der ledig­lich eine 3nkassoftelle derGema" unb der mck ihr kartellierten Wiener Autorengesellschaft bat» steM."

Eine ÄöpcnUfiabe la Hamburg.

Am Montagabend gegen 10 30 Uhr erschien an der Sperre de- Untergrunbbahnhoie- Hellkamp ein Mann in Hochbahnunisorm. der eine Re- ferveauSrüstungSkifte unb eine kleine Dügelhand- taiche trug, und bat den Hochbahnbeamten u m den Schlüssel zum Fahrkartenraum, da er für einen erkrankten Kollegen einzuspringen habe und seine Au-rüftungskilte abfteilen wolle. Der Wann crh.ell die Schlüssel, suchte den Fahr- kartcnraum aus unb verließ ihn mit feiner Hanb- laschv unter Zurücklastung der ReferveauSrü- stungSkiste. Ordnungsmäßig lieferte der Mann dem an der Sperre stehenden 'Beamten die Schlüffe! wieder ab. Später wurde bann fest- gestellt, daß befer Mann au« einer Geldkassette drei Geldbeutel mit 246 4 Mark ent­wendet hatte und daß e- sich bei der von ihm getragenen R-ferveausrüstung-ktst« um eine Atrappe gehandelt habe.

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