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rxmg beS Absatzes landwirtschaftlicher Produkts seitens der Rentenbank-Kreditanstalt keine hö­heren Beträge am Geldmarkt ausgenommen werden dürfen, alS zehn Prozent ihres Grundkapitals, also nicht mehr als 30 bis 40 Millionen Mark. Damit wird das kurzfristige Passivgeschäft der Rentenbank-Kreditanstalt auf einen Betrag beschränkt, der Schädigungen des Geldmarkts ausfchließt. An der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse kann sich die Renten- bank-Kreditanstalt mit Einlagen nur beteiligen, wenn dafür eine Zweidrittelmehrheit ihres Ver­waltungsrats vorhanden ist.

Oer Wahltermin.

ReichStagswahleu vermutlich Mitte Mai.

Berlin, 21. März. (Priv.-Lel.) Die ,B. Z." kündigt einen Schritt der Fraktionsführer der bisherigen Koalitionsparteien beim Kanzler an, der endgültig Klarheit über die Fest­setzung des Wahltermins schaffen wird. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat sich in ihrer gestrigen Sitzung mit dieser Frage sehr eingehend beschäftigt: man war sich darüber einig, daß der 2 0. Mai wohl als der ge­eigneteste Termin angesehen werden kann. Es käme auch noch der Sonntag vorher, der 13. Mai, in Frage. Darüber werden die in Aussicht genommenen interfraktionellen Bespre­chungen und die beabsichtigte Fühlungnahme mir dem Reichskanzler Dr. Marx die Entscheidung bringen. Der Reichskanzler wird dann nach der Fühlungnahme mit den Fraktionsführern sich mit dem Reichspräsidenten alsbald in Ver­bindung setzen, um mit diesem die formalen Vereinbarungen über die Reichstagsauflösung und Reuwahlen zu treffen.

Keine Kandidatur Wirths in Baden.

Freiburg, 21. März. (WTB.) Der Landes- ausfchuh des badischen Zentrums hat heute die Aufstellung der Kandidaten zur Reichstagswahl für den badischen Wahlkreis vorgenommen. Die Äste enthalt 17 Ramen. 2ln erster Stelle steht Reichsiinanzminifter Dr. Köhler, dann folgen Reichstogsabgeordneter Diez (Radolfzell), Reichstogsabgeordneter Er sing (Karlsruhe), Landtagsabgeordneter Dr. Föhr (Freiburg). In dem offiziellen Parteibericht heißt es dann: Eine eingehende Aussprache führte zu dem Be-- schluh, für dieses Mal von einer Aufstel­lung des Herrn Dr. Wirth abzusehen. Dabei wurde allgemein betont, daß man seine Fähigkeiten und Verdienste anerkennt und der Wunsch ausgesprochen, daß diese im Rahmen des Zentrums wieder einmal in den Dienst des deutschen Parlaments gestellt werden könnten.

Langenöls.

Neue Versteigerungen ohne Zwischenfälle.

Berlin, 21. März. (WB.) Zu den Vorfällen bei der Versteigerung in Langenöls wird den Blättern mitgeteilt, daß der Regierungspräsident gestern eine Verh andlung mit den Führern der landwirtschaftlichen Bewegung gehabt Hal mit dem Zwecke, weiteren Zwischenfällen vor- zubeuaen. Die Vertreter der Landwirtschaft haben sich bereit erklärt, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln aus die ihnen nahe- stehenden Schichten in diesem Sinne einzuwirken. Heute ist wiederum eine Versteigerung in. Langenöls festgesetzt, die ohne polizei­liches Aufgebot abgehalten werden wird. Der Kreislandbund von Rimptsch hat heute eine Erklärung erlassen, worin er nochmals darauf hinweist, daß er vor ungesetzlichen Maß­nahmen warnt. Ebenso hat der in Frage kommende Landrat eine Erklärung abgegeben. Die Pressestelle beim Regierungspräsidenten be­richtet, daß der heute aus 13 Uhr in Langenöls, Kreis Rimplsch, angesehte Versteigerungstermin ohne jeden Zwifchensall stattgefunden hat. Der Regierungspräsident ist seit heute früh damit beschäftigt, die Einsprüche der Steuer­pflichtigen gemeinsam mit den landwirtschaft­lichen und amtlichen Sachverständigen zu prüfen. Es herrscht vollkommene Ruhe. Die Leiter des Kreislandbundes haben ihre Zusicherung, daß keine Ruhestörungen vorkommen sollen, in vol­lem Umfange innegehalten. Irgendein Zuzug von Landleuten aus der Umgegend hat nicht stattgefunben, und ebensowenig wurden von der ortsansässigen Bevölkerung die amtlichen Handlungen gestört. Außer dem ortsansässigen Landjäger sind weder Landjägereibeamte noch Schuhpolizeibeamte anwesend.

Schiedsspruch im Lohnstreit der Reichsbahriarbeiier.

Berlin, 21. März. (WTB.) Im Lohnstreit bei der Deutschen Reichsbahngesellschaft wurde von der Schlichterkommer unter Vorsitz des Unterstoatsfekre- tärs a. D. v. M o e l l e n d o r f heute im Reichs­arbeitsministerium ein Schiedsspruch gefällt. Der Spruch sieht für die verschiedenen Lohngebiete eine Erhöhung d e r geltenden Grundlöhne von drei bis fünf Pfennigen für die Lohngruppe 3 vor. Die Löhne der übrigen Lohngruppen erhöhen sich in dem gleichen Verhältnis. Der Zuschlag für die Ueberzeitarbeit soll 25 Prozent betragen. Diese Lohnregelung soll erstmalig zum 31. März 1929 kündbar fein.

Der Schiedsspruch wird, wie derVorwärts" mit­teilt, von allen beteiligten Organisationen der Eisqn- bahner als untragbar bezeichnet. Die Vertreter ber Organisationen werden morgen unter sich über die durch den Schiedsspruch geschaffene Situation be­raten. Am Montag, 26. März, beginnen die Sitzun­gen des Verwaltungsrats der Reichsbahn, der sich auch wohl mit der Frage der Lohnerhöhun­gen beschäftigen wird.

Oie Verhandlungen im Buchdruckgewerbe.

Berlin, 21. März. (WB.) In den heute im Reichsarbeitsministerium geführten Verhandlungen über die Verbindlichkeitserklärung des für das Buch druckgewerbe ergangenen Schiedsspruchs ist noch kein Ergebnis erzielt worden. Eine Entschei­dung des Reichsarbeitsministers wird e r ft i n e i n i genTagen erwartet.

Das Lawinenunglück im Riesengebirge.

Krummhübel, 21. Mär^. (WB.i Zu dem Lawinenunalück am kleinen Teich, dem der 18jäh° rige Günther auS Erdmannsdvrf im Riesen - gebirge zum Opfer gefallen ist, wird noch weiter berichtet, daß in der neunten Vormittagsstunde zwei neue große Lawinen niedergegan­gen sind und eine dritte Lawine abzustürzen

droht, was die Rettungsmannschaften zur vor­übergehenden Einstellung ihrer Rettungs­arbeiten zwang. Der Sturm im Gebirge, der die Rettungsarbeiten so außerordentlich erschwerte, wuchs bis zur Windstärke 10 an.

Die russischen

Abrüstungsvorschläge.

Politis für ein lamgsameres Tempo der Beratungen.

Gens, 21. März. (WTD.) Der Bericht­erstatter PolitiS faßte im vorbereitenden Ab- rüstungSausschuß die bisherige Kritik an dem russischen Entwurf zusammen und führte dabei im einzelnen auS, daß der Grundsatz der vollständigen Abrüstung nicht in Llebereinstim- mung mit den Artikeln deS Paktes, insbesondere mit Arttkel 8 stehe, der die Verpflichtung zur Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen nach zwei Seiten hin einschränke, nämlich im Hin­blick auf bte nationale Sicherheit und auf die Einhaltung internationaler Ver­pflichtungen. Ferner wäre die im Pakt vor­gesehene gemeinsame Aktion der Döl- kerbundsstaaten bei Durchführung des sowjetrufsischen Projektes nicht möglich. Weiter hänge die Verwirklichung eines allgemeinen Ab- rüstungsprojeltes von der Stabrlifierung des wirtschaftlichen Friedens ab. So­lange diese Stabilisierung nicht erreicht sei, könne über eine erste Abrüstungsetappe nicht hinaus­gegangen werden.

Politis trat dann sehr entschieden für Bei­behaltung der bisherigen Arbeits­basis des Vorbereitungsausschusses ein, gab jedoch zu, daß auf Grund des russischen Pro­jektes bei der zweiten Lesung zum Vorteil der seitherigen Arbeiten Zusatzanträge zu dem kombinierten französisch-englischen Abkvmmens- entwurs gemacht werden können. In bezug auf die weiteren Arbeiten des Ausschusses unter­stützte dann Politis den gestrigen englischen Vor­schlag, das russische Projekt allen Regierungen zu eingehender Prüfung zu unterbreiten. Dafür müfe jedoch den Regierungen ausreichend Zeit gelassen werden. Die Festsetzung des Da­tums der zweiten Lesung sollte nach seiner Auf- sassung dem Vorsitzenden Loudon unter Füh­lungnahme mit den übrigen Instanzen und unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklung der Abrüstungsarbeiten überlassen werden. Politis schloß mit dem dringenden Appell an die sowjet- russische Delegation, im Interesse der Verwirk­lichung eines ersten allgemeinen Abrüstungs­planes, durch den nach und nach ein höherer Abrüstungsgrad erreicht werden könne, weiter im Vorbereitungsausschuh mitzuarbeiten.

Oie Beschuldigungen gegen die verhastrien Ingenieure.

Berlin, 21. März. (Priv.--Tel.)Berliner Tageblatt" undVoss. Ztg." geben Angaben russischer Blätter gegen anrirenolutionare Ver­schwörungen im Donezgebiet wieder, die zur Verhaftung von 60 Ingenieuren, darunter der deutschen, geführt haben. Als Hauptverschwörer werden zwei Brüder Kolodup genannt, die selbst ehemalige Schachtbesitzer waren und später als Spezialisten bei der Sowjet­verwaltung arbeiteten. Es wird ihre weißgardt- stischc revolutionSfeindlichc Gesinnung in beit Vordergrund gestellt. Zwei konkrete Vorwürfe werden gegen sie erhoben, wobei es sich um die Vernichtung der Abb aumög lich kei t eines sehr guten Schachtes und um die Ersäu- sung eines anderen Schachtes handele. Rach der Behauptung des BlattesRabotschaja Ga­zeta" sollen diese Handlungen gegen das bessere Wissen der Spezialisten, die in ausländischem Solde gestanden hätten, zwecks Schädigung der Svwjetwirtschast erfolgt fein.

Aus Charkow melden die Blätter, daß auf der Fabrik Rarti feftgeftcllt wurde, daß dort ein- getroffene ausländische Maschinen un« verdeckt geblieben find, so daß sie ver­rosteten. Die Fabrikleiter haben bei der Be­stellung nicht gewußt,wie. wann und wo man die Maschinen werde benutzen können ' Die Unter­suchung gegen die Deutschen wird beschleunigt, sie soll in zwei bis drei Wochen erledigt fein.

Der Reichstag billigt die Herabsetzung des Gefrierfleifchkontingents.

Berlin, 21. März. (VDZ.) Im Reichstag wird die zweite (Beratung des Kriegsschäden- schlußgesetzes fortgesetzt. Abg. Henning (Völk.) erklärt, feine Freunde könnten die Ansschußvor- lage nicht als Schlußgesetz annehmen. Das Deutsche Reich habe im Versailler Vertrag die Verpflichtung zur vollen Entschädi- g u n g der Liquidationsgeschädigten übernommen. Der vorliegende Entwurf bringe aber nicht ein­mal eine angemessene Entschädigung. Hier würden die Forderungen der Feinde erfüllt und die des eigenen Volkes zurückgestellt.

In der Schlußabstimmung wird die Vorlage gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kom­munisten, der Wirtschaftspartei und der völki­schen Gruppen angenommen. Rach Ableh­nung der demokratischen Entschließung werden die Ausschutzentschließungen angenommen.

Es folgt nun die zweite Beratung derVorlogen über die Einführung von Einfuhrscheinen für Schweinefleisch und über die Herab­setzung des zollfreien Gefriersleischkontin- gents von 120 000 Tonnen auf zunächst 50 000 Tonnen. Der handelspolitische Ausschuß hat den Vorlagen zugestimmt und empfiehlt Entschließungen, in denen u. a. die Reaierung ersucht wird, bei Not­ständen in der Fleischoersorgung der ärmeren Be­völkerung sofort die ausreichende Versorgung dieser Bevölkerung mit zollfreiem Gefrierfleisch sicl-erzu- stellen. Dann werden zwei Millionen verlangt, mit denen die Zentralorganisationen der Verbraucher und Fleischer in die Lage gesetzt werden sollen, Lieferungsoerträge mit landwirt­schaftlichen Genossenschaften abzu­schließen.

Abg. Schmidt- Berlin (Soz.) beantragt die Aufrechterhaltung des bisherigen zollfreien Gefrierfletschkontingents. Die vom Zentrum oeran- laßten Aussckußentschlleßungen könnten die Lage der Verbraucher nicht verbessern.

Abg. F r o m m (Dntl.) erklärt die Zustimmung der Deutschnationalen zu den Vorlagen. Die Vor­aussetzungen, die seinerzeit für die Zulassung des zoll­

freien Gefrierfleischkontingents Vorlagen, seien heute nicht mehr vorhanden. Es bestehe vielmehr ein Überangebot an inländischem Vieh und Fleisch.

Abg. Meyer- Berlin (Dem.) beantragt, das zoll­freie Gefriersleischkontingent nicht auf 50 000, son­dern auf 70 000 Tonnen herabzusetzen. Den Einfuhrscyeinen für Schweinefleisch wurden die De­mokraten zustimmen. Mit einer vollständigen Auf­hebung des zollfreien Gefrierfleisches würden die De- mokratendann einverstanden fein, wenn der auto­nome Zoll auf Gefrierfleisch wesentlich herab­gesetzt wird. Bei Anlehnung ihres Antrages werde die Mehrheit der Demokraten gegen die Vorlage stimmen.

Reichsernährungsminister Schiele erklärt, die Regierung fei bestrebt, den Zoll aus Ge- sriersleisch möglich st bald neu z u regeln. Dem Abg. Schmidt gegenüber weist der Minister darauf hin, daß die Fleischeinfuhr aus dem Aus­lande fast drei Viertel der Menge erreiche, die auf den Diehmärkten an deutschem Rindvieh zum Ver­kauf gestellt wird. Die Konkurrenz des zollfreien Gefrierfleisches fei tatsächlich sehr empfindlich für den deutschen Landwirt. Der Minister bittet um Ablehnung der sozialdemokratischen und demokrati­schen Anträge.

Der sozialdemokratische Antrag auf Beibehaltung des bisherigen zollfreien Gefrierfleifchkontingents wird in namentlicher Abstimmung mit 212 gegen 148 Stimmen bei einer Stimmenthaltung cibge­lehnt. Das Ergebnis wird mit Pfuirufen links auf­genommen. Der demokratische Antrag, der das Kontingent auf 70 000 Tonnen herabfetzen will, wird in namentlicher Abstimmung mit 195 gegen 159 Stimmen bet sieben Stimmenthaltungen abge­lehnt. Die Vorlagen werden nach Ablehnung weiterer Aenderungsanträge mit den Ausschußent schließungen über erhöhte Gefrierfleischlieferung bei Notständen in zweiter und dritter Lesung ange­nommen.

Donnerstag: Bericht des Untersuchungsausschusses über die Ursachen des Zusammenbruchs.

Zur Beurteilung der Vorgänge im Donezgebiet ist beachtenswert, was über den unmittelbaren Anlaß zur Verhaftung der deutschen Ingenieure verlautet. Danach soll eine nicht zustande gekom­mene Dampf prob e bei einer vor kurzem an- gekauften Turbine diesen Anlaß gebildet haben. Die deutschen Ingenieure haben es angeblich abgelehnt, diese in völlig unbenutz­barem Zustande vorgefundene Turbine einer Dampfprobe zu unterziehen, was ihnen alsSa­botageakt" auSgelegt wurde.

Aus aller Welt.

Schweres Unglück in einer Braunwhlengrube.

Alückenberg bei Liebenwerda, 22. Marz. Me schon In einem Teil der gestrigen Auflage kurz ge­meldet. stürzte gestern mittag infolge des heftigen Sturms die bei der Braunkohlen- und Bttkett- Dnbuffrie-A.-G. im Bau befindliche Abraum­förderbrücke zusammen. Ls wurden zehn Tote geborgen.

3n der vergangenen Nacht ist im Kranken­haus noch ein Schwerverletzter des Un­glücks feinen Verletzungen erlegen. Da­mit beträgt die Zahl der Todesopfer e l f. Als Ab­schluß einer vorläufigen Untersuchung der Ursachen der Katastrophe durch Ingenieure des Werkes wurde heute vormittag mitgeteilt, daß ungewöhnlich starke, böige Winde mit unerwartet starken Dirbelwirkungen die Katastrophe verursacht haben.

Schon bei dem ersten schweren Windstoß hatte der Richtmeister feine 26 Arbeiter zum verlassen des Gerüstes aufgefordert. Ls war aber z u spät. Schon der zweite schwere Windstoß riß das ; gesamte Holz- und Llsengerüst in die Tiefe. 3n 125 Bieter Breite liegt das über 300 Tonnen schwere Eiscntragwerk in wirrem Durcheinander von zer- splitierten holzirägern und zerrissenen Drahtseilen. Reue Windstöße überschütteten das Trümmerfeld mit tjerangetriebenen Sandmassen. Obendrein war noch an einer anderen Stelle der Grube ein Brand ausgebrochen, dessen dichte Rauch­wolken lange über die Irümmerftätte hinweggingen. In der zehn Tote und acht Schwerverletzte lagen. Das Rettungswerk war durch alle diese Umstände aufs äußerste erschwert. Die Untersuchungen über die Ursache des Unglücks sind noch im Gange. Lin AehlerinderKonstruktionder Brücke, die als eine der größten und modernsten ihrer Att ge­plant war, wird nicht angenommen. Die Beerdi­gung der Opfer soll voraussichtlich Ende der Woche in einem gemeinsamen Grabe auf dem Friedhof in Lauchhammer stattfinden. Die bergbaupolizeiliche Untersuchung durch das Bergrevier Halle-Ost ist be­reits ausgenommen worden.

Lin Opfer des Sturmes.

Der ftarie Wind, der gestern den ganzen Tag über herrschte, hat auch ein Todesopfer gefordert. Die 15jährige Handelsschülerin Charlotte W e - del aus Schönwalde benutzte zur Heimsahrt von Berlin die Kleinbahn. Schon vor Einfahrt das Zuges in den Bahnhof verließ sie do^ Abteil und st eilte sich auf die Platt­form, ohne die Schutztür zu schließen. Bei einem heftigen Windstoß verlor das junge Mäd­chen das Gleichgewicht und st ü r z t e vom Wagen. Sie geriet unter die Räder und war sofort tot. Sie hatte gestern in Berlin auf einer Handelsschule ihre Prüfung be- standen.

Drei Streckenarbeiter vom Zuge überfahren.

In der Rähc der Station Merzdorf (Kreis Dolkenhain. Schlesien) wurden drei Strecken­arbeiter, die bei dem herrschenden starken Sturm das Herannahen eines Güterzugrs nicht gehört hatten, von diesem überfahren. Zwei Ar­beiter wurden auf der Stelle getötet, der dritte kam mit leichteren Verletzungen davon.

Schwerer Unfall in einer Kiesgrube.

Straubing, 22. März. (WTB. Funk- spruch.) In einer Kiesgrube bei Straubing wur­den gestern durch herabrollende Kiesmassen drei Arbeiter verschüttet. Einer war s o s o r t tot, die beiden anderen wurden schwer ver­letzt ins Krankenhaus gebracht.

Zwei Kinder unter Mauersteinen begraben.

Auf einem Platz in Charlottcnburg fuhr ein Lastkraftwagen gegen ein Stapel von Mauer st einen mit solcher Gewalt, daß der ganze Aufbau umgerif fen wurde. Zwei Kin­der, die an dem Steinhaufen spielten, ein drei­jähriger und ein neunjähriger Knabe, wurden unter den Mauersteinen begraben. Sie muh­ten mit schweren inneren Verletzungen in ein Krankenhaus überführt werden.

Brennende Walder in der Reumark.

Auf bisher ungeklärte Weise entstand nördlich von Matfchdorf (Reumark) ein Waldbrand, der bei dem herrschenden Oststurm größere Aus­dehnung annahm und um die Mtttagsstunde auf den Frankfurter S t a d t f o r st Übergriff. 3ur Bekämpfung des Waldbrandes sind größere Abteilungen Reichswehr aus der Frankfurter Garnison ausgerückt.

Großseuer durch einen brennenden Güterwagen.

2lus der Geldernschen Kreisbahn geriet wahr­scheinlich durch Funkenflug aus einet Lokomotive ein mit Stroh beladener Güterwagen zwischen Auwel und Straelen in Brand. Der brennende Wagen wurde abgekoppelt und rollte auf der abschüssigen Strecke nach Auwel hinunter, wo er drei Häuser und die Schule in Brand setzte. Ein Haus und die Schule brannten vollständig nieder, während bei den beiden anderen Häusern die Dachstühle abbrann­ten. In der Rächt geriet dann gleichfalls infolge Funkenfluges das in der Rähe der Brandstätte gelegene Anwesen eines Wirtes in Brand und wurde ebenfalls ein Raub der Flammen.

Großfeuer in den Kabelwerken der ALG.

In den Kabelwerken der AEG. in Ober- fchöneweide brach ein Großfeuer aus, das erheblichen Schaden anrichtete. Sechs Züge der Feuerwehr mußten stundenlang Wasser geben, außerdem wurde vom Feuerlöschboot von der Spree aus Wasser gegeben. Der Brandherd liegt in einem großen, mehrstöckigen Fabrikgebäude. Das Feuer erstreckt sich auf eine Fläche von un­gefähr 3000 Quadratmetern. Es brennen Me Tischlerei und ein Oelschuppen der Kabelwerke der AGG.

vrandkatastrophe in Indien.

Durch ein gewaltiges Schadenfeuer wurden in dem Dorfe Esur in der Provinz Shikappur deS Staats Mysore 400 Häuser vollständig zerstört und 31 Personen getötet. Der Maharadscha von Mysore beschloß, die Ein­ziehung der Steuern in dem vom Llnglück be­troffenen Dorf aufzuheben und den Einwohnern eine Anleihe zum Wiederaufbau des Dorfes zu bewilligen.

Line Tropfsteinhöhle im Vogtlande.

Bei Steinbrucharbeiten in Syrau entdeckte der Bruchmeister Undeutsch eine Höhle, die Tropfstein-- gebilde, unterirdische Schluchten, Wasserläufe und Seen enthält. Die Höhle wurde durch den Geologen Professor Weise aus Plauen untersucht, der feststellte, daß es sich um einen Höhlenbezirk handelt, der z u den schön st en in Deutschland gehött. Die Hohle liegt unweit des Flugplatzes Plauen. Sie ist schätzungsweise 110 Meter lang und 40 bis 50 Meter breit.

Panik infolge eines Jilmbranbes.

In der ungarischen Gemeinde Solt (Pester Komitat) geriet während eines durch Lichtbilder illustrierten Vortrages, den der Ortspfarrer im Gebäude der Gewerbekorporation hielt, plötzlich ein Film in Brand. Die brennenden Zellu­loidstreifen, die in den Saal geschleudert wurden, setzten die Einrichtung in Brand. Unter den anwesenden 150 Personen entstand eine Panik. Etwa 45 Personen, die die Ausgänge nicht rechtzeitig erreichten, erlitten Brandwunden, zwölf von ihnen wurden schwer verletzt.

Oie Wetterlage.

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'^eUerooraussage.

Ore warmen Luftwaffen des westlichen Tiefdruck­gebietes, die bis über Mitteleuropa oorgedrungen sind, haben einen Abbau des russischen Hochdruck­gebietes herbeigeführt. Im weiteren Bereich des Drucksallgebietes dauert das wolkige und zeitweise regnerische Wetter an.

Wettervoraussage für Freitag: Wol­kiges Wetter, Temperaturen wenig verändert, zeit­weise regnerisch.

WitterungsaussichtensürSamstag: Wechselnd wolkig, noch vereinzelte Niederschläge wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 21. März: mittags 2,7 Grad Celsius, abends 1,5 Grad Celsius: am 22. März: morgens 4 Grad Celsius. Maximum 4,6 Grad Cel­sius, Minimum 0,1 Grad Celsius. Erdtempero- turen in 10 Zentimeler Tiefe am 21. März: abends 2,8 Grad Celsius: nm 22. März: morgens 1,8 Grad Celsius. Niederschläge 1,9 Millimeter. Sonnen* scheindauer: 4% Stunden.