Nr 225 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gdechessen)
Zreitag, 21. September 1928
Turnen, Sport und Spiet.
war. und ich wieder an fing, zu
Ls
Du
eie bat sich gern/
Unterschiede, ich bas sage ans Leben.
sie mich mit einem anderen . rächt, Charles, denn ich hatte sie „Du daft .viele' gern/
„0 nein. Charles, es gab da war keine Odette — verzeih, daß
alles nachzudenken/
. Und bann, bann?- Charles Augen waren groß und starr aus den Freund gerichtet.
L»ann — habe ich nie mehr etwas von ihr gehört. Ich tat alles, um zu rcT.ie'ien und freien Schatten loszuwerden: die -cdmlb. In Marokko holte ich mir meine Lrankheit. Dos Leben bort »ft nicht gefunb ... Ich nahm meinen Abschied, wurde entiafien und heiratete. Meine ^rau war Panse- rin. lebenslustig und kühl, wie sie jept alle sind. Ich hatte ihr keine Illusionen gemocht über meine anscheinend verheilte Krankheit, aber sie erklärte, sic liebte mich. Cs sei ihr einerlei. Sie hatte nämlich auf Reichtümer gehofft, und al» es damit nichts war. und ich wieder an fing, zu kränkeln, verlieh
wurde verhört. Ich stand wahre Todesqualen aus. Ich lief in meinem Hause herum wie ein Verrück- ter, dachte nur an die Frau, ging in die Stadt und hörte, was die Leute sagten, und sah. den Gendarm vor eurem Hause auf und ab wandern/
„Nun, den Wagen, mit dem man Odette wegbrachte, hast du ja nicht mehr gesehen/
..Ich reiste ob; ich hielt cs Nicht mehr aus. Und bann geschah das Fürchterliche: der Mörder sand sich nicht! Die Fran — die arme Frau — stand allein vor den Richtern. Ich habe gelitten, bas kannst du mir glauben, Charles, mehr vielleicht ale du, beim >ch war doppelt belastet. Vor ihr und vor dir ... Das waren Jahre/
Ren6s Augenlid zuckte, sank herab und blieb so l* ^Ich glaubte immer, sie riefen mich noch einmal zurück. Ich meldete mich sofort nach Marokko. Odette schrieb nicht mehr. Vielleicht war es bei ihr nur ein Rausch. Bei mir war es mehr. Ich hotte zum erstenmal geliebt. Du ladulft, Charles? Du mußt cs mir schon glauben, denn ich habe dir immer die Wahrheit gesagt. Nur hier, wo es uns an den Strogen geht, an das Leben sozusagen, da konnte ich es nicht. Odette verbot es mir; sie wollte nicht. Sie verbot es mir, ,e wieder nach B. zu kommen. Cs war zwischen uns aus — seitdem ...
.J)at sie dir bas geschrieben*“
„Ja. das schrieb sie mir, als sie entlassen war. Sie wollte feine Antwort. Und so habe ich die Jahre, fern von der Heimat. Zeit gehabt, über
Gauspieltag
des Turngaues Hessen der D. T.
-o- Am Sonntag hielt die Spiclerschaft de« GaueS Helfen ihre ordentliche Jahres- Versammlung in Gießen ab. Die Spielabteilungen der Turnvereine waren auS Stadt und Land zahlreich vertreten.
In Berh.nderuvg deS ersten Gaufpielwarte» Fritz Seibert vom Tv. Wetzlar führt zur Zelt der zweite Gautpielwart Heinrich Weisel vom T u. Spv. Butzbach die Drichäte und leitete den Gausp:eltag Beide Gauwarte wurden bei der fällig gewordenen Wahlhandlung einstimmig durch Zuruf als Vorsitzende deS Gaufpielaus- Ichufse« w i e d e r g e w ä h l t. al» bewährte Mitarbeiter bleiben ihnen nach dem Willen der Versammlung weiter zur Seite al» Obmann für die Sommerlpiele Willi Loh, al» Obmann für die Winterspiele Willi Mohr, beide vom Tv. 184b Gießen, al» Schriftführer Albert eia - witzki vom Mtv. Gießen; die Schied»richter- vereinigung bleibt vertreten durch ihren Obmann für Sommerfpiele Willi Koch vom X.u. Spv. 1860 Warburg und durch den Obmann für Winterspiele August L a n g » d o r f vom Tv 1860
^d-Bauhrim Aufreibern gehören dem Dau- >p elauSschuß die Spielwarte der lech» Xurnbetirk des Gaue» an, deren sorgfältige Auswahl in hen zuständigen DezirkSvortumerstunden nach- drücklich zur Aufgabe gemacht wurde 'chueßlich 'innen sich auch die Mitglieder de» Dauvorstan- de» jederzeit mit Sitz und Stimme an den Der- Handlungen beteiligen, und in diesem Sinne hieß der Leiter der Tagung den Gauobertumwart Wilhelm Will. Dießen, und Vektor Bach. Großen-Linden, willkommen.
Aach dem Bericht de» zweiten Gauspielwart» über das abgelaufene Spiel fahr beteiligten sich an dem Lehrgang für Handball iw Miltelrhcinkreis die Turner Mohr vom Xb. 1846 G eßen und Weickhard 1 und Weisel vom T. u. Spv. Butzbach; der Lehrgang galt hauptsächlich der ffinführung in die neuen Handballregeln, die al» ffuiheit»regeln aller Handball spiel-mden Derbände nunmehr and) für die Deutsche Turnerschaft gelten und anschließend an den Dauspieltag in einer Vach- mittagsfitzung eingehend besprochen wurden. An den Pflichtspielen de» abgelaufenen Jahre» haben zwölf Mannschaften teilgenommen; von den fünf der Meisterklasse wurde der T. u. Spv. Butzbach erster, konnte sich aber weiterhin in hen Spielen der übergeordneten Daugruppe Daugruppe (Hessen. Frankfurt .Einzig und Main- Ofsenbach-Hanau) nicht durch'etzen. Meister der A-ÄlaHc wurde unter vier Mitbewerbern die Mannschasi bet Tv. Lauterbach, in der Jugendklasse kam unter drei Mannschaften der Tv. Wetzlar an die erste Stelle. An Meldungen für da» Spieljahr 1 9 28/29 liegen vor für bte Meisterklasse: Mtv. Gießen, Tv. 1846 Gießen, Tv. 1860 Dad-Vauheim. Tv. Wetzlar und T u. Spv. Marburg. — Für die A-ÄlaHc: Mtv. Gießen. Xv. Vidda. Tv. Wetzlar- Olkbergirme», Tv Wetzlar. Tv. 1846 Gießen. Tv. Heuchelheun. T. u.Spv Butzbach. Tgde. Friedberg, Tv. Al»feld. Tv. Schlitz. Tv. Lauter- Vach und Tv. Burg-Gemünden. — Für die Jugendklasse: Mtv Gießen. Tv. Trei» a. b. Lda., Tgde. Friedberg, T. u. Spv Butzbach — 3m Faustball haben an den Pflichtspielen de» vergangenen Jahres 28 Mannschaften talgenom» men. Bezirk-meister wurden Tv. 1846 Gießen. Tv. Aid da. Tv. Schlitz. Tgde. Friedberg und Tv. Frankenau. Unter diesen errang die Xumgcmeinbc Friedberg die Gaumeisterschaft, konnte sich aber, wie der Handball-Dauineister
Mannschaft einfpirien müsten. Auch iS eine Heu- aut "ellung im gesamten Sturm porgenommen worden, die erst zu beweisen bat ob sie prak» ttsche Vorteile bietet.
Die zweite Mannschaft emp«änat aus eigenem Platz die erste von Aidda. unv wird Arbeit genug haben, an einer Niederlage vorbei- zukommm. Trondem die Mannschaft komplett steht und den ??rtc l de» eigenen Platze» hat. dürste ein Punftegewinn kaum in Frage kommen.
Die erste Jagend die in diesem Jahre sechs ihrer Besten an aktive Mann'chaften abgeben mußte, wird sich mit ihrem Grs atz neu einspielen mü sen. um einigermaßen in den kommenden Spielen abzuschneiden. Die ersten Punkte dürste sie (ich am Sonntag allerding» gegen Tret» holen.
Drakonische (rtraftnahnahmen des W. G.V.
Der Verbands-Fußball-Au»'chuh de» West- deutschen Spielocrbande» Hit jetzt die Strafen für die verschiedentlichen Vergehen aus dem Fußballplatz festgesetzt. SS banb.lt sich um Min- dest strafen, die gegebenenfalls erhöht werden können. Diese Mindest st rasen sind maßgebend für da» gesamte Verbandszebiet und können nicht selbständig von den unteren Instanzen abgeändert werden.
Bei Beleidigung de» Schiedsrichter» wird der betreffenbe Spieler von drei Meisterschaftsspielen ausgeschlossen. Besteht die Beleidigung au» einem tätlichen Angriff, so wird der Spieler auf 6 Monate disqualifiziert. Beleidigung de» Gegners wird mit Ausschluß von 2 Meisterschaftsspielen gesühnt, ein tätlicher Angriff auf den Gegner mit 4 Monaten Disqualifikation, eine Aufforderung zu Unsportlichkeiten wird mit Au-schluß von vier Meisterschaftsspielen bestraft. ^Aohes Spiel" kommt etwa» günstig weg, denn hierauf steht Ausschluß von 2 Meisterschaftsspielen.
V. f. B.
Am fommenben Sonntag tr.tt bic Liga- m a n n f <b a f t feit Längerer Zeit zum erstenmal w-ieder in stärkster Aufstellung, allerdings immer noch ohne den erst am 25. d M. spielbe recht. P werdenden neuen Mittelläufer Aoth. an. Cu hat auf hiesigem Platz die Liga de» Sportvereins Alsfeld zu Gast, ff» ist daS dritte Spiel, in dem sich die beiden Mannschaften gegenüberfteben; die zwei ersten Treffen gewann Alsfeld, beide mit dem gleichen Resultat 5:2. Die Platzmannschaft hat al!o diesmal allen Grund, alle» au» sich hcoauSziigeben. um durch einen klaren Sieg die beiden Niederlagen wieder wettzumachen. Leicht wird es ihr gerade nicht fallen, da AlSseld, daS eine harte Glf stellt, sich wohl zu wehren wissen wird.
D.e A. -H. --Mannschaft trägt aus eigenem Platz da» Spiel gegen die 2. H Fron- Hausen» au». Da» Vorspiel auf dvrttgem Platz gewann B.f.B. knapp mit 2:1.
Die erste Iugendmannschast bat die gleiche Grünberg» ün vierten Diploeuspiel zum Gegner, ffrst vor kurzem noch gelang e» chr, die stark aus gekommenen Drünberger mit 3:1 sicher zu schlagen. Trotzdem sollte sie den Gegner rächt unterschätzen, der ihr unter Hm- ständen eine Ueberraföung bereiten könnte, wenn sie nicht von vornherein auf Sieg spielt.
Ginen recht schweren Stand wird die zweite Jugend in Heuchelheim haben, wo sie im fälligen Pflichtspiel der dortigen Zweiten gegenübersteht, die sich auf eigenem Platz so le.cht nicht schlagen lassen wird.
D.e erste Schülerelf trägt in Aßlar cbenfall» ein Pflichtspiel au» und sollte, nach
Verhängnisse.
Jtomon von Liesbet Dill.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (oaulc). 32 Sortierung. Nachdruck verboten.
Charles starrte vor sich hin. ..Und er wurde später gesunden. Man brachte ihn ihr, und sie legte ibn in den Geldschrank, ohne mir etwas davon zu sagen. Tiber an dem Morgen, als wir dir im Molde begegneten, uw kamst d u denn da her?“
„aus meinem Hause“, sagte Dupon. „Ich war schon am Abend vorher angefommen und durch eine Heine Seitengasse unbemerkt vom Vahnhos in mein Haus gegangen." .
„Du wußtest wohl, daß ich sorigehen wurde?
„3a. das wußte ich.“
,3hr schriebt euch also?“
„3a, wir schrieben uns/
• „Und wer besorgte diese Briese?"
„3d, schickte meine Briese an meine eigene Abresse. Co mären sogenannte Geschäftsbriefe mit grünen Umsck>lägen. die nicht nachgesandt werden sollten. Ich hatte die Post dazu angewiesen, und Odette holte sie sich dann ab/
„Also ein ganzes «System. Und wie lange hat bas gedauert?“
„Ungefähr ein Jahr.
„Und es sand feinen Abschluß an dem Todestage der Longeoille?“
„3a, da haben mir uns zum letzten Male ge- kJlnb bann? Deshalb bist du nicht hervor, getreten mit diesem (teftänbni» und haft afles über Odette ergehen lassen und thr alles überlasten? rief Charles. _ - . u.
„Das mußte ich. daß du das fragen wurdest , sagte RenL „Bei Gott, an mir Hal es nicht gelegen. Aber Odette wollte nicht. Sie flehte mich an, nichts zu sagen, um dich zu schonen.
..Mich?“ lachte Charles höhnisch auf.
„Ich hatte mich Odette Mort zur Verfügung ge- stellt. Ich wollte mich nicht Drücken'. Ich wollte dir alles sagen und die Folgen auf mich nehmen. Aber sic wollte es nicht. Der Rus deines Kaufes stand auf dem Spiel/ . , .
,JDas hätte sie sich vorher überlegen sollen , sagte Charles.
„Vorher? Wenn man liebt, Charles .. - vedenn man da etwas vorher? Man sieht sich, und es ist aus mit der Vernunft.“
„Ja, das steht so in Romanen/
,Lch konnte nicht eingreifen; ich durste '«ich nicht demaskieren. Das Gericht erschien sofort. Dbrtts
Butzbach in den Gaugruppcn'pielen ebenfalls ncht durchsetzen. In der A-<Lalk wurde die zweite Wcnnchast des Tv. 1846 Gießen al» Gaumeifter ermittelt in der Iugendk.afle der Tv. Holzheim; Gaumeister der Turnerinnen wurde die Aufstellung de» Tv 1846 Dießen, die aber infolge verschiedener Hmftänbe zu den Spielen ün größeren verband nicht an treten konnte Die Bildung einer Daumeifter- klaffe für Svm in erspiele wurde in die Dege geic.tet dergestalt, daß die in den Bezirks- sp.elen 1927 28 ermittelten «echs Bezirksmeister d.e erste Aufstellung im Dau darstellen fallen. In den folgenden Jahren rückt der jeweils beste Bez:rk»meister in die Dauklass« auf, während der schwächste der Gaukiasle dafür au-sche-ck>et. Die gaubeste Mannschaft nimmt alSdann den Kampf innerhalb der übergeordneten Daugruppe auf. Die spielsreudigen Schüler (bis zu 14 Jährens fönten unter Zustimmung der Verein»leitungen zu Schülermannfchasten zufammengefaßt werden, allerdings ohne sie dadurch der allgemeinen turnerischen Ausbildung zu entfremden. An Lehrgängen, verbunden mit Schiedsrichterprüfung, sanden im Gau statt, für Handball zu G ehen mit 14 Turnern, von denen 11 die Schiedsrichterprüfung bestanden-, — für Sommerfpiele (Faustball, Schlagball. Schleuderball. Trommelball, Barlauff in Lauterbach mit 16 Turnern, von denen die Prüfung für Schlagball vier Turner, für Faustball und vchleuderball je fcchS Turner bestanden. Indessen erwartet d.e Dauspielleitung insbesondere von ländlichen Vereinen eine noch bessere Beteiligung an künftigen Lehrgängen, zumal sie auch weiterhin verkehrsgünstig gelegt werden sollen. Die Schiedsrichtervereinigung umfaßt zur Zeit 22 Mitglieder für Handball, je sechs für Faustball und Schleuder ball, vier ftlr Schlagball, so daß neben der Förderung der gangbaren Spielarten (Handball und Faustball) auch die Ausnahme der anderen Spiele angeregt wurde
Sinern Austausch der Schiedsrichter innerhalb der Daugruppe Wa n-Lahn vermag sich der Gau- spieltag nicht anzuschließen. einmal der beträchtlichen Mehrkosten wegen, und zum andern au» der ftcbcrzeugung herau». dah die gaueiqcnen Schiedsrichter mit der gleichen Unabhängigkeit auSzustatten sind, wie sie die gaufremden mit» bringen sollen. In diesem Zusammenhang tote» der ® auoberturntoart zum Schluß daraus hin, dah im Dau Hessen erhebliche Strafen gegen Spieler nicht zu verzeichnen sind; di« Mann- schasten sollten durch die Pflege persönlicher Bekanntschaft und durch heilere Geselligkeit vor und nach dem Spiele dazu erzogen werden, auch bei steigender Spielerregung im Gegner immer noch den Turn freund zu sehen.
Mtt einem für die Schiedsrichter verbindlichen Lehrgang fand die anregende Tagung nach- mittag» khr Snde.
Handball im Männer-Turn-Derein.
Der Beginn der BerbandSspiele tm Dau Hessen am kommenden Sonntag sieht den Männerturnverein mit drei Mannschaften in Front. In der Meisterklasse, A-Waffe und Jugend beteiligt sich der Verein an den DerbandS- spielen.
Die erste Mannschaft fährt nach D a d - A a u- h e i m, um gegen den dortigen Turnverein zu spielen. Das Stärkeverhältnis der Nauheimer in diesem Jahre ist zu wenia bekannt, um eine Voraussage zu treffen. Fest steht aber, dah die Männertumer alles daransetzen müssen, um zwei wertvolle Punkte mit nach Hause zu bringen. Erstmalig spielen in der Mtv.-Mannschaft zwei neu«. Spieler mit. die zwar dem StärkeverhaitniS der anheim entsprechen, sich aber erst in der
d'ori war auch fein Rahmen für sie. Das magst du bestreiten, du konntest ja auch nichts daran andern, aber diese kluge, schöne Frau in dem engen dunklen Kontor sitzen zu sehen, um Rechnungen zu schreiben, und ihr nichts zu geben als ein Dach uberm Kopf, einen gedeckten lifd), na, und das bißchen Familicnglück .. /
„Ah, du haft ihr also die Raupen in den Stopf gesetzt von den Reisen und der Atmosphäre, die man nicht mehr vertrug?“
„Rein, Charles, ich habe nie etwas getan, was gegen dich gewesen wäre. Aber Odette tot mir leid. Das hat sie jo olles gewußt, als sie dich heiratete, wirst du sagen. Gewiß hat sie das gemuht, aber sie hat nicht gewußt, was ein Leben in einer Stadt wie B. bedeutet, und der Lion d'ott mit seinen niedrigen, verräucherten, altmodischen Stuben ist kein Palast. Sic hat dich gern gehabt, ober was für ein Leden Hot sie denn dort geführt? Die stolze Madame Gontard hat diele Schwiegertochter ins Hous genommen und ihr täglich gezeigt, daß sic nicht hineinpaßte, flann man ihr verübeln, daß sie das eher einsoh als du? Du warst ja blind und verliebt. Nachher haft du sie eingestellt in diesen Betrieb, und sie hat sich fügen müflen. Host du dich je über sie zu bellogen gehabt? Rein, sicher nicht. Ader kann man es ihr verargen, wenn sie wünschte, hinouszukommcn, weit fort?“
„Noch Marokko?“
„Nicht nach Marokko, Charles. Eine kurze Reise hätte genügt, ans Meer, ins Gebirge, irgendwohin in andere Luft. Du hast sie nie gefragt, und sie bat nutzt bitten wollen. Sie war ja arm. bas hat sie täglich hören muffen von Madame. Sie war nicht Hausherrin, sondern immer nur die Schwie- gertochter von Madame. Und dos hat auf ihr ge- taflet."
„Davon habe ich, weiß Gott, nie ein »ort gehört.“
„Nun, bann höre es letzt von mir, da mir uns Sim letzter. Male sehen, Charles. Bewahre dir bettel Cs ist eine Frau, wie man sie nur fetten findet. Diese Reise ist schon eine Tal'. Losie sie ben Anfang bilden zu einem anderen Leben. Und ihr werdet glücklich fein."
-Du hattest Advokat werden muffen", höhnte Q^arles. „So host du dich in deinem Leben noch für niemand eingesetzt! Das scheint dir ja mächtig am Herzen ju liegen, wie ich mir Odette künftig lebe.“
„Das ist mir auch wichtig " RenL sah ihn fest an. ,M möchte, daß ihr glücklich werdet."
„Nun, dazu hast du dein teil beigetragen!
die Sache ging mir wahrhaftig
denkst, ich bin fentimental geworden, Charles? Ader du hast deine Frau gar nicht gekannt. 53er» zeih, sie war viel zu schade für B. Und der Lion
bren prächngen Leistungen neun l'orfonntag »u schi eßen ein gute» Resultat mit nach Haus« bringen.
ÖpielDcrtiniflunfl 1900 Ziehen.
ö. Am kommende'' Sonntag ruht die Ligaeif. um lür die am 30. September beginnenden Meisterichastsspirie gewappnet au fein.
Die Ligareferve trägt m Lollar das Ruck'piel au». Port wird ihr wohl da» Stegen nstcht so leicht gemacht werden, wie am Vorsonntag br D.eße.r Zu der vollzädllgen Lll de» Lollarer Sportverem» kommt noch der fremde, in seinen Ausmaßen rech: knapp bemessene Sportplatz hmzu ffin Unentschieden zu erringen sollte aber immerhin für die Gießener im Bereich der Möglichkeit liegen.
Die Dritte ff l s empfängt als Aückspiel- £igncr LIchS zweite Mannschaft, über die den inheimischen ein sicherer Sieg gelingen sollte. norau»ge<eDt. daß Ltch nicht Derstärkunaen au» der ersten fflt heranzicht. Aixd da» Vorspiel in Lich sah die Blauweißen aus Gießen siegreich
Die 3ugcnbabtellung will erstmals fünf Mannschaften in den Kamps schicken, wovon drei Pftichtlpiele und zwei Frermdschast»spiele austragen. 'Sic 1. Jugend hat aut eigenem Platz Loubachs 1. Jugend zum Gegner Der Ausgang ist ungewiß, da 1900 zahlreichen ffriatz rinstellen muf». ff den so ergeht c» der 2. Jugend. die da» Pllichtspiei gegen Großen- Buseck» 1 Iugendels sührt. Das Spiel findet in Große»-Buieck statt. Gleichfalls dorthm fährt die 1. Schülermannfchast. Die .Meinen, die in ihren seitherigen Spielen ganz famose techmsche Leistungen boten, sollten m Großen- Buseck siegen, ffrstmals in dieser Saison spielen 3. Jugend- und 2. Vchülermannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen. Als Gegner kommen die 1. Jugend- und die 1 Schülerelf von Garbenteich bzw. Hermannstein in Frage. Gin endgültiger 'Beschluß war bei der Niederschrift dieser Zeilen noch nicht getroffen.
Arbeiter-Turn« und Sportbund.
In den lireisklosienspielen hat am kommenden Sonntag Gießen I. — West end 1. zu Dost. Westend, der Süddeutsche Derbondsmeister, bnt wohl in feiner Mannschaftsaufstellung eine Aende- rung vornehmen müssen, trotzdem wird Gießen einen schweren Stand gegen diesen Gegner haben und eine Niederlage hinnchmen müssen.
In der ersten Bezirksklasse hat Gießen Ib —- Wetzlar I. zu Gast. Hier treffen gleichwertige Gegner auseinander, wovon der glücklichere Sieger bleiben wird. — Heuchelheim» Erste fährt nach Alsfeld. Auch dort treffen zwei glcichwcr- tlgc Gegner aufeinander, wobei Alsfeld den Vorteil des eigenen Platzes hat und wobl Sieger bleiben wird. — Wiefecks Erste fährt noch Marburg, um gegen die dortige erste Mannschaft anzu treten. Auch dieses Spiel wird die Gäste al» Sieger sehen.
In der zweiten Maste bat Wieseck ll. - Naunheim II. 311 Gast, und wird auch aus eigenem Platze gegen die spielstarken Naunheimer ein» Niederlage hinnehmen müssen. — Rodhefm I. hat Binzenbach I. bei sich. Zwei gleichwertig» Nachbarvereine werden sich hier ein scharfes Spiel liefern, besten Ausgana ungewiß ist. — Oopen- rod l. fährt nach Hungen. Spielerisch zwei gleichwertige Mannschaften treffen hier aufeinander, wovon der glücklichere Sieger bleiben wird. — Dau bringen I. hat Großen-Linden 1. zu (Haft. Der Ausgang diese» Spiele» ist offen. — Alsfeld II. fährt nach Hachborn und wirb oon der Dortigen I. Mannschaft eine Niederlage hin- nehmen müssen.
„Ich mochte, daß du meine Worte ernst nähmst, Charles. Sieh nicht auf das zurück, was mar! Dir beide haben schuld, Odette und ich, aber wir hoben diese Schuld gebüßt. Wir sind fertig damit.“
„So?“ rief Charles mit blitzenden Augen. „Und ich, und ich?"
„Du?" Ren» sah ihn groß an. „Du haft auch deinen Teil an dieser Schuld und hast sie noch ab- zutragen Darum kommt niemand herum, niemand aus Erden Ihr könnt noch glücklich werden, ihr beiben. Vielleicht ist es nicht dasselbe, was ich unter Glück verstehe?"
„Sicher nicht", sagte Charles, der im Zimmer auf und ab wanderte.
„Aber es paßt auch nicht jedes Gluck auf jede« Menschen. Der eine braucht es in kleinen Dosen, her andere nimmt die ganze Schachtel und vergiftet sich damit. Du wirst den mittleren Weg wählen, Charles /
„Und Odette, die du so gut zu kennen scheinst?
^Odette hat gewählt", sagte Dupon
„Weil sie nicht mit nach Marokko ging?" höhnte Charles
„Versteh' mich. Charles. Du warst immer ein edler Mensch Mein Vater sagte schon, die Gon- tarbe sind anständig bis in die Knochen."
Charles lachte auf. „Cs sind dumme Tölpel“, sagte er, „die in Theaterstücken den Harlekin geben, der vor Columbine kniet, während draußen der Richtige wartet. Cdelmut? In dieser Welt werden die (Bontarbs immer die Dummen fein und ben kürzeren ziehen. Und die richtigen Helden mit dem Mester im Gürtel werden mit Beifall überschüttet.“
„Cs handelt sich hier um Odette", sagte Rens. „Eie hat die eisernen Stacheln gefühlt und bas Nab ist über sie gegangen. Märtyrer imponieren mir gar nicht mehr Alles hat sie ausgehaltcn meinetwegen und wegen deiner Shriber Sie hat lllem stanbgehalten wie eine Heldin. Für bid>_ — vielleicht auch für mich. In meinen Augen gebührt ihr ein Denkmal so gut wie ber Ieanne d'Arr. /
(Er schaute noch Charles hinüber ber unbeweglich an der offenen Balkontür stand und In die Dämmerung starrte.
„Run wirst du heimgehen, aller Freund, es Fff >pät geworben. Mein Diener kommt gleich -^iruck. versprich mir nur eins: baß du Dori hältst. Ri^ hörit du, Charles, darf sie davon etwas erfahren Ich reife morgen früh, ihr werdet nichts mehr oon mir Horen, bis die Anzeige kommt, die mtt bem schwarzen Ranb. Ober bu erfährst es von bem Notar. Ach, mir ist es nun leicht, aber Ich mäAM daß bu mir noch einmal betne Hand gibst. Charles Du kannst es nicht? Das tut mir leib."
(Fortsetzung folgt)


