wrtotrfen. Im Prinzip erklärte sich Bürgermeister Seih mit der svzialdemokratckchen Partei bereit, mit den übrigen Parteien m Verhandlungen einzutreten, um zu einer für berde Teile befriedigenden Lösung zu gelangen.
Ein pole wird Danziger Lotsenkommandeur.
Danzig. 18. Ott. (Pttv.-Tel.) Auf eine deutschnationale Anfrage im Danziger Volkstag gab der Senat bekannt, daß nach einer Entscheidung des neutralen Präsidenten des Danziger Hafena usschusses, des Obersten de Loes, die Stelle des Lotsenkommandeurs abwechselnd mit einem Polen und einem Danziger beseht werden soll. Nachdem diese Stelle bisher von einem Danziger beseht gewesen sei, müsse nunmehr ein polnischer Staatsangehöriger für diesen Posten berücksichtigt werden. Oberst de Loes hat weiterhin entschieden, daß für die Besetzung der beiden Posten der Kommandeure. die unter dem Lotsenkommandeur arbeiten, ein Danziger und.ein Pole in Frage kommen sollen. Bei der letzrgen Stellen- Neubesetzung soll der Kommandeur des Auhen- hafenbezirkes eine Danziger Persönlichkeit fein, während für den Jnnenbezitt ein Pole ernannt werden soll.
Oer Generalstreik in Lodz.
Unveränderte Lage.
Warschau, 17. Ott. (TU.) Die Lage in Lodz hat auch weiterhin keine wesentliche Aenderung erfahren, mehrere fliegende Streikausschüsse, die aus 30 bis 50 Arbeitern zusammengesetzt waren, zogen durch die Stadt und entfernten mit Gewalt alle Arbeiter, die aus irgendwelchen Gründen ihre Arbeit nicht niedergelegt hatten. Dienstag abend kam es auf einer Versammlung zu einem Zusammenstoß zwischen den Komnru- nisten und Sozialisten, der so heftig war, daß die Polizei mit blanker Wafte erngreifen muhte, wobei einige Teilnehmer schwere und mehrere andere leichtere Verletzungen davon- trugen. Lieber 30 Kommunisten wurden im Laufe des Tages verhaftet. Die angesagte Schlichtungsbesprechung findet erst Donnerstag im Arbeitsministerium statt. Die Streikgefahr im DombrowerGebiet scheint zunächst beseitigt zu sein, da es den beiderseitigen Vertretern gelang, eine Einigung zu erzielen, wonach den Arbeitern eine sechseinhalbprvzentige Lohnerhöhung vom 1. Oktober an zugesagt wurde. Der Streik in Cze n st och au hat dagegen am Dienstag an Umfang zugenommen.
Lingam und die Fnedensverttäge
Eine Warnung Graf Bcthlens.
Budapest, 17. Ott. (WB.) Auf einer Kon- ferenz der Regierungspartei wies Ministerpräsident Graf Bethlen die Dorwürfe oppositioneller Politiker und Zeitungen zurück, dah die Regierung feig« und untätig sei und noch immer keine amtlichen Schritte im Interesse der Revisionder Friedensverträge unternommen habe. Er müsse nicht nur die Partei, sondern das ganze Land vor der Meinung warnen, daß aus mächtige Trompetenstöbe di« Mauern von Jericho zusammenbrechen würden. Zur Lösung dieser Fragen bedürfe es vor allem günstiger auhenpolitischerKon- st e l l a t i o n e n. Die ungarische Regierung habe sich bisher jedes amtlichen Schrittes in der Revisionsfrage pflichtgemäß enthalten. Andererseits achte sie natürlich sorgsam darauf, daß bei der Verhandlung über andere Fragen und bei dem Abschluß von Verträgen nichts geschehe, was die Revision präjudizieren würde. Jedenfalls wäre es durchaus verfehlt, wenn man die Frage der Revision zur Grundlage der Partei- Politik machen wollte. Den Repisionsaedanken könne keine Partei für sich allein in Anspruch nehmen, denn diese Frage sei nicht Sache einer Partei, sondern der ganzen Ration.
Neuer Kurs in Ungarns Minderheitenpolitik?
Bethlen über die Lage der Deutschen in Ungar«.
Budapest, 13. Ott. (T. LI.) Ministerpräsident Graf Bethlen besuchte die deutscheGe- meinde in Wolfs bei Oedenburg. Dor einer Abordnung aller deutschen Gemeinden der Oedenburger Gegend hielt er eine Rede über die Nationalitätenfrage und über die Lage der Deutschen in Ungarn. Er sagte, er benutze in seiner Ansprache die deutsche Sprache, nicht bloß deswegen, weil er als Regierungschef gesetzlich verpflichtet sei, mit der deutschen Bevölkerung deutsch zu reden, sondern er folge damit auch einem Zuge seines Herzens. Die deutschsprechenden Gemeinden der Oedenburger Umgebung hatten durch ihre Volksabstimmung ihre Treue zu Ungarn bewiesen und hätten dadurch ein Zeichen dafür gegeben, daß, wenn die Volksabstimmung auch in anderen Gegenden durchgeführt würde, die von Ungarn gewaltsam abgetrennt worden find, nicht nur die Ungarn, sondern auch die deutschsprachigen Bürger für ihr Vaterland eintreten werden. Für diese Treue zum ungarischen Vaterland gebühre den deutschen Gemeinden in der Umgebung Oedenburg« ein doppelter Dank. Erstens müsse der ungarische Staat alles tun, damit sie wirtschaftlich Ersah dafür bekommen, daß ihr Rachbargebiel zu einem anderen Staate gekommen ist. zweitens müsse alles unternommen werden, daß die ungarische Oeffent- lichkeit jedes Mißtrauen gegenüber den Deutschen in Ungarn fallen läßt. Die ungarische Oeffentlichkeit müsse darüber ins Reine kommen, daß für die Vaterlandsliebe nicht mir die Muttersprache maßgebend ist. Es hat im vergangenen Jahre Leute gegeben, die kein Wort ungarisch sprechen konnten und trotzdem gute ungarische Patrioten waren. Andererseits hat es auch solche ungarische Staatsangehörige gegeben, die keine andere Sprache kannten als die magyarische und trotzdem haben sie das ungarische Vaterland verraten. Der Ministerpräsident erklärte, dah die ungarische Regierung wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft alles tun werde, damit der Unterricht auch für die Deutschen in der Muttersprache erteilt werde. Die Deutschen sollten aber danach trachten, auch die Staatssprache
England MddieReviswndesIawesplMs.
Parker Gilberts Londoner Besprechungen. - Churchill hält eine Lleberprüsung der deutschen Zahlungsverpflichtungen nicht für dringend und auch nur im Zusammenhang mit einer Verminderung der alliierten Kriegsschulden für möglich.
London. 18.Ott (WTB. Aunkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Die Besprechungen, die der Reparationsagent Parker Gilbert gegenwärtig mit L h u r- chill und führenden Beamten des Schatzamtes hat, beziehen sich auf seinen Vorschlag, dah die deutschen Gesamtverpflichtungen vermindert und endgültig fest gesetzt werden sollten, dah Deutschland sich zur Bezahlung dieser verminderten Summe verpflichten soll und dah der Transferausschuh aufgelöst wird. 3n englischen maßgebenden Kreisen werde aber, so führt das Blatt aus. die Notwendigkeit einer Revision des R e p a r a t l o n s v e r t r a g e s nichtfürsodringendangefehen. Deutschland habe bisher seine Verpflichtungen aus dem Dawesplan ohne Mühe erfüllen können und es scheine kein Grund zu der Sorge zu bestehen, dah es nicht imstande sein wird, die volle Annuität im Laufe des gegenwärtigen Dawesfinanzjahres zu bezahlen. Außerdem werde eine Herabsetzung der Gesamtentschädigung ohne eine gleichzeitige entsprechende Verminderung der alliierten Kriegsschulden an die Bereinigten Staaten eine sehr schwere Last auf England legen, denn die kontinentalen Alliierten
würden auch diesmal wieder fordern, dah die gesamten Reparationen den zerstörten Gebie- t e n zugute kommen.
Parker Gilbert selbst, heiht es in dem Artikel weiter, gibt zu, dah keine unmittelbare Aussicht auf eine Revision der verschiedenen Schuldensundierungsab- kommeu durch Amerika bestehl. (Er teilt auch die Ansicht der britischen Sachverständigen, dah gegenwärtig nur ein kleiner Teil der Dawes- entschädigung in Form von Anleihen auf dem internationalen Geldmarkt mobil gemacht werden könnte. Und auch dieser kleine Teil nur gegen hohe Kosten. Anderseits ist das britische Schatzamt geneigt, dem Generalagenten beizupslichten, dah es ratsam wäre, die Transserklausel des Dawesplanes zu beseitigen, wenn Deutschland eine entsprechende Garantie bieten kann, die aber erst noch gefunden werden müsse. Der Korrespondent meint, wahrscheinlich werde die Jrage nach Erledigung der amerikanischen Präsidentschaftswahlen wieder mit dem britischen und den anderen alliierten Schatzämtern erörtert werden. Bis dahin müsse die ganze Stage In der Schwebe bleiben.
Die Reform des Schlichtungswesens.
Die Arbeitgeberverbände fordern nach wie vor gesetzliche Einschränkung der Verbindlichkeitserklärung.
Berlin, 17.Oktober. (WB.) Die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände teilt mit: Die bisher über die gestrige Besprechung im Reichsarbeitsministerium veröffentlichten Mitteilungen können jum Teil den Eindruck auskommen lassen, als wenn auch dieArboit- geberfreife mit der von dem Herrn Reichs- arbeitsminiffer am Schluß der Sitzung abgegebenen Erklärung in vollem Umfange einverstanden gewesen seien, dah eine Aenderung der geltenden Schlichiungsverordnung durch Gesetz nicht erfolgen, sondern lediglich im Be r roal- tungswege eine Einschränkung der Handhabung des ftaatlidjen Zwangseingriffes in die Gestaltung der Arbeitsbedingungen stattfinden solle. Demgegenüber ist fesizustellen, dah der Berfreter der Arbeitgeber auf die diesbezüglichen Ausführungen des Herrn Reichsarbeitsministers ausdrücklich die Erklärung abgegeben hat, dah, so begrüßenswert auch eine im Rahmen des geltenden Rechtes erfolgende Einschränkung der Berbindlich- teifsertlärung von Schiedssprüchen sei, doch darüber hinaus gesetzgeberische Maßnahmen, d.h. die Aenderung der geltenden Schlichtungsverordnung durch Reichsgeseh zur Erfüllung der Reformwünsche der Arbeitgeber erforderlich sei. Dementsprechende Gegenvorschläge würden dem THinifterium in nächster Zeit
unterbreitet werden. Die Arbeitgeber sehen mithin die $ rage einer Reform unseres heutigen Schlichtungswesens durch die Besprechung am 16. Oktober nicht als erledigt an.
Oer Schiedsspruch für die M.-Glsdbacher Textilindustrie
M.-G l a d b a ch, 17. Ott. (WTB.) Der vom staatlichen Schlichtungsausschuß gefällte Schiedsspruch für die Textilindustrie im M.-Gladbacher Dezitt bestimmt, dah zum Zeitlohn der Hilfsarbeiter und Hilfsarbeiterinnen ein Zuschlag von 5 Prozent tritt. Für die Berechnung des Akkordlohnes soll als Sticharbeiter der 70. (bisher der 60.) von 100 Arbeitern treten. Er muh 15 (bisher 10 bis 25) Prozent Verdienst über den für die Akkordberechnung maßgeblichen Zeitlohn erreichen. Die Arbeit soll baldmöglichst wieder ausgenommen werden. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden, und das Arbeitsverhältnis soll als nicht unterbrochen gelten. Der Lohntarif soll erstmalig zum 1. April 1930, der Manteltarif erstmalig zum 31.Dezember 1930 kündbar sein. Die Ettlä- rungssrist für die Parteien läuft bis zum 20. Oktober 12 Llhr mittags. Für den Bereich des früheren Schutzverbandes Niederrheinischer Seidenwebereien in Viersen wurden den Parteien besondere Verhandlungen aufgegeben.
zu erlernen. Daß die Deutschen es in Llngarn in der Vergangenheit stets gut gehabt haben (?), gehe daraus hervor, dah immer wieder neue Züge von deutschen Einwanderern nach Ungarn gekommen sind.
Ein amerikanisch-russisches Geschäft.
Verhandlungen über russische Borkriegsschulden.
Paris, 17. Ott. (WB.) Wie dem „Reuhork Herold" aus Reuyork gemeldet wird, hat die international General Glettric Company Verträge zwecks Aufnahme der Geschäftsbeziehungen zu Sowjetruhland abgeschlossen. Danach sollen die Sowjets sich bereit erklärt haben, über die S chu l de nf vr d e r u ng en der Gesell- schaft gegenüber der alten kaiserlichen russischen Regierung in Höhe von 179 Mill. Dollar zu verhandeln. Der Der- trag sehe den Kauf von elektrischen Apparaten und Materialien in Höhe von 5 bis 10 Millionen Dollar in den ersten beiden Jahren und, wenn diese Geschäfte zur Zufriedenheit abgewickelt werden, Käufe in Höhe von wenigstens je 4 Millionen Dollar in den darauffolgenden vier Jahren vor. Die Sowjets müssen 25 Prozent des fälligen Kaufpreises vor Verschiffung der Waren bezahlen und den Rest durch Wechsel, die in einem Zeitraum von fünf Jahren vom Augenbllck der Verschiffung an fällig werden Die Ansprüche, die die Gesellschaft gegenüber den alten Forderungen geltend machen will, bef-efen sich nach einer Aussage des Direktors der amerikanischen Gesellschaft auf 1 750 000 Dollar.
Kleine politische Nachrichten.
Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat dem Reichspräsidenten anläßlich des 2Dlebens seines Schwiegersohnes sein aufrich- ttges Beileid ausgesprochen.
Als Nachfolger des aus dem Reichsfinanzministerium ausscheidenden Ministerialdirektors Lotholz ist Ministerialrat Graf Schwerin v. Krosigk, der seit Jahren als Generalreferent in der Etatabteilung des Reichsfinanzministeriums tätig ist, in Aussicht genommen.
Der frühere Ssnatspräsident beim Reichsgericht und jetzige Reichstagsabgeordnete Lobe, der als Mitglied der Volksrechtpartei vom Wahllreis Chemnitz in den Reichstag gewählt wurde, ist der Demokratischen Reichstagsfraktion als Hospitant beigetreten. Lobe wird im Strafrechtsausschuh des Reichstages neben dem Abg. Dr. Ehlermann einen Sih der Deutsc^n Demokratischen Partei einnehmen.
Aus aller Well.
3n Prag bisher 44 Leichen geborgen.
Die Bergungsarbeiten auf dem Trümmerfelde der Daukatastrophe am Poric gehen nunmehr, da man mit Sicherheit damit rechnen kann, keine Menschen mehr,lebend zu bergen, in Ruhe vor sich Die Militärmannschaften sind abberufen worden. Rur noch die Arbeiter der Daufirma und Feuerwehrleute räumen die Trümmerstätte auf. Im Laufe des Dienstag und Mittwoch wurden vier weite re Leichen geborgen, so dah sich die Zahl der Toten nunmehr auf 44 erhöht.
Große Sturmschäden in Südweslrußland.
In Kertsch und Anapa wütete ein orkanartiger Sturm, der ungeheuren Schaden an richtete. Die Menschen wurden vom Sturm einfach zu Boden geworfen, viele Haüfer wurden abgedeckt und sonstige Verheerungen angerichtet. Die Fischerboote wurden auf offenem Meer überrascht und sanken. Von den zu Hilfe eilenden Dampfern ist ebenfalls einer untergegangen. Sechs Parkassen find gestrandet. Von den an Bord der Fischerboote und Dampfer befindlichen Besatzungen konnten nur acht Mann gerettet werden.
hünefeld auf dem Wege nach Tokio.
Freiherr von Hünefeld und Lindner sind mit der „Europa" Mittwoch abend in Schanghai nach Tokio gestattet.
Heber eine halbe Million Lire unlerschlagen.
Der angesehene Kassierer der Elektrizitätswette von Via Reggio, der auch Funktionär dortiger Spottvereine war, ist nach Llntettchlagung einer Summe von über einer halben Million Lire flüchtig geworden und hat sich bald darauf selbst gestellt. Er hat seit 1925 zur Deckung von Kassa-Abgängen in der Lotterie gespielt und dabei allein 40 000 Lire verloren.
Ein inlereffanter Bergleich.
Im Falle des Kernmachers Kühr, der im Verdacht stand, xur Erlangung einer Versicherungssumme von 30 000 Mark absichtlich einen Unfall herbeigeführt zu haben, bei dem ihm ein Eisenbahnzug dasBein abtrennte, ist jetzt durch einen bekannten Berliner Rechtsanwalt ein Vergleich mit den beiden beteiligten Versicherungsgesellschaften herbeigeführt worden, durch den Kühr die Hälfte der Versicherungssumme ausgezahlt erhält. Kühr war von der Anklage des Versicherungsbetrugs freigesprochen morden, obwohl im Urteil ausdrücklich betont war, daß der Verdacht gegen Kühr b e - stehen bleiben müsse, daß aber ein Betrug nicht nachweisbar fei. Interessant an dem Zustandekommen des Vergleiches ist, daß Kühr keine rechtliche Möglichkeit befaß, die Versicherung zur Zahlung zu zwinaen, da im Zivilprozeß ihm die Pflicht obgelegen hätte, nachzuweisen, daß es sich um einen nicht künstlich herbeige - führten Unfall handele. Kühr konnte aber kei
nerlei Zeugen des Unfalls benennen. Die Reichsbahn hat die Schadenersatzansprüche Kührs bereits anerkannt.
„Institut für blinde Passagiere."
Der Kriminalpolizei von Bremerhaven gelang es, ein in einem dortigen kleinen Hotel betriebenes „Institut für blinde Passagiere" auszuheben. Gegen stattliche Honorare verschafften dort drei italienische Agenten Auswandernden, namentlich Italienern, Gelegenheit, als blinde Passagiere nach den Vereinigten Staaten zu kommen. An Bord eines Schiffes konnte die Kriminalpolizei noch 13 bereits eingeschmuggelte blinde Passagiere festnehmen.
Kunst und Wissenschaft.
Hermann Sudermann schwer erkrankt.
Hermann Sudermann, der im Vorjahre noch geistig frisch und körperlich gesund seinen 70. Geburtstag feiern konnte, ist lebensgefährlich er. krankt. Er mußte ins Sanatorium Fürstenberg übergeführt werden, wo er schwer krank darnieder» liegt. Seine linke Körperseite ist vollständig gelähmt.
Die Gemäldegalerie des Bürgermeisters Six unter dem Hammer.
In Amsterdam kam die berühmte Gemäldesammlung von Bürgermeister Six, einem Zeitgenossen und guten F r e un de Rembrandts zur öffentlichen Versteigerung. Der Andrang zu dieser Auktion, einer Sensation in der Kunstwelt, war so groß, daß die Menscyen an den zwei Schautagen Monn für Monn an den Bildern oorbeigelassen werden mußten. Von den 56 Gemälden erster holländischer Meister und zehn Stichen und Radierungen von Rembrandt haben manche unglaublich hohe Preise erzielt. Ein holländisches Interieur von Pieter de H o o g h wurde vön der Rembrandt-Vereinigung für das Amsterdamer Rijksmuseum um 140 000 Gulden (etwa 220 000 Reichsmark) erstanden. Ein kleines Bild von I a n S t e e n , eine Austernesserin, erzielte 190 000 Gulden. Eine Landschaft von Hob- b e m a 360 000 Gulden (etwa 575 000 Reichsmark). Sir Henry D e t e r d i ng , der Direktor der holländischen Petroleumgesellschaft Shell, hat für das Museum im Haag ein Gemälde von Terborgh, ein Mädchen beim Lesen eines Briefes darstellend, um 290 000 Gulden gekauft. Viele der Bilder werden ins Ausland nach Frankreich, England und Amerika gehen. Die Familiengemälde kamen nicht zur Auktion und werden weiter in einem Privatmuseum vereint bleiben.
Erfolge der deutsch-russischen Pamirexpedition.
Mehrere Teilnehmer der deutsch-russischen Pamir- expedition haben unter der Führung von Gorbunow die sagenhafte Grotte Salyk-Tasch» U n k j u r am Rang-Kul-See entdeckt. In der Grotte sollen noch einer alten lleberlieferung, von der die Einheimischen zu berichten wissen, riesige Schätze, „merkwürdige Menschenknochen" und an die Wände geheftete Schädel verborgen sein. Der Zugang zur Grotte ist 20 Meter breit und 15 Meter hoch. Durch einen 300 Meter langen Gang gelangten die Touristen in einen faalartigen Raum, in dein auch wirklich Menschenknochen gefunden wurden. In jähem Absturz führt der Gong sodann über hochaufgetürmte Steine in die weite- ren Räume der Grotte hinab. 9m letzten Grotten- saal fanden die Touristen einen Zettel, der von Teilnehmern der Golowin-Ex pedition im Lahre 1898 an dieser Stelle zurückgelassen war. Auch die Touristengruppe mit Gorbunow an der Spitze ließ bei ihrem Besuch in der Grotte einen ähnlichen Zettel zurück.
Oie Wetterlage.
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rLc.rcrvoraussage.
Die milden ozeanischen Luftmassen, die das Jslandtief mit sich führt, die bereits ganz Deutschland überflutet haben, liehen die Temperaturen in den heutigen Morgenstunden bis 12 Grad Celsius ansteigen. München hatte gestern minus 3 Grad Celsius, heute morgen plus 11 Grad Celsius. Die gegenwärtige Druckvetteilung läßt noch kein beständiges Wetter auskommen. Weitere maritime Luftzufuhr dürfte im wesentlichen den gegenwärtigen Witterungscharatter begehen lassen.
Wettervoraussage für Freitag: Wechselnd wolkiges Wetter mit vereinzelten Niederschlägen.
Witterungsaussichten für Samstag: Vorläufig nur noch wenig Aenderung der Wetterlage.
Lufttemperaturen am 17. Oktober: mittags 6,8 Grad Celsius, abends 10,6 Grad Celsius: am 18. Oktober: morgens 11,2 Grad Celsius. Maximum 11,3 Grad Celsius, Minimum 1,9 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 17. Oktober: abends 4,4 Grad Celsius: am 18. Oft.: morgens 6,2 Grad Celsius. — Niederschlag 2,8 Millimeter.


