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Nr. 141 Erster Blaff

178. Jahrgang

Montag, 18. Juni 1928

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dmd imö Derlofl: Brühl'fd?e Unive.fitätL vucb und Steiiörnderci R. Lange in Sietzen. Schnftleitnng und Seschästzftelle: Zchulftraße 7.

leeaget pon Sejtiae» für dte lagcnummcr bi« jum Tlacbmihag oorbtx.

für TInjeiqrn von 27 mm Brette örtlich 8, au,märt« 10 Retchipsennig. für Re» itlameanjeigen ron 70 i m

Blatzvorschnn 20' mehr.

Ehefredakteur

Dr Jnebi. öilb Lange. Derantwortltch für Vohtik Dr Jr DUH Lange für Feuilleton Dr h.2hyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein, für den An» jeigcntetl flatt tzillmann.

sämtlich m (Bieben

Polen und die Rheinlandräumung.

(Siu neue Kommentar Zaleskis

® f f e n, 15. 3unL (WB.) Der polnische 2lußen- mmister. Zaleski, passierte auf der Reife von Pari» nach Warschau in Begleitung feines Äa- dinettchefS Szmnlakowski das Ruhrgebiet. Sin Mitarbeiter der Rhrinifch-Destfälischen Zeitung nahm diese Gelegenheit wahr, um sich unter Hinweis auf die Pariser Bankettrede 3alcfti6 an autoritativer polnischer Stelle über die Stellung des Ministers zur R ä u mungssrage au informieren. Dabei wurde ihm folgende Darstellung gegeben

Die Ausführungen des polnischen Außenmi- nisters sind in der französischen und in der deutschen Presse entstellt wiedergegeben wor­den. Ss ist mit Rachdruck festzustellen, daß ,saleskt überhaupt nicht über die Rheinlandräumung gesprochen hat. >saleski betonte, daß hic Au Yen po lull der pol­nischen Regierung durch die Wahrung der Ga - rantien der Friedensverträge, die Polens territoriale Integrität und Sicherheit verbürgen, bestimmt ist. Sin Verzicht aus diese kostbaren Pfänder ohne ent­sprechende vollwertige Gegenleistungen könne Polen nicht gleichgültig sein.

Wenn man mit den Ausführungen ZaleskiS das Problem der Rheinlandräumui'g in Zu­sammenhang bringe, so sei der polnische Stand­punkt der. dah an der Frage der Räumung des besetzten Gebietes Polen als Kontrahent des Versailler Vertrages in sehr erheblichem Matze beteiligt sei. Keinesfalls sei aber die polnische Regierung grundsätzlich gegen eine vorzeitige Rheinlandräumung bei entsprechenden vollwertigen Gegenleistungen Die polnische Re­gierung g*3bc nach wie vor den aufrichtigen Wil­len. sich mit seinem deutschen Rachbarstaat zu verständigen. Wie ernst es der polnischen Re­gierung tml dieser Verständigung sei, kennzeichne die Ernennung KnollS. der im kaiserlichen Deutschland einen hohen Derwaltungsposten in Posen bekleidete, zum künftigen Gesandten der Republik in Berlin.

Die WirfschasfSverhandlungen mit polen.

Roch feine Klärung.

(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers'.

Berlin. 18. Juni. Trotz des höchst merkwürdi­gen Verhaltens der polnischen Regierung und vor allem des polnischen Außenministers Zaleski wäh­rend seines jüngften Pariser Aufenthaltes bemüht sich Polen in der letzten Zeit rech« lebhaft darum, die seineczeit abgebrochenen Wirtschaftsver­handlungen mit Deutschland wieder in Fluß zu bringen. Dabei wird merkwürdigerweise immer wieder betont, daß die Verhandlungsaussichten doch durchaus günstig wären, so daß bereits bis zum Herbst mit dem Abschluß eines Prooiso» r i u m i zu rechnen sei. Ganz unverhohlen aibt man diesem Zusammenhang auch noch der Meinung Raum. daß die neue Regierung in Deutsch, land einen bedeutend günstigeren Abschluß er- mortem lalle.

Dieser Optimismus seitens Polens dürfte beim doch etwas übertrieben fein. Bor allem ist es nicht richtig, daß amllicherfeits in den Verhandlun­gen um die Abänderung der Grenzzonen- ocrorbnung zwischen Deutschland und Polen bereits eine Einigung erzielt worden sei. indem Deutschland seinen Widerzland hätte fallen lassen. Die« entspricht m keiner Weise den Tatsachen. Ge­wiß wird Deutschland jede Anregung zu einer Fort­führung der Verhandlungen ausnehmen, doch nur unter der Bedingung, datz sowohl die Grenzzonen» nervrdnung wie auch die R i e d e r l a s s u n g s - rage in einem Deutschlands Interessen entipre- benden Sinne erledigt werden. Bei seiner Durch­reise durch Berlin hat der polnische Außenminister keine Veranlassung genommen, irgendwelche zustän­digen deutschen Stellen zu sprechen. Er ist in seinem Salonwagen verblieben, da er mit Rücksicht auf eine Gelenkentzündung den Dagen nicht verlaßen konnte. Allerdings laufen in den letzten lagen mannigfache Besprechungen, die sicher auch eine Klärung in der Gesamtlage herbeisühren werden. Ob es aber zu einer baldigen Wiederauf­nahme der Verhandlungen kommen wird, hängt vollkommen von dem Verhalten der Polen ab.

Stein Italienisch in den norhfirokr Schulen.

Innsbruck. 17. Juni. (WTB.) Der Can» desschulrat von Tirol patte die Mitglieder >er Landesregierung, das Rektorat der Llniversi- täi. die Tiroler Rationalrätc und Landtagsabge­ordneten, die Studentenschaft sowie Vertreter mehrerer völkischer Vereine und die P reffe au einer Versammlung eingeladen, in der zur W a hl der Fremdsprache Stellung genommen wer­den sollte, die als Wahlfach im Ge etz über die Einrichtung der Hauptschule vorgesehen ist. Die grotze Mehrheit der Erschienene- sprach sich gegen die Einführung des Unter­richts in der italienischen Sprache rnd für den Unterricht in der englischen Sprache aus. Der Landesschulrat fragte diese Ein­berufung veranlaßt, da gegen die Stellungnahme der Bezirks- und Stadtschulräte, we'.che sich säst einstimmig für die Einführung des italienischen

Zaldwin über die Aachknegspwbleme.

Oer englische Premier zur Abrüstungs- und Gicherheitsfroge.

Wien, 18. 3unL (WB.) Die .Reue Freie Presse" veröffentlicht ein Gespräch, da- der Her­ausgeber des Blattes. Dr. Benedwt, in London mit dem englischen Premierminister Baldwin hatte. Baldwin sagte u a Es darf keinen Krieg mehr gebenI Das ist meine seste Ueberzeugung Ich war vor einiger Zeit in Frankreich und habe die Schlachtfelder bei D i m y gesehen und die Grabstätten unserer Soldaten und da habe ich mir gesagt, so etwas soll nie wieder eintreten. Der Krieg bringt ja auch alles Döse an die Oberfläche, das in der menschlichen Äultur schlummert, alles Ver­giftende und alle Zwietracht Ich glaube, datz die westlichen Mächte schon jetzt in ein ruhi­geres Fahrwasser geraten sind. Baldwin verurteilte dann alle Bestrebungen aufs schärfste, die geeignet erscheinen, bei den Böllern sa l s ch e Hoffnungen zu erwecken, und sagte über die Aktion Lord RothermereS zur Revision d.STrianonv rtr g ugunflcn ilng rns Können Sie sich etwas Unverantwortlicheres und Gefährlicheres denken als diese Ak­

tion? Darauf fuhr Baldwin fort: Es wird großer staatstnännischer Kunst bedürfen, um Kon­flikte zu schlichten. Besonders schwierig ist die Abrüstungsfrage. Es ist ja tatsächlich manchmal so. als ob die Hindernisse nur sehr langsam überwunden werden könnten. Die Ab­rüstung s- und die Sicherheitsfrage, das ist bei­nahe eine Schlange, die sich in den Schwanz bei b t Ich wäre einverstanden mit den weitgehendsten Beschränkungen, beson­ders im Hinblick auf den Luf tkampf. Es ist natürlich, datz. solange nun Rüstungen im heu­tigen Ausmaße vorhanden sind, die ÄricgSgefabr nicht gänzlich ausgeschaltet werden kann.

Baldwin sprach weiter über Deutschland und erkundigte sich nach dem Gesundheitszustand Dr. Stresemanns. dessen staatsmännisches Dir­ken er außerordentlich hoch schätze. .Ich liebe besonders München", sagte Baldwin, .mit seiner vorblldlichen Musll. Ich kenne auch Dres­den sehr gut. eine wundervolle Stadt mit herrlichen Baudenkmälern."

Sündige Entwicklung der Regierungsbildung.

Zorischritie in den sachlichen Verhandlungen Müller-Frankens.

Berlin, 17. Iuni. (V. D.Z.) 3m Reichstag ftmd Samstag vormittag beim 2Lbg. Müller- «tranken eine Aussprache der Vertreter der für die Regicrungrkoalition in Aussicht genommenen Par- k Besprechung drehte sich um die von den verschiedenen Parteien für das '.Regierung«- Programm aufgestellten Forderungen. Die arund- sätzliche Frage der Homogenität mit der preußischen Regierung wurde nicht berührt. An den Derhand' lungen waren nicht nur die Fraktionsführer, son­dern auch die Sachreferenten der Fraktionen für Sozialpolitik, Finanzpolitik, Wirtschaftspolitik und andere Fragen, beteiligt. Vertreten waren die So­zialdemokratie, das Zentrum, die Deutsche Botts- partei, die Demokraten und die Daorifcye Volk». Partei. Den Fraktionsvertretern wurden auch die von der Wirtschaftspartei schrifllich über­reichten Forderungen vorgelegt. Sie behandeln in der Hauptsache Milderung der Wohnungszwangs» wirtschast und Differenzierung der Arbeitszeitvor­schriften zwischen Industrie, Handwerk und Klein» gewerbe. Die interfraktionellen Besprechungen wur­den um 14 Uhr beendet.

Ao» Kreisen der beleiliqleu Abgeordneten wird versichert, daß dicse Besprechungen immerhin einen erheblichen Schrill nach vor­wärts bedeuten, denn sie haben gezeigt, daß sich über die meisten Jraqcn des Regierungs- Programme eine Verständigung finden lasten werde. Heber eine Reihe von Punkten konnte bereits eine Hebereinfllmmung herbei- geführf werden. Allerdings bewegten sich die Erörterungen mehr in einem allgemeinen Rahmen, ohne dah bereits Formulierungen feflgdegt wurden. Vas war auch gar nicht an­der» möglich, denn die Besprechungen umfah­len bereit» einen großen Komplex von Fragen. Bei den autzenpolitischen Fragen haben sich keinerlei Schwierigkeiten ergeben. Cs dürfte auch für das Verhältnis des Reichs zu den Ländern eine gemeintame Linie gefunden werden. Es soll in der Regierungserklärung des neuen Kabinetts u. a. zum Ausdruck kommen, datz die ReichSregierung in der Frage der Reichs- ref orm nicht untätig fein toHL Der 3er- fassungSseiertag wurde gleichfalls ohne besondere Gegensätzlichkeiten besprochen, tpenn auch die Vollspartei iabei die Frage des RcichS- SündungStages in die Deba.le zog Bezüglich

s Schulgesetzes wünschte das Zentrum Wahrung der ®cir;ffen6ireibcit und der Eltern­rechte Demokraten und Dolkspartei vertraten die Rolwendigkeit der staatlichen Schulhoheit und des geordneten Schuldet riebes. Die Sozialdemo­kraten wünschten Herabsetzung der Altersgrenze für die Sozialversicherten und Verbeste­

rungen in der Arbeitslosenversiche­rung. Auch das Washingtoner Ab­kommen wird bei den kommenden Verhand­lungen toemger Schwierigkeiten machen. Müller- Franken hatte iroch mit den Führern der Wirt­schaftspartei eine besondere Besprechung über das von dieser Gruppe vorgelegte Wirt- IchaftSprogramm. Die interfraktionellen fripre- chungen gehen am Montag weiter und werden wohl auch noch Dienstag vormittag anbauern. Am Dienstag werden dann auch die Fraktionen zu dem Ergebnis der Verhandlungen Stellung zu nehmen haben.

Die Koalitionssrage in Preußen.

Abwartende

Haltung der Negicrungöparteicn.

In matzgebenden Kreisen der preußischen Re­gierungsparteien weist man darauf hin, datz die Vollspartei keinen Grund zu Zweifeln an der Erklärung deS Ministerpräsidenten Braun habe, dah auch für Preußen die Große Koa­lition als die jetzt gegebene (Regie- rungSsvrm zu betrachten sei. zumal diese Er­klärung noch durch die Regierungsparteien in ihrer Stellungnahme zur Braunvede ausdrück­lich unterstrichen worden ist. Schwierigkeiten be­ständen nicht, zumal auch über das sachl iche Programm der Zusammenarbeit in Preußen eine Einigung leicht herbeizusühren sein wird, da die Vollsparter ja schon einmal das Re- gierungSprogramm Brauns mitgemacht habe und da sich an diesem Regierungsprogramm nichts ändern würde.

Zunächst muh abgewartet werden, welchen Vorsitzenden sich die Landtagsfrak- tion der Deutschen VolkSparlei wähben wird. Wan nennt den Abg. v. Eynern als Rach» folger 5)r v. Campes. Es wird erwartet, daß dann zunächst Besprechungen zwischen Zentrum und Deutscher Vollspartei über kulturelle Fra­gen stattfinden werden und dah im übrigen die interfraktionellen Besprechungen in Preußen in den ersten Tagen deS Iuli beginnen, wobei der Ausdruckzu gegebener Zeit" für die Erweiterung der preußischen RegierungsbasrS den Hrühherbft bedeuten solle. Dor allem aber sind die preußischen Regierungsparteien ent­schlossen, dem Ministerpräsidenten auch in der Aussastung. daß die preußische Regierungsbil­dung sich völlig unabhängig von der Gestaltung der kommenden Reichs­regierung zu vollziehen habe, wie dies ja jetzt auch in den Verhandlungen im Reichstag fckwn zum Ausdruck gekommen ist. zuzustimmen.

Sprachunterricht- ausgesprochen hatten, starke Bedenken geltend gemacht tourben.

Die Internationale Arbeitskonfrrenz.

Annahme dcö Mindestlohnabkommcns.

Genf. 17. Iuni. (WTB.) Die 11. Inter­nationale Arbeitskonferenz wurde mit An­sprachen des Präsidenten, des früheren argen­tinischen Ministers Saavedra Lamas, und des Direktors des Arbeitsamtes, Albert Thomas, beendet. Die Endabstimmungen ergaben die endgültige Annahme des Liebereinkommens über die Einführung von Methoden zur Fest­setzung von Mindestlöhnen und die ent­sprechenden Empfehlungen mit Richtlinien für seine Anwendung. Die Unternehmer- gruppe stimmte wiederum last geschlossen da­gegen. Zwei in letzter Stund: eingebrachte Abanderungsanträge der älnternehmergruppe

wurden mit starker Mehrheit abgelehnt. Die angenommene Konvention enthält nur die gene­rellen Verpflichtungen zur Einführung des Mi ndesllohnvert ährens, wo nicht Kollek­tivverträge oder andere Verfahren bereits bestehen. Die Konvention, die der nationalen Gesetzgebung der einzelnen Staaten volle Frei­heit läßt, in damit in Ländern mit stark organi­sierter Arbeiterschaft im wesentlichen nur auf gewisse^orige der Heimindustrie anwend­bar. Ferner beschloß die Kon'eren.5, die Frage bet Veryutung von Arbeitsanfällen unter Genehmigung des hierzu ausgearbei.eten Fragebogens auf die Tagesordnung der nächsten Arbeitskon'erenz zu setzen. Den zweiten Punkt der neuen Tagesordnung bildet die Spezial­frage der Linsallverhütung beim Laden und Löschen von Schiffen. Ein besonders erfreuliches Ergebnis der abgelau'enen Tagung darf darin gesehen werden, daß durch die Reuwahl des Derwaltungsrates des Internationalen Arbeits­amtes Deutschland in drei Gruppen des Benvaltungsrates vollberechtigt vertreten ist.

Die Arbeiten

zur Bergung Nobiles.

Rom. 18. Iuni. (WTB. Funkspruch) Heber den Stand der Versuche zur Bergung RobilcS wird amtlich verlautbar Die .Eitta di Milano' teilte mit. daß am Sonntag um b Ubr abends RiNer Larsen und Lützow-Holm mit ih. Flugzeugen gestartet sind. Heber die Er­gebnisse dieses Aufllärungsfluies liegen Rach­richten noch nicht vor. jedoch ist geplant, sofort nach der Rückkehr der Flugzeuge unter dem Ko n- mando de» Alpenjäaerh.iu.'tmannS Sora eine rasch marschierende Abteilung zu entsenden, die auS zwei Führern mit Hundeschlit­ten bestehen toirb. Ihre Ausgabe ist. Robile zu erreichen, um ihm die notwendig st en Be­darfsartikel zu überbringen. Außerdem ist diese Streifabtrilung mit hinreichenden Vorräten ix-r- sehen. um die von der übrigen ,3talla"-ör- pedition abgetrennte Gruppe Mariano neu zu verprcv.anti r n Das Hil,-schiss .D r a ganz a" wird, wenn die zur Zeit günstigen Gi-per^ältnisse andauern, in östlicher Richtung Vor­stößen. Die .6-itta di Milano" steht in direk­tem Funkverkehr mit dem Dampfer .Tanja" (?k der den Leiter der schwedischen HillSerpedi- tion an Bord hat. Er wird morgen in KingSbry eintreffen und dort vorüb.'rgehend bleiben, uni sich mit Kommandant Romagna zu verständigen. Der Dampfer .Tanja" wird dann nach der Virgobay toei ter fahren, wo eine Opera- fi onSbasiS eingerichtet werden soll. Die am Abend deS 13. Iuni von der Wahlenbergbah aufgebrochene Expedition Hst Weisung erb hcn. nach der Dedsrlybak) marschieren, um dort ein LebenSmi tteldepot anzulegen, daS gcgebcntniall» der Verproviantierung der Gruppe Mariano dienen soll. Heber den Verbleib dieser Gruppe liegen immer noch feine Nachrichten vor. Arn Schluß der Verlautbarung wird daraus hin- gewiesen. datz die Hllssschifte .Hobby ' und..Dra- ganza" ihre Meldungen an die .Eetta di Mi­lano" erstatten, und daß die .Eitta di Milano" in dauerndem direkten sunlentelegraphischen Ver­kehr mit der römischen Station oon Rolu steht, so daß die italienische Regierung dauernd auf direktem und schnellstem Wege informiert wird.

Amunösens Hilfsexpediiion.

Der sranzöfifchc Kliegcr Äuilbaud m tromjoc angctommcn

Tr 0 ms 0 e. 18. Iuni. (WTB. Funkspruch.) Der französische Flieger G u i l b a u d. der fich mit Amundsen zusammen an den Bemühun­gen zur Bergung RoblleS beteiligen wird, ist um 6.05 tlhr mit dem französischen Wasser­flugzeug ..Lalham" hier dngetroffen. Amundsen wird von Leutnant Diedrtchson bc itet, der 1925 als einer der Diloten an dem Ro».<,Pol­flug der Amundfen-Gllsworth-Srpedilivn teil- genommen hat. Auch Seekapitän W i st i n g, der Amundsen bei fast allen seinen Erpeditionen, u. a. bei der Düdpolexpebition und auf der Rordpvlsahrt der ..Rorge" begleitet hat, wird sich Amundsen anschlietzen. Da das französische Flugzeug nicht alle Mitglieder der Expedition aufnehmen kann, so werden zwei der Herren die Fahrt nach Spitzbergen zu Schiff machen. Der Proviant und die AusrustungSaegenstände, die von Robile verlangt wurden, find bereits nach Bergen geschickt worden. Die Operaions- basiS der Sspedition auf Spitzbergen wird die AdventSbay sein, die zwischen 80 und 100 Kilometer südlich von Kingsbay liegt. Die Zei­tungen weisen darauf hin, daß Amundsen genau vor 25 Iahren an Bord seines kleinen Schi>seS die Reise antrat, in deren Derlous er als erster nördlich deS amerikanischen Kontinents die Rordwestpassage durchfuhr. Diese seine erste selbständige Efpeditiov. machte Amundsens 21 am en in aller Welt bekannt.

Der Kampf

um das prayer Book.

Rücktritt des Erzbischofs von Canterbury?

London. 17. 3unt ($11.) 3m Londoner Palast deS Erzbischofs von (Sanier- burt) fand eine Konferenz der Diözesanbifchvfe statt, auf der über bu nach der endgültigen Ab- lehnug des abgeänderten Gebetbuches zu er­greifenden weiteren Schritte beraten wurde. Be­sonderes Interesse findet im Zusammet.hang mit der Abstimnuurg irn älnterhauS die Frage eines Rücktritts deS ErzbilchokS von Canterbury. Der bereits hochbetagte Kirchenfürst hatte in jüngerer Zeil bereits den Wunsch angedeutet, in näherer Zukunft von feinem Posten ^urückzutre- ten. Die Entscheioung im Hinterhaus wird, wie man verschiedentlich annimmt, diesen Entschluß beschleunigen. 3m erzbischöflichen Palais sind ganze Berge von Telegrammen und Briefen an­gegangen, in denen der Erzbi'chos der Sympathie aller Kreise anläßlich Oer Ablehnung des Gebet­buches. dem er mehr als 20jäi)rigc Arbeit ge­widmet Halle, versichert wird. Inzwischen ist eine Kommission berufener Männer damit be­schäftigt, den Entwurf eines Gebet­buches aufzustellen, der sowohl die Kirche von England, wie die Gegner des revidierten Ge­betbuches befriedigen soll. In parlamentarischen Kreisen rechnet man daher mit der Möglichkeit einer weiteren Gebetbuch-Aussprache tm Un* terhaufe. Der Innenminister Sir William Ioyn- son Hicks, der Führer der Opposition gegen daS Gebetbuch, veröffentlicht eine Erklärung, tn