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Nr. 65 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

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Wirtschaft.

Das neue preußenkaffengeseh.

Das preußische Staatsministerium hat dem vom preußischen Finanzminister vorgeschlagenen Ent­wurf eines Gesetzes über die Preußische Zentralgenossenschaftskasse und über eine Erhöhung der Kapitalbeteili­gung des preußischen Staates zuge­stimmt. Die Kapitalbeteiligung des preußischen Staates bei der Preußischen Zentralgenosscn- schastskasse wird von 45 Millionen Reichsmark um 130 Millionen Reichsmark auf 17 5 Mil­lionen Reichsmark erhöht. Die Preußische Zentralgenossenschastskasse wird gleichzeitig zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes gestaltet, deren Träger die Genossen­schaften und der Staat find. DerAmtliche Preußische Pressedienst" führt zu dem Entwurf, der dem Preußischen Staatsrat zugegangen ist und noch bis zur Auflösung des Landtages verabschiedet werden soll, u. a. aus: Das für die eingetretene Strukturveränderung der landwirt­schaftlichen Genossenschaften kennzeichnende M i ß- Verhältnis zwischen Eigenkapital und Geschäftsumfang besteht auch bei der Preußischen Zentralgenossenschastskasse. Einem eingezahlten Geschäftskapital von rund sechzig Millionen Reichsmark steht ein Kreditengagement gegenüber, das sich z. Z. um 900 Millionen bewegt. Rach sorgfältiger Prüfung hält das preußische Staatsministerium eine Erhöhung der staatlichen Kapitalbeteiligung um 130 Millionen Reichsmark für erforderlich. Das Staatsmini- sterium ist bereit, das Reich und die Länder an dieser Erhöhung des Kapitals zu betei­ligen und ihnen einen der Beteiligung ent­sprechenden Einfluh einzuräumen. Hand in Hand mit der Kapitalerhöhung muh eine grundlegende Umgestaltung ihres organisatorischen Aufbaues gehen. Es erscheint angezeigt, die Preußische Zentralgenossenschaftskasse aus einer Anstalt des Staates zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes umzuwandeln. Die Träger der An­stalt sollen die Genossenschaften und der Staat sein. Die sich aus der kapitalmäßigen Majorität des preußischen Staates ergebenden Befugnisse werden in Zukunft nicht mehr von einer außerhalb der Anstalt stehenden, mit der Leitung betrauten Aufsichtsbehörde, sondern innerhalb der Anstalt in engster Zusammen­arbeit mit den Genossenschaften ausgeübt. Er­forderlich ist weiter die Äeberführung des An­gestelltenapparates vom Beamtenverhältnis zum freien Dienstvertrag.

Gebr. Himmelsbach A. G.

3n der gestrigen Gläuberversammlung erstattete der Konkursverwalter einen ausführlichen B i - lanzbericht per 31. Dezember 1 9 2 7, wobei er auch Angaben über die weitere Ab­wicklung des Konkurses und den Gesamtverlauf der Werke und Warenbestände an die neu ge­gründeteImpreva", Holzimprägnierungs- und Holzverwertungs-A.°G., machte. Aus dem Be­richt ist hervorzuheben, daß die Holzlombarde fast vollständig abgedeckt sind. Durch den Ver­kauf der hauptsächlichen Werke an die neue2m- preva" ergibt sich für die Konkursmasse ein Verlust von rund 800000 Mk. auf Werke und sonstige Anlagewerte, die bekanntlich in der Konkurseröffnungsbilanz mit 466,000 Ml. zu den alten Buchwerten der Gebr. Himmelsbach A.--G. ausgewiefen waren. 3n den Aktiven erscheint neu die Bewertung der Ansprüche auf Grund des LiquidationsschädenschluhgeseheZ mit 400 000 Mark, die nach Ansicht des Konkursverwalters nicht von den Vorbesitzern in Anspruch genommen werden können. Bezüglich des Verkaufes der Werke sagt der Bericht, daß die Kausofferte eines unter Führung der Dresdener Bank stehen­den Konsortium, an dem die Firma 3. 3. Vo- winckel in Charlottenburg erheblich beteiligt ist, als die vorteilhafteste a izusehen war. Die An­wendung des Steuermilderungsgesetzes auf die Reugründung habe eine Ersparnis von 150 000 Mark Steuern zur Folge. Die Dresdner Dank bleibt im Konkurs mit einer Mil­lion beteiligt. Die Forderungen der Gelsen­kirchener Bergwerke A.-G. haben sich auf sieben Millionen ermäßigt. Ohne Be­rücksichtigung der bekannten Schadenersahsorde- rungen der bayerischen Regierung bleibe jetzt mehr als 40 Prozent f ü r die Gläu­biger in der Masse. Der Konkursverwalter glaubt auch, daß diese Gruppe von der Ausnahme des Prozesses gegen das Reich und die Länder

absehen müsse, da die Prozehführung eine jahre­lange und lostspiclige sein würde. Der Bericht wurde nach kurzer Diskussion zur Kenntnis ge­nommen. Auf Anfragen wurde erklärt, daß die Firma Gebr. Himmelsvach A.-G. den Sta dpunkt, daß die Ansprüche aus dem Liqui^ationsschäden- schlußgesetz der Konkursmasse gehörte, nicht an­erkennt. Dann wurde der Kon.ursvecwalter Dr. Zinner vorbehaltlich der Genehmigung seiner Schlußrechnung auf seinen Antrag hin seines Amtes als Konkursverwalter enthoben, da seine Tätigkeit ersetzt und er in die neugcgründcte Firma als Vorstand eingetreten sei.

* 3-Millionen-Dollar-Anleih e.Die Dortmunder A.-G. für Gasbeleuchtung, die Dort­munder Wasserwerks-Geselischaft m. b. Sy und die Dortmunder Straßenbahn G. m. b. Sy haben so­eben eine Anleihe im Betrage von 3 Millionen Dollar mit dem Reuyorker Ban Hause Field, Glore & Eo. unter Mitwirkung des Bankhauses Ge­brüder Lismann in Frankfurt a. M. abgeschlossen. Die Anleihe ist eine sechsprozentige, die Dai er beträgt 20 3ahre mit üblicher Amortisations­möglichkeit. Die Sicherheit besteht in der Ein­tragung einer ersten Hypothek auf den Gesamt- besitz der drei genannten Gesellschaften. Die Auf­legung in Reuyork soll nach Erledigung aller Formalitäten demnächst erfolgen.

* Rheinische Braunkohlen A. - G., Köln. Auf eine Anfrage aus Anlaß der Dörsengerüchte über die- Rheinische Draun- kohlen-A.-G. teilt die Verwaltung dem WTB.- Handelsdienst mit, daß der Ertrag des am 31. März ablausenden Geschäftsjahres 1927/28 im wesentlichen der gleiche wie 1926/27 sei. Alle Gerüchte, die auf Grund oder aus Anlaß der jüngsten Kurssteigerungen verbrei.et werden, sind, was die Gesellschaft betrifft, gegenstandslos.

* Daimler-Benz- A.-G. In dem soeben er­schienenen Geschäftsbericht der Daimler-Benz-A.-G., die bekanntlich im Geschäftsjahre 1927 einschließlich des Bortrages einen Reingewinn von 861 643 Mk. erzielte, der auf neue Rechnung vorgetragen wird, berichtet der Vorstand, daß das Geschäftsjahr 1927 innerhalb des Rationalisierungsprogrammes dem Weitcrausbau der Großferienfabrikation und im Zu­sammenhang damit dem Ausbau der allgemeinen Berkaufsorganisation für das In- und Ausland ge­widmet war. Die Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahre betrug etwa 80 Prozent. Erst in den letz­ten Monaten des Jahres war das Unternehmen in der Lage, die gesteigerte Nachfrage voll zu befriedi­gen. Die noch im Vorjahre vorhanden gewesene Bankschuld ist durch die im Mai durchgeführte Er­höhung des Grundkapitals um 14 Millionen, sowie durch die Aufnahme der sechsprozentigen Obliga­tionsanleihe von 20 Millionen Mark beseitigt. Die durch die Umsatzsteigerung bedingten höheren Be­triebsmittel sind im wesentlichen durch Verkürzung des Fabrikationsganges gewonnen worden. Jin neuen Jahre hat sich der Konkurrenzkampf wieder­um verschärft. Das Ausland versucht unter Auf­wendung ungewöhnlicher Propagandamittel seine Ueberproduktion in steigendem Maße in Deutsch­land abzusetzen. Trotzdem ist es gelungen, die hoch­wertigen Typen auf dem Weltmärkte an vielen Stellen wieder zur Geltung zu bringen, wenn man auch noch weit davon entfernt ist, den Dorkriegg- export, der etwa 70 Prozent der gesamten Produk­tion betrug, zu erreichen. Aber hier ist die gegen­über der Vorkriegszeit völlig verschobene Struktur des internationalen Wettbewerbs ausschlaggebend, die dazu zwingt, beispielsweise bei dem Export nach Amerika den vierfachen Zoll zu bezahlen, den gleich­artige amerikanische Wagen in Deutschland zu er­legen haben. Dies ist um so bedauerlicher, als die einheimische Auto- und Zubehörteilindustrie, in der Hunderttausende von deutschen Arbeitern Beschäfti­gung finden, im Aufbau zweier Jahrzehnte sich stark auf den Export eingestellt hat und auf diesen nicht verzichten kann.

*M iaq Mühlenbau- und 3 ndu­ft r i e ° A. ° G , Frankfurt a. M. Rach dem Geschäftsbericht brachte die im Lause des Jahres 1927 einsehende Belebung des Geschäftes eine Steigerung der Auftragseingänge um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahre, so daß bei kaum veränderter Beamtenzahl die Dauerbeleg­schaft der Werke um rund 1000 Köpfe ver­stärkt werden konnte. Die Llmsahsteigerung ent­fiel prozentual zum größten Teil auf das 3n- land, obwohl auch der Auslandumsah sich gegen­über dem Vorjahre wesentlich gehoben hat. Ent­sprechend dieser älmsahsteiverung sei jedoch ein größerer Verdienst nicht möglich gewesen infolge der eingetretenen Gehalts- und Lohnerhöhungen,

sowie der hohen Steuern und öffentlichen Lasten. Die dadurch bedingte Erhöhung der Kosten sei nur teilweise durch das Fortfchreiten der Ratio- nalisierungsmahnahmen ausgeglichen worden. Das Programm zur Vereinheitlichung und Ver­billigung der Produktion habe Fortschritte ge­macht. Andererseits seien durch die Ausnahme und den Ausbau neuer Fabrikationszweige und durch neue Cinheitskonstruktionen Kosten ent­standen. Es wurde ein Bruttogewinn von 12,868 (13,125) Millionen Mark erzielt. Rach Abzug von 9,454 (9.914) M llionen Mart Unkosten, 952 000 (873 000) Mk. Steuern und 824 000 (844 000) Mk. Abschreibungen verbleibt ein Rein­gewinn von 1 803 182 (1 592 700) Mk., woraus wieder 10 Prozent Dividende auf 13,8 Millionen Mark Stamm- und 7 Prozent auf 200 000 Mk. Vorzugsaktien verteilt werden sollen. Zum Vor­trag auf neue Rechnung verbleiben 165 349 (129 813) Mk. Für das laufende 3ahr könnten bestimmte Angaben noch nicht gemacht werden. Der Auftragsbestand und -eingang sei etwas höher als um die gleiche Zeit des Vorjahres. (Generalversammlung 31. März.)

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 16. März. Tendenz: uneinheit­lich. Zu Beginn der heutigen Börse war die Tendenz nicht einheitlich, die ©cunöftim­mun g blieb jedoch freundlich, da auf einigen Spezialgebieten weitere Meinungsläufe vorge­nommen wurden. Die Spekulation zeigte jedoch verschiedentlich Abgabeneigung. 3m Hinblick auf den kommenden Quartals-Ultimo traten wieder Geldsorgen auf. Verstimmend wirkte daneben die deutsch-russische Spannung und die Unterbrechung der Wirt- schastsverhandlungen. 3m allgemeinen war das Geschäft klein. Bei der ersten Rotierung über­wogen die Besserungen im Ausmaße von 1 bis 2 Proz. Stark ge ragt blieben Elektrowerte. 3m Vordergründe standen Siemens, die 3,25 Prozent gewannen. Schuckert zogen etwa 2 Pro­zent an, Gessürel plus 1 Prozent, Licht und Kraft plus 1,75 Proz. Kaliwerke lagen bis 2 Proz. höher. Stärkeres 3nteresse zeigt? sich auch für Scheideansta't, die 2,75 Prozent a'.zogen. 3.°G.° Farben eröffneten dagegen leicht a g schwächt. 3.°G.°2ezüge 9,55 bis 9,60 Prozent, Bonds 135,5 Prozent. Schiffahrtswerte blieben' nach den Kurserhöhungen an der gestrigen Abend­börse behau"tet. Banken lager meist etwas höher. Am Montanmarkt war die Haltung uneinheitlich. Harpener, Rheinsta'-l und Phönix blieben behauptet, Klöckner konnten 1,75 Prozent anziehen. Autoaktien lagen im Angebot. Daimler minus 1,25 Prozent, RSU. minus 2 Prozent. Zellstoffaktien blieben vernachlässigt. Waldhos etwas schwächer. Am heimischen Anleihemarkt zogen Ablösung ohne Option etwas an. Ausländer weiter fast umsatzlos. 3m Verlaufe blieben die Kurse gut behauptet. Elek­trowerte zogen weiter geringfügig an, das Ge­schäft war jedoch sehr still, nur 3.--G.°Bezugs- rechte wurden zu 9,575 lebhafter umgesetzt. Tages- ge d war weiter ge ragt zu 7,5 Prozent. Am D e - v i s e n m a r k t lag die Reichsmark weiter fest mit 4,1820 gegen Kabel und 20,41 gegen London. London gegen Kabel 4,8790. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,00, Holland 12,125.

Berlins Börse.

Berlin, 16 März. Auch heute lagen keine stär­keren Anregungen vor. Die D o r s ch ü s s e a u f i> i e Freigabegelder durch das Bankenkonsortiurn an die H a p a g hatten sich a st-rn rhnnh in surt auswirken können. Daß der a m e r i k a n i s ch e Bankdiskont n verändert viiev, ve­raschte nicht mehr. Die starke Nachfrage der deutschen Banken nach kurzfristigen Krediten in Neuyork hat aber die Gcldcrwägungen, die einige Tage ruhten, wieder mehr in den Vordergrund treten lassen. Die Grundstimmunq war freundlich, die Kursent­wicklung uneinheitlich. Während in einigen Spezial­papieren (Schubert & Salzer, Polyphon, Berger und Elektrowerte) die Nachfrage überwog, kam an anderen Märkten (besonders in Montanwerken) wieder Ware heraus. Heimische Anleihen freundlich, Ausländer eher fester. Bosnier etwa 1 v. H. höher. Pfandbriefe geschäftslos. Farben­bonds 135,25, Bezüge 9,5 v. H. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 6,5 bis 8 v Sy, Ma­natsgeld 7,5 bis 8,5 v. Sy, Warenwechsel etwa 7 v. H Nach den ersten Kursen wurde es allgemein ziemlich lebhaft und unter Bevorzugung von Elektropapieren fester. Siemens und Bergmann ie 3 v. H. über An­fang. Später ließ das Geschäft wieder nach, die Kurse lagen aber immer noch über Anfang.

s'eitag, 16. März 1928

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 16. März. Die Markttags ist unverändert. Besonders fest liegt Mais und Hafer. Auch Weizen- und Roggenkleie sind gut gesucht. Der Mehlabsah ist weiter schleppend. Cs wurden notiert. Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 25,50 bis 26,75, Roggen 26,25 bis 26,50, Sommergerste für Brauzwecke 29 bis 31,50, Hafer, inländischer 26 bis 26,75, Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50 bis 23,75, Mais (gelb) für andere Zwecke 24,50 bis 24,75, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 bis 33,25, Roggenmehl 36,25 bis 37,75, Weizenkleie 14,50 bis 14,60, Roggenkleie 15,50 bis 16.

Düchertisch.

Goethe: Briefe und Tagebücher. (Zwei Bände. 3m 3nsel-Vcrlag zu Leipzig.) Der großen 17bändigen Gesamtausgabe, der schönsten und vollständigsten, die wir gegen­wärtig haben, sind nun in zwei äußerlich auf die Gesamtausgabe hübsch abgestimmten Bänden Goethes Briese und Tagebücher angegliedert. 3n zwei schmalen weinroten Leinenbändchen auf ins­gesamt 1700 Seiten sind säst 1000 Briefe des Dichters in chronologischer Reihenfolge nach der Auswahl Hans Gerhard Gräfs angeordnet. Es ist gewiß nur ein Ausschnitt aus der unge­heuren Korrespondenz, die Goethe in seinem langen Leben mit allen möglichen Leuten, die ihm nähertraten, gewechselt hat. llnö doch spie­gelt sich in diesen Briesstellen, zusammengenom- men mit den fast 1000 Tagebucheintragungen des zweiten Bandes, der ganze Lebensweg des Dich­ters wieder. Von Frankfurt über Leipzig, Straßburg, Wetzlar und Weimar wechseln die Lebensstationen, die Adressaten ändern sich in bunker Folge, von mancherlei (Reifen nach der Schweiz, in den Harz, nach Karlsbad und noch 3kalien wird berichtet und immer ist es der Mensch Goethe, der uns in diesen Briesen und noch mehr in den oft winzigen, fast nebensäch­lich anmutenden Tagebucheintragungen entgegen* tritt. So sind diese beiden Bände eine wertvolle und für die Erkenntnis des Menschen und Künst­lers unentbehrliche Ergänzung des Gesamtwerkes.

50

,.D i e Kunst" (Malerei, Wohnungskunst, Architektur, Plastik. Kunstgewerbe usw.), März­heft, Verlag F. Bruckmann A.-G., München. Vierteljährlich 6 Mk. Eröffnet wird das Heft durch einen illustrierten Lieberblick über die interessanten künstlerischen Erscheinungen der heutigen italienischen Malerei, in der im beson­deren Carrä, Zanini und Oppi auffallen. Der zweite illustrierte Leitartikel hat einen der be­deutendsten Bildhauer unserer Tage zum Gegen­stand, den Serben 3van Mestrovic, einen Künste- ler, der aus tiefem Volksgrunde schöpft und in dessen Werken die Geschichte seines Volles auf­lebt. Als Dritter erscheint van Gogh und zwar in seinen bisher sehr wenig bekannten Zeichnun­gen auf Grund einer Ausstellung seines zeich­nerischen Werkes in Berlin. Den kunstgewerb­lichen Teil bestreitet eine illustrierte Veröffent­lichung über schöne neue Arbeiten der Ver­einigten Werkstätten in München (Möbel, Deko- ratBnsstoffe, Beleuchtungskörper usw.), dann die schönen, von Max Esser geschaffenen Arbeiten aus der Meißener Porzellan-Manufaktur.

Vermischtes.

Schulsireik in Berlin.

Den Bestrebungen des Berliner Bezirksamtes Prenzlauer Berg, innerhalb seines Verwaltungs­bezirkes die weltliche Schule durchzu­drücken, und als erstes die Doppelschule in der Sonnenburger Straße in eine weltliche umzu­wandeln, ist jetzt die. Elternscha t entgegengetrelen. Seit Montag morgen hat die Elternschaft die Kinder vom Besuch der Schule zurück^ehalten, so daß die meisten Schüler und Schülerinnen dem Unterricht fernbleiben.

Bier Bergleute durch üohlengase erstickt.

Ein schweres Grubenunglück ereignete sich auf einer der vielen kleinen Kohlengruben im Dom- browaer Revier (Polen). Vier Bergleute, die den Baska-Schacht der Flora-Grube befuhren, wurden durch plötzlich auftretende Kohlengase er­stickt. Obwohl sofort eine Rettungskolonne am ilnfaUort eintraf und die Verunglückten wenige Minuten nach dem Ausbruch der Gase über Tag geschafft wurden, waren alle Rettungsversuche erfolglos.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren ange'übrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Vombardzinsfuß 8 Prozent.

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^ran;öiiiche Roieu . - . .

16.4b

16,52

Holländische Roten . . .

167.nl

168,59

Italienische Roten .....

Rorweaische Roten.....

Deuisch-Lei'lcrr, ä ioo Kronen

22 18

22,26

111.33

111,77

58.75

58.99

Riiinänische Roten......

2.595

2,615

Schwedische Roten......

111,98

112,42

Schweizer Roten.......

80,37

80,69

Spanische Roten.......

70,00

70,28

Tschechoslowakische Roten . .

12,35

12,41

Ungarische Roten . .

72 82

73,12

Devisenmarkt Berlin

Sranfhirt a. M.

15. Mär;

16 Mär;

Amtliche Rot, rung (Selb Brie'

Amtliche Rorieruna itielb i Briet

«mit.. olt

168,14

168,48

168,12

168,46

Buen-Airrt

1,788

1.792

1.788

1,792

Brff. 2lntw

58,23

58,35

58.21

58,33

lldristiania

111,29

111.51

111.31

111,53

Kovenbagen

111,93

112.15

111,95

112,17

Stockbolm

112,12

112.34

112,09

112,31

Helüngkors.

10,525

10,545

10,52

10,54

stlolien. .

22,07

22,11

22,07

22,11

London. . .

20,386

20,426

20,384

20,124

Reuvork . .

, 1795

4.1875

4,1.85

4,1865

Be.rrS....

16,44

16. .8

16,44

16,48

«chwctz . .

80.455

80.615

80,44

80,60

Sva den

70 09

70.23

70.36

70 50

<>avan

1,963

1,967

1,963

1,967

h:o de Jan Wien in T -

u.503

-8,85

0,505

0,503

0,507

Ccft adgeii

58 97

-8,8.3

58,95

Brag

12,386

12,406

12,384

12,404

Belgrad

<,3uU

7,364

7,351

Budaoest.

-3,00

73,14

73,06

73,20

Bul arten

3,017

3,023

3,027

3,033

rifiabon

18,88

18.92

16,21

16,27

Dan;ig

81.51

81,67

81,50

81,66

Konst utin

2.124

2,128

2,125

2,129

Älden

5,494

5,506

5,594

6,606

Eanada

4,178

4,276

4,186

4,178

4,186

llrn nao

4,284

4,336

20.915

4,344

E-tro , .

20,915

20,955

20.955