Nr. 19’ Drittes Statt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheifeu)
Mittwoch. 15. August 1928
Aus Natur und Technik.
Kohlenfäuredüngung.
Don Dr. Balduin Ernst.
Nachdruck txrbotfn.
Während die Pftanze ihre mixx-ratifchen 2kiu» ft off e aus dem Baden bezahl, ift sie in ihrem ÄobUnftoffbeDarf auf den Kohlenteuregehalt der Luft anaewufexi. Welch« gewällig« Arbeits- terstung Dabei ihren grünen Teilen zu fällt, erkennt man daraus, baß auf 10000 Luer Luft nut etwa 3 Lrier oder 7 Gramm Kohienfäure komme«, di« ihrerletts ganzen 2 Gramm Moblen- ftofl entsprechen Demgegenüber macht der ÄoßknftoM etwa die Hälfte des Trockengewichts der Pflanze aus, Io daß allo ein Baum von nur 10 Zentner Trockengewicht im Laufe der 3eü insgesamt 1,25 Mill tonen Liter Luft in l ich hmeinpumpen und verarbeiten muhte, um ftin.n Kohfrnsto"hunger zu stillen In den Pttanzen wtrd die Ächtenfäure unter Zutritt von Wasser m Formaldehyd, dessen giftig« Sigenschaften durch bw ühlorophyUlorner aufgehoben werden, und Wecker in Traubenzucker und Stärke ubergefuhrt. Neben der Arbeitsfähigkeit der langsam oder schneN wachsenden Pflanze. ^ver llmgedungi- temperatur. und der An- oder Al'wefenbeit ge- wifser minerallscher Stoffe fpwlt vor allen, der Grad der Brtichtung für den Kohlensäure,los 1- wechsel eine ausschlaggebende Bolle Ganz all» atmetet wirkt höhere Bestrahlung belebend, Düher- keck verzögernd em. Erhöhte Kohlen fäureaaf- nähme fchemen im besonderen die langwelligen Lrchttt rohlen zwttchen rot und gell» des Spektrums zu ded ngou Ob im Bereich des blauen Lichts em »Wecker Höhepunkt liegt, ift nicht gewiß Kurzwelliges, zumal ullraviolettes Licht anderer- feit A hemmt die Wachstumserscheinungen der Pflanzenwelt. Glücklicherweise macht es sich im Flachland weniger bemerkbar, da es großenteils heim Durchgang durch das Luftmeer in diesem verschluckt wird Dagegen ruft es hn Hochgebirge den niedrigen Wuchs der dortigen Pflanzen mit hervor, den diese bei Versetzung in tiefer liegendes Gelände meist bald abzugeben pflege ii
Günstige Bestrahlnngsverhältnisse vermögen für sich allein indessen niemals Höchstleistungen der Pflanzen un Koh l en täureft oft wechsel hervorzu- bnngen, weil der gewöhnliche Kohtcn'auregehall der Luft hinter dem Staube, der den Lebensverhältnissen der Pflanzenwelt am besten ange- paht wäre, nicht unerheblich »urüdbleibt. Nicht nur. daß sie deshalb eine mastige Steigerung des Kohlensäureanteils gut vertragen, beantworten he fit allermeist sogar mit erhöhten Lebenslüste rungen Mit einer schnelleren Stärkebildung geht eine allgemeine Kräftigung des Pflanzen- korpers. die Entwicklung fleischiger dunkelgrüner Blätter, bte Neigung zu frühzeitigem reichem Blütenansah und vementlprechend oorauseilender Fruchtbildung Hand in Hand. Danz besmiders totrb auch immer wieder die gröstere Widev- ftcnrdssahigkeit der mit Kohlensäure behandelten Pflanzen gegenüber Dafterienerkrankungen hervor gehoben. Am besten scheint ein Kohlen sä ure- gebalt von 5 bis 10 Prozent den Bedürfnissen der Pflanzen zu entsprechen, höhere Werte verursachen llmkehrung der Verhältnisse.
Die Erkenntnis der gröberen Aufnahmefähigkeit der Pflanzen für Kohlensäure legte schon frühzeitig den Gedanken nahe, ihnen mit einem Mehr des wertvollen Gales zu Hilfe zu kommen. Im kleinen bat man die Kohlen säureanreiche- rung der Luft durch einfaches llebergiesten von Kalkstein mit einer Säure erzielt. Das Verfahren hat sich für Gewächshäuser, in denen der Kohlen- säureanieil infolge des ständigen Verbrauchs nicht feiten unter dem gewöhnlichen liegt, wenn nicht dauernd für genügende Frischluftzusuhr gesorgt wird, durchaus erfolgreich angelassen. Für den Groß bezug steht eine billige Kohlensäuve- guelle in den Abgasen der Kalkbrennereien und Hochöfen zur Verfügung Soll Hochofenabgas zu Düngung »zwecken verwendet werden, so muh es zunächst einer Reinigung unterworfen werden, da es nicht selten schweflige Säure und andere schäd- ftche 'Bestandteile enthält. Weiter ist darauf nu achten, dast der Kohlenstoft nicht etwa als giftiges Kvhlenorydgas. sondern wirklich als Kohlensäure vorhanden ist. weshalb hauptsächlich das Abgas der Regeneratoren m Betracht kommt. Mit dem durch weite Röhrenleitungen im Oe-
1 Milliardstel Sekunde!
Don profeffor £)r. Paul Kirchberger.
Nachdruck verboten.
Dor einiger 3eit erregten die Vorschläge von Professor Arthur Korn nach Schasfung einer neuen Wcltzei t berechtigt»» Aufsehen. Sie liefen bekanntlrch daraut hinaus, elektrische Wechselströme durch drahtlose Ueberlia- gung auseinander abzustimmen. Las An- und Abschwel len Dieter Ströme ermöglicht noch Bruchteile einer Tausendstel Sekunde zu unrerscheiden, und durch Draf>tLote llebertragung kann man die ganze Erde an die neue ZeUweflusg anschltesten.
Neucrdnxgs veröffentlicht Professor Rogowski von bet Technischen Hochschule in Aachen ungemein interessante Versuche, die unter ihn- nanben eine Heitmessung von einer Milliardstel Sekunde gestatten. Man kann also von einem Zeftmikroskop sprechen, das die Zeit in ganz ähnlicher Weile vergröbert und dadurch unseren Sinnen zugönalich macht, wie dies durch das ä^öhnliche Mikroskop für den Raum geschieht. Allerdings ftraxen wir nicht alle Geschehnisse ^urch das neue Zeitmikrof kop betrachten und messen, sondern nur elektrische Vorgänge. Aber gerade für sie ist eine Zeitmessung von unerhörter Femhcit ganz betonbert wichtig.
Das Mittel, das zur Zeitmessung dient, bilden Käthedensrrahlen. also bekanntlich kleine Teilchen. sogenannte Elektronen, die von der Kathode einer ffn11abungiftrede auS mit ungeheurer Go- schwwdigkeit die hunberttaufenbe von Kilometer m der Sekunde erreichen kann, in den Raum hmausoeschleudert werden. Wir können dabei rm Anschtuh an Rogowski selbst folgenden Der- a^rch gebrauchens Nehmen wir an. ein Wa- schinengewehr schiebt dauernd Kugeln in einer Richtung. Liegt das Gewehr fest und find Kugel-
misch mit Luft Angeführten Abgoien hat man in Gewächshäusern gute Erfolge erzielt Bei Frei- landpftanz ungen blieb fein Wert, zum Teil wohl infolge ungünstiger Nebenumstände, zweifelhaft Ern erheblicher Mangel der Abgasdungung hegt natürlich in ihrer Abhängigkeit von der Rach- barfchaft entfprechendc r Industrieanlagen.
In neuerer Zeck ist in Gärtnerkreisen viel von den günstigen Ergebnissen mit der Düngekohie Oco die Rede die. aus inländischen Rohstoffen M*femmeng«hellt, in Brifettform m den Handel kommt und in einem besonderen, in jedem Gewächshaus leicht anzubringenden Ofen verbrannt wirb. Da jedes Brikett eine bestimmte Menge, nämlich 100 Liter Kohlensäure entwickelt, so ist man hierdurch in die Lage versetzt, die zuzu- führende Kvhfensauremenge genau zu regeln und den jewe ligen Bel chrungeverhältrill'en anzupassen. Die Begasung wird täglich wiederholt
Rach manchen, allerbing» nicht unbestrittenen Beobachtungen, scheint der Kohlensäureanteil der Luft mit der Entfernung vom Erdboden zu schwanken. Reich an Kohlensäure sind zumal die boden- nahen Luftschichten, weil dort em ununterbrochener Kohlensäure ström, der von den verwesenden Hu- musstoften und sein verteilten Kalkteilchen des Untergrundes seinen Ausgang nimmt, an die Oberfläche tritt. Auf diese KohlensäurcauSdün- stung der Ackerkrume führt Iustus von Liebig die dichte und breite Blattbildung der Bvben-
gewachse zuruck Der Humus- und Kalkdüngung durfte demnach neben einer chemischen und Pbofi- kalischen VobenVerbesserung und einer Belebung der Bolle rien tätckckeit in der Erde ein nicht zu unterschätzender Kohlei.läuredungwert für die Oberflächenluft zuzulprechen sein, der sie besonders für Freilandpft .nzungen bedeutungsvoll mach«
Denn man den gewaltigen Kohlensäureverbrauch der Pflanzen dedenll, möchte man es kaum glauben, baß dennoch der Kohlenfaureanteil des Luftmeere dauernd nabeyi derselbe bleibt. Für den Ausgleich sorgen Menschen und Tiere, die unaufhörlich Kohlensäure hx groben Mengen ausatmen —' ein erwachsener Mensch allein täglich 000 Gramm — dazu kommen die Ber- wefungs- und llmsetzungsvoegänge und die menschlichen .^euerstellen. von denen ohne Unterlaß Kohlensäure in die Luft geschickt wird, xnxd «chlieblich die Kohleniäureau-hauchungen der Erdtiefe, die zumal in jungen und alten Vulkan - gebiete« an der Jcifeorlmunq sind Da die .Zecken erhöhter vulkanischer Tätigkeit mehrfach m der Erdgeschichte solchen bevorzugten Entwicklungen der Pflanzenwelt nahestehen, so bat man versucht die durch die heftigen vulkanifchen Ausbruche mit großer Wahrscheinlichkeit verursachte bedeutende Kahlensaureanreichernng der Curt zur Erklärung der lleppigfeit des do- maligen Pftanzenwuchfes heranzuziehen
Wie ist es mit der Anziehungskraft?
Don Karl Ammon.
Nachdruck verboten.
3n der Gartenlaube ist ein sehr merkwürdiger Auftatz erschienen, der ftch mit der Frage befahl, ob es eine Anziehungskraft gibt. Der Auf f atz fußt auf einem Buch des Professors der W*
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trvtechnlk an der Technischen Hochschule in Wien Dr. Iohann Sahult « , das berecks rm Iahre 1907 erschienen ist. In diesem Buch wirb die QUoglidMeit einer Anziehungskraft bestritten, und es wird rechnerisch nachqewiesen, dah sich
Bild 3.
Spiralnabel im Groben Dänen.
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am N ewtons chen Gravitationsge- s e tz nichts ändert, wenn man annimml. daß Gegenstände, die das Bestreben haben, sich einander zu nähern, durch äußere Druckkräfte zusam-
mengedruckt werden. Professor Sahulka führt aber auch den Ziisammenhaft der Körper auf äußere Druckkräfte zurück, ebenso die Wirkung von Magneten.
Wenn man annimml. daß der ganze Wcllen- raum von Energie kreuz und quer durchflutet ist. die auch bie Weltkörper durchdringt, fv ist es klar, daß sie beim Hindurchgang durch diese Körper Verluste cAcißcn muß (Bnb 1). Wenn
Bild 2.
wir den Weg eines solchen EncrgiestrahleS beim Durchgang durch einen Körper betrachten, so ist es offenbar daß er auf diesen Körper an der Eintrittsseite einen stärkeren Druck ausübt. als auf der AuStriltsfeite. Daraus ergibt sich, daß der Körper Kugelsonn annehmen muß, daß er zusammengedrückt wird und daß die beim Durchgang abgegebene Energie in anderer Form wieder erscheinen muß. Sie kann wieder auftreten als gebundene Energie. daS heißt als Stoff, den wir ja beute als solche gebxmbene Energie an- sehen; sie kann sich aber auch in Wärme Umsehen. Beides bestätigt unsere Erfahrung: Durch die erste Art der Umsetzung find die Weltkörper
Bild 4. Spiralnebel in Tama. (Seitenansicht eines Spiralnebels)
xxberhaupt erst entstanden und vergrößern sich dauernd. Durch die zwecke Art der Umsetzung erwärmen sich die Weltkbrper, und zwar im Innern mehr als außen, wo sie durch Aus- strablung immer wieder Wärme verlieren. Ie größer die Weltkörper werden, desto weniger Wärme kann ausftrahlen. weil die Oberfläche
gewicht. Ladung usw. immer gleich, so werden alle Äugeln haarscharf in dieselbe Stell« des Ziels einschlagen. Wir wollen mm an nehmen, die Äugeln würden durch irgendeine Ursache auS ürrer Richtung adgrlenll. sagen wir etwa durch ben Wind: beispielwecke wehe der Wind von rechts nach links. Die Kugeln, die wir unS in sehr kurzen Zeckobständen abgefeuert denken, wer- den nun nicht mehr genau in die frühere Stelle des Zieles einschlagen. sondern ein wenig nach links verschoben, natürlich um so weiter, je stärker der Wind bläst. Wir wollen die weitere Annahme machen, der zeitliche Verlauf brr Windstärke sei uns genau bekannt. Sie möge etwa gleichmäßig bis zu seiner größten Stärke an- wachsen. Wir können dann Die Große der Ablenkung einer Kugel von ihrem ursprünglichen Einschlagspxmkt an als eine Art Uhr betrachten. denn je weiter die Äugel nach links ab- gelenkt wird, za um so späterer Zeit ist fie ab» gefeuert worden. Run soll eine zweite ablenkende Kraft aus die Äugeln eintoirfen; fie mögen etwa von einem fallenden Regentropfen getroffen werden, der ja einen Stoß nach unten gibt Offenbar haben wir jetzt ein Zeitmaß, wann die Äugel von dem Regentropfen getroffen wurde. Ist eine weit nach links abgelenlte Kugel auch nach unten abgelentt, fo ift dies spät geschehen, bei eftrer wenig nach links abgelenkten Kugel früh.
Diese Grundsätze werden nun auf unsere Glek- troncngcschofle angewandt. Wir lassen sie durch eine enge Blende gehen, so daß fie einen ganz scharfen Fleck auf einem dahinter ausgestellten Fluoreszenz schirm erzeugen. Auf ihrer Bahn aber unterliegen Re zwei ablenfcnben Kräften, die fie nach vermiedenen Richtungen — wie oben die Kugeln —, nach links und nach unten, ablenken. Die Art und Weise, wie di« eine Kraft wirkt, ist bekannt und dient als Zeitmaß, die andere, in anderer Richtung wirkende, wirb durch sie tn ihrem zeitlichen Verlauf gemessen.
Zunächst untersucht« Rogowski die Vorgänge beim Einschall« einer elektrischen Leitung. Wir denken uns eine lange, bisher ftromfofe Geltung, beispielsweise von Aachen nach DuiSburg. Tiefe wird nun am einen Ende plötzlich an eine Hochspannung von etwa 50 000 Volt angelegt. Wie haben wir uns nun die Ausbreitung in dreier langen Leitung zu denken? Staut sich etwa die elektrische Spannung, ähnlich wie der Druck cmeS plötzlich hx ein Rohn strömenden Wassers? Hierüber konnten bisher keine Versuche cm gestellt werben, und die Theorie gab nur unvollkommene Auskunft. Die Beantwortung der Frage ist aber nicht etwa nur von wissenschaftlicher, sondern auch von lehr großer wirtschaftlicher Bedeutung; beim nur dann, wenn wir die Vorgänge beim Einschalten genau kennen, können wir die richtigen Schutzmaßnahmen treffen, die bie Leitung sowie an kie angefchlossene Maschinen und andere Vorrichtungen vor Durchschlag ufto. bewahre«. Rogowski benutzt nun die in Der Leitung an irgendeinem Punkte herrschende Spannung, um seine Glektronengeschofle adzulenkeii. nachdem fie durch «ne andere Kraft in anderer Richtung abgeleutt worden fmb Er ift fo in ber Lage den zeitlichen Verlauf des Anschwellens der Spannung bi» auf etwa 1 Milliardstel Sekunde genau anzugeben. Sine fo unerhörte Cbenauigieit bet Zeckmeftung ift aber hn vorliegenden Falle unbedingt notwendigdenn einerseits beeilen sich die elektrischen Vorgänge im Draht an sich nrtt großer GelchmnnLiakeit aus, anbererfeit« handelt es sich ja gerade Darum, die feinen Einzelheiten Mer 2lu<bro'.tung zu untersuchen, so etwa die Frage, ob die auf tret enfte .Danderwelle" eine steile Wellensorm hat. allo in kurzer Zett zu chvern Höchstwert anschwillt. ob fie vom andern Leitungsende zurückoeworferi wird, ftch ftaut — ufto. Diele Fragen förtnon nur bcannrörtet werden. wenn wir die Aenderungen tn winzig lletnen Zeitteilchen messend verfolgen können. Rogowski
mti zunetzment-er 2krgrt*lx< rung nur im Quadrat, der Inhalt ab<r im Wurlc! wächst. Ss lommt daher der Jeubunlt. wo solche \u einer un» geb.-ur.m S rvhe angewachfenen Wcilkbrper durch die ungebcurc Hitze keinen Bcstanb mehr haben, so daß fie fich auflökn und die gebundene Energie. das heißt der Stoff, aus dem fie bestehen, dem Wellenraum als freie Energie zuruckgege- ben wird
Denke« wir uns einmal zwei foicher Körper im Wellenraume schwebend und betrachten wir zwei Grergiestrahlcn bxe durch die MiNetpunlle dieser Körper von beiNn Seilen her durch beide hindurchgehexi (Bild 2r Dann find Die Strahlen, nach de in sie den einen Körper durck»- brimgcn haben geschwachl nachdem sie auch noch den anderen Kbrp.r durchdrungen haben, find sie noch mehr geschwächt E» ifi allo offenbar, daß die von außen her auf bir beiden Körper wirkenden Druckkräfte größer sein muffen, als die. d'e sie auSelnanderziureiben versuchen. Die Folge ift. daß die Korpcr gegeiieinonbtr gedruckt werden, eine Erscheinung die uns da» Vorhandensein einer Anziehungskraft vortäufcht
Wenn nun solche Energien auf einen Punkt, betfpielSweife auf einen WeftkÖrper oder eine Ansammlung von Wellkorper« zusammenstrvmen mib hort in ihrer bisherigen Form verschwinden. weil sie sich in Wärme ober in Stoff verwandelt haben so wird in der Regel ein Wirbel entstehe« Dies ift ja immer dann der Fall, wenn irgendwo unter der Einwirkung von Druckkräften irgendwelche Energie« auf einen Pxinft zustreben weil fie fich durch Ziifall nie genau mittig treffen werde« Wir Tennen solche Wirbel in Gestalt der Wind- und der Wasserhose und können sie z. B. beim Ausl aus en irgendeines Gefäßes durch ein Loch im Boden, z. V. einer Badewanne, jederzeit (rtobad)ten Welchen Drehsinn diese Wirbel haben, hängt lediglich hon dem Umstand ab. wie sie sich im ersten Augenblick zu drehen begonnen haben: so drehen sie sich dann weiter.
Diese Anfchauungeei erhören manches, was bisher bei ber Annahme einer Anziehungskraft n cht au erklären war, z. B. die Hei der Planeten um die Sonne und Drehung der Weltkörper um sich selbst. Sie zeigen aller auch, baß de großen Spiralnebel, tote sie zu Tausenden im Weltall schweben die Gestalt haben müssen, die sie tatsächlich haben, nämlich die einer flachen Spirale (Bild 3 und Bild 4). Wir selbst leben ja auch in einem solchen Spiralnebel, näm- küh in dem der Milchstraße, und unsere Sonn« ist weiter nichts als eines der vielen Sterncheii. aus denen b-efer Qlebel besteht Denkeii wir uns diesen Rebel der Rkilchstraße «Uva auf die Gröhe eines Markstückes herf.«inert und stellen wir xm« vor, daß die Atome, aus denen dieses Nkarkstück besteht, die Holle der Sonnen spielen, die bic Milchstraße bilden, so ist untere Sonne auch eines dieser Atom« irgendwo im Innern dieses Markstückes: l*c Erde befindet sich ebenfalls im Iix- nern dieses DlarkstückeS ganz dicht bei ihr. Wenn wir unS dieses Markstück fvillrecht gestellt denken und wir sehen in wagerechter Richtung aus dem Inner« btekes Markstückes herax»S, so sehe« wir na-türtich nxtr sehr wenige Atome, das heißt nur sehr wenige Stern« sich gegen den Humnei abheben. Sehen wir dagegen nach oben oder nach unten, ober in einer anberen Richtung in ber Ebene bes Markstückes, so sehen wir sehr vickle Sterne sich als Banb über ben Himmel ziehen: ilreb das ist eben die Milchstraße Dieles Band ist aber nichts von uns LoSgeiöstes. soix- bern es sind Sterne, die genau ebenso zur Milchstraße gehören w.« unsere Sonne mit ihren Wandelsternen.
Diese Anschauung, daß es feine Anziehungskraft gibt, sondern baß es äußere Drxukkräfte find, die bi# Welten und alle Körper zusammen- halten. steht durchaus un Einklang mit Den Sr- sahrungcn untere# täglichen Lebens. Wir könne« ja feine« Gegenstand an uns heranztehen. ohne daß wir mit ihm durch «inen zusammenhängenden Degenstand, z. B. durch eine Schnur ober einen Stab, mit ihm vorbxrnden sind. Wohl aber können wir jeben Gegenstand ohne eine solche Verbindung von uns entfernen, z. B. indem wir dagegen blasen ihn also mit Luftmolekülen beschießen. Ob Dieter Druck, wie z. B. jeder Das« Druck in einem Gefäß, durch Das Aiwralten von Wvlsblloii ober beifpielSweile burch Wellen verursacht wirb, Due ja bekanntt'ch auch Druckwir-
fann nun über die Form thcfer WanderlTv'Ien sehr genaue Aufnahmen mache« und teilt eins große Zahl wohlgeluirgener Bilbausnahmen mit.
Die Erfolge bidcr Zeitmessung konnten im wsfenttiche« dadurch erzielt werden, daß torc in Der Siektrvnenablenkung einen beinahe rräghevr- lofen Vorgang Hoden. Denn sonst irgend etwoS gemefton wird, wird immer trage Masse in Bewegung gesetzt Es wirb ein Zeiger bewegt, eilt Schalter oder eine Maonetnadel gebüßt ober ber* gleichen Hierbei ist Immer Trägheit zu überwinden denn Schalter. Zeiger tmb Radeln haben träge Maffe, ihre Bewegung beansprucht daher immer Zeit. Eine der obigen auch nur entfernt vergleichbare Genauigkeit ist daher mit dielen Hilfsmitteln nicht erreichbar. Die Zeiger unfern- Utr aber find die Elektronen, und jedes einzelne Elektron wiegt nur etwa Den atoeitaufenbften Teil eines Dasserstofsatorns: es kann infolgebeffen den geringsten ablenkenden Kraft beinahe axxgenblick- lich folgen
Aehnl'ch«: Einrichtxmge.i waren ja schon vor Rogowski bekannt Aber die Verbesserungen, die er an brachte, sixxd fo bedeiuend, Daß Die Genauigkeit auf das Breit au fendfache gesteigert wurde. So hat Rogow'ki Die photographklche Platte in das Innere ber Elektronenröhre t?erlegt; er hat Glühkathoden statt gewöhnlicher Kathode« verwendet und andere Verbesserungen getroffen.
Die Verschärfung unserer Sinne wird immer zu ben schönsten Erfolgen menschlicher Dtskenschaft und Technck gerechnet werden. Keine anderen Geräte machen auf bas unbefangene Demut einen tteteven Eindruck als das Mikroskop und das Ferorohr, bi« in so wunderbarer Weife Die Leistungsfähigkeit unseres Auges vergrößern und erweitern. Gin« ganz ähnliche Bebeillung kommt aber ben neuen Apparaten zu, die den Zettftnn des Metrschen nicht minder verfeinern wie bat Mikrollop und das Fernrohr ben Rgumstmr


