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Nr. 217 Zweiter Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen)
Zreitag, 14- September 1928
Frankreichs MitarpoM.
Son un<ervni militärldKii Mitarbeiter.
»HnnM Hebe t»or dem TfolLrbunb bat auch bie lctz.en Schiei.-r der franzosi chen Politik ge- lüftet. .Weg mit bc x Kanonen! We, mit b:n Bojeneftcn " -- Io batte |uft nor ynri Jahren bet dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bette, bc Drtand mit Paldv« verkündet, der tich hrut.« al« der Gefangene de- ffranzölilchen Militarismus er- weist und reftlo« sich mit den stielen und Absichten der Iranzösischcn General ui identillztert. lliemale ift di. Abrüstung schmählicher labe hort motben ^l« durch biete .Abrüstung« rede de« franM6fi<<t<n Auhenrnini'iere. 3bcr schl e'x:ich benötigt die Rede Brianb« die Tatsache, dah Frankreich nicht an Abrüstung denkt, vielmehr non dem sc len TBillen beite*, t i t ’etne überroarnde militärische Machtstellung auf dem eurvpötschen Kontinent, die ihm Dersallle« ner- l-ürat. icht nur aufrechtzuerhalten. sondern reifer ou«\ubducn und zu verstärken.
Wenn Briand m feiner Red? der Auffassung Aufdruck gab das) in den letzleii Jahren die Rüstungen nicht zugenommen hätten, so ist da« eine dreist» llnwat.rt.eit. was schon allein au« der Tatsache deutlich h!rvo.^?di. daß durch die neue grobe Heeresoraonisalion die Ausgaben für da« sranzöfilche J^ccr fein: Derminderung. kontern eii e erheb iche Steigerung c.'ah en. sie betragen im laufenb.m Jahre sür di: gesamte französische Wehrmacht 9359 Millionen Franken, da» buht 1 1 , 7111 lliarben mehr al- im .fahre lu27. Welchen 3rcdcn aber die sran- zöfllche 3Zihtönuftung letzten Ende« zu dienen bestimmt i?t. Acigt der projektierte Ausbau der französischen O (t bef c H i g u n g c r. Du ch otc H'leb.rgetD.nnung alfab-£pi ringen« ist der alte sranzokische Be'cliigungsgürtel der Linie Helfer t Spinal Toul Verdun in die zweite Lmic gerückt. Da« in Dlfah'Lothringen von den Franzosen Vorgefundene deut'chc Be estigungs- IhUcm mit Straßburg und Metz ist, da es gegen Westen gesicheri ist. sür Frankreich in seinem bisherigen Zustande nicht nerwendoar. Die projektierten neuen Befestigungsanlagen an der sranzökischen Ostgrenze, für deren Bauzeit hei einem Kosienaufwande von 6 bi» 7 Milliarden drei di« vier .fahre in Aussicht genommen find fDlfcn in Anpassung an die Technik der modernen Kampfmit el au» einer mehrfachen Kelte von beteni.rten ilnlerftäntea und Derlei»igungs- tperfen bestehen, die lückenlos voin unteren Slkast bi« zur bclqllch lurcmburgilchen ^r;n'c geben und durch zahlreiche Stützpunlie verstärkt werden sollen. An mehreren Stellen lind außerdem umfangreiche kombinierte Anlagen zur Sicherung des Aufmärsche« vorge'ehen. die gleichzeitig als Dersammlungsraum lür ete.ituclle Os ensiven dienen sollen. Auch Belgien ist auf Grund bei französisch-belgischen Militärbündnisse« vom 7. September 1920 an blcfcix tiefgestaffelten Be- testigung-gürtel beteiligt, so daß dieser bl« an« Meer reichen wird.
Und welche strategische Grundidee liegt den Man 0 vern, die Frankreich augenblicklich im bei eftten Rheinlande abhült. zugrunde? Sie sollen den Beweis liefern, dah die beiden Elsenbahnknotenpunfte Frankfurt a. M. und Köln innerhalb 42 Stunden beseht werden können. Die sranzösikche 21 rmet Leitung, und nicht nur sie. soildern auch die sranzösilche Regierung und Engi nd — die T i nähme en^ltscher Truppen an der. Manövern läßt daraus schlrehen wollen vlsenlichtlich die ihnen noch zustehende Willkür- Herrschaft in der 3. und auch in der 2. Zone am Rhein dazu benutzen, um Erfahrungen zu gewinnen und strategische Pläne festzulegen. die auch nach der etwaigen späteren Räumung eine Offensive durch da» heutige Befahung«gebiel in das unbelebte Deutschland hinein nach den beiden Stützpunkten sür einen weiteren Tonnarfcb gestalten: sowohl von Köln nadj Rorddeulfchlatrd Hinern in da« rheinisch-westfälische Industriegebiet und nach den deutschen Well Handelshäfen, ünc auch von «Frankfurt au» am Marn entlang den 6toft nach Mitteldeutschland hinein und zur Adsplitterxnxg de« Südens Die Entexxremächte. namentlich Frantreich, betrachten eben auch nach einer etwaigen Räunrung deS gesamten befehlen Gebiete« die entmilitarisierte .fone am Rhein
(cinrefollö al» militärifch-neutralifierles Gebiet. Ion dem nur al« Sur- und Ausmarschgebret für d.e französische Armee und ihre eNva>gcn englifchetr .^rlfstrupden E« muh demgemäß mit aller ^iU- sch redenhef. darauf btngebrängt werden, dast nach der Räumung die für deutsche Truppen unzugängliche .entmilitari>ie.te <Jon: am Rhein" auch tür die französischen T ruppen wirklich verschlossen ist und richt unier federn Sche.nvorwand oder zu angebli^cn Sanktion»- und Borbcugungszwecken w.eder besetz: ober gar abgehtniucn werden kann.
Aber da« Schwert am Rhein genügt dem bi« an hie Zähne gerüsteten Frankreich dem entwaffneten Deutschland oegenubtr noch nich:' Denn, w.c Briand. der sich damit zum De.metfch und :>yifer»beifer der französischen Militär:reis« mit Marschall F och an der Sp.tze machte, argumen- t.ert. besitze Deutschland eine tta b re- ar mec. durch die das Dc<k leid): zum Kriege organisiert und industrielle Kräfte und Werke zu Instrumenten de« Kriege« umgewandelt werden förauen. Hm die neue 8inf:e;1ung Deutschlands zu vervollständigen, muh hd) auch der m i litärische Ring im Osten schliesten. Diefent Zwecke bientrn die bcrfdjiebenen Ver
handlungen. b-.c im Lau'e de« Sommer» zwischen den Genrats'.äben Frankre.chs. Polens. Rumänien«. sowie der Tlchechoflowakei unter der Aeg.de de« Generals Le Rond hattgehmben Haden. S.nma» schemk es s.ch darum gebandelt zu haben, eine polnisch-tschechische M i - litärkonvcntion in« Leben zu ru’cn, und -um anderen da« leit mehreren Jahren bestehende ^olnifch-tumänifche Militärbündnis erneut fester al« bisher zu verankern. Auch die Schwie.-igkeuen. die sich au» der Tätig- Leu der franzöfilcheii Tl^.tännilfion in Iwien und dem Bestreben PUsudfki«, sich der bisherigen Bevormundung durch die »r^öNschen Offiziere zu entziehen, zellwc iig ergeben hatten scheinen beigelegt zu fern, wie die Diederbesetzung der 2h.'sftelle der sranzöflschcu Militä^nission. die feit der Abberufung ihre» letz'en Inhaber», de« General« Sharpy. wrtDa.ii war. durch den General D e in a ; n erkennen läßt. Alle diele Um» stände deuten jedenla.i- auf emen Ausbau der französischen Müi.ärpolitik auch im Osten hm. der t^onders l>edeutung»vs.'l erscheint im Zusammenhänge mit den Spannungen in Osteuropa. in erster Linie dem latenten polnisch» litauischen Konflikt.
Krieg im Frieden.
Allerlei Gellsomeek von der österreichisch-iialienischen Grenze.
Bon unserem Sonderberichterstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.
H. F. P l ö ck e n p a st, im September.
Wer auf ben groben Karawanenstralxen b?« modernen Verkehr», den Cifenbahnen, von Land au Land reist, der kann schon den Ömbntd haben.
(am. aber stetig zum Paneurvpa zusammenfinden. Roch vor wenigen wahren war ei ic Axislandreise ein Untemebmen. da» auf hcnnischen vloll- und Finanzämtern und m fremden Konsulaten oif hochuotpeinlvch vorbereitet und konzefsionieN werden muhte. 5)<ute läht ein Land nach dem anderen den Vilumzwang sallen, und wer heute etwa von Berlin nach Rom reisen will, der braucht (ich nut nn Schlaswageix. statt im gerne taten Bett niederzulegen, -der gehl ein paarmal in de x Speisewagen, greift irgendwann nach höflicher Aufforderung zu Bah und Koffer — um beim normalen .Ablauf der Tinge zur festgesetzten Stunde vor dein chaxrptbahnhof der ewigen Stadt einem Tart winken zu können. Ter Tiergarten ist vom Monte Plncio auf diese Wecke nur durch den Preis einer Fahrkarte und durch eine durchaus nicht langwellige, in den Alpen sogar romantische Reife getrennt. HeilPaneurvpa, die Welt ist ein Torf!
Leider Iaht sich die Welt von den Eisenbahnschienen auS eben doch nicht übersehen. Zwischen Oesterreich und Italien sind vier bis fünf wenige Meter breite Schienenstränge die einzigen Drücken aus einer Hunderte von Kilometern langen Strecke. Auf einer Grenze, die wirklich eine Grenze mit allem Komfort ist, mit Stacheldraht. Schiehgewehr, Unterständen und Kanonen. Sin kriegerisches ^kdhll mitten in einem durch richtige Schüsse wirkungsvoll belebten Frieden, bei dem kein pazifistisches Auge trocken bliebe und bei dem der Richt Pazifist stet« von Aerger. Trauer und Lachreiz bedroht ist. Dine Gren c. an der man nur daraus zu lauem scheint, die vier bi« fünf störenden Löcher zu verstopfexx.
Wer auf die Rückseite der an den Bahnlinien erbauten Potemkinschen Dörfer einer trügerischen Freizügigkeit schauen will, der muh zunächst mal seinen Koffer im Tal lassen und den Rucksack packen, denn der Grenzwall muh wirklich bestiegen werden. Rings um daS abgetrennte Südtirol und dann weiter gen Osten bi« hin nach Jugoslawien bildet etwa die Wasserscheide die Grenze zwischen Oesterreich und Stauen, allo d.e höchsten Kämme der e.nzelnen Alpen- feilen. Tort, in zwei- bis dreitausend Meter Hohe. t>er(tarlie da« Land Mussolinis die na- türliche Bergfestung, die es umgibt, durch künst- liche Hilssm.ttel. Ds versperrte die von der Ra- tur etwa noch gefallenen Pässe, Joche und Fels
scharten. um nun mit Diferlucht und grobem Rlenschena ufwand jeden Dicugicrigcn fernzuha iteu ganz gleich ob er nur Siixn für die 'chöne Ralur und nicht lür die smnlofeii Festungswerke hat. Zch weisi nicht, ob es das böse Gewissen xvegen Südtirols ist. da» Italien zu lolchen Anstrengungen gegen das totai abgcrüftetc Oesterreich veranlastt, aber ein anberej Grund läßt sich kaum finben. Ieden- sa.l» erklärt Italien daS ganze Gebirge a.i ft.acr Grenze für tabu. Und die Hütten, die früher Scharen von Dergsteigerii gastliche Unterkunft gemährten, beherbergen heute e n Kommando Äarabntieri, Mutz oder Gendarmerie — nur keine Zivilisten. , Soweit sie dem deutsch- österreichischen Aipenvereiii gekörten, wurden sie emsach enteignet, soweit sie in Privatbelch waren, geschah dies auf Uintovgen. Din kleine« Beispiel: an der Birnlxu'kö zwilchen Krimmler Tauern und Hohen Tau m hat
eigener Hande Arbeit in langen Jahren eine sch lieh, ich recht gut gehende Hütte gebaut. 1928, zehn Jahre nach Frieden-lchlust, belam er Einquartierung, die et sechs Monate ohne 'Vergütung verpflegte. Als er schlieblich die „Herren schön gebeten haben wollte", ob si« nicht was zahlen könnten, damit er weiter für Atzung sorge, weil er am Dnde feiner Kraft sei, kam es zu einem wüsten Radau, der Grund genug dafür lieferte, dah heute der Mann samt Frau xmd Tochter im Gefängnis sitzt, ohne die Herren ferner Hütte weiter belästigen zu können.
Dnx anderes Bild: kommt ein Tourist bei seiner Kletterer etwa hoch droben Im Fels ahnungslos an die Stelle, wo die Grenze zur Spitze hin.iuS- läuft, so hört er vielleicht einen Pfiff von irgendwoher. Begreift er dessen Sinn nicht sofort, oder weih er nicht, ob eine xmerfvrfchliche WeiS- heii in Saint Germain dielen Kamin oder jenen Fxcksblock für österreichisch oder italienisch erklärte, so folgen ganz einfach — Piff 'J\aff — ein paar Gewehrfchufse. Dine fatale Rervenbelastung in oft an sich schon unangenehmen Augenblicken, nicht wahr?
Kommi man nun an die Stelle, von der die blauen Bohnen stammten, so kann man ein neues blaue« Wunder erleben. Ich sah e« oft, doch nie fo ..schön" wie am Wolaver Pah, kurz oberhalb des Wolayer S-re« In den Jütischen Alpen. Dort yefit sich in etwa zweieinhalbtausend Meter Höhe zwischen zwei zum Teil noch nie erstiegenen, und im Übrigen auch recht schwer zugänglichen Felswänden übet ein kleines Stück gangbaren Gelände« die Grenze. Dies« Grenze selbst ist zur Brustwehr ausgemauert, recht« und link« Stachcldraht und bombensichere llnter- stände: Besatzung mindesten« vier Mann. Oben auf der Brustwehr thront mit ernster Würde
Krebs als Kulturkrankheit.
Von prnf. Dr. Teutschlander.
Der Ärrffc* ist auf der ganzen Erde verbreitet. Er kommt bet Menfwen aller Stände. Berufe uixd Rassen, jeder Kulturstufe und Lebensweise, sowie bei slrilch- und pflanzenfressenden, was'er- und landbewohnendeix Wirle.tieren ail.r Ä a* en. in jedem Alter und bei beiden Geschlechterxx vor. S« gebt also nicht an. wie e« geschehen ist. die Krebskrankheit allgemein als eine .Kulturkrankheit zu bezeichneix. Ja, es gibt Krebsbildungen, die die Lebercarcinome ibet Opisthorchis.nfekxion) am Kurischen Hass, welche geradezu der Unkultur tbre Entstehung verdanken, da He mit der 11 n itfe, Fische roh zu verzehrexx, in Zusammenhang stehexx.
Dagegen gibt es aber bösartige Geschwulst- bilduugeu. tvelche unbedingt al« Kulkurerfchei- nungen, al» .Folgeerscheinungen der Zivilisation bzw. Domesti'ation angelprochen werden durfexx insofern, al« die ihnen zugrunde liegenden Sch<xd- licbkitcn als solche in der Ratur kaum Vorkommens Kulturprcdulte hnb. mit denen unzivilx- herte Völker und da« freilebende Tier kaum ic in Berührung kommen.
Als Kulturkrankheiien in diesem Sinne können wir z. V. den Arlenkrebs bet chronischem CMcnqcnuTi. den Kangrikreds der Tibe- :aner. den Spe i s e r ö h re n k re b s der Sake- tr'ntcr tn Japan, der Mat. irinker in Argentinien, den Mundkrebs der betbeinuh,aucnbcn Inderinnen bezeichnen. Auch die Domestikation»- krebse btt Tieren, der Hornkre b» der an einem Horn angespanntrn ^burinder in Indien, der Brandkrebs de« auhralild'cn Herdcn- viehs u. a. gehören hierher. In diesem Zusammenhang XKrbicnt auch die Zunahme des Lungenkrebses eine Erwähnung Cie ist wohl kaum allein durch die Grippe-Epidemie, feit der sic entdeckt wurde, zu erklären, sondern dürfte wohl auch zurückzuführen fein auf ftaub- oder gasförmige Schädigungen, wie Ruft. Anilin, Antome'bilga'e. Ctrahcnteerftaub, vielleicht auch landwirtschaftliche Beize- und Düngemittel, be
sonders die ar'enhalligc Trockcnbeize, die in der jetzigen Zeit eine große Rolle sp eien.
Kulturkranlheilen im engeren Sinne hnb aber insbesondere die D c r u f S k r e b s t. Krebsbildungen meist gaxxz bestimmter Lokalisation, die verursacht werden durch bte besonderen Reiz- WtTfungcv ganz bestimmter (relativ spezifischer» Lchädl.chkeneii, welchen bl oh ober doch fast au«- »chliehlich gewisfe Berufe ausgefetzt sind. Im Verlauf und Aussehen unter'dxndcn sich die Berufskreble nicht von enxsprechenden Reudtl- düngen nicht beruslicher Entstehung. Vert.che- rungsrechtlich nehmen he insofern eine besondere Stellung em. al« sie der Gesetzgebung über d e BerufStrankheiten xmd damit der Anzeigepflicht untnlfcgcn.
Seit 1775 durch Perrival Pott« Entdeckung des Schorn st cinfcgerkrcbleS in England die Auhncrkfamkeit auf das Problem der Krebsbtldung als Folge gewisser Berufstätig- feilen gerichtet wurde, ist eine große Anzahl solcher Berufskrebsc bekannt geworden. Bet gewissen Berufen, z. B. den Krebsbildungen der Seeleute, der Röntgenologen. Röntgenlaboran- ten und Röntgentechniter spielt strahlende Energie eine wesentliche Rolle als äußerer Reizfaktor. Vorwiegend lind aber chemische Substanzen. denen die Arbeiter während der Tätxgh'it au «gefetzt hnb. als äußere Ursachen gewerbl cher Ärcböbilbungen erkannt worden
Meist handelt es 'ich babei um 5>autfret'<e. Doch werden auch Reuvckdxmqen innerer Organ« auf Beruss'chädtgung zurückgeführk. So der .Schneebergci" - Lungenkrebs der Äobaügrubfnarüe:ter in Sachsen, dessen Ursache nixtz gesuckxt wirb, ber häufige Blasenkrcb« der Anilinardetter in Dcutschlanb, ^r in englischen Fabriken gar nicht vorzufommen scheint, endlich auch das verhältnismäßig häufige Austreten von Krebsen der Atmung«- und Berdauungswege bei den Sckornstenxf«gern in Enqfond. Das Roh- Paraffin, das meist als Dest.ilatxonSprodukt aus der Braxnckohlc. aber auch aus Erdölen gewonnen wird, erzeugt den von Vollmann 1874 entdeckten HautlrebS der Paraffin- arbeitet. Mineralöl, mit welchem die Ma
schinen in den Baumwollspinnereien eingefotiet werden, den von South am und Wilson 1922 entdeckten Hauikreb« der Baum Wollspinner. lowte gutartige Dewäch'e in Petro- leum-Rasfincrieix Frankreichs und der Tschechoslowakei. Auch da» hauptsächlich aus Buchenholz- leer bvrgefteilte Kreosot hat. wie die Fabrikerfahrung lehrt, krebserzeugende Eigenschaften.
Bon ganz besonderer Wchügkeit sind di« Ätebotr.Ibungcn, welche verursacht werden durch Produkte, di« bei der Verwertung der Skein- toh.e bzw. der Herstellung der Leuchtgale entstehen. Der Rutz, der bei Stcinkohl.mheizung entsteht, ist nicht nur di« Ur'ache bet Schorn- fteinfegerfreb(e. sondern auch von Hautkrebsen von Minen». Schiff« - und Eisenbahn- heizern, bei Ruß-Sackträgern. Ruß- verpackern und anderen Berufen, d.e mit Ruß in Berührung kommen, z. B. Gärtnern, die Ruß al« Düngern itel benutzea.
Axuch der bei der Destillation der Steinkohle als wichtigste« Rebenprvdukt der Leuchtgas- fabr.<ation ' ch bhbenbe Gxswertteer weist, im Gegenfoy zu dem Hochofenteer, krebserzeugend« E.gen'chaften auf. Eine Rachfragr bet verschiedenen badischen Gaswerken hat ergeben, dah kt Iahmehnten in den Gasanstalten '« tbst leine KrebSbildungcn beobachtet worden <;nb, der Teert red« kommt vielmehr in den Teerd.stillerien vor. in welchen tue Arbeiter mit der Substanz eher in Berührxmg kommen. Der Teerkteb». den Volkmann be- 'chr eben hat. wird nicht durch Steinkohlenteer, sondern durch urxgcre nigten Braunkohlenteer her- vorgerufen. Sei: b:c üegenben „Blasen", in benen d e Tchillat’on 'rüher vorgenommen wurde, dur-ch stehenbe oder erlesr wurden und bi« Arbeiter nicht mehr wie srüher von oben bi« unten mit Teer üder'chüttet toetben, hat das Vorkommen des Teerhxbfe« prakplch aufoehört. wenn auch noch gelegentlich Fälle von Teerkrcb« nr.tgeteilt werden.
Der Gaswerk- und Steinkohlenteer ist bekanntlich da« AusgangSmateriai zur Darstellxmg sämtlicher Produkte der Farben- und Arznei- mtitel-Inbustti«, von denen mehrer« wie da«
E \ teiaio 1 Pj'- ißio“ ein Schild, da« sich auch standen zu werden Durchgang verboten" Vier Karabiner g.-ben bietet liXxmung exnnt Rachbruck, befielt lernst so mamhet fchon erfahren da: Ihre Befitzet sind nicht fo dekorativ, wie Zollbeamte und dolbaitn an der tniematicnakn E senbahnlinie. Ne sind x>ardon! - sogar etwa« 'chmutz.g und r<cht abgertlfen, aber ft< hnb umgeben von der Glor.c ihrer Au'gabe da» arme. ‘atmet bewaffne:« Italien vor der Drohung de« lösen «ntwalfoeten Oesterre.ch zu schützen. Unter dem Lch.ld da« sie lx-waMen. aber leuchtet cm andere«, au fällig friedlich .Delnvf r- laut“. De Tvrwäch.er Italien«, die einmal auf Touristen Ich eßen, erquicken dicielbeu Douristen auf Dunlch gegen stabile Schillinge oder Reichsmark mit dein Dem ihres Vaterlande», oder dem Südtirol«! Gibt e« eine fchbncie Harmonie von Ernst, Würde und me.i'cheinreunbllcher Mild- läligkelt? L cher nicht 1 3,allen kann mit den Söhnen zufrieden lein, bie <• in fein Schaufenster gestellt hat
An bemlelbcix Paß war e« wo io» beinahe x^cujK eine» leige,.Ichweren Grvnzzwiicken alle« beworben träte. Die Rekrutena!.»:eiliing eine« österxeichifchen Alpenregi nents. heute Jung- männer genannt, sollte sich einmal in ihrer Heimat umlchauen und. soweit e« ging, auch einen Blick ür<c deren eng: Grenzen htnaustun. 21 ur mit Bergstöcken bewaffnet, an dec Spitze ein Oberleutnant, zogen li an den noch beu.c deutlich sichtbaren Kainpffellungen vorbei zur Pahhehe. 2.1» sie i.x ausgotöster Marschoxbnung um anen Bcrgvorlprung h.rumkaimnx. laben die Italiener wohl an die sechzig Borgst öckel 3m 21 a alarmiert, standen d e vi t Italiener umgeben ten Handgranaten. Revolvern und Karabinern auf ihrem Posten. Hin inerkwürdxge« Lackel ix huschte über die Züge de« Oberleutnant«. ter gerade hier vor z.kn Jahren mir- gekämpft hatte und der einst Kraft d » Siege« auch mit in jene« jetzt verdiene Tal hinabge- stiegen mar. Im übrigen aber crUliertcn die 3taliexxcr sür ihn nicht. Er blieb mit feinen Leu leit korrekt aus der Grenze und enäbltc au« der Geschichte der älter.« Kameraden die er Rekruten. Die Grenzwächier berulllgen sich langsam, fomxnen näher unb erhalten aui Ibunidt, unter Wahrung .
rcickifcker Seite, Zigar. tien Sie betei igen sich an den Srtlärungen und bietzn al« Gegengal c — diesmal ohne Schilltrg einen 25ech«r des ,g auch sonst nicht für den Zoll bestimmten Weines. Dam, aber ist die Freundschaft au», denn bui Alpenjäger fingen, plötzlich in Reih unb Glied, ein Kärntner HeimatIied Front g?gen Italien. Und die» Bild ist fombolisch. Unterstände. Bomben. Maschinengewehre' unb heim ich durchbohrte ganze Bergnias (ve auf der .inen Seite bot Heimatlteb unb ein entschlossener Wille auf ber anberen Seite. Tiefer österreichische Oberleutnant mit seinem Trüppfoin hat Sinn in dc,x Unsinn le» Mißvethälknll'e» gebracht, bas dort oben in den Bergen herrscht. Er hat die wirklich« Macht des H.i nat xedanken» ja auch zu erproben Gelegenheit gehabt, damals, als vo„ hier au« di: Italiener unb von btüben bie Jugoslawen In Kärnten ein rückt-ix, al» nach vollständiger Auflösung aller staat icken Bindungen eine Handvoll ver-weilelter Menschen Ihre Heimat retteten. Irotzd.'m sie bet organlsler'en Heeres- mad*t unterlagen.
Man könnte noch zahllose Geschlchten von bet österreichisch-itolienischcn Grenze, von bei wirklichen Grenze, erzählen. Man lönntc derichleix von jenem Senn, ber ba« Vieh feinet jetzt in Südtirol liegenden Gemeinde mühevoll auf die Almen zu treiben hat, die bei Oesterreich» verblieben hnb unb bei nun sür jede Bleh- g a 11 u ng genau so gut einen Paß h?hen muh, wie für sich. Dinen Paß mit genauer Angab» nicht nur der Stückzahl, sondern auch de« Aussehen» seiner Schützlinge. Man könnte von dem Lamento berichten, da» regelmäßig au«- bricht, wenn sich die Herde bet der Rückkehr im Herbst auf natürlich« 2veile um einig: Sluck vermehrt hat. Der Touriften-Abenleuer gibt ti noch viele. Von der Vefchlagnahme einer ge botenen Zeitung au« dem Rucksack angefongen, bis hin zur Verhaftung wegen eines Photograph, schen Apparates. Tabei brauchen die.
Annin als llrlache von 2öerufs.'reb« angesprochen werden. Auch Asphalt, der lösliche Bestandtell des Steinkoh.enpechs. vermag Ärcbfl zu erzeugen.
Gewerbliche Schädigungen durch Pech kommen vor: in Teerdestillation «betrieben, beim Verladen und Zerkle nern von ^Pechtiichen unb besonder« be TJeratbeihmg de« Pech« zur Her- stellxuxg von Bnkett«. Fetner bei 2)erwcndung zur Herstellung von Ifol ermalerial, von elektre- techn.lchen Kleinart kein, von Korste.nen beim Foß- picken u a. Auch Heizer der Marine unb Ellen- bahn und Minenheizer, die mit A K.-Bexketl« feuern, hnb gefährdet. D» sei darauf hingewie- len. dah ein großer Teil ber erwähnten Be- ruf«frebte, ko v B. die Britettarbeiterkrebse. durch geeignete Schutzmaßnahmen und bdonber» durch Re ntichkeit bei Kenntni« bet Gefahr verhütet werden können.
Hochfchulnachnchien.
D e phllofophifche Fakultät der llnipersität Marburg har dem 2krtreter der phyholog- 'chen Ehern c in der Medizinischen Fakultät do- telbft. Dr. med. Friedrich Kutscher, sür fexre grundlegenden Fockchungen über den T wech- stosfwe-chtet unb den Zusammenhang zw schc.x Pslanzenreich unb irieberet T c-rwekt sowie b’c Entdeckung zahlte cher 2kt6inbungen von ausgeprägt physiolog.(cher oder pharmakofogischcr Wirkung die Würde eines Eßtendoktor« der Philosophie verliehen. - Ter Ordinarius der Wirllchastswisserllchaften on bet Handelshochschule. Hochschule sür WirlfchqstS- unb SvziaIwi^enschalten Aürnberg. Dr. rer. pol.. Dr. jur. Emil Wehrle. har einen Ruf auf d«x Lehrstxchi der Bvllew rifchaft-lehre an der Techn 'chen Hochschule in Karlsruhe erhalten unb zum Sontmerkmehcr 1929 angenommen.
Ter ao. Profelsot Fritz Oelker « fax Tübingen wurde zum ao. Professor für Botanik an der Technischen Hochschule zu Tarrn habt unb zum Tireftor bes dortigen Botanischen Gartens ernannt.


