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Nr. WO Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

vienrtag, 14 August (028

Oie Teilung der Welt.

Englands undRuhlands Dorlncgspolitil imKampf um dieVorhcrnchaft inChina.

13on Or. Gustav 2Ro(off, o. ö. Professor der Gefchichle an der Unioersttät Gießen.

rafltildx Regierung hat dem beu Heben -^ftfp clr mlsenb. hd# entschlossen. die wichtigsten 3tttn über die auswärtige Politik au» ber Vor- fneg-^eit au verössenlllchen. um damit an ihrem Ir.k auf Ausheilung de» Kriegsurfprung» bet- Autrcgen Zuerst crfdi.cn vor mehr al» Jahre»- leist der Schlutzband. der die Zeit unmittelbar vor dem Äriege. den Juni und Juli 1914. bc» bandelte, er bestätigte durchau» die aus »rund der deutschen und anderen Akten gelvonncnc Anschauung bah Rutziand und Frankreich einen rücksichtslosen Kriegswillen vertreten haben. (Sng- (and sie nicht gemähigt. vielmehr in entscheiden, den Augenblicken anflcfeucrl hat, um die Entente nicht au gesährden Deutschland» Versuch, den Weltkrieg durch Vermittlung zwischen Oesterreich und Rutziand au vermeiden, der in den englischen Akten ebenso feine Bestätigung findet, wie seine Zurückhaltung in den Rüstungen gegenüber Rutz- land und Frankreich muhten demgegenüber fruchtlos bleiben.

Jetzt ist nun die engltsche Aktenpublikation svrtgeseyt worden. Cu beginnt nicht tote bte butsche mit 1871. sondern erst mit dem Jahre 1898 weil da mit dem Bestreben der Londoner Regierung aus der bisherigen Isolierung her- auÄAutreien und Anschiutz an Festland»mächte zu gewinnen eine neue tfpodx der britischen Politik beginnt Ob d e englische Aktensammlung für den Historiker so ergiebig sein wird wie die deutsche muh die Forscherarbeit der nächsten Jahre lehren. Man hat bei der Lektüre nicht feilen den Eindruck. bah manche Lücken in den Korrespondenzen der Diplomaten vorhanden lind, vermutlich lind die ossiziellen Berichte hier 4inb da von Privatschreiben mit wichtigen Rachrichten begleitet gewesen, die im staatlichen Archiv feine Aufnahme gesunden haben, sondern im Privalbesitz geblieben sind. Indessen darüber kann erst eine systematische Durchforschung, die viel Zeit erfordern wird, ein sichere» Urteil ge- währen

An der Spitze de», ersten Bande» steht ein Versuch Lord L a I i Sb u r y». de» damaligen Leiter» der englischen Politik, durch eine all­gemeine Verständigung mit Rutziand, dem bi»herigen Hauptgegner, die internationale Lage gründlich >u verändern China sollte die Grundlage de» neuen Verhältnisse» werden Die nstasiaiische Srage war seit dem lapanifch- chlneslschen Kriege (1894 95) brennend geworden 3m Anschlust an die Eroberungen Japan» hatte Rutziand leine Stellung in der Mandschurei ver- stärkt und strebte offen nach der Besetzung Port Arthur» und Taiienwans (wenig ndrdlich Port Arthur») um eisfreie Hafen al» Endpunkt für die nn Bau begriffene sibirische Eisenbahn zu erhalten. .Frankreich hatte groste Konzessionen in seinem Okkupationsgebiet erlangt. Deutschland hatte Kiautschon briet)f. England seine Stellung im Vangtfetal bereftigt. Alle Mächte bemühten l,ch. dem flelbbebürftiqen China Anleihen zu vermitteln und dabei neue Sicherheiten für ihren Handel und industrielle Unternehmungen zu ge­winnen. Den grostten Erfolg hatte einstweilen Rutziand. Von seiner Stellung in der Man­dschurei au» konnte c» die Pekinger Regierung am stärksten beeinflussen und die Unterhand- luiigen der anderen Mächte durch Intrigien aller Art stören SaliSbum hegte keinen Zweifel, dast über furA oder lang Rutziand in den Besiy der gewünschten Häsen kommen, dann Peking völlig unter Druck nehmen und Rordchina gegen jeden fremden Handel abfperren werde Prohibittv- politik war ja russische» Prinzip überall, wo c» wie in seinen asiatischen Ländern die au»» schlaggebcnde Stellung belast. Der englische Han­del. der vier Fünftel de» gesamten fremden Handel» in China betrug, mutzte durch die Ab» fchliehung fo groster chincsifcher Provinzen schwer leiden, und der russische Einfluh in Peking konnte sich auch im Zentrum der englischen Interessen, in Südchina, unbequem geltend

machen. Salisbury boffte, d eien Gefahren durch ein Abkommen mit Rutziand die Spitze abbrechen zu tonnen Die 3eit schien günstig Er wuhte. datz den Russen die deutsche Okku­pation Kiautschon» höchst unwillkommen war. da l;e dielen Platz selbst beg.hr» hatten und die Deutschen am liebsten nach Luden, in» eng­lische Interessengebiet gedrängt hatten. Vielleicht waren die Russen in der Verstimmung über da» deutsche Vorgehen zur Annäherung an England bereit

Der Lord entwarf den Plan, da» Reich der Mitte in eine russische und englische Interessensphäre zu teilen, im Horben sollte Rutziand in Süden England dre normal» lende Macht (preponderancel haben. der Hoangho. ber nordwestlich Schontung» ins Gelbe Meer mündet, sollte de ungefähre Grenze bilden. Aehnlich folllc c» mit der Türkei geschehen in Türkisch-Afrika. in Arabien und dem Euphrat- ta( südlich Bagdad sollte England», im Gebiet de» oberen Euphrat und M Schwarzen und Aegäischcn Meere» Rutziand» Wille matzgebend sein. Beide Mächte sollten einander versprechen, den beiden al ter »schwachen Reichen nur ge­meinsam Rat und Hilfe angedeihen zu lassen, also einander nicht mehr wie bisher au bc» kämpfen, sondern au unter Hüten: c» lo.lte al« Grundsatz angenommen werden, datz bei Mei­nungsverschiedenheiten die weniger interessierte Macht sich nach der andern richten sollte. Tatsäch­lich wurden die beiden Reiche dam.t unter britisch- mo-kow tische Vorherrschast gestellt: dem Ramen nach sollten sie zwar selbständig bleiben, aber c» war wenig wahrscheinlich, datz sie gemein­schaftlichen russisch-englischen Forderungen dau­ernd widerstreben konnten.

Lord Salisbury hoffte. Russland werde an­gesichts der Vorteile diese» Vertrag» auf die Besetzung Port Arthur» und Talicntoan» ver­zichten und dein englischen Handel in Rordchina keine Schwierigkeiten bereiten. Sr verhehlte sich nicht, datz viele Schwierigkeiten zu überwinden feien. Sv namentlich lag e» in der Konsequenz dieser Politik. auch Persien in gleicher Weise zu zerlegen, und da hätte der nördliche Teil mit Teheran den Russen zufallen müfsen. wa» in London groste» Unbehagen verursachte. In­dessen der Lord hoffte, über diese und andere Hindernisse hinwegzukommen.

De Verhandlungen begannen m Petersburg (Januar 1898), während gleichzeitig in London einige Minister die Beziehungen zu Ruhland öffentlich besprachen, um sowohl da» englische Publikum auf die Möglichkeit einer Wendung vorzubereiten, wie der russifchen Reaierung den Ernst de« Angebot» vor Augen zu fuhren. Die Anschauungen der russischen Regierung sind nicht mit derselben Sicherheit zu erfassen wie die der englischen, da russische» 2Ölenmaterial nicht zu Gebote steht, aber nach ihren Handlungen scheint von Anfang an dem britischen Vorschlag ablehnend gegenübergestanden hat: e» war eben unvereinbar mit dem Charakter der russischen Politik, in einem Einflutzgebiet eine andere Grohmacht kommerziell auf demselben Zutze zu behandeln. Rutziand fühlte sich ihr in diesem Falle nicht gewachsen. Autzerdem wollte Rutziand seine Vorzugsstellung in Peking, die ja nach der Vollendung der Bahnen nach dem Drohen Ozean noch wachsen mutzte, mit niemand teilen. Allerdings nahmen der Zar und Dras Murawiest. der Minister des Auswärtigen, die Eröffnung bc» englischen Botschafters mit grotzer Freundlichkeit auf und forderten entsprechend der Desamtrichtung ihrer Politik zunächst die Bespre­chung ber chinesischen Frage: im nahen Orient wollte ja damals Rutziand die Probleme ruhen lassen, bi» e» seine Herrschaft im Fernen Osten fest begründet hatte. Aber über allgemeine Er­örterungen kam man nicht hinau». Denn sobald man auf Etn-zclh eiten einging, zeigte sich, datz die russische Regierung unbedingt die Hand auf jene

Häfen legen wollte und zugleich scheute hc sich nicht während der freund'chafttichen Verband- lungen n Petersbur i in 'Peking einer ichon länacr ungebahnten deutsch-cnal Ichen Anleihe- Verhandlung in hergebrachter Weife Schw erig- te'.trn jU machen und die Stellung des eng- stfchei Leiter» der chinesischen Zollverwaltung zu untergraben. Au» b'eem Vorgehen über Da» Sal.tburn au» Peking unterrichtet rurbt g.ng bervor. datz Rutziand i ch feine Schranken m feiner oftafiat fchen Polittl auferlegen wollte 6ah»bum» Wun'ch Jb-.na äusterlich unv rfehn zu erhalten, war ebenfo unerfüllbar w.e der nach gleicher Behandlung des englischen Handel». In London zog man da rau» den Schlutz datz Eng­land den Russen in China mit denselben Waffen entgegentreten müsse und liest sich deshalb so­bald fre Russen tatsächlich in Port Arthur e.ngeruckt waren (28 März 1898). W a i Hei W a den anderen KriegShafen am De Iben Meer auSi.efern i20. Mai 1898). um dem russi­fchen Druck in Peking einen Degendruck entgegen- zustetten. Autzerdem liest England sich eine erheb­liche Bergrötzerung leine» Territorium» m Hong­kong bewilligen.

Der erste Versuch einer russifch-englifchen En­tente war damit gescheitert, aber er ist lehrreich Er zeigt denselben unduldsamen und osfen'tven Charakter wie die saft ein IabrAehnt später (1907) nach der ostasiatischen Riederiage Ruh.and» zustandegeiommene Verständigung: eine tatsächliche Aufteilung zukunftsreicher Län­der unter Rutziand und England, unter Beein­trächtigung der übrigen Machte: wa» hätte a. B. aus ber Bagdadbayn und den sonstigen beut- s<pen Unternehmungen im türkischen Deb et wer- den sollen, wenn England und Rutziand. denen natürlich auch Frankreich sekundiert hätte, kon­sequent gemeinschaftlich Widerstand gegen sie ge­leistet batten!

Deutschland im Urteil amerikanischer Professoren.

Don England und Belgien kommend, find augenblicklich 12 Mitglieder der School of Foreign Travel. Reuyork. in Deutschland etngdroffen, um hier eine Anzahl gröberer in­dustrieller Werke zu besichtigen. Bei der Wichtig­keit der Schooi of Foreign Travel, und der Be­deutung der hinter ihr stehenden Korporationen, wird dir Ansicht eine» Mitgliedes der Kommission über Deutschland besonder» interessieren, zumal im kommenden Jahr die Schüler und Hö­rer der Hochschule und verschiedener anderer amerikanischer Colleges gleichfalls zu Studien- zwecken nach dem diesjährigen Besuch ihrer Leh­rer. Deutschland aussuchen wollen. Der Leiter der Studiengesellschast. Prof. I. D. Keller vom Pennsylvania State College, äutzerte fich wie folgt über seine Eindrücke und die ber anderen Mi tglieder

Wir sind überrascht von der Schönheit Deutschland». Wir können nicht umhin, zu er­klären. datz wir hier in Deutschland den besten und den freundlichsten, zugleich den entgegen­kommendsten Empfang und Aufnahme gesunden haben. Die deutsche Industrie scheint hinsichtlich ihrer Arbeitsmethoden. ihrer Anlagen und ihrer Maschinen zu gleichen. Auch die An- laae und die innere Einrichtung der deutschen Planetarien hat un» sehr interessiert da wir solche Einrichtungen nicht in den Vereinigten Staaten kennen. Wir haben durch unseren Besuch eine ganz andere Vorstellung von deutscher Art und von deusschem Schassen erhal­ten. Wenn auch bei unS die oberen Stände «ehr gut über Deutschland Bescheid wissen, ist die breite Masse nicht hinreichend über Deutschland infor­miert. Wir selbst dachten immer, bah die Deut­schen sehr stolz und schroff fein mühten, haben un» aber gern von dem Degenteil überzeugen lassen. Gleichfalls von der freien Stellung, die die deutsche Frau gegenüber dem Mann einnimmt. Wir hatten immer der Ansicht Raum gegeben, datz die deutsche Frau sehr vom Manne abhängia ist. lieber unsere Eindrücke werden wir wahrheit-getreu in unserer Hochschule un­seren Schülern erzählen und auch sonst hierüber

Wolkenkratzer des Meeres.

Bremen* und(hiropo*, Deutschlands neue Ozeannesen.

Von Rorl Richard Grawiss.

Am 15. und 16. August werden die bei­den neuen Lloyd-Dampfer .Bremen" und .Europa" in Anwesenheit de» ReichS- präfibenlen und von Vertretern der Reich»- und Staatsbehörden vom Stapel laufen.

In wenigen Tagen wird der Stapessauf der beiden neuen Riesendampfer deS Horb» deutschen Lloyd, der .Bremen" und der .Eu­ropa", erfolgen, und mit Stolz kann man jetzt von ber deutschen Handelsflotte wieder tagen, datz sie ein Machtfaktor in der Deitfchiffahri ft Endlich tonnen die qrohen deutschen Schiss» ahrtSlinien wieder mit ausländischen Reede­reien, die viele Jahre über die größten und schnellsten Ozeandampfer verfügten, in Dettbe» roerb treten. Die Unmöglichkeit, mit ausländischen AefeNschailen erfolgreich zu konkurrieren, war für die deutschen Reedereien deshalb besonders chmerzlich. weil die meisten fremden Riefen» chiffe i n Deutschland erbaut worden find anb nach dem unglücklichen AuSgang de» Kriege­rn die ehemaligen Gegner a[»geliefert werden nutzten. Wemi die beiden neuen deutschen Schiffe -.mit je 46 000 Tonnen auch nicht die jröfotcn der Wei: sein werden, fo werden sie doch iu den schnellsten zählen. Sie sollen nämlich eine Geschwindigkeit von 26 Seemeilen in > e r t u n b c besitzen, und in sechs Tagen rercV* die Passagiere die Fahrt von Dremer- raveck nach Reuyork zurücklegen, während die igentitche Atlantikstrecke in fünf Tagen über» runben werden wird, da» find rund zwölf Stun- .en weniger, als die englischen Riesendampfer »rauchen Heber 100 Millionen Mark Serben Bau und Einrichtung der beiden neuen o^ine erforbern; wenn die beiden Riesendampfer ?r^s,.enRc-cUfn-<;bnicn.- wird der Rorddeutsche '* * un9rfQbr über dieselbe Gefamttonnaqe wie

V Ä.ric9c Pcriügcn.

kr «Orttolttoe etoni ba« TBagniS untenrom.

men, neue Riesen-Pasfagietchampfer in den Ver­kehr zu stellen: biS in die letzte Zeit war man nämlich in deutschen Fachkreisen ber Ansicht, datz die grotzen Schiffahrtsgesellschaften immer mehr dazu übergehen würden. Schiffe von un­gefähr 20 000 Tonnen zu bauen, dafür aber gröberen Wert auf die Schnelligkeit eine» Schiffe» zu legen. Inzwischen hat e» sich aber herausgc stellt. datz gerade die riesenhaften lufuriöfen Ozeandampfer vom zah­lungsfähigen PubNkum bevorzugt werden, die grotzen ausländischen Gesellschaften begannen wieder mit dem Bau von Vrohschissen. und der Rorddeutfche Lloyd muhte dieser Vorliebe de» Publikum» Rechnung tragen, um nicht in» Hinter» treffen zu geraten. Das grötzte Schiss besitzt noch immer die arnerikanifche United States Line: den .Lepiatha n", ber ein Schiss von fast 60 OCO Tonnen ist ör ist au» dem früher deut­schen Dampfer .Vaterland" entstanden, der ursprünglich nur 56 000 Tonnen zählte, später aber durch den Aufbau eine» neuen Deck- von seinem amerikanischen Befiyer auf 59 900 Tonnen gebracht wurde. Durch diese künstliche Vergröbe­rung litt die Schnelligkeit bc» Schisse»o datz e» heute nur noch 23 Seemeilen in der Stunde Aurücflcgr (Shenin wie der frühere Dampfer .Vaterland" wurde da» zur Zeit zweilgrötzte Schiss der Welt, der .Bi Sm ar cf", von der Hamburg-Amerika-Linie erbaut. Auch er ist 56 600 Tonnen grotz: er muhte von Deutschland auSgelleferi werden und fährt heute unter dem Ramen .Majestic unter englischer Flagge. Sein neuer Besitzer, die englische White-Star-Line, be­sitzt autzerdem noch den .Olympic" mit ungefähr 46 50) Tonnen: ein anderes Schiss dieser Gesell­schaft hat ungefähr 35 000 Tonnen. Die White- Star-Line hat überdies den Auftrag zum Dau eines neuen Dampfer» erteilt, ber mit ungefähr 60 020 Tonnen der grötzte der Welt werden soll. DaS driNgrötzte Schiss der Welt gehört der Cunard Line; es ist der frühere deutsche .Im­perator", der 52 000 Tonnen enthält und heute unter dem Ramen .Berengaria" fährt. Die .Aquitania". die ebenfalls dieser Gesellschaft gehört, hat fast 46 000 Tonnen, und die Cunard Line ist auch die glückliche Besitzerin des augen­blicklich schnellsten Schüfe» der Welt, de» Damp­fers .Mauretania", der 32 000 Tonnen grotz

ist und die Reise von Deutschland nach Amerika in sechs Tagen zurücklegt. Aber auch diese Schifs- fahrSgeseilfchaft ruht keineswegs auf ihren Lor­beeren au»; sie will ebenfalls einen neuen Damp» fer von 60 000 Tonnen bauen lassen. Allerdings mutz der Reisende, der möglichst schnell den Ozean überqueren will, auch über genügende Geldmittel verfügen, denn die Sieberfahrt in der ersten Klasse kostet auf der .Berengaria" ungefähr 300 Dollar, also mehr als 1 200 Mark, die Einheitskajüte ist dagegen schon für ungefähr 700 Mark zu haben, und für die dritte Klasse muh man rund 500 Mark ausgeben

Ungeheure» Aussehen erregt; es. al» fich die franzosifcheCompagnie Glnlrale TransatLnti- que im Jahre 1926 entschloh. einen grotzen Dampfer zu bauen; im Jahre 1927 wurde die Jle de France" bann in den Dienst gestellt. Der Dampfer ist 43 500 Tonnen grotz. da» grötzte Schiss Frankreich», e» versieht den Die.ift zwischen Le Havre und Reuyork. Zum politischen Pro­gramm Mussolini» gehört es auch, die Aus- debnungsbeftrebungen der italienischen Schiss- sahrtsgefellschaften zu begünstigen, zwei qrohe Schnelldampfer von je 46 000 Tonnen. .Rer" und -Dur", sollen in kurzer Zeit daS Aissehcn Ita­lien» im Ausland erhöhen. Sin Dampfer von 36 0C0 Tonnen. .DanS'. gehört derCompagnie Gönörale Transatfantique", während bet englifche Dampfer .Homeric" 34 350 Tonnen besitzt Der bisher grötzte deutsche Dampfer, der .Tolum- buff', ber dem Rordbeutfchen Lloyd gehört, hat 32 500 Tonnen In dirfen Tagen tritt er wieder eine Amerikareise an, wenn aber im nächsten Jahr die 3ungfemreife der .Bremen" und.Vaterland" erfolgen wird, soll der .Colum­bus längere Zeit aus dem Verkehr gezogen werden, um völlig neue Maschinen zu erhalten.

Einen neuen Typ von Ozeanschiffen, die riefen» haften Motorschiffe, hat die italienifche Dchiff- 'abnsgefellfchaft ..Savigazione Generale Italiana grfchassen: der .Augustus" ist mit seinen 32500 Tonnen und mit feiner Motorenanlage. die 42 600 P. S. entwickelt, da» weitaus grötzte Mv- torfchiff der Well. Haushohe Mgfchinenanlagen. die in Stockwerke eingeteilt sind, bergen die Echrsssmotoren. und mit wenigen Schalter- griffen bringt ein Ingenieur btek riefenhaften Maschinen m Bewegung. Durch neue technische

berichten Wir haben une gefreut, bite» schöne Land kennenzuiernen. da» w r gern bald Wieder­sehen möchten."

Oberheffen.

Landkreis (4iff$cn.

OO Älfin-fiinben, H 3ug 3m ideal ge- v jenen Eaeten de» fra ft boule* Zur ?urn ver­anstalteten am Sonntagadenb die bteigen beiden christlichen Iugendveretnigungen einen Lieder- unb Koiizertadend der > ch eine» guten Betuche» au# unterer Burgerlchaft erfreute T e Kapelle brr Ii genbveremigung.n mit etwa fun»- ,A<bn S:te ch» Zupf» und BiaSinstrunienten drachie unier Leitung von Mullker Willi ßen a ganz vortrefflich eingeübte Konzertstücke Atnn Vortrag. Vuch die von dem Mädche7ichor unter Leitung von L'ebrer Rau gelungenen mehrstimmigen VolkS- und Wanderlieder ernteten reichen Beifall liefe Wirkung auf die Zuhörer übten auch die von Burschen und Mädchen bargebotenen Lieder zur i?aute au» Eine Ueberrafchung brachte bte Burich en Vereinigung mit ihrem fein w'eder- aegedenen vierftimmigen Volkslied Horch wa« kommt hon drautzen rein", da» fie mit Mufiker Willi Lenz einftudiert hatte E» war ein schöner Abend, der Zuhörer imb Mitwirk ende iwUauf befriedigte und den Sllem einen Einblick in die Tätigkeit unlerer Iugendveretnigungen gab.

" Watzenborn-Steinberg. 13. Aug. Die Getreideernte kann in unterer Gemeinde bi» auf Vereinzelle Weizenäcker als beenbet an- gefehen werden Der Ausdrusch im Freien sür die kleineren und zum Teil mittleren land­wirtschaftlichen Betriebe hat vor ungefähr acht Tagen begonnen. Körner- und Stroherirag tonnen bi» jetzt al» recht befriedigend bezeichnet werden. -- In recht unangenehmer Weise macht sich die seitherige Trockenheit bei den Kartoffel­feldern bemerkbar Auf an sich trockenem Ee- lände sangen die Kartvsselbüsche schon vereinzelt an abAufterben. Weiter tritt durch die Trockenheit ein fühlbarer Mangel an ®rünfutler ein Auch für das Grummet fehlt eS durchweg an dem nötigen Ansatz, so datz auch hier nur mit einem geringen Ertrag zu rechnen ist.

* AU en dvrs ad. Lumda. 13 Aug. Gestern sand da» diesjährige VolkSmissionSsest. verbunden mit der Zcier de» 3ugenbfonntag« in der hiesigen Kirche stall. Im VormittagSgotte«- dienst predigte Dekan Volp aus Laubach, der früher schon einige Jahre m Aliendorf al» Seel­sorger tätig gewesen war, über Ioh. 8.31 und 32. Für den RachmittagSgotteSdienst waren als Red­ner ebensall» wieder Dekan Volp. sowie Volks- schriftsteller Heinrich Baumann au» Aanz- baufen gewonnen Die< zur Verschönerung de» Ra<hmillag»gotte»diensteS trugen der Pofaunen- <chor und der hiesige Qllä nncr gelang Der etn bei. Be­sonder» rief daS von dem letzteren mustergültig horgetragenc Wechelied .Herr, torr haben heb bie Stätte deines Hauses" von Pauli bei allen Zuhörern einen tiefen stimmungsvollen Eindruck hervor Der Vormittag»- und ganz besonders her RachmillaqSgotteSdienst waren sehr gut besuch,. Die VormillagSkollette war für die innere Mission und bte RachmillagSkollelle für die Anschaffung einer neuen Orgel bestimmt.

Lang-Gön». 14 Aug. Den 150 -

burt»tag Jahn» beging auch der hiesige Turnverein auf festliche Weise. Sin Fackel- zug bewegte sich am SamStag durch die Ort»- st ratzen nach der Turnhalle, wo die Turner auf einer benachbarten Anhöhe Pyramiden stellten, di« den Beifall der überaus zahlreich erfchio nenen Zuschauer sanden. Den Abschlutz de« TellS im Freien bildete ein grobe» Feuerwerk, welche» ebenfalls rocht gut gefiel. Anfchlietzend wurde b;< Feier m ber festlich geschmückten, bl» auf ben letzten Platz besetzten Turnhalle fortgesetzt. DerschA.'dene Redner wiesen aus die Bedeutung d<» Tage» hin. Musikvorträge, turnerische Dar­bietungen und Liedervorträge de« Gesangverein» ^Germania" umrahmten die schlichte und würdige F«..er. Am Sonntagnachmittag wurden auf dem Turnplatz turnerische Vorführungen gezeigt, die bei ben zahlreichen Zuschauern lebhaften An­klang fanden.

Vorrichtungen ist e» gelungen, ben Passagier da» Stampfen und Vibrieren nicht mehr spüren zu lassen. Der mächtige SchissSrumpf ist durch Schot­ten in 13 abaebid)tete Tanks geteilt,o datz für bie 2700 Passagiere keine Gefahr besteht. Vrotze Hallen, riele.Ljic § estsäle, Teezimmer. Kindersäle und em grotzer Wintergar» ten bieten jede Annehmlichkeit, und auch ein grobe» Schwimmbad fehlt nicht Auf ben grotzen. mit jebem Komfort auSgeftatteten Ozean­dampfern ist man selb ft verständlich darauf be- ^ocht. den Passagieren da» Leben so angenehm wie möglich zu gestalten, und bie grotze Halle eme» solchen Schisse» bietet baff gefellschastliche Vild eine« grotzen Luxushotel». Elegante Schreib- räume. eine auSgebehnte Bibliothek unb be­hagliche Rauchzimmer schlietzen sich an eine solche Halle an. und in kleinen Salon», in denen kostbare Teppiche bie Schritte bämpsen. finden sich die Passagiere zum Tanztee oder zum Konzert zusammen Langausgedehnte Prome­nadendeck». die mit GlaSfenftern gegc.i Wind unb Detter geschützt sind, geben Gclegenh it zu er­frischen ben Spaziergängen, und die zu beiden Seiten dieser Promenade ausgestellten Deckstühle, in denen bequeme Leute das Treiben beobachten tonnen, rahmen die berühmte .Läfterallee" ein. Selbstverständlich ist auch für Sport liebende gesorgt, auf einzelnen Schissen sind sogar Ten­nisplätze angelegt, und im Boxring wer­den ausregende Kämpfe au-gelochten. Besonders reich Beguterte tonnen LuxuSkahinen mieten. Me au» Salon. Schlafzimmer. Ankleideraum Bad- und Kofferraum bestehen. Meist find d.e kostbaren Imieneinrichtungen b.rfer Lu»uSgemächer von be­deutenden Künstlern entworfen, ebenso hat man »ur Ausstattung der Sveiseläle und GefellschaftS- räume hervorragende Künstler zu Rate gezogen. ^09enannte Ladenstratzen, tn denen sich die herrlichsten Schaufensterauslagen aneinairder- reihen, bieten dem Kauflustigen Gelegenheit, auch onBord Einkäufe zu machen, und in einem groben Turnsaal, ber mit allen erdenklichen Apparaten unb Instrumenten auSgestattet ist, kann der Sportörnam sogar Ruder- ober Rell- ubungen machen. Ein Kinderzimmer bietet den geplagten Müttern die Möglichkeit, ihre Spröh- linge unter sicherer Obhut zur Aufbewahrung zu geben.