könnte. Die gleichen Jobrlfm, die Henle Frieden-- Produkte herftellten, könnten bedauerlicherweise auch Kriegszwecken dienen.
Line vollständige Abrüstung im wahren Sinne des Lories wurde niemals möglich fein. Es sei ihm unbegreiflich, aus welchen Gründen in gewißen Streifen fein« heutige Rede so große Aufregung heroorgerusen habe. Man dürfe in feine Worte nicht mehr hineinlegen, als er gesagt habe. Der Reichskanzler sei ein Mann von kaltem Blut und würde nickst die Nerven verlieren. Die verband- langen würden weitergehen. Er habe nicht dis Absicht gehabt, m seiner Rede einen Argwohn Ausbruch 311 geben; wenn auch in höflicher form, so iei ihm doch gesagt worden, man dürfe ein einmal gesteckte- Ziel nicht auf zwei verschiedenen Wegen zu erreichen suchen. Er habe in den letzten Jahren nur den einen Weg zur Erreichung des Friedens beschritten: der Friedenswille der Völker fei die einzig« Realität, mit der man rechnen könne.
Aach einer Wiederholung feiner Ausführungen über daS englisch-französische Flottenabkommen fuhr Briand fort, bah er seit drei Jahren mit Deutschland verhandele. Wenn er erklärt habe, daß Deutschland nicht vollständig obgerüftet sei, so sei die- nur eine Tattachensestftellung.
Selbst innerhalb der deutschen Delegation gäbe es gewisse Persönlichkeiten, die erklärt hakten, daß die Abrüstung Deutschland» zu langsam vor sich gegangen sei.
Driand unterstrich diese Aeußeruiig mit grohem Nachdruck, öin großes Doll, wie daS deutsche, so luhr er fort, habe immer die Möglichkeit, zum Ärieg zu greifen, wenn nicht der Wille zum Friede« bestehe. Nur im Nahmen des Völker- bundeS könne die wahre Atmosphäre für den Frieden und die Sicherheit geschaffen werden. Gr habe persönlich gegenüber der Person deS deutschen Reichskanzlers daS Bedürfnis empfunden. die entgrgengesetzte Propaganda zu machen. Driand wiederholte hierbei die Erklärungen des Kanzler- über die geringen Aussichten für eine ernsthafte Durchführung der Abrüstung und den Hinweis auf die Enttäuschung vieler Staaten in der Abrüstungsfrage. Das sogenannte potential de gucrre fei sowohl in Deutschland. alS auch in anderen Ländern eine unbestreitbare Tatsache. Driand fragte sodann. waS man unter allgemeiner Abrüstung überhaupt verstehen könne, und beantwortete diese Frage dabin, daß der Dölkerbundspatt in Erkennung der Unmöglich- ke 11 leinet vollen Abrüstung nur von Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen spreche.
0er Eindruck nach der zweiten Briandrede.
Dens. 10. Sept (TU.) Die Ausführungen DriandS vor der Weltpresse waren sichtlich von tem Willen getragen, den ungünstigen Eindruck. den seine Rede in vielen Delegstionslrei- fen hinterlassen hat, z u verwischen.
Er erwähnte jedoch mit keinem wort den ehrlichen Friedenswillen Deutschland» und die bisherigen deutschen Ceiftungea aus dem (Bebtet der Sicher heil, und zwar bezeichnenderweise weder Locarno noch die Unterzeichnung de» stelloggpakfcs, noch den Beitritt Deutschland» zum Völkerbund.
3rt unterrichteten Kreisen besteht am Montagabend vielfach der Eindruck, daß die Rede DriandS tn erster Linie der Innerpoliti- schen, durch die Kresse um Voincar6 stark gefährdeten Stellung galt und im wesentlichen der Auffalluirg der maßgebenden französi- s dAn Ttilitärfrelfe entsprach. Die Nede soll-ausdrücklich die ßuftimmung des Sozialisten P au l-D onc 0 ur gesunden haben, dessen Einfluß bekanntlich in Pariser Generalstab S- Trei fen sehr weit reicht. Wie weit die Driand- rede Rückwirkungen auf die RäumungsVerhandlungen haben wird, muß zunächst abgewartet werden. QHan rechnet damit, daß die deutsche Dele- gatitm zu der Rede Briands in ben nächsten Tagen Stellung neunen unb die verschiedenen wenn auch vage formuherten Vorwürfe gegen die Person des Reichskan,zlers. sowie gegen die 'Beziehungen Deutschlands zu Sowjetrußland zu- rüdwrikm wird Allgemein muß fastgestellt wer- ben. daß der heutige Tag eine
wesentliche Verschorfung der Lage
gebracht hat. Trotz der Ausführungen Briands vor der internationalen Presse bleibt der Ve- samterndruck seiner Rede nach wie vor besteben, die gerade in hiesigen Kreisen als e'me täte- Dorische Absage gegenüber Deutsch- and aufgefaßt wird.
Berliner preffestimmen.
Berlin, 10. Sept. (Prio.-Tel. des WTB.) 3n den bisher vorliegenden Kommentaren der Ber liner Blätter erfahren die Ausführungen des französischen Außenrninifter» Driand vor der Genfer Bölkerbundsversammlung schärf st e Zurück- Weisung.
Die „D. 21.3." überschreibt die Rede mit den 'Worten: „Driand führt einen schwer« »Schlag gegen b i c Verständigungspolitik^ Das Blatt faßt den Gesamteindruck der Rede Briands dahin zusammen, daß er eine böse, rechthaberische, ungerechte Rede gehalten habe, die selbst den Schlußstrich unter die vergangenen Jahre ziehe. Sie werde auf lange Zeit hinaus die Basis für politische Erwägungen und Entschlüsse fein.
3n der „©erniania" wird ausgeführt: „Unsere Vermutung beftätigt sich, daß sich in den letzten Wochen viel in b • r Konstellation Eu- rnpas geändert bat. Wir müssen Brtand dankbar fein, baß er feine Meinung nicht hinter feinen bekannten vieldeutigen Paraphrasen versteckt hat, sondern ganz unoerhohlen seine Meinung sagte Das wird vielen Gläubigen eine schwere Enttau- schung, für die internationale Atmosphäre aber eine wohltuende Klärung fein."
Der „Bärsen - E 0 urier" schreibt: „Der Eindruck der Rede Briands ist allgemein der, daß sie einen Rückschlag gebracht hat und das Symbol für die veränderte Lage ist. die durch die Annäherung zwischen England und Frankreich gekennzeichnet roirb.“
Die „V 0 ssifche Zeitung" sagt: „Man hätte gewünscht, bie heutige Rebe Briands zu einem großen Teile lieber nicht gehört zu baden Sie wird dem 'Ansehen, dessen sich der französische 2lustenminister bisher bei allen Böltern gleich mäßig erfreut, wenig hinzufugen. aber ihm viele Snmpathien entziehen. Das ift mir mehr als einem Grunde tief bedauerlich."
Schweres Eisenbahnunglück in Nähren.
Der Schnellzug Prag — Die« — Budapest verunglluki. — Bisher 1S Todesopfer.
Leber 70 Verletzte.
Prag, 10. Sept. Dav Tschechoslowakische Presic- jureaö meldet ans Brünn: Ja ter Station Saih bei Eunöenbarg ist heute nachmittag um 2 Uhr der Schnellzug Prag — wie» — Baba- pest, der Brünn um 12-52 Uhr verließ, in voller Fahrt a u f einen Güterzug aofgefah- ren. Leide Maschinen wurden schwer beschä- digt. Drei Personenwagen bei Schnellzuge» wurden zertrümmert, ein weiterer Wagen stellte sich <pier über die Gleise. Der Lokomotivführer und der Heizer de» Schnellzuge» und der Heizer des Düterzoge» sind t o t. Der Lokomotivführer de» GükerMge» konnte im letzten Augenblick von der Maschine springen und wurde schwer verletzt.
Die Identifizierung der Taten ist sehr schwierig, da sie teils stark verbrannt sind und bei nieten keine Persooaldokumente vorhanden find.
viele Schwerverletzte wurden ohne Fest- slelluug der Identität so rasch al» möglich in die Brünner Krankenhäuser and nach Cunöenbutg gebracht. Die Prager Abeudblätler melden eine größere Anzahl von Toten.
Prag, 11. Sept. In den späten Abendstunden wird die Zahl der Todesopfer des furchtbaren Eisenbahnunglücks in Saltz bei Brünn mit 17 angegeben, davon 13 Reisende und vier Eisen- bahnbeamte. Da unter den Trümmern des ersten und zweiten Magen» de» Schnellzuge» noch einige Reisende eingeschlossen liegen, rechnet man damit, daß sich dte Zahl der Toten nicht unbeträchtlich erhöhen wird. Betroffen find namentlich Reichsdeutsche und auch einige Oeffetreidjcr. Die Zahl der Schweroer- letzten beträgt 33, die Zahl der Leichtverletzten nach den Schätzungen der Aerzte 4 0 bi» 5 0. Das Unglück ist aus falsche D e i ch e n st e l - l u n g zurückzuführen. Der Meichenskeller, der die Schuld an dem Unglück trägt, wurde de» Dienste» enthoben. Gegen ihn wird dte Slrafunfer- sochung elngeleitet werden. Aach einer Prlval- meldung au» Wien ist ein Schwerverletzter auf dem Transport nach Brünn gestorben, so daß sich dte Zahl der Todesopfer auf 18 er höht hat.
An der Llnglücksstätte.
Der Schauplatz des Nnglücks bietet ein furchtbares Bild der Zerstörung. Die Schienen waren einige Meter weit ans den Schwellen herausaeriffen. Em Signal- most war wie ein Zündholz geknickt, die beiden Lokomotiven und chre Tender sowie die drei ersten Sagen des Schnellzuges und die beiden ersten Wagen beS Güterzuges find völlig zertrümmert.
Der Zustand der meisten Schmer verletzten ist derartig, daß an einem Aufkommen gezweifelt werden muß.
Aus den Trümmern ertönten laute Hilferufe, stöhnen und Schreien, das leider oft erst verstummte, wenn die Schwerve Lv t n ihre Aug.n für immer schlossen. Gendarmerie und Feuerwehr sperrte die llnglucksstelle ab. Aus der näheren und weiteren Umgebung non oaift hatten sich sofort Aerzte und Pflegepersonal an der UnfaUftede ein- gefunden. Die Schwerverletzten wurden in Krankenwagen ins Krankenhaus nach Brünn gebracht. Der Rettungswagen mußte den 80 Kilometer langen Weg einige Mate zurückle^en. Der Lokomotivführer und der Heizer de« Schnellzuges waren sofort tot. Einen furchtbaren Tod erlitt der Heizer de» Güterzuges. Er hatte eben die Feuerungstür der Maschine geöffnet, al» Der Zusammenstoß erfolgte. Der Unglü<nid>t wurde durch bie Wucht de» Anpralles
in die Neuerung hineingepreßt und verbrannte.
Einzelne schwerverletzt« Personen muhten mit Beilen und Sägen aus ihrer schrecklichen Lage befreit werden. Auf der Strecke liegen zahlreiche Trümmer und Gepäckstücke umher. Die Leichen wurden in das Heizhaus ber Station gebracht und dort untergebracht. Rach dem Zufammenstoß herrschte m der Station
eine schreckliche Panik.
Frauen suchten ihre Männer und ihre Kinder. Es spielten sich unbeschreibliche Szenen ab.
Die Opfer.
Die Bergung der Verunglückten war bis 12 Uhr nachts noch nicht beendet. Rach den bi», herigen Feststellungen befinden sich unter den Opfern 0 eS Anglücks die folgmden Reichsdeutschen: Unter den Toten: Reichsbahnsekretär Josef Röhrig (Berlin), Reichsbahnsekretär Alfred Kader (Breslau). Kaufmann Herrn. U r ban (Berlin). Unter den Schwerverletzten: Anna K o h l b e r g, die aus Deutschland stammt, deren Heimatsort aber noch nicht ermittelt werden konnte, unb bie in einem Alter von 46 Jahren steht; Ferdinand Siebte, der zwar als Auslän- der angeführt ist, dem Namen nach aber Reichsdeutscher sein könnte; Ingenieur Seemann (Ber- lin-Schüneberg): Martha Kahler! (Neustadt in Oberschlesien). Unter den Leichtverletzten ist noch ein Herr W i k i s ch aus Breslau angeführt.
Nach einer weiteren Meldung aus Prag wurde daS älnglück durch unrichtige Stellung der GinfahrtSweichc verursacht, die der Weichensteller Matthias Dortofic auS Saitz bediente und für die der Weichenauffeher Albrecht F i b i ch auS Lunden bürg verantwortlich ist. Beide wurden sofort vorn Dienst« bis- penfiert.
„Oie Stimme pomcarös".
London, 11. Sep<. (XU.) Die Rede Briands vor der VölkerbundSversammlung hat auch tn englischen politische« Krei- sen erheblich überrascht. Selbst inttan- servaliven Lager verweist man darauf, bah die Stimme Pvincarvs aus den Worten Briands herauszuhören ist. Sachlich kommt Die Verteidigung des englisch-französischen Flotten- ab kommens ber englischen Politik sehr erwünscht, obwohl dessen Kennzeichnung als ein Fortschritt für die allgemeine Abrüstung durch Briand das Abkommen kaum noch zu decken vermag. Die Unterstreichung der Leistungen Frankreichs auf dem Gebiet der Abrüstung und der Rachdruck, mit dem der französische Außenminister an den Völkerbund als Die wichtigste Maschinerie für Die Erhaltung und Sicherung des Friedens hin- wieS, haben deswegen überrascht, da Briand in Zusammenhang hiermit bie Behauptung auf- stelfte, bah Deutfchlanb nod) nicht vollständig entwaffnet sei. Die fachliche Unhaltbarbeit diefer These wird in Weiten politischen Kreisen zugegeben.
Der französische Außenminister hatte aber, wie man annimmt, Pariser Anweisungen auszu- führen.
Die Form der Rede wirb außerdem mit den schwebenden Rheinlandverbandlungen in Zusammenhang gebracht, da hinter der Feststellung der französischen Leistungen auf der einen, und der noch nicht vollstünDigen Abrüstung Deutschlands auf der anderen Seite die Absicht vermutet wird, in den Räumungsverhandlungen Die Rollenverteilung des ForDer nDe n zu änDem.
3n Pariser politischen Kreisen wirb Die ReDe BrianbS lebhaft besprochen unb Der Hauptton auf Den Teil Der Rebe gelegt, in Dem ber Qtuöen- Minister von der .öffentlichen Sntwick- fung der Deutschen A r me e“ sprach Man bringt diese Bemerkung BrianDs In Zusammenhang mit der Rede Painleves in Nteau? und glaubt in nationalistischen Kreisen daraus schließen zu können, daß baS zeitliche Zusammentreffen Dieser Hinweise nicht oha« Grund fei. Der .Chitranfigeant" will Daraus tehen, daß Frankreichs Angst vor Deutfchlanb nicht grundlos fei.
Englische Kommentare.
London. 11. Sept «WTB. Funkspruch.) Brands gestrig« Rede vor der Dölkerbunds- Derfarnmlung erregt das Hauptinteresse der ge- farnt- Presse. Während bie hochkonservative „Morn ingp ost" in Fettdruck verkündet: „Deutschland noch nicht entwaffnet" führt das Arbetterblatt ..Daily H e r a l d" am Kopsende die lleberschrifr ..DieAbrüstungs- konserenz tn Gefahr. Der Tadel wird auf Rußland, Deutschland unb Amerika geworfen."
Alic Blätter beschrriben die Bestürzung, die bie Rrbe BriauD» in Deutschland erzeugt habe, ree »te al» ein sehr schwerer Schlag für dte Pattttk Der frauzöfisch deutschen Verständigung angesehen werde.
bezeichnet Dr and« „erftaun- Rebe als einen Schlag *ür Deutschland.
Der Genfer Bevichterftatter des Daily Telegraph" hebt hervor, daß Briaerd di<e Frag« der Rheinlandräumung «infach vollkomm«n ignoriert hab«.
Pertinar meldet dem „Daily Telegraph- aus Genf: Briands Rede haben den tiefsten Gindruck auf Dte ganze Versammlung gemacht. Sie werde aufgelegt alS «In Scha chzug DriandS, um feine Stellung am Vorabend der Besprechungen über das Rheinland- Problem zu stärken. Dte deutsch«' Delegation habe Bestürzung geäußert und „alle Arten von unoffiziellen Dermrttlern, die im allgemeinen zwischen Deutschland und der französischen Delegation an der Arbeit sind, sägten Briand, daß er zu Weit gegangen sei und einen Schlag gegen die Autorität und Macht ber demokratischen Parteien in Deutschland geführt habe". Briand, der durch einen Absatz der Kanzler- rede, von dem er angenommen, daß darin gegen ihn bie Anschuldigung der LIngerechtigkeit erhoben werd«, sowie durch die Kommentare einiger deutscher Blätter in derselben Richtung verärgert gewesen sei, habe augenscheinlich mit dem Gefühl ber Erregung gesprochen. Perttnar hebt hervor, daß Briand in der Darauf folgenden Pressebesprechung mildere Wendungen gebraucht habe, und bemerkt Werter.
Die britische Regierung sei sicher Der Rheinlaud- räumung günstig gesinnt, wer De sich jedoch inahrscheiullch so wenig wie mögllch einmischen und Den Franzosen Die Initiative in ber Frage überlasten.
Der Genfer Berichterstatter Des „Daily He- kalb' schreibt: Die ReDe BrianDs wird al» Todes tt o ß für bie Besprechungen über bie Rhein- lanbräumung angesehen und muß Die ernft« b 9 j t < U e n Rückwirkungen auf Die f r a n • zösisch-Deutschen Beziehungen Haden. Der Korresponbcnt erkennt in Den Darlegungen Briands über die Abrüstungsfrage einen ..erstaunlichen breiten Ligen Angrisi gegen Rußland, Deutschland und die Vereinigten Staaten" unb bemerkt, „nach ber Rede BnandS erwarte die Dersanmtlung mit einiger Anruhe dte heutige Red« Lord Eufhenduns."
Der Genfer Londer-Korrefpondent Der . Daily News and Westounster Gazette"' versteht nicht. WeSyalb Driand fo gefprochen Hal, da die Darlegungen des deutschen Reichskanzlers nichts enthielten, was eine fo starke Erwiderung nvlwendeg machten. Die Annahme dieses Tons dem Reichskanzler Müller gegenüber, der niemals Sttesemann gegenüber gebraucht worden ist. fei aus persönlichen Gründen bedauerlich. Gs fei bemerkenswert gewesen, daß der Beifall am Schluß Der Rede Briands merklich Weniger allgemein war. als die Ova klonen zu Beginn. Der Berichterstatter führt weiter aus, e» sei nicht flar, was Briand von Deutschland Wolle.
L» sei nicht ohne Bedeutung, daß die deutsche Delegation versuche, dte Erregung wegen Der Rebe Brian De zu Dämpfen. Sie nahm Dte ReD« übel, lehne es jedoch ab, sie io Irgendeiner weise al» -Zwischenfall" zu betrachten.
.Daily NeDS" fragt m einem Leitartikel Briand .was er au# Locarno gemacht bähe 7* unb schreibt Dieter Vertrag ist unterzeichnet Wochen mit ber still schweig *ndcx lieber cinhm i t. daß Deuts chl and» großer Derhichk auf
ferne Ansprüche auf die Grenzprvvinzen eine Anerkennung In der raschen Rhein- laubräumung finden würde. Aber
Frankreich hat e» abgeietzut, dies« lieberein- kuusl jn achten
unb Drtb DaS Projekt nur erörtern alS Frage er«S rrnaneeHcr. Handels über Reparation»- Zahlungen. Dte Lage scheint aber noch schlimmer äu fein, beim es scheint jetzt. Daß bi«fe Zahlungen für den Bau beb großen Festungsgürtels an den Ofta r en»en Frankreichs verwandt werden sollen.
DcutschlanD ist so vollständig eohoaffnet, rote es überhaupt für eine Ration, dte am ftrtege teil- genommen hat, nur möglich ist
Trotzdem wies g?ftem Briand aut das deutsche Heer von 100 000 Mann und «in auJg:- bildetes Reservoir hin. .Daily NewS" bemerkt. Wenn derart g. Maßstäbe angewendet werden sollen, so sei «es unmöglich au sehm. wie je irgendein Fortichrttt in Der Abrustungstea« erzielt werden soll. Das Blatt schließt: iWenn selbst nach einer gleichen Zahl von Zähren bet FriedenSpakt keine 6efrcivn Früchte hervorgebracht bat als Locarno, so mag die- W^lt berechtigt lein, zu fragen, ob denn Frankrei ch eine Nation ist. bie vom Frieden nur reden farm".
Heute Rheinlantstonferenz in Genf?
Berlin. 10. Sept. (Priv.-Inf. d«S WTB.) Wie aus Genf vertäutet, hat Reichskanzler Müller beute eine Besprechung mit dem italienischen Rats bevollmächtigten S c i a l o s a über bie 'Räumung»frage gehabt. 3m Verlaufe des späteren Abends wirb aus Gens weiter bekannt. daß ber Reichskanzler inzwischen auch eine Unterredung mit dem belgischen Außenminister Hymans gehabt hat. so daß Damit die Re che ber Ginzrlbesprechungen über bie RäurnungSsrage abgeschlossen ist unb Bri and nun voraussichtlich für morgen die gemeinsame Konferenz einberufen wird. Die Unterredung zwischen Staatssekretär v Schubert unb Brianb dürfte sich auch auf dies« Stage bezogen haben.
Oie Neuwahl für den Völkerbundsrat.
Genf. 10. Sept. (WTB.) Die Völker- bundSverfammlung vollzog heute nachmittag in geheimer Abstimmung bie Neuwahl in ben Rat. An Stell« Ehinas. Kolumbiens und Hollands, beten Mandate am letzten Samstag erloschen waren, fmb Spanien mit 46 Stimmen, Persien mit 40 und Venezuela mit 35 Stimmen alS neue nichtständige Ratsmitglieder mit dreijährigem Mandat «wählt Worben. Von den übrigen Kandidaten. dte Stimmen erhielten, konnte Norwegen di« meiftat, nämlich 11, auf sich vereinigen. Sämtlich« 50 Delegationen haben an der Wahlhandlung teilgenommen
Nach den Ratswahlen sprach sich die Bölter- bundSverfammlimg in einer zweiten Abstimmung mit der nottoenMqen Zw.-idri ttelmehihrit für bis Wiederwählvarkeit Spaniens aus. Für den Antrag Wurden 37 Stimmen abgegeben, gegen den Antrag 10 Stimmen. Die nötige Zwci- vrtttelmehrhett betrug 32 Stimmen.
Deutsch-polnische Sandelsverttagsverhandlungen.
W a r f ch a u . 10. Sept. (WB ) Heute stütz um 9 Uhr traf hier unter Führung des ehemaugen Reichsnünisters Dr. Hermes die deutfche Delegation zu Bechandlimgen über Den Handel»- vertrag mit Polen ein. Für heute nachmittag ist die erst« Dollfihung der beui- fchen unb ber polnischen Delegation angefetz». Di« polnisch« Delegation leitet wiederum Der ehemalige Minister Twarbowfki. Morgen sollen fünf Kommissionen ihre Xätegfeit beginnen. Es sind dies di« Äommif,tonen für Rechtsfragen. für Zollverfahren, für Zolltariffragen, für die KvhlnMtertfchast und für Veterinärfragen.
Or. h. c. Kurt Sorge t-
Berlin, 10. Sept. (XU.) Dr.-Ing. h. e. Jturt Sorge, Mitglied der Direktion Friedrich Äntpp, 2L-4B Vorsitzender Der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände und Ghrenvorsitzender des RenhSverbaitdes der Deutschen (Industrie, Jft gestern abend in “Berlin an den Folgen ernt Operation gestorben.
Kurt Sorge Wurde am 28. 3uü 1856 in Zwickau geboten. 3n Freiberg studierte «r das Berg* unb Hütten fach, war bann als Hütteningenieur auf verschiedenen Werken, u. a. auch ts Nordamerika tätig, und Wurde 1889 Leiter der Nom- bacher Werte. 3m 3a&rc 1893 traf er in dte Firma Krupp in Offen ein. wo er 1890 Mitglied des Direktoriums wurde, bald darauf trai et an dte Spitze des Krupp-Grufon-Werkes in Magdeburg-Buckau, das er noch leitete. 3n allen großen Organrsationeu der deutschen Industrie, zu deren hervorragendsten Füßreru Sorge gehörte, war er mit an leitender Stelle tätig. 3m Krieg« war er zunächst Ehrt des Stabes de« Technischen Kriegsamtes Später trat er an die Spitz« bei NeUhsverbandeS der Deutschen 3ndustrte. wo er sich insbefonder» Die Hebung her Produktion angelegen fein lieh. Bon ber Techn^cheu Hoch schul« tn Dresden wurde ihm di« Würde etne« Dr. h. c. verliehen
Wettervoraussage.
Dte kühlen Lustrnasssi. dte Deutschland überflutet haben, führten einen Temperalurrückgana von 3 bis 5 Grad herbei. Durch ben Ginsluß deck hohen Druckes, her sich von Westen her Weiter nach Mitteleuropa ausbrettet, nxrb sich tn den nächsten lagen wieder eine SchönWettertc» entwickeln Noch anfäuglsH kühler Nacht fetzt wieder allgetnrine Erwärmung em
Boraussag« für Mittwoch: OReift heitere«. nachts kühteru«, tagsüber wärmere« Wetter, trocken
Lufttemperaturen am Itt September: mirtog» M.7, abend» 13,(> Grad Celstus am 11. tteptember morgen» 9p Grab Eeistu? Mari- mnm 27,4. Mruunum 7,3 Grab Eelfiu« Sannen- ich-inDauer 4 ehtnhen


