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den alten Sitten und Trachten. Der Dortrag war von musikalischen Darbietungen umrahmt, die ein reichhaltiges Programm brachten. Frau Lehrer Breuer aus Udenhausen sang mit gutgeschul- ter, vollklingender Altstimme Lieder von Schu­bert, Cornelius und Mozart. Das vortreffliche Fugendorchester Alsfeld unter Leitung von Lehrer Dotter hatte sein großes Können in den Dienst der Sache gestellt. Fri,ches Musi­zieren einer musikliebendrn Schar junger Talente fesselte die Zuhörer vom ersten bis zum letzten Stück und rief immer größeren Beifall hervor. Es war ein belebender Genuß, diesen Klängen zuhören zu können, die in allen Zuhörern den Wunsch nach einer Wiederholung weckten. Außer­dem brachte das Programm noch Gedichte von Gutberlet, die von hiesigen Mitgliedern der Iugendgruppen Alsfeld und Hersfeld ausge­zeichnet zum Vortrag gebracht wurden. Die Ver­anstaltung dürste das Ansehen der V. D. A.- Sachc weiter gehoben haben.

Kreis Lauterbach.

8 Cngelrod, 5. März. 3n der Versammlung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurden 14 Mitglieder der Wehr (Georg Karl, Fohannes Greb X., Johannes Greb XL, Johannes Habicht, Georg Dahn, Heinrich Ganz, Heinrich Faust, Heinrich Greb V August Gieß, Georg Schaaf III., Johannes Holl, Karl Dock, Konrad Greb und Heinrich Möller II.) von dem Kreisseuerwehrinspeitor Bechtold von Lauter­bach das 25jährige Feuerwehreh'ren- z eich en überreicht. Der Kreisfeuerwehrinspek­tor beglückwünschte die Zubilare zu der Auszeich­nung und forderte die jüngeren Kameraden auf, sich mit dem gleichen Diensteifer dein Feuerwehr­dienst zu widmen und ebenfalls die staatliche Ehrung zu erstreben. Bürgermeister Greb gratu­lierte den Dekorierten im Damen der Gemeinde nud sprach ihnen Dank für ihre seitherige Tätig­keit aus. Kommandant Karl, einer der heutigen Zubilare, dankte in deren Domen für die er­wiesenen Ehrungen und gelobte, der Wehr auch in der Zukunft die Treue halten zu wollen.

Starkenburg.

* Darmstadt, 5. März. Mit einem Festakt wurde hier im Dathaussaa! dos hundert­jährige Bestehen der Knab en-Ar - beitsanstalt begangen. Diese ist ein Insti­tut, wie es wohl kaum ein zweites in Deutsche land gibt; sie ist hervorgegangen aus einer Stifa tung des Degierungsrates Karl Heinrich Beck in Darmstadt aus Anlaß des goldenen Ehe­jubiläums des Großherzogs Ludwig I und sollte der Verwahrlosung der Fugend entgegenwirken. Diese Aufgabe sucht die Anstalt zu lösen, indem sie Knaben in ihrer Freizeit mit Gartenarbeiten beschäftigt; sie erhalten dafür eine Entlohnung, die zur Beschaffung von Kleidung usw. für sie verwendet wird. Früher war die Arbeitsanstal* eine der größten Gärtnereien Hessens, bekannt wegen ihrer Dosenzucht. Vor etwa 30 Fahren ging das Stiftungsvermögen der Anstalt, das in 167 000 Mk., sowie in Haus- und Grundbesitz im Werte von 71 000 Mk. bestand, in das Eigen­tum der Stadt über, die die Knaben-ArbeitS- anstolt in ähnlicher Weise, doch mehr nach päda­gogischen Gesichtspunkten, weiterführt. Feder Funge bewirtschaftet jetzt sein eigenes Gärtchen und wird so zur Arbeit und Naturliebe er­zogen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

L Wetzlar, 5. März. Die Seife tzung des hiesigen Pfarrers Lühl gestaltete sich zu einer erhebenden Trauerkundgebung der evange­lischen Bevölkerung der Stadt für ihren lang- lährigen Seelsorger. Die Trauerfeier begann um 1 Uhr im Dom, der in seinen weiten Hallen bis auf den letzten Platz gefüllt war. Vor dem Altar war der Sarg aufgestellt, umgeben von einem mächtigeri Blumenwald. Auf der linken Seite des Altars hatte der Evangelische Manner- )erein Wetzlar seine Fahnenabordnung zur Auf­teilung gebracht, während diejenige deS Gie- jener Evangelischen Arbeitervereins auf der rech, ten Seite Platz genommen hatte. Die Pfarrer der Synode Wetzlar waren unter Führung ihres Superintendenten Wieder fast vollzählig im Ornat erschienen, daneben noch eine größere Zahl Geistlicher der Synode Braunfels. Dach einem Orgelvorspiel sang der Evangelische Kirchenchor »Selig sind die Toten", von F. G. Herzog. Dann )ielt der zweite Pfarrer der Wetzlarer Ge­meinde, Schmidt, die Gedächtnisrede. Mit war- men Worten gedachte er seines dahingeschiedenen Amtsbruders, der in fast 23jähriger aufopfe­rungsvoller Arbeit seiner Gemeinde gedient hat. Seine große Gewissenhaftigkeit selbst bei den kleinsten Dingen, feine Arbeit in der Kranken- und Altersfürsorge, seine Pünktlichkeit in Der- waltungssachen usw., sie alle wurden noch einmal der trauernden Gemeinde zu Herz und Ohren

Steinen, die besonders zahlreich in einer Höhle Spaniens gefunden worden sind, ergänzten die belehrenden Worte. Fn der jüngeren Steinzeit, 5000 bis 2000 v. Ehr., tritt unsere Gegend auf den Plan. Die wandernden Fäger wurden seß­haft, bauten Hütten und gingen langsam zum Ackerbau über. Die nördlichste Grenze dieser Spuren in der Wetterau findet man bei Eberstadt (Lich). AuS den zahlreich gefundenen Gefäßen jener Zeit lassen sich an der Keramik auch die Zuzüge aus Dord und Süd bis an den Deckar feststellen. Die Kultur- und Kunsthöhe dieser Menschen ruft unsere Achtung hervor. Der Vor­tragende wurde mit großem Beifall belohnt. Kreisfchulrat Gockel (Büdingen) sprach ihm den herzlichsten Dank aller Zuhörer aus.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg. 5. März. Untere freiwillige Feuerwehr hielt am Sams­tagabend, unter dem Vorsitz ihres 1. Komman­danten W. P o r t, in der Gastwirtschaft Schön ihre dritte ordentliche Generalversamm­lung ab. Die Wehr zählt zur Zeit 65 ordentliche und 62 außerordentliche Mitglieder. Dem Fahres- bericht entnehmen wir, daß sie auch im abgelau­fenen Fahre bemüht war, sich durch tüchtige Liebungen für den Ernstfall vorzubereiten. Ihre beiden Kommandanten W. Port und W. Lein nahmen an einem Fnstruktionskursus in Schotten teil. Glücklicherweise blieb unser Dorf von Brän­den verschont. Dur einmal wurde die Wehr alar­miert, aber nur zu einem Zimmerbrand. Die Dechnungsablage durch den Rechner Hch. B ö ch e r ergab einen Kassenvorrat von 74,50 Mark. Bei der Wahl des Gesamtvorstandes wurde der bis­herige Vorstand wiedergewählt. An Stelle des nach Schotten verzogenen Zugführers Otto Diehl wählte man Otto Fleischhauer. Das Amt eines Sanitäters übenrahm Emil Schön.

J Eichelsachfen, 5.März. Nachdem vor vier Tagen die hiesige Feuerwehr erst einen W a l d - brand löschte, wurde sie heute roieöer alarmiert. Kurz vor 12 Uhr mittags brach in einer Hofreile Feuer aus, dem die Scheune mit ihren Vor­räten gan^ und der obere Teil der Stallung zum Opfer fielen. Durch rasches Eingreifen der Feuerwehren von hier und Wingershausen konnte ein Uebergreifen des Feuers auf das Wohnhaus verhindert werden. Als Ursache des Brandes wird Kurzschluß angenommen.

Kreis Alsfeld.

te* Alsfeld, 5. März. Die Vereinigung ehem. 116er Alsfeld und Umgegend veranstaltete am Sonntagabend im kleinen Saale des »Deutschen Hauses" einen öffentlichen Licht­bildervortrag durch Herrn W. I. Decker, Marburg, L. 116, ehem. Stabsphotograph und Kartograph bei dem Generalstab des 26. Re­serve-Armeekorps, über die Kämpfe um Vpern. die Schlacht an der Somme, in der Champagne. Vormarsch- und Rückzuggefechte 1918. Das Interesse für den Vertrag war so groß, daß der Saal biS auf den letzten Platz gefüllt war und viele Zuhörer umkehren mußten, weil sie keinen Platz mehr finden konnten. Die unmittelbar auf den Kampffeldern, oft während der Kampfhand­lungen aufgenommenen Bilder gaben ein sehr ein- drucksvoUes Bild von den schweren Kämpfen, die unsere Truppen in diesen Gegenden zu bestehen hatten, sie gaben ein Bild von den heldenhaften, vft übermenschlichen Leistungen derselben, be­sonders in den Kämpfen an der Somme. Die Zahlreichen Zuhörer dankten dem Redner durch lebhaften BeifaU. Am Samstagnachmittag gegen 3 Ahr wurde die hiesige Freiwillige Feuerwehr durch die Feuerfirene alar­miert und zur Brandhilfe nach dem benach­barten Altenburg angefordert. Dort war in den angrenzenden Waldungen des Freiherrn von Riedesel zu Altenburg ein Waldbrand aus- gebrochen, der infolge der trockenen Witterung sich rasch verbreitete. Als die Feuerwehr an Ort und Stelle kam, war jedoch der Brand bereits Durch das Gutspersonal und Einwohner von Altenburg gelöscht worden, so daß die Alsfelder Feuerwehr nicht mehr einzugreifen brauchte. Der Reichs Postmini st er hat der Stadt Alsfeld seinen Dank ausgesprochen für den Entschluß, für dos in Alsfeld zu errichtende neue Postgebäude einen Teil des Anwesens des Hotel Krone" zur Verfügung zu stellen. Der Minister hat sich bereit erklärt, den Wünschen der Stadt hinsichtlich der Ausgestaltung des Ge­bäudes noch Möglichkeit Rechnung zu tragen. Mit Den Abbrucharbeiten derKrone" wird voraus­sichtlich noch im Laufe dieser Woche begonnen werden.

=er. Homberg a. d. Ohm, 5. März. Soweit M die Sachlage jetzt schon überblicken läßt. Durfte im begonnenen Iahre die Bautätig­keit dahier und in der Umgegend eine recht rege werden. In Homberg werden fünf Wohn- Hauser, zwei Scheunen und einige Ställe er»' stehen. In Dieder-Ofleiden werden zwei im Rohbau stehende Wohnhäuser vollendet und fünf neue erbaut werden. Die Gemeinde Dan­nenrod will zur Unterbringung mittelloser Ortsbürger ein Gemeindehaus aufführen.

-er. Die d e r - O s le i d e n, 5. März. Das vor etwa zwei Monaten aufgeführte eiserne Ge­rn st von 35 Meter Höhe bei dem Do­saltwerke Dieder-Ofleiden, der Mit­teldeutschen Hartstein-Industrie gehörend, ge­stattet die automatische Hebung derzum Aufbau eines Gebäudes nötigen Betonmassen. Im Innern desselben werden etserne, mit Beton gefüllte Körbe von 0,25 Ku­bikmeter Inhalt zu jeder beliebigen Höhe gehoben und dann in eine Rinne gekippt. Fe höher der Betonbau wrrd, desto höher werden auch die Betonmafsen gehoben, um mittels seitlich an­gebrachter Rinnen in die verschalten Wände ge­leitet zu werden. Es gewährt einen sehr inter­essanten Anblick, diese Einrichtung in Tätigkeit zu sehen.

_ ^r. § eckenbach, 5. März. Dieser Tage wurde dre Deckenbacher Gemeindejagd erneut aus sechs Iahre verpachtet. Der seitherige Iagdpachter, Architekt Weber, Solingen Der sie schon seit dem Iahre 1916 innehat. die 7?agd also zwölf Iahre lang ausübt, hat fic- für 450 Mk. gepachtet. Diesem Gebot wurde seilens des Gemeinderats die Genehmigung er­teilt. Andere Fagdliebhc?, r hatten sich gleich. 1 falls eingefunden, aber niedrigere Gebote ab­gegeben. Auch die Gemeindejagd in H ö i n g e n t)at Weber für die gleiche Zeit gepachtet, und zwar für 225 Mk.

x» Büßfeld, 5. März. In der Wirtschaft von Ernst Fleischhauer tagte gestern eine Ver­sammlung der Reitabteilung Düßseld, Die gut besucht war. Dr. Buhl (Homberg) hielt ; einen interessanten und lehrreichen Vortrag über

das Pferd. Den HauptberatungSstofs bildete der am 18. d M. stattfindende Sternstafetten­ritt mit dem Endziel Schotten. An dieser größeren Reiterveranstaltung beteiligt sich auch die hiesige Abteilung, und zwar wird sie eine Strecke von Dieder-Gemünden bis Ulrichstein zu reiten haben.

V Grebenau, 5. März. Eine Veranstaltung der hiesigen Ortsgruppe des D. D. A. in der Turnhalle beschloß am Samstagabend die Reihe der Winterveranstaltungen. 6te war der Passionszeit gemäß ernster Art. Den Mittel­punkt bildete ein einstündiger interessanter Vor­trag des Oberstleutnants L 6 o n (Wien), vermit- telt durch die Reichszentrale für Heimatdienst, Frankfurt a.M. Der Redner schilderte die ge­schichtliche Entwicklung Tirols, bezeugte Deutschtum der Tiroler, das durch keinerlei Be­mühungen der Italiener in Welschtum verfälscht werden kann. Alle die schweren, erbarmungs­losen Bedrückungen werden das Deutschtum Tirols nicht verderben. Der Tiroler, auch der Sübtiroler, wird immer deutsch bleiben. Pracht­volle Lichtbilder zeigten anschließend die groß­artige Schönheit des Landes Tirol, die Kern- hastigkeit der Menschen und ihr Festhalten an

Nerkchrsschrmng erfordert

Rechts gehen! |

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Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redakrion bestimmten Mitteilun­gen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach­redaktion deSGießener Anzeigers".

Problem Nr. 151.

Don Dr. E. Zimmer.

Schwarz.

2

3

5

4

6

7

a

V//z.

h

3

2

5

4

6

8

7

d e

Weiß.

g 11

a b

b c d e t g

« MU

Weih zieht und setzt in drei Zügen matt.

Weiß: 6 Steine. Kdl; Dd8; Th3; Bb3, b4, d4.

Schwarz: 5 Steine. Ke4; Bb5, bb, b7, e5.

Endspiel Nr. 52.

2

5

3

6

4

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7

a

b

g

h

3

o

4

2

8

6

1

Von Dr. K. G. Wurzel, Wien.

Schwarz, d e

d e f g h Weiß.

a b c

Weih am Zuge macht remis.

Weih: 6 Steine. Kb7; Lg3; Ba2, b3, d4, e6.

Schwarz: 5 Steine. Kd5; Ta5; Lg4; Ba3, d7.

Lösung deS Endspiels Ar. 51.

Don E. Würscher.

1. Sh3-g5! (Droht durch 2. Le4+ bas Spiel unentschieden zu machen) 1...... Le3xg5 2

Ld3-a6!, Kd5-c6 (denn sonst folgt 3. Lb7+ etc.) 3. La6-e2!, h2-hl - D 4. Le2-f3+, l)iilxk3 patt.

Lösung des Problems Ar. 148.

Don E. Ferber.

1.

1.

1.

1.

1.

1.

1.

Te7e3!, d4xe3 2. c2c4 matt. ...Dd3xe3 2. c2-c4 matt.

..Sd8xc6 2, Ld7 - eb matt.

Tg5-g7 2. Te3-e5 matt.

Dd3>-c2 2. DdlXd4 matt.

...., Dd3c3 2. Ddl f3 matt.

.beliebig 2. Sc6 - e7 matt

Nimzomitsch Sieger im Berliner Turnier.

Das diese Woche nach vierzehntägigem Kampfe beendete Berliner Iubiläumturnier hat den glän­zenden Sieg des baltischen Großmeisters A. Olim- zowitsch ergeben; zwar ist er nicht mit großem Vorsprung vor seinem Rivalen Bogoljubow ge- «landet (sein Abstand beträgt einen halben Point), doch wenn man bedenkt, daß er gegen Asti durch einen Fingersehler einen halben Punkt verschenkte, sowie am folgenden Tage als Folge der Dervosi- tät gegen Steiner verlor, so kann demzufolge sein Sieg nicht hoch genug gewertet werden. Auch Bogoljubow hat in diesem Turnier mit großer Energie gespielt, aber da der Balte die ihm früher anhaftende Dervosität zum Teil abgelegt hat, ließ er sich den einmal erkämpften Dor­sprung nicht wieder abnehmen.

Dimzowitsch dürfte nach seinen letzten großen Erfolgen wohl der erste Anwärter für einen Kampf um die Weltmeisterschaft sein. Der dritte Preisträger, Dr. Tartakower, hat gegen Ende des Turniers seine alte Stärke wiedergefunden und so einen ehrenvollen Platz errungen. Eine Überraschung bildet der Erfolg des vierten Preisträgers P. Iohner und eine noch größere, derjenige des fünften, des jungen Berliner Hel­ling. Sechster bis siebenter bis achter wurden Steiner, Reti und Brinkmann, von welchen Steiner das unglaubliche Kunststück fertiggebracht ba-, die drei ersten Preisträger niederzuringen. Deunter bis zehnter wurden Ahues und Sämisch, die beide höher hätten landen können. Die Schluhsavoriten Leonhardt, Schlage, Stoltz und Koch haben wenig geleistet, jedoch dazu beige­tragen, den Spitzenstand der Sieger ein wenig zu verändern.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren bom Aebaktionstisch.

profeffor Thiersch und der Patient

Zu dem berühmtesten Wundarzt Leipzigs. Pro­fessor Thiersch, kam einmal ein Patient und zeigte ihm einen Arm, den er operieren lassen wollte. Allerdings sollte nicht etwa Thiersch die Operation vornehmen, sondern der Patient bat um eine Empfehlung an den berühmten Professor Doyen in Paris, von dem man sich damals Wunderdinge erzählte.

Thiersch war etwas Derartiges in feiner langen Praxis noch nicht vorgekommen. Er betrachtete den Bittsteller, besah sich seinen Arm, erklärte sich aber schließlich doch bereit, die Empfehlung zu geben.

Sie müssen aber wissen, mein Lieber", sagte er erklärend,dieser Professor Doyen ist eine sehr schroffe Datur. So wird er Sie beispiels­weise zuerst fragen: Monsieur, waS wollen Sie denn von mir? Darauf haben Sie zu sagen, daß Sie ganz ergebenst um einen operativen Eingriff durch ihn bitten. Verstanden? Dann wird er Sie fragen, wie Sie heißen, Sie ant­worten laut und vernehmlich: Ich heiße Uhlig! So, und dann wird er fragen: Wo kommen Sie her? Darauf sagen Sie nichts weiter als: Ich komme per Expreß aus Leipzig wegen der Operation nach Paris! Wie? Sie sind auS Leipzig? wird er nochmals fragen, und Sie ant­worten: Iawohl!

Und dann wird er den Kops schütteln und Sic lange ansehen und sagen: 3a, Sie Rindvieh, warum haben Sie sich denn nicht in Leipzig vom Thiersch operieren lassen?!" H. I. M.

Parier.

Hein und Fietje sind in einen Zirkus gegangen. Dort tritt ein Messerwerfer auf. Gespannt sehen Hein und Fietje zu, wie die Messer, von der ge­übten Hand des Artisten geschleudert, haar- scharf an dem Kopfe der hübschen Partnerin vorbeisausen.

Du", sagt Fietje. ..Funim, wolln gehn, der dammliche Kerl trifft ihr ja im Leben nich."

K. A. E.

geführt. Dach einem Gesang der Gemeinde er­griff Superintendent Wieder das Wort, um auch seinerseits die Verdienste des Verstorbenen an der Arbeit der Synode und in den Pfarr­vereinen zu würdigen und ihm den Dank hierfür an seinem Sarge auszusprechen. Dach einem nochmaligen Vortrag des Kirchenchors und Ge­bet und Segen war der Trauerakt im Gottes­haus zu Ende. Hieran anschließend 'fand die Ueberführung zum Friedhof statt. Unter Doran­tritt der Konfirmanden des Verstorbenen und der kirchlichen Männervereine von Wetzlar und Gießen setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Hinter dem Sarge schritten die Pfarrer unb Angehörigen, sowie die Mitglieder des Pres­byteriums und der Gemeindevertretung, des ev. Kirchenchors usw. Dach der Einsegnung auf dem Friedhof wurden noch eine überaus große Zahl von Kränzen von Vereinen und Korporationen niedergelegt, darunter auch Damens der Stadt Wetzlar durch den Beigeordneten Richard. Mit Pfarrer Lühl, der erst ein Alter von 51 Fahren erreicht hat, ist ein äußerst pflichtgetreuer Geist­licher dahingegangen, der es mit seinen Arbeiten am Dienst seiner Gemeinde besonders ernst nahm. Ein schweres Herzleiden, das er sicher nicht früh genug bekämpfte, warf ihn in dem Augenblick auf das Krankenlager, als er sich im Dienst für die Äugend auf einer kirchlichen Tagung in Rengsdorf befand. Da eine Besserung nicht ein­trat, mußte seine Ueberführung nach der Medi­zinischen Klinik in Gießen erfolgen, wo er vier Wochen nach seiner Einlieferung trotz größter Pflege seinem Leiden erlag.

J Groß-Rechtenbach, 5. März. Bei der am Samstag stattgehabten gemeinschaftlichen Rutz- holzversteigerung der Gemeinden Volperts­hausen, Klein-Rechtenbach, Vollnkirchen, Weidenhau­sen, Reiskirchen, Groß-Rechtenbach, Hörnsheim, Lützellinden unb Münchholzhausen wurden folgende Preise erzielt: Eichenstämme Kl. 2 N 20 bis 40 Mk., Kl. 3 N 25 bis 40 Mk., Klaffe 4 N 40 bis 70 Mk., Kl. 5 N 40 bis 100 Mk., Klaffe 6 N 50 bis 100 Mk. je Festmeter; Eicbennutzscheit 2. Kl. (Küferholz) 30 bis 50 Mk. pro Raummeter; Eichenstangen 1. Kl. 2,50 Mk. je St.; Eichennutzwellen (2 Meter lang) 20 bis 28 Mk. je Raummeter; Fichtenstämme Kl. la und 1b 30 bis 35 Mk., Kl. 2a und 2b 35 bis 40 Mk. je Festmeter; Fichtenstangen 1. Kl. 3 bis 3,50 Mk., 2 Kl. 1,50 bis 2 Mk. je Stück; Buchenstämme Kl. 3 N 20 bis 30 Mk., Kl. 4 N 25 bis 35 Mk.; Kirschenstämme Kl. 2 N 25 bis 30 Mk.; Kiefern­stämme Kl. 1b 20 bis 26 Mk., Kl. 2a 25 bis 30 Mk., Kl. 2b 35 bis 40 Mk., Kl. 3a und 3b 40 bis

45 Mk., Kl. 4a 45 bis 52 Mk. je Fcftmeter; Kiefern- Nutzholz (3 Meter lang) 11 bis 13 Mk. je Raum­meter.

Kirche und Schule.

Stockheim, 5. März. Am Samstag wur­den hier die in der vorigen Woche in den Be­zirken des Kreises Büdingen abgehaltenen Lehr­proben und D o r t r ä g e, die der Berater für Werkunterricht, Schulrat Denzer aus Darmstadt, für die Lehrpersonen des Kreises abgehalten hat, beendet. Die Kurse haben zur Beseitigung mancher Vorurteile und zur Klä­rung vieler Fragen dieser neuzeitlichen Bewe­gung auf dem Unterrichtsgebiete beigetragen. Immer mehr findet die Selbsttätigkeit dev Schü­lers beim Unterrichte weitgehende Berücksichti­gung. Kreisschulrat G ö ck e I aus Büdingen sprach Schulrat Denzer für seine wertvollen Anregun­gen und die trefflichen praktischen Vorführungen in den verschiedenen Schulklassen den Dank der Lehrerschaft des Kreises aus.

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ift die Wähl eines erftklaffigen und einwandfreien vS> Hautpflegemittels.^^

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dem täglichen Wafihwaffer zugefetzt erfrifcht. rei­nigt, klärt und befähigt die Haut aus eigener Kraft gefund und fchön zu fein.

Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D.