Velingen de« Abends lag neben dem Leiter bei den Frauen des Vorstandes, die ebenso wie die Wirtin viel Arbeit, aber auch die dankbare Freude des Gelingens hoben durften. Zum ersten Male ist der Verein aus seinem Versammlungsraum, dem Schulsaale des Herrn Herber, herausgegangen, das Fest im Saale des Herrn Carl Schepp war voll gelungen und lofi, so Gott will, übers Jahr wieder eine rechte Feier für unsere Frauen und Mädchen werden.
ch Grün berg, 3. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige M u s i k o e re i n seine diesjährige Hauptversammlung ab. Steuerassistent H. Sprankel, der zweite Vorsitzende des Vereins, leitete die Versammlung. Bei der Neugründung des Vereins wirkten Georg Daniel Haas, Karl Jäckel VI., Friedrich Jäckel I. und der Kommandant der Feuerwehr Karl S e i f a r t tatkräftig mit. Herr Sprankel dankte diesen Herren für ihr erfolgreiches Wirken und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch fernerhin die Sache des Mufikoereins eifrig unterstützen. Nach Erstattung des Jahresberichtes gab der Rechner Georg K r e u d e r den Kassenbericht. Di« Kasse schließt mit einem Schuldenbetrag von 187 Mk. ab. (Anschaffung von Instrumenten.) Die sich anschließende Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender A. Sprankel, 2. Dors. Peter Deetz, Rechner Rudolf Hahn, Schriftführer Georg Kreuder, Beisitzer: Karl Trink- aus, Karl Schönhals, Heinrich Hahn, Reinhard Frank, ferner gehören die Herren der Feuerwehr G. D. Haas, K. Jöckel VI., Friedr. IöckelI. und K. Se i f a r t dem Vorstand als Beisitzer an. Die übrige Tagesordnung beschäftigte sich mit internen Angelegenheiten. Mit ermahnenden Worten an die Versammlung, in Zukunft immer das Bestreben zu haben, den Musikverein durch Einigkeit zu weiterer EiTtsaltung zu bringen, schloß der erste Vorsitzende die harmomsch verlaufene Versammlung.
• Holzheim. 3. Febr. Der hiesse Gesangverein „Harmonie" veranstaltete im Saale der Gastwirtschaft Eames sein dies-- jähriges Winterkonzert. Die außerordent sich stark besuchte Veranstaltung stand unter dec bewahrte:! Leitung des Dirigenten Sam es. Durch treffliche Gesänge des Chores und ausgezeichnete instrumentale Darbietungen wurden den Besuchern einige schöne Stunden bereitet, an die man gerne zurückbenlen wird.
# Hungen, 3. Febr. Das Landwirtschaft s a m t Lich veranstaltete hier im Saale „Zur Traube" einen D o r t r a g s k u r s u s. Die Vorträge des ersten Tages befaßten sich mit dem KapitÄ Tierzucht. Es sprachen Veterinärrat Dr. Stein (Gießen) über „Laien-Geburtshilfe bei unseren Haustieren", Direktor Dr. Lehr (Lich) über .Lungoiehaufzucht und rationelle Milchoiehfütte- rung" und Landwirtschaftsrat Dr. Schneider (Lich) über „Die Bedeutung des Grünlandes für^die Viehzucht". Am nächsten Tags standen auf der Tagesordnung: Direktor Dr. Lehr (Lich) „Die Bodenbearbeitung als Grundlage der rationellen Ackerkultur", Landwirtschaftsrat Dr. Schneider (Lich) „Die künstliche Dungung unter Berücksichtigung der Bodenuntersuchungen", und Landwirtschaftsrat Dr. Fischer (Lich) über „Betriebswirtschaftliche Gegen- wartssraaen". In den sich jeweils anschließenden Aussprachen wurden Fragen aus der Versammlung heraus geklärt.
Kreis Friedberg.
■* Friedberg, 4. Febr. (Anmeldung zur Frauenschule, Friedberg). Dir verweisen auf die in der heutigen Ausgabe (Inseratenteil) enthaltene Mitteilung der Hessischen Direktion der Schillerschule zu Friedberg betr. Anmeldung für das neue Schuljahr.
4. Bad-Rauheim, 2. Febr. Die hiesige Freiwillige S a n i t ä t s k o l o nn e vom Voten Kreuz, die unter der Leitung von Sanitcftsrat Dr. Hahn, dem neuen Inspektor der oberheffischen Kolonnen, in den letzten Jahren einen starken Aufschwung genommen hat. kann in diesen Tagen als eine der ältesten hessischen Kolonnen auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wird am -21. und 22. April eine würdige Jubiläumsfeier veranstaltet und in Verbindung damit eine große .Hebung, zu der die ober- hessischen Kolonnen geladen werden sollen. — Die H o t i n a, d. h. die Vereinigung der hiesigen Hvtelindustrie, nahm in ihrer Hauptversammlung einstimmig eine Entschließung an, in der die Rot der Saisonbetriebe eine Darstellung findet und die hessische Regierung um mildernde Maßnahmen ersucht wird. Die Hotina will weiter für steuerliche Entlastung ein treten, erkennt aber auch die Erleichterungen an, die ihr in letzter Zeit auf steuerlichem Gebiete bereits gewährt worden sind. Auch die Tatsache, daß Bad-Rauheim ein eigenes Arbeitsgericht bekommen hat, wird anerkannt. Durch finanzielle Tlnterftühung größerer Werbe- und Verkehrsveranstaltun- o e n will die Hotina wie seither auch in Zukunst zur Hebung der Frequenz und des Passantenbesuches beitragen.
Kreis Büdingen.
Lpd. Büdingen. 3. Febr. Der Petri- markt, der seit 600 Jahren besteht, findet in diesem Jahre vom 19. bis 2 3. Februar statt. Er wird am 19. Februar durch einen historischen Festzug eröffnet, am 20. und 21. ist Pferde- und Krämer markt, am 21. Rindvieh- und Schweinemarkt, der 22. bringt ein großes Volksfest.
„?" Nidda, 3. Febr. Der hiesige Gesangverein „S ä n g e r k r a n z" feiert im kommenden Jahre jein 90jähriges Beste ben und wird damit einen G e f a n g s w e t tst r e i t verbinden. Anläßlich seines 75jährigen Bestehens hielt er gleichfalls einen Wettstreit ab, der unmittelbar vor Kriegsausbruch slattfand. Der Verein beteiligt sich in diesem Jahre unter der Leitung des Justizinspektors D a p - per an dem Wettstreit in Lich.
)( Orten berg, 3. Febr. Die Diakonisse der hiesigen K r a n k e n s ch w e st e r n st ation machte im Jahre 1927 in 213 Familien 5013 Krankenbesuche, hielt 13 Naclstwachen und 7 Tagpfleqen. Davon entfallen auf Ortenberg 3694, auf Selters 859, auf Lißberg 456 und auf Wippenbach 4 Besuche. Die Station wurde aus freiwilligen Beiträgen unterhalten: Ortenberg steuerte 567 Mark, Selters 160 Mark, Lißberg 172 Mark bei, außerdem wurde die Station durch Beihilfen der beiden Kreiskassen Büdingen und Nidda, des Vorschußvereins und des Basaltwerkes Ohmtal unterstützt. Auch aus der Schiilervorstellimg an Weihnachten floh ihr ein Beitrag zu. — Aus der kirchlichen Statistik des vergangenen Jahres ist von Interesse: die Gottesdienste wurden an 59 Sonntagen von 7069 Erwachsenen, oder 20 v. H. besucht: an dem heiligen Abendmahl nahmen 444 Personen oder 74 v. H. teil,
es fanden 11 Trauungen, 16 Taufen und 11 Beerdigungen statt: 18 Kinder wurden konfirmiert: an freiwilligen Gaben gingen 2210 Mark oder 2,43 Mark auf den Kopf der evangelischen Bevölkerung ein.
Kreis Schotten.
a Schotten, 2. Febr. Aus der jüngsten G e - meinderatssitzung: Die Stadt hat eine größere Menge Stammholz zum Verkauf ausgeschrieben. Dem Höchstbietenden W. Neumann (Schotten) wurde der Zuschlag erteilt. Es sind geboten für Fichtenstammholz Klasse la: 30,55 Mk., 2a: 34,55 Mk., 2a: 36,55 Mk.: Buchen 3: 45 Mk., 4: 59 Mk., 5: 68 Mark. — Die Straße vom Kreisamt bis zum Bahnhof wird ebenso wie der Bürgersteig mit Kleinpflaster neu versehen. Die ausgeschriebenen Arbeiten und Steinliefe- rungen wurden dem Submissionsergebnis entsprechens vergeben. Mit den Arbeiten wird baldigst be- aonnen, vor dem Kreisamt werden zugleich geschmackvolle Anlagen geschaffen. — Die neue Straße über der Pfarrgalle wird nach und nach völlig ausgebaut. Drei neue Baugesuche liegen vor, die Stadt stellt das nötige Baugelände zur Verfügung. Die Straße wird durchgebaut dis zur alten Frankfurter Straße, die Kanalisation und Wasserleitung wird verlängert. Alle Neubauten, die in 1928 begonnen werden, bleiben nach Beschluß des Gemeinderats, wie auch in den Vorjahren beschlossen, sechs J.hre steuerfrei. — Die Erbse ngasse wird kanalisiert, eine Strecke von ca. 40 Meter ist noch herzuslellen, damit ist die Kanalisation in der ganzen Stadt durchgeführt. — Im Beisein des Medizinalrats Dr. Best als Vertreter des Kreis- gesundheitsamtes und Baurals N o d n a g e l als Vertreter des Bauamtes, wurde der innereAus- bau des Krankenhauses besprochen. Die einzelnen Arbeiten sind ausgeschrieben. Nach dem 24. l. M. (Ablauf der Angebotsfrist) sott in einer weiteren Sitzung der Ausbau nach Maßgabe des Submissionsergebnisses und der Mittel beschlossen werden. Auch die Arztfrage am Krankenhaus ist noch näher zu besprechen. — Vom Bau amt ist für den südwestlichen Teil der Stadt ein schöner neuer Bebauungsplan ausgearbeitet worden. Das ganze Baugelände ist in praktischer Form aufgeteilt, es ist mit neuen Straßen, Queroerbindungswenen und Fußwegen durchzogen. Der Plan fand die Zustimmung des Gemeinderais. — Am Schluffe der Sitzung widmete Bürgermeister Menget dem von hier nach Bensheim versetzten Medizinalrat Dr. B e ft warm empfundene Dank- und Abschiedsworte. Dr. Best verwaltete hier 15 Jahre das Kreisgesundheitsamt: er gehörte längere Jahre dem Eemeinde- rat der Stadt an. Sein besonderes Streben war auf die Erbauung eines Krankenhauses in der Stadt Schotten gerichtet, das ja auch jetzt nach langjährigen Bemühungen endlich zustande kommt. Die besten Wünsche begleiten Dr. Best an seinen neuen Amtssitz.
□ Laubach, 2. Febr. Die Geflügel- s ch a u, die dieser Tage in Laubach stattfand, tbar, sehr mannigfaltig. Sie enthielt folgende Bassen: I. Abteilung (schwere Bassen): 1- Barnefelder. 2. Rhodeländer. 3. Reichshühner (weiß). 4. Wyandotten (schwarz, weih, silber). 5. Orpington (gelb). 6. Houdans. 7. Orloff, russische. 8. Sussex, bunt. II. Abteilung (mittlere Dassen): 1. Minorka, schwarz. 2.Rheinländer, schwarz. 3. Italiener, rebhuhnfarbig, gestreift, schwarzscheckig, weiß, schwarz, gelb, silber- halsig, rosenkämmig. 4. Leghorn, weiß. III. Abteilung (leichte Rassen): 1. Hamburger, schwarz. 2. Brackel, gold. silber. IV. Ab teilung (Zwerge): 1. Mille-Fleurs. 2. Vantam, schwarz. 3. Sebrith, Vantam, gold, silber. V. Abteilung (Wassergeflügel): 1. Emdener Gänse. 2. Peking-Enten. 3. Lauf-Enten, weiß, schwarz. 4. Andere Rassen: Khaki, Campbell. VI. Abteilung (Puten und Ziergeflügel): 1. Puten, bronze. 2. Perlhühner, blau. 3. Smaragd-Enten. VII. Abteilung (Tauben): 1. Strasser. 2- Nürnberger Lerchen. 3. K-burger Lerchen, silber. gelcrcht. 4. Kröpfer, hessische, weiß, schwarz, rot. blau, fahl, hessische Berliner, rot. 5. Brünner Kröpfer, weih. 6. Perücken, rot' gemöncht. 7. Starenhälse, schwarz. 8. Starenblassen. 9. Schildtauben. rot. spitzkappig, blau. 10. Latztauben, rot. 11. Gimpeltauben, gold. 12. Schönheitsbrieftauben. dunkel, dunkel gehämmert, blau. 13. Reisebr:-'tauben, blau, mit Flugleistung von ICO bis 500 Kilometer. 14. Reisebrieftauben, ohne Flugleistung, dunkel gehämmert, rot, weiß, dunkel, blau. VIII. Abteilung (Verkaufsklasse): 1. Emdener Gänse. 2. W wndottes. 3. Rheinländer. 4. Italiener. 5. Tauben. Die vom Ober- hessischen Geflügelzucht verband gestifteten Medaillen für die besten Gesa mtlei st ungen fielen an Heinrich H ö g tz lLaubach), I. Rothenberger (Gedern) und Karl Pitz (Laubach). Ehrenpreise wurden zuerkannt (die Ziffer bezeichnet die Rang'olge): 1., 7. Adolf Steul (Bettenhausen). 2. Johann Dörnis (Laubach). 3. Georg Hupfer (Schotten). 4., 22., 29.. 40., 48., 64. Karl Pitz (Lonbach). 5., 61. Friedrich Wolf (Laubach). 6. Bürgermeister Rahn (Altenhain) 8.. 54. Christoph Rühl (Laubach). 9. Theodor Eise (Schotten). 10. A. Schüßler (Schotten). 11., 28., 33., 44., 46. Heinrich Högh (Laubach). 12., 62. Rudolf Kriesel (Laubach). 13., 30. Karl Reitz (Stockhausen). 14. Heinrich Rühl (Laubach). 15. Friedrich Spuck (Laubach). 13., 23.. 42., 45. Wilhelm Biedenkopf l Münster). 17. Gräfin Johanna zu Solms-Laubach. 18. Wilhelm Feick (Gonterskirchen). 19. Karl Spamer III. (Schotten). 20., 59. Wilhelm Velten (Langd). 21. Otto Müller (Henriettenhof). 24. Georg Kohlheyer (Hungen). 25.. 43. Karl Braun (Saubach). 26. Karl Svamer III. (Schotten). 27. Richard Schmidt (Kolbenmühle). 31., 57., 58. I. Rothenberger (Gedern). 32.. 36. Bür- meister Metzger (Röthges-. 34., 56. Karl Rühl (Laubach). 35. Heinrich Karl Silh lLaubach). 37., 50., 52. Wilhelm Horst (Ruppertsburg). 38., 60. Ludwig Emmerich (Röthges). 39., 41. Leibjäger Becker (Laubach). 47. Bernhard Högh (Ruppertsburg). 49. Heinrich Graulich (Laubach). 51. Wilhelm Keil II. (Ettingshausen). 53.. 63. Marie Krautwurst (Glashütte bei Freienseen). 55. Otto Sieg (Münster). Außerdem wurden noch Preise verteilt für Leistungen: Sehr gut I, sehr gut II, sehr gut HI, sehr gut IV, gut II, gut III, befriedigend.
)—( R u ppertsburg, 3. Febr. Gestern wurde die hiesige Gemeindejagd verpachtet. Es hatten sich zahlreiche Interessenten eingefunden. Zum Jagdbezirk gehören etwa 1000 Hektar, wovon fast die Hälfte Wald ist. Höchstbietender blieb Hotelbesitzer Gaub von Gießen mit einer jährlichen Pachtsumme von 1700 Mk. — Der Gesangverein „Sang er- b u n ö“ hatte seine Mitglieder und ihre Angehörigen zu einem Farn ilienabend in den Saal des Gastwirts Schlörb eingeladen. Das 1 geräumige Lokal war dicht beseht. Rach dem
Eröftnungschor „Dir, meinem Vogelsberg" von QL Fritz begrüßte der Vorsitzende Jakob Bocher die Erschienenen, worauf der Dirigent dem Sänger Heinrich Schad II. für 25jährige aktive Mitgliedschaft ein Ehrendiplom überreichte. 3m Mittelpunkt des elf Rummern umfaßenden Programms stand das sinnige Singspiel „Heimweh", dessen tiefer Sinn und prächtige Liedeinlagen ihre Wirkung nicht verfehlt haben dürften. Jedoch auch die Lachmuskeln kamen zu ihrem Recht. Dafür sorgten die heiteren Stücke. Alle Mitspielenden gaben sich Mühe ihren Rollen gerecht zu werden. Amrahmt waren die Aufführungen von schönen Chören, unter denen besonders der Chor „Du herrliches Land, du mein Vaterland" von Rektor W. S ch a a d - Hungen erwähnt zu werden verdient. Die Pausen füllten heitere Gedichte in Vogelsberger und Wetterauer Mundart, von einigen Mitgliedern gut vorgetragen, aus. — Kürzlich hielt der hiesige Ziegenzuchtverein in der Gastwirtschaft Emil Schön seine Generalversammlung ab. Laut Jahresbericht zählt der Verein zur Zeit 30 ordentliche Mitglieder. Die Rechnungsablage ergab einen Bermögensbestand von 98 Mk. Für das ausscheidende Vorstandsmitglied Wilh. Müller wurde der Weichensteller Heinrich Porr II. gewählt.
> Ober-Schmitten, 3.Febr. Die Fortführung des Wasserleitungsstrangs zu einem Neubau verursacht große Schwierigkeiten, da Felsmassen in größerer Breite zu durchbrechen sind. Wegen Gefährdung der angrenzenden Häuser können keine Sprenglöcher gebohrt werden, so daß man sich auf oberflächliche Sprengungen beschränken muß, die, ihrer geringen Wirkung wegen, die Durchführung der Arbeit verzögern. — Das Lichtnetz der Örtsleitung wurde durch drei Brennstellen verstärkt, außerdem verschiedene Lampen an Kreuzungspunkten in die Straßenmitte verlegt, so daß das Dorf jetzt über eine einwandfreie Straßenbeleuchtung verfügt.
* Rudingshain, 3. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage seine stark besuchte Generalversammlung ab. Bei bieder Gelegenheit legte der Derinsrechner Friedrich Keil, nachdem seine tadellose Geschäftsführung erneut mit Dank anerkannt und ihm Entlastung erteilt worden war, aus Gesundheitsrücksichten fein Amt nieder, das er 27 Jahre lang in vorbildlicher Weise treu und gewissenhaft geführt hatte. Der seitherig, Kontrolleur Otto Linker wurde an seine Stelle einstimmig zum Rechner gewählt, als Kontrofteur wurde Otto Rahn bestimmt. Der seitherige Rechner Keil verbleibt weiterhin im Vorstand. — Am nächsten Sonntag findet hier ein Lichtbildervortrag statt, den der Kriegerverein veranstaltet. Oberstleutnant a. D. von Hagen- Darmstadt spricht dabei über die Schlacht vor Verdun.
I Eichelsachsen, 3. Febr. Dieser Tage hielt der Turnverein einen Vortrags- und Lichtbilder abend. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch zwei schön vorgetragene Lieder des hiesigen Männergesangvereine. Lehrer S t e i n h a u e r erzählte alsdann Interessantes aus Geschichte und Sagenwelt von Eichelsachsen und Umgebung. Das jetzt abseits vom Verkehr liegende Dorf war im Forstwesen des südlichen Doqelsberges vor 200 Jahren von großer Bedeutung. Zeuge aus dieser Zeit ist heute noch das Hofgut Zwiefalten, das einst hessischen Landarafen als Jagdschloß diente. Im zweiten Teile des zlbenbs wurden folgende Lichtbildreihen oorgeführt und von Lehrer Alt erklärt: 1. Eine Seereise nach Südamerika: 2. Erste Hilfe bei Unglücksfällen und 3. Das Leben in der Wüste. Das Gebotene wurde von allen Anwesenden sehr interessiert und begeistert ausgenommen.
Kreis Alsfeld.
(=) Groß-Felda, 3. Febr. Schon seit längerer Zeit schweben hier Verhandlungen über den Reubau eines Schulhauses, die aber aus finanziellen Gründen bisher nicht zu dem erhofften Abschluß geführt werden konnten. Am Mittwoch wurde nun die alte Schul- scheuer mit Stallungen öffentlich meistbietend auf Abbruch versteigert. Höchstbietender mit 320 Mark blieb Schreinermeister H e d d e r i ch von hier. Die Gebäude werden nun in den nächsten Tagen abgerissen, und damit wird wohl auch der erste Schritt zu dem erstrebten Schulhausneubau getan.
Kreis Lauterbach.
P. Schlitz, 3. Febr. Von der start besuchten Ee- neralversammllung des Veteranen - und M i l i - tärvereins wurde unser Ortsoberhaupt, Bürgermeister Dr. N i e p o t h , in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Verein einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt und ihm eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde überreicht. Aus dem Bericht über das Jahr 1927 sei erwähnt, daß der Verein über 260 Mitglieder zählt und rund 1000 Mark für Wählt ätigkeitszwecke ausgegeben wurden. Um die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen »x- warben sich besondere Verdienste die Kameraden Christian G u n t r u m und Heinr. Armbrüster. Das Ehrenmitglied Gras Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz, und der verdienstvolle Vereinsvorsitzende, Fabrikant Georg Habermehl , wurden mit dein Hassia-Eisenkreuz ausgtzeich- net. Der Vorstand wurde auf Vorschlag durch Zuruf wieder einmütig in seinem Amt bestätigt.
ch Eichenrod, 3. Febr. Seit den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, wo die Betg'ocken verstummen mußten, um die umherziehenden, plündernden Horden nicht auf bewohnte Gegenden aufmerksam zu machen, ist es wohl nicht vor- gekommen, daß eine Vogelsberger Gemeinde so lange ihre gesunde Glocke im Stuhl hat ruhen lassen müssen. Einen vollen Monat war derGlocknerposten verwaist. Trotz aller Anstrengungen wollte sich kein Rachfolger finden. Gestern abend läutete die Rachtalocke zum ersten Male wieder. Es ist gut, daß die „glockenlose, die schreckliche Zeit' vorüber ist. Alle Einwohner sind überzeugt worden, daß sich alte Sitten nicht so leicht abstreifen lassen, auch wenn es widrige Hmftänbe noch so begünstigen möchte: und viele, mehr als bisher, sollten sich der hie und da noch geübten Gewohnheit erinnern, die seit alters durch die tönende Glocke angeregt wurde. Dem alten Glöckner, Polizeidiener Konrad Roth, ist zu danken, daß er 40 Jahre lang dies Amt treu verwaltet hat, zuletzt für sehr unzeitgemäße Vergütung: und der Gemeinde ist zu wünschen, daß sie nun, nachdem ein neuer Glöckner gefunden ist, wieder für mindestens 40 Jahre Auste hat, bis der Posten abermals vergeben 1 werden muß.
Starkenburg.
* Darmstadt, 3. Febr. Gestern starb hier Landgerichtsdirektor i. R. Dr. Ludwig Rü- st e r, der als einer der befähigsten Juristen Hessens galt. Er war seinerzeit auch in die Kommission zur Reform des Strafrechts berufen worden.
Lpd. Darmstadt, 3. Febr. Welch mittelalterliche B e l e u ch t u n g s Verhältnisse Darmstadt aufweist, bewies heute abend eine Zwangsmaßnahme der Geschäftsleute der wichtigsten Geschäftsstraßen Darmstadts. Pünktlich um 6 älhr erloschen sämtliche Beleuchtungen in den Schaufenstern und die privaten Lampen, die sonst über den Straßen brennen. Der Erfolg war verblüffend. Die ziemlich belebten Straßen lagen in tiefes Dunkel gehüllt: der Verlehr war beängstigend: man erkannte leinen Menschen auf zwei Schritte. Was die Geschäftsleute bezwecken wollten, war überraschend gut gelungen. Die Stadtverwaltung, die bisher immer behauptete, die Beleuchtung der Straßen sei genügend, ist eines ^anderen belehrt worden. Jedenfalls ist die O-;ftentlich- keit jetzt davon überzeugt, daß die Geschäftsleute recht haben. Ob die Stadtverwaltung allerdings die einzig richtige Schlußfolgerung zieht, bleibt abzuwarten.
Rheinhessen.
WSR. M a i n z, 3. Febr. Bürgermeister Fuchs in E b e r s h e i m ist vorläufig seines Amtes enthoben worden. Er hat, wie eine Revision ergab, beim Mainzer Arbeitsamt 11 n t e t ft ü t - zungsgelder für Gemeindeangehörige erhoben, sie aber fürs ich behalten. Außerdem hat er Ramen von Unterstützungsbedürftigen in die Liste eingetragen, die nicht existieren. Sein Treiben hat et durch das Mitwissen eines Angestellten des Arbeitsamtes aus- sühren können. Ein gerichtliches Verfahren gegen beide ist eingeleitet worden.
Preußen.
Bauern Kundgebung in Marburg.
LPD. Marburg, 3. Febr. Der Hessische Bauernverein, Kreis Marburg, hatte seine Mitglieder heute zu einer Protestver- sammlung einberufen, die einen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen hatte. Rach eingehenden Referaten des Vorsitzenden, Landwirt M e n k, und des Direktors Fürst über die vom Reichslandbund in Berlin ausgestellten Forderungen schlossen sich die Versammelten diesen Anträgen einstimmig an. Um den aufgestellten Forderungen Rachdruck zu verleihen, proklamierte die Versammlung nach eingehender Beratung den rücksichtslosen Käuferstreik. d. h. daß in Zulunft von dem Kauf von Düngermitteln, Maschinen usw. abgesehen werden soll, wenn eine Barzahlung ohne Aufnahme von Darlehen nicht erfolgen kann. Ferner wurde eine Reihe lokaler Forderungen ausgestellt, die dem Landratsamt, dem Finanzamt und dem Katasteramt durch eine Deputation überbracht wurden. Die Versammelten verlangten stürmisch einen De - m o n st rationszug, um damit den Ernst der Anträge zu kennzeichnen. TJn musterhafter Disziplin nahm darauf ein Zug von mehreren tausend Landwirten unter Vorantritt der Deputation und des Vorstandes seinen Weg durch die Stadt, um dabei den einzelnen Aemtern die Forderungen lokaler Ratur zu überreichen. Die Leiter dieser Aemter hielten kurze Ansprachen, in denen sie zum Ausdruck brachten, daß sie für die Erfüllung dieser Forderungen weitestgehend eintreten würden.
Kreis Wetzlar.
Z K r o f d o r f, 3. Febr. Infolge Beschwerden hat sich die Kreisstraßenbauverwaltung in Wetzlar bereit erklärt, die Teil st recke der StraßeGieße n— Krofdorf, von der Haltestelle Krofdorf-Gleiberg bis zum Dorfe Krofdorf, im Jahre 1928 mit K l e i n - P f I a ft e r zu versehen. Auch soll die Decke der Hauptstraße hierselbst durch Kleinpflaster verbessert werden.
~ Dornholzhausen, 2. Febr. Der Vertrag über die Verpachtung der hiesigen Gemeindejagd läuft mit 'bem 31. März ab. Die Jagd soll wiederum auf einen neunjährigen Zeitraum, und zwar vom 1. April 1928 bis zum 31. März 1937, öffentlich-meistbietend verpachtet werden. Die Reuverpachtung findet am Samstag, 18. Februar, statt. (Vergl. die gestrige Anzeige). Diü_ Jagd hat einen guten Reh Wildbestand: Schwarzwild kommt ständig als Wechselwild vor, ohne im Jagdbezirke selbst bisher nennenswerten Schaden angerichtet zu haben. Der Jagdbezirk ist 2163 Morgen groß: Hiervon sind 1424 Morgen Feld und 744 Morgen Wald. Bisher war die Jagd an einheimische Pächter verpachtet.
Dillkreis.
Lpd. Herborn, 3. Febr. Das große nassauische Bundesfängerfest für Hessen- Rassau sinket in diesem Jahre im Monat Juli in Herborn statt. Dis jetzt liegen schon Anmeldungen von über 150 Vereinen vor, so daß mit einer riesigen Beteiligung gerechnet wird. Die Arbeitsausschüsse haben mit den Vorarbeiten, die recht umfangreich sind, bereits begonnen.
Oberwesterwaldkreis.
<D Höhn, 2. Febr. Dachdeckermeister Schilling von hier, der infolge einer Anzahl Kriegs- oerwundungen feinen Beruf nur in beschränktem Maße ausüben kann, stürzte beim Decken eines Hauses in Dreisbach so unglücklich, daß er er - hebliche Verletzungen, u. a. auch zwei Rippend räche, davontrug. Zum Glück geben nach Ansicht des Arztes die Verletzungen zu Besorgnis keinen Anlaß.
D Schönberg, 2. Febr. Die hiesige Leh - r erste! le, die seit dem Tode des Lehrers Pusch von dem Lehrer Leber verwaltet wurde, ist nun endgültig durch das Fürsorgeamt in Berlin besetzt worden. Die Stelle wurde dem Lehrer K a 11 e ms Charlottenburg übertragen. Die Gemeinde Schönberg sieht Herrn Leber, der sich in der Gemeinde großer Beliebtheit erfreute, nur ungern scheiden.
Sprechstunden der Redaktion.
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschlossen
Für unverlangt eingesandle Manuskripte ohne beigefügte? Rütfporfo wird keine Gewahr übernommen
U n ieigenauf träge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten.


