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3U<6tung fabrtnbte Möbelwagen auf. Der Führer de- Motorrades, ein 22]adriger Äauf- wann Han- Verlach von hier, wurde so schwer verletzt, daß er aus dem Transport Ini Äranlcn- haus verstarb. Sein Beifahrer Theodor Burkhard erlitt leichtere 'Verlegungen, muhte aber ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert wer­den. Troy aller Mahnungen in der Tages­preise und Vekanntaabe im Radio ift es dem Paketabaabeschwindler Liebscher in den letzten Tagen wieder gelungen, einer Haus­angestellten in Abwesenheit ihrer Herrschaft ein Paket mit wertlosem Inhalt oufzuschwätzen. wo­für der Schwindler eine angebliche Rachnahme« aebühe von 200 SHL verlangte und von dem leichtgläubigen Mädchen auch erhielt. Liebscher ift ein ganz geriebener Dauner. Wenn ihm ein Soup gelungen ift. verlädt er schleunigst Frank­furt. um neue Opfer an anderen Orte, zu suchen.

LPD. Frankfurt a. M.. 3. Ian. Die Ge­meinnützige Heimstatten-Akti en­ge s e l l s ch a s t Frankfurt a. W., an der als Ak ionärt die Stadt Frankfurt a. 'M. und die Gemeinnützige Ges llschaf. für Angestellten-Heim- ftä len In Berlin beteiligt sind, hat m t einem neuen Bauvorhaben begonnen. 3n ttn- mltt (barer Bähe des Licht- imb Luftbob?« an der -icherSheimer Landstraße werden rund 130 Wohnungen mit vier drei und zwei Z.m- mem, mit neuzeitlichen Ginrichtungen versehen, au-geführi. In diesen Baublock sollen auch etwa 30 Ginfamilienhäufer mit je Drei- und Sechs zimmertoohnungen au'gmornmm werden. Die 5er Igflellung der Häus.rgruppe ist im Herbst dieses Jahres zv erwarten. Zu dem gleichen Termin sind die Wohnungen bezi hbar. In erster Linie werden die B dürsnisse der Pr.vatangestell- ten berücksichtigt werden

WEN <t ö n i g ft e I n i. T, 3. Ian. Gestern mit­tag noch 12 Uhr wurde in der hiesigen katholi­schen Pfarrkirche der O p s. r st o ck gemalt- jom mit einem Stemmeisen erbrochen. (Ein nen­nenswerter Betrag kann dem bis jetzt unbekannten Täter jedoch nicht in die Hände gefallen fein, da der Opferstock glücklicherweise erst vormittags geleert worden war

Oer Zweckverband Wetterau nach drei Zähren.

Die 21 u t o li n i e Friedberg Florstadt, die vor drei Jahren eingcmeiht wurde, hat sich seit dieser Zeit langsam, aber stetig zu einem ausgedehn­ten und vorbildlichen Betrieb entwickelt. Zuerst suhr ein geliehener Lastwagen, der dann durch einen eigenen abaelöst wurde. Weiter kam im ersten Jahre ein neuer Omnibus mit Anhänger hinzu. Im zwei­ten Jahre wurden zwei kleine gebrauchte Onrnibusse und ein größerer, offener Personenwagen gekauft. Das letzte Jahr brachte im Wagenpark größere Ver­änderungen. Die kleinen Omnibusse wurden umge­baut und abgesetzt und zwei weitere große bequeme Personenwagen einen Venz und einen Büssing dafür eingestellt. Arn (Ende des dritten Jahres besitzt der Zweckoerbanü vier Personenwagen und einen Anhänger und einen La st wagen mit Aichänger, der aber nicht mehr zur Personenförderung bemißt wird, sondern Lastfuhren erledigt.

Im letzten Jahre wurde der Ortsverkehr Friedberg-Bad-Nauheim weiter ausge- baut, so daß besonders im Sommer die Wagen kaiun ausreichen. Bei leichten Störungen, die in einem fo ausgedehnten Betrieb Vorkommen können, müßte ein weiterer Neferoewagen zur Verfügung stehen. Vielleicht kann im nächsten Jahre diesem Wutsche Rechnung getragen werden. (Einzelne Sa­gen fahren bl» Staben, man trägt sich aber mit den Gedanken, die Linie weiter bis Nieder- Mockstadt durchzuführen. Probeweise wurde die Streckt schon befahren.

Die Fahrpreise blieben mit 9 Pfennig für den Kilometer und 3.25 Mark für die Wochenkarte von Friedberg nach Florstadt bestehen. Die Fahrzeiten finb so gelegt, daß nicht nur dem Arbeitcroerkehr, nach den bestimmten Anschlußzügen Rechnung getra­gen wird, sondern auch die Wunsche der übrigen Be­völkerung berücksichtigt werden. Dies trägt viel zur außerordentlich starken Benutzung bei, wodurch die Kcwähr für eine stetige Weiterentwicklung gegeben »st. die sich auch in der Vergrößerung der Autohalle zeigt.

Die Straße nach Friedberg wurde ein weiteres Stück von der Wetterbrücke bis zum Offenheimer Wäldchen gepflastert, nur die Wetterbrücke selber, dieschmal und baufällig ein gewisses Ber kehrshinvernis bildet, wurde notdürftig durch eine Lage (Eisenbahnschwellen ausgebefsert. Hofsentl-ch wird das neue Jahr hier Besserung bringen. Der Straßenbau war eine starke Belastung für den Zweckverband, da wochenlang der Verkehr über AssenheimBruchenbrücken umgeleitet werden mußte. Diese Umleitung brachte wegen der grö­ßeren (Entfernung einen Mehrverbrauch bei glei­chen (Einnahmen. Auch das nächste Jahr wird noch Umleitungen bringen, wenn die Straße weiter bis zur Autohalle gepflastert wiEd.

Beim Friedberger Verkehrstag stellte der Zweck- verband einen Pendelverkehr zwischen Friedberg und Florstadt ber. Zubringerwaaen brachten Käu­fer und Interessenten von Mockstadt. Stammheim und Staden. Alle Autos nach Friedberg waren vollständig überfüllt Dieser Tag dürfte der Stadt Friedberg die Wichtigkeit der Autolinien für die W'rtschaftszentren gezeigt haben.

Heute nach dreijährigem Bestehen der Autover- binbung ist diese fo volkstümlich geworden, daß sie als selbstverständlich hingenommen wird. Niemand wünscht die früheren 3iiftänbc zurück, man kann stsi Florstadt ohne den Autoverkehr noch Friedberg n-cht mehr denken. Darin liegt die beste Gewähr für den Fortbestand.

Der $ronffurfer (kingemeindungsvertrag mit Höchst. WSR. Frankfurt a. M., 3.3an. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten­versammlung war die Borlagc betreffend die Eingemeindung von Höchst a. M. und Nied an den EingeineindungsauSschutz überwieken worden. Dieser hat die Vorlagen in vier Sitzungen und in einer gemeinsamen Be­sprechung mit Vertretern von Höchst eingehend beraten und feinen Bericht für die Stadtverord­netenversammlung am kommenden Donnerstag fertiggestellt. Der Ausschuß kam zu der Fest­stellung. daß auf allen Seiten eine grund­sätzliche Geneigtheit besteht, der Em- gemeintung von Höchst und Rieb zuzustimmen. wenn die Eingemeindungsverträge so gestalt« würden, daß In ihnen der Stadt Frankfurt keine unerschwinglichen Lasten auf erlegt würden. Die Verhandlungen mit den Vertretern von Höchst

Buntes Allerlei.

TB le die Tiere sprechen.

Denn man unter .Sprache" willkürliche Säube­rungen von Regungen und Gedanken durch arti­kulierte Laute zu einem bestimmten Zweck ver­steht. fo muß der Verständigung-Weile vieler Tiere der Bang einer Sprache -ugelvrvchcn werden. Der Zoologe Ludwig Z u k o w s k y, der die Sprache der Tiere in einem Aussatz von .Tarl Hagenbecks Illustrierter Tier- und Men- fchenwelt" behandelt, ist sogar der Ansicht, daß die Q3erftänbigung6mittel mancher Menschenaf en über die einiger auf tiefster Stute stehender Naturvölker hinausgchcn. Sine solche Sprache konnte sich nur bei Geschöpsen entwickeln, die in Gesellschaften leben. So "erfügen manche in Horden auftretende Assen über eine reiche Skala von .Darn- und Schreck-. Futter- und Angst-, Zorn- und FreundschastSlauten". Dem kennet ihrer Säuberungen antworten diese Assen sehr schnell, und durch besondere Hilfsmittel ist es möglich, ihre Stufe fo sicher hervorzurusen. datz die Assen sogar im Rundfunk als .sprechend" vorgeführt werden konnten. Dem amerikanischen .As'en-Pro esfor" Garner, her­ein ganzes dickes Buch über die Sprache der Assen versaßt hat. gebührt daS große Verdienst, Tierstimmen zuerst aus der Grammophonplatte sestgehalten zu haben, und er hat wertvolle Be­obachtungen gesammelt, die er freilich durch phantastische Schluß'olgerunaen der Lächerlichkeit preiSgab. Die Sprache der Tiere hängt natürlich von ihrem Stimmumfang ab. SS gibt eine Art Gibbon, eine Menschenal ensorm, die über einen Stimmumfang von einer Oktave verfügt, und diese munteren Tierchen singen mit wahrer Be­geisterung von früh bi» spät die Töne, die ihre Stimmlage umsaht. Der Hund, der ursprüng­lich in Rudeln lebte, war dadurch zur Verstän­digung durch Lautäußerungen gezwungen und besitzt noch heute einen nicht unbeträchtlichen Lautschatz, der durch den Umgang mit seinem Herrn um manche stimmliche Sleuhcrung be­reichert wird. Auch der Löwe jagte früher in Rudeln und besitzt lautliche Skrftänbigungämittel, aber feinen Warn- oder Schrecklaut, den der König der Tiere nicht nötig hatte. Die Walrosse und Löwen erheben auf gewisse Anregungen ihre Stimme, so daß auch ihre .Sprache" im Rund­funk vorgesührt werden konnte. Dagegen fehlt manchen Herdentieren die Stimme vollständig: sie bedienen sich anderer Zeichen zur Qkrftän- bigung. So hat man in neuester Zeit nachge­wiesen, daß die Giraffe, ein ganz stummes Säugetier, sich den Gefährten durch ..Wedel­zeichen" bemerkbar macht, und auch viele Anti­lopen teilen sich durch das Schlagen mit dem Schwänze allerlei mit. auch durch Stampfen mit den Läusen. Daß die Vögel in ihrem Gesang eine Möglichkeit der Verständigung haben, ist allbekannt, und die Papageien, die unter den Vögeln über die besten Stimmittel versügen, lernen ganze Wörter und Sätze. Das Rach- ahmungsdermögen mancher Vögel, so z. D. der Spottdrossel, ist ganz erstaunlich. Dieser tierische Stimmenimitator stistet die arößte Verwirrung durch die täuschende Rachaymung aller mög­lichen Dogelruse, und der Papagei ahmt das Knarren einer Tür, das Pfeifen des Windes, da» Sägen von Holz, da» Gackern des Huhns usw. nach. Durch diese Warnlaute erweisen sich manche Vögel ihren Wirten nützlich, so z. B. der .Krokodilwächter" und der afrikanische Ma­denhacker, der auf den Riesen der Steppe, den Elesanten. Ra-Hömem und Büffeln, lebt. Der Unterschied in der Ausdrucksweise zwischen Mensch und Tier liegt in der gegliederten Laut­sprache de» Menschen, die dem Tier verschlossen ist, aber sonst ist die Lautäuherung der Tiere für sie als Derständigungsmittel ebenso vollkom- kommen und zweckmäßig wie die Sprache für den Menschen.

Ein Duell mit Weißwein.

Der Maler (E o u r b c t war ein großer Trinker, der auf seine Leistungen besonders stolz war. So- lanac er in Paris weilte, vertilgte er auf einer seiner häufigenBierreifen ungeheure MengenBocks" und andere Alkoholika, ohne beim Heimwege zu wanken. Als er bann in der Verbannung zu Tour- de-Peilz in der Schwei,; lebte, verlegte er sich auf die Vertilgung des Weißweins von Vevey und for­derte alle feine Kumpanen heraus, mit ihm um die Wette zu trinken. Als er alle unter den Tisch ge­trunken hatte, brachte man schließlich einen Winzer herbei, der weit und breit In ber Umgegend für den größten Trinker galt. Dieser erklärte sich zu einem Duell mit Courbet in Weißwein bereit. Es wurde ausgemacht, daß jeder von ihnen zehn Flaschen, also fünfzig Gläser, in drei Stunden trinken solle. Wenn diese Flaschen geleert seien, wollte man weiter trinken. Der Derberer sollte die Zeche bezahlen. Es waren noch nicht drei Stunden verstoßen, als jeder seine zehn Flaschen sich einverleibt hatte.Bringt jedem noch zehn Flaschen!* befahl der Maler. Die beiden tranken weiter, aber bald glitt der große Trinker von Vevey völlig berauscht unter den Tisch, während Courbet feine zehn Flaschen zu Ende trank und dann zur Krönung des Sieges einen Absinth bestell 'e Man weiß nicht, was aus dem anderen Trinker geworden ist: aber (Eourbct wurde einige Jahre später von ber Wassersucht befallen noch dem alten Sprichwort ber Aerzte: ..Qui vivit in vino, moritur in aqua!" (Wer in Wein lebt, stirbt in Dasier?)

Täglich über eine Million lelephougefpräche in Berlin.

Eine Großstadt von der Einwohnerzahl und den Ausmaßen Berlins ohne das tog- und zeit­sparende Tri-Phon ist unbenfbar W -lch unge­heure Entwicklung das Fernsprcchw sen feit der Einführung deS ersten Telephons in Deutsch­land vor nunmehr 50 Jahren durchgemacht hat. geht am deutlichsten aus der Zunahme des Fernsprechers in der Reichshaup st abt selbst hervor. Während am 1. Januar 1993 insgesamt

11854 Fernsvvechstcllen m 'Berlin vorhanden waren, stieg Deren Zahl im Laufe der nääist.n 10 Jahre aus 47 586. unter denen sich 150 ollen:- liche befanden. Die Teilnehm rzahl betrug 34 236; die im Laufe des Jahres 1930 geführten Ge­spräche beliefen sich auf 105 Millionen. D.e Folgezeit brachte einen ungeahnten, fast an ame­rikanische Verhältnisse erinnernden Aufschwung des Berliner Fernsprcho. -rk.hr-. der durch die riesenhafte Ausdehnung der infolge einer regen Bautätigkeit Idx-e'd wachsenden Großstadt be­dingt wurde. Dis zum Jahre 1910 hatte sich d.e Zahl der vorhandenen Sprachst eil en »ervieriachl unb betrug insgesamt 174 572, unter denen 122:58 in Berlin und 52 014 in den Vororten vorhanden waren. Die Zahl der öfsentlich-n Ferniprech- fteilen war auf 590 gestrig n, die der Fernsprech­teilnehmer belief sich auf 90 89?. Der Höhepunkt ber Entwicklung wurde im Jahre 1913 m.t 2,3 594 Sprechstellen erreicht. Die Krieg-- und Rach- tnegszeil, vor allen Dingen aber die Infiat on, brachten eine getoiffe Stagnation: erst in den letzten Jahren machte sich ein neuer Aufschwung bemerkbar. Die neuesten Zthlen verzeichnen für Berlin insgesamt 417 761 Sprechstellen, darunter 1854 offen.liebe. Die Zahl der im Laufe des ver­gangenen Jahres in Berlin g führten Gespräche belief sich auf rund 400 Millionen, d. h. durch- schni tlich werden in Berlin täglich über 1 100 000 Telephongespräche geführt.

Ein neue» kunstbekennlni» Manets.

Ein Besuch bei dem Großmeister bes französischen Impressionismus, bei Manet, bei bem ber Gast ein bedeutsames Bekenntnis bes reifen Künstlers über bie Kunst vernahm, wirb in Jtunft unb Künst­ler" wiebergegeben. Der Besucher war Georges I e - anniot, der ben Meister 1882 aussuchte, als er bereite von feiner schweren Krankheit befallen war unb nur noch im Sitzen malen konnte.Die Prä­gnanz bce Ausbrucke ist in ber Malerei eine Not­wendigkeit unb eine Eleganz", sagte Manet zu ihm. Die Knappheit regt zum Nachdenken an, Weit­schweifigkeit bewirkt Langeweile. Man mufj sich immer nach ber Seite ber Vereinfachung hin ent­wickeln, immer bie große Helligkeit unb ben großen Schatten im Auge behalten: bas übrige kommt bann schon von selbst, unb es bleibt bann gewöhnlich gar nicht mehr so viel zu tun. Bor allem muß man bas Gedächtnis üben, benn bie Natur erteilt nur bie not- wendigen Auskünfte. Man sollte sie als ein (Belänber auffafjen, bas einen vor dem Sturz ins Banale schützt. Man muß immer ihr Meister bleiben. Nur nicht ein Pensum herunterarbeiten, um Gottes­willen kein Pensum!"Die Farbe", sagte Manet weiter,ist eine Sache des Geschmacks unb ber Emp­findung. Man ist kein Maler, wenn man nicht bie Malerei über alles liebt. Und man darf nicht etwa nur fein Handwerk verstehen man muß eben mit ganzer Seele dabei fein. Sehr wichtig, das Kön­nen ober (eben Sie, für uns ift die Phantasie noch wichtiger. Als ick eines Tages von Versailles zurückfahren wollte, stieg ich auf die Lokomotive neben ben Maschinisten und den Heizer. Es war ein herrliches (Erlebnis. Diese Kaltblütigkeit, diese Aus­dauer der beiden Männer! Solche Leute sind bie modernen Helden? Sowie ich erst wieder ganz ge­sund bin, will ich ein Bild danach malen ..."

Die Zeitung hintereisernen Gardinen".

Daß es für die Erziehung ber Gefangenen und ihre Wiedergewinnung für da- normale Leben von großer Wichtigkeit ist, wenn sie mit der Außenwelt in Verbindung bleiben, ist eine be­kannte Tatsache, und das beste Mittel dafür ist die Zeitung, die den Sträfling auf dem laufen­den erhält und ihm nach der Freilassung ben Anschluß an das Leben erleichtert. Da aber das Haften von Zeitungen im Gefängnis für die Insassen zu teuer ist und außerdem einer dauern­den Lleberwachung bedarf, so hat man vielfach Gefangenen-Zeitungen in- Leben gerufen, unb auch bei uns in Deutschland gibt es jetzt mehrere solcher Blätter, über die imZeitungs-Verlag" berichtet wird. Die erste Zeitung dieser Art in der Rachkriegszeit war der in Stuttgart er­scheinende .Kompaß", ein Halb-Monat-blatt, dessen Inhalt aber für die Gefangenen zu hoch war. Während dieses Blatt rasch wieder ein­ging, erfreut sich die 14tägige Zeitung .Blick in die Welt", die von der Direktion der Gesangenen- Anstalten zu Waldheim i. Sa. veröffentlicht wird, großen Zuspruchs. Das Blatt, dessen Satz und Druck Sträflinge besorgen unb in bem auch Ge­fangene als Mitarbeiter auftreten, wirb unent­geltlich in den Anstalten von Sachsen unb Thü­ringen verbreitet unb bietet einen völlig neu­tralen Meberblkf über bie Tagesereignisse, hat auch äJnterhaltungsstoff unb sucht durch Hin­weise auf Fürsorge-Einrichtungen, Arbeitsmarkt usw. die Leser auf die Zeit nach der Entlassung vorzubereiten. (Eine kleinere Auslage hat die in Heilbronn ins Leben gerufene Halb-Monats- schrift .Welt und Leben", die von dem Heil­bronner Iustizrat Schmidhäufer zusammen mit dem Anstaltsgeistlichen unb bem Anstaltsober- lehrer geschrieben wirb. Ebenfalls haltmonatlich erschien zuerst das Mannheimer (Befangenen- Blatt .Aus Welt unb Heimat", bas seit Beginn des Jahre- 1927 wöchentlich heraus kommt: Sträf­linge sind hier grundsätzlich von ber Mitarbeit ausgeschlossen, währenb sie sich an anberen dieser Zeitungen rege beteiligen. Die größte unb beste beutsche Gefangenen-Zeitung ift bas Wochenblatt .Der Leuchtturm, Rachrichten aus aller Welt". Die Zeitung ist in ber Strafanstalt Görlitz ge­gründet worden, die dann im vorigen Jahr nach Wohlau verlegt wurde: fte wird in der Straf­anstalt hergestellt: Anstaltsbeamte sorgen für ben Inhalt. Gefangene leiten Satz unb Druck unb unterstützen bie Siebaktion. »Der Leuchtturm", ber gewöhnlich 6 bis 6 Seiten Umfang hat unb in 20 000 Stück verbreitet wird, ist nach Inhalt und Anordnung ein Muster seiner Art und wird nicht nur von sämtlichen preußischen (Befangenen- Anstalten, sondern auch von Gefängnissen aus saft allen Teilen Deutschlands bezogen.

bewegten sich in der Hauptsache um die zuküns » tigen Steuersätze in dem Stadt.eil Höchst. Man kam zu dem Ergebnis, daß die jetzigen Steuersätze bei der Gewerbe-Ertragssteuer und Gewerbe-Kapitalfteuer für 15 Jahre garantiert werden sollen, unb bah eine Erhöhung biefet Steuern erst nach Stblauf von zehn Jahren ein- treten darf, falls in Frankfurt a. M. von blefem Stichtage an eine Erhöhung ber Gcwerbebefteue- rung Dorgenommen werden sollte. Der Ausschuß nahm an der Vorlage eine Reihe von Aenderun- gen vor, bie in bet Hauptsache rebaktioneller Statur finb unb schlägt ber Stadtverordneten-

Versammlung vor, die (Singemeinbungdoerträge mit Höchst und Stieb in ber neuen Fassung an­zunehmen.

(5feuerfo(enber für Januar.

1.3 a n u a r: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer). Scnhmg derselben vom 1.1.1928 ab. für alle nach dem 31.12.1927 erfolgte Dienst­leistungen unb zwar: a) durch Ermäßigung des einbehaltenen Steuerbetrages um 15 Prozent, jedoch nur bis zum Höchstbetrage von zwei Mark monallich, b) durch Erhöhung ber Kleinbetrags-

arentz« von wöckentlich 25 Pfennig ober monat­lich eine Mark, da bi- zu bieftn Beträgen Stcwi nicht einzubehalten ist.

5. Januar: Dori. Lande-steuer (staatliche Grund-, Gewerbe- und Sondergebäudesteuerft Ablauf der Schonfrist für die am 25. 12. 1927 fällig gewesene fünfte Rate. Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer'. Ad ühiung de- für bie Zeil vom 16. bi- 31 12. 1927, etnschfteßftch des für bie erste Dczemberhälste noch nicht ab- gelieferten, einbehalt.nen Betrage-, ohne Rück­sicht aus dessen Höhe, unter gleichzeitiger Abgabe einer entsprechenden BefdKinlgung über die Rich­tigkeit der Slblührung der im Dezember 1927 einbehaltenen Beträge Ohne Schonfrist.

10. Januar' Dörsenumsatzsteuer. Enrich» tung derselben durch die im Adr chnung-Versähren zuaftasienen P.llch ig n llms .(ft u r Voraus- zahlung für das 4. Viertel des Kal.-nd.-rjahivs 1927 V* Proz. der Umsätze für Okivbev De­zember 1927 unter gleichzeitiger Abgab? einer entsprechenden Voranmeldung. Schonfrist bi- 16. Januar 1928 Einkommensteuer und Äör- perschast-steuer. Vorauszahlung für da- 4 Vi rtel deS Kalenderjahre- 1927. Ohne Schonfrist. Richt für Landwirte.

16. Januar. Umsatzsteuer Ablauf der Schon­frist der am 10. Januar 1928 fällig gewesenen Vorauszahlung.

2 0. Oanuar: Steuerabzug vom Arbeitslohn ^Lohnsteuer), Slbführung des für die Zeit v*om 1. bi- 15. Januar 1923 ei nbe haften en Betrage-, sofern er mehr wie 200 Mk. beträgt

Bei allen Posteinzahlungen find jebe-mal bie Steuer-Rummern bzw. Sollbuch-Rummern unb bie Abgabe genau anzugeben.

3m Januar 1 92 8. Einreichung von be­sonders vorgefchriebenen Oohnze t In für alle Arbeitnehmer mit einem Arbeitslohn von über 9200 Mk. im Kalenderjahr 1927 durch bie Arbeit­geber an das für letztere zuständige Finanzamt Einreichung ber Belege über den Steuerabzug vom Arbeitslohn: unb zwar

1. Lohnsteuer-Ueberweisungslisten, Bescheini­gungen ober Fehlanzeigen für im Ueber- weisungsversahrcn einbehaltene Beträge, so­wie

2. bie Steuerkarten mtt ben Markenblättern unter Angabe bes Wohnorts be- Arbeit­nehmers am 31. Dezember 1927 und bet Rümmer ber 1928er Steuerkarte für im Markenver ähren einbehaltene Beträge. Die letzte Frist zur Einreichung ber Belege an bas für bie Arbeitsstätte zuständige Finanz­amt läuft am 29. Februar 1928 ab. Die Vordrucke zu 1 finb beim Finanzamt erhält­lich.

I m Januar 1 9 2 8: Die zur Erstattung de- Steuerabzugs vom Arbeitslohn (Lohnsteuer! 1927 erforberlicbcn Antragsformulare mit Merkblatt finb bei bem Finanzamt zu haben. Die letzte Einreichungsfrist zur Stellung ber Erstattung«, anträge ist bis zum 31. März 1928 erstreckt

Knegergräber-Züi-sorge.

Die Freie Vereinigung ehern. 2 22er hat bie Patenschaft über den Friedhof von Pawelcze (Galizien) übernommen. Be­kanntlich hat e« sich der über ganz Deutschland verbreitete DolkSbunb Deutsche Kriegergräber» Fürsorge in Berlin äut Ausgabe gestellt, unter­stützt von Reichsbehörben mit allen Mitteln bahin zu wirken, daß die beutschen Kriegergräber in Feindesland in einem würdigen Zustand er­hallen bleiben. Da es auch die Dslicht ber ein­zelnen Regimen -Vereinigungm ist, diese Vestre- oungen tatkräftig zu unterstützen, so hat bie Frei« Vereinigung ehcm 222er den Gedanken, biePaten- schaft für den vorbezeichneten Frirdhos zu über­nehmen. in ihrem Blatt vor einigen Monaten angeregt unb biefen nunmehr in bie Tat unv gesetzt. Es ist ihr gelungen, bei der so harmonisch verlaufenen Zusammenkunft am 11. Dezember v. I. in Frankfurt a. SU. bie Mittel zusammen- jubringen, bie es ermöglichen, die würdige In­standsetzung des F.iedhos)- zu vollenden. Dori ruhen neben zahlreichen Angehörigen anderer Formationen über 200 Tote vom RIR. 222, die in den schweren Kämpfen in der Gegend von Pawelcze gefallen sind. Der Friedhof, der ur­sprünglich an der Kirche lag, mußte, da diese zerstön worden war, nach dem Bahnhof Pa­welcze Derlegt werden. Jeder Gefallene wurde einzeln umgebettet und hat ein Kreuz mit Sta­mm erhalten. Die jetzt gesammelten Slltttel bien­ten dazu, eine toü.bige Einfassung zu schaffen, die den Friedhof vor Verwüstungen, besonders durch weidendes Die^, schützt.

SDerm wir sehen, tote namentlich die Englän­der, Franzosen, Belgier unb Amerikaner für bie AuSsclünückung der Gräber ihrer Toten sor­gen. bann dürfen auch toir nicht zurückstehen. Wenn jeder RegimentSvereiti es sich zur Pflicht macht, die Patenschaft über einen Friedhof zu übernehmen und die Mittel zu sammeln, dte nottoenbig sind, bann können toir in einigen Jahren daS bisher Ver­säumte nackchvlen.

Der DolkSbunb in Berlin sorgt für sinngemäße Verwendung ber gesammelten Gelder und er­stattet von Zeit zu Zeit Bericht über seine Tätig­keit im einzelnen Die Freie Vere nigung ehmt. 222er in Gießen ist bereit, Gelder für ben Fried­hof in Pawetrze en! gegenzunehmen

Turnen, Spott und Spies.

Öer Zußball-Länderlampf England Deutschland

ist jeßt vom Deutschen Fußballbund definitiv atje« schloßen worden. Das Spiel kommt am 5. M a i im Deutschen Stadion zu Verlin-Grunewald zum Aus- frag und wird die legte Probe der deutschen Natio­nalmannschaft für das Amsterdamer Olympische Fußballturnier fein. Die englische Football-Asso- ciation wird eine aus Berufs- und llmateurfpielcrn gemischte Elf zu dem Spiel entsenden.

Sescheiterte Gibrolta^Schwimmerinnen.

Wie aus Tanger berichtet wird, hat die eng­lische Schwimmerin Miß G I e i tz e ihren am Montag unternommenen Versuch, die Meerenge von Gibraltar zu durchschrvimmen, nach zwölf Stun­den aufgegeben. Sie war nur noch sechs Kilo­meter von der spanischen Küste entfernt.

Der etwas später unternommene Versuch von Miß Hudson, die Meerenge von Gibraltar zu durch­schwimmen, ist wie das vorangegangene Unterneh­men der Londoner Stenotypistin Mercedes Gleitzc gescheitert. Frl. Hudson hatte bereits über Drei« viertel der Strecke zuruckgelegt. Der aufkommende starke Sturm zwang sie jedoch, einige Meilen vor Tarifa an der spanischen Küste, zur Aufgabe.