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Gießener Anzeiger (Eeneroi-Anzeiger fstr Gderheffen)

Nr. 150 Zweiter Blatt

Donnerstag 50. Juni 1927

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Das große Heimatblatt

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Das große Anzeigenblatt

reine

kfottneri!

Reiterglück.

Don Sofie v. Uhde.

um Urlaub.

Dann ging s auf Teufel komm heraus nad> Feldafing. nx> ich schon zanschen den aufgeregten Werbern und den vor Ungeduld schluchzenden Hunden am Zaun stand, lieber Kilometer hin­weg begann die nicht eben lautlose Begrüßung, und dann entwickelte sich auf der großen Wiese im Garten ein unentwirrbares Ehaos von Pfer­den. Reitern und Hunben aller Rassen.

Wir lagerten im hohen duftenden GraS. und inmitten wurde die .Tafel" auß gebreitet Ich plädierte jedeSmal für eine Pferdedecke und Blech- taffen, konnte dies aber bei meiner gebildeten Jungfer leider nie erreichen, die daS beste Damasttuch und die alten Meißner Teller auf­baute und erklärte. daS müsse so sein. Die ganze Wirkung, die sie erzielte, war. daß meine Freunde lieblos äußerten: .unangenehm fein ist es bei dir. Eva-Sofie!" und daß nach wenigen Minuten schon Detlefs unverschämter Terrier m der Mitte des Gedecks sah. weil er mit Recht annahm, in dieser Position dem Kuchen am nächsten zu sein. Die Pferde, mit denen wir alle auf du und du standen, merkten es auch bald, daß es bei unS was ApartereS gab alS daS ewige

Vie dresdner Papieranrstellung 1927.

Don der allen Papiermühle bis zur Rotationsmaschine.- Reichspost, Reichsbahn,Reichsdruckerei. - Reklame undKartonnaqen. - 'Papier auf dem Theater. - Tapeten und Silhouetten. - Bücher und Jaulen.

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Formenkafchee. Qin< Reihe von Photos beweisen

Bühne. Und da wir an dieser ©teile gerade von Photographie sprechen, soll auch verraten sein, daß eS auf dieser Ausstellung die schönsten Phot - graphren zu sehen gib: die augenblickl.ch in S'eutdXanb gemtchr u>cr.*en. Auch der Deutsche Künstlerbund zeig: eine Ausstellung von rund taufend Blättern moderner Graph:k lebender deutscher Künstler.

DaS Berbindende aller dieser so grundver- schebenen Dinge stellt nun die Willenschaftllche

der eingesessenen Bevölkerung Gietzens, der ganzen Provinz Oberhessen und des benachbarten preußischen Lahngebiets ist der im 177. Jahrgang erscheinende

Gießener Anzeiger

mit seinen drei in eigener Redaktion bearbeiteten und in eigenem Betriebe gedruckten regelmäßigen Beilagen

Gießener Familienblätter

der Unterhaltung und Belehrung dienend durch sorg­fältig ausgewählten, gediegenen literarischen Lesestoff

Heimat im Bild

der heimatlichen Landschaft, ihren besonderen Eigentüm­lichkeiten und ihrer Kultur in Bild und Wort gewidmet

Die Scholle

von Fachleuten und Kennern der Heimaterde für dieLand- wirtschaft und Gartenbau treibende Leserschaft bearbeitet

Für die Geschäftswelt, Behörde und Familie, für T3irt» schäft, Handel und Verkehr ist der Gießener Anzeiger

großen Ringen.

Siner unter wnß war nicht von der daS Hänschen, ein lieber, famc^er Kerl, den wir alle nrrchtdar gerne mochten und der schon fm

bet schönen und wertvollen Buntheit knet er AuS- leilur.g machen.

Bon ganz besonderem ÜScrt ist auch die Buch- auSstellung unter den, Motto .Das euro­päische Buch seit der Jrftnbung des Paper «'. daS bte SäL'llche Landes b ibliot he k. bekanntlich eine der größten Bibliotheken der Welt, aus ihren kostbarsten fcremptaren zu- farnmengtbellt hat. Hier hebt man die Ansär.ge und btt Blüte der mittelalterlichen Buchkunst ebenso in prächtiger Auswahl wie erldene ©tüde von Hand'christen. Frühdrucke von berühmten Prellen «Gutenberg. ©chöfser. Ko- b u r gt tX auch eine Auswahl geistesgeschlchll.ch bedeutsamer Berke. Zum Schluß eine einzig.- Zahl noch 3n einer der Hallen steht unkcheinbir cm Raummeter Papicrholz auf gestapelt Aber 8,4 -Millionen solcher Holzstöße sind 1926 in D-ut chlatid zu Papier ncnrtxn'.ct worden. Die Papierindustrie der 23Mt verbraucht jährlich rund 75 Millionen solcher Holzstöße ©Hit man nun die

Abteilung dar. Da gibt eS zunächst eine regel­rechte alte chinesi f che Papi er mach eres zu schauen, die auch von chinesischen Arbeitern bedient wird. Richt minder reichhaltig wie die chinesische Gruppe ist die japanische, die mit ihren unzähligen Papiersorten, ihren vielen Lampions, Lustschlangen usw. ein bunteS bewegtes Bill» gibt. DaS ZeitungSinstitut der Leip­ziger Universität zeigt die geschichtliche Sntwicflung der Zeitung von der geschriebenen Zeitung angcfangen biS zum ersten Flugblatt, den ersten Einblättern, den ersten Wochenschriften und moralifchen Wochenschriften biS zur heutigen Entwidlung. Siner reich angelegten Sammlung alter Gefchäf tSvapiere gegenüber liegt das Sonneberger Spiel warenmufeum. Sin Ta- petenzirnmer vereinigt die markantesten Schätze des Kasseler Tapetenmuseums, Hand- gedruckte und -gemalte Tapeten. Don alten ®c- heimschriflen berichtet die Abteilung, die daS Stenographische LandeSamt Sechsen zusammen- gestellt hat. Don besonderer Bedeutung dürfte auch eine große Spielkartensammlung sein, die die ältesten Spielkarten auS dem 15. Jahrhundert aufweist und fortlaufend die ganze Entwicklung der europäischen Spielkarte überhaupt in ausgesuchten Exemplaren dem Be­schauer vorführt. Erwähnt man noch, daß zwei Silhouettenzimmer einen Begriff von der Scherenkunst zeigen, das erste in Form eines Biedermeierzimmers, das zweite, das den gefchicht- Itchen Werdegang der Silhouette bringt, so kann man sich schon dnigermaben einen Begriff von

' i engen Hengst, der sogar dem langen Rolf zu schaffen machte. Orlando und Hänsa-en Götter! Ich sagte rundweg nein, aber er lieft nicht locker und so begab er sich denn schließlich wahrhaftig mit Orlando oder richtiger getagt. Orlando begab sich mit ihm tu den Wall». Wir folgten nach einem Dierlelstündchen und fanden folgendes Bill»: ba* Pferd weidete mit schleifenden Zügeln tn einer Kernen Wiese, HdnS- chen, auf vor Behulfarnkeit wreenften Zehen- spitzen. sch'ch sich heran, tn feiner Bedrängnis unsäglich töricht mit dem Hengste rebenb wie mit einem kleinen Kätzchen: .ei. der Hebe Wutzi' Ei. so komm dach'" Aber kaum war er auf

1926 in Deutschland verbrauchten 8.4 Millionen Raummeter lückenlos nebeneinander, so beherr­schen sie eine Fläche, die etwa viermal so groß ist. wie der berühmte Große ®arten in Dresden.

Heinrich Zerkaulen.

llebersteigerter Arbeitsschutz.

Jeder Staat und jede» Doll haben ein LebenS- inierdfe daran, daß die Arbeiter im weitesten Sinne des Wortes nicht nur für daS Sristenzrnini- mum arbeiten, sondern so viel verdienen, um sich ihr Leben behaglich zu machen und neben ihrer Tätigkeit auch noch Öeit genug haben, sich ihrer Familie und ihrer gdftigen Fortbildung zu wid­men. Der Gedanke der achtstündigen Ar­beit ist deshalb em erstrebenswertes Ziel, den auch keineswegs der Arbeitgeber bekämpft, da er von einem mit feinem Los zufriedenen Arbeit- nchmcr sehr viel größere Leistungen heraus- hol!. Rur, man darf daS Prinzip nicht über­steigern, sondern muh die Gebundenheiten alles menschlichen Leben- und die schwierige Lage, in der sich das deutsche Doll nach dem verlorenen Kriege befinbd, mit berücksichtigen. DaS scheint unS bei dem Arbeit-zeitnotgefetz nicht tn hinreichendem Maße geschehen zu fdn.

Der deutschvolksparteiliche Abgeordnete Hugo teilt jetzt dnen interessanten Fall mit. worin nach- gctoicien wird, daß der Schutz der Arbdt unter Umständen auch sehr stark gegen die Arbei- ter selbst auSschlagen kann. ES handdt sich um die Zeche Caroline bei Holzwickede, die sdt

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auch ganz unwahrscheinlich lange Der. M» poioc Frühjahr des Jcchreß 1914, wo man noch ahnungs­los feine Jugend genoß. Ich war damals von München an den Starnberger See binau-gezogen zum Entsetzen meiner Reiterfreunde bw »u faul waren für die 25 Kilometer Landstraße -aber schließlich tut man aus Passion doch allerhand. Und so standen sie denn pünktlich jeden Samstag vor ihren fluchenden GskadronSchefS und baten

Aus der provinzialhauptjtadt.

Gießen, den 30. Juni 1927.

Straßenbahn und Publikum.

Die Direktion der städtischenleffrl- zitä t-Werke schreibt un»

.Dte Rotiz tn der DienStag-Rummer brt Gte- ftener Anzeiger- über den .mangelhaften" Der- kehr der Straßenbahn vor der Aufführung der "Heunlen Sinfonie m der DokkShalle kann nicht unwidersprochen bldben.

Bei einem derartig stoßweisen Verkehr wie er am Montag kurz nach 16 Uhr einsetzte. hat die TUtfübnmg der Anhängewagen gar feinen 3toed. Eimnal find die Anhängewogen nicht fo beweglich wie die einzeln eingesetzten "Motorwagen. undzum andern Male hätte sich selbst bei Einsetzung der Anhängewagen nicht dne größere Zahl von Per­sonen zur DolkShalle befördern lafsen, al- die- tatsächlich geschehen konnte. ES mag zur Beruhi­gung der -ahlreiäxm Giehener beitragen, die am Diontag Nachmittag in mehr oder minder höf­licher Form den Schrei nach den Anhängern aui3- ftiehen. wobei der mlnderhöflichfte Schrei von den­jenigen auSgestohen wurde, die fonft nie alS Fahrgäste auf der Straßenbahn gesehen werden, dah beim Einsetzen der Anhänger nicht weniger alS vier Wagen dem momentanen Derkchc durch Ausfall als Standwagen am Bahnhof und tn der Schleife am SchützenhauS entzogen gewesen wären.' wozu noch zwei Anhänger kämen, die auf der Strecke Bahnhof-Marktplatz liefen. ES ist olfo Tatfache, daß bei dem du rchgef ährten Verkehr die Strecke Marktplah-Dolk-Halle, auf die eS doch im wefentlichen anlam. mit einem Wagen mehr bc- dient werden konnte, als dies bd Einsetzen der Anhänger möglich gewesen wäre.

Die in der kurzen Zeit von einer Stunde zur DolkShalle beförderte Zahl von fchätzung-toeife 1400 bi» 1600 Perfonen dürfte bei dem uns zur Verfügung stehenden Wagenmaterial die Höchst- Iriftung barftellen. Wenn die DollShalle innerhalb

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August 14 sehr heldenhaft fiel. Aber reiten war nicht ferne Lache, er war betrüblich talentlos, und in einem Pferde fah er dm mißliche und durchaus zu umgehende Kreatur. Er kam immer auf feinem Motorrad heraus, da- von unS tief verachtet und die .Stinkbombe" benannt wurde. War er abgelegen, fo zog er aus einer feiner rückwärtigen Hosentaschen ein dunkle- Gebilde heraus, dnem Schokolade:.erzen nicht mehr kehr ähnlich wahrscheinlich war er darauf gesellen das er mir mit zärtlichem Blick überreichte und daS ich auch augenblicklich, trotz feiner be­fremdenden Wärme und Wdchhen. verschlang.

Und dann wurde baß unglückliche Hänschen auf dnen Gaul gesetzt und von dem langen Rolf furchtbar chitaniert Seim Talenllosigkdt war aber auch aufreizend, er brachte eS fertig, von einem friedlich wandelnden Pferde mit einer Vehemenz kopfüber herabzuschiehen, bah unS Hören und Sehen verging. Und dabei wollte er es doch fo gerne lernen, um tn meinen kritischen Lugen ein bißchen eleganter dazustehen!

Er flehte mich eine* Tage- himmelhoch an. ihm mein zweite» Pferd zu leihen, Orlando, dnen wundervollem, aber sehr nervösen, sehr

Dezember 1925 berati Ne acht einhalbstündig - 3r- bdt-zer: unter Tage einsuhren mußte, weil he fönst sich nicht mehr rentierte Die Ar.>dl»bcdut- aungen find bori an sich rechr gür.-ng, gibt feine Hitze, kein Waller und auch keine I »Ligen beit Wer.er d.e Lusocute ih aber sehr gering unh eben deshalb wurde hie achtelnde l bst und! Ar

beitSzeit angeführt; mit Zustimmung der Belegschaft von ungefähr 10» Mann. Denn wnst hätte die Zeche stillgelegt werden müllen und für die Arbeite, v.gob sich die Rotwendigke.t sich andere Arddlsstäiten zu suchen mit sehr weitem Anmarschweg, wie hat die Beleg» schalt mehrerer umliege, den Zechen schon an eige­nen Leibe erlebt har. die 14 dis 15 enunb.-n täg­lich von Haute abmdenb find, nur um t i? acht Stunden arbdtm zu lönncr. Rach' n ÄrbrU»- jeltnotgelcb war ab<r selbst für die Zeche 3-1 roh ne die halbstündige Mehrarbeit nicht mehr möglich. Der Betriebsrat der 3edK hat sich an den ReichSarbdtSmtnister gewandt, um die ErlautanS

ebnen I» ddchieden wordai Cr hat dann eine erneute Ginge he an den Minister g.-ma®!. worin von einer großen Mißstimnnrng und Erbitterung m der gdamten Beieilchaf. gesprochen wird, die für die Erhaltung und Erist-rz ihre-- ramihen rriti'iUtf« au her Mehrarbeit berell ist. denn .Arbei tßlofenbrot ist Beltelbrvt. und Westfalenart verzichte! daraus und will Arbeit bebalten", fo lagt der Üe trieb« nr. in feiner Be­schwerde. DaS ArbeitSministernim wird ausdrück­lich veraniwvrtlich gemacht für da» Elend und die Armut, die tn den Bezirk etntieben werden, wenn die halbstündige freiwillige Medrarb» t nich- ge­nehmigt wird

Per Betrieb-r.it ist dann beim Minister per­sönlich gewesen und Herr Braun« hat dnen Aus­weg gefunden, indem er die Bergarbeit er- Gewerkschaften aller Richtungen ersuchte, dem Verlangen de» Betriebsrates entfpreck)enb eine achleinholbstünbige Mehrarbeit zu genehmigen. 5X1/ ist zunächst für die Dauer von fünf Wvck>ni auch gef ducben. Inzwischen hofft man. Me Zeche an du fornmunalifierte« ElektrizitötSwerl au verkaufen, da« dann mit dem Gelde der Steuer­zahler den Ausfall von einer halben Stunde zu decken haben wurde, solange bi s die neuen Arb - ten m der Zeche fertig geft-llt find die ein tabilität auch bd acht Stunden gewährleist en D.r Fall 'st thpifch als Beweis dafür, wohin die Ueberfpannung dne« Prinzips führt. E» gib: nun einmal Fälle, in denen Mehrarbeit ha« He ­uere Hebel ist. auch vom Standpunkt de» Ar­beiter» au», wie das hier ja aud» vorn Vdriebsrat ancrfannt ist. lind h'ir solche XI[ sen Möglichkeiten offen gehalten werden.

ST® lul: 2X5 .-lönlubtn, lm,. tfüro- enitott imb -H°'.«lkich ottl lau? can u. u werd, frti i- «b. a.l6t MV imL r Ärlcheid. ut erbolirn. net weinet lerwagrn ab.) blllia cb> Rodbklver .>3 11 w,

In bet großen Halle der Presse der soeben eröffmten sechsten Dresdener Jahresschau Da» Papier - ©eine Erzeugung und Verarbeit u n g" gibt e» einen ßddoal de» Derein» Deutscher Zeitung»verleget, in dem täg­lich die Ausgaben von rund 600 .'-^i>ungen Deutschland» und der Welt zu Iden sind. Be­rechnet man für Da» Einspannen einer leben dieser Zeitungen nur dm Minute, fo eigibi ftd) eine tägliche Arbeit ohne Pause von 10 Stunden, um allein diesen Üdefaal au b<»4<ncit Diese» Beispiel ist nicht umionft al» Auftakt für In eie «eine Betrachtung gewählt. Staunend und mit immer neuer Uebervaschung erkennt der Besuchet dieser Ausstellung, toa« sich unter diesem schein­bar so trockenen Wort .DaS Papier" verbirgt Diese Halle der Presse allein, in der auch unsere Zeitung vertreten ist. birgt Wunderwerke her Technik. Hier wird daS gelinge Gesicht der Leitung bargeftellt. «ich« 'n trockener Statistik, vielmehr in fdklnber. bildlicher Dar- fteiluna bei Vereins Deutscher Zeitung»verleger oder auch vom Verein Deutscher Papierfabri- fanten. der die Darstellung der wirtschaft­lichen Bedeutung der Zeitung über­nommen hat Da sieht man, beifpiclSweife ein Modell deS Völlerschtachidenkmal« zu Leipzig, da» vom Fundament au» geredm« «n«j inhalt von rund 180 000 Kubikmetern besitzt- Setzt man diese Größe gleich ein» und nimmt da» Gewicht dne» Kubikmeter« Pa^^ burch'chniN- llch mit 900 Kilo an. fo beträgt Ne jäfttW^Oro- duktion an Papier tn Deutschland Nfachc. m Europa da» 37fache. in der Well da« 90sache de» Denkmalinbalte». Diese« Gröhenverhällni» wird nun durch die um baß Modell berumgefteilten Papierrollen erkenntlich Ober man hört da» fchwerc Poltern unb Rollen bet alten Papier- müHc in bet Arbeiter tn bet kleidsam en Tracht bet bamallgcn Zeit ba» Bütten fehlen, unb kann im Gegensatz bazu auf einer breiten Tribüne den Werdegang der P a pi e r ve r a r bei- tunq vorn Holzstarnm bi» zur Zei- t u n g an einer riesigen Langsiebpapiermajch.ne flubiercn Es ist baß Verdienst beß Direktors Sarlwalter ©traßhausen. die Ausstll- luna angelegt unb organisatorisch burchgesühn Au haben. ___

Die Dielfeiligkeit be» zur Darstellung ge­brachten GegcnstanbeS sieht man aber auch an ©onberausslellungen etwa trr Reich » post unb ber Reichsbahn, bie bdspiclSwdse dn schöne« Beispiel ausgestellt hat unter bem Motto .Da» Papier al» Spürhund". Da sährt ein Reisender in die Well hinan», aber an irgend­einem Knotenpunkt fährt er link» unb fdn Ge­päck rechts weiter. Der Laufzettd wird nach- gesanbt unb man kann verfolgen, wie endlich der Reisende mit seinem Gepäckstück wieder zufarnmen- kommi. Ein Musterbetrieb der ReichSdrucke- ret zeigt die Herstellung von Wasserzeichen unb weiht in blc Gehdmnisse dieser Drucker« dn. auf ble DeutfkPand stolz fdn barf.

Wa» au» Papier birckt ober indirekt her- gestellt wirb, beweisen bie ridigen Hallen bet Kartonnagen-Industrie, wo man die verschieden­sten Arten der "Verpackung wie Zigaretten unb ©chokolabe. bie taufenb Mobelle von Koffern unb Schachteln, alles in ber Herstellung, selben kann. Ueberhaupt muß an biefer Stelle gesagt fdn. baß e» zum Prinzip ber Dcesbner Jahresschau- auSstellung von icher gehörte, ben jeweiligen Ausstellungsgegenstanb nicht einfach hinzustellen. Laien wie Fachmann soll vielmehr bet Ar­beitsvorgang nahegebracht werben. So be- sinbet man sich im Hanptteil der Ausstellung denn auch in einer einzigen riesengroßen Werkstatt, in ber runb 600 Arbeiter bauemb die Maschinen bedienen. Daß bie Reklamdach- leute hier ein besonderes Wort zu sagen haben, versteht sich von selbst. Sine neuartige Idee, au» «nein "Skttbetocrb hervorgegangen, zdgt ba» rotierenbe laufenbe Band, «ne neueste Re- Hamcibcc von unmittelbarer Wirkung.

Aber neben ben vielen nützlichen Dingen zeigt sich baß Papier selbstverständlich auch von seiner buntesten Seite. Typische Dekorationstelle unb Requisit» werben auf bem Theater mit Hilfe von Papier unb Pappe In Verwendung mit Stärfc- lldster ober Leim zu knochenhartem Material verarbeitet. Man sieht bie zwd grundsätzlichen Art«! der Technik, ba» Hanbkafchee unb baß

GraS. unb so war bie unberührte Schönheit unsrer Tafel balb dahin. Ich werbe nie meinen Todes- schrecken vergessen, al» Bernds schwarze Stute mit ein» in aller Seelenruhe über unter Picknick marschierte adieu. Meißner Service! Aber sie hob die zierlichen Hufe fo vorsichtig tote eine Eiertänzerin bie Füßchen, unb alles blieb heil. Doch bie Hunbemeute. bie ihr Beginnen reizend fanb, mußte natürlich fiäffenb hinterher segeln, unb so löste sich unser zierliche» Watteausches Bilb in ein unbeschreibliches- Durcheinanber auf. Ich höre noch immer ben guten Hins-Joachim, in besten Schoß sich bie Kanne mit dem beihen Kaffee entleerte! Aber fo waS focht uns weiter nicht an.

Rach ber Fütterung ging » in ben Sprung­garten. ben ich mir selbst angelegt hatte, und in bem bie raffiniertesten Hinberniste zum Training für Roh unb Mann aufgebaut waren. Der lange Rolf, ein wirkliches hippstches Genie, über­nahm baß Kommando, unb auch mir flog manche hütSche .Reitbahnblüte" an ben Kopf, honni seit.

Aber wenn bas Wetter fo recht schön war unb eine mondhelle Rocht bevorstand. bann stahlen wir aus ber Vorratskammer. was wir nur er­reichen konnten, packten uns alle Dolchen voll unb ritten in schlankem Trab unter klingendem Hunbegebelle zum Ort hinaus, um untere geliebte Lauterbacher Mühle an ben Oftcrleen beimzu- suchen. Durch Tutzing ging'S hindurch mit dröhnenden Rufen, vorbei am efeuuntftrennen«! Schloh Vemried. bas zwischen feinen alten Wipfeln mit beglänztem Giebel auf ben See hinaus träumte Unvergeßlich waren diese Ritte durch ben abendlichen Rebelhauch ber Wiesen, durch das beruhigende Rauschen von Wasier unb Schilf. Selbst wir laute Bande wurden still und fühlten unsere Herzen warm werden vor Liebe tu der deutschen Erde.

WaS für ein altmodischer Titel! Es Ist aber rehrscheinlich lange ber. bas holbe ahreß 1914. wo man noch ahnungs-

Aber wenn bann enblich die alte Mühle und die schönen tiefen Wälder von Lauterbach vor unS lagen, bann war- vorbei mit ber Elegie unb wir stimmten mehr herzlich al- ftinrnrreln baß klastische Lied an:

.Z Lauterbach Han i mein Strumpf Derlor'n. f Strumpf verlor'n. Ohne S!rümpf geh i not hoam:

So fld>' i hulr tot ober z' Lauterbach, z' Lauterbach, Such- mir mein' Strumpf zu bem oan."

Daß war baß Signal! Aus allen Tüven ber Mühle stürzten Win unb WiNin, Hüterbub. "Müllerbursch unb Roßkneck^ Seppi her au-, beim wir waren sehr behebt hier .Kimm! - nur grab «ni!" Und bald schallte bie kleine WrNSstube wider von unserer jungen Fröhlichkeit.

Ratürlich tanzten wir nachher auf ber Wiese toobei ich alß einzige Dame sehr strapazten wurde, denn auch mdn spezieller Freund. lieh es sich nicht nehmen, mich zu diesen Ländlern zu engagieren, wozu er sich alß Vorbereitung die Hände am Holniooben abwischte. Unsere Z«h- harmrnika. treu der Wirtin meisterhaft gespielt, flong freundlich durch die warme FrühlingSnachl.

Und dann ritten wir heim, untern Mond, der wie eine goUrer.c Frucht im blauen Rächt- Himmel hing. Derlei zog die Okarina au- der Tasche und blieS, wir liehen unsere Pferde am langen Zügel gehen unb genossen schweigend den Zauber der Stunde ach Reiterglück, du un­wahrscheinlich fernes' .Schicksal kam und Welt­gericht. fdt torr so fröhlich waren."

Und von meinen guten Kameraden jener Taae ist keiner mehr heingekonnnen «- bem

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