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!Tr. 124 3ro?ite$ Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessetsi Montag, 30. Mai (027

SojiaiOemoiratie und Staat.

Herr Hilserbiog. tr.il bei en soll! ' <m ..eferal der fezialltemokratckb« Pan< ig fernen Abschluß färb, tot 'einen Lu' der tx < Ldeore liier so^ialift'cher Dirtfchalt»aulfattu.nge t. de, bestätigt D.c 2rl wir er bi< ^rvnb^uge tter AachkrtkgsÖkonomic cti Ubigang tei'.er .a* ,ungen über die poltt sch« Lage ur> t .e fieber ein« Partei entwidc :e i'l auch tur den l< 'e>^ >« pcl hlt« ®ea et HUterding- tft ZLcbtng* !barmen bei I.Mneteni Zu'e.en au- feine glän- senden Oebukrienen nicht bar b r h wegtäuschen. ab Ile eben nur Theort« Vmt unb an der Llnfä.a''.»prart- vvibef-telen. W r lehen darum such In ihnen nicht den eigentlichen Kern bet LuBführungen i/l!rrbma* unb w Ittn die Qlu** rtnanberleHung über 'eine WlrrfLaststhcvri, w\i d« den Männern bet Wirtschaft telbft über- lassen.

Bon entscheidender Bedeutung scheint un» ab« bat. was Htlserbing über bie Lreilung b« Co»lalbrmoftart< zum Staat gesagt bat Al» «sreuitch bürten wir »unächst lest«eilen, bah Htlserbing mit all« Schärt« gegen bie De- ßreönngen innerhalb seiner Pan«, aufgerreien Ift, bl« dem Staat unb feinen Organen gegenüber wieder anmtfätzllch 0 p Position machen unb damit einen Ausfall In die Methoden der Dor- MmImIi vollziehen wollten Damit ist ure man vohl feiisiellei' darf, der Innere Druck im beut» 'chen Dolle, der lonft unvermeiblich gewesen märt, vermieden Dir brauchen wohl kaum darzulegen wie verhbnanisvoll sich eine andere Stellung- nähme der So.ialttemokran« aus da» Staatsganze au»aewlrkt hätte scheint dah auch Herr Htlserdina. der immer noch an der Klassen kampf- r d al» einer der Oyconentrn de»

linken Flügel» sein« Partei gilt, au» den Qr« sahrungen der jüngsten Geschichte gelernt Hai.

Mit alledem ist über untere Stellung zur Sozialdemokratischen Partei natürlich noch nicht» gesagt. 3 n»be< du bene tft ihre Koalition-- f 4 6 l a f 111 damit noch ketnesweg» beurteilt. Dir gaben ja fiel» auf dem Standpunkt ge­standen. dach keiner Partei, bie ben Willen xur Erhaltung und Förderung bei Staate» zeigt, der Weg dazu grundsätzlich »«baut w«den bad. J» Tft im Reich auch einmal b« D«such gemacht worben, blden Grundsatz prokt sch zu betätigen. Damal» ab«. Im H<-rd't 1923. tft dir Grofie Koalition an der So-iialdem-kratte selbst gescheitert, da H.rr Hil'« lng unb Irin« Anhang« da» Einschreiten de» ,\adK< gegen bie staatgzerslbrenben Elemente in Sachsen unb Thüringen bekämpften unb nicht mit ihrem Damen decken wollten. Unb In bl dem Punkte Ift leib« brr Wandet der 2Ui$d>auiingcn. auf ben die Befürworter bet Großen Koalition von Jahr zu Jahr aehvsft hatten, bei b« v. P D. noch Imm« nicht eingetreien 3m Gegenteil, «roh de» ziemlich offenen ÄoaltHon»angebotT». das Hilf «ding in seinem Ad«at an da- .Zentrum und die Demokraten richtete. bleibt sein 2u»- gang»punkt stet» b« Klassenkamps, t« sich mit dem Degdff bet Demokratie genau so wenig txrträat. wie etwa bie Diktatur. Solange die Sozialdemokratie nicht auf die» Reouiftt eln« längst »«gangenen Epoche in ihrem Partesleb-n verAichtet. ist an eine sruchtbare unb dauernde Zusammenarbeit web« im ParlMnent noch In

-b« Argierung mit ihr zu benfen

Solange bleibt auch der reichlich ansoruch»oalle 6o| Htiferbing» unwahr, bah die teoyalbcmoftaht beute ein unentbehdicher Bestandteil de» Staate» sei. ie axirr Im verlaufe der parlamentarifchen Entwick­lung brr Nachkneaezrit. bie ben Parteien, sollte über­haupt Dofitipe Zlroeit geleistet werden, ein meigeltal- nge» Äoalltionsfqftein aufnbtigte. benfbor gewesen, dah bie Soziaibemokratie zu einem unentbehrlichen jaflor Im politischen Leben Deutschianb» gewor- ben wäre. Selbst roenn sie einmal, wie jetzt im Xdchr nun schon leit Jahren, nicht tetlgrbabt hätte in der Keglerungeveraniwortung, so hatte sie doch mch In der Opposition Kügliche» für da» Staat».

Gberhessische Gesellfchaft für Natur- und Heilfunde. Jn der letzten Sitzung b« Oberhessi- fchen Gesellschaft für Hatur- unb Heilkunde berichtete Professor Dr. Ä ü fi «r in «in« zweiten kurzen Mitteilung üb« Dital- tärbungen mit Phthaleinen. die « neu «ding» ba^/i verwendet bau um über die Größenordnung ber WaFerstoftionenfonzentration m 3nnem einer lebende:», unverletzten Pslanzen- rfle. nicht im «Ggeprehten Sa' erhalten. Gr lieh zu freiem Zwecke durch Diffusion ungiftige Farbstoffe in bie Pflanzen.zellcn etn- dringen. und zwar fogenannre 3nbefatorcn. die, vie Bromphenvlbiau. Phenr4rvt unb Ehlorphe- ivlrot bei dnrm jeweils für sie charakteristischen leerte ber IDaff«ftoffio :>cn?oi 1^*111 ratt* n (beS däuregrabe»! einen fo: dioeck/e! erfahren. Pit Deduche gaben nach einem Ging ade! U7ig»oedal>- :cn eilten dem Umschlag»punkte des Ehlorphenol» TvteS entfprechenfrm Wasterstoft«Ponente. 1 von rtwa 4,5. der freilich noch mit dem aHcrMnat inbefanntcn Salz- unb Eiweihfehter behaftet ist, nbeffen in groher Rühe der angegebenen Zahl iegen büdtt.

Pa nauf machte Professor Dr U l l e r eine 'uty Mitteilung au» dem Gebiet« bet thev- :ritschen Physik üb« dir Signal geschwin - digkrlt nach ber Elektron en tdevrl«.

3m Anschluh h «an Helt Pro'esfor Pr Mel- l«n einen durch Vorführung von Proicknonen nb Deduchen belebten Dortrag über bie F 0 r - n«n des kohlens auren Kalke». D.es« 'ornmt in b« TUtur in zwei kriftallographifch tetf<fciet»encn Mobifikationen vor überwiegend il» Kalkspat od« ® a Icl L heragonal ftiftal- isierrnd. selten« al» 2 r a a 0 n i t. de. rhomdisich: .tdftaüc bildet 3m Gegensatz zu Aragonit tritt t-aldt al» gesteinsbckdende» Min«al auf und HCbet ben Baustein ganz« Ged rgs^üge. wie im Jura ob« an den Kra.drtc?en auf der 3nfek ^ügen ui beobachten Ift AI» Mftefal fow-e. in Geftalt de- Marmors, in ber Bildhauerei fin'el er seit ben ältesten Zeiten bevvrzuate Berwen- kung. und schon aus vorgefchich:! .ch?r Zeit ift ein Bildwerk au» Metern Material bekannt. Zur Gewinnung von Baukalk wirb da- Brennen de- bhlrnsouren Kalke» schon seit 50bD bis 6030 wahren au-geübt. 3n bdonber» schönen unb xrvhen Kristallen bildet der Gal eit da» al# Kalkspat bcfcnn.c unb geschätzte Material, da» <I» isländisch« Doppels pat edt spät Be» cchtung gefunden bat. dann ab« infolge sein«

gan»t In firn können, c-.e Hütte sich bann

«f»n nach ber Kevotunr-. ihrer : cn bemüht merben. V. h. he hätte sich m ihrem Denke- and Hendeln zu einer d t _ t1 db e n Partei um» gestalten me- en tn ber btt ^ntrrff«m bei Bo* :tricn?<» nicht iött^ahr«k hinter den 9«tn:aier» dien hätten jur-^fteben mufim Der ffitCr 5um rk)_! _vr -7. fttB ?.«'<." *' -t: . fb !- .

rnticht.ehungen «um Su»druck [neun:. entsprnLt -»cht staawpot ti chen Erw gungen. fonbrrr. :e^igi,ch Jem «ach, willen einer Partei btr sich nach me vor al» reine ftlafler.pann »üblt unb un. ntwegt ben Klassenka.npl propagiert. Da» hat za

«ich erst vor noi) nicht zwei 91 »aalen bte ablebruna be» Ke»ch»hau»h-itl» 5 rch tnt ozuttdemo. kratsche yrih an bewiesen So tft flcat>ji; baLcnb« H**eit nicht zu k-.ftrn. Die führendem Kap « b« 8. P. D. tnüfien sich flor Mrüter sein, bosi ber Der- laut be» joztalbemokrötlichen Parteitage» bei den Parteien, bw »ür eine Se ner jnfl»t'-R>:r.a mii ber cojMSwnofraiie vielleicht tn grace kamen, mtr Me Tenbenzen gegen etn ^immenirteiien mtt der L'tnten oedlädf ha'. Benn Me lopalden-okrotische Kelch»tog»fraktwn nicht tn ber 9ran» con bet Throne be» Panei wpe» ab rück», dann werd sie m absehbar« .Seil mtht auf Brtdfigunp an ber Me* gierung»gewall rechnen fönnen

Iw schenLondonundGens

von unserem 0. L.-Bedchtedtatter.

Part». Snbe 9lai 1927.

(Baiau einen Monat nach bem Ifonboner Besuch be» französischen Präsidenten unb Bnanb» wird in <Benf om 13.3um ber Bölferbunb&rat eröffnet, ber erneut ben engltfchen unb ben französischen ckutzen* Minister tu ja m men fuhrt. bte»mal aber in Segen* wart jr Slrefemann». Bi» zu bkfem Öeltpunft müssen eine Keihe von hochdebeutfamen Jerbanblungen, bie noch von ber l*onbon<r 3u|am* menfunft stark beeinflußt smb. in ein entldjeli-enbe» Stadium getreten sein. Un» Deutsche inter< (fiert von diesen Fragen bte Schleifung der deutschen Oft* leftungen, die Herabsetzung der Kheinlanbbesatzung. ber Wiederbeginn ber brutsch*französischen Wirt­schaft» Verhandlungen unb nicht zuletzt ba» verhält* ni» Somietnjftlonb» zu Westeuropa. Alle diese Fragen stehen unter einem unaünjtlaen Stern unb bergen noch manchen emsien Konflikt­stoff. Ueber bie Kontrolle ber «chleifuna». arbeiten an ber brutschen vslgrenzr gehen schon seit Wochen Verhandlungen hm unb her, ohne cm (fr* flfbm» zu zeitiaen. S» Hl fest zustellen, basi den Franzosen selbst bie Kontrollfrage recht gleich­gültig war und bah sie sich sicher mit einer for* mellen Mitteilung dcr Ne,ch»regierung über die Beendigung der arbeiten begnügt hotten, wenn sie durch bie auhcrorbentlich lebhafte Propaganda, bie die Polen in dieser Froae entwickeln, nictzt bereit» setzt 0 ufaehetzt worben wären. iE» Ist beinahe ou»gefchlosien. dasi man sich jetzt mit bem In 8u»ftd)t gestellten Berichte be» Senerote v. Pawel» Aufheben gibt Bel ber Unwahrscheinlichkeit einer Henberuna ber brutschen Hattunq ist bamit zu rech­nen. basi Der Völkerbund mit der Aufgabe ber Kontrolle beschäftigt werben wirb. In bleiern Falle bürste Dr. Stresemann im Bölferbunberol selbst mltzureben hoben, wo er oQrrbinge voraursichtllch überstimmt werben wird.

vorläufig Ist bie befriebigenbe Lösung ber Festung»sroge bie Bedingung, von ber Brianb bie Verminderung ber Khetnlanbbesotzung ab«

,g machen will. Allem Anschein nach hat er sich hierbei England» versichert, ba» In (einer augen­blicklichen Vage Frankreich auf dem fjeftlanbe freie Hand zu lassen scheint. Diele Schwäche In ber Hol- tung England», ba» doch heute keinerlei Interrsir mehr an ber Fortbauer der Besatzung hat. hat Frankreichs Prestige mäd>tia gesteigert. Frankreich ift augenblicklich Deutschland gegenüber sehr viel harter, al» in ben Tagen von Locarno. Bnanb kann e» ohne außenpolitische Bedenken wagen, unter ständiger Berufung aus die ablehnende Hal- tung seiner Mlnlsterkollrgen die deuksch-sranzösilche Verständigungspolitik durch Hlnauszögern jeder

aufsälligen optischen Eigenschaften für fre Physik von unitänbarem Werte geworfr-n tft. Uegt man ein KaMpatrhomdoed«. wie e- bet Dortragenfr? In schönen Gremplaren vortühren fcnmte. auf vchnfmü« und sietrachl« man dies« durch den Kristall hinfrurch. so erscheinen sie doppelt Unter kurz« Peutung der 6d<t>rinunq d« Doppel­brechung wurden einige erläuternde Projektionen norgefüort. bie ba» Berhalten optisch «in- unb Aweuichliger Kristall« im poiarifirrten Licht et- tennen liefjen. vor allem auf» Siglen, wie Lalcik unb Aragonit buoch optische Analtzs« unterschieben werben tonnen

Die chemische Zusammensetzung de» kohlensauren Kalke» Ist zu Beginn de- IS Jahr­hundert- edodcht worden. Pah auch der Arago­nit au» kohlensaurem Kall besteh«, lehrte zuerst bet berühmte Mineralchmnll« Klaproth (17S8i. tter mit dies« Feststellung in b« Wissen­schaft ein gewisse» Aussehen erregte da bet Be- hrnb ün Widerspruch zu der bi» dahin ver­tretenen Lehre H a u y » stand, bah jeder chemi­schen Substanz nur ein« Kristallform Autommc Klaproth ift Io mit Haut) zum Gntdeck« ber Dimorph-.« geworben, nachdem bid« feftyftetll barte, dah beide Mineralten. die man nicht leben miteinander verwechselt hatte, in durchaus verschiedenen Formen auf treten, bie nicht- mit­einander gern em haben Zwar 'achte dcr Dllter- flanb argen Klaproth» neu« Ausfällung zunächst einen Au»weg in dem Hinwei» auf einen Gehalt de» Dragomle» an ötrontiumfarbonat doch konn­ten bald Analysen von ganz ftttmti um freien Ara- gomten beigebracht werden, so bah die Tatsache der Pimorphi« de» kohlensauren Kalke- nunmehr unbestritten blieb.

Der Dorkragende hat rein chemische Reak­tionen ausgefunden, durch bte «ine leichte unb schnell« llntersch.-dung beider Sinnen de» Le'* ciumcardonate- möglich ist. ohne bah men sich dazu in immerhin u nstündlicher Weise dc- Po- larifatton»nnkro>!vpe» zu bebtenen braucht. Kocht man. tme « vortührte. eine mit Aragonit ver­letzte 6 obaltmtralläfung auf und filtriert den min«alt'chen Rückstand ab. so zeigt « sich start lila Dedärbt. während Kalllpat diese Iber Ände­rung nicht, ob« doch «ft nach wesentlich längerer Behandlung, zeigt. Per Aragonit erweist sich allo al» bie chemisch reaktton»sähigere Form, indem et mit den Dodaltialzen leucht basische Cobaltkarbonate von wechielnd« Zusammensetzung bildet. 3n ähnlicher 'Seite wirtt « allein merk­lich auf Ferrolalzlölangen «in (z. B Sisenoitriol j. wobei « sich frintelarün fürcht, während der Kalk­spat bei gleich« Behandlung hell bleibt. Dies«

Smjcheidung zu laboi tren Dadei braucht an Sn* ants rrnftlurxn Fnetzen»absichtev ntCbi rtnmcl ge* zwetfett |u exrbcn

Pi« fr-Nch-frcn«»fi»che Bentantzigur..»pmink be* bürfte etnri teanicsiie-en Politik«», tzer sich auch a e » « e n ben Sillen der Marche:: be» tUbvrctt» durchzu* setzen nedtä.-ch« i)t«yj ii Bnanb durch fcir nn<r* potit'lchen ?- bed: 27.de n cht mehr n der La^r wnl ftche Fuhlungnad:ne mit den verontworttich. - brüt* lchen Persönlichkeiten tut ihm br , enb not nur lieal btt Bfur <Jitur.fi nahe dasi die von ihn, zu flfbenbrn Sedptfü' rern -uch tzietmal e;< fchp- 0 oft, noch Iftn« r 'X ckkehr vergessen teerten. Stern nicht alle» trügt fo hat man sich in London bereit» über eine Herat"eyung ber Tr. ppen Lin 510 0» -Rann geemlgi. um un» brn Sind au» ben Legetn }u nehmen. Da wirb m grofier Ueber* rebunertunft 6trr|emnnn» m Gens bthuden. um eine Smne»änberung Srtanb» burchz^'.^f-

Nrcht trübe steh, e» auch um die deutsch. IranzSslschen » l r t s ch 0 s t » 0 e r h a n b - lingen. Der vernnigten ßron ber Ct^rlen die im Begriffe heben, tmt Frankreich neue Handel»- »ertrüge abzuschtlesten unb bem Druck brr t Ifenl- l'chrn Bfeinung b« Genfer »ettwirtschoft,kanfe* rrnz Ist e» gelungen, fast bie Hälfte ber »rar. . .chen Kammer von ber Unannehmbarkeit ber Tanfi.or* ' * »stschen Kerne

Uber werben die neuen. Umana $um benmr.enben Berhandlunfien üb« bie Tarife wesentlich neue Unterlagen beschaffen ober wird c» im graften unb ganzen beim Bltrn bleiben* Dpllmiemu» wäre un- angebracht.

Bla» ba» Berhältni» Eowjetrutz- land» zu Westeuropa anlangt, so ist e» immerhin auffällig, da ft Herr Tschitscherin tn Pari» verbandelt, wahrend England die Begebungen ju Mufjlanb abbrijrt Chamberlain unb Brianb b-iben der nifsischen Frage In London wohl befonbere "luf* merkfamkelt armibmet. Wa » bedeutet Tfchi * tfcherin» Besuch? Dill er bie Bebeutung ber Ltenboner Belprechungen zu seinen Gunsten ab* schwächen ober bat ihm Herr Bnanb lagen lasten, doh er zu ein« Bussprache bereit sei. ba er sich die Hände In Uonbon nicht gebunden hätte? In Pariser finanzpolitischen Kreisen oerft'richt man sich allerlei von regen französisch-russischen ttanbel»- beziehungen unb nach einer politischen Sbktchlung fiebt ba» französisch-russische Berhälmi» zur etunbe nicht aue. nachdem man sich seit einiger Zeit lang, sorn aber um so sicherer zu verständigen scheint

Auch Amerika gegenüber fühlt Frankreich sich freier. Der kühne Ozeanslug Lindbergh» trügt sicher zur Festigung ber franko amerikanijchen Freundschaft bei. ba seine ftaatenoerblnbenbe Be* beutura für da» sportbeaelsterte Amerika nicht untcrlrf'äp.t werben bart. Die Amerikaner werden den Parisern Linbbergy» Empfang nicht so bald vergesten.

Briand kam mit einer «stärkten enaltsch-sran- zösischen Freundschaft au» London zurück, er wird nach Genf noch viel unabhängiger geben. Das ift kein gute» Omen für die deutsch französischen Ber* Handlungen, denn | e besser es den Fran- »osen geht, u m so schlechter ist mit ihnen 8 reden.

Unser Hande! mit Polen.

Mit bem Beginn einer saft vlerwächent- llctxn 2rbett»paute be» Reichstag- gewinnt bte Oefsentltchkett Muhe, sich auch etwas mehr mit Fragen zu befdbäftlaen, bte bt-her durch allge- mein pelitische Erwägungen In ben Hintergrund geb rängt worben sind. Pabln gehört auch unter Hand.lsverk,2ft:iis mit P^len 2- ist eine seit* tarne Erscheinung, dah Deutschland seit tem r<:ge da es vor über zwei Jahren seine Freiheit In bezug auf den Abschluß von Handelsverträgen wieder erlangt hat. zwar eine ganze R ihe von wichtigen und wertvollen Handelsverträgen ab- zuschttehen In ber Lage gewesin ift, aber mit seinen beiden Rachbarn im Westen und L> sie n noch nicht zu einem befriedigenden Der-

Verschiedenheit de» Verhaltens beider formen lüft! sich au» der etwa» gröberen Ld-lichkett des AragcniteS, tter bei nieder« Temperatur unbe- ftänb;g«cn form, beuten. Hebet fre Ent­stehung de» fof>lcnfauren Kalkes c.uS Völimgcn des Cd3[ciumfrcacbonale», die beim örhitjen tn kvhlensauren Kalk und .Kohlensäure zedallen, stellte zuerst Rose eingebmfr.T Untersuchungen an, wobei « aus heisten Lösungen Aragonft, au- langsam sich zedeyenden kalten Lösungen (Saldi «hielt Dementsprechend findet sich Aragonit in bet Ra kur häufig al» Absatz aus warmen Quellen.

Eine Modtll.kation, Me man in der Ratur nicht antrifft, leicht aber auf künstlichem Wege erhalten kann, bildet sich, wenn man konzentrierte Lösungen von Ealdumchlorid unb KaliumcarbonLt miteinander vereinigt tnobd zunächst eine stecke Dallerte entsteht, die 'chltehlich zur Bildung von krtftalltnem Gal dum Karbonat sührt Diese zuerst von Tater studierte, barm eingehendrr von Weiaen urrtertuchte und al» B a t e r 11 beyta> nete <yorm stellt nun eine we-teve Modifikalion neben dem Haidt und Aragonit dar. wie cu6 t« optifchen Untersuchung unb au» bem spezifischen Gewicht b« Kristollmas'e hervorgeht Piefe z Igt bei Au-^ührung b« Meigenschen Reaktion das Derhaltcn de- Aragonites, ltzcht also offenbar zwischen Aragonit unb Laldt. in den der Darerit sich leicht uni« Erhöhung feine» spezifischen Ge­wichte» umlagert

Wertere formen be» kohlen'auren Kalke» sind von anderen Forschern beschrieben worbm. insbesondere von amerikanischer 3eüi. 3Hr: An­gaben liehen sich ab« nicht bestätigen Pie Unter­suchung der ÄriftoÜftruhuren mtttel- der Rönt­genstrahlen Hal schlietzl.ch «geben, dah au')« ben Kristallgrtt« des dal eite» unb bti Aragonites nur noch eine besondere form in Gestatt be» Dateriles besteht, d? '?n SÄständigk it also auf­recht erhalten werden konnte.

Mittel» eine» von der Firma Leih zur Be- fügunq gestellten neuen Projektionsapparate» formte eine grobe Anzahl von Dünnschliffen non Kalllpat. Marmor Kreide, Kvrallerckatt u'w teils in natürlichem, teil» in polarisiertem Lichte vor- geführt werden.

3um Vchluh lenkt« t*r Vortragende an Hand «in« reichen und schönen C^xzul ammlunfl die Aufmerllamkeil bet Zuhör« auf das Bortvmmen des fohlen«auren Kalke» in der belebten Ratur, als Gerüstbau stock in pflanzlichen und kieri'chen Skeletten. Er kommt darin sowohl als Kalkspat wie auch al» Aragonft vor Mit Hilfe ber che­mischen Methode konnte nachgewteten tnerben. dah ber Kall «inet Koralle au» Aragonit bestand.

hältnis gelangt ift Jn Frankreich bert.ini sich vielleicht poftn'chr ^twtcklung«, vor bie un» bte Dlbgltchkeft bd etet 2!^efitten vielleicht üi nicht zu ferner Zukunft e b"nen 3n der Ge- Senwart lieh: e- tDettig edrcultj) au» Ungleich ungünstiger steht e» noch mu Polen

Wir wosen in diesem 3uterr-icnbar.fi gantz nnr. dem .1.gen e n rrtl urfgu ck.ichen Zustande leben, ber h t> tn der 2*euftun.-<n z: *. en be den Ländern, sicher!.ch n-.^t k»u:^ Schuld Deutschland», herausgeb-ldet hat Wir .rollen -tenz ruhig unb nüchtern erwägen wie tetr ur.» »- '--erbälten haben werden nenn einmal fre Zeit für vernünftiae Berbandlurgen über dte Regelung unsere» Handel» mu P len unb in- ge r rt gek. mmen tft

Für un» Heben dabei zwei Punkte Un Dor» dergrunh Bon polnischer Sette wird ve:!a:gt. dah Deutschland etn lehr starke» Kon­tingent lebender Schweine unb ci.it unbearenzte Menge »er. Schweine- fleisch für die Wurst- unb Konserper.Uidu'irte vj ntebrijen Zollsazen oder zc-llsre. heretn- l ä ft l. Dieses polnische Bert-n en telrb auch ba» must offen einjeftanben werden, von et-er, nicht gertngen Lei! der deutschen Verbrauche r felbft befürwortet unb zwar in erster Linie ron ber Arbiters aft In den 3nbuftr e. - t;l r hie da» kegre f.iche Vergangen hat. mög.ichst bd ;e Rahrurgsrnttte! laufen vj tbnnen. Demgegenüber stehen hie 3ntcreffen unterer Vanb- w i r I s ch af t Es ist unbestreitbar, ba*' * b. n augenblicklich tn P.len Kens enden Lerhäi. il- frn Me Schweineprodukt.on '< ir erheb. 1 . il- llger al» in Deutschland Icaxd .eilig, .er­ben kann, vielleicht logar um die Hälfte biL -.er als bei un». Wenn nun ber polnischen Kon­kurrenz Me Lore weit geöffnet werkxn. honn t dakurch ui*' er v. a»

den. der ni^)t wieder gutzuma^en ist ib.Ur Bestreben muh dahin geben. Me Uanbwinte alt aus einen so gefunden Fuh zu bringen, bah sie imstande ift, unsere Bevdl.'erung fe.b't zu e: näh­ren. Davon sind wir heute uxtler entfernt fr n je, nicht zuletzt durch die Zuftännbe, b e sich untre ter Herrschaft be» 2kda,llcr Pthaic» herauo* «ebilbcl haben. S- mufi auch schon eine 5. r- berung ber landwirtschaftlichen 3ntere (en un angebeuleten Sinne gcsorber» werden, u e:l nur dadurch bte Kaufkraft be» beurfchen Volle» 1c.oft, also auch ber Onbufttlearbetlet. gehoben werden kann. Vor allen Pingen aber kommt tn F.ag*. bah wie turch eine fidnbtge Einfuhr von R. <n* mengen von Vebentmuteln jeb« Art nie im-

en bie Lasten zu l uns nun einmal burch ba» Dawe^abkominen unb bie Repgrattonskosten aufcrlcgt find. Eine ge­sunde Lanbwtrtschast ist bie V.rebln- iiung für bas Gebethen eine» Dolkrs überhaupt. Unb infolgebeffen muh ber an sich begreifliche Wunsch eine» Bolkoleile» nach blllgen Fleifchwaren für eine Weile AurürfgcfteUt werden, dl» e» durch zweckmähige Matznahmcn gelingt, genügend Lebens- mittel Im eigenen Lande zu produzieren, um ba» Ball au billigen Preisen versorgen und u 0 in . Ausland unabhängig machen tu können. Wenn man also davon spricht, dah ein Kontingent von ungefähr 1000 lebenden Schweinen In der Woche und unbegrenzte Mengen von Lchwelnell. "ch für di« Wurstfabriken zollfrei herelnkoinrnen dürfen, dann (chleht ba» sicherlich weit über feb« vernünf­tige Ziel hinan».

Aehnlich liegen die Dinge del einem anderen wichtigen Produkt. E, handelt sich um dl, Kohl« Durch bi« Zerrelhung Oberfchlesien» Ist ein rrb»b* sicher Teil unserer Kohlenaruben in polnischen Be- sitz übergegangen. Diese Kohlengruben Imlerrln mit den früher schon zu Polen gehörenden Graben fördern solche Quantitäten, dasi der Absatz un Lande unmöglich Ift. Der englische Streik Hal den Polen uncrroartelermelfe eine günftiae Gksigcnb.it verschafft, sich Absatz gebiete zu suchen, bie ihnen früher verschlossen waren Polnische Kohle ist sogar über beulld), Bahnen und deutsche Häsen in r.hrb- sichen Mengen nach England. Schweden undJlor- wegen, über bie Tschechoflowakel unb Veste 1 reich

währenb eint von einem DooigZgehüu'c stam- mrnbe Prob« sich daneben al» aus Kalkspat be­stehend erwie». au» dem auch die Eiedchalen ge­bildet werden Die Muscheln bevorzuoen al» Baustoff für ihre Gchäu'« meist den Aragonit. Ott finden sich beide Modifllattonen nebenhin» and«. Beckptelsweise baut Me gewuanltch« Mies­muschel ihre Schalen auS Äolcit wie aus Aragonit auf. die Perlmuttedchicht frr Muscheln besteht imm« auS Aragonit Da» Gd-äuse der We.ti- b«gfchnecke entfalt Kalkspat als Bausubstanz: merkwürdigerweise ab« Ift ber Deckt, mit bem die Schneck« es tm Winter v«dchli«h<, aus Ara­gonit g«bilb«t L. H.

Darmftädier Theater.

Richard Strauhens Op« .Ariadne auf Raffos" halt« b«i ihr« Ur<.utebrung in Stuttgart tm 3ahr« 1912 keinen vollen Cdoia. Cie bestand eigentlich aus einem Schauspiel und ein« Ot>«. Das Schauspirl war eine Bearbei­tung deS Moli, reichen Lustspiel» .Der Bürg« al» Edelmann", dessen Haupipedcnen einer Aus- sührung tter 2riadne-Op« beiwohnen. Die Tefft- bearbeitung. Me von Hugo von Hosmann», t ha l ftammt, ist bann hart unrnearbei-et w' en, unb zwar fo, dah ein kurzes Bort Piel Me lle des Lustspiel» von Molare übernahm Seit 1916 ift diese Fassung der .Ariadne aus (ZlaroÄ^ allgemein von den Bühnen eingefühn wvrfrn. Da» Hessische Landes theater hat b,s- fyet auch Me Op« in Meter form aegeben, letzt ab« toiefrr auf M« ursprüngliche Fasiung zurückgegriffen. Die Aufführung war be ter!. . »» wert, weil sie eigentlich da» Derhättnis n 3,-n früh« umkchrt«. Wurde früh« die lu't ^iel- mähige öinfletbung als zu gedehnt empfunden, so zog sie jetzt da» Interesse tterartlg auf sich, daH Me Op« sSrmlich banml« litt, obw 61' fue vorzüglich befeyt war. 3n ertl« Linie ist tne» dem Auftreten des Generallnlendanten Ernst Legal al» Bürg« 3ourbain zuzu' Treiben, tter bi« eine schauspieterilche Leistung ertim Range« bt>L Aber auch Me übrigen Mitw.rtenden b\e Regie ^3akvb Del») und Düh e-au-stattung (Schenck von Trapp) batte.' mit zu bem groben Srtvlg des Schauspiel» über Mc Lp«. Dies« war. wie schon «wähnt, vorzüglich besetzt und durch Gen«almusl5direktor R v s e n st 0 ck voNttftlich gekettet, ab« sie v«mochte nicht mrhr fo unmittelbar und eindringlich zu wirten Per Beckall war demgemäß noch dem ersten Teck tter Auckührana viel wärm«. Richard Strauß wird demnächst leibst hi« feine .Ariadr» auf Haio» tu tter ersten Fassung birigieren. E. ß.