Nr. 124 Erste; Blatt
177. Jahrgang
Montag, 50. Mat 1927
Siebener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
üntf „b Verla,: VrLHNch« Mii»trfil4tsBi4h and Sieinbruderei R. £ti,t hi SdfriftleitM, iit 6d*5ftflfe8r SAiltraM 7.
Sonntag» i*6 Jetertaf».
Beitete«: etefcmrr ^omihntBUttter Aemai ne BUö TH« Schölte
■o«ati-Bfjif»|reU: 2 R»i*teark i*6 30 Srt^iP’rnilg ftr Irlgct» loh«. a»ch bei Hinter» Schemen eiiqdaer Staat <neni infolge höherer ®eealL Fera|pk«cha«l chiaile: 41, 44 112.
Anchrift ftr Drohinüch- richte» Sajeiter Bic|te.
peHMtento:
L»oh»e ni lajeidca ftr Mr Iwj€»niei*<r bi» j*m Stachmmag vcrh«.
Preis ftr I *■ Hitze für 9tn$rigee »oe 27 rare Srtttt onlich 8, am Art» 10 Slei*»pkeaig; für Sie» klawrceicigea von TU irtn Sretu 35 Sitidb^ptrnat^ Ptetzvorschnti 30* mehr.
Cbr'rrb aktrur
Dr. ^nebt. SDilK Longe. Dera tuet rill* ftr Tcknh Dr. Ar tDilb Lange, tttc 5euiQeton l> H Idyr.o«,' Sr den übrtqtn teil <Brn|t lmel4Kin; ftr ben Sa» jeiqer.u 1 Aurt ßiBman«, idiethd) t« Dieiter.
Reichsbank und Börse.
Präsident Lchachk »ertfiBiflt feine vörfeapolitik.
Stralsund. 30 Mat AnlästluH der dm» Weihung des neuen Leich« bankgebäudes tn Ctral» funb hielt Letchsbankprät idem J>r Schach« eine bedeutsame Lede, tn der er u. a. folgendes aus» führte. Ich lühie mich in de r Lalle det ® e - prügelten, der hierher tommt uri etwas Ö4>uu und Trost zu suchen gegen die hageldichten Angnffe der grohltäN^chen Presse, die es de» Uumriufc Immer besser welk, als alle anderen und die mich aus das schw^r^e leit dem besannten .Schwarten Freitag" aaoegrilten hat. 2>ie Beweggründe. die die Leichsbant veranlassten. zu scharfen Mahnahmen tu greisen, waren allerd: g§ dato angetan, gewisse Illusionen ,u zerstören Dir sehen uns wieder als bas Barometer der Dirifchast. wie vor uem Kriege. Damals bestand für die Währung keine Gefahr. Die Wirtschaft florierte mit einer ständigen Derrn ehrung des Volts vermögens Heute liegen die Dinge ganz anders Licht nur. dah uns alle Leserven genommen worden sind und wir nicht mehr über Schulden und vermögen allein verfügen tonnen, auch die Zahlungsbilanz ist absolut passiv geworden 1926 konnten wir durch das unerhörte Glück de« englischen Kohlenarveiterstreiks, der ein Unglück für England gewesen ist. einigermahen unseren Derpslich- tungen Nachkommen, aber ich sage, Nr Streik wurde für uns zu einer günstigen Konjunktur. und keine Konjunktur kann jemals so grost für uns sein, wie gerade dieser Streik es gewesen ist.
Ich habe den Eindruck, bah e» In Deutschland noch viel w viel Leute gibt, die an brr optimistischen vuffasiunq über bie llsirischasi vrr- bienen möchten, nicht aber an ihrem Fortschritt selbst.
Durch bie Spekulationen bat die Reichsdank in den lehtrn Monaten eine -Milliarde Warf D e • Visen verloren. Dabei ist bie Kursbewegung an ber Börse ständig nach oben gegangen. Leiber würben btese stsuse an der Dürfe nicht mehr mit dem eigenen Portemonnaie getätigt, sondern e» bat sich gezeigt, bas, Gelb b o - u au» dem Üuilanbr hi i.. mnefoinnien war. und zwar in einer Hohe, bie für normale Wirtschaft-verbal!- Nisse entschieden ZU hort ist. gebet kann sein bieid unb auch da» seine» Nachbarn durch 6petulaiionen an ber Börse riskieren: wir können e» aber auf keinen Fall dulden, daf, er Deo i s e n an der Börse ri»kiert. die lebten Ende» bie R e i ch » d a n k bejahten muh. Wenn diese (Selber nicht al» Valuten »urürfgejoblt werden können, sondern unsere <)an- bebblfanx belasten, gefährden sie unsere Währung auf da» schwerste.
Solange Ich noch an brr Soiize ber Rcichsbank stehe, werbe ich nicht luiassri,, basz die Valuta wieder Irgendwie gclabrbct wirb.
2s ist nicht fo. tote die .<:;iFurtet jcitung“ und die gelehrten Ddrscnji. en sch reiben, dast die Börsengewinne z u r ü ck s l i e st e n in die Wirtschaft, sie Hieben vielmehr In die @afi- to i r 11 <6 a f t ÄuS dem Auslände u. eben h el- fad) Nflür Aoi^umtDarcn erstanden, und es gehört heute mit zur Mode, einen amerikanischen Packard, einen Buick oder sonst ein Auro an Stelle eines Mercedes oder Benz zu besitzen. Solche Saufe aber sind aus da« höchste schädlich für unsere deutsche Währung (M ist nun gesagt worden, bie Leichs bank hätte in da » Kurs- Niveau eingreisen tooNen. um den falschen Eindruck von Nrn angebkichen Wohlstand Dr.:t'a>- land« zu zerstören, der durch Ne Börsenkurse erzeugt wurde Dazu liegt gar keine Deranlassung vor: diejenigen Männer, die über das Schicksal des Dawesplanes zu entichriden bähen. wird niemand täuschen. Schon der versuch allein toLre eine Dummix't Ganz abgesehen davon, ob Ne Leistungen des Dawesplanes von ^.-u!<d)!anb aufgebracht werden könne:, handelt eS sich für Ne Leichs bank darum, dafür ,u sorgen, d-ih das Transferproblem im rrchugen Lich.c gesehen wird, und dast Ne Verschuldung an bas 2 uSland und namentlich die kurzfristige Derschuldung nicht in einem Umfange fonichr^itet, her b i e Währung gefährdet. Ne nie- nals aus geborgten Devisen ausge- iaut werden tarnt
Jur Rede Mussolinis. Tie Lprachenvcrhältntsse in ^ozen in früherer Icit.
(Eigener Drahldericht de» .Siebener Hnjeiger»-.
E r l i n. ää. Mai. 3n feiner Kuen grvhcn Rede bat der italien.sche Ministerpräsident neuerlich Ne 2kbaui'tung ausgestellt, dast Bozen .eine uritalienische Stadt" und ihre Derbeutfchung erst leit dem Jahre 1365 von der österreichifchen Legierung durchs ahn worden fei. Dieser Behauptung — bie mit den ßeugniHen ber Geschichte durchaus unvereinbar ist - wurde von deutscher Seite schon oft und eingehend widersprochen: sie w.rd von ben Italienern der verschiedensten Lichtungen heute in rein politischer Abfstdt immer w eder vorgeb.acht und es scheint sachlich fo gut tote aus'ich^los. m : ihren Urhebern darüber wii enschan.ich »u verhandeln. Der itilicnifdte Ministervrüsideru hat in feiner letzten Lebe Ne Dell aber auch mit der T.i ?- tcilung überrascht, dast im Archo t-er Handels- tammer in Bozen .sehr interessantes, b eher kreng geheim gehaltenes Material-
Ruhlands Antwortnote.
m o »k a a . 29. Dlal. (Wollt ) 3o Ecantroorlung ber brn Sorojrtgeschäft»träger R o 1t n g o I j zn- gestellten vrltlfchrn Lote, worin bie Aufhebnaa be» handel»obkommen» von 1921 unb ber Abbruch brr diplomatischen Beziehungen jur Sowjetunion mit- geteltl wurde. Ilcjj Ne Sowjetregterung dem britischen Gescha Irlrager Peter» eine Rote über- reichen. In der e» Heist!
Der Abbruch ber Beziehungen mit der Sowjetunion ist durch Ne ganje pollUk der jetzigen briH- sihen kooserualioen Legierung vorbereitet worden. Ne alle Anträge der Soroielreglerung auf eine Regelung der gegenseitigen vejlehungen durch Der- Handlungen abIehnIe. Die Sorojetergienmg weist alle Beftholblguogeu. bast ste da» Abkommen von 1921 verletzt hätte, al» vollkommen onbegrfla- bel zurück. Die trflebnlaloflgfell ber Durchsuchung bet fmnbelfcbelegalion ist ber beredteste Bernet» für die coyalität ber offiziellen Agenten bet Sowjetunion. Der Hauptgrund für ben Bruch ist do» .11 o • f o bet Politik ber konservativen Regierung In tblna unb ber versuch, bleie» 5la»to durch eine Diversion gegenüber ber Sowjetunion zu verschleiern. Die brilische Regierung lieht normalen Beziehungen zu Ruklanb bat S g ■ II e m ber (Berealllflllgfelt unb ber Feindschaft vor Die Soroielreglerung ist aber übmeugl, bast bie Zeil nahe Ist. wo da» britische Dolf bie Ttloglldifell finden wirb, sein Streben noch Arie- ben unb WieberHerstellung ber normalen freund- schaistichm Pciirbungm zu den välkem der Sowjet- nnlon unbehinberl zu verwirklichen.
Der Schutz der Russen in England.
Tentfchlands Aufgabe.
Eigener Drahtbericht be» ..Giestener ünzetger»".
Berlin. 30. Mal Tie von der Lelchs- teflierung der russischen Sowjetunion zugefagte Ucbema6me der Vertretung der russischen unter- eflen In Sngland durch bie Deutsche Botschaft ist sowohl In London als in Paris nicht als c l n | ei 11 g e Stellungnahme Deutschlands in dem englisch-ruf fischen Konflikt aufge- fafjt worden. Man erkennt tn den Hauptstädten der Entente an, daß sich Deutschland dem Ersuchen nicht vetschliesten konnte. Dazu kommt, wie in diplomatischen Kreisen ausdrücklich hervorgehoben wirb, dast Deutschland ohnehin als gleichzeitiger Benragspanner der ßoeamo- Derträge und des Berliner BeNtages für Ne Lol le des neutralen Vermittlers am geeignetsten erschien. Praktisch wird sich Ne llebernahme des Schutzes der rusfischen Staatsangehörigen in England nur dahin auswirken, bah die Nmtsche Londoner Botschaft zum Mittler der Wünsche und etwaigen Beschwerden der in England lebenden russischen Staatsangehörigen wird. Lus Heber- I i e b l u n g von Angestellten der russischen Handelsvertretung in London unb der Arcos nach Deutschland ist ein formeller Antrag der russischen Legierung noch nicht erfolgt. Vorläufig hat eine inofsiztelle Fühlungnahme ftatt- gefur.ben. Ne den Luisen zur vorläufigen Informierung über bie von Deutschland in dieser Frage einzunehmende Haltung Nonen soll. Die
deutsche Legierung Hal Ne unformelle Anfrage der Lüsten In bejahendem Sinne beantwortet, allerdings unter der Vorausetzung. dah eer Aufenthalt der Lüsten in Deut'chiand lediglich der ßigulbierung derin Onglanb getätigten Geschäfte dient und mit der Be- enbigung dieser Arbeiten abläuft Ss besteht übrigens auch Ne Möglichkeit, dah die englisch- russischen Eeichäste nicht nur von Deutschland, sondern auch von anderen kontinentalen Ländern aus abgewickelt werden sollen.
Tschitschering Besuch in Berlin.
(Eigener vrahtdrricht be» Giestrnrr Ünjriger»“
Berlin. 30. Mat. Der russische Austen- minifter Tschitscherin der am Samstag in 3 r a n f J u r I zur Untersuchung In der Klinik Professor von Loordens eingetrosten ist. wird, tote er es bisher stets getan hat. aus seiner Lückreise nach Moskau in Berlin Station machen, um hier mit amtlichen Stellen In Fühlung zu treten Selbstverständlich wird er vor allem eine Unterredung mit Dr St re fern a n n nachsuchen, deren politische Bedeutung einmal aus der voraufgegangenen Aussprache Tschitscherins mit B r i a n d. bann aber vor allem aus der besonderen Rolle Deutschlands in dem englisch-russifchen Konflikt erteilt. ES ist allerNngs kaum anzunehmen. dast bie Unterredung über ben Lahmen eines Meinungsaustausches hinausgehen wird. Aus ailend ist. dast Tschitscherin wiederum kurzvoreinerLa!«- tagung tn Berlin erscheint unb dort verbleibt, nachdem bie deutsche Delegation mit Dr. Strese- mann nach Dens bereits abgereist ist. Hosfenlllch wiederhvll er nicht daS feinerzeit von .iym angewandte, recht eigenartige Versahren. in Abwesenheit des deutschen LrichsauhenmmisterS einen großen P res see m v s a n g zu veranstal- ten. um Ne deutsche Oesfenilichkeit osfenherzig über seine politischen Ansichten zu unterrichten und zum Besten zu geben, wie feiner Ansicht nach Ne deutsche Politik am besten geführt werden sollte.
Norwegen übernimmt den Schutz der englischen Interessen in Rußland.
Liga. 29. Mai. (TU) Aus Moskau wird gemeldet, dast zwischen der englischen und norwegischen DesanNschast Verhandlungen über ben Schutz der englischen Interessen in derSowjetunion begonnen haben. Di r norwegische Gesandte wird heute wahrscheinlich das Gebäude ber englischen Botschasi übernehmen unb alle englischen Staatsangehörigen werden dem Schutz M norwegischen Gesandten unterstellt. Der diplomatische Ärtrc- fpembent des »Daily Telegravh" schreibt dazu. Dast Drostbritannien für die Wahrung der britischen Interessen tn Sowjet rüst land Lorwegen ausgewählt hat, ist weniger überraschend ats eS auf den ersten Blick erschien, ^toitocgen Ist ein ausgezeichneter Freund Englands und hat austerdem weniger Lel- bungen mit Moskau gehabt, als beifpielS- weih» Schweden.
gefunden worden fei. auS dem hervorgehe, dast Italicnifch die Kanzleisprache i n 2 ozen gewesen sei. Heber diese Sache te.lt uns ein eben hier anwesender Deleg.erter der österreichischen Völkerbundliga folgendes mit.
Das Archiv ber Handelskammer in Bozen ist in allen leinen Teilen schon längst bekannt. sein Destanb ist in dem gedruckten Merke .Avchlvberichte aus Tirol" eingehend verzeichnet. Dieses Archiv ist auch von verschtedenen Wirtschaft-- und L^chtShistorikern für ihre wissenschaftlichen Arbeiten bereit- benutzt worden. Drzen war schon feil dem Mittelalter der Schauplatz großer Handelsmessen gewesen, auf denen sich bie deutschen und italienilchen Kaufleute trafen. Im Jahre IdZZ wurde da- ganze Bozener Messe »We>en neu geordnet, ein sogenannter Merkantil-Magistrat wurde als Verwaltung-- und Gerichtsbehörde für alle internationalen Hcndelsangelegenheiten dort'elbst ein- gefebt. Um denitali<n>,chenKausleuten, bie ohne in Drzen an’äl’ig zu fein, während ber Messen dort weilten. entgegen.zukommen. war verfügt, dast der Merkamil-Magistrat mit ihnen in italienischer Sprache verkehren solle. Da bie deutschen Bozener Kaufleute alle die itallenifch« Sprache beherrschten, in geringem Grade aber umgekehrt Ne italienischen Kaufleute bie deutsche Spraö-e. hat sich in der Prans auch für bie gemeinsamen Angelegenheiten dieses Merkantil-Magistrats. den wir heute etwa al- internationale keutkch-italnnische Handelskammer samt Handelögerrch: bezeichnen würden. der Gebrauch ber italienischen Sprache eingebürgert. Luch ist durch Neien Bozener Mer- kantll-Magistrat da- iialienitche Wechfelreckrt. tn6 sich frühe zu besonderer Feinheit entwickelt hat. gehandhabt und dadurch in deutschen Kreisen verbreitet worden. Dieser Merkantil-Magistrat hatte aber als Behörde mit dem Stadt Magistrat in 2vzen nicht zu tun, dieser hat vielmehr immer nur in deutscher Sprache amtiert. auS dem einfachen Grunde, weil der übergrohe ^eil der ötaN Bozen immer deutscher Mutter- und Lim. gang-tprache gewesen ist. Alle Schriftstücke deZ Archive- der Stadt
Bozen beweisen dies seit den ältesten Zeiten bi- -um Beginn der heutigen politischen Aera In Süd-Tirol.
Viedeufsch-spanischeZreunüschast
Empfang drS neuen spanischen Botschafters
in Berlin beim Reichepräsidernett.
8 erl in. 30. Mai. (Wolfs.) DerHerrReich». oraf ident hat am Samstag in Anwesenheit be» Reichsminister de» Auswärtigen Dr.E t r e f e m a n n ben neue mannten spanischen Botschafter. 2t. Fernando Espmofa be lo» Monteros y Lcrem- j i 1 lo, jur (lntgegennahmk feines Sc glaub igungs» |d)reiben» emp^gen. Der Botschafter wies in feiner in deutscher Sprache gehaltenen Ansprache u. a. darauf hm. dast er feine berujlidje Laufbahn in 8 e r l i n begonnen habe, unb dast ihm deshalb bie Wiederkehr nach Berlin, bas <r als Mittelpunkt der Wi!;en!cho>t unb ber Ardeu kennen und fchunen ge- lernt hübe, besonder» be". istenrwen c^eax n fei. i Die sein Borgänger im tüni, werbe er benru (em , dazu bei ju tragen, b i e h e r k o m m 1 i ch e n ifjnbt I berFreunlchaft zwijchen Span.c.n und Deu.ich. ' land, wenn überhaupt möglich, noch enger zu üch<n und zu festigen.
Der Reichspräsident gedachte in feiner Er- mjberung zunächst ber jahrelangen austerordenUich erfolgreichen Tätigkeit de» Vorgängers de» Botschafters unb führte u.a. noch weiterhin "us: Auch mir unb der Reichsregierung liegt die (Erhaltung unb pflege der zwischen Deutschland und Spanien Ik. stehenden, auch in schweren Zeiten erprobten ortun- ’^aft unb bie Entwicklung unb Förderung ber unter Länder verbindenden wirtscho-:: chen und f.dtunüin Beziehungen besonder» a-n r>trzcn. Dat.i weih ich mrch eins mit bem deutschen Volk, das für das eil. ip^.'che Volk unb feinen erhabenen oerrcher die aufrichtigsten Gefühle ber Freund- Ichaft fornie für Ne reiche, alle Kultur Spanien» volle Bewunderung hcat. Hn ben Empfang fchloh sich eine Untereritung. :n deren verlauf der vof .rtx. tr dem Reichspräfidenten Ne Mugiieder ber Vorjchast
Jlorcmarhfahrt
des Reichsprüsidcnten.
Berlin. 29 Mal. CBolff ) Leich-. Präsident v. Hindenburg hat bfu;< mittag mit dem fabrplanmäfuflcn Zuge 12.30 Nhr vom Lehrter Bihnhof au- feine Leite nach Himburg und Schleswig-Hol st ein angetretcn Der -^err Leichspräsident, der von seinem Sohn unb Adjutanten Major v. Hindenburg und dem vtaat-s<kre:är Dr. Mettzner begleitet Ist. traf um 5 llbr nachmittags auf dem Mihnhof D». m- tor ein unb begab uch nach kurzer Begrüß, n,- durch Bürgermeister Dr. Schramm ui.d :<n Vorsitzenden des Hamburger SpoNverrin». Dr. a r t m e l e r , nach dem Lennplay t r h • Borstel, um den Lennen um ben PreiS von Hamburg unb um ben Borsteler Pokal benutrobncn. Sowohl auf dem Wege zur Lenn- bahn als auch bei feinem Giiureflcn auf der Lcnnbahn wurde der Leichspräsident von eintm frhr zahlreichen Publikum herzlich begrüß t. 3m Drohen Preis von Hai.iburg siegte Freih rrn v. Oppenheims Marcellus, im Lennen um Nm Groh-Borsteler Pokal Prinz tt b t i ft i a n.
Der Herr Leichspräsident überreichte p r- ^nüch Ne Shrenpretse und trat nach einem 3mbif» im kleinen Ärrtle kurz nach 8 Ubr Ne Weiterreise nach Kiel an Auf dem Altonaer Hauptbahnhof hiest Oberbürgermeister Brauer den Leichspräfidenten in ber Prr"' nz Schle-wig-Holslein wilkommen. Auch in Lea- münster fand bei einem kurzen Auienthalt eine Begrustung durch Bürgermeister unb Vlagistrat sowie durch Krieger- unb Mililärverenie statt. 3n Kiel hatten sich zum Smpsang der Vorsitzende des Prvvinziallanbtages. Dr Tobte n. der Oberbüraermetster Dr Luken. Nr Polizeipräsident. die Präsidenten M LandeSsinanz- amtes. und des Oberstm Landgericht-, der De- aeralstaatsanwall sowie N-r d**1 der Jltirlne- leitung der Office. Vizeadmiral Dr Laeder. eingefunden. Dem Leichspräsidenten, der beim Landeshauptmann Wohnun.z n-hm. wurden lei der Fahn durch Ne Stadt seitens einer unge- bcuren Menschenmenge, die sich am Bahnho« «—* in den Strasjen angelammefl hatte, lebhaft« Huldigungen dargebracht Rsichsratgegen Reichstag Eigener Drahtbericht de» (Siebener «nzeiger»'.
Berlin, 30. Mai. Innerhalb ber .'legte* rungskoalttion herrscht ein heftiger Unwille ut'er ben Leichsrat, tn dessen Leihen sich so etwas wie eine Mehrheit gegen Ne tm Leich zu- fammenarbeitenben Parteien herauszuNiNn tx- Smnt Dir brauchen nur an das Schick'al des luaendschutzgesetze- ,u denken, das Im Leichsrat aogetehnt tourN. um zu verstehen, toetm Ne Legierung«Parteien anfangen, auf N.*fe parlamentarische Körperschaft döse zu toertvn unb toenn sie In jede ihrer Berechnung n UdK-r- rald)ui.gen aus der Vertretung der Länder b.r- au« einkalkulieren. Pessimisten behaupten sogar, im Schosie des Kabinetts werde erwogen, das Lelchslchulgesetz gleich in z w e i önftDÜdcn beraubjubringen. unb zwar in der Delle, dast der eine Entwurf ganz ben Wünschen be» Leichsrates entspricht, währenb der aobere ber Pan Tipolitik Rechnung tragen soll. Unb da« nur bc«- toeflen. um im Sommer bei der parlamemarllck>en BehanNung Neser Vorlage nicht durch len Leichsrat unnötig lange aufgcbalten zu werden. Wir glauben nicht daran, dah Ne Legierung einen derartigen Deg beschreiten wird. Sie w.rd versuchen, sowohl auf Ne Länder als auch auf Ne Parteien Rücksicht zu neunen. Alles andere mub ber Zukunft überlassen bleiben. Aber diese ■ TurdH vor dem Leichsrat zeigt doch, tote sich b.e D.nge allmählich zuzuspltzen beginnen. Die man in Leichs tags kreisen denkt, geht au« einem Alltel be« deutschnallonalen 2£bgeorNi?ten Ml um m hervor, der schars gegen den Leichsrat Stellung nimmt und schiiehl-ch erklärt, es müsse einmal garu offen ausgesprochen wilden, dah der Lcichsrat durch diese feine Politik ben Li?ö- barteien die Dahrung der Lechle dcs LeichSrates bis zur LlnertrLgsichkcii erschwere. Das ist deutlich genug, um der Interessenvertretung der Länder zu zeigen, wohin wir kommen können, wenn sie tortfährt. in d.e'er Weise Ne Arbeiten der Koalition zu durchkreuzen oder um ihren Erfolg zu bringen.
Die $oröerungen der efchädig:en Ausländsdeutschen. Eigener Trahtbertcht des .Tiestener flnyigcre*.
Berlin, Lb.Mar. D.e Auslandceut.chen . aben sich in den letzten Tagen wiederum ein- i;ebenb mit der Frage ihrer Forderungen befaht, !ind aber bis heute noch zu keinem Sntschluh gekommen. Dogcge.i hat der L i n g b e r b a n b b e r 7. eschäbigtcn A u s l a n b b e u t t ch e n unb Verdrängten jetzt seinerseits ber Leichsregierung und bem Reichstag fow.e anderen mast» oenden Stellen «ine Denkschrift zur enb- - Itigen Regelung ber SntschLdigun"-frage für n Stckatz von Liguibat ons-. Verbrängui,gs-, .jf-ianb« unb DeNpapier- fotole Lusgle ->s- äoen überreicht. In ber einmal eine sofort g« g e f e Yliche Regelung der gesamten Sm- fchaNgungst rage verlangt wird unb -um an2*ren ein Vorschlag für biese Örleb.gung vorgebracht cirb. bie ailerNngS nicht gerade angetan^lein burfte, ben in jeder Beziehung berechr gtcn Forderungen ber Auslanddeutschen den nötigen Lech- brud zu Derid^n. vor allem scheint der Dorschtag, der bahmgehr. eine fechsprozenLge Amor-


