Nr. 100 Drittes Blatt
Siebener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für (Pberlfefien)
Samstag, 30. April (927
Die „Rekonstruktion".
A»ße»politische Umschau.
2km Peste or Dr. Otto Hoctzsch, TH b. *X.
Die v achtpolltckchen Gegensätze n Europa web m brr ‘Dell knl> so groß gewoeken bäh bte Fragen brr .letonftruliion' l.br (lat! ba- ftinier jpiräditcitn Doch iW ihre Behanblung. ihre Lötung eine Qebenffrage für beit rar»« ■ TSuberaelcdL!
®e Urb Ne Sch agsntt« Dawcs-Pkaa. intet» Bdl onalc fc.'.u' ^nttQdk.runa, Ibtütiuno zu L'unb unb zu Oct. in Denen bal zusammen- ge afd .st Der Da rr es-P lan lAuft jo Aber wir »Hlen. bafi Deutschland bte Lasten auf Ne Dauer lch!e.si«erktngs nicht fragen lann. bah man ich «äu'chr wenn mar glaubt, bie Stabilisierung her deutschen Währung unb bte . ■: *< - 1 olche La
sten alt vca.vh erscheinen, eäbrenb bie Arte ts- loltgftii ständig ist unb bie Ausfuhr schwierig blecht Die Revision bei Dawe s- Pla ves ist habet mti Recht eine ber ersten Forde tu- gen der beutscheu 3ufi<-.po'.inf Ader Wir tonr • He Don uns aus ja nicht herbei- führen wir brauchen dazu ben Willen unb bie Lat her omerilaniich^n Politik Dtefc wieher macht bas weitere abhängig von suternationalen Schulden Soweit bas Bethälttsis zu Amerika badet tn Frage tomn.t. ftnb diele Shu ben •unbirH m.t Ausnahme. wie bekannt tes Ira zbsi'ch-ameii orufchn L.' ulden- abCommr u. tat immer noch umkamp't wirb. Mit Entschiedenheit. kürz.»- noch am 17. Würz, lehnte ber «nert.'antsche S aotss.kretür Wellon, ber bastel bestimmt im Hamen ber Mehrheit des Boikes sprach. eine Schulbenrr Vision ab. *3r I .rauf bin bah |d Me u . t ?• ' Schulbret Aorbameriias bereits von Deutschland mehr als genug erhielten um ihre Schulden bezahlen zu tonnen Das ist zum Teil richtig unb num üetl falsch Denn ba ei ist 4. B. übersehen bah England seine Forderungen an Me Kr «gsperi-ündeien bet weitem noch nicht voll- Wtabig funb er! hat. bah auf Sng and eine groste Last mieten: liegt, als es für blefe seine For- berungen hie Zinsen aus feiner eigenen Tasche bezahlt Deshalb wirb in ablebbarer Zett der Tnid ton 0 n c l a n b — das in biefem Jahre ein gewaltiges D siztt im Staate hat unb unter schwerstcn Steuern ächzt — immer größer werben. eine Revision. ne burdjflrc.ienb? Umgestaltung bielcr SchulbenoerhÜltnifse herbeizu- fBbren die letzt n Sndks nur in ber Streichung bestehen kann Deulsch.and kann sich nur freuen, wenn dieser Druck von England aus auf feine Schuldner unb seinen Gläubiger Amerika stärker unb stärker wirb Und Deutschland hofft bah man in Amerika sich ent- schließt, ben g rohen Zusammenhang von Dawes-Pan unb internet >na!cn Schulden, ben wir verstehen, bann auch tatkräftig durch- ten. Denn stehen k
fest, so kann die Sch.uftfumme b*r beutlchen Det- ungen fehgefknt unb au,gcred)net werden gegen Amerikas Forderungen an die Sieger. Wan weist in Amerika, bah es sinnlos Ist, dasselbe Gold von einer Tasche bi bie andere unb ton ba tn Me dritte hin unb her gehen zu lassen, wo das wesentlichste doch der wirtschaftliche Austausch unb Me wirt'chaltl che G sundung eines Europas ist. das auch Amerika für feine Ausfuhr braucht Dee Internaitorate Schul» benkonferenz möge nur etwas schneller tom- men. als uns heute in Aussicht gestellt tottbf
Die Abrüstung zu Lande wurde in Genf erörtert, in Vorbereitung der internatwnalen Abrüstungsk-'nserens. die bei der TunbeS-Ver» toirm ung 1625 deichlos cn wurde 3m März unb April hat die vor <reitende ätonjnillten auch unter bfutk.er unb amerikanischer Teilnahme getagt Di« Ergebnisse sind -Kring. wirb eigentlich Immer nur bas Problem hrrausgear- beitet Praktttch war der englisch: Entwurf, ber sl'.e Effektive stunde nen b.-r Ai^'ungsbefchrän- kung ersaht wtsjen will, die innerhalb einer be- timmfen Zeil. 8 10 Zagr. ins Feld geführt werben könnten. Frankreich aber machte dagegen die Jtöftten Schwierigkeiten 2s will in Grund eine Ibrüftung überhaupt nicht unb führt schon vor bet allgemeinen Äonletent einen gigartischen Rü- Jungsp a.i durch unb kompiliert bie an sich schon xrwicke «<n Fragen al.'ilt'.ich immer mehr. De- nanb in der Welt glaubt mehr den 2k» Neuerungen des Arüstungswillens von stanzösi» icher Seite gege u e Me e. lelanNungswei'e in Sens und den Ru'iungsdebatten in Paris. Der beutsche Standpunkt dazu ist einfach, aber er ist ‘ttoietlg 1 urchzusehen. Er geht auf bte Gleichberechtigung und die Gleichstellung der deutschen Rüstung aus •r fordert das als bas gute Recht Demschlands aus dem Zriedensverf.aa. der bie deutsche Abrüstung als Einleitung für bte allgemeine Abrüstung ausdrück ich statt if'.ert D efen Gesichts- deutsche Ikrtreiung In Gens iut heraus, aber sie weist dabei doch, bah sie 'M Grunde nur Sy'tohusataeit tut. 3n Genf soll nun auch die «peile Abrüstungskonferenz tagen, die E 0 0 lldge angeregt hat. Rach der Feststellung des Derhülttüsles in Linienschiffen toll sie das Verhältnis im Kreuzerbau, im Hilts- 'chifsdau ’t^lepcn. Darin ist D"tbamerika von toruberem schon In der schwächeren Position, da Eng'and fast viermal soviel Kreuzer hat wie Tlordai ierika. und Japan das Doppelte Die'e Position wird noch Ichw eciger. weil Frankreich rnb Ziasien. die sich der Linienlchisfsbe'chränkung enterworten Haden, die Arfchränkung für die anderen Kreuzer. 0-Bvoie und berg eichen nicht wünschen. Ron ihrem Standpunkt aus mit Recht. Dell die Uebertragung des Linienschilfverhält- ^isses auch auf die andern Tvpen die Suprematie ler Angelsachsen zur See über die schwächeren Seemächte enbgülig besiedelt würgte So wird in Dens nur eine Dreirnäch: kon c:enz paraNel mit lern Fortgang ber Abrüstungskvntercnzen Rett- falten
Am meisten wird aber Rorbamerikas ®oji!i?n erschwert durch bte amerikanische Politik selbst. Sie bat ni diesen großen Fragen ein merkwürdiges Geschick bewe'en mit i-ren Anregungen bei ungteigneier Gelegenheit ja kommen und bade, die eigene Stärdt gar nicht auszunuyen. Prä ident Ceolidge will offenbar aufrichtig bte Abrüstung aber er ist zu wc- rrg mit der Lage der europäischen Politik vertraut, tut auch zu wenig, um mit ihr in 3er- b.ndung zu fein, als bah er bie r wtigen Mo- Tente für feine Verstöße taffen krnnee Dor allem aber: auf der Hand liegt eS doch, wie 'Horb-
Allgemeine Ortskrankenkasse Giehen.
Ein intcrefianter Jahresbericht. - Sau eines eigenen Verwaltungsgebäudes.
1 Gestern abend fand im .Postkeller eine Ausschuhfitzung ber Allgemeinen Ortskrankenkasse Giehen Wett, die sich mit einer Reche wichtiger unb hn 3ntrrtite ber Ree^icherHen veittragerchei' Xngetejenbrilcn hr- iahte .jur Leitung der Tagung wurde seitens ber ArbeNgebermiiglieber Rudolf Röhcher bestimmt.
Die Zahresrechnung für 1926
lag ben Ausl chuhm ugl ledern gedruckt vor unb wurde Dom BodincTtbcn der Verwaltung Strohvlg unb Geschäflsfühter Fourier unter eingehender 3ugrunbekgimg der gegenwärtigen wnschafilichen Derhältnis'c erläutert. 3n den milgetctlien Zahlen, im Bergleich zu denen der lestten Zähre. IptMeit sich bie allmählich.- Gesundung ber deutschen Wirtschaft tpitfe. Die anhaltende Besserung der Arbeit sm arkt läge brachte eine erhöhte Einnahme aus Der' rungs beiträgen durch die gröbere Zahl ber Derltchrrunsisträger. Weiter tonnte infolge ber sich allmählich bessernden allgemeinen Lebenshaltung ein rnerkl iches Zurückgehen der Krankenziffer kiiaefK-llt werden. Diese beiden Hauptmomente üblen c.ncn günstigen Einfluh auf die Gestaltung bet vorliegenden Abrechnung aus. so bafi Dorstand unb Verwaltung der Ortskrankenkasse mit einer Reihe sozialer 3er- besserungsvorfchläge an den Ausschuß Hera Mrei en konnten.
Aus ben hauptsächlichsten Sinnahmerubriken ift hervorzuheben
Das Beitragssoll beträgt 1^8159.47 Mark, eingegangen sind 777 415.41 M., so dah noch ein Beitragsoest von 20744.04 Mk. verbleibt. An Resten aus trüberen Zähren gingen 9832.29 Mk. ein. Die ber Kasse zurückvergüteten Srlatzleistungen betrugen 6455,96 Mk. Unter Hin- zui.cl.'ung des übemommenv 1 Kassendestandes in Höhe von 5? 160.93 Mk. einer Vermögensanlage von 19 838 Mk unb verschiedenen sonstigen Einnahmen ergibt für das Zahr 1926 eine ®e- famtelnnab m <
Sleichsweile betrugen die Gesamteinnahmen im ahre 1925 fast 103000 Mk weniger, nämlich
777 920,17 Mk.
Die Gefamtausgaben für ärztliche Behandlung belaufen sich auf 212 810,82 Mk 3n feinen hauptfächlichsten <Pofitioncn fehl sich dieser Betrag wie tolqt zusammen 163 781.05 Mk. Honorar für bie DcrlragSärzte. 1154 Ttt für ver- trauei -ärztliche Nachuntersuchungen, 16 230,53 Mark Honorar für Aichtkassenärzte. 26 236.52 Mark ftir zahnärztliche Vehanblung unb 4657,17 Mark für sonstige feilte rinnen. Der Aufcoanb für Arzneien unb sonstige Heilmittel erforderte eine Ausgabe von 67 447.83 Mk 3n dieser Dumme ist ein Betrag von 12 498.18 Mk. enthalten, für ben bie Ortskrankenkalle Heilmittel in eigener Regie verausgabte Würde diese Detbstabgabe nicht erfolgen, erhöhte sich dieser Betrag um etwa 100 Prozent.
3m abgelaufenen Geschäftsjahr kamen 4195 Krankheitsfälle zur Anmeldung, gegen 7400 Im Doriahre. Hiervon entfallen 2466 auf männliche unb 1729 auf weibliche Mitglieder. Gegenüber den 143 066 Krankheilstagen in 1925 waren es im verflossenen Jahre nur 108 361 Krankheitsiage 57 546 entfallen hiervon auf männliche. 50815 auf weibliche Mitglieder. Das zur Ausiahlung gekommene Krankengeld betrug 206 2C4.27 Ml. gegenüber 288 02' 91 Mk. im 3ahre 1925.
Für die in Kllniks- unb Kranken- hausbehanblung besinblicheii Mitglieder wurden 5386.74 Mk. Hausgeld und 2238,52 Mk. Taschengeld verausgabt.
Eine sozial- und bevölkerungsvolitisch segensreiche Einrichtung ist die Gewährung von Wochen- und Stillgelb. 3nsgesam: wurden hierfür verausgabt 31 992,12 Mk. und zwar für Mitglieder in 182 Fällen 25 593.06 Mk unb für Familienangehörige in 219 Fällen 9302.06 Mk.
Sterbegeld mußte in 42 Todesfällen von Mitgliedern mit 4929,80 Mk. und in 12 Sterbefällen von Familienangehörigen mit 1723 87 Wk. insgesamt also mit 6653,67 Mk. zur uluszahlung kommen.
Die Derpslegungskvsten in den Krankenhäusern erforderten eine Aufwendung von 75 032,38 Mk 11. a. kostete bie Ber- bflegung erkrankter Mitglieder in den hiesigen Kliniken 44 156.23 Mk. im Erholungsheim Daldkayenbach 16 233.40 Mk.
Die Derwaltungskvsten machten eine Ausgabe von insgesamt 8)669 06 Mk. notwendig. Die prrfönlichen Berwaltungstosten mit ben Gehältern ber Angestellten, Beitrügen an bte güt- ferae- und Auhegehaltskasfe ukw betrugen 72 272 45 Mk. die fachlichen Derwaltungskosten 8396 61 Mk
Das Hauskontv brachte eine Einnahme von 4412.32 Mk. eine Ausgabe von 3859 35 Mk.. mithin eine Mehreinnahme von 553.07 Mk
3nsgefamt belaufen sich bie Gesamtausgaben auf 774 294 62 Mk. Io bah ein K a f f endest a n b von 1 0 1 979.42 Dl k mit tn das neue Geschäftsjahr übernommen werden tonnte
Die Zahl der Mitglieder beträgt im Monatsdurchschnitt 5876 männliche unb 4607 weibliche. Hiervon waren verficherungspslichtlg 5098 männliche und 3657 weibliche Mitglieder Berficherungsbevechtigt und erwerbslos waren 778 männliche unb 949 weibliche Mitglieder.
Die Bermögensnachweifuna zeigt eine ör.b'umme von 206 356.29 Mk Der U e b c r • schuh der Aktiven bezissert sich auf 19888229 Mark, die Rücklagen am Schlüsse des Geschäftsjahres betragen 78 804.52 Mk
Sine inlcreffantc Zusammenstellung der Leist ungen ber Ortskrankenkasse der Jahre 1914 bis 1 926 beglicht der. Ge- schäftsbericht. Einige GegeTrüberstel! ungen der hauptfächllchsten Rubriken der Jahre 1914 unb 1926 leien hier angeführt, wobei bie zuerst genannten Zahlen die Aufwer.Lur.ger. von 1914. die e-.r.grllam.inerten die von 1926 bezeichnen Für amtliche Behandlunz 62 692 Mk (212 810 Mark». Arznei anb sonstige Heilmittel 34 251 Wk
(67 447 Ml » Krankengeld. Hausgeld usw. 101675 Mark (216 486 TH 1. Wochen- und Stillgeld 6823 Mk <34 802 Mk. Äur* unb Berpslegungs- tosten 27 162 Mk .75 032 Dlk » Verwaltung», tosten pertönsiche 33 SM Mk <72 272 Ml - sächliche 7430 Mk <8396 HL) 3n der Endsumme zeigt die Zusammenstellung eine Gesamtaufwendung von 286 766 Mk un Jahre 1914 gegenüber <t4294 DU. im Zähre 1»26. Zn dielen Gegenüberstellungen sind die erhöhten Anforderungen an bie OrtskrankenkaNf am besten gekennzeichnet
Rach dem Bericht des Prütungsausfchusscs. der zu keinerlei Beanftunöungen Berunlallung hatte, konnte der Bericht der Berwaliung gut- g e h e i ft c n werben
Tic •Rcrbcjicrunfl der soziale« Leistungen.
Durch auftergewöhnsiche Umstände gezwungen. muhte im Sabre 1925 die Ausschuss pung eine Erhöhung der Karrenzzeit beim Bezüge von Krankengeld von einem aus drei Tage vornehmen, ebenso muht7 das Krankengeld um 10 Prozent Herabaeseht werden. Rach einem Antrag des Borstandes gestatten es nunmehr die sich bessernden Berhältn.lle. die Karrenzzeit aus -wei Tage zu vermindern. und eine Erhöhung des Krankengeldes um 5 Prozent Donuneftmen. Sobald sich übersehen läftt, wie sich bte Erhöhung der Gebühren der Aerzte um ein Biertel der seitherigen Bezüge aus b.e Gestaltung der Kassen- Verhältnisse ausvirkt, sotten bie alten Leistungen in ihrem vollen Umsange vieberhergestellt werden.
Die Familienhilse IvU insofern eine Erweiterung erfahren, als in Zukunft auch den Kindern über 16 Zähre freie ärjtl:4>? Behandlung gewährt werben fott. falls biese burch Gebrechkii irgendwelcher Art dauernd erwerbsunfähig find.
Bei Kllniks- und Krankenhaus» behandlung wurde feither an Stelle der bann In Fortfall kommenden Arzt tost en ein Drittel ber Berpslegungskosten der Kliniken gewährt. Diese Dergütung wird nunmehr auf bte Hälfte der Lerpflegungskosten erhöht.
Diesen vorgeschlagenen sozialen T erbeff er un- aen der Leistungen der Äafle stimmte der Ausschuh einstimmig zu. Als Tag der Einführung wurde der 15, Mat bestimmt.
Tic Crrichkung tinesVerwallungsgebaudeo.
Schon feit Zähren wurden die lebhaftesten Klagen über die Rlnzulängltchleit bet gegenwärtigen Verwaltur.gsrüume laut. Bereits bei normal?m Geschäftsgang erweisen sie f.ch als viel zu Nein, bei Zahltagen und etwas stärkerem Dcrlehr sind die Zustände Wn Schalterraum manchmal direkt beängstigend, Zm Hinblick auf diesen Rot stand Ist e» nur natürlich, dah sich der Vorstand schon seit mehreren Slhungen mit dem Gedanken trägt, der Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes nähet- zutreten.
Diese Gedanken und Vorarbeiten verdichteten sich nunmehr zu einem dem Ausschuh vorliegenden Antrag des Vorstandes, der Lrnchtung eines eigenen Verwaltungs-Gebäudes näherzutreten Rach den von VorstandSfcite gegebenen Darlegungen ist das zu errichtende Gebäude auf dem Eckplatz, ber von ber Goethestraste. Slephan- strahe und Lesiingstrahe gebildet wird, vorgesehen. Reben ausreichend groben Vermal- tungs räumen und Ausenthaltsrüumen für den Verkehr mit ben Tit*.ihc7em usw soll der 2teubau eine Anzahl Wohnungen enlhalien. Weilet ift vorgesehen, eine Station für Zahnbehanblung anzugliedern. ebenso auch Einrichtungen für gesundheitstcchnifche 2 äber usw. zu treffen. Die Hergabc des Bauplatzes seitens der Stadt in Erbpacht ist sicher- ».(1(111. Die Finanzierung des Baues soll aus üsfigen Mitteln ber OrtslrankcTnkaffe geschehen, im Bedarfs!alle steht ein Kredit der Bezlrksspar- lasse in Höhe von 100 003 Mk zur Verfügung. Die gesamten Baukosten sind unter Vermet- dung alles übcrttüssigen Prunke- auf etwa 300000 Mark veranschlagt: in dieser Summe sind die Kosten für die Znneneinrichtung einbegriffen.
Rach eingehender Aussprache stimmte der Ausschuh den Plänen des Vorstandes l m P r i n- zip zu. faßte jedoch noch keinen endgültigen Befckluh Ls wurde ein Aus'chufj, bestehend aus einem 2rl»e»tgtber- und zwei Arbeitnchmermit- attedern gcbtlXt, der in Gemeinschaft mit Vorstand und Verwaltung eine nochmalige Überprüfung der Pläne vornehmen fott. Der Beginn des Baues ist für den Herbst dieses Jahres geplant. im Herbst 1928 soll bann da- neue Der- walsimgsgeväube feiner Bestimmung übergeben werben
Wcitcre Zukunstoprojcktc.
Zm weiteren Verlauf ber Tagung wurde der Vorstand beauftragt, an bie Stadtverwaltung zwecks Errichtung eine* Licht-. Luft- und Sonnenbades heranzutreten Dieses mühte natürlich ben Mitgliedern der Ortskrankenkasse gänglich sein Die Einrichtung einer derartigen Stätte wirb im Hinblick auf bte sehr günstigen Einwirkungen auf den Körper bei einer grofjm Reihe von Krankheiten als unerlähkich gehalten
Den Veschluh ber Ausfchuhsihung bilbete bie Beschäftigung mit einem weiteren sehr toeit» ..en Problem ber benMi^iigicn Verschmelzung mit der Lanbkranken- lasse Giehen Don einer berarttoen Zentrali- faticn verspricht man sich günstige Auswirkungen für tic TZfglieOcT und eine sehr wünschenswerte Vereinhnrlichung im Vrrf cherungswefen Dieser .räche kommt nur borbewüenbe
Bedeuiung zu. sie verdichtete sich aber zu dem Beschluß, dah in Verhandlungen von Tterstanb zu Vorstand unb Ausschuß zu Ausschuß ringeltet en werden soll. Sinmüsig [am die Meinung tes Ausschusses zum Ausdruck, dah bie Ort6» krankenkattc Giehcm eine Verschmelzung mit ber Landkrankenkasie anstreben sollte
amerifd, der Gläubiger brr ganzen Welt, über di» Finanzfragc den Abrüstungswillen oder vrelmehr Unwillen der anderen beeinfluHai könnte. Bei bet Lage etwa bet französischen
Währung und ’htet Abhängigkeit ton ben amen- fan.’d'en Schulten würde es nicht schwierig sein, auf Frankreich einen Druck auszuüben. der bie Abrüstungsfrage wirkich vorwärts brächte. Aber
dazu ist man in 2Lnerxla n cht fähig und Wo man es ist. will man es nicht r**cr wetnrrbt man gc- traut fich nicht Dem nonlitsich würfe eine solch.' Politik Betbinbung mit Europa bedeuten, di» man scheu: ta der Führung der Republikanischen Partei scheut ir.aa f e aller* t gs nicht, weil man Ne für falsch hielte bcun da nfi» man haft btefe Berouidung «11 Europa auch für Rotdametila notwendig ist. lonbcrn :;e l mar bie Rückwirkung auf bte inneren VethältniNe die Wahlbewegung fürchtet. D.'.t ktonb ist >a reich genug, um sich bie Unklarheit m bet Betrachtung der Aufier.pelui! leisten zu Lnr^r.. b.e beule vor allem die demokra.ikck« Pa:.e» charakterisiert unb damit bte Wiederderste lun i e r.er wirklichen Dettpolttil erfchrven und lahmlegt
Rur unter am eritoni schein Druck können bitte Fragen bet .Retonstruktivn- b;e tn den Schlagwc r.e- SteWe*-*' 1 male al k-en und Abrüstung zu'ammengelaßt In - trt: m absehbarer Zeit hortr.*.it»l.-'mmfn Oder will man m Amerika wieder malten, bis aus ben Un- mög ;< und ten
Uniulängltdileilen des wirt'chasil chen Dietet- auft^ues eine neue große Krise, ein neuer Zusammen steh ber europäischen Staaten hervor- g»ht7 ______________________
Das eigenhändige Testament.
Von Zustizinspektor Schröder. Butzbach
Di» Bürgerliche Gesetzbuch läh» neben dem össentlichen Testament (errichte: vor dem Ointt*- gx richt oder ch das v
eigenhändige Testament zu Das letztere w r> osi bevorzugt, weil es bequem errichtet unb ebenso bequem wieder aufgehoben werden kann, wenn man sich anders besonnen hat. vernichtet man es unb schreibt ein neues! Und doch sollte man die Gesahren nicht ger.ng einlchätzen. bie solch ein selbstversahtes Dokument tif s.ch birgt Ad- floschen davon, daß bie äußere Form gewahrt ein muß. ist cs schr le.chl möglich daß der Testierende unflare Bestimmungen trifft, Rechts- begriffe verwechselt und dergleichen.
Es liegt mir fern, m.t diesen Zecken eine juristische Abhandlung bringen zu wollen, das überlaste Ich Berufeneren. Warnen möchte Ich aber den Laien, an Hand von Musters 1 p.clen so vorzüglich sie auch sein mögen. k\r-^<(tanum niederzufchreiben, dabei Ausdrücke tr!e Vor- und Racherbschasi. Srfaycrbschaft. Vermächtnis. Auslage. Testamentsvollstrecker ufw. zu verwenden, ohne sich vorher Klarheit darüber nerftbalfl zu Haden Am ungcsährlichsten Ist bie Errichtung des eigenhändigen Testament» je?* jentgen, der weder Frau noch Kind noch nabe Verwandte bat; sür ihn kommen weder Pslicht- teilsbercchtigte in Frage noch wird er in Iter- fuchuna kommen. Bor- und Rachs'ben einschcn zu wollen.
Reiflich zu überlegen ist aber dis Abfassung des gemeinschaftlichen Testaments 'der Eheleute. Das Erbrecht der Ehegatten ist nicht besonders günstig <neben Abköminllngen bei linder loser Ehe neben Ellern. Geschwistern und neben Großeltern des Erblalsers ', Da ist es verständlich, wenn man dieses Ervr »t durch eine letztwillige Verfügung zu ( rrinieten ün'cht. Die Beratung von Shegatien in so!».1 .fallen ist nicht so einfach. Am günstigsten w.rd feibfl- verständlich der überlebende Ohcgane gestellt. Wenn man sich gcgen'eitig zu Erden einsetzt. Das sollte man aber nut tun. Wenn man sich das Vertrauen schenkt, daß der Ueberlcbend» sich nicht Wieher verheiraten und ben K.nbern daS Vermögen etbaltm wird. Gerechtfertigt war dies Dertnaucn nicht, wenn ein 2begatte dein fcheidcnben Wcggenosfcn ben Schwur zum Unter- pfände gab: .Del deinem Leben heirate ich nicht wieder!' Hier hätte fich etwa folgende Form des Testaments empfohlen
Wir fetzen un* gegenseitig als Erb n ein. 5 2
Unsere Kinder ... sollen, fall* sie ba* Verlangen stellen, aus dem Rachsasfe des zuerst Versterbenden nur den Pflichtteil erhalten.
§ 3.
Falls ber Ueberlebenbe z u einer weiteren Ehe schreiten sollte, tritt bie gesetzliche Erbfolge nn.
Unvorsichtig ist e» auch, wenn in solchen Fällen, tn t-enen man sich vol.es Vertrauen * cht schenkt, ber Ueberlebenbe als Aiahdtauchcr für Lebenszeit eingesetzt w rb. da man hiermit ben Kindern vielle cht auf viele Zähre h.naus das Verfügungsrecht über ihr Erbe entzi^l.
Run noch ein Wort über bie äußere Form des eigenhändigen Testament- Es muh. um gültig zu sein.
1. feinem ganzen Znhalte nach vorn Erblasser eigenhändla geschrieben fein;
2. Ort unb Tag der Errichtung, eben'alls mit eigener Hand geschrieben, angeben;
3. mit vollem Damen (Vor- u-."> Familiennamen) eigenhändig unterschrieben fein.
Zu beachten ist, daß Ort und Datum nicht, wie manche Leute bei ihrer Korrespondenz es sich angewshnt haben, unter die Unterschrft und links davon *u stehen kommt sondern stets über bte Unterichri't ent weder über das ganze Schnststück oder unmittelbar barunter E n Versehen in dieser Hinsicht hat de Ungültigkeit be* Testament* zur Folge. Ferner sind Ortsnamen. Monat und Zahreszahl vollständig aiyugf5m. <3inn Beispiel: G eßm am 15 Zanuat 1927.) Auch nn Xert sind Abkürzungen möglichst zu vermeiden
Gemeinschaftliche Testamente find in ber Deile her^ustellm, daß bet Ehemann unter Angabe von Ort unb Datum bie gemZqschatt- lichen Bestimmungen, etwa unter ber Ueber’djrih .Gemeinschaftlicher letztet W lle", eigenr>änly;g niedertchrribt unb unterschreibt, während bie öbetrau darunter (unter Angabe de» Ort* unb Datum*) folgende Worte setzt und unter- schreibt:
.Das vorstehende Testament soll auch als mein Testament gelten."
(Ort:) ...... den ........
(Unterschrift:
Vor-, Zuname und Geburtsname.)
Da» das gemeinfchaftlichc Testament anlangt, io fei cuf einen Dachte I tn»'eiben besonders hingewie^en: Zn ber Regel ist nach dem Tobe des einen Ehegatten rin D. dcrtuf des noch lebenden Ehegan :< ausgc schloffen, wenn er bie Erb^chatt des Verstorbenen angc- nctnmen hat. E-s Ist daher zu übrrteoen "5 •*


