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Br. 279 Drittes Blatt

Dienstag, 29. November 1927

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

IDa* anher? formte.i Die neuen 2tu*idHunQ«i te btr |apantl4>cn unb angel'ächsUchcn freite «beuten, bic mit auffallender Üeixrvtnftim- itung r>on bem Gegen eine* Ctaatcnbun- bei (Jbina sprechenI Der Gedanke leibst ist i<wlb acluiib, wenn er aub 4>inr4il<bem. nicht ibet, wenn er au» ausländischem Munde kommt, beim in diesem Fall laust e# einfach auf bk .Jen. nur bcttlmmttr aozugreifenden 3ntcr- < ss ens pbü ren bei Auslandes, h h. aus eine «rhüllt» Teilung iS/inai hinaus. Dazu bann <ii flut bezahlter chinesischer Strohmann, und f|.i ganz neues fleeiiuglei iSbtno wäre fertig. Nusgerüyrten Jbven t»on staatlicher Selbst Herr- i Dielt mub man aufteriich Äonjelltonen machen Ter Chinese merkt es dann vielleicht nicht, dast n der neuen Form der alle Kuchen ftedt. Se- ctchtele doch soeben der amerikanische Delegierte 5Jai Strawn bobetni, unter 100 ttbinelen der Straft» habe nicht einer etwa» von 3oli* und reberen Verhandlungen gemuht ober den Qlatto- icliimui anders verstanden als eine PietätS- bricht, die Staatsregierung xuaunften der eigenen Simtlie nach Kräften zu schädigen ober zu be­rauben. Und der Prältdent der gröftten amert- 'tt-iisch-pa^ifilchen SchtfiahrtigeieUschast erzählt e»t nach seiner Nllckkehr aw» China, er habe irrt die Leitungs-Reporter gefragt, warum sie trit nationa.iitilch gefärbter Aremdenhab-Dele» , ramme nicht die lieoc Gotteswahrheit drahteten, beb alles nur künstlich Hochgetrieben, russische Lrvpaganda und chinesisch gar nicht schlimm sei, iw habe die Antwort erhalten: .Zür die dlvfte Wahrheit das viele Geld? Wir müssen doch etwas kabeln!"

beider Hl es wirklich zum grasilin Teil so. v (tiiu war immer da» Lund der unbegrenzten Un- , .glichkeiten. zu denen auch ein vom Aueland be­wußter und bejüblter chinesischer otaalenbunb ge- ren würde Die fähigsten chinesischen Generale nen, wenn sie glauben, ein Staat wie da» stamm- nrnxmbtc Japan hätte etwa» andere» bei einer 'Bedtänbiflunq" im Äuge dl» da» eigene Inter- ir. trog noch Io grotzer flbnrlfiunq gegen die weiße <rile. wovon freilich die erneute .l'ssorderung der Irttung ..Asahi" in Tok'S, die englridte Sprache al» klichtsach ber Schuten ganz abzuschassen, wieder- in Zeugni» ablegt flnbererfelt» hoben die B n ßrlsa chsen eingefrbrn. daß sie ohne Japan in

Chinas Teilung.

Don Pros. Dr. Waldemar Debile.

DI chian Kai Tfchek. der aus leinet I chten OiocKm beton K gl* gnicurr: .ag»- *5|e" Marichall des *uu-l:,*en Cipcnr in rm Japan nach Nanking Hurückgekrhrt und tat den Dbetbdcbi yiebet Übernommen, önbe Ceptrmb«1 haue er Ch NO ver.a'ie. mH einer ^b«chtedsdm'chast - lerne alle -.amroa-WiU- urafabemU sie toilr 'h* vor dem DvNchewsmus feiten Das war sicherlich mehr an d e Abreise

.< spanischen Reite, eis fl-richtet Gegen apan war es n.ch« gegangen nun muht» es mit Opom gehen 3n Tokio und andern Städten jeeü er 'chdne Heben übet die Notwendtflkeit enH <Bfl ren ch nesifch-fapanifchen Zusammen­flüsse» oabe doch Dr Sun die Kuomingtang- yiäne ernü in Japan enlworsen. Zwar würben x,ächzetttg in Oien v fl Propaganha-Blatter oer- Nr.tr u a. mit bet freunbrichen Cnladung: Hiebet mit den sapant'chen OHJitar.fi en", mit kRtn Tlchiang bereits am 20. Oltobet neu »an der Rand ig- X.gi.rung tn den Öt- Iut. -Rat -7wählt - . zvsaliig gerade Tee trank: aber das t in Dsta'ien fein Widerspruch und eine Art lefuript war das auch schon wie die Brüder

Pt Cun nannte Chinesen u ad Japaner ^ui'ch immer Brüder flonz gen tu muhten »oenriich wolltc schlang nun na« Amerika ehr«n Doch da» nag den Japanern unan- /*nebm gew. en lein, und so haben sie es dann - >r gezogen. ch mit ihm allein zu verständigen. D&te es auch nur um ihren Mann im Horden. Tschangt'vi.n nicht zu übermütig und eMiänMfl nxuat zu lassen Hin einiges. title* zentral: teries China wäre für Japan dxe unmittelbare Bedrohung seiner Vormacht- irlluna im fernen Offen Darum müssen bic Vrne'ischrn Generale einander weiter, z T. mit Japan* QMb unO Was en. in Schach halten. Ix- tiUuMfltn und ausreioen. nach der allen Weis-

Mue Bücher.

Waldemar Schweis Heimer D te Liebe - nuretne Krankheit? 303Sette» 8* mit 6 Dicht al rin. Verlag Knorr und Htrth ? m b A_. München 1928 ~ Die Liebe ur­altes, nie ed&riHe*. nie en:rärie!:rs nie zu Onhf besprochenes und beschrieben es Thema und Leitmotiv der -nent pichen De cil'cha't Bier spricht der Arzt der Verl alter i| den Le em unseres Blattes übrigen» nicht unbetonaif. und man foimte be'org. n. feto Buch mLch!» in einet grau amen Demos! erung und DesiUuslo- nierung rrmrntiichrr Begriff s Ivb in m u ngen gch- leln. 5a und n<in. Natürlich find nHr ferne Nomantiker mehr. Aber und das ift der 'nmpath 'chite und ,ebenfalls der bestimmende Oinbmd des Buchs gerade der Mediziner verzichtet auf eine aufkläreniche Cnrichleierung und T U rchnüchterung des Allerchll losten er trendet tich gegen die materiallstriche Denkwe.f' und scheut '»ch nicht vor dem Eingeständnis un- gekäster Rätsel und rdiafo'en Bcheurmifses in feinem Thema bi< T ldfrag ill ,uhleich Lett- Lekanke und Adle)-tu ng weithin herr'chender Seiheshaltung. Dabei ift Icinedei unangebrachte, mystilche Vernebelung und verfehlte (beoeimni»- krämere, in bie'er Schrift Sondern es ift ein iri'frnfchastliches gründliches, offenes und ge- kcheites Buch «mtftanden. das eine Sülle z T höchst aftuellrr Fragen des groben Themenkreifes b«handelt und U'cnswerte Deutungeni und Dar- lecungen zur P vchologie und Phn'loiogie jenes grosten Veheimnis'es termittell. das wir mit Fern kleinen Dori .Liebe" zu erfassen und zu benennen uns gewähnt haben tiZ6

DertrubSiever-Brausewettcr Tie bitte Hüfte B) e 11 der Srau. 191 Seilen 8 Cbebrf.et 225 VN. Ganzleinen 4 Mk. Gebrüder Partei Verlag. Leipzig. Vertin 1»27.

3n zehn tlugen, nachdenklichen und m.t klarem Blich für Vergangenes und S.genwäniges ge- 'ch.i denen iban« amreift' die Verfasserin den weiten Kreis geistiger und körperlicher Wefens- elemer.te. die d«r Welt der Zrau zwischen seliger .HlnMd-alt mb schichsolsschwerer. p lichtgebundeaer Ae.se be*ttarnen Cin Buch ernsthafter Besin­nung aber auch frohen Dillen* zu dewuhter, pedönlicher Lebensgeftaltung 634

Xeclam Praktisches Wissen. Herausgrgeben unter Mitarbeit erster Fach­gelehrter 1. bis 23 Taufend. XII 800 16 Genen Ccrifon 8". 918 Ter bilder, Sei­ten Arias 16 farbige Tafeln. 8 Kupfertiesdruch- lafefn 2 Doppeitonbilber. 3n Leinen W TiO. Verlag Philipp Aeclarn jun.. Leipzig 3m Handbuch für alle, ein Lesikon in einem Banbc fürs praktische Leben, zum Vachschlagen, zur

Crgä' i und A ' rischung jederz u notwen­digen w'.^.eigen und a".e. .arrn Wi'fei s Da» GMize n fünfzehn grvhe Un'.erntKrtleifleu flf flhe.itl die er 'a4keu.ee zusammeng^ftdlt und dnrchgearbe-tct linb Ilm eine Probe aus der beklemme: Vn Fülle des Anhalis zu g brn. sei wahllos bal eine oder andere Kap tri aus den grobe Teil gruppen Hera usg heben Da edähri man etwa in einer Kapiiellolge das TLNifllte über die AelativitLtstheorie über bt Apochrn der Crdgdchzchre, über chypnose u.ib Suggcfttoi' Zn einem anderen wirb nun zugleich Über die deutschen Bäder und über da» .Hochgebirge unl erricht et Cin weiterer Abschnitt behandelt, sehr zciigemäh alle erdenllich n Arten des Sporn» Der nachfte widm» sich dem Verkrh:*- treten und bring! viel brauchbares ÄleinmatetiaL Aktuelle Äapud aus der Technik in Abschnitt V. Heber Äufii, Malerei und Literatur «in üdrund- zügeni iorinierl ein Wei!«« X.il. e.n ander« über jurifti'che Fragen wird« ein ander« über alltägliche Probleme der Vledtzm und Hygiene, der nächste üb« kau'numnischc Angelrg nh >ien D»e Frauen werden ricl Lesenswertes in dem Buch» vvdinden Sarderobe und Schneid«ei. Küche und Haushali linb aassühdich berück- 'ichtigr. Zn Abschnitt XII kann man gleichzeit g über Kakteen über Hunderas'en und über Sistschlangen belehrt wer «i. Die biibrn folgen- hen Gruppen um'aflcn Landwidlchaft Garten­bau und Geflügelzucht 3m o. dicht lebenden Teil XV endlich Ift t*a* Wichtigfle üb« Das. Wallcrvedorgung. Clektrizitä: und Heizung zu­sammen geltelli neben ma ichem anderen, zum Hausbau und Hauswe'en gehörigen Sonder- tapifcl Da» ift natürlich nur ein Auszag und llcbetblid; in bet Xat vereinigt und ver­arbeitet ker ansehnllche. gleichwohl händische unb sorgsam ausgeftatrete Band eine Fülle von prak­tischen, Wissen, das burch reiche iBridbeigaben aufs beste begleitet wirb 702

Das deutsche Ha nbwerk in seiner kulturgeschichtlichen 3 ntw ! ck - Iung Veh. Gchusra! Dr 3b.ar> Otto. Mit 23 Mbildunaen auf 8 Tafeln. «Aus Vatar unb Deisteswelt Vd 14 ) <y-t> 2 Mk. D.rlag von V S. Icubr« in Leipzig. Das Handwerk, zwar vielfach In der Gegenwart bedroh besitzt auch heute noch Bedeutung genag. un eine Kmntnis sein« Vefchlchte. ganz abgesehen per, deren Wich­tigkeit sür unfere ganze Kulturrntwicklang. für weite Kreise beachtenswerr ersch inen zu lallen. So bad eine Dar lellung. wie sie dts vor­liegende. nun schon zum 6 Male hniausgehende Buch entbal auf vielfache* Znteresse rechnen.

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1 ' ! 111,1,1 .............

China doch in gefährliche, allzu kostspielige Aben­teuer hineingeraten. Darum zeigen sogar die Ame­rikaner. beispielsweise ihre sonst gar nicht Io |apan- freundliche ..Chicago Tribüne . neuerdings viel Verstandni» für Japan» ..korrekte Haltung", auch in Lchantung unb der Mandschurei, weil China nun einmal noch nicht imstande sei, im eigenen Hause Ordnung zu schaffen.

Eine Teilung China» auf föderativer Grundlage würde natürlich den chinesischen Norden absolut Japan überlasten. Die Briten schicken ja nicht ein­mal einen eigenen Generalkonsul nach Harbin, so baft an Stelle de» japanischen z. 3- der deutsche al» Doyen fungiert. Japan blickt langst über die Mand­schurei hinaus tiefer in» Festland hinein. Soeben ist der fapanifche Anthropologe Dr. Toni von seiner mongolischen Krise zurückgekehrt. (Fr berichtete Zu- baute, bir Japaner seien den Mongolen überaus si,mpa!hifch. und diese wühlen meist überhaupt nicht, bah die Mongole, zu China prhore. Und do» ifi |a auch ein ganz überflüssige» Wissen: denn liegt nicht Japan ebenso nahe *

Um eine solche Teilung China» ohne Lärm in die Wege zu leiten, bibarf e» chinesischer Bürger- Iruge unb »nationalistischer" Generale. Ischong- tsoIin könnte zu eigenwillig werden, nachdem er seine letzten Gegner flen und Zeng dessen Soldaten übrigen» ihren Frldherrn zum grasten Te l verlasien haben, nicht wegen Mongel» an Ver­trauen. sondern an Kaste zurückgewielen hat. unb nachdem sein früherer Feind Wupeifu vor Nan­

king» Häschern nach Szechnon geflohen ist. Augen­blicklich seien Tschang seinen Sieg noch nach alter Weise mit Verhaftungen und Hinrichtungen. Allem non meiner früheren Universität Peking hat er wie­der 30 Studenten al» Kommunisten und Anhänger Zeng» eingefperN. Zur Buhe aber darf er nicht kommen, sonst wird er gegen seinen Zwmaherrn Japan allzu chinesisch und aufsässig. Und so hat denn Tschiang nn Süden wieder den Oberbefehl unb wahrscheinlich japanische Versprechungen dazu.

Man kann ja auch nicht sagen, dast China von Truppen entblöstt fei. fall» die chinesischen Generale feine Soldaten mehr haben sollten, denn in Tientsin stehen 10 000, in Peking 2000 und in Schanghai gar ungezählte Briten, Japaner. Amerikaner tuan- zosen unb Italiener. Sie alle Helsen den Nationalis­mus in ihrer Weife weiter, bi» da» chinesische Volk soweit ift. an die Stelle tönender, von den Bolsche­wisten gelernten Worte die stille Tat zu setzen.

Gießener Jugendgericht.

3n der Vov.rm.ers düng wirkten als 3u» aeichschö sen mit Oberpostsekretär Heck von ®ie» f*n und Kari Voigt von Wicleck

5» ftanb diesmal nur eine Sache zur Ver­handlung. unb zwar gegen einen jungen Men­schen wegen Dieb'taills. Zm vergange en 6cm- rrer kamen in einer hiesigen Badeanstalt mehrere Diebstähle von Gelb ober von Portemonnaie»

vor ohne baft es zunächst gelang, dem Tätet auf btt Sput zu kommen Der Verdacht .eattt h4> fchlteftlich aus beit Angeklagten bet denn auch nach an änglichem Urugnen letoe Bericb.unge.i cingehanb 3n'olfle von S.ellen» unb Velchu :,- gungzlotigkeit bte «o häu'lg die Ur ache zu TWt- eben aller Art bilde, die zu b.heben c ' acat auch nichi ker e t ge Ernst v rdande« war l^m ker An, eri.agie zu Teilen 11 II eia; ee De Lt afe lautete auf vierzehn Tage Gefängnis Da e» f»ch um einen turyee Me Ichen handelt ker bLb*r noch nicht mit dem Ge'eH tn Krn Itti geraten war. wurde bte Sira'oerc'unung bei fünf» , Ldriger Bewährnngslrft a t s»7e cvt G'.eichzef.lg wurde Hin Vormundichait r chter die An.-rknung widtomer CrziehungOmittel über­lallen

Schöffengericht Wehlar.

Q dm# Shefrau aus Aauborn ftanb wegen gemeinlchaf Ilichen schweren Dieb­stahls unter Anklage. W,e die Verhanblung ergab lührie die Angeklagte mit ihr.m bereits früher abgeurteitten Themann gen,.in!chaftlich einen Tinbruch In bas einem WeNlorer Zagd- pächier geh. rige Zagbhaus im Gemeinde- roolb Vollnkirchen aus Cingang vedcha'l- tn, sich die Täter |. 3- unter Zuhilfenahme von 2P.-d*eußen. CHirtoenbel würbe, Lebensmittel unb Gegenstände (u. a. ein Aahrrad unb dn Gewehrt im GdamtweN von etwa 1000 TBart; die Gegenstände mürben gleich nach der Tat an verschiedenen Stellen im Wald vergraben um einer evtl. Haus'uchung vvrzubeugen Di.' Angeklagte war g.ltänbtg und bezeichne!» ih e bomallflc Notlage als Üdache der Tat. D UrteU lautete auf drei Monat» G fängnIs. welch» Strafe das Gericht 1. Januar 1631 auszu'eden beschlosi

Schwere Ildunben1äll4)ung legte bic Aull einem z. Z. inhaftierten Arveiter aus M a dein zur Last. Die strafbar» Handlung ift - reit* im Zähre 1920 von dem Angeklagten b- gangen worben. Der Angeklagte 'achte dama s nach Verübung der Tat schleunigst bas TM'e unb lief! sich im belebten Gebiet nieder Ta er ohne Austverspapier» war, halten ibn bte Zronzosen bald gefast! unb fchi llen ihn in bie Srembenlegton. v-n wo er nach sechs Jahren Dienstzeit wieder ent­lassen wurde 3n der Heitna! angetommen wurde er aus Grund des f. 3. erlassenen Steck­briefs sofort in Haft genommen. Die Vir- handlung vor Gericht ergab folgendes Auf der Arbei -stelle d<- Angellagien Im Jahre 1920 batte jeder Arbeiter eine besondere Metall« marke mit einer Nummer, die ihm beim G eId­em p s a n g als Legitimation biente. Der Angellagte lieft sich nun von einem Schloff r unter dem Vor geben, er habe fein» Mark» ver­loren« ein» ander» Marke mit Nr. 180 unb v n einem anderen Schlosser unter dem gleichen Vor- aeben noch eine Mark» mit Nr 80 anfertigen. Mit Hllfe Meftr Marken gelang es ihm dann, zu einem Lohn auch Me Löhne zweier anderer Mit­arbeiter abzuheben. M» er für sich verwendete. Gr wurde jedoch entlarvt Jetzt war her Ange­llagte geständig unb büstt Irin» Handlungsweise mit vier Monaten Gefängnis Auch -uh er bte Kosten des Verfahrens tragen.

Nundsimkprogramm

des Frankfurter Senders.

(Aus der »Aadio-llmschau".) Mittwoch. 30. November.

15 30 bis 16. Die Stund» der Jugeich 16J0 bis 17 4S Konzert des Hausorchesters Pucclnt 17.45 bis 18 05: Die Bücher"und» 1830 d s 1«: , r. r IVnlc'unq au3 e g n m Tt' t mgen. 1« bi» 19 25 S:enographricher nbilM no^kurtus für Anfänger und Fongefchriüene tDikt.it von b?S,ld aufwärts». 19.30 bi» 20 Die Schachstunde. 23 bis 23.15 Senckenbergvi erl eist und- Be rn t- wortung eingegaMgener .fragen durch Prof Dve- urnnann. 23.15 bis 21.15: Kamn,ermusik-Kon»e.t. 21.15: 1 Übertragung von Äalld: Rinkens-Abnd.

Kameraden.

Boman von Feltz Moeschlin.

Copyright by Lari vuncker. Berkin W 62.

14 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

..Vielleicht erlebt man die roidjriflflen Dinge im Bftlaf,' sagte Georg unbeirrt, tfr schouie wieder Krrtt» Fenster Diese Welt wäre also mcht mehr roie früher. Diese Menschen, die grichästig vorüber- ffngen, diese Kinder, b* im v-rrk sp e.ten. b,e|» n-ngen Mädchen, die stehen btieoen unb euwn Viick unl(fa>ariefi diese Vurich»" bie in den Himmel outen da» wäre also dloft Schern, unb da- ftrrter skünde setzt ein ganz anOert» Derit'chland. oavr und hnfier. eine ganz andere Zeit der nun ib iu fügen h»,tte Aber macht» nicht der Mensch >e Zeit? Was halle e» für einen Sinn, haft er au» hm, Schützengraben kam. mit einem Beutel um den nilt, aus den er stolz war. wenn diese ganze Well eri nicht» anderer wo riete at» auf bie S.laoene?

i*1aubfl du wirklich." ;:gte tirunb*. «don du >1) gegen ein unausweichlich bestimmter Ctnzel- ^>,a -o.nen der Geschichte, gegen das unabwendbare Schicksal selbst zur Wehr setzen kannst' Ausgerech- »t du?"

Georg trat aus ihn zu. ..Diese» Schick'at p-hi d,r »atzri öine solche verkrüppelte. oedtümnK.ti Sei»- b.t fomint Nr gerade Darum glaubst T.i

btran. Alle, die in irgend einem Sinne Berkrüppel- wn und yedtümmelt.n werden wohl daran gla en. S-e können sich nicht? bestere? wän'chen --W . v? auf bie Zeit unb ist kenn sündigen. Denn manü.nöigt ja nicht selber, mbern bie Zeit ist er. die sündig!. Aber siebst bu * ien Ion wurde gtheimnizvoibu kannst tr.:t stech! sagen, datz ich ein unwichr ger. unbedeutender, kgar ein wenig lächerlicher bin. der kaum

k» Rech! hat. mitzureden. Denn er bet jj geschi-ie r, «Schu^engraber. verwest ' < ander . we rorben |inb. Du kannst mir mit de n Ruft ar ?<mmt aus der Irrenanstalt.' den Mund ftopten. renn ich auf Der Strafte predigen wollte. . Ader :q sage dir." Er trat noch naher auf ibn zu, beb.nd » r Leidenschaft. ..Siehst du. ich weift 1, 1:» von Iden Büchern, und ich :«rde nte etwas v?n hr..n xxficn, denn ich werde sie nie lesen, und wenn es

nach mir ginge, so zündete man ein Heuer an da­mit. Dem, wa» ich spüre, ist mit Bewillen nicht bei- »ufommen. so wenig. w,e ich versuch» da», wa» Ich pure, zu beweisen. C» gibt ein» Offenbarung, bie braucht keine Beweis» unb gibt fdne Beweise. 5i» ift dte wahre Stimme " /

. Bckt bu zu dm Theosophen fteganpen?"

Tie Stimme ist in mir." Georg schlug sich auf bie Brust, .^d) habe keine andere al» an sie zu glauben. (£» ist fein» Tugend, baft ich cn sie glaube, und d-e chtnme ift nicht» anderes al» da», was ich erlebt habe Dort um Wort habe ich erlebt, nicht grieien. Jedes Wort ift mir geblieben, viel­leicht ist da» meine Bettung gewesen während mei­ner langen Ätonffteit. vielleicht wäre ich für immer «Hunten wenn nicht dies» Stimm» lebendig ge­blieben wäre, die» Willen, da» sich nicht auf Bücher gründe!.'

8ui wa» denn?"

.Ich kann e» md.t sogen. C» wächst, und an einem schönen Tag ist e» da."

-Sehr Mar ausgedrückt ..."

. Stuft allr» Har ausgedrückt jein? Was ist Wär.au' meiner Hand. Licht im Tunket? Die» (ftefübt. zu fein wechielnd in ieiner Stärke? Ja. oerabe diese» firfubl. zu sein, bald stärker. 0. man ist oermesien. halb schwächer, man beugt hüb- Willst du dar klar ausdrücken, um nachher doch nicht mehr zu c*.i\n al» rrrbrr* Kühr n,ch: an b.» Geheim- ni<. Ist e» nicht 'chön. im Gehnmni» zu leben* Ich |>alv da» Gehe mri» immer aeliebL setzt liebe -ch e» noch mear. C» ist eine grafte Ärc;t in ihTN. Man braucht l;<b nicht zu sorgen. C» ift wie eine Mutter man mutz s,ch ihm bloft hinaeben Darum können mir de.ne Bücher n:ch!s anbaden. Denn fi» itnb nicht aus >e.ncm barrrbtrygm Wesen. Und wenn bu mir m;i itakistischen Surren kommst und historrichen Ta­bellen und tausend Belegen, io gtc-be ich dennoch en de Stimme, an das Wunderi^re. an das Im- nerwiederve^e 2n dos llnerwa riete 7! :cht voraus- gesehene. S Hst du." er g chn an» Fenster. ..Dft» Gras da drüben, da» aus dem Boden sticht und im Winde hin :;nb her weht, vor ihm will ich mich m D-em.1! verbeugen. Und bx;en fta'er da. auf dem Fenfterbren. ihn betrachte ich mit Chriurcht, so de- müng bin 3or deiner Der.'un-i^na verbeuge ich m-ch nicht da» mutzt du mir rtrjetbea. flr.a dummes, unschuldiges ftmb wird sich davor oer-

beugen, du mutzt e» mir nicht Übelnehmen."

..Andere Beweis» hast b.i nicht, al» Gra» und ftäs»r. und dumme unschuldige ftinder?"

Ich hab» dir id;on ge'agt. Beweise und B<aen- betonI» kommen für mich nicht in Betracht. Sein Glaube wäre bloft dann schlimm, wenn er mir mei­nen (Bi.iubtn rauben könn'e. Aber er kann e» nicht. (Er hat feinen Eimlutz auf mich."

..Lenn bu ruibt glaubst, baft bie Diktatur da» Wesen der kommenden Zeit ift, so wird man dich zwingen, e» p glauben."

.Zwingen? Wer werd mich zwingen

Georg starrt» den Mann, der diese» Wort ganz gelassen au,sprach, verwirrt an.

23.

Peter Grundt lächelte überlegen. ..Die Sache ist sehr einfach, mein Lieder In einem schlafenden Volk genügen einige Tausend ent chloffene Man- n»r. wenn ihnen nicht anbei» Tausend entschlossen» Männer zuvorkommen Sie brauchen feiner Partei zugehören C» ift sogar beKer. wenn fk feiner Parni angehören Ich brauche Männer, über da» ganz» Land verteil!, n allen leben, wichsigen Zen­tren. in allen Industr en. Ich bibe schon eine groft» Zahl dieser Manner. C» lind Veufe, die mcht» zu verlieren und olle» zu q,winnen haben jür An­hang unb Zulauf braucht ter Sieger nicht ju «ar­gen. Wer tru un» ist, hat die Macht. Und wer fall'» sich Ihre Mach' nid)! B>ürid)fn?"

Georg schüttelte den Sop4. ..Wir träumen also beide."

.Hch träume nicht. Die einzig» Gefahr bei:*ht darin, baft un» ander« zuvoriow nen ionnten. Wir wollen eine Kegierung der Semunft. bw anderen eine ttegierun^ de» allen Scheins Denn fi» zur Macht ?D.T.men. werden sie un» nicht -tonen, unb wenn wir zur Aach! toaunen nun. dann werden wir wshriche nstch auch nicht sehr rücksichtsvoll fern."

Georg ichaute sich i.m Zimmer um. Er betrachte « bk* e em-rch». etwa» nüchterne und dü7:'dicht Sach- hd)!ti! die noch t-m einer früheren kelleren unb gemütlicheren Zeit her etwas freundlicher und Alt­väterlich,- behal.rn hatte. R.chis oer: ct bw Ser- ichwörang. die ch hier vorbereitex. langsam, rück- «ichtstos. ^.ribeu^ftt. wenn man brevem Ranne piauben sollte, diesem Manne mit der schworen Brille, der jetzt tmeber -it erstarrter unb «ch-'vbtr

lebloser Tliene am Tisch saft. Man sah nicht« ande­re» al» die Stube eine» Gelehrten ungefüllt mit Papieren und Büchern, wie e» sich für (inen Ge- lehrten ziemt, so baft irgend ein naio«r und froher Mensch, der hier von ungefähr eintrat, die Crin-»». i mg .in bin Sammerwind, an den Zluo xme'er

O n über den Tom. an den Blick <

im Gemüt, sich wohl al» wie von «troa» Totem ich Kaltem berührt, abwenden mochte, doch ohne ein Gefühl der Gefahr und der Bedrohung, ganz rin- ad?, wie man sich von einem langweiligen Gegen- ftanöe ab wendet, jomngeren Dingen zu.

..Ich kann e» immer noch nicht glauben." sagt» Georg

Beter, der lei nein Blicke gefolgt war. nickt» und sagte:Der Men'ch hat immer schwer an em» Ver­änderung zu glauben. Er sieht nu, wa» im Tun «ft. und steht überrascht vor dem Geschehenen. So tanz» rin Blatt am Baume hangt, macht er sich feine «He- danken über die Lebensdauer de» Blot»»». Sein e» aber an einem Herbsttag» durch d'e Luft flottirt, '0 foot er verwanden Li. »i, auf einmal lollrtz int Blätter oon den Bäumen * In Wirklichkeit sind di» Blatter geanffennaften schon wochenl'^.a vom Baum» pe allen. man hat es bloft nickst geseh.n. Die letzte Vostofung ist natürlich entscheidend, der sie war, nicht ohne do» Bo »angegangen«, und sicheri ch ist sie nicht das wichtigste. Auch bei un» ^irb der Tag de» ^.'oschlagens nicht da» Wichtigfre lein. Da» Wichtigst» ge chieht letzt. Unfere Drgcn.utioe ift m ^rveckmaftigem. eriolgreichem Hj»6ou begriffe» Un­sere Wafien. über bie ich fern Dori oer!:eren will, deren roimmbige Art du bir aber melleichl in An- betracht unserer geringen Zahl le cht oorfleÖrn kannst, werben un» -ar rechten ?/rit n grr.jprn*'ei Menge zur Bersügurw siehen. Lr'nn bei nc.u>er.li- gern Stampf einig# Millionen Menschen i.arunD» äehen, |o hat e» mchrs zu bedeuten L r H orn in Deurichiond sowieso zehn bis zwanzig M>k'.ie n u- DieL"^

Sein« Hattung verriet leine Erregung. 211» et dem starren Blicke Georgs begegnet», >agu er -ch» stch: .Vch werde bir w?b: <:n>35 ze-?en muffen, da- mit du mr glaubst." Er stand ajf. dreble nr.rn Schalter und fuhr fort. In der Ccke siehst bu ti.ie St?rle ran Deut'chianb. bie bu bis jetzt wahrichtin- sich nicht beacht:! hast, well sie nicht eftne Lasi st ehr»?« t*n Durketn bönat lFori'etzung folgt.)