Nr. 149 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Mittwoch, 29. Juni 1927
Aus dem Reiche der Frau.
flügc find Sacbnwn, fre man .n b<n <cbr Stliu
Obfi.
Poriionsbüchien zu sechs Ctüd erhält.
reihen Garnrollen. lagen heit-nadeln. Taschentücher
ein
Jahren Gesundheit. Kraft und
im bunten Wirrwarr
Kinder entfernt und war. machten wir un« gelang und schlichlich.
\cn
burd)cinnr.L"<r.
Nachdem Warm und Frieda ein wenig beruhigt an da« Aufräumen, und es
welches llch gut tran*t‘pn.cren lÄftt. dar* natürlich nie fehlen.
Der ein wen g mehr Geld auigeben todl. findet in ollen Feinkostgetchäften Äonfenxn. die
ddSchen Wan schneidet und ftre.dbt nach 3c- bars. Don Durst ein Stüd Dauerwurst und außerdem Käse: am besten bewährt sich der Smmenthalcr ohne Rinde, der. in einzelne Stückchen verpackt, sich tagelang fr.<4> und fafng erhält Lehr fätttgenb und nahrhaft für AuS-
gung »ugemulet wird.
Der sein Kind frühzeitig dem günfiigen Einfluß von Luft. Licht und Sonne au-fetzt und für leine Leibes Übung forgt. dem wird die Mühe reichlich gelohnt. Er hat ein gesundes Kind, da» durch die früfocitlge maßvolle Wbärtung tot- bereitet wird für den Sport, der feinen filteren
AIS schliehlich daS Sinpacken begonnen hatte und die Koffer bis zur Hälfte gefüllt waren, erschien der Hausherr mit einem Riefenstvh Vü- chern. die er unbedingt auf der Reife brauchte. Und als die glücklich verstaut waren, stellte e» sich heraus, daß man vergessen hatte, die Schuhe unten einzupocken: man war gezwungen, die Koffer wieder auSzupacken. Ratürlich war über dem Heraus- und Hereinnehmen die fchön zufammen- gelegte Wäsche auSeinandergefallen: auf der Erde rollten Garnrollen. lagen Ragelfcheren. Sichet-
das Pigment Lhutz gegen die Sonn« getvä-irt; woraus folgt, bah der pigmemärmere Mc.i.ch fein unmittelbares Derhältni» zur Sonne mit gröberer Vorsicht zu regeln hat al» der andere. Man weih auch, das, bei gewiisen >>aut# leiden die Sonne. inSb.'andere die Hoden*-i,ne. oft erstaunliche Heilwirkungen hcUbnngeu hnn. Aber Netjüngung des Aussehen» — e» muh gesagt fein zählt nicht zu ihnen Schars, Sonnenbestrahlung verstärkt die Fältchen- und Runzelbildung
Man kann ein Verächter aller Vlrti lchen lein, mit denen die Sorge um ein gute» Aussehen oder die Furcht vor einem vorzeitigen 211cm der äußere«' Erschernuna aushelsen möchteii trrn- dem wird man den Frauen, insbesondere ? 11 blonden, raten müssen, im Sommer ihr Glicht au pudern, um eS vor unwillkommenen Wilknngen scharfen Sonnenscheins zu schützen. Dah am Abend die Puderschicht mit Creme oder Hautwasier sorgfältig wieder beseitigt werden muh, ist selbstverständlich DaS beste Mittel gegen hory-inge Runzelbildung bleibt a.er, von der Ge anubaliung der Lebensweise abgesehen, eines, da» ber2latur nicht ferner liegt al» die Sonnt selbst: Dasser. Sorgsame Waschungen mit oeihem Wasser mit darauffolgenden falten Abspülungen ist dak 2 und O aller Gesichtspflege, ganze besonder» der
Eine derartige, die Widerstandskraft deS Säugling» erhöhende Abhärtung durch frische Luft ist jeder übertriebenen Abhärtung durch Kaltwasserkuren vvrzuziehen, vor denen in der frühen Kindheit dringend zu warnen ist. Denn sie entziehen dem jungen Säugling zu viel Wärme und bedeuten für ihn einen Schock, ker mehr schaden als nützen kann. Rur in Form von kühlen U eb e r g i e 6 un g en im Anschluß an da» tägliche Dad bad falte» Wasser Verwendung sinden. Da» warme CB ab (35 Grab Celfiu», wird durch kurze Uebergic- fiungen mit zimmerwarmem Wasser (20 Grad CelsiuS» über Brust und Rücken unterbrochen, der Säugling daraus sofort wieder in da» wanne Dad zurückgebracht So gewöhnt er sich an rasche Temperaturänderungen, ohne jedoch nachhaltige Wärmeverluste zu erleiden, und durch die lieber- giehungen wird er veranlaht. tiefe Atembewegungen auSzuführen. Kalte Waschungen kommen erst jenfeit» de» ersten Lebensjahres m Betracht, nachdem die milderen Mhärtuna-mahnahmen des Säuglingsalter» eine gewisse Vorbereitung geschaffen haben.
Hingegen ist die Sonnenfur auch un Säuglingsalter geeignet, zur Abhärtung de» Kinde» wesentlich oeizutragen. Sie ist zugleich ein vorzügliche» Schuh- und Heilmittel gegen die cngl-.lchc Krankheit Auch hier muh ganz allmählich vorgegangen und da» Kind langsam an die Sonne gewhhnt werden. Man beginnt etwa im dritten Atonal den Säugling mit r.^-ten Beinen in der Sonne strampeln zu lassen, in Sinter hinter geschlossenen Fenstern. Da» Kind wird zugedeckt, bevor die entblöhte Haut fühl wird, da» ist anfang» nach 5 bi» 10 Minuten. Allmählich wird durch Hinaufkchlagen der Ober-
Gin dankbare» Amt ist c» nie. Hoffnung herabzustimmen, aber heiler bleibt e». der Dir liebt eit in» Auge zu sehen als sie sich zum Feinde zu machen E« hilft nichts, bei aller ^Dankbarkeit für die Sonne muh es gesagt sein CVrcb? die Sonne fördert die Runzelbildung. Dah bell* blonde .pigmentarme" Menschen der S-m 'endest rahlung stärker unterliegen als dunkle, plg- mentrcichere. ist bekannt und wohl auch, haft
sich für Mtttageffen beim Wochenend- ober SonntagSau»slug dgncn. und d-.e man schnell au* dem HarKpir lus heihmachen kaim. Gulasch, töfielerbfer tr.i; Speck, 3r.lb Siem unb andere», immerhin sind aber biefc Korilerven für mehrere Menschen ziernl.ch.teuer. 11 nb fo n>.rd für c.nc gröbere Familie die Hausfrau selbst vodorgen müssen. Tut sie es In der Weife, zu der d-er ein .(je Anregungen gegeben wurden, so totrt» alles zufrieden gestellt und r.chlig verpNegt sein. Sommerliche Schönheilrpfiege.
Mit den ersten warmen und sommerlichen Tagen wandelt sich die Sednfucht naw 'er Sonne jui Freude an tbr. Sport und Zretlufiiewegung haben in erfreulichem Ma*'e zugenonm'-err Un- zählige Frauen, die das ganze eahr hindurch au* btc Pflege ihrer Haut berechtigte Sorgfalt verwenden, eilen hinau» in die wiedererwachte Natur und man steht sie Gdicht und Hände planmäßig und mit wahrer Inbrunst der Srnn« au»'ehen Der Trieb tu Lust und Sonin ist verständltch, sogar bc. rußen «wert. wobei unv.'ier» sucht bleiben mag, in welchem Mak begretflKhe Eitelkeit und Mode im Spiele sind Denn t tc lonnengcbräunte Frau, ehedem in der Stadt saft ein Kuno'um. ist heute Mode, und Intax Sonnenbräune gilt ol» ein Rci,z Unter den Sonnen* hungrigen aber sind nicht wenige, die von dem ewig neuen Wunder der Sonnenstrahlen auch die oaubcrtoi einer Erneuerung der Haut crwaNcn und mit ihr ein Be. schwinden t« Fältchen und Runzeln, die nicht nur die eisende Frau biLweilen mit N'ehmütiger denlfamkeit beschatten. Haben sie recht mit ihrer Hossmmg?
sich — wenn auch viel weniger al» der ®r- wachsen« — etwa» gegen Kälte und Wärme zu schützen. Diese Säbigleit wird gefördert, indem daS Kind ganz allmählich immer stärkeren 2km- perarurwcchleln auSgc'eyt wird. So verlieren Abkühlung und Hebeth'.tzung ihre Gefahren, denen ein verwöhnte» Kind bei erster Gelegenheit erliegen kann. ___ Ä _.
QBie soll man ein Kind abhärlen? Wie wrr schon sagten, kommt eS darauf an, den Körper zu kräftigen und allmählich an Reize zu gewöhnen. Beiden Zwecken dient am besten eine Gewöhnung anCuft. Licht unhSonne. Der Säugling soll darum viel in» Freie gebracht werden. Hebe roll besteht die Möglichkeit dazu! fr c» auf einer Veranda ober einem Balkon, in einem Hof oder Gärtchen oder in öffentlichen Gartenanlagen. Schon im ersten Leben»monat. im Winter etwas später kann man damit beginnen. den Säugl'.ng an die frische Luft $u bringen. Man wähle die geeignete i^gc^eit. im Sommer die frühen Morgenstunden, im Winter den wärmeren Mittag oder besonder» windstille Stunden- 3m Sommer sollen die Kinder nicht mir fpaziercnaesahren werden, sondern möglichst den ganzen Tag im Freien ^bringen Jm Winter fürchte man l.ch nicht vor der Kälte, nur vermeide man den Wind und nutze sonmge. windstille Stunden au». Durch warme SUcibunfl. gute Bedeckung und Därrnc'l^'chen wird der Säugling vor Abkühlung geschützt, Hnler dreien Voraussetzungen dient gerade um Winter Der Aufenthalt in frischer Luft der Abhärtung und schützt den Säugling vor 3nfeftionen. denen er in den geheizten, ungenügend gtLüfteten Wohn- räumeir zu b-.e'cr Jahreszeit besonder» aus» gefeyt ist.
ohne neuen Zwischenfälle um Mitternacht fertig zu fein. Am nächsten Morgen ging die Abreife, wie mir mitgeteilt wurde, auch wirklich friedlich vonstatten. wenn man davon absieht. dah fich beim Auleben der Koffer eine unliebfamc Szene zwischen den Ehegatten über die für das Gepäck zu zahlende Summe entspann, bei der mein Detter sich zu unsreundlichen Bemerkungen übet den Mangel an Nachdenken des weiblichen Geschlecht» im allgemeinen und besonderen hinreihen soll.
Seit jenem Tage hat mein AutoritätSbewuht- fein einen schweren Stoß erhalten. 3d) verzichte nun daraus, al« eine vollkommene Hausfrau im Sinne meiner Derwandtschaft zu gelten. H. M.
Für die Küche.
Srdbcerrezcpte.
Srdbeer-Auflauf. Sin Psund Std- beeren wird roh durch ein Sieb getrieben. Fünf Eigelb sind mit fünf Shlöffel Zucker, einem Prischen Salz m etwa 20 Minuten zu dickem Schaum gerührt dann mischt man da» Mark der Erdbeeren und den fteifen Sierschnee dazu und läßt die lockere Masse sofort in gut gebutterter Backform bei guter Hitze steigen. Zum Schluß bestreut man den Auslauf mit Vanillezucker. ______
Wochenend-Ausflüge und Küche.
Don Lisa Honrorh-Loewe.
(Rachdruck verboten 1
Die Dochenendbewegung gewinnt auch bei un» immer gröbere» Ausmaß und gröbere Be- bndung. Immer mehr erkennen die Menschen In den Städten, dah man wenigsten» einen Tag In der Woche der Arhelung in der Ratur widmen mub, soll man die Heye und Anstrengung de» Berufsleben« einigenr.dbm ausaleichen können.
Der HauSlrau liegt es ob Die Derpsle- | gung für diese Tage zweckmäßig. praktisch und i gdunbbxitli4> eintoanbirr; vorzubereiten. Wer über ein gut eingerichtete» Dochenendhäuschen verfügt oder übet einen groben Geldbeutel mit dem er In jedem Restaurant emkehren kann, für den Ist die Derpflsgungsmöglichkct kein Problem. Anders aber ist es. wenn wir für ein oder zwei Tage gezwungen find, in der Hauptsache von k-en mitgenommenen Dorräten zu leben. Da tollten wir t» uns durchaus ab» aewöhnen. un» auf die norddeutsch« Sitte der oelegten Brote zu verlassen. Belegte Brote sind «anz gut für den Dormittag und auch allenfalls ir den Mittag, wenn am Abend eine richtige warme Mahlzeit folgt. D e sind aber, besonders für die K nder. bei Wandeninaen und -langem Aufenthalt tm Freien, kein vollwert.geb Srfay <ür die ttxrmcn Dlahlzeiten. Heberbie» liegt allzuviel Brvt oft schwer im Magen: es vertrocknet wird bröcklig, die Butter zieht an beißen Tagen leicht ein, di« welche Wurst »erläuft. die harte trocknet au», alle diese Dinge bednträdrfigeu den Appetit, llnd man erlebt e» fast Immer, daß von den heiraten Broten ein Teil wieder in ziemlich unbrauchbarem Zustande mit bcmigcbradtf wird.
Um all dem zu begegnen und mit nicht größeren Kosten nahrhafte, fchmackhafte Mahlzeiten für das Wochenende oder den LonnfagL- au»flug herzustellen, gibt es eine ganz« Anzahl Gerichte, die man am Tage zuvor oder am Morgen t-e» Samötag« bereiten kann. An ®e- rätf«giften zum Transport bedarf es nur einer oder mehrerer Theimosf laschen. einiger 2llu- m'niumbüchschen. Tellern au» Aluminium und Messern und Gabeln. Wer im Freien abkochen wlll. fuhrt c nen Kocher mit Hartfpintu» bei fich.
Die meisten Leute nehme.i in der Thermo»- slasche Kasfee oder Kakao mit. Gerade aber diese Getränke bekommt man am billigsten noch In Restaurant» und Wirtschasten. Diel emp- fehlenSwerter ist e». Irgendeine Suppe mit» zunehmen. die sich ja auch warm genug hält Sehr empsehlen»wert ist eine leichte Kartossel» suppe oder eine klare Bouillon, aus der man aber, um ein Sauerwerden zu verhüten, da» Suppengrün nach dem Kochen entfernt. Don Fleifchgerichlen erweisen sich al» praktisch abgebratene Schwcin-lotelettes. Geflügel, schon pvr- tionsmciß a txrteilt und vor allem .falscher Hase". Dieser letztgenannte Braten hält sich gut frisch, sättigt und ist kalt ebenso schmackhast wie warm. Damit wir aber zum Fleisch nicht wieder nur Brot essen müssen, richten wir eine entsprechend große Pm-ilcm Salat her Ein einfacher Kartoffelsalat tui schon daS seinige. Wollen wir e» Viner machen, so machen wir au» Büchfenmischgemüse und verdünnter Remulade einen Salat, der un« Salat und Gemüse zugleich er- setzt. Auch Bohnen- und Zkartosselsalat zusammen ist ein erfrisck>endes und sättigende» Essen. Für die Kinder gibt e» hinterher noch einen Flam- meri. den wir, um ihn nahrhafter zu machen, mit einem Eigelb abziehen. Saft führen wir ja in einem Fläschchen ebenso bei uns wie Srim- wasser, von dem wir ja bann auch zum Abwaschen unserer Shgeräte haben müssen, sosern wir kein Wasser in der Rähe haben. Run haben wir allo ein fertige» Menü hergestellt das wir natürlich noch nach Belieben und Geschmack erweitern können. Al»gcbratenes Filet, dazu Spargelsalat. Sier in Remulade mit Kartof.el- salat. Salat au6 gekochtem Fleisch mit Tomaten- fcheiden und Gurkenscheibchen für den Abend. Grützen von verschiedenem Obst, zum Berspiel von Rhabarber — e» gibt allerhand Möglichkeiten. Den Sonntagsluchen haben wir schon im voraus gebacken. Wir nehmen ihn am besten, wenn e» ein trockener Kuchen ist. in einer ttonig»- kuchen'orm aus Blech mit. so zerbröckelt «r nicht und hält sich frisch. Auch verschiedene Plätzchen packen sich gut ein. Leisten wir un- dann im Restaurant Kasfee und Kakao, fo brauchen totr kein Geld für den meist teuren und nicht fo guten Kuchen auszugeben. Brot nimmt man nur tm ganzen mit. Butter in einem klein.n Aluminium-
DerluNeil über un» bestimmt. Don glctcher Solidität und Sieganz sollten auch Eoupe- und Hut- koffcr fein. Bei weiieren Reifen, besonder» :m Ausland, empfichit es sich, an den. groflrn Ge- päd neben den Initialen noch irgendeinen markanten. leuchtenden Streifen anbrvig.-n zu la’len was die Abfertigung am Bahnhof und Im Hotel sehr erleichtert und Verwechslungen vorbeug!
Kofferpacken!
t£*ie man cs nicht machen fall.
Irgendwie umgibt mein« Lebe Daf« Frieda d e Legend« einer qualifizierten Hausfrau. Immer ist fit Sei der Arbeit: ein abgerissene» Rüschchen. ein ausdringlicher Fleck, ihre meist dem Schwergewicht folgenbei Haare und das leicht echaus- sierle Ge'icht beweisen ihre Rastlosigke.t. Arbeit«- fron in der Tretmühle ist eine geruhsame Angelegenheit gegen diese mit un'ich:baren Peitschenhieben angeth4knv Mtivität. Vorsicht ge B - merfunaen über gute 3r('cl!6cintciluni. die eine übermäßige Betriebsamkei' ei nid • inten könnte, stießen aus geringschätzige« Lächeln.
Der gewohnheitsmäßig am ersten stattfindende Mädchcnwcchfel veranlaßte meine Base, mich zur Hilfe für das Packen zur Sommerreife zu gewinnen. Zur verabredeten Zeit läutete ich an Frieda« Tür. Sin Lärm durchei na n derschr c i e nder Stimmen traf da» Ohr. ein Hin und Her eiliger Schritte, ein Schieben schwerer Gegenstände. War ein Unglüd geschehen? Aus wiederholte« langan- dauerndes Lauten öffnete schließlich die Ac'.teste mit einem oertoeinten Gesicht. Sin Bl.ck in die Zimmer, in denen das Unterste zu oberst gekehrt, die Schübe und Schränke auSgeräumt. Derlen. Tische und Stühle und Fußböden mit Gebrauchsgegenständen aller Art bedeck! waren, aaben meinen Defürchlungen von einem Unglück offenbar recht. Durch diese» Ehao» fuhr Base Srielxi mit hochrotem Kopf, gab Befehle, bi« fle sofort wieder zurücknahm, vericheuchre Die Kinder, um sie im nächsten Augenblick wieder berbeijutulm. Man hatte di« Dorstellung. eine plötzliche Katastrophe bedroh« unsere alte Drde und der überstürzte Um- gug nach einen! zuverlässigen Planeten stehe bevor. Unzusarmnenhäng«7iden Berichten war zu entnehmen, daß auch diese« Jahr beim Sinjxtden nicht« .geklappt" habe. 2ll« man di« Koffer her- vorholte. stellte es fich heraus, daß fie nach der letzten Reis« nicht repariert weggestellt waren. Die Schlo'ser und Scharniere waren losgelöst, die Schlüssel sanden sich nirgends. Zudem hatten Schneider und Schneiderin, Schuster und Wäscherin wie gewöhnlich chr Wort nicht gehalten.
Wie soll man Säuglinge abhärten?
Don Dr. D. Herrmann.
Fraglo» hat sich unser« sportbegeisterte Zell mehr oder weniger bewußt die Griechen zum Vorblld genommen und erstrebt wie die« Schönheit und Ertüchtigung. Doll un» der ©Dort ju dem werden, wa» er den Griechen bedeutete, so müssen wir von unseren Vord'-jdei-n auch Die philosophischen Grund*ätz« übernehmen, denen sie ui allem, wa» sie taten, huldigten. . Richt» zu viel!" sorderten die Griechen. Wir aber schießen gern über» Ziel und sollten uns davor gerade da trahren. wo u;x8 die ganze Verantwortung trifft: bei unteren Kindern.
Ss ist richtig wir sollen schon den Säugling abhärten. Wie aber könnten wir das rechte Maß treffen, ohne die Ratur deS Säuglings und den Sinn der Abhärtung richtig zu begreifen. Au« fidjerer Geborgenheit tritt das Neugeborene jnS Leben Das hilllot« Wesen vertraut die Natur dem Schutz der Menschen an. SS kann sich nicht selbst erhalten und behüten und bedarf der Fürsorge, der cs sich erst nach und nach entlieht. 3n dieser frühen Epoche ist das Kind alcn schädigenden Einflüssen der AußenwÄt preisgegeben und erläge ihnen, würde es nicht sorgsani vor ihnen bewahrt. S» kann nicht der Simi der Abhärtung sein, das junge Wesen Übergang»lo» d.e'en Schädigungen «mszu'etzcn. Abharten bc.ftt vielmehr die Widerstandskraft gegen solche Schädigungen erhöhen, möon man ha» Kind langsam an Reize gewöhnt und seinen Körper kräftigt. Schon der Säugling vermag
war ziehe ich aus der Sommerreije an?
Praktisch« Winke von Elsbeth Unverricht
fieibung immer mehr vom Rumpf entblößt und schließlich durch Bauchlage auch der Rücken der Sonne ausgeletzt. 3m Wärn.ebedürfnls brö Kinde« finden wir den einzigen Maßstab für hie Länge der Zeit die die Besonnung dauern soll, und für den Zeitpunkt, in dem man überhaupt Damit beginnen darf. Stet« muß tie Haut des Säugling» am ganzen Körper warm bleiben. Jede Spur ton Auckühlung zeigt an, daß dl« Zeit Übertritten ist.
Wird schon durch diese« Vorgehen der kindlich« Körper gekräftigt, so kann man darüber hrn<M« Durch eine maßvolle Gymnastik bet Förderung der Muskelkraft und Beweglichkeit dienen. In der ersten Lebenszeit genügt e«, durch Vermeidung beengender Kleidungsstücke den Säugling seiner Bewegungssreihett zu überlassen. Er gebraucht daoei seine Glieder in tem Maße, bi« ihm gerade zuträglich ist. Erst vom 2. Lebensvierteljaht an s nd leichte Hebungen gestaltet und förderlich. Und zwar genügen ganz einfache Maßnahmen, die an bestimmte Muskelgruppen erhöhte Ansorderungen stellen Erst später soll man zu komplizierteren Hebungen — ettoa nach der Methode Neunumn-Neurobe« — über gehen. Voraussetzung für alle Hebungen muh aber fein, dah der Säugling freudig und bis zu einem gewissen Gradr selbsttätig an ihnen Anteil nimmt und daß ihm keine Heberanftten*
Die Dame auf Reisen. daS ist ein Problem für fich Heißt eS doch, in begrenztem Kofferraum für einige Wochen au« Garderoben-. Wäsche-, Schuhschrank und Toiletten1 nt gewissermaßen den Eslrakt zu sammeln. Heberslüstige» zurückzulassen und nur da« Hübschest«, Leichteste, und. last nut least, Zweckmäßigste au«zu- tnählcn. Auch unterwegs für jede Gelegenheit paffend angezogen au fein, ist da« Geheimni« der wahren Eleganz. Da ist zunächst der Anzug für di« Reife selbst. Ist man nicht In der Lage, sich für die Reise ein ausgesprochene« Re-, e- komplet, etwa au» modern gemustertem Twee.i oder Ke.sha anzuschafsen, fo ist ein« der bereit« vorhandenen, schlichten Iumperlleider. nid)t zu hell, mit kleinern Steh- ober Umlegekragen versehen und der schlanke Vormit!ag«man!el cben- fall« am Platz. Vervollständigt man diesen Anzug weiter durch «inen flotten, mit dem Kleide harmonierenden Schal, einem kleinen. Weichen Filz- oder Dtrohhut. dem fpor:mäßigen. farbigen Halbschnürschuh, dem herben S ulphandschub au« Nappa- oder Waschleder, wird m?.n getrost jedem Kurort zustreben können.
Dann die Ausstattung für den Kuraufenthalt selbst. 3m allgemeinen empfiehlt es fich, auch für längere Zeitdauer nicht allzuviel Garderobe mitzunehmen, sondern nur wenige. auS gutem Material hergestellte Sachen. Für den Vor- mittagsspazlergang. Desicht igungen und den Rach» m!ttag«tec dürften zwei waschbare Kostüme, deren Stoff und Sitz allerdings erstklassig sein muß. und di« in jedem Hotel In kürzester Zeit gewaschen und wiederhergestellt werden können, genügen. Was die Eleganz dieser TrvtteurS anbelangt. so steht ein Helle«, schneidermähig verarbeitetes Leinen-, Rohseiden- oder Flanellkostüm den üblichen Wollkostümen in keiner Weite nach, und verbindet mit seiner ft et« zu erneuernden Frische noch den Vorzug, im Sommer angenehm zu tragen und leicht zu verpacken $u sein. Ferner sollte man sich vielleicht mit zwei Waschseiden- oder Doilckleidem, die nicht alhuvid Garnituren aufwellen und ein oder zwei Abendkleidern au« EHMon ober Erepe Georgette versehen. Man kann Abendkleidern einen beliebig .großen" oder .kleinen" Ebaralter geben, indem man zu dem ärmellosen Abendkleid eine enganliegende Hntcr- blus« mit Aermeln au« entsprechendem Stoss anlegt und die Ansteckblume statt an der Schulter am Gürtel befestigt. Dadurch wird da« kleine Abendkleid hinrcidhend mattiert Die Note der großen, ärmellosen Toilette wird abend« noch durch einen Seiden- oder Spiyenschal. reicheren Schmuck, elegantere« Schuhwerk betont Für kühlere Tage noch ein gutsitzende» Strickkostüm, auf dessen vorzügliche Qualität man Wert legen sollt«, ein Morgenrock, weiter ein Mantel oder leichte» Cape für den Abend, damit dürfte im allgemeinen eine gutangezogene Frau auch in einem eleganten Kurort oder Seebad auskommen. Die außerordentlich wichtige Vervollständigung durch Hut und Schuh, und neben dielen noch durch allerhand modisches Beiwerk ist dabei von nicht zu unterschätzender Bedeutung: Schirm und Schal, Ansteckblume. moderner Schmuck. Handschuhe. Strümpfe. TafcheMücher. Handlülchch n, Kragen und 3abotS. und. nicht zu vergessen, etwa- lommerliche» Pelzwerk ist unerläßlich.
Ein bei anderes Kapitel ist noch die Wäsche. Aber auch da wird man sich, da man sie im Notfall überall schon In einigen Stunden frisch gewalchen und geplättet haben kann, auf etwa vier Tag-Damituren und ebensoviel Nachthemden oder Pyjama« beschränken können. Diese» M a h- ß a l t e n in den mitzusührenden Sachen dient entschieden dazu, die Reisefreudigkeit au erhöhen. Doch nicht nur der Inhalt der Koffer, auch dieser selbst ist von besonderer Wichtigkeit Gute» und solides Kofsermaterial anzuschaffen ist gewiß eine große Ausgabe, aber man sollte fie nicht scheuen, wenn man bedenkt, daß ein gediegener Rinbleder- oder Rohrplattenkofser un« unser ganze« Geben begleitet, und. wo wir auch hinkommen mögen, das kulturelle und soziale
fommerlldjen.
Die rechte Gelegenheit, mit der regelmäßigen Anwendung diele« zedem erschwinglichen Mittel« zu beginnen, ist der Sommer Dann brauch! bi« auf ihr Auslehen haltende Frau auch die Sonne nicht zu fürchten, wenn fie fich nur vor Heber» tretbungen hütet, ilnb der Herbst mag ihr dann die Freude bescheren, dah auch für fle der Sommer
Sommer bet Verjüngung geworden i?i
HM.


