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Dienstag, 29. März 1927

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 74 Zweites Blatt

Die Versteigerung der Iarenjuwelen

0:4

Äurbcffen Kassel

Fortuna Düsseldorf

1:2

Runde der Zweiten:

eine

Turnen, Sport und Spiel

muß auch retten können. Dar- tungsschwimmen abgelegt haben, wurden von dem deutsche Lebensrettungsgesellschaft öorftBenben beglückwünscht und erhielten von ihm

Turn Düsleldorf B. V. Altenessen

Borussia Rheine

Odenkirchen X

5:1 9:1

Neue ar^ ivalische Funde über Philipp den Grohmütigen.

Dr. Adolf Müller hat in einem Bortrage, den er im Historischen Verein in Darmstadt hielt, neue archivalische Funde über Philipp

nicht getan: man 1 _ um fordert die Deutsche

untersagt werden.

Mit dem Schwimmenkönnen allein ist es aber

über fünf Pfund. Der Reichsapfel bestehl aus einer ausgehöhlten runden Kugel von poliertem Dolde und ist mit Brillanten reich verziert. DaS Kreuz ruht auf einem ungewöhnlich großen Sa­phir. Der Reichsapfel. sowie baS Zepter gehören der Zeit Katharinas II. an. Das Zepter besteht aus einem goldenen Stabe und ebensallS einer auSgchöhllen polierten Doldkugel. die von acht mit Brillanten verzierten Ringen umschlungen ist. Der Hauptschmuck dieteS Signums ist der be­rühmte 195 Karat schwere Orlosssche Dia­mant. Dieser Stein soll aus Indien stammen, wo er im Palast eines indischen Fürsten, zu­sammen mit einem anderen Stein von gleicher Große. einst die Augen einer Buddhasigur dar­stellte. Zu Ansang des 18. Jahrhunderts soll er die Beute e.neS sranzösischen Soldaten geworden und so nach Europa gelangt sein. Diese Legende kann heute natürlich kaum nachgeprüft werden. Tatsache bleibt indessen, bah dieser Stein vom Favoriten Katharinas, dem Fürsten Orloss. im Zähre 1773 erworben wurde. Der Fürst war gerade bei der Zarin in Ungnade gefallen, doch als er ihr zur Versöhnung zu ihrem Ramcns- lagc diesen Diamanten, dessen Wert sich aus mehr als 400 000 Rubel belief, darbrachte. wurde er nicht nur in Gnaden ausgenommen, sondern über­dies mit kostbaren Geschenken und hohen Titeln bedacht.

Die sogenannte .kleine Krone" wurde Ende des 18. Jahrhunderts für die Kaiserin

Haltsamen Vielfältigkeit mit ein besonderer Wert der Ausstellung. Das Verdienst gebührt der aus­gezeichneten Methode des Herrn W. B e l z. der es fertig gebracht hat, die Individualität einer jeden der ihm anvertrauten Keimstätten künstle­rischen Fvrmungsdranges in vollendeter ilnmittel- barkcit, aber auch ohne jede ziellose Willkür und innere Richtungslosigkeit bei dem einzelnen, son­dern vielmehr straff zusammengefaßt und wohl diszipliniert zur Sprache kommen zu lassen. Es ist außerordentlich dankenswert, wie er der über­reichen Phantasie des beobachtend-schöpserischen Kindes in formal gebändigter und doch ange­regter Form freien Lauf läßt, und wie er den geschickten Zeichner zu streng sachlicher Schulung des Blickes an der eindeutig bestimmbaren, ma­teriellen Wirklichkeit mit sicherer Hand anhält.

Don größtem Interesse wird es fein, einmal seftzustellen. welchem der beiden Degabungstypen die Zukunft des berufenen und ausübenden Künst­lers gehört. Ich glaube, die Antwort lautet: feinem von beiden. Was den zweiten Typus an­betrifft, so käme wohl ein ausübendes, niemals aber ein genialschöpferisches Künstlertum in Be­tracht. Indessen mangelt dem erst«! Typus die zur Schafsmig eines qualitativ höchstklassischen Kunstwerkes unbedingt erforderliche restlose De- herrfchungsmöglichkeit der technischen Mittel und des Formenmaterials. Die verblüffende Beob­achtungsgabe (hier gleich Erlebnisfähigkeit). d:e bisweilen festgestellt werden konnte, und in ihrer formalen Ungefchlifsenheit zu den außerortent- lichsten künstlerischen Wirkungen führte (wobei übrigens der Zufall nicht ganz auszuschalten ist), scheint mir in dieser Ausprägung nicht nur dem bildenden Künstler allein, sondern vielmehr jedem künstlerisch begabten, wenn auch nicht immer eigentlich produktiven Individuum überhaupt Mentümlich zu sein. Es ist sogar nicht ausae- fchlossen, daß sie im Grunde auch dem scheinbar

(Ali? von Hessen). Doch kann diese, zur Reuzeit bergest eilte Krone, die sehr teuer zu stehen kam dennoch weder nach ihrem künstlerischen Wert noch nach dem Wert der biet verwendeten Edel le.ne nicht im entferntesten mit den früheren Kronen verglichen werden. Im 17. und 18. Jahrhundert muß die Iuwelierkunst denn doch auf einer höhe­ren Stufe gestanden haben als heutzutage. Sehr eigenartig find auch die auS Edelsteinen bestehen­den Blumensträuße, welche zur Verzierung der Korfage bienten. Unter ihnen fällt betonter6 ein großer Blumenstrauß mit Blättern aus Sma­ragden und Blumen aus Brillanten auf. den d.e Kaiserin Katharina II. zu tragen pflegte. Wenn man auf einen unsichtbaren Knopf drückt, öffnet fich der Strauß und eine kleine RachtigaU auS bunten Edelsteinen kommt hervor, bewegt die Flügel und trillert ein Liedchen.

Einzigartig schön und von großem wissen­schaftlichen Wert sind endlich verschiedene un­gefaßte Edelsteine. Den ersten Plast unter ihnen nimmt der berühmte .Scha ch" ein- ein nur wenig geschlissener, länglicher Diamant im Ge­wicht von 88 Karat Auf ihm find drei Ramen feiner früheren arabischen Besitzer auS dem 16.. 17. und 19 Jahrhundert einger tzt. In ter zwei­ten Hälfte des 17. Jahrhundert» zierte er den Thron des Großmoguls Aureng-Senba. gelangte dann nach Persien und wurde 1825 von Hofrew- Mirsa alS Sühne für den Mord des russischen Gesandten A. S. Gribojedoss Rikolaus l. auSge- händigt. Außer all diesen, hier aus gezählt en Kostbarkeiten enthält der .Diamantenfonds" der Sowjetmacht noch eine schier unübersichtliche Kol­lektion seltenster Kleinodien, die alle entweder durch ihre fünft lcrifd>e Verarbeitung oder infolge Schönheit und Seltenheit ter Edelsteine bemer­kenswert sind. Der ganze Kronfchast wird aus 350 Millionen Goldrubel gleich etwa 700 Mil­lionen Goldmark geschätzt.

Harry von Hasserberg.

Maria F odorowna. die G mahlin Zar Pauls I.. angefertigt. Eine zweite, ebensolche Krone, wurde eigens für die letzte Zarenkrönung 1894 her- gestellt. da man zwei Kronen benötigte für die Zaren-Witwe Maria Feodorowna «Dagmar von Dänemark) und eine für de Ge­mahlin Rikolaus II.. Alesandra Feodorowna

den Großmütigen verwertet. Es handelt sich um einen geplanten Ucberfall Philipps auf die Stadt Frankfurt, der um daS Jahr 1547 erfolgen sollte, um der Freiheit der Stadt ein Ente zu bereiten. In diesem Jahre waren nämlich ein hessischer Spion. Eckart von Gelnhausen, und ein Frank­furter Bürger mit Romen Weinbrenner fest­genommen und von dem kaiserlichen Feldherm, dem Grasen von Büren, verhört worden: sie hatten dabei und später, als sie gefoltert tour'- den, allerlei über einen von Hessen auf Frank­furt geplanten ileterfall ausgesagt. Die histo­rische Forschung hat ihren Angaben bisher keinen Glauben geschenkt: jetzt hat Dr. Müller, ge­stützt auf Rechnungsbücher, festgestellt, daß Phi­lipp seit 1544 an fünf Frankfurter Ratsherren Pensionen zahlen ließ. Nähere Angaben über die Gründe dieser Pensionszahlungen ließen sich nicht seststellen, doch wurden die Frankfurter vermutlich für politische Dienste bezahlt. Auch hatte um jene Zeit ein Frankfurter Bürger, ter früher höllischer Beamter war, mit Romen Jo­hann Lindenfels, die Flucht ergriffen, als er verhaftet werden sollte. Die hessiiche Regierung wies die Beschuldigung eines Angriffs auf Frank­furt zurück: ein durch Weinbrenner stark belaste­ter Darmstädter Oberamtmann von der Thann schwieg sich aber aus Der Beweis für Philipps Vorhaben ist zwar nicht unmittelbar zu führen, doch ist cs auf Grund der Archivfunde sehr wahrscheinlich, daß Philipp den Angriff ge­plant hatte. Hierin und in anderen Vorgängen sieht Dr. Müller den Beweis für die außer­ordentliche politische. Begabung Philipps, dos bedeutendsten Widersachers Kaiser Karl V. Wie hoch t*e Persönlichkeit Philipps im Ansehen sei­ner Zeitgenossen stand, beweist die nachstehende Erklärung: ..Ain ieder bifen man forchtet tote ein schlagenden Gaul".

unter anerkennenden und ermahnenden Worten die entsprechenden Abzeichen.

WesldeutscheFuhballmeifters.. aft

Schalke 04 ober Duisburg S. v ?

do. Die westdeutschen FußbaUiueisterschaftS- spiele brachten am Sonntag in ter 0:4-Rieter- kigc teS WeftsalenmeisterS Arminia Bielefeld durch den Duisburger S. V. eine für den Aus- gang ter westdeutschen Meisterschaft bedeutungs­volle Ueterraschung. Arminia Bielefeld ist dam t zum zweiten Male geschlagen worden, und die Entscheidung liegt jetzt zwilchen dem Duisburger S. V und dem RuhrbezirkSmeister Schalke 04. ter auch daS dritte Spiel - gegen Hagen 05 glatt mit 3:0 gewann.

In ter Runde der Zweiten ist Turu Düsseldorf nach einem 5: 1-Gieg über Dorus fia Rheine al# Favorit dieser Runde anzufprechen, ter lediglich im B. V. Altenessen einen allerd.ugS sehr ernsthasten Rivalen hat. Die Altenessener bewiesen am Sonntag ihr Können durch einen 9:1-Sieg über Otenkirchen. Ergebnisse:

Hunte ter Vezirksmeister:

Arminia Bieleseld Duisburger S. D. Schalke 04 - Hagen 05 3:0 (1:0).

Das Rettungsschwimmen

Der Bezirksverband Obcrhcsfen der Deutschen Lebensrettungsgesellschast hielt am Samstagabend im Hotel Schütz eine Versammlung ab. Der Vorsitzende, Apotheker Pascoe, bedauerte in seinen einleitenden Worten daß trotz der Wich­tigkeit der zu erörternden Sache der Besuch so wenig zahlreich, daß insbesondere keine der cingeladenen Behörden vertreten sei.

Alsdann sprach der Landesverbandsvorsitzendc. Obcrreallehrcr Roth-Darmstadt überWege und Ziele der Deutschen Lebensrettungs- g e f e 11 s ch a f t". Der Redner führte u. a. aus: All' jährlich ertrinken im Deutschen Reiche etwa 5000 Personen, 3000 allein in Preußen: darunter befinden sich 1000 Jugendliche. In Preußen erfolgen 30 Pro- zent aller UnfäUe mit Todeserfolg durch Ertrinken. Eine gewaltige Summe von Volkskraft geht uns dadurch verloren, und namenslofcs Leid wird in viele Familien getragen. Hier will die Deutsche Lebensrettungsgesellschast helfen. Sic will das Ge­wissen des Volkes und seiner Führer wecken: sie will vor allem auch aus die Behörden einwirken, die ost tatenlos zufchen. Mit dieser Schärfung des (9e- wissens allein kann sic sich aber nicht begnügen. Sic will ganz Deutschland mit einem Retz von Rettungs­stationen überziehen. Der Deutsche Schwimm- vcrband Hal die Bestrebungen der Lcbcnsret- tungsgesellschast zu seinen eigenen gemacht und ar­beitet tatkräftig in demselben Sinne. Im einzelnen stellt die Deutsche Lebensrettungsgesellfchaft folgende Forderungen auf:

Vor allem muß das Schwimmen größt­mögliche Verbreitung erfahren. In den Schulen ist Schwimmunterricht zu erteilen. Durch eine Verfügung des hessischen Landesbildungsamtcs ist Schwimmunterricht in allen hessischen Schulen, bei denen cs möglich ist. eingeführt worden. Es fehlt aber häufig noch an den geeigneten Lehr­kräften. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft ist bereif, Kurse über die Methode des Schwimmunter­richts zu halten. Auch an den Fachschulen sollte das Schwimmen gelehrt werden. Es sollte keine Auf­nahme in die Reichswehr und die Marine erfolgen, ohne daß der Auszunehmende nachweist, daß er schwimmen kann. Ebenso müßte bei der Aufnahme in Rudervcreine verfahren werden. Das Bootsahren sollte allen Personen, die nicht schwimmen können.

Kinderstunst.

Am 26. unb 27. März fand im Zeichensaale der Pestalozzi- unb Goethe-Schule eine Ilcine Kunstausstellung statt. Es handelte sich um Zeich­nungen. Aquarellmalereien und kleinere turnt- Gewerbliche Arbeiten, die von ben 8- bis 14iäh- Ägcn Frequentanten dieses Bildungsinstitutes unter der Leitung des tüchtigen Zeichenlehrers D Beiz- Gießen angefertigt Worten sind. Die Ausstellung ist besonders auch deshalb intcr- tfffant da ja die Kunst des Kindes feit mehreren Jahren man kann schon sagen, seit mehreren Jahrzehnten - zu den Polpuntten psychologckcher und im besonderen kunstpfychologifcher «Forschung ^Man unterscheidet hier sosort zwei Gr und- charaktere von Begabung: Der eine bezieht sich in der Hauptsache auf die .-xahigkeit des rnlui- fiven Sehens und Devbach ens. ter andere be letzt fast lediglich in einer umfassenderen Beherrschung des handfertigen Könnens. Es ist dabei sehr be- zeichnend, daß beide Charaktere in den seltensten Fällen sich vereinigen, daß fie vielmehr fast durchweg getrennt, jedes für sich, dis zu einer ge­wissen Eklatanz herausgebildet auf treten. Weiter muß bemerkt werden, daß ter letztgenannte Cha- taftcr die Handfertigkeit, die im volkstümlichen Sinne eigentliche .künstlerische Begabung" die Kunst deS Zeichnetis und des Farbengeschmack। ter am wenigsten verbreitete ist. Er ist aber auch in bezug auf den wahrhaftigen, künstlerisch zeu- oungskräftigen Gehalt seiner Produkte der am Wenigsten fruchtbare und - wenigstens für unteren subjektiven Geschmack in feiner absoluten und bewußten Wirkung in den meisten Fällen außer- ordentlich unerfreulich.

In der Möglichkeit dieser Beobachtungen, d h. in ihrer Ausnuhbarkeit für wichtige wissen- schaftliche Untersuchungen liegt neben ihrer unter­

nur technisch begabten Kinde eigentümlich war. Rur ist dort ter Dille zur Kunst an sich und die Versuchung der Routine wie ter hierdurch vor­bereitete überwältigende Einfluß ter bewußt ge­schauten künstlerisch-sertigen Umgebung stärker, als die naive Aufnahmesreudigkeit gegenüber den selbsttätig wirksamen Eindrücken ter von sich aus ungeprägten allgemeinen Wirklichkeit. Das wahre genial-schöpferische unb bleibend produk­tive Künstlertum also kann lediglich in jener wie schon gesagt außerordentlich seltenen, innigen Verbindung beider Degabungstypen be­stehen. in einem Zustande, in dem ter intuitive Gestaltungsdrang ter Versuchung technischer Rou­tine die Wage hält, unb umgekehrt das Ringen nach Ausgeglichenheit in ter körperlich faßbaren Form die Eruption des übersinnlich unmittelbar Geschauten bänbigt unb leitet.

Rur etwa zwei, drei ter ausgestellten Ar­beiten wecken in dieser Richtung Hoffnung. Es ist abzuwarten, ob sich die Persönlichkeit gegen­über ter ücberbürbung mit Eindrücken ter un­persönlichen künstlerischen Ueterproduktton zu hal­ten imstande ist.

Erzwingen läßt sich das Genie natürlich nicht. Aber gerate darin besteht ja ter Wert vor­liegender Unterrichtsmethode, baß unbeschadet einer soliden technischen Ausbildung unb einer regen Anleitung zu geschmacklichem unb allgemein künstlerischem Interesse imi ter bildungswilligen Volksjugcnd dem freitätig Heranwachsenden Künst­lergenius die Wege freigelallen, nicht irre- leitend gewiesen werben. Dr. M.

Unterricht im Rettungsschwimmen. Wer die Jugend zum Schwimmunterricht fuhrt, wer mit ihr wandert, muß über das Rettungsschwimmen Bescheid wissen. Von allen Angehörigen der Reichs- wehr ist zu fordern, daß sie Ertrinkende zu retten vermögen. Das große Unglück an der Wefer, wo bei einer Reichswehrübung so viele blühende Menschen ihr Leben verloren, hätte gemindert werden können, wenn mehr Leute hätten retten können. Es gibt kaum ein besseres Mittel der Erziehung zum Mut und zur Tatkraft als das Rettungsschwimmen. Auch von den Angehörigen der Polizei muß verlangt werden, daß fie das Rettungsschwimmen verstehen. Selbstverständlich sollte es fein, daß alle Badewärter unb Bootsverleiher schwimmen und Ertrinkende retten können. Erstaunlicherseits ist das aber beute noch lange nicht überall der Fall.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschast will weiter durch eine großzüg'ne Werbetätigkeit er­reichen, daß das Rettungsschwimmen Volkssache wird. Jeder muß diese Werbearbeit unterstützen Es ist Pflicht aller Vereine, insbesondere der. die Leibcs- übung prlegen, und aller Jugendorganisationen, die gemeinnützige Tätigkeit der Deutschen Lebensret­tungsgesellschaft nachdrücklichst zu ferbe: . . Von Staat und Gemeinden muß unbedingt verlangt werden, daß sie überall, wo Master ist, Rettungsstationen er richten und Lehrgänge im Rettungsschwimmen ab- halten lassen. In den Haushaltungsplan der Länder und Gemeinden sind die Mittel dazu bereitzustellen. Wer nicht durch die Tat selbst helfen kann, der soll durch Gewährung von (Geldmitteln mitheljen, damit erreicht werde, was die Lebensrettungsgesellschast erstrebt, indem sie fordert: Ieder Deutsche ein Schwimmer und jeder Schwimmer ein Retter.

Durch die aufopfernde Tätigkeit der Gesellschaft ist es gelungen, die Unfälle durch Ertrinken um etwa 20 Prozent zu verringern. Wenn so weiter gearbeitet wird, muß es gelingen, die Zahl der Ertrinkenden auf die Fälle zu beschränken, bei denen eine Rettung unmöglich ist. Wer mithilft, unserem Volke Leben und Gesundheit zu erhalten, kämpft für die Größe und Wohlfahrt unseres Vaterlandes.

An der Aussprache beteiligten sich außer Lehrer Kling, der anregte, bei der Stadt Gießen die Er­richtung einer Rettungsstation zr beantragen, der Vorsitzende und der Referent. Drei Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs- gescllschaft, irräulein Hauck und die Herren Appel und Ramin la, die die Prüfung im Ret-

Duisburg 08 ©. V. Kassel 3:1.

Die ersten Kreisspiele im Ardeiter-Turn- und Sportbund.

Heuchelheim I. Bocken heim I. 0:3 (0:2).

L Die ersten Spiele ter neugefebaffenen KreiSllassc brachten überall guttesuchte Plätze Bei dem Spiel in Heuchesheim rann man auch von einem Hervorragenten Sport sprechen, an dem beide Mannschaften beteiligt waren. Bald nach dem Anstoß leitete Heuchelheim eine Reihe schöner Angriffe ein, bi« Bockenheim Gelegenheit ge­nommen hatte, sich einzunchten. In dieser Zeit verschoß Heuchelheim feine erste Ecke. Run zeigten die Gäste ihr Können: ter hervorragende Mittel­läufer bediente seinen Sturm mit wohlbercchneten Vorlagen, die zu einer Reihe plazierter Schülle verwandelt wurden. Die Torpfosten und ter vor­züglich arbeitende Torhüter Heuchelheims waren immer die Retter, bis ter Heuchelheimer Tor­hüter den Fehler beging, mit dem Ball über die Strasraumlinie zu laufen. Er konnte zwar den dafür gegebenen Strafstoß abwehren, ter scharfe Rachschuß brachte aber den Gästen den ersten Erfolg. Bereits eine Minute später konnte Bockenheim zum zweitenmal etnfeuten. Heuchel­heim zog nun alle Register auf und wurde auch mehrmals recht gefährlich, aber Dockenheims Hintermannschaft arbeitete mit vorbildlicher Ruhe. Dis zur Pause tourten beiderseits noch eine Reihe Ecken verschossen. Gegen Mitte ter zweiten Halb­zeit fetzteDockenhe im mit einem Kombinattonsspiel mit allen seinen Feinheiten ein, aber die Ver­teidigung Heuchelheims hatte sich zu einer Hoch­form entwickelt, die ausgezeichnete Abwehrarbeit zeitigte Ein energischer Vorstoß (»rächte den Gästen in der 35. Minute den dritten Erfolg, den Heuchelheim seinerseits mtt kraftvollen Gegen­stößen beantwortete, der Sturm allein war aber zu schwach, die Läuferreihe flehte zumeist an ter Verteidigung. Weitere Erfolge blieben auch den Gästen erspart, so daß das 3:0»Drgebnis trotz der Rieterlage für Heuchelheim ein ehrenvolles zu nennen ist. Das Ecken Verhältnis betrug 6:2 für Dockenheim.

Gießen I Frankfurt-Praunheim I 0:4 (0:3).

Im Gegensatz zu dem Spiel in Heuchelheim entsprach das Spiel in Gießen nicht ganz den Erwartungen. Gießen spielte sehr nervös und unruhig. Zudem verschuldete die Verteidigung Gießens in leichtsinniger Weise zwei Hantelfme- ter, die den Praunheimern das Siegen erleichter­ten. Um alle Register eines wenig schönen Spiels aufzuziehen, mußte schließlich auch noch ein Spieler Gießens mit Herausstellen bestraft werden. Der Anfang war vielversprechend, da sich sofort ein flotter, schöner Kampf entwickelte, bald aber war dieser lichte Moment verblaßt. Ein Fernschuß des Mittelstürmers brachte den Praunheimern den ersten Erfolg. Die Gegenstöße Gießens fanden an den gegnerischen Schlußleuten einen unüberwindlichen Wall. Dann verschuldete zunächst der linke, hierauf ter rechte Verteidiger Gießens einen Handelsmeter, die beite zum zwei­ten und dritten Tor verwandelt tourten. Rach dem Wechsel war Gießen merllich besser, ter Sturm aber zu wenig durchfchlagskräftig, auch

In diesen Tagen wurden bei Ehriftt in London ein Teil der russi­schen Kronjuwelen versteigert. D.e Juwelen tourten vor ein.ger Zeit von ter Sowjetregierung an ein eng­lisches Shnd.kat für eine ansehnliche Summe verkauft. Sie stammen zum arößten Teil auS dem 18. Jahr­hundert Unb wenn eS sich auch noch nicht um den gesamten Kronfchatz ter Romanosfs handelt, ko dürste eine kurze Deschreibung dieser, in ter Welt cinz.g dastehenden Kostbarkei­ten zur Zeit nicht ohne 3ntcr:fic sein. DaS religiös - gefärbte Hofleben im alten Moskowien war äußerst prunkvoll. Anfang des 17. Jahrhunderts erfuhr cs allerdings durch die Reformen Peter des Großen für kurze Zeit eine Einbuße. Peter der Große war in feinem Privatleben schlicht und haßte jeden Pomp. In den letzten Jahren seiner Herrschaft mußte er jedoch feine sparsame und einfache Lebensweise Mim Teil aüfgeben. Da ihm daran gelegen war. für den Fall seines Todes, feiner Gattin Ka­tarina größere Rechte zu beßern fo entschloß er fich. Äatßarma mit allem erforderlichen Zere­moniell zu krönen. In Anbetracht ter peinlichen Tatsache, daß Katharina immerhin als gefangene Clftin nach Rußland gekommen und anfangs die Geliebte, bann erst die Gemahlin des russischen Airen geworden war. wurde die Krönung, nicht ebne Absicht, außerordentlich prunkvoll gefeiert. Lidern wurde das erstemal in ter Gesch.chte Rußlands eine Frau mit dem Imperatorentitel gefrönt. Die Zeremonie erfolgte in ter Ufpenfli- Kathedrale zu Moskau, sie tourte mit einem zu­vor noch nie bagetoefenen Aufwand an Schmuck Ünb kostbaren Trachten gefeiert. Eigens zur Krönung ter neuen Kaiserin tourten damals zahl­reiche Diademe im Auslände bestellt, fo nament- fjch die Krone, welche aus Diamanten von seltener Größe mit außerordentlicher Schönheit zusammen­gesetzt war. Die Kronspangen waren mit großen «nb seltenen Perlen verziert, die Spitze mit Rem diamantgeschmückten Kreuz ruhte auf einem Aesigen Rubin, den etnft ter Fürst Gagarin dem Fürsten Menschikow geschenkt und von diesem in hen Besitz Katharinas gelangt war. Die Krone gellt heute ein Prunkstück des .Diamantenfonds" Mit ter Krönung Katharinasl. beginnt ftr Rußland eine siebzigjährige Herrschaft des weiblichen Geschlechts. Alle Zarinnen hatten eine Ausgesprochene Vorliebe für Edelsteine und kost­baren Schmuck. Sie machten keinen Unterschied zwischen ihrem privaten Eigentum und dem des russischen Reiches und waren daher in ter glück- Achen Lage, derartige Summen zum Ankauf von Juwelen auszugeben, wie es sich kein einziger europäischer Souverän hätte gestatten können. Der Zarin Anna Vorliebe für Edelsteine war fo unbezähmbar, daß sie ganze Karawanen ausrüsten ließ, die ihr die gewünschten Schätze aus China linb Indien beschaffen mußten. In ihrem Schloß zu Gatschina richtete sie eine besondere Werk­statt ein und erschien hier oft persönlich, um die ychlcifarbeilen zu kontrollieren. Sie richtete auch die von Peter erbaute, später aber nicterge- b'ranntc .Edelstein-Mühle" in Petersburg wieder auf und stellte hier zahlreiche Schleis- und Polter- Arbeiter an. Zur Zeit Katharinasll war ter Pomp am russischen Hof derartig groß, daß s-lbst König Ludwig XV. von Frankreich wegen ber Geschenke, die er ter Zarin zu senden sich genötigt glaubte, in einige Schwierigkeiten geriet

Dank ber geschilderten Umstände sammelte sich schließlich in der Schatzkammer ter russischen Zaren ein riesiges Gtelfteinlager an. Es wurden 6c besten Juweliere ihrer Zeit: Posier. Duval. Pfisterer und andere nach Petersburg beordert Als die bemerkenswertesten Kunstwerke dieser Meister sind an erster Stelle zu nennen: zwei Kronen, dao ReichSzepter. ter Reichsapfel unb die große Kette des Andreas-Ordens. Die große Imperatoren-Krone wurde für die Krönung Ka­tarinas I. vom Juwelier Pofier im Jahre 1762 Bcrgcftellt. Diese Krone, welche bei fiepen Hro- Stungen gebraucht wurde -- von Katharina II bis Rikolaus >1.. steht, abgesehen vom hohen ma­teriellen Wert, in ihrer künstlerischen Aussuh- rung einzig da. Sie hat im ganzen 4963 Etel- Seine im Gewicht von 2858 Karat auszuweisen, darunter 75 große Perlen und einen großen Rubin von 400 Karat. Den Rubin kaufte im Sabre 1676 ber russische Gesandte in Peking für 26 720 Rubel. Die Krone ist unvergleichliw gra- 11Ö6 unb leicht verarbeitet, wiegt aber trotzdem