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Juli, hier,

Marburg im Zeichen der 400-Iahrfeier.

][ Marburg, 27. Juli. Gar mächtig regte es sich in den letzten Monaten und Wochen in der Stadt Philipps des Großmütigen. Stadt uni) Bürgerschaft wetteiferten miteinander, um den alten Gassen uni) den altertümlichen Ge­bäuden und Holzfachwerkbauten, an denen Mar­burg so reich ist, ein würdiges Aussehen zu geben. Biele schaffende Hände waren nötig: überall, wo man hinschaute, wurde gearbeitet. Bald war diese, bald jene Straße aufgebrochen, die ausgetretenen Stufen an den vielen Treppchen und Treppen, die vom Tal zur Altstadt, von dort zum Pfarrkirchhof und schließlich zum Land­grafenschloß führen, sind sämtlich ausgebessert bzw. völlig erneuert worden. Wie bereits ge­meldet, wurde die mit dem Universitätsgebäude zusammenhängende alte Dominikanerkirche in ihrem Inneren völlig umgestaltet und am letzten Sonntag neugeweiht. Der Erweiterungs­bau der Deutschen Burse wurde ebenfalls in Benutzung genommen, und im Forsthof, der als Geschenk der Kirchenregierungen Hessen-Nas­saus mit dem gleichfalls als Heim für unbe- inittelte Studierende durch eine Stiftung zur Ver­fügung gestellten Carl-Duisberg-Haus vereinigt wurde, wurden die letzten Instand­setzungsarbeiten erledigt. Biele Häuser der Stadt haben ein neues, buntes Kleid bekommen. Das hiesige Maler- und Anstreichergewerbe hatte wohl noch niemals so viele Aufträge zu erledigen, wie in den vergangenen Monaten. Zu den neu ausgemalten Gebäuden gehört auch die Uni­versität. Eine Menge Arbeitskräfte wurden bei dem Bau der I'ubilaumsgeschenke benötigt. Wie vorauszusehen war, kann die Jnnenausge- staltung des neuen Kunstinstituts bis zum Iubi- läum nur teilweise erfolgen. Daß das abge­brannte Dach und Obergeschoß des Land- gr afenhauses auch schon wieder aufgebaut und bis zum Iubiläum in seinem Aeußeren fertiggestellt ist, soll ebenfalls nicht vergessen werden. Auf dem K ä m p f r a s e n ist ein großes Festzelt, das mehreren tausend Personen Platz gewährt, erbaut und auf dem Audolphsplatz wartet das Gefa llenendenkmal auf seine Enthüllung. So ist in Marburg zum Jubiläums- feste alles vorbereitet, die Gäste würdig zu> empfangen, Unö sie treffen schon nach und nach ein. Wer in den letzten Tagen durch Marburgs Straßen wandelte, den buntfarbigen Farbenwald und die studentischen Umzüge betrachtete, muhte den Eindruck gewinnen: Marburg ist schon mitten in seiner Jubiläumsfeier. Glanzpunkte des Festes dürften der historische F e st z u g am Sonn­tagmittag, sowie die Illumination von Stadt, Schloß und umliegenden Höhen am Sonntagabend

auf Grund völliger Parität der Rechte und Pflich­ten - - alle auf das Berhältnis der beiden Klassen bezüglichen Angelegenheiten, seien es Lohnfragen, seien es Fragen der Arbeitszeit oder der indu­striellen Betriebsführung. Dieses Kooperativ- systcm, dem alle Arbeitergruppen, selbst die röte­sten der Roten, begeistert beigetreten sind, scheint bereits den Pesthauch vom Horizont vertrieben zu haben, der im September 1923, am Dorabend der Geburt der Diktatur, das ganze Land, namentlich aber Katalonien, zu einer wahren Hölle gemacht hatte...

So zeigt sich General Primo de Rivera in jeder Hinsicht als der zuversichtlichste unter allen Staatsmännern des alten Europas.

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Die Körnerbildung ist gut, so daß man im all­gemeinen mit der Ernte zufrieden fein kann. Im vorigen Jahre setzte die Roggenernte früher ein als in diesem Jahre.

Dillkreis.

bl. Herborn, 27. Juli. Die Landwirt­schaftskammer hat den Dau einer neuen land­wirtschaftlichen Schule in unserer Stadt beschlossen. Der Kreis hat zu den Baukosten einen namhaften Beitrag geleistet.

bl. Medenbach, 27. Juli. Hier ist man man mit dem Bau eines neuen Schulhauses beschäftigt, daß im Rohbau bereits vollendet

Schulstraße, einen aus ' lgien von Monsieur le pieket, College Ste. Barbe, 34 Rue Savaen Gand, abgesandten kleinen Kinderballon. Die ange- hängte Karte trug Aufschriften in holländischer, französischer und deutscher Sprache. Auf der Karte war der Wunsch ausgesprochen, dieselbe an den Absender zurückzuschicken. Dem Wunsch soll ent­sprochen werden.

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, , gelegenen Gemarkungsteikn des Kleebachtales, auf deren zum Teil steinigem Bo­den das Getreide früher zu reifen pflegt als sonst, hat man mit dem Schnitt des Rog­gens begonnen. Das zum Teil ungünstige Wetter hat die Ernte im großen und ganzen nicht wesentlich nachteilig beeinflußt. Rur in ge­ringem Almfange liegt das Getreide am Boden.

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suchungen der seltenen dortigen Gesteursarten vorzunehmen und die Quellen zu besichtigen. Auch das seht stillgelegte Braunkohlenbergwerk erregte bei den Geologen großes Interesse

00 Aus dem Niddatal, 27. Juli. Der Sauerbrunnen bei Staden wird von den umliegenden Orten, die zum Teil an der Quelle beteiligt sind, sehr viel aufgesucht. Er liefert ein gutesSauerwasser", das stark kohlensäurehaltig ist. Die Quelle, die so tief liegt, daß sie bei Hoch­wasser überschwemmt wird, war aus diesem Grunde etwas verwahrlost, jetzt ist aber das Bassin wieder geschlossen, der Deckel ausgebeffert und gestrichen, der Zementboden ausgebessert, so daß sie wieder einen sauberen und guten Eindruck macht.

00 Aus der südlichen Wetterau, 27. Juli. Die Getreideernte hat nun ihren Anfang genommen, nachdem sie sich durch die Regen­periode verzögert hatte. Roggen und Gerste sind zum Schnitt reif, die übrigen (Betreibearten werden schnell reifen, so daß ohne Unterbrechung gearbeitet werden kann. Der Stand der Frucht ist gut; da keine schweren Wetter unsere Gegend heimgesucht haben, ist auch nicht viel Lagerfrucht vorhanden, so daß fast überall mit Maschinen gearbeitet werden kann. Die feuchte Witterung hat auf den Wie - s e n einen üppigen Graswuchs erzeugt, der auf eine gute Grummeternte hoffen läßt. Ebenso stehen Klee, Kartoffeln und Hackfrüchte sehr gut, nur sind letztere sehr schwer von Unkraut frei zu halten. Der Wald liefert dieses Jahr sehr viel Beeren aller Art, die in der Arbeitspause zwischen Heu- und Getreideernte in großen Mengen gesammelt wurden.

Kreis Schotten

4 Ulrichstein, 27. Juli. Der Jakobi- mar k t, der für den oberen Bogelsberg Jahr für Jahr eine große Anziehungskraft besitzt, ist auch in diesem Jahre bei wirklich günstigem Wetter gut ver­laufen. Die Besucherzahl war etwas geringer als in den letzten Jahren, wohl in Anbetracht des schönen Wetters, das viele Bauern bei ihrer Heuernte fest- gehalten hat, die sonst nicht ferngeb Heben wären. Der durch seine Filmaufnahmen oberhefsischer Hei­matbilder weichin bekannte Kreisschulrat Lorentz von Lauterbach war auch erschienen und hak eine Reihe bewegter Markkbilder auf dem Filmstreifen festgehalten.

-f- Stumpertenrod, 27. Iuli. Dieser Tage machte der hiesige Kriegerverein einen Ausflug nach der Edertalsperre. Man hatte zu diesem Zweck vom Postamt Ulrichstein ein Post­auto gemietet, das die Teilnehmer am frühen Morgen von hier mitnahm und am Abend wieder zurückbrachte. Der Ausflug verlief zur allgemeinen Zufriedercheit. Der regelmäßige Postauto- verkehr, der seit Mai auch durch urtfer Dorf ging, ist feit letzter Woche wegen Unrentabilität und wegen der Berge, die bei diesen Fahrten zu überwinden waren, wieder eingestellt wor­den. Die Einstellung des regelmäßigen Postauto- verkehrs wird allseitig bedauert.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

H Wetzlar, 27. Juli. Heute nachmittag kurz nach 4 Uhr wurde unsere Gegend von mehre­ren Gewittern mit starken Blitzent­ladungen heimgesucht. Glücklicherweise hat die engere Umgebung der Stadt wenig abbekommen.

O Klein-Rechtenbach, 27. Juli, Die in der Unterhaltung des Kreises stehende Ber- bindungs st ratze von hier nach Hochel­heim. der sogenannteMoorweg", der auf einer größeren Teilstrecke in diesem Jahre eine neue Kleinschlagdecke erhalten hat, wird zur Zeit auf einer mehrere hundert Meter langen Strecke mit einer Teerdecke überzogen. Die Arbeiten werden durch die Dampfwalzenfirma Theodor Ohl, Lim­burg, ausgeführt. Rachdem sich hier vor kurze,u eine freiwillige Feuerwehr gebildet hat, hat die ©emeinbe nunmehr ein neues Spritzen­haus erbauen lassen. Das Grundmauerwerk wurde von dem Unternehmer Rehorn und die übrigen Arbeiten von dem Zimmermeister Binz, Groh-Rechtenbach, ausgeführt. Das Sprihhaus- dach ist aus Wellblech hergestellt, die Holzwände sind mit einem Karbolineumanstrich versehen, um sie gegen die Witterungsunbilden widerstands­fähiger zu machen.

H ö rn she im, 27. Juli. Am Sonntag fand hier das diesjährige Synodalfest für innere

Künstlicher Bernstein.

In den Retorten der Chemiker konnte, wie Direktor Behrens in der Umschau berichtet, aus Phenolen, die aus dem Steinkohlenteer gewonnen werden, unter Zusatz eines Salzes oder eines Al- kalis, sowie geigneter Farbstoffe, künstlicher Bernstein erzeugt werden, der sich in seinem Aeuheren in nichts vom natürlichen Bernstein un­terscheidet. Das Verfahren geht beispielsweise so vor sich, daß Formaldehyd mit Natriumhydroxyd erhitzt und zu einer zähflüssigen Masse eingedickt wird. Rach dem Zusatz von Farbstoffen wird die Masse in geeignete Formen gegossen und bei hoher Temperatur in Heizschränken getrocknet. Der so gewonnene Rohstoff wird dann in der üblichen Weise weiter verarbeitet. Der Kunstbernstein tft nicht schmelzbar, fest gegen Säureangriffe und fast unlöslich. Infolge der wohlfeilen Ausgangs­stoffe ist er zehnmal billiger als echter Bernstein: der Kunststoff dunkelt jedoch in der Sonne nach Man kann ihn auch noch auf verschiedene andere Arten vom Raturbernstein unterscheiden. Beim Rauchen aus einer künstlichen Spitze riecht diese nach Karbol. Da der Kunstbernstein ein größeres spezifisches Gewicht hat als das natürliche Harz, so geht er in einer Lösung von 30 vom Hundert Kochsalz unter, während der echte Bernstein schwimmt. Endlich hinterlassen Aethertropfen auf dem Kunsterzeugnis matte Necken, während echter Bernstein blank bleibt. Auch der Richtfachmann wird sich danach vor einer Ueberborterlung beim Kauf sichern können.

Mission, Dcraniiaitet von der Synode Wetzlar^ statt. Die Festpredigt wurde von dem Vorstand des Elberfelder Diakonissenhauses, Pfarrer D. E r» furth, gehalten. Jn der Nachoersammlung gab D. Erfurts) Schilderungen aus seinem großstädtischen Arbeitsfelde, die einen tiefen Eindruck hinterließen. Als zweiter Redner sprach Pfarrer Schneider, Hochelh.im. über die Berliner Stadtmission. Äe Schlußanspräche hielt Drtspfarrer Koch. Zur Ver­schönerung der bei'der Kirche im Freien stattgehab­ten Feier trugen Posaunen- und gemischte Chöre bei.

0 Niederkleen, 27. Juli. Die Arbeiten an denz teilweisen Umbau des elektrischen Ortsnetzes der hiesigen Gemeinde sind durch Be­schluß des Gemeinderats dem Ingenieur Fritz Groh aus Leun übertragen worden. Es handelt sich um die Abnahme von 5200 Meter alter Cisenleitung und den Ersatz durch Kupferseil bzw. -draht, sowie die damit verbundenen Nebenarbeiten Auch bei einer Anzahl Hausanfchlüsse soll die Eisenleitung durch solche von Kupfer ersetzt, ferner sollen fämlliche Zähler und Hausanschlußficherungen neu plombiert werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehrere tausend Mark.

0 Dornholzhausen, 27. Juli. Dieser Tage fand im hiesigen Gemeindewald die diesjährige Loy» holzversteigeung statt. Es hatten sich Käufer nicht nur aus der hiesigen, sondern auch aus den Ge- memden Hochelheim, Niederkleen und Vollnkirchen eingefunden. Insgesamt kamen 465 Raummeter Eichenreifer 2. Klasse zur Versteigerung; für den Raummeter wurden durchschnittlich 1,50 Mark be­zahlt, so daß der aus 5 bis 6 Raummeter bestehende Haufen Lohholzwellen auf 7,50 bis 9 Mark zu stehen kam. Die Lohernte in einer Gesamtmenge von rund 120 Zentner wurde an die Firma Earl Becker, Gießen, verkauft. Der dem Bankbeamten a. D. Wilhelm aus Frankfurt a. M. gehörige Hof Strauch" bildet in diesen Tagen den Treffpuntt von Beerensammlern aus den Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung. Die Himbeerernte ist nämlich dort im vollen Gange und lockt viele Hausfrauen, die die Beeren für" häusliche Zwecke sammeln und verwenden, dorthin. Während in früheren Jahren das Sammeln der Himbeeren un­entgeltlich gestattet war, haben jetzt die Sammler ein geringes Entgelt zu zahlen. Biele Bauersfrauen und -mädchen pflücken auch die Beeren und bringen sie auf den Wochenmarkt nach Gießen; sie schaffen sich hierdurch einen kleinen Nebenverdienst.

Groß-Alten st äbten, 27. Iuli. Dem Beispiele zahlreicher anderer Ortschaften un­seres Kreises folgend, hat auch unferc Gemeinde in diesem Iahre eine Wasserleitung erbaut. Bereits im Iahre 1914 wurde mit den Vorarbei­ten dazu begonnen, jedoch machte der ausbrechend« Weltkrieg und die dann folgende Geldentwertung eine Weiterführung des Baues unmöglich. Die Baukosten für unsere Wasserleitung, die über na­türlichen Druck verfügt, betragen rund 45 000 Mark, die unsere Gemeinde durch Aufnahme einer langfristigen Anleihe und eine Extrafäklung ttn Gemeindewald aufbrachte.

tz Garbenheim, 27. Iuli. Am kom­

menden Sonntag und Montag feiert der hiesige MännergesangvereinBorussia" fein 60jähriges Jubiläum An der Veranstattung wer- auswärttge Gesangvereine teil*

hörigen Bremsung mitgenommene Treibmittel wäre natürlich bei der Ausfahrt als Nutzlast zu betrachten, und mir müßten beifpielsweise bei Nitroglyzerin nicht das 1920fache, sondern vielmehr das 1920X1 1920 = dem 3 686 400fachen des Raumschiffs an Ni­troglyzerinladung mitnehmen, ganx abgesehen da­von, daß der Zerknall einer solchen Treibmittel­menge ein Erdbeben verursachen müßte, gegen das die bisher bekannt gewordenen Beben ein Kinder- spiel wären.

Selbst wenn also unser Schiff einschließlich des Gewichts der Weltreifenden, Maschinen, Apparate, Verpackung des Nitroglyzerins nur 300 bis 400 Kilogramm wiegen sollte, so wären zu feiner Be­förderung doch über eine Million Tonnen Nitro­glyzerin erforderlich und das ist natürlich eine Unmöglichkeit.

die Verluste an. Dann aber ergäben sich noch Schwierigkeiten anderer Art, indem die Geschosse, zunächst freilich nur an der Oberfläche, weißglühenk/ würden, wie uns ja die Meteore, deren Geschwin­digkeit wir uns nähern müßten, deutlich zeigen.

Gehen wir nun zur Rakete über! Sie unter­scheidet sich vom Geschoß dadurch, daß sie ihre Sprengladung mitführt und unterwegs abfeuert. Aber der hierdurch erreichbare Vorteil trifft nur die Ueberminbung des Luftwiderstandes, der in der Lorenzschen Rechnung mit Absicht außer Betracht blieb. Denn günstiger als das Geschoß wäre die Rakete nur insofern, als sie sich die größten Ge­schwindigkeiten für den Weltraum verspüren könnte, wo sie nicht vom Luftwiderstand aufgezehrt werden. Sehen wir vom Luftwiderstand ab, so ist die Rakete nicht günstiger als das Geschoß; im Gegenteil, noch ungünstiger: bei ihr geht ja ein noch größerer Teil der Energie dadurch verloren, daß sie dem Treib­mittel mitgeteilt werden muß, statt unmittelbar un­serem Raumschiff; denn ein erheblicher Teil des Treibmittels muß ja mit in die Höhe gehoben wer­den, ehe er das Geschoß weitertreiben kann. Es wird uns also nicht wundern, daß die Rakete an Wirksam­keit hinter dem in einen gedachten luftleeren Raum ab gefeuerten Geschoß noch zurückbleibt.

Lorenz berechnet die Maße des Treibmittels im Verhältnis zu dem von ihm angetriebenen Raum­schiff und kommt bei feiner, allerdings etwas verein­fachten Rechnung, zu folgendem Ergebnis: Bei Nitroglyzerin als Treibmittel müßte dessen Masse nicht weniger als 1920mal so groß fein, wie die von ihm zu befördernde Nutzlast; bei Schießbaum­wolle gar 8900mal so groß; bei der Verbrennung von Kohle kämen wir zwar mit dem 252fachen und bei der von Wasserstoff sogar mit dem 156fachen aus, fo daß also beim ffiafferftoff unser Raumschiff, freilich einschließlich der zur Aufbewahrung des Wasserstoffs und Sauerstoffs dienenden Behälter, den 156sten Teil des Gewichtes dieser Gase wiegen dürste.

Schließlich jst aber noch eine kleine Schwierig­keit da: Falls wir Wert darauf legen, nach glücklich bestandener Weltreise zur Mutter Erde zurückzu­kehren. muß natürlich die Rakete, um einen allzu schleunigenFall aus allen Himmeln" zu vermei­den, vor Einlaufen in den Erdhafen ein wenig ge­bremst werden, und dieseBremsung verschlingt, wenn wir von der Lustreibung, die uns hier allerdings zugute kommen würde, absehen, ebensoviel Treib­mittel, wie feiner Zett die Abfahrt. Das zur nach­

n. Grotzen-Linden, 27. 3ult Hier wurde gestern mit dem Abernten des Roggens, acht Tage später als in früheren Jahren, be­gonnen. Die Aehren haben sich recht gut ent­wickelt. so daß der Körnerertrag gut ausfallen wird. Auch die übrigen Getreidearten versprechen einen guten Ertrag.

# Hungen, 26. Juli. In Ausführung des Beschlusses der Generalversammlung zu Älsseld unternahm der Hessische Landjugend- b u n d am Sonntag einen Ausflug nach Kassel und Wilhelmshöhe. Der Verkehrsoerein Kassel hatte un­entgeltlich die Führung übernommen. Die Teil­nehmer waren hochbefriedigt über das Gesehene. Verschiedene (Erneuerungsarbeiten werden am hiesigen Bahnhofe vorgenommen, das Bahn­hofsgebäude selbst erhält einen neuen Verputz.

f Aus dem Horlofftal, 27. Juli. Heute zog ein schweres Unwetter über unsere Gegend, wie es seit Jahren nicht erlebt würbe. Wolkenbruchartiger Regen, zeitweise mit Hagelschlohen vermischt, richteten auf den Fel­dern von Trais-Horloff, Steinheim, Rodheim, Unter- und Ober-Widdersheim und Raberts­hausen erheblichen Schaden an. Es fielen Hagel­körner Dtm der Größe eines Taubeneis. Im Ver­ein mit einem orkanartigen Sturm wurde die letzte noch stehende Frucht zum Lagern gebracht. Korn und Gerste haben am meisten gelitten, be­fand ers den liegenden Gerstenglocken wurden viele Körner ausgeschlagen, aber auch bei Weizen und Hafer wurden Kolben und Rispen gefnuft und abgeschlagen. Die Fruchthausen wurden um- geworfen. Zum Teil sind die Landwirte gegen Hagelschlag versichert. Weniger Schaden ist an den Hackfrüchten (Kartoffeln, Dickwurz) und den in diesem Iahre vermehrt angebauten Zucker­rüben entstanden. In den Gärten wurden teil­weise die Stangenbohnen vollständig von den Stangen herunter auf den Boden geschlagen, ohne daß die Blätter befvnders stark in Mitleiden­schaft gezogen wurden. In den Baumstücken wur­den ganze Aeste abgerissen und Baumstützen um­geworfen. Eine Menge Aepfel deckt den Boden. Der Blitz schlug verfchiedenemal in die Hoch­spannungsleitung des elektrischen Ueberland- werks; ein kalter Schlag fuhr in die Kirche zu Trais-Horloff, wo im OrgeliDerf Schaden an­gerichtet wurde, außerdem schlug ein Blitz in eine Scheune zu ViHingen, die vollständig ein« geäschert wurde.

Kreis Friedberg.

. Pohl-Göns, 27. Iuli. Gestern abend fand dahier eine gemeinschaftliche Sitzung des Kirchenvorstandes, der kirchlichen Ge- meinbeöertretung und des Gemeinderats unter Vorsitz des Bürgermeisters statt wegen Erwei­terung der Kirche resp. Anbau an die­selbe, wozu Antrag aus der Gemeinde gestellt worden war, da die Kirche mit ihren 180 bis 200 Sitzplätzen für die sonntäglichen Gottesdienste sich zu klein erweise. Rach längeren Verhand­lungen wurde der Antrag einstimmig abge- lehnt, und zwar im Blick daraus, daß die eben im Gang befindliche Reparatur der Kirche an 10 000 Mark kosten wird, die die Gemeinde gern aufbringen wird; daß aber auch andere Aus­gaben für wichtige Zwecke Kanalisation, Wasserleitung bevorstehen. Bei der eigentüm­lichen Bauart unserer Kirche würde eine Er­weiterung Kosten verursachen, die dem erreichten Zwecke nicht entsprechen. Was die Anlage einer Heizung betrifft, so wird eine Heizungsart ge­plant, durch welche die Schulsäle und Kirche zu­sammen geheizt werden können.

Kreis Büdingen.

A Ridda, 27. Juli. Gestern trafen hier etwa 25 Herren einer <5 tuM enf om mif * sivn de r Bergakademie Clausthal im Harz unter Führung von Dipl.-Ingenieur Buschiendvrf ein, der Assistent an der ge- nannten Hochschule ift Die Geologen machten Exkursionen in die Umgebung von Ridda auf den Kiffelberg, in dessen rote Basaltlava präch­tige Iabasite eingebettet sind, dann auf das Ziegelrohr mit dem städtischen Steinbruch, von da nach Michelnau zur Besichtigung des dor­tigen großen Steinbruchs. Ueberall in hiesiger Gegend finden die Fachleute interessante geo­logische Formationen, namentlich in Bad-Salz­hausen, wohin die Studienkommission einen Ab­stecker machen wird, um mineralogische Unter-

Geschwindigkeit annehmen muß, auch wenn sie in­zwischen vergast ist. Dieser dem Geschoß nicht mit« teilbare Teil der Energie wird desto größer, je mehr die Masse der Sprengladung im Verhältnis zu der des Geschosses anwächst. Durch solche lieber« legungen kommt Lorenz schließlich dazu, festzuftel- len, daß nur ein solches Treibmittel dem Geschoß die oben errechnete Anfangsgeschwindigkeit erteilen kann, dessen Energie ausreichen würde, sich selbst bis zu einem Drittel des Erdhalbmesfers emporzu- heben. Ist die durch Abbrennung oder anderweite chemische Mittel frei zu machende Energie eines Treibmittels nicht so groß, so nutzt die bloße Ver­mehrung der verwendeten Menge gar nichts.

Wie steht es nun in dieser Hinsicht mit unseren wirkungsträftigsten Treibmitteln? Die im Nittogly« zerin, dem wirksamen Bestandteil des Dynamits, schlummernde Energie ist so groß, daß man, natür­lich ganz unabhängig von der abzufeuernden Menge, das Nitroglyzerin damit bis auf die Höhe von 670 Kilometer heben kann. Bedenkt man jedoch, daß durch Wärmeverluste und dergleichen immer eine Energiezerstreuung unvermeidlich bleibt, so kommen hiervon höchstens 464 Kilometer in Betracht. Bei Schießbaumwolle lauten die entsprechenden Zahlen 460 und 306 Kilometer. Es wird vielleicht manchem überraschend sein, daß es noch viel energiehaltigere chemische Vorgänge gibt, obwohl sie viel harmloser aussehen, als Schießbaumwolle oder gar Nitrogly­zerin, nämlich die Verbrennung von Kohlenstoff, und noch mehr die von Wasserstoff. Die erste wäre imstande, die bei ihr beteiligten Stoffe 1250 oder 835, die des Wasserstoffs sogar 1520 oder 1010 Kilo­meter hoch zu heben, wenn eine einigermaßen rest­lose Erfassung dieser Energie und ihre Umwandlung in Bewegungsenergie, ähnlich wie etwa beim Dyna­mit, möglich wäre; daß das nicht der Fall ist, geht ja schon daraus hervor, wie unendliche Mühe sich die Techniker geben, einen auch nur viel bescheide­neren Bruchteil der Kohlenenergie zu erfassen. Aber alle diese Zahlen reichen bei weitem nicht aus, denn das erforderliche Drittel des Erdhalbmesfers beträgt mehr als 2000 Kilometer.

Dabei ist, wie bemerkt, der Luftwiderstand noch nicht einmal berücksichtigt; tatsächlich ist er jedoch ungeheuer groß, und er wächst geradezu unheimlich, je größer die gewählten Geschwindigkeiten find. Einerseits müßten wir also, um die Versuche durch den Luftwiderstand auszugleichen, die Anfangsge- fchwindgikeit noch weit größer nehmen, andererseits wüchsen durch bte gesteigerte Geschwindigkeit auch

Die unmögliche Mondreise.

Von Professor Dr. Paul Kirchberger.

Seitdem Jules Verne in einem seiner etwas phantasievollen, aber doch recht verdienstlichen Ro­mane eine Reise in der Kanonenkugel nach dem Monde beschrieb, ist der Gedanke an eine Fahrt in den Weltenrcmm hinaus niemals eingeschlafen. Vor etwa 30 Jahren hatte Kurd Laßwitz mit sei­ner ErzählungAuf zwei Planeten", die Fahrten zwischen der Erde und dem Mars schilderten, einen großen Erfolg; das Buch wurde namentlich von der Jugend verschlungen und regte unzählige Köpfe zum Nachdenken über solche Fragen nachhaltig an. Mit neuerdings zunehmender Lebhaftigkeit werden die Fragen der Möglichkeit einer Weltraumfahrt in den letzten Jahren erörtert, wozu wohl die ungeahnten Erfolge der Fliegerei beigetragen haben mögen.

Nun stellte kürzlich Professor H. Lorenz von der Hochschule in Danzig in einem der Luftfahrt ge­widmeten Sonderheft derZeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure" eine genaue Berechnung der Möglichkeiten eines Weltfluges an. Er unterfcheidek öabei den Flug durch Abschuß von der Erde aus und denRaketenflug.

Natürlich ist es mit den Mitteln der heuttgen mathematischen Physik möglich, genau auszurechnen, melche Anfangsgeschwindigkeit ein durch Schuß in den Weltenraum hinausbefürderter Körper haben muß, wenn er dem Schwerefeld der Erde entrinnen soll; denn das ist natürlich nötig, selbst wenn wir nur die für die Verhältnisse des Weltenraumes oder auch selbst nur für die Verhältnisse unseres Sonnen­systems außerordentlich bescheidene Entfernung von der Erde zum Mond zurücklegen wollen. Lorenz er­rechnet die immerhin recht statUiche Geschwindigkeit von 11180 Meter in der Sekunde, die unser Welt­raumgeschoß haben muß; das ist etwa elf mal so­viel wie die unserer schnellsten Geschosse, im Augen­blick, wo sie die Rohrmündung verlassen. Dabei hat aber Lorenz die ungeheuer großen Verluste infolge des Luftwiderstandes noch nicht einmal berücksich­tigt. Nun darf man nicht glauben, daß man die An- fangsgeschwindiHkeit eines Geschosses durch Vor größerung der Sprengladung beliebig steigern könne. Nimmt man nämlich diese Im Verhältnis zur Majse des Geschosses immer größer und größer, so wird ein immer größerer Teil der Energie dadurch oer braucht, daß die Spengladung. ehe sie dem Geschoß die Geschwindigkeit erteilen kann, erst selbst diese

bilden. Von und nach allen Richtungen Sonderzüge bereitgestellt.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

* Watzenborn-Steinberg, 27.

Beim Fruchtabmachen fand Karl Heß von