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Nr. 96 Zweiter Blatt

Dienstag, 26. April 1921

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhesscn)

Das wirtschaftliche China

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CfciM beanspruch« heule la fahr unjtf

hob ea fid ch. Mt zahlten- ^>«.<1 und die «bedkn

unteres ObfcbaiK*. ihren Hetwrf beim grafw Sorte^mtlch- Wandel w Itoflrx

an 3rtt mche '.armer te brr Lage heb. 'Alltg ter»

künde aufgelegt und wurde von dem ®dfte sichen nach ihrem Inhalte erflärt, auch in 'Be* Eichung gefetzt zu der evangelischen Auffassung der guten Tfrerle. 3nttTcf!ant war. zu hören, bah der Ablaßbttef erst 1350 von Erzbischof Verlach von Maliv del einem Aufenthalte In Kloster Arnsburg bestätigt wurde. Diese Be­stätigung mit dem Siegel ist dem Briefe unten angehängt

Mainzlar. 25. April Während zu Ostern 6 Knaben und 12 Mädchen aut der hie­sigen Schule e n t l a f f e n wurden, jrtgl die heu­tige Aufnahme der neuen Schulrekruten fast das umgekehrte Bild, wurden nümllch 11 Knaben und v Mädchen aufgmommm

t ® tünberg. 25. April. Dieser Lage fand die gutbef achte Generalversammlung de» Biehverficherungsvtretn» Grstn- berg statt. Direktor Schäfer eröffnete die TVrlammlunfl unter Bekanntgabe des 3ahees- benchts. au» dem u. L die gemeinnützige Tätig­keit des Vereins hervor aing Anschließ end be- richtete Aechner Frank ble Aechnungsadlage.

ein gekürzt werden. Die Arbeit des dritten wahres besteht im Entfernen von allen wilden Ho'.i auA der Krone und im Aückschniit der edlen Beste damit fit später fruchtdeladen nicht au»- drechen fottric im Aachsehen der Deredlunas- stellen in Bezug auf gesunde Ueberwallung. Die groß« Wichtigkeit de- Umveredelns wird auch htt uns mehr und mehr erkannt und gewürdigt So hat Preußen in diesem 3ahre zum erstenmal für verschiedene Landesteile, Darunter auch für Den Aachdarkreis Wetzlar Mittel jur Verfügung gestellt, um Obstbaumbefitzern die Hälfte ihrer Unkosten für das Umpfropfen zu edetei Der Bedner schloß mit her Bemerkung, man möge das Heil nicht von Der Behörde erwarten, fentern ohne Zeitverlust selbst handeln. An diese Schlust- wvrie anknüpfend, ermahnte Der Vorsitzende Die Versammlung, jedermann möge neben Der tat­kräftigen Selbsth'lfe. ohne Die wir "ich: weiter­kommen können, in fernen Wirkungskreisen Dafür eintreten, hast auch im Obftrvrfau* wieder Treu unD Glauben selbstverständlich würden.

Ilach dem lehr fesselnden Vortrage erstattete der Dor f t h en de Bench« über die Vogel­schutz b c st r e b u n g e n. Alle Bekämpfungsmit­tel der Schädlingsplagen würden mit Abnahme her Singvogel unzureichend werden. Diese Er­kenntnis hat bereit» zur Abänderung Der ^1D- bereinigungsbtsttmmungen geführt. Wähnend früher bei Der Durchführung von ,vlMx mm (jun­gen. die als Aistgelegenheit für Singvögel wich­tigen Hecken beseitigt werden muhten, sollen he jetzt nicht nur erhalten bleiben, fondern folche auch hort, wo die Otrtlichörit bas wünschenswert erscheinen^. neu wigelegt werden. Für Höhlen­brüter. namentlich Meisen, sollten in allen Ge­meinden Aistkäften nach System Berlepsch ange­bracht werden. Diese Kästen (pro Stück 1.45 Mk.. hundertweise billiger» haben ausgcbohi^. unten abgerundete Höhlung. 3n Aistkasten, die nicht genügend lief und unten mit aufgenagelten Brett­chen versehen sind, nistet feine Meise. Eben­sowenig in Kästen. Die nicht genau wagrecht auf- gehängt wurden. Die bedauerliche Xäiigfett ge­wisser. Der Vogelwarte Aosilten nahestehender Kreise, die Darauf gerichtet ist. Die Schuljugend unter Führung Dn Lehrerschaft mobil zu machen, um die Vogelnester fyszematisch aufzufpüren und die Vögel zum Beringen zu fangen, bezeichnet her Vorsitzende als einen Unfug, her unter Dem Deckmantel her Wissenschaft die bedenklichsten Folgen haben müsse. Kein Lehrer sollte sich bereit finhen. ein derartiges Treiben irgendwie zu unter­stützen

Die Wiederwahl des seicherigen Vorstandes durch Zuruf und die übliche Gratisverlosung be- schlos en die gut besuchte und anregend tvrlauicne Versammlung B

Wetzlar einen Tortraa über Maßnahmen beim Umveredeln älterer Oostbäume. Trotz unverkenn­barer Fortschritte. so führte her Aedner au». sind die Ortnartungen nicht erfüllt worden, welche man von der Zusammenarbeit von Staat. Gemeinhen und Vereinen noch vor 30 Jahren hegte. Mit einem Bestand.' von 134 Millionen tragbarer ObftMnme ,st her Deutsch Obstbau richt imstande gewe'en. den steigenden Bedarf an frischem Obst für die Bevölkerung zu decken. Die Summe, weiche an deutfchem Gelbe im Jahre 1925 für Obst ins Ausland floh, betrug nicht weniger als 560 Millionen Goldmark. Hauptsächlich waren es Aordamerika. Austra­lien. Holland und die Mittelm Irländer, weiche ihre OMierwugntHe nach dem verarmten Deutsch- land abfetzten. Diese Länder rüsten sich durch Aeuanpflan-iungrn und Verbesserungen zu wei­teren Lieferungen über untere @ren»en. Ungarn hat seine Anbaufläche für Obst jetzt vervierfacht. Der viel gebrauchte Hinweis au« Den nzxcDameii- kanischen Obstbau als Muster für deutsche Ver­hältnisse ist verfehlt. In ALerlla ist es der mit reichen Mitteln arbeitende, wert ausschauende

GrrchgrunDbei.tz der als der daup^ächt.»»e Er­zeuger marftfälr.gen Obstes in Betracht tornrnL Bei uM dagegen liegt her Obstbau \u Erwertztz-

r.en znri Bertaut zu stelle», derms für hat Aa'blichen das die Händler adschrncki Emeuger zu decken, ist her ma'ch Um in Dieser Htnlicht «st das Umr-eredeln älterer, noch lebens­fähiger Obftbäumf, die b» Ertrage nicht bc- sriedigkn oder von her Schorf krankbett bd allen iKthrn. ein bald wirksames Mitte! Aur die allerbesten, vom Odsthandel bevrzagten Steten sollten hierzu Verwendung finde-. Drei Aephi- Iorten innerhalb einer Gemeinde Inen hte Höchst- zahl. Die beste Zeit zur Vornahme dieser Ar­beit >st her .fdtrmun von Ende März dis

bracht wurde, nachfolgter die Knie fielen und drei Kirche ein Vermächtnis machten ufu>. mithin leit dem Eintreffen jenes Briefes, kunstvoll und deutllch auf Pergament geschrieben und gut erhalten ist. 600 Iahre vergangen sind, war im gestrigen Gottesdienste die alle Ul»

ba» ktetre Hine Deurtölaab tntofem eine öbanre. al» e» btt größten befaenlm M-. ':r der Weit de- fitzt und d»e flrbfutn Stengen von künstlichem Ettck- '.oh erzeugt. 311« mutzten erst psl '"ch ruhige Zm- tsnbe in China etrtreten

Hn »ir.rialien besitzt China btt mofu und beste stöhle der Sell, sthr viel User rn<tl Ä Z'-m und öali und wahttche nllch auch Petroleum, Ein groster leck brr Lager befmbei sich der lief im Zn Bern Huberten brr «kimwrtt wittuM mH 8chte unb Eilen schon stark aeiättigt foeupunttv rflenl für chn.-stsche» Eisen ist Lapan. da» aber d,e fl.itbrdiung zu feinen Gunsten brheri chen möchte weil e» selbst an Esten arm ist. und ebenso auch an stöhle. Die Entwicklung einer großen Berg- ordfrinbuftne in Chino würbe natüttich auch an- Here großinduftnrlli .Inlaaen zur «folge biben unb damit die schwerste ür'cki Uier..!-a brr ortflig- sittlichen (Brunbteacn be» chioeßlchen Leben». Diese» wirb auf moralischem Orbitt bederrlcht durch bw beiden Äegti-se der Familie unb brr Pietät. Iie =<aai»auioniai ill für den Chinesen die erwei- Urte «iamihenauionint. Gehorsam gegen da» 3a- milienhaupi unb txeborlam gegen den ölaat fließen für da» chinesische Bewußtsein au» derselben flt.- I'.chen Wurzel Erschütterung der fiamUie ist daher m Obtna gleichbedeuiend mti futiidxr Hnarchie Die Familie aber beruht ganz und gar auf der po triar chaltfchen Natur be» Landbaue» und der ebenso patttarchasischen Ttatur be» Hand­werk» und Gewerbe» in den eläbten China»

Ee.de Ma». Gegen das häufige Ausbrechen Der aus gefetzten (M*e!rrJer wird Das Anbringen eine* Sit,!r<--zes über der Krone empfohlen Es ist grober Wert auf die Nachbehandlung der unver­edelten Bäume zu legen Baumwärtern wird empfobkn. Die Arbeit abzatehnen. wenn nicht gleichzeittg der Auftrag für die Aachbehandlung während her nächsten drei Jahre erteili wird Diele bestehl in; ersten Jahre im rechtzeitigen Lrsen des Verbandes forme im Einkürzen brr Gdeltriebe im August Die frch zahlreich bilden- den wilden Driebt Die hfl» r;n gutes Zeichen für ungebrochene Lebenskraft eines Baumes finD. Dürfen ebenfowenig entfernt werden, wie di« Jir Verarbeitung des Saflstromes nötigen 3ug- fte. Sri: im darauf! vlgenden Jahr kann ein Teil derselben forlgenomnwn wid die wilden Triebe

* l.d) ui Dcrp(iena>anir'cn. r^n.en wir habet ho» chmefstche OrantoroMem am schnell­ste«. wenn w.r la^e«: Hs»' tfrra nur »wet- Hunden Tt illione n Smwohner. so wäre e» nicht nur ein reiche» und starke» Land, fanbern e» könnte auch eine furchtbare «acht Serben; da e» aber vierhundert hu. fo ist e» out allen ^iten in seiner Entwicklung dehinbe r,s Da» dingt wie eine Paradoxie, aber e» ist in Wirklichkeit ferne.

flfle bieirntgen I<Ue China», die nicht durch ststma ober »obenan beoulterungefrtnbiuh find teigen eine lehr hohe Boik»d,chte. 6le ist Im ganzen

Oberheffen.

Kongreh für Plychotherapie in Bad'Nauhelm.

4 Bsd-Asuheirn. » Apett Der zweite Allgemeine Aerztlich« Konarest für Pfv- chotherapie. Der in Den Tagen vom IT dis 30 Lpn! hier haltfinM unb unter De- Vnr^tz von Per' Dr Sommer iGiesteni sieht, dringt la feinem wittenlchafllichen Teil »ahleeiche be­deutende Beruage unb 'M reale über den Stand der Pspchrana'.vle über Ptpchotdrrapte und Hell- Pädagogik Die gesellig«. Veranstaltungen, die di« arbettsretchen Sitzungen umrahmt-:*. I nden mit einet Festvorstellun^ der Sranftuner Oper am 2$ Apttl ihren Höhepunkt <lin grober Irl her Kongrestdcsucher wird am Sonntag einer Einlahurw zu wissenlchaftl.chen Dernnnsrro,»on«n in der Gießener Aervenkllvlk Mar leihen, wo Pros Gommer einen Ervettmental- voflrag über .Pfvch'fch« und phf ikeli be BMr- kangrn der Elektrotherapie' halten und Prof Großer Dmvnßraiionen zu Dem Tb>mi . 2Ub- «räum« eines Künstler«" bieten wird Eine .uh- ning durch die Aervenkunck. die Den Gästen rtn frühstück gibt schliestt sich'an Die D< r rnfiratirnen an. Der Sonntag stehl Unter eine Autos ahn nach Vurg AorDeck .bei Gießen» vor. wofefdfl Dai unter Der ärztlichen Leitung von Fra« Dt Gedceb ßehenDe Erziehungsheim bettch- iiflt werden soll.

Landkreis Ntcfcrn

schon sa hoch gefi»£fn. baß eine Zunahme kaum noch möglich ist. Aller »oben ist hi» zum äußersten uusgatetli, unb bie Parzellen auf denen her chinesische Bauer astNschaftet. sind |o Nein, daß man zunächst gar nicht versteht w e eine Familie von hem Stückchen Land, da» fie bebaut, efiftieren kann. E» geschieht burth eine sorgtättig berechnete, de mKegen'crU. den wechfetnben Temperaturen unb her fkgrlaiionebauer ing<;aue Folge her kultivier­ten Gewächse Dadurch bnngt e» her Chinese bah,n. baß er tm Lauf« eine» 2ahre» dl» zu lech» Ernten erzielen kann Die Ltträge könnten noch großer fein, wenn künsNicher Dünger belannt und wenn wa» noch wichtiger ist. her Bauer imstande wäre, »hn zu bezahlen. Da» Land ist omeiknlleihig bebaut man steht überhaupt fein clütf, ba» nicht in Kultur wäre (ausgenommen bie Grabhügel im Htfcel). unb auf rrhalb her Gebirge gibt e» faum einen Saum, ber nicht brr Kustung wegen gepflanzt wäre, verglichen mH hem. wo» bei rationeller Düngung geerntet werden tonnte, sind bie Erträge von ber «llädxneinbeü aber f.mesmeg» hoch, unb sie wären noch niedriger wenn nicht auch mensch­liche Au»wurfstoste peinlich gesammelt würben.

Unter diesen 'Verhältnissen erfolgt bie Reaufie- ning ber Pall »Ziffer einfach Durch ba» Wegfler­ben derer, bie zuviel geboren werben Die Hälfte ber Arben hänbe würde au» reichen, um auf dem Lande und in der Stadt alle» zu fchassen. wa» nötig ist. Dann wäre, schematisch gesprochen, die Hälfte be» (Brunb unb Boden» für eine Pro-

Du Bildung groftinbuftricller Ar­beiter m affen. bie in manchen Zentren. w,e Schanghai. Manion. Hanfau. Tientsin, schon angt- fangen Hal. ist für China gleichbedeutend mit ber Entstehung einer Schicht, in ber bie Familienbanbe gelockert und bie moralische Bmbimg durch ba» Pietät»prinzip aufgehoben sind Damit wird ein ganz und gar unchinestsche» Element in ba» chinesische Leben gebracht, em Clement, mit besten hilft, wenn e» erst zahlreich genug geworben ist. bie florfflen Umwälzungen unternommen werden fönntn. 2n ber Bildung be» linfen. fommu- nlfkischrn Flügel» ber Kuomintang künblgt sich blese Entwickluna schon an. Dieser Flügel bilbet bi« (Barbe de» roten Markau, gegen die ber immer mehr nach recht» schwenkende Ischlangkaitschek jetzt oorzugehen versucht co sehr sein cieg int Vntereste der Orb- nung und der «onsolldierung brr Hanbel»verhält niste in Chma tu wünschen wäre, so bars man hoch nicht glauben daß bamit ba» chinesische Leben wie­der aus den Weg be» alten Patrtarchaliemu» zurück- gebracht werben könnte.

Garbenteich. 2D. Apttl. Durch Pfarrer G t a u b a ch - Watzenborn finh hier 12 Buben unD 10 Mäbchfli konf l rmiert worben.

> Drüetngen. 25 Aprll.chulverwalter Krüger her mit bet Versetzung hei bic-am zweiten Schulstelle betraut war. fchelhet ml Be­ginn Des neuen Gchuliatzres von tzicr Am L Mal wirD her wegen Erkrankung beurlaubte Lehrer Aull mann BneDer Den Dienst auf nehmen. Dieser Tage sanD in Der vollbesetzten Kirche Die Einsegnung Der KonflrmanDen statt. Es wurden zehn KirVer konflrm'.efl. Verschönert wurde Dir Feier Durch Chöre Der SchulkinDer unter Leitung von Lehrer »lf f.

Watzenborn-Stelnvera, 25 April. Der Gesangverein ,3uflenDfreunD". Steinberg, unter her Leitung feines Diri­genten Heinrich Köhler feiert tm 3at>rr 1M8 fein 40,ähriges Bestehen und verbinhet Dlefe Feier mit einem Ge 1 a n g s w e tl st r «it. Die Feier finDet am 16.. t7. unb 18. 3unl 1028

Lang-Göns 25. April. Hier wurden 18 Buben unD 16 Mädchen Durch Pfarrer Wahl konfirmier!, in Die Schul« find gekommen

10 Baden und 18 Mädchen.

y. Lollar, 25. April 2Un 28 Aprll 132? wurde ein Ablaßbrief an die Kirche K rch- berg gefandt. in dem eht vlerzigtäg.ger Ablaß versprochen wurde allen Gläubigen. Me an e.ntm Gönn- oder Festtag« dl« Kirch« in K.rchberg ober Die Kapell« In Wißmar besuchten, der Monstranz unD Dem heiligen Ode. Da« zu Sterbenden bracht tmirDe. nachfvlgten. beim Aachtläuten

Obst, und (Bartcnbau-Togung in Giehen.

* Der Kreis-Obst- unD Garten- bauuerein Gießen hielt am vergangenen Samstag im »ilcnbabnbotcl feint DiesjLhrig« Hauptversammlung ab GinleitenD widmete her Dorsitzen he. Aegierungsrat Wolf. Dem kürzlich verstorbenen Krc;S-Obstbuukechnifrr Heb er er- Heuchelheim einen warm empfundenen Aachrus Aus hem Jahresbericht Ist zu entnehm cm. haß im Voranschlag für has Uiulerthe Saht hie Summe htm MO Mark eingestellt ist, um Lokal vereinen und Gemeinden di« kostenlos« Veransurltung von Vorträgen und Verlosungen zur Hebung des

buflion zum Zwecke weltwirtschaftlichen Wetteau»- taufche» frei. C» wub in Cdma unermeßlich viel gearbeitet und e» wird fetzr viel probutlert. aber im vertzälmi» zur Große be» Londe» unb zur Menge her Menschen werden nur wenig Czport- werte geschaffen, mit deren Hilfe Import-Gegen­werte in» Land gezogen werden können.

China hat (noch dem Stottsltschen Jahrbuch für ba» Deutsche Seid» hn Jahre 1924 einen Gesamt | auhenhanbel von t mb 6 Milliarden Mark gehabt Für ba» letzte cbgelauterw Jahr lautet bi« Setzoyung auf 5 MiUlarben, wobei bie Hu»fuhr kleiner tft al» bie Cinsuhr Die Deckuna ber Unltrbilanx geschlthl hauptsächlich durch (Befbfenbungen unb Löhnt Im Bu»lanb rrwerbtnber Chineltn. ff in Sitrttl berSu»- fuhr, dem Pitttr noch, entfällt auf Kohseibe, ein wettere» Sietlel auf Bohnen unb Sobnrnprobufte. Der Ixe fpieU nldX mehr bieselbt Solle wie früher 3n Betracht kommen noch rohe Häute, Metalle u<ro. 3m ganzen genommen war 1924 der Gesamthanbel China». Bu-fuhr unb Einfuhr zufammenaenommen. ti.-rnlid) genau fo groß, wie der Gesamthanbel Iroentinien». China eher zählt 400 Millionen ffln- wohner. flrgentlulen nur 10 Millionen.

Diese beiden Zahlen muß man sich vorhalten, um den richtigen krttllchen Standpunkt gegenüber Neben »arten zu gewinnen, wie denen von der drohenden asiarifchen (Befahr'*, und dergleichen. Don der chinesischen nationalen Arbeit wird ein fo unoerb61lnitmabifl hoher Prozentfatz für den pri. mitipen Veben»unierteIt ber 40(1 MlMonen ver­braucht. daß hn Vergleich dazu nur minimale Kräfte nach außen frei werden können. Na- nunilid) kommt e» auch nur zu einer sehr beschrankten Äopitabbllbuna. zu einer geringen Cntölrfluna btr Steuer kraft unb folglich auch nur zu einer geringen militärischen LeifttmgsfShlakeit nach außen

Äblolut genommen sind die Wette de» chinest- fchen Handel» kur die beledigten Völker roi^t hg ge- mig. Deulfchland bat 1*24 für über DO Mil­lionen Mark Waren nach China ausgrfuhtt unb iur über 5« Mill au» China bezogen. Dabei Jmb leint Kiffern im Steigen. Auch unsere moralische Posi­tion bei den Chinesen ist gut. weil wir leit Dem ,ine- denrichluk nicht mehr im Besitz her oerbatzten Au»- länberpnoUtglen sinb. Eine Entwicklung ber chine­sischen Vittschast im großen Stil wäre nur mög­lich. wenn zweierlei gesctzretzl: Aufschlietzung

Die gute Johanne.

Von Alfred Vock.

3n her vergangen« Woche bähen wir sie zur letten Auhe addtet Der Geistlich-, der un- väsillch war. brach.« mit sichtlicher Anstrengung feine Aede heraus Eindringlicher sprach Dk (Hatur. Sommersonnc üoerblitztt Den alten Frieb- tzol mit funkeln Den Lichtern. Jn den Wipfeln Der Bäum« ballte Vogelfang. Die WÄder rings fch:ckten erfrischenden Duft bcnUxx. .Dnmten Im Xalgrunh rauschte her Bach 3n kneser strahlen- den. von tausend Stimmen trsulltfli WrU kam am offenen Grad Der guten Johanne kein dusterer Gedanke in mir auf.

Ein Mcnlchcnalter lang sah ich ne !<«n Morgen an meinem Haus vvrübevgehen. Ow hatte einen schön t>.mal:ei Krug in Der Ha>id. holte in her nahen Molkerei Dn Mllch. D»e fit tagsüber brauchte. Sie ging fetzr radi ©« wenn fit 3« t getpinntn müffe. Orfi Da V* bie Siebzig überschritten, vtrlangiamte fit ihre Bt- wegungsart. Manchmal blieb fit. Den Körper Dorgcbruflt. schwer atmend stehen. Ihr Gc>ichr war von edler Alhuna. Um ihren Mund träaic sich ein Lug von Frevichl ctzäkit aus. Ihre Mutter war ball», nachdem fit ihrer Tochter das Leben gtschentt. gestorben. Jhr Va:er. her Dichter hatte «s auf nur ahtundv.erziz >5ab re gebrach: Jo­hanne hatte Die elterliche -2o',"a.n; übtmomnicn. in tiefer al« größt« K ostbar?-ir sehr wertvolle, pröch-^j getninhtnc Bücher, hte ihre Aück-n au» Schränken mit Ptrglafttm Oberbau und zanem Gitterwerk yigten. Fohanr« war (eiter', liche Lelerin. vom Verlangt! heseuett. im Sie­gel erhabener Geister sich «dBW pr «rfenoen. 51tf>tn dieser entbul;a':i g<ar:n Be<chäfr.guog war sie uncrmüD!td> am Werk Menschen die hellen he Hand zu dicten. de mi! Art arth G'.end kämpsien. Mil Fug hieß fit un S ^btchen Die gute Öohanne.

Einer meiner Freunb.' Der bvau.tragt. wr«i Lachlasi zu ortner. Sr führte mich in Me Woh­

nung. Die fit für immer verlassen hatte. Die Gmrichtung verriet Schönheitsgetutzl. 2lngenD« verletzten schre-.enbe Farben D« Mick. Die Wände waren mit Gemälden unD .^npf erfttch-n geschmüM. 3m Arbeitszimmer sprang «in« Vitrine in Dw Vuqen. gefüllt mit Porzellan Mimaturei unD L.lderlachfl'. Daneben stand ein Sekretär, davor ein zierlicher Lehnstuhl aus Mahagomhol»-

Mein Freund »ffnett eint alle Truhe, die figürliches Hochrelief zierte Darin halt« Fräu­lein Johanne von Briesen renvahtt.

Di« hat!« fie gtschrzeben. aber memals abfle- (chickt. Sie waren an einen fernen Gesiebten ge- richtei. Der offenbar nur in ihrer Phantasie eriBiene Allmorgendiich Glock zehn - fo hatte Ne Aufwätterin meinem Freund« erzählt. erschien Fräulein Johanne In ihrem Ar Deiks- stübchen. Sic hatte «ui Kleid von Dunkelblauer Seide an. lieh sich mit einer Miene. Die sreu- tngen Willen vertz-.es> an ihrem Sekretär nieder und fchrieb Hak:« ft« «inen Brief beendet, legte fie ihn in Die Truhe und fchrltt mit glänzenden Augen, von einem wohligen Gefühl gchohexL üt her Stube auf und ab. Gegen Mittag vettaulchtr fit die festliche Gewanhung mit einem schichten Äattintfiflhe unh mochte sich auf Den Wei. Pfründner und 2lrntnt>äufler zu besuchen Dte ihrer Fürsorge anoertmut waren.

Diele Briefe des allen Fräuleins habe ich geltten. Alle ihre Setz^üchte hatte <»« hinein- strömen la'sen. all bte Sarlbdt ites S-nphn- Dens, ihre Schvärmerflen unD Gntzuchmgen. ate au4> ihre Aufwallungen und h« Kumm ernt'st stillen Mürwrernitr.s

Dom letzten Bries. Den fie grfchr-.etzen habe ich Abschrift gerommen und füyre ihn wottg«- rrtu an

.Mein Herzensfreund.

Mein Gel'-ebter'

Heute ist meines Bi.-erS Grburistag 3d> habe fein Bild vor miö hing«stellt. Di« -och- gebaut« Stirn weist auf et-nen fc o er Xi Jrgcnhto hab« ich einmal gefefen. die Dichter

gleichen den «infamen Botenläufern, Die morgens in aller Winterfrüpe. wenn noch kaum dr« Hahn« gekräht haben, auf Den nachts verfchüttflm. Wegen Die ersten Fußtaps en wieder etnhrüdm müs'en. »in solcher BotenlSufer Dar mein Baker. Bier Wochen vor feinem Hingang ü'-erra'chte lch ihn, wie er ein anmutiges, leicht dabinfchreitenDes Mädchen »eichnfl«. Dai in Der erhobenen Aechten eine Granatapfeldlüte trug. .Es ist Di« Hoff­nung'. sprach er. .fie hat bfl mir ein heimlich Ouartierr Wie eng ich mich ihm verbunden fühlt« was ,ch an ihm verloren hab«, weiht du Darm fand ich dich Wit oft foll ich «s Dir sagen, mein Herze rs'reund! Die übermächtige L-.ebe zu Dir hei mein Leben erhöht, daß ich die Well trotz ihrer Dunkelheiten in einem reinen, schönen Lichte «ehe Aur Verwandt'cha ft der Geißer kann den üdften Sinn der Lieb« be­stimmen. Wir beide sind dessen bme gaootDat Du hast mich unsahbar reich gemacht. Dcf) meine Geha nk t-i au wogen her See zu den emlegenhen Inseln steuern, daß ich zur vollen Gntfaltung meiner Kräfte gelang«. Dank« ich Dir 3n alle Gwigk«it'

Hier hatte Die gute Johann« abgebrochen. InDts fie mit fester Hand schrieb, war auf weichen Sohlen Der Tod in ihr Stübchen gflvrten. schaut« ihr lächelnh über Die Schulter unh nahm -chr, ohne Daß sic es merkt« hie '-Der aus Der Ha->

Das Frankfurter Reger-Fest.

Tos 5. Maff-A«ger-Fest. über weiches vor funrm schon berichtet Wur-e bring'. htei Orgclabenb «Günther Aam.n« am M -och 27. Api'... 7 , Uhr. tm Großen Saalba unter her Ortung von Profesior Clernens Krauß, ein großes Orchester-Konzen in w.lchem Die S nfonietta op 90 und Die Mazart-Variar^nen op 132 zur 2ufibranc gelangen. Der Donners­tag. 23 Apr-ch bring- li ebet, gelungen von Frau Emmy Leisner (Berlin. fetme Kammermusik-

Werke Durch ta« Opernquartett tm Klavierqulntetl wirkt AlfreD Hoehn mit Freitag. 29 April, kommt Das Klavi-rauattett op. 133 Klavier: Gief « klng). ein Brfti'chis Suite op. 181«' (Pro- feflor Paul HinDemtIh-^ Das ^-Dur-Ltrei«b. quatletl op 54. sowie Die Beet Hoven-Var aliontn (G t ef e f l n fl unD Hoehn) Lainötag 30 Apttl. beschließ, Das Fest mit Dem Symphonischen Pro­log op. 108. Der Ballett-Suite op. 133 unb Dem 100 Psalm Weil. und Aühllcher Ehor« unter Siemens Krauß. Das Prvgramrn w rd Die hie­sigen Musikfreunde um so mehr interessieren al« etn Teil Der Werk« (Mozart-Variation Beet- hovenvariotion. Xlaoitrauanett. 130 P'^lm« schon hier in Gießen aufgeführt wveden find

Ein Darmstädter Goethe-Abend.

Der Verein Der Freunde De« Heffr- s chen LanDetthealer« veranfralletc Dieser Tage einen Goethe-Abend, an hem vorwi'gend Dichtungen au« Goethes Jugenb^ett in Aezttat.o- nen unb Liebem (in zeitaenb'n«chen Kcmpofi- Honeni geboten wurden Es hatten sich hierfür die Mitglieder der L'arhctb-hnr jur Verfügung flt- stellt. Unter den Vorträgen des Thitterchvrs war bdonher« eindrucksvoll ein Chor ed aus Goethes Dichtung .Euphroi -nr . T.r he en Dra- matif<b«^ Sxnen .Künstlers Srhenwal'en" und .Künstlers Apotheose", die ihm Entstehungs- zeit nach wett auseinander!»egen, tour en zu einem Drama vereinigt unh bei bet 2llcksüh«ung rem Publckurn wegen der lebtntigrr. Dar.e.l-jng sehr barlbar ar.'genommen. 3m Mittclpunlte her stark l-efachten Veranstaltung stand eire Lb'chiedife.er für den dernNächst von hier l^ribeitei General' intendanten Ernst Legal. Der Vottitzende Df« Vereins Der Freund« Des Htsiifcher Landes- theaters Dt Büchner *äblte in einer Aede Du warrnlgfachen Berdienste L-gals um Ist« Lan- Desbühr.c cu*. feierte ihn als Darsteller and Tichtcr fie auch (eine LharaktTt- u*5 ;

lichen Eigenschaften unb übergab ihm als Weiche» der Dankbarkeit eine Goethebüste