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Juli. Infolge gei- sich dieser Tage eine m Fenster im zwei- tiliniL GlLälichertveise nm, wodurch der Fall e, so dast die Selbstsher festgestellt werden erklungen davon kam. llahlcn zur Stu, rcn auf irie Hau-tlisK kh 31 ßifre (8736tim* Studentenschaft 9 Eitze iste der Sttldentimen ui die Liste der nL- i Sitze (541 Stimmens, n Freistudenten 5 Sitze jtbcfciligunfl war gut. Studierenden wählten.
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Juli. Durch die Anstel« !munalarzte? im Z. (5d)ulunfcr|ii« r Untersuchungen soll er schon in der llugen« sbejonbere Tub-Most । unb für cnt(prW her Kranken besorgt
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Turnen, Sport und Spiel
Nachdruck verboten.
39 Fortsetzung.
In der vormittag
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„Ja, Prinz Chira hat ihn mit einigen besonderen | fC*• k >,u i.km ninfarUPIlh
ste11ung des deutschen Schäferhundes statt, die von der Ortsgruppe chaiger des Vereins der deutschen Schäferhunde veranstaltet - worden war. Auf der gutbeschickten Ausstellung konnte man erstklassiges Material sel)en. Die ganze Schau legte Zeugnis von einer regen Entwicklung deutscher Züchterei ab. Die hiesige Ortsgruppe lohnte die 3üelfter mit schönen Ehrenpreisen.
laingau.
WSR. Frankfurt, 24. Juli. Friedberger Landstraße wurde gestern ein 70jähriger Mann in der Küche seiner Wohnung tot a u s g e f u n d c n. Es liegt Gasvergiftung vor. Der alte Mann war schwer gichtleidend. — In der Kaufunger Straße hat ein 20jähviger junger Mann seinem Leben durch Oefsnen dcsGas -
Hahns ein Ende bereitet.
WEN. Bad Homburg, 23. Juli. In einem Tannenwald in der Nähe der Tontaubenschieß- stände wurde gestern ein 25jähriger Kaufmann aus Frankfurt a. M. von einem Landjäger erhängt aufgefunden. Aus einem Abschiedsbriefe geht hervor, daß er freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Der junge Mann stand kurz vor der Hochzeit und hat aus Verzweiflung darüber, daß er keine Arbeit finden konnte, seinem Leben ein Ende gemacht. — Der Dichter Bruno Wille, Verfasser namhafter Romane, ist, von einer schweren Krankheit genesen, hier zu einem längeren Erholungsaufenthalt eingetroffen.
Faltboote neu aufs Wasser gelassen worden sein. Ich bin davon überzeugt, daß von diesen mindestens 49 500 mit Fahrern beseht waren, die ohne jede Vorbereitung, ohne alle Kenntnisse aufs Wasser gingen. Änd wieviele von diesen Booten entsprechen nicht den Anforderungen, die man an ein sportgerechtes Fahrzeug stellen muß. Da sind es einerseits die selbstgebauten Boote mit fehlerhaften und geradezu unmöglichen Konstruktionen. And ferner sind es auch die leider von manchen Bootswerften hergestellten vereinfachten Boote, welche in Masse zu einem billigen Preis auf den Markt geworfen werden. Der Tln- ersahrene und Minderbemittelte greift in gutem Glauben zu, denn ein Faltboot zu besitzen ist die Sehnsucht vieler jungen Leute, unb der Prospekt schilderte es doch so verlockend. Das auf dem Rhein bei Ahmannshausen in den Pfingsttagen erfolgte Anglück ist darauf zurückzuführen: Die Fahrer hatten ein billiges Kleinboot, das bei der ersten größeren Dampferwelle lippte. Einmal gekippt, bot es auch nicht den geringsten Halt mehr.
Wie viele gehen aufs Wasser, ohne die geringste Ahnung von Strömung und Stau, von der Möglichkeit, vom Aussehen des Wassers in Farbe und Kräuselung der Oberfläche auf das zu schließen, was kommt. Wie vielen fehlt jede Möglichkeit der Beurteilung der Stromgeschwindigkeit imb dabei Abschätzung ihrer eigenen Kraft im Falle einer Gefahr! And wieder sind es viele, die gar nicht wissen, wie man sich in einem Faltboot benimmt. Man kann nicht während der Fahrt beliebig die Plätze wechseln, wie in einem Falle berichtet wurde, wobei das Doot kippte und die Insassen ertranken.
Das Radelwehr am Ems-Wehrkanal forderte dieses Jahr auch schon sein Opfer. Wehre überfahren kann man, wenn mans versteht und kein Baby mehr ist, sondern ein ausgewachsener Paddler. Aber ein Wehr überfahren, an dem ausdrücklich eine Warnungstafel angebracht ist, welche das Aeberfahren wegen der Amnöglichkeit eines solchen Vorhabens verbietet, das ist mehr als frevelhaft. Dort war es aber so.
Ein letzter Fall spricht ausdrücklich von drei jungen Leuten, die in Duisburg zu Schaden kamen. Drei junge, unerfahrene, mit der Beherrschung
platze Herrichten lassen. Die geschmackvoll geschaffenen Plätze sollen die Kinder den Gefahren der Straße jernifalten.
bl. Dillenburg. 24. Juli. <juv Bei- fetung der Verkehrsverhältnisse im Kreise, die in mandjen Gegenven sehr im Argen liegen, sol- lcn mehrere Autobuslinien eingerichtet werden. Eine vom Kreislag gewählte Kommission soll mit den in Frage kommenden Stellen über diese Möglichkeiten verhandeln. Vach dem auf- gestellten Plan sollen im ganzen etwa sieben Linien eingerichtet werden, die sich auf das Schelde- und Arial, Dietzhölztal, Hickegrund, Dilltal und den Westerwald erstrecken sollen, und damit alle eine gute Verbindung der Landgemeinden mit der Kreisstadt und der Hauptlinie Gießen—Köln schaffen.
bt Dillenburg. 24. Juli. In diesemJahre hält der Vassauische Landes-Ob st- und Gartenbauverein die Hauptversammlung in unserer Stadt ab. Der Kreis-Obst- und Gartenbauverein hat beschlossen, hiermit eine Ob stund Gartenbauausstellung zu veranstalten. Mgn rechnet mit einer regen Teilnahme der Vereine an der geplanten Ausstellung, die Zeugnis von der Tätigkeit im Züchterwesen ablegen soll.
bl. D i l l e n b u r g, 24. Juli. Zu demK r e i s- j u g e n b f e ft verbunden mit den Reichsjugendwettkämpfen am 28. August auf den Viehweiden bei Hirzenhain rechnet man wie in den Vorjahren mit einer Beteiligung von etwa 1000 Jugendlichen des Dillkreises.
bl. Herborn, 24. Juli. Für den Kreis Westerburg mit dem Sitz in Westerburg ist die Errichtung einer Landwirtschaftsschule
Pcrddechootunsälle.
Von Th. Z e i t l e r,
1. Vorsitzenden der Paddler-Gilde Gießen.
In letzter Zeit sind durch die Presse eine große Anzahl von Paddelboot-, hauptsächlich Faltbootunglücken mit tödlichem Aus- « berichtet worden. Auch der „Gieß. Anz."
>tete davon. Dabei bin ich davon überzeugt, daß nur ein kleiner Teil dieser tödlichen Anfälle berichtet wird, ganz zu schweigen von jenen, bei denen die Rettung der Gekenterten noch gelingt, oder wo diese, begünstigt vom Glück, sich selbst aus ihrer gefahrvollen Lage befreien.
And bei dem Laien, der nur die den ßat» bestand feststellende Pressenotiz lieft, ist das Urteil rasch gebildet: Es ist unverantwortlich, sich einem solchen Hadernkahn, wie man teils humorvoll, teils mit Ironie die Faltboote bezeichnet, anzuvertrauen.
Da ist es doch Wahl am Platze, der Oefsent- lichkeit etwas über Faltbootunglücksfälle zu erzählen. An Hand der Beispiele, welche in letzter Zeit im „Gieß. Anz." zft: lesen waren, möge dies geschehen.
Der Lech forderte in letzter Zeit drei Men- schenvpfer. Die Illasbergschlucht, die Anglücks- stelle, wohl mit die wildeste Schlucht, durch welche deutsche Wildwasser brausen, ist in ihrer Länge von zwei Kilometer gespickt mit Felsrifsen und Blöcken: rasende Strudel unb Wirbel bis zu 30 Meter Durchmesser sind in großer Zahl vorhanden. Dort durchzufahren, ist eine gewagte Sache. Wir wissen, daß der eine der Verunglückten der erste Bezwinger der Schlucht war. Wiederholt ist er die Strecke gefahren, und sie wurde fein Verderben, allerdings erst, nachdem er einem gefenterten Kameraden das Leben gerettet hatte, und ihm selbst dann keine Hilfe mehr gebracht werden konnte. Das sind Fälle, wie sie ebenso den kühnen Segler der Lüfte treffen und den gewandten Bergsteiger.
Die Berichte sprechen ferner von Anfällen auf dem Rhein, der Ems und anderen Flüssen. Diese Fälle hätten sich restlos vermeiden lassen. In Deutschland sollen im vorigen Jahre 50 000
„Oh, wie hoch sollen wir das schätzen?"
„Ich nehme an, daß der Orden «in seiner gewöhnlichen Form seine zweitausend Kronen wert ist."
„Hatte dieser Stern denn eine ungewöhnliche
dreißigtausend Kronen ansetzen müssen."
So zählte Krag genau Diebstahl auf Diebstahl auf. Es wurde eine lange, traurige Liste. Doch der Advokat schrieb die Summen auf, ohne zu feilschen. Als er an die bestohlene Pokergesellschaft beim Konsul Birger kam, beugte der Advokat sich auffallend tief über seine Aufzeichnungen.
Der Polizeichef sagte streng: „Mein Herr, es ist mir so, als ob Sie lüä-elten."
„Keineswegs," erwiderte Ehevillard nach kurzem Schweigen und blickte auf, '„ich bin selten jo ernst gewesen wie in diesem Augenblick."
Dann kam man zu dem Diebstahl des Mobiliars des Polizeichefs.
„Höre ich recht?" fragte der Advokat. „Ist das Tatsache, daß alles Mobiliar des Herrn Polizeichefs gestohlen worden ist?"
„Jawohl," erklärte der Chef, „alles außer meiner türkischen Pfefferbüchse. Die ifb nicht gestohlen worden."
Der Advokat steckte wieder geschäftig den Kopf zwischen seine Aufzeichnungen.
Der Polizeichef räusperte sich laut und raschelte mit den Papieren.
Der Advokat sak) auf. Seine Augen waren blank, ,ils ob Tränen dann wären. Französische Advokaten rönnen zu Tränen gerührt sein, wann immer es fein soll.
„Ich bin sehr betrübt über die schändliche Art, wie der Chef der Kriminalpolizei ausgeplündert worden ist. Ader der Umstand, daß mein Klient sich den Polizeichef selber für seine Angriffe ausgesucht hat, spricht unzweifelhaft zu seinen Gunsten."
„Finden Sie wirklich! Mir scheint, diese Frechheit verschlimmert die Sache wesentlich."
„Natürlich, natürlich, gewissermaßen. Aber es beweist doch auch, daß mein Klient mit einer gewissen Ritterlichkeit aufgetreten ist. Er hat sich vor nichts gefürchtet. Und es ist durchaus nicht meine Ansicht,
Brillanten ausgestattet. Er kam ihm nicht glänzend genug vor, wie er ihm in Christiania überreicht wurde. Darum werden wir diesen Gegenstand auf
daß diese Episode irgendwie geheimgehalten werden soll. Ich bin mir ganz klar darüber, daß der Herr Polizeichef diesen Diebstahl nicht etwa deshalb ver- l-eimlichen oder zu seiner Unterdrückung beitragen wird, weil der Herr Polizeichef, wenn die Sache bekannt wird, sich einer gewissen öffentlichen Schadenfreude aussetzen würde."
Der Polizeichef räusperte sich wieder, offenbar immer weniger befriedigt von dem Verlauf der Unterhandlungen.
„Auf dieser Grundlage", suhr der Advokat fort, „kann also keine Rede davon sein, Nachsicht gegen meinen Klienten zu zeigen. Dagegen möchte ich empfehlen, daß man mit Rücksicht auf die großen wissen- sd-aftlichen Verdienste meines Klienten und mit Rücksicht darauf, daß er ideelle Beiveggründe für seine Handlungen hatte, nadMstig gegen ihn ist. Besonders wenn er bereit ist, allen Sck>aden und alle Verluste zu.ersetzen."
„Sie sprechen von dem ideellen Streben des Diebes", sagte Asbjörn Krag. „Darf ich bitten, sich näher zu erklären?"
„Mein Klient ist wirklich ein großer Idealist," erwiderte der Advokat, „ein volllommen uneigennütziger Mensch. Insofern ist er eine seltene Erscheinung in der Geschichte der Verbrechen. Mein Klient stiehlt gar nicht, um Geld zu verdienen."
„Aber Sie haben uns noch nicht gejagt, warum er denn stiehlt. Wir warten die ganze Zeit darauf."
„Er stiehlt, weil er muß."
„Das ist keine Erklärung", sagte der Polizeichef mißbilligend. „Das alte Gerede von Kleptomanie paßt hier durchaus nicht. Diese Diebstähle haben nichts mit Kleptomanie zu tun. Jedenfalls kann es keine ganze Diebesbande geben, die aus lauter Kleptomanen besteht."
„Wie viele Mitglieder hat die Bande des Herrn d'Al'bert?" fragte der Advokat.
Sicher fünf oder sechs. Einen der tüchtigsten Leute hatten wir gefaßt, aber er ist heute nacht geflohen." .... ,, t
„Ich will Ihnen nun die Sache erklären , begann jetzt der Advokat. „Sie kennen sicher die seltenen Sprachkenntnisse des Herrn d'AI bett. Er spricht Norwegisch wie ein Norweger."
„Mit deutlichem Ehttstianer Dialekt , erwiderte Krag. „Niemand kann daran zweifeln, daß er Norweger ist."
„Sehr richtig. Auf diose Weise hat er auch andere Völker verblüfft. Er hat lebende und tüte Sprachen tudiert. Ueber altägyptisä-e Dialekte hat er mehrere grundlegende Arbeiten veröffentlicht. Er hat Zu- aimnenhänge und Verbindungen zwischen asiatischen und uramerikanischen Sprachsormen nachgewiesen, und seinerzeit haben seine Vorlesungen über die Nebensätze der Azteken großes Aufsehen m Paris
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Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München.
des Wassers nicht vertraut, vielleicht auch noch leichtjinnige Veuk. Wieder nicht zu verwundern. And dann kommt noch das Anglaublichste dazu, daß jjiele dieser Verunglückten noch nicht einmal des Schwimmen» kundig waren, sich also im Ernstfälle selbst nicht helfen, viel weniger ihr Boot wieder bergen konnten. Leichtsinn, ein sündhaftes Maß von Anwissenheit. keine Erfahrung und mangelhaftes Material sind die Arsachen dieser Anfälle. Dars man sich da wundern, daß so viele tödliche Faltbootunfälle sich ereignen? Rein, man muß sich Wundern, daß nicht viel mehr vor- loylmen.
Wie ganz anders geht der sportgerechte Paddler auf Wanderfahrt. Ruf Fahrten unter kundiger Führung hat er sich feine Fahrtentechnil erworben. Er besitzt ein erstklassiges Boot, das jedem Wellengänge trotzt. Er fährt mit kundiger Hand die Wellen an und fordert nicht. Er freut sich des Wellenspiels. In den Klubs der Paddler wird die Iugercd sportgerecht erzogen. Sie lernt sich sachgemäß verhalten bei Kenterung und bei anderen unangenehmen Situationen. And niemand kommt ins Doot, der nicht Zeugnis von seiner Schwimmfähigkeit gegeben hat. Wer auf fremdes Gewässer geht, erkundigt sich über Wasserstand und Befahrbarkeit bei den vom Deutschen Kanuverband geschaffenen Auskunftsstellen, deren eine auch in Gießen besteht. Er benutzt die Wasserführer mit Streckenkarten, die so vorzüglich sind, daß sie jeden alten Brückenpfahl und jeden Felsen anzeigen. Sandbänke, Stromschnellen. Widerwellen, Wirbel, unbefahrbare Stellen, Landeplähe, kurz alles nur Erdenkliche ist auf ihnen verzeichnet.
Mit solcher Vorbereitung und Ausrüstung kann man getrost 1000 und mehr Kilometer lange Reisen wagen. Rie wird etwas passieren. Reine Freude kann man auf seiner Fahrt genießen und mit ungetrübten Eindrücken nach Hause zurück- kehren. Ich fühle mich auf Wanderfahrt in meinem Kajak, den ich meistere, sicherer als auf der Eisenbahn und fahre in diesem auf jeden Fall schöner und bequemer als auf der Dahn zur Reisezeit.
©auturnfeft des Main-Rhein- Eaues der D. T.
* Darmstadt, 24. Juli.
Der Main-Rhein-Gau der Deutschen Turnerschaft feiert Samstag, Sonntag und Montag sein Sausest in Darmstadt: dies bildet den Auftakt für das große Mittelrheinische Kreis- t u r n f e ft. Der Main-Rhein-Gau, der zum Mittelrheinkreis gehört, umfaßt etwa 9000 Mitglieder von Turnvereinen: die größte Zahl der Turner stellen die Darmstädter mit rund 2000. Darmstadt hat schon ganz den Charakter einer Feststadt angenommen; die Hauptstraßen, namentlich die in der Umgebung des Festplahes, prangen in reichern Flaggenschmuck. Bis Samstag nachmittag waren etwa 200 Delegierte aus dem ganzen Gaugebiet hier eingetroffen und berieten in der Turnhalle am Woogsplah das Programm für die Wettkämpfe: sodann begaben sie sich abends in geschlossenem Zuge, unter Vorantritt einer Musikkapelle, nach dem Festplatz, auf dem auch das Mittelrheinische Kreisturnfest abgehalten wird. In der Festhalle fand die Eröffnungsfeier statt, an der 3000 Personen, hauptsächlich Darmstädte Tuner und ihre Angehörigen, teilnahmen. Der Vorsitzende der Darncstäoter Turnerschaft, Rechtsanwalt Kalbhenn, hielt eine markige Begrüßungsansprache, worauf der zweite Gauvertreter Hering sprach, indem er die Turner und Turnerinnen mahnte, bei den Wettkämpfen ihr Bestes herzugeben. Bürgermeister Mueller übermittelte in einer Rede die Grüße der Darmstädter Stadtverwaltung. Das Programm des Abends brachte Liedervorträge der Singmannschaften der Darmstädter Turnvereine und TNusikalische Darbietungen, sowie nicht zuletzt turnerische Vorführungen Darmstädter und auswärtiger Vereine.
Heute vormittag um 8 Ahr begann das We l turnen der Männer und Frauen des Main-Rhein-Gaues, das den ganzen Morgen in Anspruch nahm. Rachmittags zog ein stattlicher Zug, an dem aktive Turner, Turnerinnen, Fech- raMMf»— 1J »5MMW— 1111 ■ 11 ■ —I1MCTW erregt und ihm einen Platz unter den berühmtesten Gelehrten gesichert. Bei den Nachforfckpmgen in dieser Sache, meine Herren, haben Sie sicher verschiedene Aufzeichnungen meines Klienten gesunden deren Bedeutung schwer zu verstehen ist, nicht wahr?"
Krag entjann sich der geheimnisvollen Sätze, die er auf dem Tisch in d'Alberts Zimmer im Viktoria- Hotel gefunden hatte.
„Ich entsinne mich allerdings solcher Agfzoich- nungen", sagte er.
„Dürfte ich um den Wortlaut bitten?"
Krag nahm sein Notizbuch hervor und las: „Spa- nisckzes Rohr wächst im Schatten."
„Das hört sich hübsch an, meine Herren. Ader was bedeutet es, womit kann er übersetzt werden?"
„Es erscheint zunächst vollkommen sinnlos. Die wörtliche französische Uedersetzung lautet folgendermaßen. La canne croit dans l’ombre. Darum kommt nicht mehr Sinn hinein."
Als der Advokat die französische Uebersetzung hörte, sagte er erfreut: „Ich verstehe! Ich verstehe! Das macht mich zum glücklichsten Menschen aus der Erde, meine Herren!"
Die beiden Norweger sahen sich verwundert an, und wieder war etwas in ihren Angen, daß sie die Ehrlichkeit des Mannes anzuzweifeln begannen. Er hatte ja allerdings feine Papiere, und alles deutete darauf hin, daß er der war, der er zu fein vorgab, und doch . . .
„La canne croit dans l’ombre", wiederholte der Franzose ganz entzückt. „Das ist ausgezeichnet. Dann sind alle meine Vermutungen richtig. Wissen Sie, meine Herren, was das bedeutet?"
„Auf Norwegisch", versetzte Krag, „oder richtiger gesagt: im hiesigen Verbrecherjargon bedeutet es, daß Gefahr droht."
„Das stimmt mit der französischen Bedeutung überein. Aber was für eine Gefahr ist gemeint, was glauben Sie?"
nicht die Gefahr, in die Sie oder ich kommen können. Ich habe Taschendiebe und andere Gauner den Ausdruck benutzen hören, wenn sie merkten, daß Gefahr drohte, das heißt, wenn die Polizei ihnen auf den Fersen war. Spanisches Rohr ist in C-hristia- nia eine verbreitete Bezeichnung für den Konstabler. Spanisches Rohr wächst in der Nähe, heißt also, daß der Schutzmann in der Nähe lauert. Es ist ein Warnungsruf."
„Dasselbe bedeutet der Ausdruck im französischen Jargon", erwiderte der Advokat. „Hat der merkwürdige Mann keine anderen Aufzeichnungen hinterlassen?"
Nun las Krag die beiden anderen Ausdrücke vor, die er auf d'Alberts Schreibtisch gefunden hatte. Sie bedeuteten etwas Aehnliches. Krag übersetzte ste ins
ter und Kampfrichter beteiligt waren, vom Schwimmbadplatz nach dem Festplatz. wo allgemeine turnerische Vorführungen von Kindern, Männern. Frauen. Fechtern, Altersturnenc usw. stattfanden. Der Andrang des Publikums zu dein Festzug und zu den Darbietlingen auf dem Festplatz war außerordentlich stark. Abends war die Siegerverkündigung, dieser folgten Massenchöre der Gausängerschafl und an'ce'ie musikalische Darbietungen in der Festhalle
Deutsche
Schwimm-Meisterjchasten.
Die Deutschen Meister schäften im Schwimmen, die am 6. und 7. August in Hannover ausgetragcn werden, hoben ein ganz ausgezeichnetes Meldeergebnis erfahren. Richt weniger als 7 9 Vereine aus allen Gegenden des Deutschen Reiches haben insgesamt 1 59 Meldungen abgcg bcn. Da die Meisterschaften nicht allein als Tckelkämpfe. son- dern gleid)zeitig auch als Ausscheidinigskämpfe für die Europameisterfchasteii in Bologna zu gelten haben, so erscheinen alle Schwimmer unb Schwimmerinnen am Start, die vermöge ihres Könnens glauben, in die Ereignisse eingreifen: zu können.
Schwimmländerkampf Deutschland - Schweden.
Im Schwimm-Länderkamps Deutschland— Schweden siegte am letzten Tage Deutschland mit 1 9 2:1 4 4 Punkten. Schweden gewann durch Arne Borg das 1500» Meter-Freistilschwimmen vor Neitzel, das Trum- fprtngen der Herren durch O e b e r g vor Kohle- Deutschland und Riebschläger - Deutschland und das Wasserballspiel mit 5'3. Deutschland sicherte sich die 4X100-Meter-Freistilstaffel.
Deutsch-Akademisches Olympia.
Beim Deutsch-Akademischen Olympia in Königs be rg gab es u. a. folgende Entscheidungen: Die Geräte-Zehnkampf-Meisterschaft gewann Mögge, Leipzig: die Weitsprnn vMeister- schaft Mölke, Köln: bei den Studentinnen Frl. L e s k i n, Königsberg: die Speerwurf-Meister- schalt der Studentinnen Frl. Hagen. Rostock: tm I500-Met?r-Lauf stellte S ch i l g e n mit 4: 12,3 einen neuen Hochschulrekord auf. Die Faustballmeisterschaft der Studentinnen gewann Marburg, der Studenten T. H. Dresden. Box- meister (von: Leicht- bis Schwergewicht) wurden: Kruse, Köln: Euler, Marburg: Berg- grefe, Köln: Schingnitz, Leipzig: Kölle. Hannover.
Neuer deutscher Rekord im Hochsprung.
Einen neuen deutschen Rekord stellte am Sonnlag Irl. v. B r e d o w - Brandenburg vom Brandenburger Athletikverein im Hochsprung ohne Anlauf mit 1,18 Meter auf.
Europameister Max Schmeling wird im Hauptkcrmpf des nächsten Hamburger Kampftages am 27. Juli gegen den Neger Jac Taylor antreten. Im Rahmeprogramm stehen sich Sahm—Geraerts, Herse—Argotte und Mathäus— Joe Ralph gegenüber. — Am 31. Juli wird Schmeling in Essen gegen den Dänen Robert Larsen kämpfen, den er vor wenigen Wochen in Frankfurt a. M. nur nach Punkten besiegen konnte.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
D. (Br.-B. Die von Ihnen angeführten Gebiih- ren entsprechen den im Bankverkehr allgemein üblichen Ältzen, soweit Diskont und Stempelgebühren in Frage kommen; für Provision und Einzug- jpesen werden jedoch im allgemeinen nicht mehr als 4 Mk. in Rechnung gestellt. Die Differenz zu der von Ihnen aufgemachten Rechnung würde sich hiernach auf 8 Ml. belaufen.
wijihmi' iwurHii i'Hiimni >
Französische und erklärte ihre Bedeutung im norwegischen Verbrecherjargon; und zu der großen Freude des Advokaten stellte es sich heraus, daß die Ausdrücke im französischen Jargon verwandte Formen hatten.
„Geben Sie jetzt zu," sagte der Advokat, „daß wir der Lösung des Rätsels einen Schritt nähergekommen sind?"
„Ja", erwiderte Krag. „Das will ick) gerne zu- geben. Herrn d'Alberts intime Kenntnis der Ver- bred-ersprache deutet unzweifelhaft darauf hin, daß wir uns der Lösung des Rätsels nähern, die die natürlichste zu sein scheint, nad) dem, was geschehen ist. Daß der Herr nämlich einer der kühnsten und geschicktesten Verbrecher ist, die hier je tätig gewesen sind?"
„Keineswegs", versetzte der Advokat. „Dieser Umstand ist vielmehr ein Glied in meiner Beweiskette für das Gegenteil."
„Wie wollen Sie das erklären," warf der Polizei- d>ef ein, „und wie wollen Sie erklären, mein Herr, daß Sie selbst eine so eingehende Kenntnis dieser Verbrechersprache besitzen? Sie müssen mir doch zugeben, daß das etwas ganz Ungewöhnliches ist."
Hier legte der Advokat wieder sein Gesicht in ernste Fakten.
„Das hängt damit zusammen," erwiderte er, „daß ich, um meinem Klienten aus den vielen Schwierigkeiten herauszuhelfen, in die er sich selber versetzt hat, genötigt war, ihm durch dick und dünn zu folgen. Ich habe mich in sein Leden vertiefen müssen, in feine Arbeitsmethoden, seinen Gedankengang. So habe ich eine ausgedehnte Kenntnis dieser Dinge erlangt. Sie dürfen auch nicht vergessen, daß meine Tätigkeit an den französischen Kriminalgerichten eine besonders gute Vorbedingung ist zum Verständnis der Geheimnisse und lstuancen der Derbrecher- sprache."
„Nun gut, dann schulden Sie uns bloß die Erklärung dafür, weshalb Ihr Klient, der, ihrer Behauptung nach, ein hervorragender Gelehrter ist, auf den Einfall gekommen ist, hier in der Stadt als Verbrecher aufzutreten!"
„Die will ich Ihnen nicht oorentballen", entgegnete der Ltdvokai. „Und damit das Ganze für Sie verständlich wird, muß ich etwas in der Zeit zurückgehen und die frühere Tätigkeit meines Klienten als Gelchtter in Betracht ziehen. In den Jahren 1897 bis 1901 hat Herr d'Albert sich in Südchina ausge- hatten, in der Provinz Puh^Fuh."
Der Polizeichef und der Detektiv sahen einander an. Beide fanden offenbar die Einleitung etwasweit hergeholt.
(Schluß folgt.)


