Einzelbild herunterladen

Samstag, 24. Dezember 1927

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderbefien)

llr. 501 viertes Blatt

Geschichten aus aller Welt.

Ba$6rud. auch mll Qurflrnanflahe. verboten!) tfrtceteael entcrri*trt dc»Oritg-mi»»ster (-) Part».

Kri^smlnister Pai«lev< »» t»,Prtval- Irixn rin «ober Gelehrter rin Io grober bah Me UntDeriiläi Lambribge chn unlänflti »um Etzrendokror ernannte Die» brachte Ihn jedoch tn arg# Verlegenheit. htnn er wurde von der eng- 'scher' , -«schule aufgc'orderl. einen Bor- troa über Dellentheorie »u (►allen, wovon Herr ShUttd bU vor kurzem leinen blatten Dunst w. 3n tdntr Hot wandt« sich der Ärieg»- miniUrr an den ihn persönlich gut bekannten Prosettor Perrln. Aber auch dieser konnte nicht btllrr. Vein Lohn »rann» jedoch Io logt« n, »üfHe Bescheid. Hur befände «ich der Heg'.ud- IdU« gerade im Augenblick al» Leierveleutnant au» Woftenübung in 3d ul. Hirn, da« war weiter fdn Hwderni». Wozu ist man Kriegsminister? Painlev^ telegraphierte an die ®arntfon. Franc!« Herrin bekam »ofort Urlaub und Abend für Abend unterrichtet« der Leutnant der Hrierv« leinen Herrn und Gebieter. den allmächtigen RrtegbrumfleT Painlev^ und weihte ihn »o gründ­lich Tn k-le Geheimnisse der Unbulation»:bcont dn, bah der versprochene Dort rag in ttambnbg« glatt non statten aing und vbendvrln von allen Fachleuten al» besonder« instruktiv bezeichnet wurde Und da« ist auch weiter nicht erstaunl.ch. Denn al» man den Herrn Leutnant über seinen Schüler, den Kri«g»minister. bdragte, antwortet« er ..Der Mann ist erstaunlich intellt- fl#ntr

Muqnamfn sind Trumps.

(f) London.

Kürzlich wurde in der alten ehrwürdigen r Pavle-Kathedrale ein chinesische» Mädchen ge­laust. teilen 3ater aus den durch fetre»e zritgemäbe'i Hamen Ma hört. Aber englische Blätter wollten nicht geilen lassen, dah ein China- man durch irgend etwa«, und sei e» auch nut durch seinen Hamen. Englische« übertrumpsen könnte und ruhten nicht «her. al» bi« st« heraus- hatten. bah sich am Uray* Inn Rnad in London dn guioebentte« Galanter! ewarengeschäsi besände. dessen Inhaber einsach Mr. v. 3e hietzc. wobd 3c. sprich 3t, angeblich kurzer al« Ma sein soll. Run meldete sich jedoch da» Dominium Kanada und erinnerte daran, bah Ottawa von Eolond Ho gegründet worden sei, Australien, nicht faul, wie« nach in Melbourne erfreu« sich der Handel«» INN NN John H n beiter Gesundheit, und endlich t> ciaaien die Hach: eine der ältesten »amllien der Union hiebe schlechtweg 3 t Und. Wie dn 3litz au« hei­terem Himmrl. must, zu sriner Schande sd's wlaflt. da« Angrisachlentum erfahren. bah di« Siege«palme im Kauips um die Kür^ der Hamen Frankreich gebührt 3n einer Seiten st raste, unweit be« Boulevard de* Haben* in Pari«, befindet sich nämlich ein« Wein Handlung, die. die .Feder sträubt sich, es Jv schreiben, der Mme O gehört. O. einfach O und Xrouer zieht durch di« Länder englischer Zunge.

Ette Vtrtie »hist in 1100 Meter Höhe.

(aga) H « nhork.

Eine abenteuerliche Parti« Dridge-Whist. bri der e« im wahrsten Sinn de» Morte« hoch her- gegangen ist. spielten am 16. Hovember über dem nluqbalen der Surtist-Aerowerk« bri Tlineola au» L"mg Irland dicht bet Heuyork. drei Flug- gästc und der Führer eine« Fairchild-Eindecter«. Zwei junge Mädchen und «in Heppner derHem Hort «vening Post" hatten sich der Führung Hoberi Simon«, eine« Prodeslieger« der Fair- chtld Flugzeugwerke onvertraut In etwa 1100 Hleter Höhe cnaclangt. wandte sich Simon Plötz- sich seinen tn !>daglich gehetzter Kabine sitzenden kästen zu und Irafltc. wie es mit einer Partie Mhist uxirr Man war natürlich sotort bereit; aber Lharle« Murphy, der Mann von der Post, wandt.- ein. dast dazu doch schNestlich vier Per- Ionen gehörten Dem ist leicht abzuhellen.'' er- närte S»mon. rüttelt« ein bistchen an feine* Kontrvllknüppel herum, zog rin Drahtfeu straft.

«hob »ich zum 3nde»en der Pastag ere von sei­nem Fuhreriitz und nahm den vierten leeren Platz tn der Kabine ein. Mth Hooeicb Holme« und Mist 3bna Mor'Ney. d e beiden jungen Da­men. wären svlort in Ohnmacht griallen. wenn sich die« mit Grari« In dem engen Ha um hätte bewerkstelligen lallen, so aber beschränkten fie sich darauf, enrietzt autzukerifchcn.3eruh.gen Sie sich." sagte Simon. ..da« Ding fliegt ganz von selber, der automatische CmbtlUator lorgt dafür Auster dem fliegen wir gerade durch Hebel, sehen können Cie doch nicht», also können wir gerade fo gut Kartenpiclen." Da» Spiel begann. 3cgrei'l.ch<rwris« leisteten »ich die doch immerhin etwa« nervösen Fluggäste mehr 3erstbste gegen die Spielregrin. al» sonst bri diesem nicht ganz c-insachen Spiel üblich ist. Ebenso begreiluch ist. dast der PUvt unausgesetzt gewann. Da« Spiel muhte vorzeitig ak^ebrochen werden al» Simon rin Kabinemenster bnnctr und da« Schippen-Ah davonllog.Schade." meinte der Flieger,wir waren gerade im besten Zug«, und ich r&nnte mir keinen betteten Platz für ein« Whistporttc denken, al« ein Flugzeug. Denn einer da mit seinem Partner polowern will, versteht er beim Surren de« Motor« sein eigene« Mort nicht."

Tannu Tutoa, die -llkoholrcpublik.

(n) Mo «kau.

Der sann heute mit gutem Grioifien behaup­ten. er kenne die politischen Zustände in China, wtkhte genau zu unterscheiden zwischen ftreunb utH Feind und könne die Grenzen de« Macht­bereich« der einzelnen Generale angeben? Wohl wenige. Hoch weniger weist man aber über da« Entstehen und Vergehen der Unzahl von ./Republiken" im äuhersten Osten 3urasient, von dem un« kaum je der Draht Hachricht gibt. Siner dieserStaaten" ist die Hepublik X a n n u Tuwa zwischen Sibirien und der Mongolei am Oberlauf be« Ienessei. früher Urjan-chag ge­nannt. ein ewiger Zankapfel zwilchen Eh ina und Hustland. Al» sich nun die Mongolei für unab­hängig erklärte, fühlte sich der Stamm der Tannu Tuwa im Urjan-chag völlig verlassen und pro­klamierte seinerseits die ^Selbständigkeit". Man schicktediplomatische Vertreter" nach Peking und Moskau. und die Hepublik Tannu Tuwa wer errifl. Or ist nicht grost. dieser Freistaat, denn elbst die Cajoten. zu denen die Tannu Tuwa ge­hören. zählen nicht mehr al« 8000 Seelen. Jetzt ist eine Kommission, die zweite bereit«, au» diesem Gebiet nach Moskau zurückgeiehri. und hat die Lebensweise der Leute beschrieben Die Tannu Tuwa sind faul, faul wie die Sünde, glauben auch nicht an Mohammed wie die ihnen stammverwandten Kirkisen. sondern sind La­maisten. aber solche barbarischster Art. Vor allem beten sie aber zum Öott be« Alkohol» und statt «ine* Hauöaltar» steht in jeder Hütte an bevorzugter Stell« eine kleine private Schnav«- brennerrL Es sind schon schlimm« Grote, bk Bewohner der Hepublik Tannu Tuwa.

Die blinde Passagierin.

(r) Amsterdam.

Die .Propaganda der Tat" braucht nicht immer anarchistische« ober nihilistische« Vorrecht zu sein, wie folgend« Geschichte au» dem .Java- Bode" bezeugt

3n 3 a t a d l a tritt seit längerer Zell die in Holland überaus beliebte und reizende Schau­spielerin Elitz van Stekelenburg mit grobem Erfolge auf. ist zu verstehen, dah auch btc übrigen ßanb»leutc de« Kolonialreiche« bi« ge­feierte Künstlerin gern einmal sehen möchten- alle Einladungen aber bat sie bi»her mit dem berechtigten Hinwei» auf die beschwerlichen 3er- kehr«Verhältnisse und da» Fehlen inSbeiondere eine« Passagierslugverkehr« in Hiederlänbisch- Jndien atgridüagen. Dort eristieri nämlich nur eine Poffluglinie für Vriessendungen und Fracht- güier. und sonst beleben ab und zu nut noch einige Militärflieger den tropischen Himmel.

Neulich trat Elitz van Stekelenburg. die die Laune hat. verheiratet zu sein, in da« Hotel- zimmer ihre» Manne» mit einem kleinen Bündel

unter dem Arm und verabschiedete sich von ihm. .Au' Wiedersehen 3an. ich geh «in bih- chen 'chw-.^-ner.'" Doch »statt zum Badestrand von Ijihnt begab sie sich zum Flugplatz Xi Hi­nten. wo gerade btc .Pvstiaubr adfahnberell stand, und schlüpfte unbemerkt in die Kabine, die vollgepfropft war mit ridigen Blumenten- düngen für ein Hoch»e t« est in Bandoeng Hfcetvge Minuten später betraten der Pilot und ein Be­gleiter da» Flugzeug, nahmen auf dem Führersitz *4?la», ohne di« Arüveienheit eine* so reizenden Paste« auch nur entfernt zu ahnen, und der Dvgcl schraubte sich mit ausgedreiteten Schwin­gen in d«e Luft-

Ir. genügender Höhe, m voller Fahri über da* malerische Jnsrirrich dahin, hielt bie ver­wegene Ellv endlich die Zeit sür gekommen, ihre Etistenz zwischen den Blumen zu verrat«, und der Pilot soll angeficht* der plötzlich au» seinem Frachtgut aui tauchenden buchstäblich .himmlischen" Erscheinung beinahe in Ohnmacht gefallen lein.

Aber was war zu tun? Wohl oder übel muhte man den lauöbuvisch lächelnden blinden Pafsogier bi» zur Zielstattvn Bandoeng nut- nehmen. ja. der Pilot erklärte sogar hinterher, nie sei ihm die gewohnte «Flugstrecke '0 ab­scheulich kurz vorgckommeii. Elitz aber versicherte in Vandoeng. diesen Streich nur ausgeführt zu haben, um die Behörden mit der Hase aus di« Hoiwendiakcu eine« Pedonenslugverfchr» in Hiederiändisch-Jndien zu (toben. l»estieg dann die Eisenbahn und suhr zuiricden wieder heim älnd siche da die Kolonialverwaituna will jetzt tatsächlich d,e Einrichtung eine« regelmästigen Flugverkehr« .in Erwägung ziehen".

San Gogh in der Priesterschnlc

(r) Brüssel.

In der belgischen Hauptstadt sand kürzlich eine grvhe Bon-Gogh-Ausstellung statt, die da« Tagesgespräch aller kkinstlerisch ntierrftterten Kreis« war Bei dirier lBe'egenbett grub die Preise eine Anzahl charakreristilcher Anckhoren üu» der Vergessenheit, die das Leben de« Men­schen und Künstler« van Dogh zu verichlrien» begann. Bisher völlig Unbekannte» aus der Ju­gend de« Blaler« berichtet« dabei der Psirrer I. Lhrivpeels in seinem .Ehristelijk Dv!k*- bladjc". und zwar persönliche Erinnerungen al« Mitschüler van Dogh« in der . Unterritibteanftalt für Evangelisten", riner Priesterichulc, in der junge Missionare ausgebildet wurden, und in die der Vater van iAogh« den Jungen gesteckt hatte, da er mchl Wichte was er mit ifrn anfangen sollte Van Dogh mutz sich unter den jungen künftigen Kündeim der christlichen Lehre höchst eigenartig ausgemacht haben. So antwortete er eine« Tage« auf dic Frage de« unterrichtenden Priester», ob dn eben gelesene« lateinische« Wort im Hominattv oder Akkusativ stehe, mit müder, wegwerfender Veste .Ach. da« ist mir ja so furchtbar egal!"

Schon damals brannte tn i^n lidjtrlob bie ««hnsuchi nach künstlerifcher Betätigung, die in diesem noch strengstem Heglemenr organisierten Seminar natürlich völlig verpönt war. In dner französischen Ldestunde kam eine« Tag etba« Marifalaisc* <Steilküste. Klippe) vor. mit dem die meisten au» der belgischen ttbene stammen­den Schüler scheinbar Beinen Begriff verbinden konnten Ban Vogh bat den Lehrer mit brennen- den Wangen um die ürrlautmi« «ur Verbeut- lichung dirie« Begriffe« eine Klippe auf Me Schiefertafel zeichnen zu dürfen - eine flehent­lich vor gebrachte Ditte, die bestimmt und brü«k abgclehnt wurde. Hoch der Stunde jedoch, in der Paufe, schritt der zi'.künftige Meister ort die Tafel und zeichnete mit Kreide eine Klippe hin. über einem sanften Meeresspiegel, deren ephemere« Bild van Dogh« Mitschüler heute noch im Ec- dächttn« bewahren Siner der Äameroben, stet« zu Heckereicn aufgelegt, zupfte den Zeichnen­den dabei an der Jacke, am Aermel. schubste ihn u'w. Ni l.gic MR Gvah Nt Kreide hin. ftürzie fich auf den Srörensried und fchlug ihn in Mtrunmfftlok'r Hhit mll den Fäusten blutig.

Kein Wunder, dah feine« Bleibens auf dieser frommen Schule nicht lange war- er wurde .geschaht" und hat dann im Leben rirre andere, gröheve Mission erfüllt als die. die ihm hier zugedächt gewesen war.

Irr Sdiilnvtt de« Prinzen Machnlalck.

(c) Tokio.

Der Banttrach tn Japan ist noch tn aller Onnnmmg. Xun hat er aber ein Xochlpiel ge* hab!, da» eigentlich alle Sohne und Töchter Hipp.^u wären fk nicht Kinder von Buddha und häiie ihnen rine laulendiahrtge Tradition nrchr da» Lächeln in allen Lebenslagen an-nowi. in Tränen der Rührung zersiiehen lassen mutzte. War da unter dm grosien Instituten, di« von dein Krach am schwersten mitgenommen wurden, auch die B-.nk des Rabob ^kachukata. eine« Prinzen de* kaiserlichen Hauses Ein deutscher Kaller «oll einmal gdagt haben mxi könne mit Bankiers al* ,Feldherren militäntch r^istanden bitte! - keine Schlachten g,-ttMnn«-n. Dieüe cht »st nun umgekehrt rin «Feldherr, bzw ein Prinz kein guter Bankier. Wie den, auh fei. der japa­nische Fürstenfohn machte tebensall». international au»gedrück'. Pleite Aber sein Vermögen trurK gerettet Und wo» tat Prinz Mochukatu? Er rxrtriUe fein Beld unter f. «ne früheren An­gestellten. Aktionäre und all« bie. die be» dem Bankerott die Üridtr-.g nd.m waren t$J Lim M für den einzelnen nicht viel hcrau*, aber man sah immerhin den guten Willen. Und damit nicht genug, trat Machukata vor seinen kaiserlichen Herrn und legte diesem seinen Prinzeniilel imicr- tänigft zu FÜtzen. Herr Machukata will jetzt, bdtelarm wie er ist. durch seitiee Hände Arbrir für feine Famill« sorgen Dir Japaner finden da« alle.» selbst»»erständlich bi« aus den Schlutz. Der ist >dnen zu amerikanisch Machukata hätte sich selbst entleiben müssen Harakiri So denkt man tn Japan Sonst soll man In der Wdt anderer Auffassung fein.

Wirtschaft.

Wochenbericht

vom Sronffurkr Effektenmarkt.

In der l^och« vor dem Weihnacht«sest war das Veschätt an der Essektenbörie autzer- ordentlich eingeschränkt und still. Da« weitere Fehlen der zweiten Hand wirkt« lähmend, und die Spekulatton übte im Hinblick aut die bevorstehende Unterbrechung be« ®e- schäste« durch die Feiertage die grötzke Zuruck- : dlung. Einer gröbercn Ausdehnung des (be- schäste« stand jcdvch vor allem die ®elb- Marktlage im Wege Hier war von einer Entspannung auch In dieser Woche nichts zu merken. Hur vorübergehend trat sür Tagesgcld eine geringe Erleichterung ein. Vkonatsgeld blieb stark gesucht namentlich von kommunaler Seite soll die ^iachsraqe wieder grob gewesen sein. Starke Hachsragc zeigte sich auch nach Heport- geld. in Berlin muffte der Satz dafür um 0.75 Prozent auf 8.75 bis S.25 Prozent erhobt werden, so bab sich die Besorgnisse über die Ge­staltung de» Geldmärkte« zum Jahre«ulttmo noch verstärkten. Verstimmend wirkte auch der Monatsbericht bet Discontvgc'ellschast. bet bie Börienlage sehr zuriickhaltenb betrachtet und die Kur«entwicklung bet letzten Zeit sür zu rasch und gewaltsam hält. In grober Unsicherheit würbe bie Böric bann auch durch bl« ungeklärte Lage Im Konflikt in der Eis«nlnbusttte gehalten, bi« burch bi« BerbindlichkeitserNärung be« gefällten Schiedsspruch«« rine 3dlegung be« Streite« erfolgte. Einen ungünstigen Eindruck machte ferner bie beutsih« Auhenhan- bel«bilanzfütHov«mber, di« «kn« Ctd- gerung der Passivität um beinah« 100 Million«« Mark auiweist. wobei diese Verschlechterung so­wohl aus einen Auckgang be« Ekporte«. al« auch aus eine Steigerung der Einfuhr zurück- zufuhrcn \V Man w ) darauf hin. das»

biete Entwicklung zum Teil saisonmätzig bebingt sei Gegenüber den Kurien der Vorwoche ergaben sich trotzdem überwiegend Kur«besserun- g e n. da lebhasterc Hachfrage nach einigen Sp>- zialwcrtcn dem Markt eine gute Stütz« bot. Stark hervor traten vor allem die Elektro- wert«. Hier war wieder da« Ausland al« Käufer auf getreten, und bie Spekulation nahm gröbere McinungSkäuse vor, ba Hoffnungen aus- tauchten, dab bei t>erichiebenen Ervstunterneh- men mit einer Divibendenerhöhung bestimmt zu rechnen sei. Sv sprach man bei Siemens von

Es zogen drei Burschen wohl über den Mein ....

Woman von Erica Trupe-Lärche r.

Erft«* Kapitel.

..E* zogen drei Burjchcn Wohl iber den Kdcin Bxi einer Frau *ü6irtin Da kehrten sie rin ..."

O. iala' Las singst du für Zeug»?'

flkd« yxirnnuridxag durchqueri« ben Hocheie- ganten Kokokofaion. i-m auf jein# junge Der- loanbte am Rlugci zu zu steuern 6ie fuhr tempera­mentvoll zu ihm herum. Ein Paar axmbetrolkr arotzer. bun(rlbloutr Lugen blißien ihm Umpf- luftig entgegen Audi ohne dast ste em« Äntwori qab. la* man ihrem beweglichen Gedankenspiri bie Stanken at ..La» geht» dich an. was ich tpiek?"

Er beugte sich nut einer 3#»egung zu »hr her­ab. die kx' Bctttebthcit. halb Seoormunbung nwr. .Deutsch« Lolkelieder" la* er. al* «r chr Koten hell nach vom >chiua. ,Lch glaub, tufinet du bist metchuggc' B»<l doch kein Bauemmadel vorn Lande, 'andern die Romtefte Baronesse Tleiufm« Hammer- 'chiag Da smgi und spielt man doch etwa* ande­re* als J)eut dx ^oltdieikr:"

3« ärgerte sich io über seinen geringschätzig'N Ton. datz iie nun aieichfall* nnt überlegener Huan- ciening zurückgab. .,600? Meinst du ich hall' mich her deutschen vollsinder zu fdwmen? Hat nicht Friednke von Srienbeim dem jungen Goethe immer wieder auf dem epinett von den deutschen Volksliedern oonpiden und vorsingen müssen, wie man fi« b er bei uns im elSifi jingt?"

Er Icdflt. bin doch nicht der junge (Coelbe!* . 3d) fing und spiel auch gar nich, für dich >an­dern für mich jum Zeitvertreib!'

Eine kleine Vause folgte. Ihre gekegenlliche Kratzbüritigkeit reizte ibn. gerade weil die anderen jungen Damen seines Bekanntenkreises ftch nach ihm. dem eleganten jungen Baron von Hammer- schlag, den Hals kcher umbrebten'

tlalmier dich! Wenn ich grab zur Li'ii« bei der Grandmama hier bvanhen bin. bann brauchst

du mir doch nicht deutsche BolfNieber vorzusmgen! Tann hol doch etwa» scharmanter au» dem Holen- ftanbrr von her Grandmama!" Er beugte sicheit- wäns pm Ebenholzgrilell und zog auss Eertte- tcobi rin kleines Notenhrii herou-

Da* junge Mädchen neigte sich über den Titel: ®di tmr doch mit bem D,ng da. Älceftr .-Zer- knickt« ii lüg ei'" Brauch ich jung«» Ting mit mei­nen ad)tybn Jahren solch sentimentale» Zeug zu «ptelm* G -ck. da» ist mir lieber: ..Es logen drei Burchen wohl über den Hbein

In ihm erwacht« die Eif«rfucht des Vetters. Gleich drei Burschen auf einmal' Drei Verehrer aus einmal? Da» tat dir passen! vielleicht zur Sa»- mabi: em Elsässer, rin Deutscher, ein Franzose?' Er machte rin kleine Pause und sah ihr »ach ms Griich. gerade weil ihr sonst so bewegluhe» Mienen- Vbanen xtzt gar nicht oernet: .Dder ober wenn » gar Öre- Deutsche- rtn. die über ben Khein Herzögen? Ich 'age b:r nur em»: es sind genug Dorische über ben Rhein ui un» in* Elsost her^ekommen' Ich wollte, die ctunbe körn', m der i:< all Harnt miteinander we­der über ben Kdein hinüber unb aus bem Lande hinaus mutzten'.

Ein leffer, tiefer, inbrünstiger Bcuiyr ich webt« durch die »ritgeöffnetm tjlugeilüren aus Dem Nebenzimmer. Das (unge Mädthen wandte ben Kopf. Dann erhob «* sich plötzlich mit einer tempe- ramentooCen Grazie und schrill aut dte Greisin ju. bie im Nebenzimmer in einem lirien. alnnodischen Gobeiinfessri am Fenster jatz. Da» Grau einer früh bereinimfenben Binterbammerung umhüllie die ftrauengettalt im jchwarzen Ariden kleide mit »ei­chen. geheimnisvollen Lchatten. Sie em« Nonne satz fie da. fast regungslos, da* ichneeweihe Haupt gnh wartend her Zukunft entgegen-

nd. starr und regungslos ,m Bem.itzt- . datz der eherne Schritt der Zeil Eefunbt um Sekunde oorwäru ging.--nn Salten ewiger

Sellxe gehen muhte.

.ffiranbmomo! Was ist dir? Warum iraf- zeft du?"

Di« Enkeiin war vor der Qreijin mcberarfniel und legte mit riner weichen Bewegung ihr Tri'-cht in die alten runzeligen Hand« im -chohe. Der junge Baron sah ,hr noch. 0. er liebte ja gerade frete Weichheit, diese natürliche Zärifichkrit, biete

runden, anschmiegenden Bewegungen, bie <rin« Ku- sine der Grohmutter gegenüber immer offen­barte. gerade, roenn f» ihn sdbst recht kurz und schnippisch, ja. gdegenilid) kratzbürstig behanbelt hatte.

D,e Trotzmutter strich über ben blonden stop» in ihrem 5chotze. ,^d) seufzte, mein liebe» »mbete*. uxilflUefte mir eben au» bem Herzen geredet hat!' Sie gab ihre Antwort in 'ranzo'ucher Sprache brnn die Untetcholtung»zwischen Enkelkindern und Grotzmutter rourbe stet» auf gran.zu'i'ch geführt. .Dch wollt, her Tag würde kommen' Du weiht, nne sehr mem alter Körper leibet. Und doch Ist e» mein tägliches Gebet boh ich doch noch erlebrn mochte, mie mein Heimoiland. »;e «Frankreich seine beiden verlorenen Rinder »ieberbott'"

Ein langes tiefe» Schweigen schwebte burch die Bäume Do» junge Mädchen rührte sich mit keiner Muskc. Lch, wte gut kannte sie der Grohmutter 3ebn*ud>tl Sar he nicht begret'licb bei der Her­kunft der Grohmutter. ba ber el-afsische Boron von Hammerschioq vor mehr al» «mem halben Jahr- hundert 'ich bie junge, 'chone Romieffe Sern-inl brühen au» einem der prächtigen alten Sck^öftcr her Ehampagne in Frankreich zur Gattin geholt? aber n>ar bie Sehn»acht brr alten Frau auch dte Sehnsucht der Enkelin? Ihre Gebar ten eilten über ihr junge» Leben zurück. Nein, sie hatte über nicht» zu Magen. Worum grotz«. gewaltige vrränderun- gen herbe«wünschen''

Die zierliche aolbene Nokokouhr auf bem schwar- Vn Marmorkannnftm» holte zu em,grn jchnellen. «ehr Hellen Schlägen au». ..Wo rst .staymonb?', ragie bie (Brrrtn. e» wirb dunkel. Man wird halb zum Sprilln gehen' So «ft er?"

Da» junge Mädd-rn richtete sich aus und ttnch' die Fallen de» Sinterkteides au» fanftem brau­nen Tuch über den Hüften glatt ..Er fährt noch brautzcn schfillschub. (Branbmcmü! Hui dem Schlotz- reich! Do »0 es zu ben .lebenormen 00m Rhein bmabgebt? Ein Freund ist bei ihm! Der ist erprrh aus bet Stabt berausgriommen. nxil mich gute, nchige Bahn auf dem Schiohmecher ist!"

ue^t kam auch ber iunce Boron näher. Mil fernem" Freund föhn dein Bruder SchtiMchuh? Gelt, b rerFreund' :st »ob! wieder der rang« odyolyr'* Dirier Pveutze! Dieter Beomterifohn r'

Die Baroneste Meluten« nahm joion wieder rine fam^berrite Haltung an, da der Tonfall be»

lieUer» «inen Angriff auf ihren Bruder bedeutete. Unb »cs roürtte das i«baden7 Und roenn du zehn­mal am Tag lamentieren tofft, so bleibt doch der Dielroatt von Lchölzee iem Ireund! '.staymonb ift mit «hm zusammen bie letzten Jahre auf ber Schul­bank gejelfen! Dte beiden Haden zusammen da* Abitur gemocht Eie haben im aleichrn Regiment unb m ber aleidxn Kompagnie ihr Em,ubnqe, ab- gedient. Und jetzt studieren sie h«er zusammen auf ber Etrohbuger Unioerfität. Du kannst dir ja mich dein« Freunde wählen, wie du willst!'

Hkeft? geriet in Zorn. Diese» Thema war ein wunder Punkt bei ihm Golt, roieoiel Difput halte er wegen b'der Sache ichon mit Kusine und Vetter unb ber Mutier beider Geschwister, her Tante Helene, gehabt!

teGranbmamo " appellierte er jetzt an die alte Dom«. ,chu. bie du Lolldlulllan-ösin bist, bi# du feit i erundvierzig Jahren darunter leidest, datz bc Tlfah von ben Preutzen üdergeschluckt morden Ht, du ertaubjt, datz bieter deutsche Beamlensohn deinen Grund und Boden hier be­tritt, um mit beinern Enkd hier Schlittschuh zu «ähren--?'

Dl« Baronin versuchte mühsam, sich aus ihrer starren llnberoeglichkril etwa» oufzurichten. Die Dämmerung sank 'chnell Herrin. Raum vermochte man noch ihre Griichfrzug« unter dem weihen, ge- fchriteltev y>adr zu erkennen, bas von einer fiel; neu Epitzenhaube au* grotzer Kostbarkeit zum Teil überlegt »or.B rn-r och: immer

mit taten Sachen! Ich habe dir mehr als einmal schon gdagt: meine Äbneiguna richtet fich nicht regen bie Deutschen insgesamt, die un» bie9 Land enirJten. Ich aber gehöre jur adsterdenden Gene­ration' Deswegen «übte ich nicht ba» Recht, euch, ben Heronwachienden, einschneidende Vorichristen zu mochen' Rein, ibr müht nach eurer Ueberyu- rna handeln! Unb roenn mein Enkel Raymond - e llederzeugung hol. von einem deutschen Freunde Gute» zu gen>inn<n--*

flkrite ergrift mit riner Heftigkeit da» Hand­gelenk feiner Ku re.Und dieser deutsche irrranh versteht es ohne Zweifel ganz oonrefstich, sich in eurem Haute rinzufchmetcheln, Mekuiine. unb auch deiner Mutter ber. Hof zu machen, um sich, eines Tage» um dich zu bewerb en

(Fortsetzung folgt)