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Samstag, 25. April 1927

Eiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderbessen)

Nr. 94 Zweiter Biart

vsm Verein für das Deutschtum im Ausland.

'Boe Ur. Dr. ßaugc

QUx*kr^alb bet 3umj>fb<uH4>lanM ooe V«- taÜIrt leben 1o Deuttche txxr Sranxo'-m in SmiJrtLt 3ebcr brilte Deutsche ,» Xi*- lcnf£vm'ct>rr! Xbfltftbcn bot brm gdcbtonenrn bcntdxn Sieb'. 4m Mitteleutvpa. bei au] 15 verschieben« Otaatfn oulgetcih tft. leben Mde Deutschen über bte verschiedensten 3one* unb Lbnber vetPreut S^Ungp dl eine deutsche Geschichte gibt, quillt rin lleverichuß von Men­schen über Mt Ränd« brr ,u engen H«rnat Diele lrrn.be Staaten verdanken ihren kultu­rellen Aufschwung »um geboten teil bet Arbeit dieser .Auslanftdeutschen". Roch Henle trafl«t die großen deutschen Dauern- unb Vürgerkolo- Hirn in ö.etxnbJrgen. im Donal, in Ungarn. Polen und Rußland von dem Fleiß und der Zähigkeit jener deutschen Volksgenossen. die fern der Heimatau* einet Düfte ein blühend Sven" schulen. Ader nur gar zu häufig ernteten sie schnöden Undank unb wurden schließ! ch «oßemril* Äulturbünger für fremde Völker

Hier hellend und bessernd ttrxtugnnlen. lebte sich bet 1881 begründete Verein für bat Deutschtum Im Ru * lanb (05. X) *ur Aufgabe Von kleinen Schulgründungen In Sud- tlrvl ausgehend bat sich bte Vereinstätrgkett allmählich räumlich und fachl.ch gewaltig ent* fallet. Räumlich wird heute der größte Teil des Auslanddeut'chtums erlaßt- Die Spuren der V. D. X-Arbeit finden sich in den Xnben w:e Im Xaufalu*. In Siebenbürgen und Estland wie In den Vereinigten Staaten von Amerika. Sach­lich nimmt nach we vor die Errichtung und Unterhaltung! auslanddeulscher Schulen und Kindergärten einen hervorragenden Platz In der Dereinsorbeit ein; ihr tritt jedoch eine be- tnlenbe, stützende helfende Tätialeit tn fast allen Oe6en*beSiebungen zur Seite. Das meiste spielt sich In der Stille ab und kann unmöglich im Rahmen dieser kurzen Detrachtung ttndxrrge- geben werden. Erwähnt sei nur die Vermittlung unb Gewährung von Studiendeihillen an aus- landdeutsche Studierende, die allein im letzten Jahre 200 003 Mk betrugen. Hunderttausende von Schülern und Schülerinnen .chatten In den Jugend- unb Schulgruppen de* V D. X eine lebendige Anschauung von dem Deutschtum .draußen" ,5ür die Jüngsten sorgt z. V auch ein Kinderhc m m Crossen. Die schon vor dem TMtlrieg gepflegten S iudi.nlahnen de* V. D X. Ne damals z V nach den Ostlciprovin^n und an das . Fenster zur Adria" führten, werden gegenwärtig In anderem Rahmen durch eine be­sondere Mittel stell« für Ferienfahnen gefördert. Das Vücherelwefen im Grenz- und Ausland er­freut sich der tatkräftigen Hilfe des Vereins. Seine Pressestelle ist unermüdlich daraus bedacht. Rachrichicn. VeNchte unb Stimmung» bild« über dos Deutichtum jenseits der Reichsgrenzen hn Dinnenlanbe zu verbreiten, wobei fic jetzt in her binnendeutsch«-. Presse Verständnis und H.fte findet Daneben hat der Verein eine stattliche Reih« eigener Verösientlichunaen. wie j. V. bi« ausgezeichnet geleitete unb bebilderte Famil.c-n- »r.tschrilt .Deutsche Mett", de wisfenschastlicher geeiltene .Deutsche Arbeit". Die In 200 000 Stück verbreitne Iugeiidzeitschr'.ft .Iung-Roland , Merkdläti.r .Ringendes Deutschtum" über die Lage unseres Volkstums in einzelnen Gebiet en. einen Volkslalender und einen beliebten Schüler- tnfdx-nMcnher (.Merker"' Hervorgehoden lei auch eine Van Marte des deut'chrn Volks- und Kulturbodens, die kartographisch allein 'chon eine Tat bedeutet und in Ihrer großen Verbreitung die Kenntnis von dem Vorposten- und Streu- deuilchtum jenseits der Grenze vertieft

Der Verein für das Deutschtum im Ausland, der über bi« rein staatliche Betrachtungsweise hinaus den Bück für die Mette der deutschen Mett 61 Inen will, bat In sich den groß deut- schen Gedanken verwirklicht. D.« Ver- fomeUuna mit dem deut'chen Schulverein zu □Dien unb dem S^utzveretn .©übmarT <Graz> bat noch mehr a tri- t das geig',rbete Alpen-

Drei Stile.

Von Mar Drob.

Man kann sie an drei fast benachbarten Säuiern in jeder Hauptstraße studieren

1$KO Die Fassade von Vlümelein unb Ran- fAncrt üb«r.Dudxri Gipsengelchen turnen über Sendern unb Türen Dazwischen wirten einige Handwerksze-chei. Kell«. Dagenrad, jammer unb £äae. natürlich auch aus GipS. sehr bieder und ehrsam S\i» Dach aber kokettiert mit den Zinnen einer Burg. ein Scktürmchen ist al* Martturm ober Luginsland neckisch imitiert, sogar tn .tach- toerfbatL Alles sprich« oder vieimehr seufzt .Ach. wie romantisch bin ich."

1910 Die Mode hat sich von Gartenlauben. Phantasien entschieden distanpen. Run war es seldstverständt'.ch. daß man den Sieg der Mün­chener Sezession mifleiertc und das Kunitge- werblich« unterstrich Die Engelchen smb ver­schwunden unb Haden stilisierten Wasserung- frauen Plan gemacht. Aber mehr als durch poetischen F-guraNchnuck such! man durch das bloße Material zu wirten. Richt überladene Or­nament.! einigt ®Dlbfmael reinliche 0 damott«. .Ginsachhett unb Frohsinn' heißt bte Cofung.

1920. M.eder haben sich di« Zetten geändert Den neuen Häusern lieht man die Lektion des Wettkrieges an Desillusioniert, nüchtern Ohne jeglichen Schmuck. Bloß bte Rüdlichkritstorm be­tont Weder Romantik noch Frödllchkett wirb vvrgespiegttt. .Ich bin ein Haus . lagt das Haus .unb ich wünsch« nichts als die streng« Sachlichkeit bte*er setbstverkän^.chen Aussage".

Drei Daustttc die so tun. als ob sie drei Lebensstilen entsprächen Aber ich glaube nicht daran. Die Di ei! tig kett des Lebens ist in keine Formel zu f affen Unb schon, baß bas romantische, das fröhliche unb bas sachliche Haus tn berfeiben Doste stehen, 'cheint mir wahtthaftiger und der Lebensw.rk'. chkctt eni'prechender al* irgendwelche Einteilung der Mer.ichhe-llsaefchcchte tn Epochen. Aichttg ist nur. baß man 1900 die Maske einer populären Rom antik. 1910 die der florierender, Heiterkeit unb 1920 die der schlechten. Geschäfte, daher der betonten Geschäftsmäßig»» trug. Doch die Vergänglichkeit der Baustile^ die schon nach zehn Jahren einen fürchterlich geschmacklosen Sin- druck machen, sollte eigentlich davor warnen, die Gesinnungen einer Mob« so baucriaft in Stein yi hauen. Heute erscheint uns bte Sach-

Sudetendeutschtuar in den 2'gabenkreis des Vereins gezogen, ww anderer! eus >.e rege Mtt- arbett der Hanlrftädee die Deuttchen )«d«t* brr Weltmeere mche vergessen läßt In und mir Inner Landesverbänden. (einer Männer-, grauen-. Jugend- und Schulgruppen ciu in*- gefand über zwei Millionen TtugLebem hat der Verein, der unter dem Eheenvoelltz des Her» R eichspväf ident en steht, eine mühevolle, ruhige aber herum nicht weniger zelbewuhte Arbett geleistet, die fnr. von lo/.efTlnneßen. klaffen- unb parteimäßigen Defchrankungev im Innern em Stück wtrkl cher Vvllsgeme-.r.scha't darstellt und im Ringen um unsere äußere Behauptung nicht mehr wegzudenken ist.

Industrielle Ir von Herden Handelsminister der verei

Unser moderne« Induftrieiyslem mit seiner bi« in« feinte gegliederten Arbeit,teüung Ist Zufam- menarbeit an sich, doch ist diese Hrt von Zusammen­arbeit eine unbewußte, tf, gibt jedoch in jeder Volk,wirtschaft unb oornehiniich m der hotdorgani- Herten amerikanischen Wirtschott auch eine bewußte Zusammenarbeit. bte für die Le,stuna,iähigkett der betreiienden Wirtschaft von höchster Vcbeutung ist.

Noch vor etwa einem Vierteliahrhundert kannte hie amerikanische Wirtschaft nur cme Zusammen- arbeit, die ketne«rveg« da, Interesse de, Äon- lumenten im Luge hatte. Die Produktion erstrebte eine bewußte Kontrolle der Preise und de, Umfange« der Erzeugungen Die Preise wurden ziemlich hoch unb die Produktion möglichst niedrig gehalten. Ebenso aber wie heute in der amerikanischen Arbeiterschaft die alte Auf- faffung geschwunden ist. daß eine möglichst geringe Erzeugung und der stampf gegen moderne arbeit»- fparenbe Maschinen dem Arbeiter den Uohngenusz sichere, ebenso ist bte oben skizzierte Aufteilung von her Zweckmaßigkil einer Prct,- unb Produktion,- rontrolle geschwunden. Die amerikanische Wirtschaft Hai vielmehr in den letzten Jahrzehnten eine Lrt von Zusammenarbeit entwickelt, bk von tatsächlichem, oisentltchem unb gemeinwirischastlichem Interesse ist

Diese Periode wurde durch eine starke Entwick­lung de« Verband,gedanke n, eingeleiict. Die Gründung von Handelsoerbänden. Berul.orpa- nifahonen. Gewerlschaitrn Handelekammern usw. kennzeichnet da» Einsegcn diese, Zeitabschnitte«. Schnell wuchsen diese Äerbänbe in, Un^emeflene unb e« gab halb keine Person mehr, die nicht mehr dem einen ober dem anderen Verbände angehörte. Einige der Verbände um e, gleich oorwegzu- nehmen, die Minderheit von ihnen verfolgten eine engstirnige unb selbstsüchtige Politik. Die grobe Mehrheit dieser Organisationen war sich sedoch von Lnsang an ihrer Verantwortung der Ällgemeinheit gegenüber wohl bewußt und versolgte ihre wichtige Lusgabe energisch unb ehrlich Sie bildete eine Be­wegung für eine leistungsfähigere mehr auf sitt­licher Grundlage beruhende Seschaftrprazis. sie er­möglichte ein bessere« 3neirwnbergreifen der ein­zelnen Teile unsere« modernen Wirtschastsorgani»- mu« und steigerte so die Dettbewerdrsähigkeit un- jener Industrie.

Ich könnte eine ganje Reihe von Erfolgen einer derartigen Zusammenarbeit in den letzten fünf Jah­ren auszahlen. Crsolge. die nicht nur in sich selbst einen Verdienst darstellen. sondern die geradezu eine Verkörperung der großen Serviceidee. d. h. der Idee de« Vien st e« an ber Allgemeinheit, darstellen. Di« verbesserten Lrbeiteverhaltnifie in unserer Industrie bi« in dem Streben nach Massen- Produktion mit hohen lohnen, niedrigen Verkaufspreisen unb vernünftiger A rbei t«zeit ihren Lusdruck finden, sind eine Seite diese« neuen Geiste» ber Zusammenarbeit, bte ständige Verbesserung Der sittlichen Äeschastsgrund- lagen durch Festsetzung von ehrlichen und aufrich­tigen Geschäft,grundsätzen und deren Erzwingung jur ganze LurtschastL zweige eine andere teile. Der Prozeh ber Ausschaltung de« Leerlauf« durch eine Typisierung der einzelnen Artikel unb durch eine Standardisierung ber Dimensionen unb bir Qualitäten mürbe gleichfalls nur möglich durch licht eit bet kahlen Hauswürsel an Aufrichtigkeit nicht überbiet bar. Xber auch IHefe Aur.ch'.igkett Wirt» sich nach weiteren zehn Jahren als Maske erwiesen haben

Mo also. In welcher tieferen Schicht sitzt Die Wahrheit des Menschenherzens? Qltan braucht gar nicht in Gesellschaft zu gehen, bloß auf bte Gasse, vor Drei stumme Häuf er. um diese .frage sehr schwierig, jdo nicht rhetorisch zu finden.

Dom Weekend zum Wochenende.

.Die Engländer haben den Krieg um das Weekend geführt!" Diele Xcuf.crung. die öfter bei der Untersuchung der KnegSuriachen getan worden ist. ictfli jedensalls. weiche Vedeutung man dieser Einrichtung zufchreibt. die sich jetzt bei uns mehr und mehr nnbärgert. Cie galt lange 3etl al» ein >-e»ch«n ;encr gefättigten Wohl­habend«', t des .Smpire". die «ich nicht nur den bibld®en einer. Dag. sondern ll , lag als Ruhe- pauke der Woche gestatten könnt«. Weil die an­deren Völker, und bdr uber» die Deutschen, mehr arbeiteten, wurden 1i« gefährliche Konkurrenten des Vrtten und schulen die wtrtschalittche Span­nung. deren Entladung wir schaudertid «riebt haben . Wenn die Söhne 2llbions wirtlich kür das .Wochenende' gdämpft hätten, so könnte man die allgemeine Vewegung zur Verlängerung der Sonntagsruhe als den Steg bze'rt Ideen an« (eben, aber auch schon vor dem Änegc bestanden bei uns die Ansätze zu dieser für Volkswohl und Vvllsgefundhett so wichtigen Entwicklung. Die Anregungen dazu haben wir nur z. T. aus Eng- land und Ameinka übernommen' sie liegen auch in unter er Art der Sonntagsruhe und Sonnt ags- seier begründe:. Der puritanisch« Geist in Eng- land formte di« Sonntagsruhe nach dem strengen Gebot des Sabbats alles weltliche Tun und Treiben sollte zurücktreten hinter frommer An­dacht und beschaulicher Muß«. Deutsch« Desucher Englands, an die l«hatte Lust des deutschen Sonntags gewohnt, nagten über d.e c .Zerstörung des Sonntage durch den Sonntag" und wie fremdartig und rc.nl t4> uns d-.ric Sabbarirter berührte, dafür ist nn Erlebnis V > smarcks charattertbi<ch der bei den Verhandlungen über die Scnntag-Drbnung 1885 fagte: .3d) war gerade an einem Sonntag »um er. -rmal es war vor einigen vierzig Jahren in England ans ^nl> getreten und Dar fro5. eine schlecht .d^hrt <^5I" standen haben, daß ich unwrllkLriich etn Lied

Groß unrnMi* groß ft freilich ke Gegen- mtrtung fremder Völker, die s'.ch durch en frtrt>- l.ches Aufblühen des Auslanddeullchruvtt .he- droht fühlen und es am liebsten wett« zu .Kutturdunger" bmibruringen wollen. Ita 's nm wendiger Ist et daß Ne «Pvlttifchc rein kulturelle V D Apache tmm« mehr Volks- sache in brstenS inne desW ortes w.rd und sich jeder zu 1 einem letl an ih»rr 3örde- rung beteiligt fei es als Mitglied, sei es in fonstiger Arbeit, xad) Möglichkeit aber tn beibcn. Kinn Wohle un'eres HundernuUtonenro kes und im Sinne des Wahllpruchrs des Vereins .In Treue ,tir

C Hoover.

3trn Staaten Washington, nnc solche bewußte Zusammenatde.i Qint solche Zufammenardeit verlangt |o nicht nur die Zustim­mung eine, bestimmten Handel,zweige», sondern auch die Mitarve,i verschiedener angtgUcberter Han- delszweige. die sich sowohl mu der Produktion wie mit dem Betrieb belasten Ich mochte auch der äußetst ersolgreichen Zusammenarbeit zwischen »er- schiedenen Iran«portorgani(ationen im Intereste eine» leistungrsähiaen Lraneportfystern, gebenden. .Wwmanb. ber die Lerhattniste um die Jahrhundert­wende unb noch etwa, früher kennt, kann blese gan­zen Bewegungen ahne ba» Gesuhl einer erfreu- Uchen Verbesserung betrachten

Alle diese Maßnahmen schassen nicht nur eine größer« Wirtschaftlichkeit in Produktion unb Per- trieb, sondern sie verbilligen letzten Ende» den Ärtikrl für den Konsumenten. E, gibt aUcrbina» noch viele Iälle ein« unerfreuliche L'wriouf, In unserer Industrie, die gerade au» einem bi, auf, höchste gesteigerten Konkurrenzkampf entstehen, ich brauche nur an die großen Verluste zu erinnern, die gtroifle Handelszweige durch die Rücknahme, der Kommifsioneware erleiden. Deraritge Verluste losten sich mdesten schwer durch gejetzgrberische Maßnah­men au, ber Dett schossen. Man kann zwangr-lau- figen Wirtfcholt^ntwicklungen eben nicht durch Ge­setzesparagraphen bekommen.

Da, letzte vierieljahrhunbert hat em erstaun- liche» Anwachsen der Großbetriebe |o- wohl in der Fabrikation wie im Handel aesehen. ba, sogenannte bil-bueinese. Publikum besteht noch oielfad) eine falsche Vorstellung über diese Tenden­zen. Ich glaube indessen, daß inan im allgemeinen davon überzeugt ist, daß die jetzige Entw'cklung,- richtung gesund Ist. baß sie un» bessere Arbeit,- oerhältniste, mebrige Produktionrkostcn und damit erhöhte Wettbewerd,fählgk«tt bringt. Trotzdem de- steht noch immer eine gewisse Furcht davor, daß die Großbetriebe eine Beherrschung de, Markte, anstreben und eine Unterdrückung ber kleinen Ge- schästcleuic bedeuten. Au, dieser Furcht herau, unb au-j den berechtigten Klagen, die früher au, der unfairen Konkurrenz gewister Großbetriebe ent­standen, haben wir die fog. Anti-Truft-Ge- jetzgedung. die Sherman- unb Llayton-Gefetze eingestihrt. I)er eigentliche Zweck dieser Gefetz- gebung war der. eine möglichst große Menge kon­kurrenzfähiger Finnen in jedem Dtrtlchoft^weige w erhalten. Allmählich hoben wir bieje Aufsafsung indefsen revidiert, da der Konkurrenzkampf, der dadurch erhalten werden sollte, zeitweilig zu schärst Formen annahm und jo zum Schaden ber Wirt­schaft auslief. Wir befinden un, noch in einem llebergangeflabium unb untere Ansichten ändern sich mit dem wechselnden Emwicklungestadium unserer Industrie. Sx nehmen auch, je nadjbein es sich um bestimmt« Inbusinezweiae. um ba, Tronsportwefen oder um andere Wirt schott »zweige handelt, ganz andere Formen an.

Ich selbst bin von dem Werte einer gefunden Konkurrent fest üderzcugt unb meine, daß ber Wettbewerb in Fabrikation unb Verteilung auf­rechterholten bleiben muß. Stärke unb Le- bentfroh untere, Wirttchafffystem, fließen ja au, her anregenden Kraft eine, gesunden Wettbewerb,. Konkurrenz ist der Sauerteig ber Wirtschaft, sie allein jührt zu (Erfinbungrn unb Berbesterungrn.

pfiff nicht fefot laut und ein Vekamtter vorn Schiff tagte mir etwas ängstlich .Vitt«. Herr, psriton Sie nicht!" Ich ,agte: .Warum follte ich nicht?" .Es Sonntag." Er fetzte mir mit Wohlwollen auseinander ich liefe Gefahr. Un­annehmlichkeiten zu erleben. Das halte für mich die Folge daß tch sofort an Vord ging und nach einer anderen Gegend fuhr"

Die englisch« Sonntagsheiligung hatte den großen 'ozialen Segen, daß ft« tn einer Zeit der Industrialisierung, als an den Arbeiter die grdß- teil Anforderungen gestellt wurden, chm die not­wendig« Ruhe gewahrt« Diefe Vedeutung hat man auch bei uns gewürdigt, als untere Industrie sich ähnlich entfattete. und namhafte Volkswirte und Men'chenfreund« wie Wtchern und Kleist- 2-ieyow. traten für eine Rachahmung ein. Ader der Deutsche wollte nicht auf die Lebens- sr «ude verzichten, die ihm nun einmal zum Sonntag gehört, und auch der Engländer ließ sich nicht nur auf das .Verichnau'en von der Arbeit" beschränken. Da er am Tag des Herrn kein« guten Trunk bekam, keine Theater und anderen Vergnügungen kannte fo suchte er sich am Samstag zu entschädigen und rettete sich das Ende der Woche »um Genuß 'einer Freuden Veretts um tue Mitte des 19. Jahrhunderts macht sich tn England 6u Tendenz bemerkbar, die Arbeitsruhe über den Sonntag hinaus auf den halber Tag vorher auszudehnen Erst waren es nur die Krette der Kaufleute und Vearaten, di« ihren Sport betreten und ihre Ausflüge mach­ten. Aber auch die Arbeit«, die 'ich für die er­zwungene Ruhe und Enchaltfarnkeit «nttchädtgen wollten, kosteten den C am»! jgabent nach Krästeri aus und nahmen allmählich schon die Rachmirtage hinzu. Das wirrichaftlich Vorteilhaft« Miet aller» tnnfl» baß fie dann am Sonntag ordentlich aus- 'chlofeT- und cm Montag frisch zur Arbeit kom- -er. konnten. Diri« 'chtofte Gegensatz zwilchen dem Rausch de« Wochenendes und dem Katzen- jamm« des Sonntag» halte aber etwas Hn- ariundes. unb 'o begann sich in England um die Jahrhundertwende ein Rachlatten der streng'm er-rtegembe bemerkbar zu machen. 6on-ntag und Samt! nach mittag wurde nun zu einen ge- men'amen .Wochenende" verichmobzen. das einen natürlicheren und gesünderen Genuß des Lebens gn.dmet war Die gesteigerte An'pannung aller Krätte :r. der mDöcrnm Großstadt fordert eine längere Ruhepause als die bibllkche de« Sonntags Der entfernte, -ettraubende Weg ins Free, die

bi» brtn Yortjch: u bri Ä-Uui beenrti S^ubewto |el inbrtrn r *a ««cmHbtrr.btr Wettbewerb sein Komoi bi» auf, Meß«: eenerunbtbce ist. baß nm Anzahl (Trier fl nrni im ^rbem Muiflrw|eriae b r (t < b n hieben muß C i «erlangt aber mM nn .^rrichlage!. ber Großbetriebe. Del ' entftchrn ?nl«fr1fe würbe kem«,weg» bannt f nt fein, r. rr.n Mr Ford etwa kt-r großen N «uf-

tritr um sie etwa kV Hr«n< Unter men yx zerlegen Ö in solche» Vor-chen wurde btr Kosten

ba» Kleinauto, ba» sur Ki» «toße VubUrum hrrgdifü: wirb, erheblich ivitmem Jin solcher Schn« würbe auch die Sirtigfeu bc» Au! mobil marfte, deemslu"en und zu medngeren vJt*wn führen Auch Ford Hot tn d«n anderen «roßen Au- lomobilfebnfrn eine febr fühlbare Konkurrenz Moftenproduktion bebrütet tonge noch nicht Trust oder Monopol r.*1 aber typisierte Produkten unb Stvndatdiperung gennsier Artikel Im Interest« einer erhöhten Mettbewerbeßahigkeit.

Der Balkan.

Außrnpolittfchc llmschau.

Von Prvfrifvr Dr Otto Hoetzfch Xt ft. X

Die Valkan'pannung erinnert In vielem on die Zett Vtsmarck*. and die Stcllungnadwe Deutschland» dazu ,st trieft« gan; Io. hat Wied« ganz lo zu fein wie unt« dem Fürsten Vlsrnarck .Vür un# ist aogefehen von den nicht unrrhcb- lichen wirtschaftlichen 3ni«reifen dort, rin Volkan- konflilt eine Sorg« Indirekter Gefahr, daß nämlich daran '»ch eine große europäisch.- Aus­einandersetzung entzünde. Ab« Mt Faktoren in diesen Spannungen haben sich doch 'ehr start oerändrtt. und darüb« heißt es ganz Har zu Irin, ganz besonder« an den Stellen wo noch nach aller Dnle das Gebiet Südosteuropa al» Einflußsphäre oder dergleichen beirachter wird. Aul den Trümmern Oest«rrich-ttngarn* unb d« Türk« ist In Südosteurvpa eine Reihe von neuen Slaatrni entstanden. Allmählich hat sich Europa so daran gewöhnt, daß sle mehr oder einfrer doch leben»'abtg sind, wenn die Vettegien unter ihnen von druckenden Friedrtiöbestimmungen und Verträgen sr« werden Frei gesichert, unabhängig wollen diese Staaten alle sein, die ja auch alle Mitglied« des Völkerbundes find

Es Ist nun so auch bas primitive 2 l ba n len Ist beute ein unabhängiger Slaai Mit Irin« Unabhängigkeit vereinigt 'Ich nicht ein Prolektoratsverhältnl*, wie es Italien an­strebt Und Frankreich steift 6a* Problem der Unabhängigkeit diele« Staate*, genau so wie es ber Völkerbund stellen muh Schon bi« gilt du» Ivori das man sich vor Augen hatten muß Der Balkan dem Valkanl Die Geschichte ftUfer Gegenden ist die d« Emanzipation von b« Türkei und bann von Rußland, aber auch die Emanzi­pation der einzelnen Valkanstaaten voneinanft« zu «gen« llndbbängtgfriL

So fühlt sich Jugoslawien. inn«!lch gesund (auch wohl im Cvgrnlati der drei sich blldenden Rationalitäten nicht in den Leben*-- grundlagen bedroht), wohl bedroht durch die zielbewußte öinkreilungspotttlk Italien*. Und an- gemerkt sei immerhin, baß Im Jahre 1926 d« deut'che Warenau*tausch mit Jugoslawien In Aus- und Einsuhr je etwa üb« 80 Millionen Mart betrug, also durchaus nicht »«ächtlich ist.

Zurückgeworfen ist Vulgarten. .'tt>ar ist es die Militärtonlrolle losgeworden, ob« n->ch ist keine Ordnung leinet Reparationsftage voll­zogen. Die bulgarischen Kabinette haben in ver­schiedener Energie und Aussasfung doch alle leit dem Kriege eine Verstä.idigun.i mit Irigottawlen angestrebt Auch in diese recht schw.erigen. ab« nicht aussichtslosen Ideen stößt eine »lallen,sche Politik hinein, die auch In Sof a Vunbesgenofs« sucht

Je isoliert« Jugoslawien w.rd. um fo n«niger hat Griechenland «n Bündnis mit ihm nütig. Heute ist doch recht zu bebau«n daß ft e gerat)« von Athen ausgegan.zene Anregung «Ine» Bal­kan-Locarno» nich: vorwärts grtommrn lft. Grie­chenland wün'cht die Unabhängigkeit unft Inle- gtitd! Albaniens. Mit der Türkei und Bulgarien ist es am Ende all« 2useina >d«setiungen im Bestellung von Schrebergärten und Laubenkolo­nien. die Ansiedlung an der Peripherie des Häu'erme«*, die 'portlichen Hebungen und Ver­anstaltung« all da* braucht mehr vielt als bi« kurzen Stund- .6 Sonntag' und all das kann auch «st recht sruchtbar unb (egenbringrih für da» Volk werden wenn ihm mehr ck-n" dtries Zauberwort des schön«! D-bmelschen 2t- briteriiefte* gewährt wird Al'.nu'hllch wurde feil dem Kriegsende in gest«gert ni Maße - da* Wochenende in tue Satur verlegt, und hi« bot Amerika das Vorbild, wo man mu frischerem und sroherem G«st al* tn England in* Freie zog und l'.ch dort häu*lich etorichtete Bei un* be­flügelt ebenfalls die Sehnsucht nach Xalur und ®arten nach Wandern und Sport, bi« unser ganxrt Leben mit neuen Werten bdrlt. die Wochenend-Vewegung. und es ist der deuttche G«st tätig« SonntogSsreude andächtig« Ratur- verienkung d« auch kein Wochenend leine be­sondere Ctimmurg verleiht

5. Max-Neger-Fest in Frankfurt

Die Vstb«ettungen »am Z. Mar-Reg«-Fest veranstaltet von der CtaM Frankl urt a. M In Verbindung mit der Reger-Gc >.! chaft In den Tagen vom 26. bi» April 1927. sind in vollem Gorge und versprechen den Freunden cm Her Mu'ik «trm künstltrischen Genuß höchsten Ron-es An den Veranstaltungen die unt« Leitung des Operrchaus-Intendanien Prof. Elemens Krauß stch« nehmen al* Mttwirkende teil: Emmi L e t * n e r - Vertin < Alt Watt« Dteiek' ng- Honnover 'Klavirr Paul H i n d e m i t b-Fvank furi a. TBL. <Vratfchr 2tifret> Höhn- Frankfurt am Mo'n KZav,«.. Günth« Ramin-Lerpua lOrgel) und Dr Rottenberg- Frankfurt a. TR <5öat*i« fern« da* Amot-Quartett- FranÜun a. M . H o l l e * Madriaal-Derrimaung au* Stuttgart, die V««mgten (thöre de« Gärt- lizn- und Rühttchen Gesangv««ns Frankfurt cm Main, 'owie das Orchester des Frankfurt« Opemhou'es unft ft« M «umsridri-'illchatt. Die nehmen ihren Anfang mit «nein Orj-lf' r.»,ci: in der Paulsktrche am 26. April, ar das sich an den vier nächstfolgenden Zonen je zwei Orchefterkonzerte und -^vet Karr.mernru'ck- ebr-be im Saa'dau onschllißen. Zur Darbie­tung gelangen die bedeut«.^ sten Werke des gro­ßen Tonme-sters Ma, Reg«.