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»chränke an zu wackeln fangen To beunruhig oa- den Westeuropäer und er wundert sich, baft dabei alle- hier so ruhig bleibt. ,Harrtet oldu". eS hat eine Bewegung gegeben, lagt der Lürie, und wenn wirklich eine Moschee einstürzt, so ist daS, ebenso wie eine grob« Feuersbrunst, ein beliebter AnhaltSpun.t für die Zeitrechnung. Dur au oft hört man jemand lagen: ich bin in dem Jahre geboren alS da- grobe Erdbeben war, bei dem die Mlhrimah Moschee einstürzte, oder damals al- die grobe Feuersbrunst in Fatich war. _______________

Oberheffen.

Landkreis Wicftcn

: 0 aasen. 20. Oki. Wie stark di« Ba s a l t- t n b u ft r t e in Anspruch genommen wird, zeigt sich auch bei un«. Seit ein-gen Jahren lag der Basaltsteinbruch auf dem Veit - oerg still, weil di« Ausbeute den Ansprüchen nicht mehr gerecht wurde. Bun toll der Bru6 wieder m Betrieb genommen werden. Zur Zeit finden di« Aufräumungsarbeiten statt, und di« Errichtung der notwendigen Gebäude ist in Ar­beit. GS ist beabsichtigt, aus dem Material des Bruche- Kunststeine herzustetten. Der Bruch liegt insofern sehr günstig, al- er rin Anschlußgleis zur Station hat, und somit die Beförderung von Matertal nicht durch Wagen oder Auto zu er­folgen braucht. Durch die Wied.r>nl>. i< bnahme finden ein« Anzahl Arbeiter im Winter Be­schäftigung.

<AusderWetterau.2V. Oft. Der Obst- fegen in der Wetterau bringt in diesem Jahre der Reichsbahn einen bedeutenden Ber­ke h r, so daß auf einzelnen Lahnhüsen bis zu 20 Waggon? Acpfel pro Tag verladen werden, die zumeist in die Hamburger Gegend und nach Westsalen gehen Durch den großen Bedarf an brbecfkn Waggons ist daher jetzt schon ein sehr spür, barer Mangel an solchen Wagen zu verzeichnen.

Xlrcte Aricdbcrg

Sf. Friedberg. 23. Oft. 3m Polytechni­kum tagte gestern die heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft für den Kreis Friedberg. bie in der Hauptsache auS Leh­rern besteht. Der Vorsitzende. Professor Dr. Blecher, begrüßte die Erschienenen, unter ihnen besonder- di« Geist lichm de- Kreises, die auf seine Einladung zum ersten Male anwesend waren Dann ergriff Professor A ubin. Gießen, Tmhs Wort. Gr gab in großen Zügen einen lieberblick über die Enttoickluntsgeschicktte Hessens und zeigte, toi-e eiifl die 0iedlung-geschLchte ab­hängig ist von geographischen und morphologi­schen Bedingungen. Die Mannigfaltigkeit der Territorien zwinge zunächst nach einem größeren Strömen zu suchen Es sei jedoch schwer. Den Be­griff einer historischen Landschaft zu erfassen. Der Redner erläutert da- am Beispiele Italiens und Böhmen-, auch hier streben die landsck-aft« lichen Gegebenheiten auseinander in ihrer histo­rischen Entwicklung. Wenn wir für Hessen diese Gegebenheiten suchen, sehen wir, daß der ur­sprüngliche Ausgangspunkt in der Wetterau und im Derglande nördlich davon liegt, später hat er sich in den Rheinlanden verankert. Auch hier überschneiden sich also natürliche Gegebenheiten mit geschichtlichem Werden. An Hand einer gro­ßen Anzahl Kartenlichtbilder zeigte der Redner in tiefen Gedankengängen die Auswirkungen die­ser Vorgänge für Hessen. Reicher Beifall be­lohnte den Vortrag. Rach einer Paus« zeigte der Redner noch einen Versuch, an Hand von Karten zu belegen. Wie der Kultureinfluß von Mainz allmählich dem von fifranffurt weichen mußte, weil diesem natürliche und politische Ver­hältnisse zu Hilfe kamen.

W0R. Friedberg. 20. Ott. Ein Gärt­ner im benachbarten 0 ödel erntete auf seinem Acker eine Dickwurz im Gewicht von 27 P s d.

W0R. Bad-Rauheim, 20. Oft. Die hier bestehende Filiale Uer Deutschen Dank in der Parkstrahe wird demnächst aufgelöst wer­den. Das Gebäude der Bank ist von der Frank­furter Firma 0trumpshaus Metzger A.-G. er­worben worden, di« darin eine neuzeitlich aus- geflattele Fil:ale errichten will, deren Verkaufs­abteilungen viermal größer sein werden als die seitherigen Geschäftsräume.

'? Pohl-Gön-, 20. Oft. 3n den letzten Monaten hatten die Anwohner der Hauptstraße aufgeatmet, da durch die Sperrung Der Straße Lang-GönS -Butzbach der gesamte Autover­kehr umgeleitet wurde. Die lästige Staub-

Gteinzeiiliche Ausgrabungen bei Göttingen.

Don

MuseumSdirekwr Dr. Bruno E r o m e Göttingen.

Die Weiten fübhannoverschen Lößdünen sind seit etwa 20 Jahren Gegenstand ernsthafter vor- Seschichtlicher Untersuchungen geworden. Ihrem lrsprung nach sind es Steppensande. die zu diluvialer Zeit besonders an den Talrändern zusammengeweht sind: Wie dieser erdgeichichtlichen Erscheinung noch heute die wertvollste Acker- flache unserer Landschaft verdankt wird, so gab |ie überhaupt den Anlaß zur friibeften festen Be­siedelung in unserer Gegend: sie hat einen außer­ordentlich großen Riederfchlag an archäologischem Material im Boden zurückgelassen. und von Jahr au Jahr mehren sich tue Stellen in der Land- schäft, welche sich zur Erforschung einem nach- geborenen Geschlecht barbiettn, wenn nicht auch Vier der alle- zerstörende Dampfpflug dem Spa­ten des Gelehrten zuvorkomnu und wicht.ge Do­kumente früher Menlchheitsgelch^chte auf deut­schem Boden für immer vern.chttt

Die jüngere Steinzeit näherte sich schon ihrem Ende (mit einer vorsichtigen Schonung wird man da- Jahr 2000 vor ühristi Geburt etwa dafür in Ansatz bt.ngcn). als von Ungarn her durch Böhmen und Mitteldeutschland eine Ackerbau treibende Bevölkerung sch auch nach Südhannover anSbreitete. Rach der Gewohn­heit. diele vorgeschichtlichen Bevölkerungsgruvren auf Grund der Berzierungskunft ihrer Gefäß« zu (»«zeichnen. nennen wir diele lteinzettlichen Bauern angesichts der Spiralen und mäander- förmigen Bänder, di« sich auf den Außenscinn ihrer Gefäße h nziehen, Bandkeramiker Dc fruchtbaren Lößhöhen damals nur mit einem Äkib von Steppenpflanzen bedeckt, waren es no-neßmlich welche die'e fremden Leute an- lockten, selbst ihre Wohnungen senkten sie in den erwun chien Loden, oer sich auch für solche 3tt>ede lehr leicht bearbe ten IteV dabei liegen bie Wohngruben nicht nur ixreinxclf, sondern oft dorlartig, ja geradezu reihenwetse gcord ei D e'er letzte Fall findet sich in dem stein e - ^vrf Diemarden: m ben bi» jetzt unter' achten

p l a«t war verschwunden. Aun aber in btt 3träne fertig, und der Betrieb setzt von neuem ein. Da hilft alles Fenst erschließ en nichts, der Staub bringt durch die kleinsten Ritzen. Schade, daß in unferm Dorfe (toe auch in Kirch- nO Läng-Göns) die Straften nicht asphal­tiert ist Das gäbe doch ein wenig Besserung. - - Die Provinzial st raße ist nun von Rie- bertoeifel an rwrdwärtS b.S etwa- über dis Mequinwette mit einer starken Ashalt - decke belegt. Don t-a ab folgt K l e i n p f l a st e r, zwi chen Lang-Göns und Großen-L.nden eine leichte Asphaltschicht, auch durch den Ort Großen- Linden, bann wieder Kleinpflaster bis Klrin- Linden. Für Autos und Radfahrer eine Muster­strafte. Besonders für Radfahrer: denn bei der Zurichtung der Straße wur. e die Erhöhung da. wo tie Straße die Rebenbahn Butz- dach Oberkleen berührt, gesenkt und unten entsprechend aufgefüllt. In ähnlicher Weise bei den Meguinwerken, am sogenannten ,Windhof". Die Bäume stehen am Straßenrand auf kleinen Hügeln. Ein Radfahrer kann nun von Butzbach nordwärts ' urchfahren. ohne wie früher bei den lästigen Steigungen vom Rade zu müssen. Auch hier in Pohl-GönS sind in den letzten Jahren einige R « ubau - ten entstanden, teil- an der Straße nach Wetz­lar, teils an anderen Plätzen. In diesem Jahre wurde zwischen Pohl-Göns und Butzbach, eben da, wo He Straßensteigung herabgedrückt wurde, ein großes Wohnhaus, in daS auch eine Wirt­schaft kommen soll, im Rohbau vollendet.

tttreis Büdingen

/ Bobenhausen, 20. Oft. Bei herr­lichstem Herbstwetter fand in Gegenwart der ganzen Gemeinde, vieler Bereine und zahlreicher Gäste, unter denen sich auch Kreisdirektor Dr. G a ß n e r. Regierungsbaurat Frey u. a. m. befanden, die Einweihung des zu Ehren der 13 Gefallenen unterer Gemeinde errichteten Kriegerdenkmals statt. Die Feier Wurde durch Chorgesang des Gesangvereins und der Schulkinder, sowie durch passend« Musikstücke des Bläserchors umrahmt, die Weiherede hielt unter Ottsaeist kicher, Pfarrer Raumann- Schwik- kartsyausen. Außerdem sprachen Kreisdirettor Dr. G a ß n e r , Regierungsbaurat Frey . Leh^ ter Jakobi. Bürgermeister Haas, sowie die Vertreter der Vereine. Das Denkmal ist eine Schöpfung von Reaierungsbaurat Frey: es ist in unmittelbarer Rähe unseres schön gelegenen Friedhofs aufgestellt, in Form einer dreiseitigen Pyramide gehalten und in seiner schönen Ein­fachheit von großer Wirkung. Die Ramen der 13 Gefallenen unseres Dorfes stehen auf ihm geschrieben.

/ Büdingen, 20. Olt. Dem Obst - und Gartenbauverein unfereg Krei - ses wurde von der Landwirtschaftskammer eine Motvrbaumspritze zur Verfügung gestellt, die im Laufe des Winters zunächst in einigen Bezirken zur Aufstellung kommen unb erprobt werden soll. Wie hoch die Obstzucht im Kreise ^n Blüte ist, geht aus der Tatsache hervor, daß allein 40 Preise bei der großen landwirtschaft­lichen Ausstellung auf Obstzüchter im Kreise Bü­dingen fielen. 3n der Obst sonderausstel- I u na errang der Obst- und Garlenbauverein in Verbindung mit den Obst werken einen Ehren­preis.

Kreist Lauterbach.

P. Schlitz, 20. Oft. Die hiesige Orts - und Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland hat unter der Leitung von Assessor Rückert und Fräulein D i e f s e n b a ch «inen sehr erfreulichen Auf­schwung genommen. Ihnen Bemühungen ist es in erster Linie zu danken, wenn in der Werbe­woche für die Ausländsdeutschen bei uns 600 M. für diesen guten Zweck aufgebracht wurden. Es wird wohl kaum eine andre oberhessi'che Ge­meinde von der Große unsres Städtchens geben, welche bei dieser Sammlung eine ebensolche Op­ferwilligkeit bewiesen hätte. Der schöne Ertrag aus den 16 SchliZerländer Dörfern für bmfdben guten Zweck in Höhe von 281 M. ist ebenfalls zu einem erheblichen Teil auf die QScrbctät.gfH: der beiden hiesigen Ortsgruppen zurückzufähren.

Starkenburg.

WSR. Darmstadt. 20. Olt. In der kom­menden Stadtverordnetenversammlung wird u. a. Beschluß gefaßt werden über die Einschrän­kung des städtischen Bauprogramms.

Beispielen handelt es sich um höchst primitive Anlagen dvN sehr unrcqclmuniflcr Form Gin ganzes System von zusammenhängenden Einzel­gruben, angefüllt mit tiefschwarzer Asche, bietet sich dem Auge des Beschauers, nachdem die obere, etwa 30 Zentimeter starke Humusschicht fortgenommen ist: da bis jetzt Spuren von Pfosten Weder im Innern der Gruben noch in dem um­gebenden Löß nachgewiesen Werken konnten, scheint ein einfacher Windschirm von geflochtenen Zwei­ten einen Wetterschutz abgegeben zu haben: gleich in der Rachbarschaft bestellten die Gruben­bewohner mit quergeschäfteten Steinhacken unb der schwereren stemernen Pflugschar (diese charakteristisch durch ihre Schuhleistenform) ihre Aecker: hier wuchs neben der höchst altertüm­lichen Hirse, die sich für den Hackbau besonder- eignete, auch schon eine Gerstenart: (der daneben in Süddeutschland vorkomnlende Weizen ist bi- jetzt bei uns nicht nachgewiesen): ihre Frauen, gewiß schon bei der Arbeit auf den Aeckern vor­nehmlich beteiligt, kannten den Gebrauch der Spindel unb wußten an dem höchst primittven Webebalken mit senkrecht herabhängender Kette Gewebe herzustellen. Schließlich waren sie auch Viehzüchter, sie kannten daS Rind und das Schwein, ohne daß sich über die einzelne in Frage kommende Art oder den Grad der Züch- tung bis jetzt genaueres auSsagen laßt.

Reben diesen fefihaften Bauern, deren Kul­tur Wir soeoen auf Grund der Diemardener Funde gan^ im Groben umschrieben haben, er­scheint nun von Rorden her daqegenstoftend eine andere, mehr jägerisch cmgcftelltc jungsteinzrit- licht Gruppe mit sehr altertümlichen Gefäßen, die durch Tiefstich höchst wirkung-voll verziert sind: ihre Hauptsitze finden sich in den nord- westdeutschen Heiden: die großen Steingräber «die Megalith«) sind ihnen zugehörig: in Süd- Hannover war ihr südliches und wohl auch nur qan^ «poradifch überzogenes Grenzgebiet, die hier stattfindende Ueberfchneidung Zweier rer^chiedener Kulturen wird bei genauerer Untersuchung wich- tig*' Erhellungen in der relativen Chronologie der jüngeren Steinke.: ermöglichen: doch darein scheint auch innerhalb der einzelnen Kulturen ein kbr starker Fluß der Entwicklung aeberttcht zu ba^n f- wnd sich mit dem Instar ber südöstlichen vüdiur, also der Dandkcramik, nur

a)te finanziellen Belastungen in d.eiem Jahre erscheinen so hoch, daß sta.t der geplanten 140 Flachwohnungs^au en mit einem Kostenau'wanb von 700 C03 Ml. nur 70 mit :ine:n Aufwand von 35'3 0'00 Ml. au'geführt werden tollen. Die neue Siedlung soll an der Pallaswiesenstrahe erstehen.

Preußen.

itrcie Metzlar.

fuWetzlar, 20 Lkt. Der jüngste S ch ro e j n c markt hatte einen sehr starken Auftrieb zu oer zeichnen, (ks hatten sich dazu außerordentlich viele Käufer eingefunden Der Handel ging flott. Die Preise blieben hinter denjenigen Trüberer Märkte etwas zurück (ks wurden bezahlt für K Wnchrn alte Schweine 14 bis 1 > Ml. und für 7 bis s Wochen alte 17 bis 23 Mk Trotzdem im großen und ganzen lcberangebot herrschte, wurde der Markt fast voll ständig geräumt.

Dornholzhausen. 20 Oft. Bei Ge- leaenheit der hier im Gange befin'lichen wirt­schaftlichen Umlegung der Grund- st ü ck e sind die f»genannten .Stockwiesen" zur forstlichen B'wirtschastung auSgewiesen und unter di.' Verwaltung der Forstbehörde gestellt worden. Es handelt sich um den schmalen D efenstr.ifen. der sich zwischen dem Hose .Strauch" und dem Distrikt .Wäldch.m" des hiesigen G<m .ndewaldes hinzieht. Im Einvernehmen mit der Forstver- w.iltung hat die Gerne nde die in ihrem Eigen­tum stehenden Wiesen dieser Tage noch einmal auf eine fünerc Zeitdauer zur lan.'ttnrtfd ftlidjen Rutzung öffentlich an h esige Ortseinwohner ver­pachtet. Der Pachterlös ist zufriedenstellend. Rach Ablauf der Pacht.auer sollen die .Stock- Wiesen" forstwirtschaftlich genutzt werden. Ein mit Steinen schwer be la bene« Lastauto kam gestern auf der durch Regen auf geweichten Straß« ins Rutschen unb st. herbei gegen den Zorbau eines Wohnhauses, ber burch die Wucht des Anpralles v o l l st ä n b i g zusammen stürzte. Menschenleben kamen glücklicherweise nicht zu Schaben. Der Lastwagm erlitt keine wesentlichen Beschädigungen.

O Ebersgöns, 20. Olt. Beim Spie­len mit Streichhö lzern zündeten hier zwei 5 unb 3 Jahre alte Jungen in unmittel­barer Rahe bas Ortes einen Strohschober an, der restlos verbrannte. Das Feuer lief schnell auch auf verschiedene in der Rahe auf­gesetzte andere Strohhaufen über, die ebenfalls mit verbrannten. Don den Schaden sind mehrere hiesig« Landwirte betroffen.

O Riederkleen, 20. Oft. Gin hiesiger Hausmetzger, ber einem Landwirt ein an Rotlauf seuche erfranktes Schwein not- schlachtele, zog sich bei der Schlachtung eine geringe Verlegung zu. die eine Infektion zur Folge hatte. Die Infektion machte sich erst nach zwei Tagen in Gestalt' einer starken Blutver­giftung bemerkbar. Der Mann begab sich sofort in ärztliche Behandlung, wodurch Schlimmerem D»rgebeugt Wurde. Der Arm mußte bis jetzt schon verschieden« Male ausgeschnitten Werden.

Tillkrei».

WSR. Dillenburg. 20. Oft. Di« Stadt­verordnetenversammlung genehmigte in ihrer letzten Sitzung daS vom Magistrat vorgeleat« Rathaus-Bauprojekt an der Schulstraße, an Stelle des abzu reißen den, vor kurzer Zeit vorn Staat gekauften KulturamteS. Der Bau ist auf 120 000 Mk veranschlagt. Die Kosten sollen durch den Verlauf zweier städtischer Gebäude unb durch die Miete der im neuen RachauS untcrzubringenden Kreissparkasse, bk In ihrer Höhe dem Zinserträge eines Kapital- von etwa 30 000 Mk. entsprechen würde, gedeckt werden, außerdem durch bedeutende Ersparung an Ber- Waltungskosten. bie die Zentralisation der jeßt in verschiedenen Gebäuden unteraebrachten städti­schen Verwaltungsstellen mit sich bringen wird. Mit den Abbruchsarbeiten des Kulturamt- soll demnächst begonnen Werden.

Kirchliche Nachrichten.

Jsraelillfche Heligion»gemrinbe. Gotte»dienst in ber Synagoge (Südanlage). Samstag, 22. Oktober: Vorabend 5.15 Uhr: morgens 9 Uhr: abends 5.30 und 6.10 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 22.Ortober ,'rciiag abenb -1 '>'> Uhr Samstag vor­mittag 8.30 llhr: nachmittags.3.30 Uhr: Sabbataus­gang 6.10 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr: abends 4.30 Uhr.

12 Kilometer nordwestwärts von Diemarden bei der Springmühle in der Rähe von Grone ein Wirkliches Pfostenhaus mit einer ebenmäßigen Feuer stelle von 17 Meter Länge (das sogenannte Langfeuer" m der nordi'ch.n Festhatte biete: sich als eine jüngere Entsprechung): Wie erllärt sich dieser beträchtliche Fortschritt im Hausbau gegenüber den oben geschilderten Diemardener Anlagen? Oder finden sich auch unter den rund 60 Wohnstellen deS Diemardener Dorfes ein­zelne in berFortbildung" begriffene Beispiele? Für diese und andere Fragen des vorgeschicht­lichen Hausbaues wird eine jetzt stattfindende Ausgrabung eine Antwort suchen.

Eine andere Fragestellung betrifft die Be­stattung ber Toten innerhalb des Hause-: auch ihr Wird die dissjährige Herbstgrabung nach- gehen: Sine jüngere Schicht bet bandkeramischen Kultur hat sie durchaus durchgeführt: auch die Iägerkultur kannte solche Rücksichtnahme auf daS .Recht des Toten": Der Lebende überließ ihm die Hütte und fand leicht im weiten Iagd- gclänbe einen neuen Wohnplatz: feine schweifende Ratur stieß hier auf keine wirtschaftliche Schwie­rigkeit. In einer ganz anderen Lage befand sich ber steinzeitliche Bauer, sein Dasein War wirt­schaftlich an die fruchtbaren Lößhänae gebun­den: diese waren nur voa beschrankter Aus­dehnung. zudem war die Besiedlung darauf ziem- lich eng: kurz. Wir befinden uns hier auf den Spuren ber frühesten menschlichen Seßhaftigkeit in Mttteldeutschland. Hier ergaben sich nun Schwierigkeiten bei der Bestattung ber Verstör- benen (wenigstens in gewissen Fällen, denn nicht alle Beisetzungen fanden in der Wohngrub« statt: nut dem verstorbenen Familienoberhaupt scheint diese Ehre zuteil geworden zu fein); ber Le­bende muß mit ihnen an dem gleichen Orte sein Dasein führen, da- war bei ber früher ge­übten Körperbestattung aus htzgienifchen Rück- fichtei: aber nicht mehr möglich: so haben wir hier einen ber Gründe für eine völlige Reucrung im BestattungSwesen. näml ch den Toten zu ver­brennen. Ob diele neue Anschauung in dem stein- zeitlichen Dorf Diemarden schon Boden gewonnen hatte, ist noch völlig ungeklärt.

Daneben Wird die Grabung auch den Ge­samtumfang der band keramischen K- Hut weiter

Wirtschaft.

Weitere Besserung im deutschen Außenhandel.

Der Einfuhrüberschug in ber deut­schen Außenhandelsbilanz ist im Sep­tember um 50 Mill. Äm. auf 242 Mill. 9tm. in­folge Zunahme der Fertigwarenaus- i u b r um 64 MiU Rm. bei geringer Beränderung des Lebensmtttc: und 'Rohstois 2lußcnbandels ge fünfen. Wahrend bei der Handelsbilanz vom Au­gust die bcJeutenbftc Crlcid)terung von der satsou mäßig begiündet« i Minderung der Getreideeinfuhr und ter Dexttlrobstofseinfuhr, zu einem Teil auch in der gleichfalls saisamnäßtg begründeten (»rhähung der Ausfuhr chemischer Düngemittel herrübrU, zeigte die Augustbilanz gegenüber dem Juli keine weitere Steigerung der ^abritaicnausfubr. 3m Au gust war zw.it eine für die deutsche Zahlungsbilanz günstige Entspannung erreicht worden, aber die 3)o:fnungen auf eine Steigerung der Fettigwaren au rühr hatten sich nicht erfüllt Man sah somit fit spannt dem (Ergebnis des deutschen Außenhandels im September entgegen, welches darüber Aufschluß geben mußte, ob Pie Verminderung des Passivsa! dos, die im 3uli d. 3. einsepte, nicht nur durch eine Verminderung der äebensm.tteleinfubr, sondern auf der positiven Seite durch Steigerung der Fertig Warenausfuhr sich fortsetzen wird. Diejenigen Leute, die angenommen haben, daß unter dem vinfluß ber Saison und bei Ausschaltung der konjunktureUen Momente die Pafswrtat unueranbert bleiben bzw. ein wenig fteigen würde, haben nicht recht Meilen. Für die Best'runa der Handelsbilanz im September ist einzig und allein bie Steigerung der 5er tigware nausfuhr um wiederum 10 Prozent aiij.id l iggebenb, unb sie stellt mit insgesamt 693 M.U. Rm gegenüber einem Aesamtaussuhrwett von 933 Mill. !Rm den R e k ordderNachkrieg», zeit dar. Der große Zug, wie ihn der Reichswirt^ schaftsrninister seinerzeit auf der Mitgliederver­sammlung des Industrie- und Handelstages in Ham­burg bezeichnete, hat in dem deutschen Außenhandel Platz gegriffen. Die Ausfuhrsteigerung geht weit über da* Maß einer rein saisonmaßia zu ertnarienben Exportsteigerung hinaus. Diese Steigerung in ber Ausfuhr ist um so bemerkenswerter, als (h- ßch auf Teile der beututen Industrie erstreckt, bie an fid) einen gutenInlandabsatz haben. DieMaschinen- in du st rie allein ist an der Exportsteigerung mit 21.6 Mill. Rm. beteiligt, und sie liefert bas beste deutsche Qualitätsfabrikat unb barmt den Beweis daß die Rationalisierung bei ihr (Erfolge gebracht bat. An der Ausfuhrsteigerung sind ferner in erster Linie die chemische 3 n b u f t r i e , (Farben, pharmazeutische (frzeuemisse), die Leder- und Lederwarenindustrie, bie 6 p t e 1 n>a re n - unb Musikinstumenteindusttie, bie (Elfen und Stahlindustrie beteiligt. Die Icrtilinbuftrie dagegen weist in ihoer Außenhandelsbilanz Zahlen auf, die zu Bedenken Anlaß geben müssen Und dies um so mehr, aie gerade die leytilinbuftrie den wichtigsten Piatz unter den deutschen Cxportinbustrien eimrimmt. Die Einfuhr von Textilrohstofsen ist weiter zurück- gegangen, während gleichzeitig bst Etnstchr an Tel» tHferNgroaren eine Zunahme im Wette van 5,9 Millionen Rm. aus weist. Die TettUwaren ausfuhr ist gegenüber dem Vormonat ncchkzu unverändert gebüeben. Au» dieser T«tt>lhandelsbil,inz ergibt sich ohne Zweifel, wie wir bereit» bei der Vetrochtuna des Außenhandels im Aupuft feftgefteUt hoben, t*- Ueberfd)reitung des Höhepunt ts der Textiikonsunktur: unb es liegt jetzt, da man mit ber Deckung de» Iv- landbedarss bald rechnen kann, an der Textil­industrie, den Export vor allem m ber Prei»frage wieder eine erhöhte Austnerksrnnkeit zu widmen. Die Einfuhr an Lebensrnitteln, bie biesmai eine Zu- nähme i»on runb 24 Mill. Mark zeigt, wird im Oktober erheblich zurückgehen.

e

* Wagendochbedarf bei der Reichs- b ah n. Die Anforderung von GÜtettvaaen ist in letzter Zett hauptsächlich Wegen der Deriadung der Herbftcrzeußnisse stark gestiegen. Die Reichs- bahn versucht durch Beschleunigung des Wagen- umlauses dem erhöhten Verkehr gerecht zu Wer­den, so durch Einlegung neuer Güterzüge an conntagen, vermehrte Bedienung der Fveilade- gleise und der Anschlüsse, Son ist ug »ar beit auf den älm labe bühn en, rascheste Ausbesserung schad­hafter Wagen ufw. Gleichermaßen Wird t* Pflicht der Verkchrslrcibenden fein, durch schnellste Be- und Entladung der Güterwagen

zu erhellen suchen: hier bestehen viele ZweifelA- frägen: auch hier ist unsere Kenntnis nur das Fragment eines Fragmentes.

Blick durchs Gchmiedefenster.

Don Mar Iungnickel.

Gestern, zur FeierabeTtdzeit. bliche ich durchs Fenster d«S Schmiedes. Ich konnte ganz deutlich sehen, was drinnen vorging.---

Der Schmied, ein Dreißigjähriger, trat in dsr Stube: Berußt, nackte Füße in großen Holzpas- toffeln, Schurzfell um, Anne Ma behaart. Hände tote Pranken. Er ging bis in die Mitte der 6tubt. blieb dort stehen. Sein fünfjähriger Jung« kam angerannt. Der Schmied streckte den rechten Arm seitwärts. Wie ein Schraubstock war der Arm. Die Muskeln Wellten sich, die Adern Wurden grvch. Der Heine Junge sprang mit erhobenen Aermchen hoch. Jetzt hatte er sich an den Arm des Bäte« gcHammcrt Wie an einer Reckstange hing er. t-

Ein selig stolzer Schimmer flog Über das schtoar^e. i>ert.l)U'einte Sck>miedegettcht: .Gib acht, Karl! Los! Los! Der AufschtoU»«' So brummte er und sprach er, der Vater.

Unb ber kleine Junge beugte die Arme wfc' machte, mit hochrotem Kopf, den AustchmmA Wittlich: Er machte den Aufschwung am aus gestreckten rechten Arm des Vaters.

Ein Derklärungsschimmer ging über da- ar­beit-harte Männergesicht. Ein Jauchzen floa buflt bie Stube, baß bas ganze Haus fröhlich zitterte: .Frieda! Frieda!"

Die Frau erichien: Eine zierliche, zarte Perio»-. mit fladwblonbem Scheitel. Sie stand in der Tür. .Er hat den Aufschwung gemacht, Frieda!" Hub ohne eine Antwort zu geben, flog sie beet Schmied an den Hal§ Wie ein seidiger Dogri hing sie an ihm. Unb küßte ihn. küßte den ruftigtn Mund, küßte die rauchfiocktgen Wangen.

Ein entzückender Anblick: Der Junge dpi rechten, au-gestreckten Arm des Schmiedes, an seiner Drust bie zarte, zierliche Frau.

Unb die Abendsonne fiel mit letztem Segen auf da- erdenlchöne Erlebnis.