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Er. 18 Lwetter Blatt

(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Samstag, 2t Mai 1927

21 us -er Provinzialhauptsta-t.

leben, btn 21 Ulal IW

Das ist doch klar . .

Wen» bu birff» Da» ih doch fUt " fahrt, Hb fr- mattgrfett, bei ne Wel»b<:t faai ihren Änfld» irra deine (>eg«n grünte Ij^ner brr t a« le UN du croiterr »cL^ Gründe llnb Glchhaltig und tr 't tro»

der Gegner lagtT Hdchsten» boh e» und gar nich« Io fiat k* Ader ho» ifk eine hurt» tüx GegenerNärung trentalten» auf den «rtrn *»lUf und für eine «leiere llntedutxvna bleit*« dir feine drif

AreUtch Wenn du » genauer in» Jlugt Iah«, il e» mit der Äldrteit schlecht beWelh Denn tva» ist Flur. bm» ift Io fellenletf Wahrhet daft nicht daran »n rütteln iWf

O» ift will den 3n*l|d»ltugrn Io eine Cudx Cie mehr man Irogi desto mehr fragen tiuchrn auf. je mehr man genau feW^ufadlen trachtet. Mio unlldkeer wird der Grund aut dem man fteht 311 re flat, dach die Welt Io Ul. tr e wir he lehen7 Durchsu» nicht Denn non den vielen CttofalrngaitungcTi de» Weltall» tfi nur ein Heiner Ted un'.

Wellenlänge der Strahlen mehr die enter Auge noch au erfüllen vermocht <- 5 B die ultra* violetten und die Well boie lut) unlenn Auge □an» ander» Nir Wenn < .nblinder b.<

Welt nur qrau lieht warum tollte ein TM en. da» über einen feineren etrableifinn verfügte, nicht die Well viel farbenreicher und überhaupt reicher lehen? Wa» wir schmecken und riechen. Ifa eben!all» nur auf eine bestimmte Skala be* fchräntt Da» Darüber und Darunter Meibt un» verfchl otzen Erfahrungen mancherlei Art betoeilen un* die Unauberfäfllgfetl unserer Sinnellwahr- nehmm.gen Und »rnn da» alle» Io mangelball ist wa» wir auf nehmen und empfinden. Haden Vir da ein Aech«. zu lagen bie* und jene» In fiür? Natürlich können wir au» verschiedenen

>rungm 'ich die* und irnesn

und kaum ander» verhalten dürfte. Ader darauf inen CMb a bi egen können w.r wenn wir the Sache genau nehmen nicht 3t tiefer der Wifien- schasiler In d.« mm|le alle* dt-ftierenben eindrfnat, befto deiche.dener wird er und nut eine oberflächliche dell formte über da» alte Won ieichtferiir h nweglchreiten .Ich w« ft dah ich nicht» tnetflx So mancher der fchon glaubt« den Schlüssel zur unbebtngten Wahrst it aunben zu haben ift gründlich verfch? gt worben

Und trenn da» fchon ir den Dingen der Kall ift. die von streng lortkrcnber und Ion- stierender Wilfenfchatt behandelt werden, wie­viel mehr dort wo da» Urteil durch Perfön- fite Neigungen und Gmpflndung n getrübt, be- eintiächtiat trlrbT

3» ist lehr leicht Im Brustton der lieber* Mugung zu lagen So ift es und nicht ander» Sicher, daft fich vor dem Aachdruck starker Worte mancher beugt Und un die Ueberzeugung und die Wirkung der lleter- tung, die Suggestion eine nicht unerheb* Itite Aolle Völker werden damit gelenkt, und 2!?e:!t'<'chichte wird damit gemacht Aber trenn einer Io Ipricht, Io wird einer, der den hderen Ide e»en und dufamm alle» Sein» nach-

geht ein um so gröhere» Fragezeichen dazu*

Aach dem Dorgelagten ift da» doch fiar. Ober nicht? S r

Der Giehener Fluqtag.

Vie fiugsportfiche Veranstaltung am mtrgigen Sonntag auf dem hiesigen .slugplan dürfte den Besuchern wirklich sehenAw«ße Darbietungen bringelt Der frugzeugsührer Jährling hat In den lebten Tagen über unterer Stabt mehrfach bewiesen. frifi ihm da» ^iugzeugturnen in bet Luit zur Gewohnheit g.-ff."rfrm ist lieber die frieger hie morgen mit ihren Malch.nen au»ge- zeichnete Nuglporiliche Leistungen bieten wollen dürften einlqe Perfonalangaten von Interelfe lein. Der frieger Jährling war in den Äneg»jdfaren Angehöriger eine» Bomben Schwa­de r» in befielt Verband er oll die Bomvenflüge

gegen London mrtgemachi Hit Der weitere frir- K. Hauptmann a. D Heimp, der frugleitrr fron Hurter frugplatze» war un Weltkrieg

fich hort durch leine k-ihnen früge hinter d»e feindliche fron Mit erfolgreichen Vd".>ur.gr-'

Der dritte fr leger, Shefpllo« VuIch m.ichte den frldzug al» 3«: gbflieger und Hluglehret an der Westfront mit Wie manieb hat man r* tmi langerfahrenen Pilote» zu hin fr« auf Grund ihrer reichen friegtrerfahtung einen guten frug- Ipon gewährleisten Im übrigen verweilen mir auf d,e Ankündigung im heutigen Anzeigenteil

Aus Anlaft de» frugleget bat da» Ärrlbamt leigen he Polizei Verordnung zur Tkrfet; »regel ung erf affen

Wahrend de» 22 Mai wird in der detl von 2 bi» 7 Uhr nachmittag» da» Gelände welche* umgrenzt wird

Im Lüden von der Kreisst raft« Gieften Add- gen. im Osten von dem Vahndam n Glesien /julba. von bellen Kreuzung mit bet Kreisstraft« Gieftei- Addaen bi» zum Oftrande de» Walde*, genannt der Iunkernstrauchodann in nördlicher Aichtung durch den Wald bi» »jr Struprmuhle im Horben v"n der Wieleck bi» zur Gans nühl«. von dort in lüdlicher Aichtung au« die Ärei»Ntcfr Gieften Aödgen zu am Oftrande de» Trieb ent­lang. polizeilich gdberrt Die Strafte Wirfeck Alten-Buseck ist mir für den Durchgangsverkehr geöffnet

Für Me Dauei der Sperrzeit ist da» Be- treten de» oben bezeichneten Gebiete» nur mit Ausweisen der frugleitung ober nach Lölung der von dieser au*gegebencn Qintnii»farlen und lediglich cul den Ptn Nr Vu stimmten und kenntlich gemachten dugangtwgen gestaltet

Die Äreiiftrabe Gieften Aodgen wirb von 2 bi» * Uhr nachmittag» für jeden Durch- fiangsverkehr von Fuftgängern ge­ben 1 Sie dient lediglich dem Verkehr vom und zum Flugplatz« Ebenso ift die streisktrafte Gieften zeugen jeder Art gesperrt Fahrzeuge dürfen diele Strafte nur in der Richtung nach dem Zlugplan befahren Die Awrfabrt Hal über die 7. Schnelle Grünberger Strafte zu erfolgen Ausgenommen hiervon lind Hahrzeuge, die Zwecken der frug­leitung dienet., und deren fribrer 1m Beltz eine» von der Hlugleilung auigeftellten Au»weile» sind duwiderchandlungen gegen diese Polizeiver­ordnung werden mit Geldstrafen bi» zu 90 Am. bestraft

Beschränkte v-Iugbenutzung mit Sonnlagsharte.

3m Sommersahrplan 1927 berechtigen die coruv tagrfarten zur Benutzung aller Versonenzüge. be* Irtjteuniaien fkrtonenuige und ftilZüge. Zu v Zügen hoben sie mit nachstehenden Ausnahmen keine Gülngkeit Freigegeden gegen V6|ung von schnell zug »Zuschlag unter 21 u I <h I u h der Pfingsttage vom 4. bi» 7. Juni sind

Gieften stoblenz auch oam 47 ft. 27 Gieften ab 5J6, 17JKX Gieften an 12 28. 2322.

Frankfurt Da rmstafak i) e i be I berg: frantfurt ab 14.39, Frankfurt an 6.45, 11.37.

Frankfurt Darmstadt Mann­heim Baden-Baden Frankfurt ab 7.15, 1429. Frankfurt an 11.37 . 22.02.

Frankfurt Bingerbrück Bad Münster a 6t.: Frankfurt ab 7.12. 19.56, Frank­furt an 11.06.

Bad M u n st e r a. St. Mainz Frank­furt: Frankfurt an 1230.

Frankfurt W 0 rmr Franliurt ab 17.28.

Ä 0 b I e n 5 Trier und zurück Sämtliche v-Zuge auch in der Zeit oom 4. bi» 7. Juni 1927.

BadRauhei mD i e » b a d e n- M a 1 n z und zurück Bad-Nauheim ab 17LZ Bad Nauheim an 1242

Wiesbaden Mainz Worms Wiesbaden ab 7X10 Wiesbaden an 14.29. 20.36, OD*

Wiesbaden Mainz Bingerbrück Wiesbaden ab 10.34

Bab Münster a. Et. Mainz Wie»- haben Wieobaden an 21.37.

Die Giehener Polizei im Jahre 1926.

Unter den mancherlei Behörden die de* Staat web Mne Vurger bettciwn. hr Da tetr tu geiePmästiger Wet^e rrgeln. ub-erBV^ en und l*u»cn. RIR1|I die Doll«« rine i'e>! der» dervorragende Stelle etu Sie tst detnahe mu r < Zeuerwrhr. oft fr < vt Ar: Tll^dche- *ur alle» Aul der rerfch edenfte- Ort-icten de» öffentlichen jib de» rnnoien begegn«!

der Staat»dürger der guie w> der 'chle-chic

brer. Schub oder er Ipürt ihr« *r-je d-e Staat»* Mtrall au»ü^ende fyenb Die c lehr bebeut<ane Äiellung dieser Vepörde ist e» »obl mterrflajit. über ihre Lästigkeit m Verlaute cme# dabre» einige* zu erfahreii Wir nehmen dabei >ie Gieftener Polizeibehörde zum Anhalt»* runkt unter«r Betrachtung bei der wir na­türlich nur die wichttgsten zitternmästigen An­gaben bringen können

3m verflossenen Zahne 192b hatte bi« Gie* ftener Polizeid«Hörde n allen ihren Dienftzwetaen gegenüber dem Vorjahr« ein« geftetoe te L6- tigfeit zu verzeichn«, 3n»« amt wurden 35 327 (im Horjabrt MIM Dirnnoorgänge registriert 2197k Grfuchen und regiflnerten Aktenstücken im Vaufe de» Vericht»jahrr» 1925 2t standen 29 513 im Vericht»>ahre 1926 '27 gegenüber 3m Ausländer* und Pastwesen waren m verllostenen 3abrc r«3 (522) Aelsepast* Anträge zu bearbeiten hiervon wurden adgelehnt 5 (6). Ätnberau»»ei|e wurden ou»ge teilt 12 (7). Paft- oer länge Gingen wurden erteilt Ml 3m

Fundbüro wurden 1926 infagtlamt 446 Zund- und 264 Verlustanzeigen bearbeitet, gegenüber 425 bzw 248 im Vorjahre 3m Polizeige- fängni* «mgrlirkrt und verpflegt wurden tm Vorjahre 403 (470) polizeiliche llnierluchung»- v!c'art'c H\ -1 usterde würben 25 und Obdachlose ausgenommen To» Ginw 0 h - ner meld«-amt hatte im 3ahte 1926 bzw 1925 folgende Fälle zu bearbeiten Zuzüge 315 Fa­milien mit 873 Röpsen <259 mit 726 Röpsen). Alle nftehendc Personen 4198 (4552). Wegzüge 289 Familien mit 907 Kopsen (252 mit 731). Alle.nstehend« Perfoi en 4423 (47931. Umzug« 723 Zamifien mit 2171 .^Öpsert <40* mit 1312); AUe'.nft Personen 2112 ( 2025) Perfonalau»wrife sür da» del Gebiet wurden 2&»5 (4539) ve aafolgt ^lrbeit»bücher 181 (283) Leumund»zeugnisfe 885 (811) Aeben diesen Arbeiten inuftte noch eine lange Aeihe weiterer mühevoller Amt»handlun- gen erledigt werden 3n der Kriminal- a b t e 11 u n g batte bie Aachrfchtenftelle im ver­flossenen Gefchüft»jahre eine erdedlich gestrigen« Tätigkeit zu verze.chnen; 1216 Fällen im 3ahre

1 u2t' gegen übet Die Sittenpolizei mutzte zur Vekämplung der Ge­schlechtskrankheiten in 51 (im Vorjahre 81) Fällen Ermittelungen und Vernehmungen vornehmen; davon betrafen 12 (21) Hülle männliche und 39 ( 60) Solle weiblich« Personen. Autzer dieser Tättgkeit hatte die Sittenpolizei auch In mancher- :ivch 1ef>t reg« zu tun 3n den übrigen Abteilungen der Kriminalpolizei waren gleichfall» sehr angespannt« Dienftleiftun- gen (cüzuftellen. <36 wurden 1410 Anzeigen w^gen Verbrechen und Vergehen erhoben, fest­genommen tvurden 401 Personen Von aus­wärtigen und hiesigen Behörden wurden 3929 Gingänge bearbeitet, 68 mal mutzten die Beamten bei Derfchtsterminen ju gegen sein, aufterdem tvurden zahlreich« cherdergs- und Wirtschaft»- revisionen oorgenommen und eine gmrK Anzahl Ausschreiden beorbritet. Don den frslnahmen erfolgten 195 wegen ObdachloNgkrlt. 35 wegen Diebstahls. 29 wegen Betrugs 20 auf Grund von Ausschreiben. 11 auf Anordnung von Be­hörden je 10 wegen Trunkenheit und Münz- verbrechen», der Aeft verteilt sich auf ftralbare Handlungen der verschiedensten Art. Von den Anzeigen entfielen 381 aut D.ebstahi. 228 auf Betrug. 155 auf Körperverletzung. 112 auf Unter­schlagung. der Aeft auf eine lange Liste anderer Mihe. Die Gewerbepol zei kann gle.chtaU» auf ein autzerordenttich mühevolle» Arbeitsjahr zu- rückbllcken. dessen vieUältige (tzlnze'de.ten in diesem Vahrn en zu schildern zu weil gehen würde.

Die ObHegm^.tm freier weuibtetiung Haden fr« 3rt«it»halt de» einen Beamtrn, der hierfür in Vetrachr ftwnou. In reicher Wee m A 'vruch «nomine- IXitrltx von dem -it der AaheuMgAauttelkvntrvlle betrauten Beamten fest- zustellen Der Auften dienst -unifor­mierte P 01 lz « Han« gleich!all» eine 21u<* gaben fülle zu bewältigen d,« erstaunlich groft ist Au» den frstnahmen durch dirfe Poti- zeiabteilung feien soigende angegeben

1111 auf Grund von ^ahbrfefalen 2J! wegm' 3luieil»liafeit.? wog«' i^bdachlotglm«. 45 wegei Trunkenheit IT wegen Betteln» |e 18 h'egrn Diebstahl» bzw auf Grfuchrn von 'Be­hörden 17 wegen sottgeletiter Audeft-rung 15 wegen Betrug» der Aeft verteilt sich auf rr* Ae-He weiterer Delikte Mne auftervrdrntlich grobe frdle von Anzeigen mufafr banehM noch erfcot'm werden womit auch in Meter Einsicht bet Bewe,» geführt ,st. daft die uniformierten Polizei- beamte 1>. den Straften nicht etwa nur spazieren gehen ober tatenlos dastehen, sondern daft

Schutze der Bürger zu erfüllen fachen

3n der Gesamtheit gesehen ist auf Grund fter ue gegebenen Ueberfichl za agen. daft die Polizei in ihren verschiedensten Dient, ne gen. ohne irgendwelche» A fbeben von übte Me auf d« volle Anerkennung der ord­nungsliebenden Einwohnerschaft berechtigten An­spruch erheben kann

Bornotizen.

Jdgc»Falenb«r für Samstag Deutschnationale Volkspane, 8 Uhr .Postk«ll«< liorfma Ikichtipiclhau» Bahnhosstraft«

E,Durchleucht Aafreschen Astvrfa-Ächrfpiele

.Bester .fteatvn der Borer".

Tag«»kalend«r für Sonntag Gieftener frugtag 3 30 Ufar frugolaK - Bunk für f>au» und Schule 3.30 Uhr. Waldbuhne Mailest Vlännergrsangverein .iriederfranz'. Bilch'-tzheim 4 Uhr. Aeue Aula .ftonzert 1. Gieftener Billard-Llub 1030 Uhr Oafe Amrnd Sladtebillard-Spiel. M T. D 24' Ubr ab. M D V -Platz ^andbaN. Vichtspfel- hau» V.thnhosftrafte: .Der heilige Berg" Astoria-lkichtsp.cle .Vuster fteaton der Bvrerf'.

Au» he m Slabttbrotrrburean wird un» flefd)rktrrn Der neue Schwank von Reinau und «chwartz ..Der F », ft b a 11 k » n I g". der am nächsten I'ienetag al» erste Vorstellung im öommerobonnement in e zrne geht, behandelt, wie schon der litei anbeutet. «In Thema, da, heute in den tnelteften streifen populär ist. 3n Hauptrollen find beschastigt di« Herren Goll, volck, Gef* I e r» sowie die Damen Baumann, trabmer und Jüngling 3n der Nolle he» . Müller^ wird da» Budlikum den neuoerpMiditeten Bonvivant unserer Bühne. Herrn /-an» lauert, kennenlernen.

L. U Bon der Hanbeeunloerfitat Gieften. Die Theologische Fakultät unterer Pan- beeunlDerfität Hot den G«heimen SuftlinH Dr. 'Benno r d) n, 1 b f . orbentl Brofel'OT her 'Bedjle (Ul der Universität Tübingen, der an den Geschicken betfirdNn. in»be|on- dere Hetzen» und zDuttemberg», wahrend einer lan­gen akademischen Wirkung»zeü lebendigsten Anteil genommen unb solcher Teilnahme In Wort unb echrift erfolgreichen -luedruck verliehen bat", ehren­halber zum Doktor der Theologie «mannt Dr. Schmidt war lange Jahre Orbinarlu» an unserer unloerfltät.

* Auhebänke im StadtwaId Zu unserer Notiz in Ar 109Hin empfindlicher Mangel in unserem Stadtwald" wird un» von der Stadtverwaltung mitgetdlt, .daft bl« Ver­stellung der Auhebänke unb die Jleuaiifltelfunfl von Bänken bereite angtorbnet ist. Di« Aus­führung fr r Arbeit verzögert fich jedoch noch etwa», weil die hierzu zu txrtovnbtnbcn Ar­beitskräfte vorerst noch einige andere ganz drin­gend« Arbeiten erledigen müssen". Wir möchten wünschen, dotz dies« 'Verzögerung nut noch von ganz kurzer Dauer Ist, damit die Bünk» auch wirklich noch zur rech'en Zeit dem Publikum zur Benutzung verfügbar sind

Dom Sinn des Träumens.

Von Dr. Han» Ä a I (I <fa e r

Seit den frühesten Zeilen beschäftigt der Traum und feine Bedeutung das Denken der Wenschen Soweit bi« llebtrliefcrung reicht schil­dern Akvthen und L^eldcngesänge Träum« als Offenbarungen Gotte», in deren Geheimnissen nur Priester und Autzerkorrne zu lesen verstehen. Langsam, unter dem Drucke wisfenichaf tlicher A-s- fUrung, wurde der Traum aus dieser erhabenen Sphäre in den Bereich de» Aberglauben» hinad- gedränat. Der moOenie Kulturmensch schämt sich seine» Träumen», er löst es al» etwa» fremfre» aus dem Streife eigensten Trieben», um bann oft heimlich und auf dem Schl ichwege der Hinter­treppe der un: n Traummagie wieder anheimzu- fallen. .Träume find Schäume spottet der Volle* mund, und der Gelehrte erflärt den Traum al» baren Unfinn und eine» ernsten frrfchens für unwürdig

ärst der geniale Gedanke be» Wiener Plv* chiaters Sigmund Freud hat während der letzten Jahrzehnt« den Traum wieder in fan« ur- Iprünglich«" w nn auch neu begründeten Aecht« «inge'evt Gew.ft. der Traum ist kein« Berheitzung auftermenfchlicher TNächt«. sondern er gehbri zu un» wie unkt leidliche» Sein, und ist wie all unler Turn und Deitlen von unserem getarnten seelischen Leben unabtvcnnlich

Klein« Kinder träumen noch wenig, b. h. fit find im dämmernden Zwielicht ihres Geben»- aefühl» noch unfähig zwilchen dem wirklich ör- sahrtnen und dem traumhaft Geschauten die strenge Grenze zu halten. Ihr Begehren, da» in engen Bahnen kreist, tuefat unb findet leine Erfüllung gleichmäftig tm Wachen wie un Schlafen.

Srst der beranwachlende Alenlch. Wien Weit fich allmählich in die Gegensätze des persönlich ®rftrebicn und des tatsächlich Erreichbaren un* überbrückbar spaltet, wird zum Träumer im eigent­lichen Sinne, dum Träumer aus Aot und uner­fülltem Begehren.

Siner besonderen frrrn de» Träumens be­gegnen wir in den 3ahren der Aeife. der Zei: des ersten bewuhten Auftreten» sinnlicher Aegungen. Hier flüchtet das noch zari entwickelt« Ich vor btn wild entfesselten Instinkten in ein über­schwengliches Traumleben, das fein« Schleier meist

auch über die wachen Stunden be» Bewutztsein» breitet. Der schüchterne Jüngling wird da zum Gröberer, der mit heldischer G*fic und Macht und Liebe ringt, da» scheue Mädchen erhöht sich zur Göttin der Schönheit unb zwingt fich Io in Gedanken eine Welt zu Jüften.lagträumer nennt freut» dies« und ähnlich.' Triun.phzüg« einer vom Trieb gestach.Uen Wur'chphanrasi«. Auch bie Schöpfungen bei Künstler» sind ihrem

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Farbe und Ton ausgeformten lagträumereien. Mn den gleichnamigen Otkbnifien der Aacht haben sie das tief vrranker:« Gesetz der phontasti- fck« Bes'.i bi ung un «a.i lerlarer Vorstellungen

3« dringender nun diese Vo.stellungen bie Seele de» künstlerisch unproduktiv«!' Durchschnius- menschen bestürmen, unb je ungestümer der leider* schastliche Affekt ist. mit dem 1i« in die Xal durch* zubkechen ver'uchen. um fo nrtwendiger wird das Ventil de» Traume». 3m Traume ist auch der Alltagsmensch ein Dichter, der allerdings feint Phamafien nicht formend beherrscht, sondern fast ff-ehrio» von ihnen hineingerifien wird in ihren wirbelnden Tanz. Urgefüfak die alte Gobschaft der T»er- und Xfanrnreibe, bilden den eigentlichen den wachen Kräften (eines kritischen Verstandes, wagen fi« I ch nicht heran' au» ihren nächtlichen Tiefen Die Kultur und ifar Anwalt, das mensch­liche Gewissen wehren ifanen den Weg zum Licht de» Vewutztlcins Grst der Schla'. der Be»ffnr^er auch untere» moralischen Empfinden», fcheffi den geeigneten Zustand für den hegfaaften Sinbruch b doch hat die feinere und frfferenMeiter« Seele auch noch hier einen Aest ihrer Selbstbestimmung bewahrt Die verbotenen Wünsche mül'en 23a»len anlegen das wahre Geficht des Traumes erleidet eint Gnt- stellung oft bi» zur Unkenntlichkeit Sie reden zum Träumer in einer vergangenen Sprache m bilbfaaftin Gleichni» und in zweideutigen 2Up-.e- lungtn die dem Witz verwandt find; oder fi« wer­den bi» zurd).-barm Bclanglofigkert hwei-- gearbeitet in di« jüngsten Erlebnisse de» Tage» Oft treiben sie ihr Gaukelspiel hinter dem bunten Kaleidoskop '.nnloter E-nlaUe. um im geeigneten Augenblick ifa: wirkliche» Gelüste duechz-ietzen und d-.e benebelte Loatk hinter '.ch her zu schlei­fen. De» Träumers Leben verliert fich ohne fein Wissen bi» in die Grfühlsepochen des Tirr- und

Kindfein» zurück. Die unterdrückt« Begierde wird entspann' während der Träumer dem bohrenden Stachel sittlicher Berantwo-tung entzogen ist. Aur eine geheim« Ahnung ein feile« Aachichauern regt sich manchmal noch in dem Snvach nbrn. dr pfkgt diesen Sinpfindu-igen au«»zuwcichen, indem er aber den .11 >rit unb 'hn 1 tirll ver-

gitzt. Sv verbirgt der Kulturmensch der den Traum nicht mehr al» eine Gabe der Götter be­trachtet. hinter Verachtung leine Furcht, vor fich unb aoberen mit entblötzter Seele dazustehen.

Da» groft« Verdi:nst dieser ®rfenntnile be­steht trotz b?r Ginseiligkeit mancher Deutung«:» in der prinzipiellen Enträtselung de» Xräumen» al» eine» T*b- > psych.

erklärbare otganw». Besonders bedeut­

sam wurde diele 5/a iddabung der .I:aambeu- tung für di« Ausbr-ckung unbewutzter Konflikte, die zur pshchifchen Örfrcnfung führen können. 3a eidst zur Srbellung der früher ganz unoerständ- hdxn Borstellun^en unb Handlungen von Deren - r . :

bemerkt, datz auu» die bekannten f>allu»üiaiionm nur ein besonder» lebhafter unb körperlich greif­barer Ausdruck einer tief verborgenen Wunsch- weit zu fein vermögen.

Plastiker der Mode.

Die Michelangelos von heute haben leider nicht mehr jene Ai«s«nou'toLoe von Grabdenkmälern un*1 a-.b^rtn Monumenten wie fie die Päpste und dürsten der TtenatWarcc vergaben. Dafür «röftnen stch ihnen andere Gedrele. die zwar nicht «o groft- artig, aber auch nicht reizlos find. Di« Aeklome stellt den Bildhauer in ihren Dienst, und in neuester rtonnt ihn auch bie Mode ht Anspruch Seit einigen Jahren hat die Kleiderpuppe, bie bei Modell im Schaufenster oder Laden zur 00rteil* habestcn Geltung bringen fvll. ein« künftlenlch« Umformung erfahren, und sogar einer unterer beben en Ml en Bildhauer der neuesten Aichtung hat -.nterestante Modellpuppen gef ch ost en Die moderne Pupp« hat nichts mehr gemein mit jenen rund- ängigen. tMentöcngigen. leer lächelnden fr garen, die au» brr Äinberfhibc zu stammen schienen, sondern fie folgt tn tbrer Gestaltung den Stilen der Kun^t, war bald .abstrakt', dann nrrrffirnihihb ( und wird jetzt nach den Prinzipien der neunter 4 Kunstrichtung, der .Sachlichkol' gestaltet. 3n Paris

verdienen sich botznungsvvlle 'junge Tfilbfaauer durch die Schöpfung solcher Mode-Run st werk« stattliche Summen. Sie arbeiten in Atelier», bie besonder»ür diele Zwecke b««gerichtet find, unb von den groben frrmm werden ihnen bie bellen lebenden Modelle zur Verfügung gestellt. Die befltn Ulnnnequin» posieren vor den Plastikern, die nach ihnen rasch ein Ton model! Herstellen, von dem dann bie Wachsfigur nachgebildet wirb. Aicht feilen Derben G'psabformungen von einzelnen Gliedern aasgewäblter Modelle gemacht, um an der Wachspuppe vollendet« Formen unb bie besten Matze anbringen zu können. So arbeitet der Modeplastiker ran heutzutage ganz ähnlich mt« Aatzoel an seinen Madonnen, der bekaantlich erklärte, er bad« bi« däge feiner liebreizenden Gestallten nicht von einer einzigen Frau genommen, sondern von vielen bi« schönsten Züge zu einem einzigen Idealbild zulam meng «formt. Für eke Modellpuppe werden manchmal nicht weniger al» 53 lebende Modelle benutzt, bie Einzelheiten ihrer Gestalt oder ihres Gesichtes frei leiben müssen, um eine vollendet« frgur zu erzielen. Die alten Rleiber- ruppen. bte nicht viel mehr aU Kleiderständer war«, blieben solange Im Dienst, al» fie aushietten. denn fie waren jo nur praktisch« Möbelstücke, auf deren dulammenflang mit den Toiletten nicht geachtet surbe. Die Puppe von Henle soll ein bestimmte» Modell in ter wfrflamsten Form vor- ♦üfaren. unb des bald müllen fich bie Figuren mit dem Motefttl ändern. Man hebt beute wieder bei diesen Gebilden auf «in« grobe Aaturähnllchkeit. Die Augen werden nicht etwa, wie früher, au» ter Prwocn'abrik genommen, sondern von den Geschäften bezogen, die !ünst;ich« Augen für Men chen Her­stellen. bie Zähne find kostbare Gebisse au» (Wentern, di« von «rfabrenm Zahnkünstlern verfertigt find. Da» Haar stet» in der frrm des Vubikvps«» ist menschliche» Haar, und zwar wird jede» einzelne Haar mit einer Habel auf dem Kopf feflgenäfat. während das Wachs noch weich ist. Ja. man ist sogar tn ter .Aatürllchkeit' der fr garen noch werter gegangen und hat in den Schan'enstern mechanische Meisterwerke ausgestellt. Automaten bie einzelne Glieder bewegen eine Zigarette mb nach lästiger liegen» »um Munde führen und einen dünnen Aouchstrvm su»blasen, Ss gibt solch« fr guten, bie gehen unb lächeln unb bei denen sogar bie blauen Adern an Händen unb Armen tauschend nachgeahmt find.