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Nr. 297 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderfressen)

Dienstag, 29. Dezember (927

Wirtschaft.

Oer Serichl des Heichsbahukommissars

Xkr gefu-rn verö'lenlichte Bericht bei Reichs» bahnkommtsfars Leverve gibt tnt ®aamt- überlist über die Reichsbahn wahrend De» dritten Reparativnsjahres 3n einem allacmeir.en Ucberblid wird btt ly.nans- lagt der GeteU'chatt un jetzigen augenbhrf und Iftt bi« nächste Zukunft dorgcfieUt. Wetter wer­bt, u- a. d-.e Durchführung der Repararions» »ahiungen die Mildu iflHi Betriebser-ebnisie der Gefesischasi. d e PersvnaiverhLitniNe unter Be- rückfichtigung der Reuregelung der Beamten- geholter und bi, Berlehrs- und Tarl'gestaltur.g im Personen- und Güterverkehr befprochen.

Indem ollaemetnen Ucberblid wird die pünk siche Leistung der R parationszahlun» gen in Höhe von 550 MUI. cm en und der Be'ör- derungsneuer mit 2-2 Millionen feftgestellt. Der Reichsbahnkvmmsi'ar rechnet mit einer Gesamt» etnnahme von rund 5 Mill aeben im Jahre l-27. wat gegenüber dem Borjahre eine 6 tri- geruna von rund 10 Prozent, unb gegenüber ben Jahre 1-25. das norniaier zu sein scheine, fon 7 Prozent darstellt Air das nächste Jahr dürfen kaum nennenswerte Wehrerträge erwartet werden Dagegen ftehen sehr erhebliche Aus- gab^Vrhbh ungen bevor, u. o. fchayungswcisc 336 Millionen Mark im Iusammenhana mit der GrhShung der Gehälter und Ruhegehälter

Der Reichsbahnlommisiar hält e* für zweifel­haft. ob die vorgesehenen Einsparungen, besonder« htn'ichklch derGleiterneuerung. zur Deckung dieser neuen Saften ausreichen wer- den. Die Reichsbahn Verde versuchen müssen, sich erhöhte Stnnahmen au verschafsen und wahr­scheinlich genötigt sein, tn Kürze zu einer Io» r ij Erhöhung zu schreiten. Darüber hinaus siehe die Rclchsvahn jetzt vor einer anderen wich» ngen Ausgabe, nämlich der Beschaffung der Geldmittel für ihre Ausgaben aut An­lagezuwachsrechnung. Aach einem Hin» wei« auf die vchw erigkeit der Begebung der AetchsbohnvorzuA«ak:ien auf dem deut'chen Geld­markt und im Ausland« wird betont, bah bte Ausgaben für Anlagezuwachs im lausenden Jahre aus ei-en.n Mitteln gedeckt werden konnten, wo­bei jtbot) alle Reingew.nne au« dem Dorjahre und ue» laufenden Gefchästoiahre» verwendet werden muhten. Bei der geplanten S.nfchrän- fung der Ausgaben der Anlagezuwachsreckmung darf, wie der Bericht betont, nicht zu weit ge­gangen werden, da das auf mehrere Jahre ver­teilte Arbeitsprogramm nicht ohne ernste Schä­den unterbrochen oder verscho'-cn werden kann. Indessen scheint eS sragltch, ob die ersorder» lichen Summen für die genannten Ausgaben auf dein Geldmarkt erhalten werden können. In einem weiteren Abschnitt über die Ausgaben auf Anlagezuwachsrechnung wird mitgete.lt. bah ge­genwärtig mehr als 200 Bauausführungen mit einer noch zu le.ftenden Gesamtausgabe von rund 800 Mill. Mark lausen. Die Gesellschaft beab­sichtigt. die Ausgaben tn den nächften Jahren durch Verlangsamung dieser Arbeiten einzu- schränken- sie steht sogar vor, einige von chnen zeitweilig ganz elnzustellen. Andererseits hat sich jedoch die Aoiwendigkeit neuer Arbeiten gezeigt, um der Dertehrsgeftaltung R.-chnung zu trage» oder um die ncuefien .'jort'chr.tte der Technik. z. B. bei den Glektrsiierungsarbeitrn. auszunutze».

In bem Kapitel über die Reparation»- zahlungen wird seftgeftellt. bah die Reichs­bahn eintchliehUch der Besörderungssteuer in Höhe von 2-0 Millionen von jetzt ab jährlich den Avrmalbetrag von 650 Millionen Mark aufzubringen hat. d .h. 38 Pro­zent der Aormalannuität von 2500 Millionen

Neue Bücher.

Stefan George. Vie Fibel. Auswahl erstes Berle. 144 Seiten 8*. Mtt ein-r Arito- grovüre Brosch 4>3 Mark. ged. 6,50 Mart. Georg Bondi Berlin D 62. 1923 Im Rah­men der au' 18 Bände berechneten Gesamtaus­gabe von Stefan George« Derk jede« Jahr sollen vier Bände brrauslommen erschien als erster Band das feit 15 Jahren vergriffene Früh- wert des Dichters, die .F.dcl . Die Ausgabe ist um .

ein bisher unbekanntes Jugend.'sidnu» des etwa Zwanzigjährigen und im Anhang eine Anzahl Schriftproben in Reproduktion d e «nc Inter- esfante Entwicklung auch der kür George aller­dings nicht unwichtigen äußerlichsten Derk» aestaltung anschaulich machen Der Te t.nhalt der .Meinem Dater und meiner Mutter als schwachen Dankesabtrag" gewidmeten F b-l. fetzt stch zusammen, wenn man von Widmung Dor.ebe unb G Iei'"?er'cn absehrn will, aus den reich bekannt gcwrrdenen beiden Teilen der eigent­lichen . Äbc: nebst den älebertragungen. aus . dem Zyllu« .Don einer Reise", aus den .Zeich­nungen in Grau' und ben .Leqenben Das Danze intcrefsiert als haibver'chollene Dorftufe zur später so eigenwillig ge^r'igten. lorifchen Form George» ausierordentsich. es ist historsch und genetisch, tm Zusammenhang und als Auf­takt zur Gesamtausgabe, ungleich wichtiger und wertvoller denn als Gedichtban) an sich Hier fin­den sich, teils noch völlig unausgebildet und ver­steckt. teils schon höchst charakteristisch die Keime zu jenen hnmnischcn Strophen, die Deorge in späteren Jahren berühmt gemacht haben. 790

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833

Koda Koda Vie Streiche de^e Jun­ker» Mariu». Ganzleinen 3L0 Mk. Stuttgart. 3. (Engelhorn» Aachs. Janker Tiariu» da» ist die au Beginn do» Buche- neuniährige Mario Koda. d>e in der Putzta m« ein Junge oi «wachst und un- glaubliche, ost tollkühne Streiche voUsuhrt. wa- ihr ben männlichen Spitznamen einträgt. V» ist eine» ron den irl:enen Büchern, m b rien sich innere Hei>r-

viese Aucgechlchenkeu sindet man nur dort, wo echter iiumor sich mit ane! basischer Meisterschast paart. Daher auch die doppelte Wirkung de» köst­lichen Dache» auf Herz unb Zwerchfell!<' Franz Moin i r , c Jungen de r Paulstrahe. Ronan. 270 iten 8°. Mil 15 3xid)nurgcn vnn T b.r ®.TTelt). G b 4 50 Mk. Seinen 6.50 Mk C 3 -Tal A So. Der! g L ipzig. Wien 1928 - M In r schrieb h er ein Buch, bae man k um vo - .hm er v rrte: hätte einen Rom n von Kindern für '»rwach'ene. fpi in mb zu l^fen. psycholcgikch nicht ohne Inter.sie. 3ai Lerer Baupl tz ist der Schauplch d-s Buch » und zw > Dar,end Knaben, die für ihn I'ben unb ft erben, find feine Helden 600

der Motorrnfadetk Dberurfel

einen Gewinn von 432 942 Mark bei einem Aktien­kapital von 4.25 Millionen Mark ergibt. Hu» diesem Gewinn wird eine Dividende von 6 v H au»ge- schüttet. Der nach Uebermeilung und #u»|<früitung von Tantiemen verbleibende Rest von 12 143 Mark wird auf neue Rechnung oorgetragen. von der Ver­waltung wurde ausgefürt, datz der ®e*d)äft»gang in ben ersten Monaten de» neuen Geschäftsjahre» feine u>tfentließe Veränderung zeigt

Motorenfabrik Deutz A G Die Haupt oerfam nlung der Motorenfabrik Deutz A. G. In

Hauptversammlung

A -G, Oberursel bei Frankfurt a M, genehmigte den Abschluß für da» Geschäftsjahr 1926-27, der

Ausgabe von Goldpsandbricsen durch die Hessische Lan 5 »bank Dr Hessische Finanzminister hat aus Gru ib der B.» kann machung des Oclcmlmijftchumä vom 9. März 1926 am 27. Ok ober 1925 der H-strichen Landesoank (S.aataaanr- zu Darmftaat die i>)e- nefomigung zur A isgabe von auf d.rn I.chaber lautenden unb zu 8 v. H. verzinslichen iSold- Pfandbriefen im R.nnbe r g v>i 5 M.ll.o.ien GoU-m rl nebst zu gehörigen Z.nZich inest er.eilt. Die'e Go.'dpsanbbri s HnO b z ichn t aL Ae hc 7.

Voigt & f)aeffner V.-G, Frankfurt am Main. Die außerordentliche Generaloerjainm lung wählte al» Folge der (Lnigung der Verwaltung mit der Öumpelgruppe die folgentcn vier Herren neu in den Auslichtsrat: Konsul Kurt Gumpel (Han- nooer). Geh. Regierungsrat Dr. Ludwig Wintelen lDüsseldors), Äommerjienral Uebelen (Han nooer- Linden) und Kecht»anwalt Dr. f)einrid) Schmidt I. lHannover) Von Verwallungsseile wurde ausge­führt, daft der Geschäftsgang nach wie vor befrie­digend sei. Die dieFranks Ztg ' dazu ersähet, soll eine Erhöhung der Dividende um 2 o H (im Vor­jahre 6 o H ) beabsichtigt sein. Feste Beschlüsie seien aber noch nicht gefaxt worden

Motorenfabrik Oberursel V G Die

In den folgenden Kapiteln werden statist sche Angaben über die Derkehrsentwicklung gemacht, die sich dank der mer.l.chen Derlehre- oelebung. die dem Wiederau'stieg der Wirtschaft entsprang, recht günstig gestaltet habe, über die jedoch der Rcichsbahnlomm'slar ferne Doraus- lagen für da) kommende Jahr machen will, da Mc wirlscha'tliche Lage in Deutschland, w e auch in anderen Ländern, nicht die früher beobachtete Stetiakeit auweile und die Entwicklung ues Mlrtscha'tslebens ihren Hihepunkt nahezu, viel­leicht aber auch schon ganz errc.cht habe. Die Derkl-hrSsteigerung im Personenverkehr ergibt, in Personen-Kilometern ausgcdrückt, Im Jahre 1927 10.1 Prozent gegenüber 1927 und 28 Prozent im Dergleich zum letzten Dorkriegs- jahr (für das Gebiet innerhalb der neuen Tren- xcn). Die Einnahmen zeigen jedoch wegen der stä»digen Abwanderung zu den billigeren Klas­sen nur eine Srhöhuna von 3.4 Prozent. Der Güterverkehr wird nach den bis jetzt vor- lieaenden Ergebnissen sür das ablaufende Jahr aus 420 Will. Tonnen geschätzt, was im Der- gleich zum Dorjabre einer Srhöhung von 10 Pro­zent. im Dergleiw zum Jahre 1925 um 13 Pro­zent. und Im Vergleich zum letzten Dorkr-.eas- sahr eine Srhöhung von 5 Prozent für die ve- förderten Donnen und eine Srhöhung von rund 24 Prozent für die Donnen-Kilometer bedeutet. Der Durchganasverkehr durch Deutsch­land hat Im ablaulenben Jahre eine Steigerung von 54 Prozent tm Vergleich zum Dor.ahre er­fahren. In diesem Zufammenhang bemerkt der Reichsbahn'ommiflar. bah die geographifche Lage DeutfchlcndS naturgemäh den Durchgcngsverlehr an sich ziehen muh. und dast die Steigerung dieser Transporte weiterhin durch die Sin- sührung direkter Tarife zwischen den Srenz- ländern Deutschlands und durch zahlreiche Durch- suhr-Ausnahmetarife begünstigt wird

Kameraden.

Vornan von Felix Moejchlin.

Qipyrighl by Ta^k Dundrr, Berlin W 62.

39. Fonsetzung. Nachdruck verboten

ein IDunber. bah unter dem weiten Torbogen de» groben Festsaal» mehr al» einer stehen blieb, mahnend da» Wasser vom Schirm« lief, um mit Freunden und Minnungegenofien die Setterau»- sichten für den Nachmittag noch einmal zu bespre­chen. Jene die sich ohne flohen Lus wand von Äoftüm und dergleichen am ndtjuge beteiligten, unb höchsten» ben snjch gebügelten Zylinder aus» Spiel setzten, nahmen die Sache selbstoerständlich nchiger al» jene, die bei dem Luszug der Sagen mitbeteiligt waren. Lm aufgeregtrften gestikulierten bte Barbiere, Fnseuoe und Perückenmacher, beim e» bestand die Gefahr, dah da» luftig prächtige Stimmungsbild aus dem alten, perückenreichen Hof- leben, da» sie sich ausgedacht hatten, von einem tüchtigen Jtegen aanj einfach vom Sa (gen herunter- geschwemmt wurde. Die Innung der schmiede de- trachtete öie ganze Angelegenheit ein wenig ktztmo- riftijdxr. ihre Srbeitstracht war praktiicher. Ham- mer und Amdotz hielten auch einen ausgiebigen Gutz au», wenn es natürlich auch kein Vergnügen war. Die Schreiner gaben sich philosophisch, auch die Glaser, denn ihr Sers: ..Gott erhalte Brot und Seht und schlage meinethalb alle Fenster ein*, war mit Odarbe gemalt, während di« Klempner und Installateur« deutlich verrieten, daft sie einen guten Spatz, auf ben sie sich schon wochenlang ge­freut hatten. ium vornherein verdorben 'ahen. Hat­ten sie doch bee Absicht gehabt. unb die'e Absicht auch auf die beste Art oorbereitet. dem Tu- Mihim die neuesten Errunaenschaften auf dem (Ge­biet der sanitären Einrichnrngen. nicht nur im Modell, sondern in der Trans, bas heitzt. in ent- fpredtenber Benutzung oorzu führen und damit sicherlich den kräftigsten Beifall zu ernten. Auch die Herren vomDrpoeus" tparen traurig, denn ihr hübsch zusammengestelltes Bild. _5ab ein Knab' ein Röslein stehn*, war ohne Sonne nicht denkbar.

Da» Lyrische und Poetische ging verloren, wenn do» Röslein im Gummimantel dastand und der

Knad' einen Regenschirm auHpannte. Die Schlosser wiederum gehörten mit ihrem robusten Spruche: Offne Bier unb Tronntenmein / mag der Teufel Schl oster sein*, zu denen, bte zwar am Regen auch keine Freude hakten, doch schon jetzt deschio jen. sich dadurch die Festfreude nicht verderben zu lasten.

So diskutierte man, so prophezeite man. |o klagte man, so tröstete man sich und trat bann in ben Saal. >er Cbrcn des Tages aufs cd'önfle und Sinnigste geschmückt worden wat. Leider war durch eine Äergetzlichkeit des Festausschusses dos grobe Biv ..Dir wollen fein ein einig Volk von Brüdern*, da» gestern schon auf einem Dogen durch die Stadt gefahren worden war und ben verdienten Beifall gefunden hatte, drautzen im Hose ohne Dach und Schutz stehen geblieben. Der Regen hatte den Leimfarben schlimm mitaripielL Run hing der ffimmei in blauen Streifen über die bargeftellten vaterländischen Figuren herunter, unb von bem schönen Spruche waren nur noch c n paar Buchstaben übrig Lchriz-ckend und nicht ohne Be­dauern hatte man die Absicht ausgeben müssen, bas Bild während des Frühstücks aus der Eaaldühne al» wohltuende und passende Dekoration aufzuftel- len. Glücklicherweise Hane sich mit ben vorhandenen Palmen und einigen schnell beschafften Gip?büftcn ein annehmbarer Ersatz arrangieren lasten, so dah der Ausfall nicht weiter bemerkt wurde

38.

Es waren zehn Redner eingeschrieben, als wer­ter »ermann Wehn. Zwei hatten gesprochen. Der Dritte war eben am letzten Satze der mit den Sor­ten Rietzlche» schlotz-Das Paradies ist unter dem Schatten der Schwerter*, al» die Mitteilung eintraf, batz sich Herr Hermann Dehn bringender Abhal­tung wegen für die nächste Viertelstunde entschuldi­gen laste. Wahrend nun nach dem fünften Redner «sucht wurde bem beliebten Voriitzendcn der Äung-Turnvereine, der unge^chickterweii'e gerade KBt ben 6aa! nir einen Augenblick oeriasten hatte, weil er noch Zeit genug zu bsben glaubte er­eignete sich jener ärgerliche Zwischenfall, ber weder bem Hauptausschutz, noch dem Sergnügungsous- ichutz zu geschrieben werden bart, obwohl nachher eine leidenschaftliche Diskussion zwischen den Herren mit ber rot-weitzen Rosette unb ben Herren mit ber grünen 7 - -eausschutz unb

Finan.' cichutz anfänglich ohne Erfolg zu vermit­teln suchten.

Cfs flieg nämlich ein Mann aus die Buhne, ob­wohl man gar nicht die Absicht gehabt hitte, aus ber Bühne sprechen zu lasten, stellte sich vorn an die Rampe, neben die obengenannten Palmen unb ©ipsfiguren, unb begann eine Rede, ehe ihn jemand daran hindern konnte. Wohl versuchten die in der Rähe Sitzeaben. denen es bemüht war, datz hier ein Unberechtigter bas Wort ergreife, durch Zurufen und Winken den Mann von fernem Vorhaben ab- ; ivringen. Da aber gleich',eilig von hinten her bie Rufe: ..Still. Rude * laut wurden unb zwar von Männern, tue aus Orbn.mg hielten und diesen IReb­ner eben al» den efünöigten Herrn Wehn be­trachteten. den sie p> 7 öni.ch nicht kannten, auch in bem abgetragenen eolbaknrod unb in dem weihen verbände die Gewahr erblickten, bah hier einer der Berufenen zu sprechen wünsche (war doch «n Fest­zuge ein Wagen mit der Darstellung eine: Schützen­grabens vorgesehen), so hielten es die Herren, die da» Programm unb bie Redner besser kannten, für das beste vorläufig sttll zu bleiben und die (Er­lebt gung dieses unangenehmen Geschehnisse» dem Zufall zu überlasten.

Dahricheinlich handelt«- es sich bloh um einen lieben, rigen. ber die Gel^aenh-u ergriff, um in den Vordergrund zu treten. Da» Äoffüm war übri­gen» gut gewählt, bas mutzte man thm lasten. Der Soidatenrock <ab echt aus, unb de Binden um den Äopi. bns biriche Gesicht, das sicherlich ein wenig weitz geschinkt war und ber Bort nahmen sich put und knegenich aus. Denn auch keiner der ossiziellen Perivnlichkeiten den Ramen dieses Mannes zu sagen wutzte. so brauchte bas schließlich niemand nninber zu nctmen, da man bei ber g rotzen Ja hl ber Mitwirkenden wirN'ch nicht ave Rcnnen im Stopf behalten konnte. Man lietz al<o ben Mann neben, und es begann auch gar nicht so schlimm, ja, bte ersten Sätze fchxncn sogar daraus hinzudeulen. dotz hier un-:e'ahr da» verkündet nyjrtw. was an eine? 'olchen festlichen Anlaste pafkrAermeife oer- kündet werben bunte, ohtae Me St rnrnung zu stö­ren ober eine langweilige Wiederholung de- Bor- berpegonpmen zu bedeuten.

War Georg Lutz im Snichlutz an seinen Bor- rebner gefagt hatte: Ia.ee» fei ein Paradies gewesen im Schatten ber Schwerter, in einem Sinne wenig.

Köln-Deutz genehmigte einfhmtmg bte Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung unb be'chlotz. den sich nu» bem verflrsienen Geschäftsjahr ergebenden Lier» lull von 223 224 Mark auf neue Rechnung vor zu» tragen «Iinftimmige Erledigung fanden auch bte Re» gularien lieber bte Geschäftslage teilte bie Ber» malhing mit, datz da» laufende Jahr gegenüber ber bitherigen Lage keine wesentliche Veränderung ge» bracht habe 5te Sodtfrage noch ben Oruufli iHen halte unvermindert an Der vorliegende Auftrag»- l eftanb gebe bi» tn bie ersten Monate de» neuen Kalenderjahre» volle Beschäftigung.

Äon den ^diladitoiebmSrKen.

Gegenüber ber Bvrwvche hat stch die Lag« an ben deutschen Lchlacht. ieb n rkten kaum ge­ändert. Das anhaltend trockene unb leicht zu Froh nc.genbe Detter ift an und für sch ber Ge­schäftstätigkeit recht nunlt g Das Gesamt­bild bet Märkte in aber noch überwie­gend langsam und ruhltz. und nur ganz vereinzelt nimmt ber Berk ehr lelcha'tere ,ivr» men an. Diel'ach drückte der ungünstige Der« lau* der Fkeischgrotzmärkte auf die llmsatz» tängfeit.

Der Auftrieb wat in bet Btrchr. woche 'ast durchweg grvsier. Insgesamt stieg bie Be- Ichtckung der Märkte mit R n>cm au* run* 18 COO (ItCOO). mit Kalbern auf 18 300 (15 8301. mit 64a'en auf 8150 4500) und mit 6 bttx.nen auf einen neuen Höchfland von 106 035 (100 500).

Angesichts brr starken Be chickung ket Märkte kann man bie Preise als m.n.'estens gut behauptet de-eichnen. Darüber hinaus t>r- inochlen Kälber teilweise n.cht unerhebliche Ge­winne bi» zu 5 P'. und darüber zu erzielen. Die Preisgestaltung bei R.ndern und vcha en gestaltete sich recht unregelmässig, im großen unb ganzen hielten sich d.e Prelle auf der Baf.» dec letzten Rorierunaen. Schweine gaben dagegen ziemlich übtrr.nhlmmcnb au* ben verschbedenfien Plätzen 2 tn» 3 Pf. nach. Ater machte sch die abwartende Haltung ber Gngrosfchlächter an» f^e ichts der starken Zu uhren bemerkbar. Rur eite schwerc Schweine blieben nach wie vor knapp und gesucht.

04 wurden auf den nachstehenden Märkten in Psonntgen per Pfund Lebendgewicht notiert:

Kinder

Berlin 20 61

Bremen 22-58

Breslau I5-5S

Ehemnitz 22 62

Dortmund 2060

Dresden 23-64

vusteldorl 20-65

aibcrfdb 20-64

Elen 25-65

tranff urt M 25 65

Hamburg 15-58

Hannover 20-60

nu,um

Karlsruhe 18 -61

Kastel 20-60

Kiel 20-55

Köln 20-65

Leipzig 30-62

Magdeburg 20-60

Mannheim 14-63

München 16-62

Stettin 15-55

Stuttgart 14-63

Zwickau 15-59

cd>afe 1)»eine 48-60 40-55

Kälbei 42-85 40-85 40-72 58-80 40-88 55-81 45-78

45-90

55-79

50-77

32-63 25 50 35-56 45-55

26 - 45

38-53

20-52

40 - M

52 r3 50 c5

5 61

52 t5 48 t2

50- 64 49-61

50 62 44-61 45-58

52-65 52-66 40 58 45-60 45-64 47-63 50-63 46 63 45 62 45-67 54-67

45-66

55-85

48-110 32 - 55

54 - 76 30 - 48

35 - 92 20 - 58

47-65

34 - 78 36 - 62 55-108 32-55 45-74 40-60

40- 115 20 - 52 46- 78 42-48 55-76

35-83

Berliner Produktenbörse.

Berlin. 19. Dez. Da» Geschäft kam heute noch langsamer tn (Bang al» fönst zu 2voch<»beginn, lio.n Au »lande lagen keinerlei nennenswerte flnri n .n en vor. jevensall» lauteten die Forderungen für Au»» lanbfletreibe im allgemeinen unoeranbert. Da» in­ländische Angebot hat sich verringert und da nach dem nunmehr erfolpkn offiziellen Schiffahrt»! ..I tz nur noch vereinzelt Kahnlabungen, die sich kurz vor

ften», in einem groben Sinne, und Immer noch fei ein Parodie» In diesem Schatten, denn man (pure die Schwerter immer noch, obwohl viele n.cht» davon merkten, und noch anderen Schwertern schrien ... war von den meisten in der allgemeinen Unruh» überfrört worden. (Erft al» er davon zu sprechen be­gann. datz er al» einer von denen, die den Granaten und Kugeln entgangen seien, die Verpflichtung fühle, zu reden, und vor einem offenen Worte ebensowenig Furcht habe al» vor den Äugeln und Granaten, wurde er allgemein verstanden, von den meisten auch mit billigendem Koofnicken begrübt, weil fte den Be­griff de» offenen Wortes In einem Sinne auffabten, der ihrer eigenen politischen Auffassung entsprach. Run war Georg in (Eifer geraten und fuhr lauter fort:Wir reden freute vom Deutschen Wtht ihr, wer der Deutsche ift? flennt Ihr den Deutschen?*

((Einige schüttelten den flopf. Sollte man da» nicht wissen?)

Wer ist nun ber echte Deutsche? Ist es der Bauer an der Donau, der Fischer on der (Elbe, ber Segler auf der Alster, der Matrose, der über» Meer fchaut? Der Bauer, der im Badischen Schnaps brennt au» Pferdekartoffeln, der im Würitembergi» jchen die Reben ausmacht und den Weinberg in eine Weise verwandelt, der Industrielle, der in Ruhrort durch den Funkenregen de» Hochofen» geht, der Träumer, der im flreu*,gang von Hilde», beim lustwandelt, der Grotzdeutsche, ber Sarimonn, der junge Maler, ber Bildhauer, der totist? Der großmäulige, zechende Pferdehändler in Tcmmtrn, der Mann im schwarzen Rock auf bem Bahnhof von Lehrte, ber faat. wir müßten uns freihalten von Bitterkeit, ober nnoefu» Silesiu», der getagt hat, wir leien so grast wie Gott"*

(Das meint er eigentlich?* fragte ein Mitglied ber LandwirtschaftskammerAngelus Silrfius, mit feinem richtigen Rainen Johann Scheffler ge- beiben, ift schon lange gestorben*, sagte der Ober- ftubienbireftor sachlich ..Man mutzte vielleicht doch ein Ende machen*, schimpfte ber stellvertretende Vorsitzende des FestausschussesWas meint er für einen Bildhauer, ber tot ist, einen aus unterer Stadt?* fragte ein Mitglied des Ausschusses für Leibesübungen(Es gibt viele Bildhauer, die tot find*, brummte ber liebjigjäfrrige Lizedfrektor be» städtischen Museums.)

tftorrtenunp folgt)

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