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vienrtag, 19. April 1927

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ©bcrbcflen)

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die Wahrheit feiner 2ngcbcn war v-^yer nie geprüft worden, soviel man sich auch damit dckchäftigt hat. die Zupcriüfsigvcit

Fehlmenge noch immer aut ein jäbrUdxr Ncudcharf

Eeckanova fie wietergibr. Der Aömg enunb-gte sich sofort nach feinen sinanztechnjfchen AcrmtinUen

werben Rneg*gerü4>te sind sek och tm Nahen Orient in leben Frühling ein? altgewohnte Er-

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Der Wohnungsbau.

Eigener Drahtbericht de» ..(Bieftcncr önyigert*.

Berlin 19. April. Die am 1 April mirffan

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Ätair. und bcr.1 AüUcnlanbt (6t^3ftnen- IrieH ebenso wie iw. Eoisicheetland timpft bat Deuckchtum einen pühen Kamps. Das nur mit

Dieies enge Zusammenarbeiten mit Eng­land. dem 3ngrra auch heute noch am Bxr'.g- ten freundlich. Laichten gegen die Türkei zu­mutet. im Herein mit bet immer mehr erftartrn- ben Politik des italienischen Diktators au« dem Balkan, itz es. was hier ernte Beunruhigung erregt. Art vor einige- Wochen hat cm? englisch? Meldung hier arobe# Aufsehen betrorgerul en bie besagte bah England für treue SHraWt in Shina Italien i m Nahen Orient freie Hanb in feinen Planen lassen werbe. Der Türk? benfi ba fofort an eine Angrisisobsicht Italiens au> Anatolien Da» mililäckfchc Ertzackcn Italiens auf Nhobos. bas unmittelbar der anc- tolischen Küße vorgelaget: iR. wird hier mit Mifttrau« verfolgt Die Einkreisung Iugvfia- Wiens, zu bem die Türkei gute Beziehungen unterhält könnte als Auftakt zu einem gemein­samen Dorgehen ber tm itasiensich-englsichm

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flOUlMM) Wohmmqen, wozu ein ,ubrlicher SMeubebarl von ca. 170 ODO Wohnungen tritt. Genaue fieftftel* kmgea fallen erstmal» im Mai in Form einei Reich»-Wohnungszählung geniachl wet den Vorläufig ist privat«» Kapital für bie

Der L»rdmackchaU Kett- der nahe Freund des alternden Königs, den Eakanova auS Paris knnuc und zuletzt in London gefehen hatte, riet ben Abenteurer, beim König eine Audienz nach- zufuchen, und bie<e mag wohl - wie man auch aus einem bi Ea'anovas Darstellung ausgezeich­neten Bericht des Surften Signe schließen so verkaufen fein, wie

geworbene Erhöhung ber gesctzüchei Miete um 10 Prozent, zum 1 Oktober um weitere 10 Pro vnt imb hw Erhöhung ber f>juMin»|teuer in Preuh« Haden eine lebhafte Dlskusstsn über br rurdruhrbarfeit und Zweckinofugkeit be» gegenwär­tig, n Wohnungrdau Programm» entfeflelt. Die Kritik richtet sich vor allem bagegen, daft die Verteuerung ber gc| .unten Lebenshaltung durch bte Erhöhung ber Mieten sich u n m i t te l b a r unb in ihrem aan zen Umfang au»wirkt, wahrend die aufgebrachten Betrage nur zum Teil und erst nach geraumer 3eit nach Entlastung der Vrdeit»losiakeil und zur Erleichterung der Wohnuna»not wirksam werden.

Die Beendigung ber Wohnung»not, acht Jahre nach dem Kriege, ist zweisello» eine der dringendsten unb hauptsächlichsten Ausgaben feder Regierung»- tatigteit Man schätzt die Fehl,

Casanova

bei Friedrich dem Großen.

Der berühmte ftc Abenteurer des 18. Jahr­hunderts. (ItifanotXL der heute einen so sprich­wörtlichen Nuhm flcr.icfrt. ist auf feinen Zickzack- fährten an den Hb'« Europas auch dem grvh- ten Herrscher feiner Zeit gegenüber g ttreten. Friedrich dem Drohen Ea'anova hat in feiner Ulcmrirtn dies Zusammen treff en und fein Es« spräch mir dem Herrscher eingehend geschildert.

war wahrhaft komisch, er Tcheaiergroftvater als einem tm! den Saal, den Hut untren Arm. während et feine Schwerer an der Hand führte, unb zog alle Blicke auf sich, denn nur die allen Leute enttarnten sich ihn je ohne hohe Stiefel und

Ein noch wilderer Nus durchschneidet oft die träge und feuchte Nüchmittogsstunte. .Uafchen Alteisen Papier .. Hasenfelle... Lumpen". Ich fühle mich betroffen und fpringe von meinet Büchergriibelci auf unb ich höre noch, wie ein Senher gebt unb wie ein Schritt mit festen Nageln über bat Pflaster tappt Dann hat der Herne Hof wieder seine Stille unb fein Schweigen.

Manchmal erschien ein lunger Mann um bte WiUagsftunbe an einem Fenster, legte ein dick« Buch hastig auf die Fensterbank, blätterte bann umher las ein wenig m dem grohen Folianten, strich sich durch fein fettes schwarzes Haar, trat wieder zurück unb liest das Fenster offen.

Spater kam eine Tarne in einem roten Kleid und schlost ba» Fenster Aber ich sah bist sie hinter ben ®arbtnen stehen blieb; beim ifer Kleid schimmerte hindurch. Plovlich aber trat sie zurück in bas Dunkel ihres Gemaches, und der Hof erschien danach kälter unb ärmer als er jemals zuvor war ,*

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nun Sief, Poitf.701

mit der Absicht, am Hose des groben Könige, der nach Beendigung bei Siebenjährigen Krieges aus der Höhe feines Nuhmes stand sich einen fetten Posten zu erobern. Er schildert das Fest, bas aus B.nlast der Verlobung des preuhischen Thronfolgers Friedrich Wilhelm mit be Prin­zessin Elisabeth von Braunschnoeig gefeiert wurde, unb tatsächlich fand am 19.3ult 1764 bie Aus­führung einer komischen Oper .Die wunderbaren Wirkungen der (Hatuf statt bei der Wme. Den.s als Tänzerin besonderen Beifall fand. Eafanova hatte diese Tänzerin schon als 12jLhnaer Junge, als sie acht Jahre war. glühend geliebt und er­neuerte nur die Bekanntschaft. Zutreffend dürfte auch bas Bill» fein, das er bei diesem Fest von Friedrich dem Drosten entwirft .An jenem Tage sah ich ben König n einem Lüsterrock, der an allen Nähten mit Goldtressen besetzt war. und in schwär-'eibenen Strümpfen. Seine Erscheinung

Kleine Notiz.

Don Anton Schnack.

Ich liebe bic Abgeschiedenheit des Heinen Hofes dem ich au» bem vergrämten Fenster mitten ins graue Herz schaue, das leblos unb vertrauen zwischen den Steinbarrikaden der hohen Häuser liegt.

Heine Abenteuer sind Abenteuer des Heinen Lebens, des unauffälligen Gleichmaße«. ber fteti- acn Wiederholung unb bes schweigenden 3er- zsch^-s auf bic Buntheit unb (Vielfältigkeit des Strastenglaiizee

Sr ist erfüllt vom fettigen Geruch der Kuchen vom frühen Schwaben ber Sicnstmägdc ober vom dünnen Debell eine» Hundes: eintbmg tropft der 'Segen durch eine icrfreffcnc vtinnc. traurig schwankt eine halbocrlaultc Schnur aus einem Hinlerbalkon. an der im Sommer ein roter uno festlicher Lampion hing S'n K^ntenbaww der einst au den grosten Alleen gehörte. die b'c^.tabt mit rfriin umgürteten, halt feine Neste abfterbenb gegen bic erbrüdenbe Steinwand ber Hau'er

Der Hof ist beglückt wenn em Flug zanken­der 6 Danen über bie Gtetel ^jbcT in schwermurci elle Stille emfallt. Freute erfüllt ihn. wenn bic Schwarzamfel mit gludcrnbcm Pfiff unb hüpfendem Dang durch fein-r ftulb- verdunkel!en Ecken streift, wo Unrat und Schmutz vielleicht einen Leckerbissen bergen.

Ein geheimnisvoller Fenster ist &a tote 1'4) niemals öffnet Starr unb unburchdrmgl^ hangen feine Vorhänge. Niemals bat sich Etn D. 'chtan die Scheide des malten Dlafcs gepreßt. W« warum glüht in der Nacht stundenlang em LA dahinter? Ss ist ein schweigendes Licht, kmrch feinen Schatten verdunkelt. Unb es erlischt so plötzlich wie cs entzündet wurde

DcS Morgens um die gl ei cheStunbe tritt der flicgenbe Strastenhandler herein, beffen Äarren vor der Türe steht. Seine tromr^ende bäurische Stimme ist ein beringender ^rru der die Küchen'enster öffnet: .Schone siche ^«n trauben: drei P'und eme Mack, ^an^nen groster Weister Blumenkohl" Und eM ein Geruch aus Danen, aus jelbem.^SctntXTgen unb blühenden Plantagen in ben armen grauen Hof hereinstreiche und ihn verzaubere.

einfachst« Nechte ringen musien.

Ueberall» :n bietencbicicn steht der Kamps um b.c Grundpfelcr jebcP kulturellen Bolls tum», um Sprache unb Schule obenan Das ist der Krieg ebne A>asien den >u führen in teilten be­drohten Erenzlanden Ae »deutfchland vor bem nrkwend g komm enden blutigen DeltkNeg oer- gctten hatte (J n unblutiger Krieg bet an Vaterlandsliebe und Hingabe gleichsall» Aeu- sterstes terber: unb tn bem unten drudgr irt Siibosten gleich ob Bauer ober Städter uns etn leuchtendes Beispiel 'tnb. trie bteses Heft ur.» z< gt Sin Beispiel ober, das jeden Bmnen- deutschen verpfl.chtet. Immer noch triMen zu we­nig Pcu!'4k. auch zu wenig jun« Deutsche daß b.e Grenzen des heutigen deutschen Staate» nicht die be. deutschen stelle« sind unb bafi auch ein SeLzigmilsionen-Bolk Untergeber, kann Hervorr -aendes geistiges Nüstzeug siete« bic (Prcnzland-Sonberhesfc der Suddeutfu.<!i Mo- natshc':.- *r> das schon n neuer Ausiage er­schienene Hesi Die T'ch.-^en temer Deutsch- Südt rvl und Das nei c Polen mit ihrer Fickte von positischr.n, kulturellem unb wirtschaftlichen Stoff Da» neueste Heft ^Deutschtum tn Südost baut biete Neihe wcitcr aus Auch über ihm steht das Dort .Deutschland must leben".

Lager bmgtenden Es ist ja begreisiich daß tbe lulzar.sche Scgienmg alles barantepen muh.

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von Neuilly frei zu kommen aber es ist doch zu befürcht« dost es tn Metern Bestreben zu einer Einigung mit dem ganz im englisch« Fahrwasser schwimmenden Er lechen land kommt, erne Einigung, die bei den so weit ause.nandecklaff«den Önlereffen beider Böller, bisher nur zustande kam. Wenn fie sich gegen bie Türkei richtete

Denn ber unversöhnliche Nachbar ber Tür­ke, ist Ertechenlanb. bas ben bürmen Arm seines ben Bulgar« geraubten westthraz»schen Erbtet es an ber Maritza bis h.nauf nach Adria- nopfl streckt unb h er ängstlich jedes Herne Fleck­chen Land behütet So mustte un letzt« Herbste wegen einer kleinen in ber Marttzamünbung sie- g«ben Intel die ..Tick». Ur-

parat einer Sonbeckomnnsiton bes Dollerdundes ausgebot« werb«, bie ber unscheinbar« Intel DeUbcbeutung versieh unb sie, wie zu erwar­ten war Eriechenlanb zusprach D»e Haupt- hme jeder griechisch« Politik ist m ben letzten Jahren gegen bi c Türkei gerichtet gewes« Das Lanb hat die sürchiersichc Niederlage, bte ber Einfall in Anatolien mit sich brachte nicht verschmerzen tonnen, unb ber Dergeltungsgcbanke wirb -von b« eineinhalb Million« griechischen 3 l ü <b 11 i n^j c n bic auf Grund bes Lau­sanner Vertrages au» Äleinafvcn auswandc« muhten, immer wieder wach«rüttelt Sie kön­nen die Vc«ichlung ihrer Jahrtausende alt« Kultur m Kleinasien nicht perfchmerHcn. Pet­rn bgen sich jedoch nicht einzugestehcn. dast bie Schuld an ihrem Elend einzig unb allein bei Griechenland selbst siegt unb bei. seinen damaligen engsischen Beratern, die es hernach schmählich im Stiche lieft«.

Ist ber Blick dieser Neugncchcn aus Ana­tolien gerichtet, so zielt ber Gebaute ber Altgricchcn auf Konstantinopel, die alte byzantinisch-griechische Kaifcrstabl. Zu lies schlum­mert in ihrem politisch« UntcrbctDufttfetn der Traumgcbanlc. das Kreuz auf ber Äuppri ber alten Haghia Sophia wieder autzupftanz«. auf der feit einem halben 3abrtairfcnb jetzt der Haldmonb leuchtet Denn diese beiden .siclnch- lungen nicht fo offen zi^n Durchbruch komm«, fv hegt cs an ber innenpolitischen Zcrsallenhci: bes heutig« Griech«Ianb. bas cingebcnf bes anatohId)en Zusammenbruches einen neuen 2üi- gcksf scheut, falls nicht diesmal eine grostcrc Macht vorangeht. Auffällig find jedoch die mit grobtcm Eifer betriebenen Nüstungen zu Dasfer unb zu Lande, das Vanbbccr wirb non franzöf'lchcii 3nftnittcur« nach neu« Gesichtspunkt« auf- gebaut. bic Flotte Wick» unter «glifcher Leitung n« nrganifiert. Mit mifttrauifchen Blick« bc- k rächt et man in ber Tückei bief« grohen Hceres- aufwanb ber über tote Maft deff« was zur Ver­teidigung des Landes notwendig wäre, wett hinousgeht

Dennoch ist cs im letzt« Halbjahr zu einer befricbtgmb« Einigung zwifch« Gckech«- lanb unb der Türkei gekommen über solche Frag« bic im Lausanner Friedens vertrag off« gelassen war«, vor allem hinsichtlich der beiderseitig« Minoritäten in Thrazi« unb bes Eigentums ber ausgelauscht« Bevölkerung. Nachdem bie Bcrhanblung« nicht ohne Schull» Gricch«lands sich burch Jahre hingezogen hatt«. war im De-cmder Plötzlich cm ausfälliger Eifer auf feiten Gnccktenlands zu vermerken Sollte nicht boch bic Veröffentlichung ber Bclgraber .Politika" vor einig« Monaten Ncchl behalt«, bic in b« Besitz der Nichllmi« gelomm« war. die der griechische Gesandte in London vom Forcign Office erhalt« haben foll! Dann empfiehlt London der gnechifch« Negierung gute Beziehun­gen zu Angora, ein Bündnis mit (Bulgarien, $'c#inlereffemcnt am itali«ifch-albanifch« Pakt. Annäherung an Italien (wofür der Dodekanesos wieder einmal veckproch« wird) und fein« Pakt mit Jugoslawien! Alles ist pünktlich befolgt worden. ______________

Aspiration«, zumal die Landeshauptstadt nach Angora verlegt ist Ihre Haltung ift rem abwart«d. denn ihre Stärke liegt in der Dcf«- fipe Sme Nepudlik, die von Eenevälen gut re­giert wird unb beren wickfchastliche Lage sich langiam. aber zusehends bessert Da» Heer ist nach modern« Gesichtspunkten bestens ausge- ruhci unb von einem Geiste befeelt. der es zu c.item sehr ernst zu nehmend« Gegner macht. Volk unb Heer bild« durch tom oft be­wiesenen Freiheitswill« des wckllchcn Volkes eine seftzufammeiigefügte E in he i t. deren Stoft- kraft ausreich« wird, jetten leichtfertig« An­greifer auf den heilig« Botten türsifchcr Heimat eckolgrcich zurückzuweif«.

Deutschtum in Südost.

Im DcttcNoinkel Europas, im Südost«, ha- ben sich bic Gewitterwolken wieder lebrvhlich verdichtet Unb sollte ber AuSvruch auch diesmal nicht erfolgen, so lieg« boch bie burch Berfailies gefchasienen Machtverhältnisie im (Betern mit ben volklich« Problem« berart. baft morgen fchon bic d« Stieben Europas, ia vielleicht bet Welt bcbrobnxbc Entladung erfolg« faim Hüten Wit uns vor bem Glauben, baft Deutfchlanb auch bei einem örtlich begt«zt« Konflikt ungcschäbigt blfcbc ober als lachender Dritter dastänbe Gc- rabc im Sübost« broht bas D c u t f ch t u m im­mer ber Icibtragmbc Teil zu lein burch tfn toei- teten Verlust eingewurzelten VvUstums Schon vor dem Kriege war bas 'Dcutfchtum ün Sub- ost« unb feine fchwierige Lage im Ncichc viel zu tofflig bekannt unb nach bem Zufamm«bruche ist s^n Schicksal hinter Bem ber Deutschbalten. Oberfchlesiet. Dcutschvohm« Sübtirvler. Elfaft- LvlhrmgCT zurückgetret«. 2s ist deshalb em besonderes Verdienst ber Sübdeulschen Monatsheste «Münch«), baft fie in ihrem neuesten SonderhefteDeutschtum im Südost" gerade in dieser getoitterbrobenben ötunbe b« Blick Neichsbeutfchlanbs bortbin maftnenb toentom unb durch beroorragenbe Mitarbeiter aus jenen Gebieten selbst umfassende Aufklärung über bie heutige Lage ^nes dcbwhten D«tschtums. sei­ner Geschichte. Kultur unb Wirtschaft geben

Es geht un Südosten sowohl um bic von auften oebrohten b«tsch-österreichischcn Grenz- länber wie um geschlossene deutsche Minderheit« m tu-mben Staatsgcbild« Zur ersten Gruppe gehört das herrliche Kärnten, da» unter dem Bo norm b berBefreiung feinet wenigen Slowc- n« noch immer von Iugoflowi« bebtohl wirb, amb bie 6 t e i c r m ar f bte 1918 noch 1.5 Million« Einwohner zählte, dis ihr bann wert- vollste Gebiete «trisi« wurden. In bem trotz n (Vielheit bctrunbenuMKrl f'. ig:^- bcwuftt« jugoslawischen Königreich bdtten bie Deutschen bie bebeutenbste Minberbeit, vor all«t in ben zwei Grupp« Wojwobma. Kroatien-Slawvincn. Bosnien euierfcit» unb Slo- w«i« anbererfeit» Im Karstgau, dem einstigen

tete Burgenland bildet , mstand ständiger aehäksiget An griffe-en seit« der Ungarn. wähv«d im b«11 ' gern leibst bic D«sich« um ihve

Deckm,g biefer «rehlmengen kl kurzer Frist noch nicht au »reichend oetsügdot trotz aOei schönen Proickte. deshalb müssen also weiterhin Staafmiltel m einer Form beigesteuert wer- b«. die bmi Zuschuh annähernb gteidifommen. In melchem Nahm«, mit welchem Prozentsatz b<e Zins- ftruerauffommen» ba» geschieht, da» ist eine zur Zelt noch nicht voUstandia geklarte Frage, uxtl der un« begrenzten Zuschuft wlrtfchasl. mit beren Hilfe natürlich am leichtesten toi» Ziel Schaffung von Zwei, und Drcizinuncrwohnungen In au»reichender Zahl am ersten zu erreichen wate, ba» Interesse daran entgegen steht, die Mietpreise auf ein den Welt- mark,- und Ptc,»index.Masisiaden entsprechende» Niveau xu Heden, um dadurch da» Angebot auf bnn freien Markte zu erhöh«

Denn erft bann kann an bie Aushebung ber Zioangsmirtschast gebucht werden, können Gelder, die brr siapitaimarkt leibst aufbringt rentable An­lage finben. Da» Ziel, ba > von ben beteiligt« In- stanzen z. Z. verfolgt roicB. läftt sich dahin um- schtefden. baft man die Wiederherstellung «ine» nor­mal« ..Ä» rkehr »wertes^ für ben Wohntaum anstrebt, d. h. eine»Berte», ben ben Uuletichied zwckchen frei« unb durch Zuschüsse gett^asicnen Äahnraum. n einiflermaften a u f h e d l. Indirekt wird damit die Inlercssietung de» privaten Kapital»,

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Seltsam >st ein klemer v crrLdenger Speel- wagen anzufeh« kten die Kinder, milten im Spiel aufhvtcnb burch etwas anberes verlockt, steh« Ucft«. 2» gehöck zu der weis« »insalt der Kinder. Dmgc von sich zu tuen, bic ihn« nicht mehr von Nutz« ober nicht mehr zur Erheiterung sind. Leise unb unbarmherzig fällt der Heg« auf ,hn. Erbarmt sich niemand dickes klein« Wagens? Denn auch bic Dinge frieren unb hab« ihre Lridcnsstunden Ich lehr ihn bii ins Innerste erzittern unter b« fd>arten Dindstöhen des Acg«nachmittags unb höre eines der verrostet« Näder ächzen, als ob in ihn« etn licket und furchtbarer Schmerz wühle ... .

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Ienfeils der Maritza.

Bon unserem Dt Kt - Korrckpondenten

Konstantinopel. April 1-27.

Die Maritza bildet heute die eiamtliche po- lltsiche Grenz« zwllch« Asi« und Europa. Die breit« lumpigc N^torung des ttüfi« tahrn'chie.- ch«dcn Flusles et schäumt nur .m Nobvpe- gtb rgc unb im bulgari'ch« Nationalliede e Abgrenzung der Tür­ke i gegen kten Westen unb das breite Dreieck ber davorliegenb« thtaz'fch« Steppe mit sein« blutdurchtrankten Dchluchter bietet rin« sichet« tt«n«ben Vorplatz - das freie Schußfeld - - gegen jeden Angriff pen Westen. Ad r i a n o pel ist der am weitest« vorgefcho- b«c türk ritza beginnt Europa, nicht das eigentliche du» aopa. Tonbern j«es Konglomerat, von Bal- kanstaaten. bie mit thten willkürlich fest­gelegten Ganzen stets ben Branbherb voller Gefahr« für C'icn unb West et hab«

Iahrhunbett oll^s Unix ! getomm« AufmcrNom hrrdit man beute auf jedes leif« Geknister im Gebälk bes unficheren 'BoUangefügr» unb mit berechtigter Belorgnis verfolgt man jebes Bündnis unb jedes hündnisähnllch« OebiUte bet Balkanstaaten un- tercinontter, ktenn immer, wenn es zu «inet auch nur kurz« E.nlgung bet uittet sich stets Io llnrinig« gclommen. hat es sich um ein« Angriff auf bie Türket gehandelt

I«feits der Maritza Hegt das . bar-cl-harb" für die Tücken, das Haus dc» Krieges, und mehr ktenn je hat biefc< alte Wort auch beute feine Brtcchttgung behalten Wie Schach­figur«. von unM.ibaren Händen geleitet, wet- b« hier ganze Völler h,n- und lxrgcfchsbeii Die engsifche ftanzosilche unb itali«Udx Po­lllik hat hier mrc llebecktcuzungspunktc wnb jeder der im Bölletbundc fo trefflich accint« Groftcn bat hier fein« klein« Spczialfchützlmg. dem er reichlich kten Nucken steift, und» kten er gehörig mit Waffen oerforgt Die Flein« Zwi­stigkeit« an bem grünen Tifche bet grober. Freunde werden hier mit vorgeschobenen Figu­ren tn anderer TÖnock ausgetragen und toenn es notwendig fein sollte, sann man ja an ber Gute ber gelieferte; Waffen erprob« laff«. wer wirklich ber Stärker, ist Ein gefähr- sich cs Spiel. >enn fchon oft ist ber Bal­kan ber Branbherd für ganz Europa geworbene gefährlich auch für bie Türkei, bic befürcht« mufi ton Lohn to» Siegers mit einem Teil seines cig«cn Vantote zu bezahl«

Di« Ereignifse ber letzten Zeit sind bazu <n,getan, bic Sorg« bet Türkei nur zu meh­ren Die Beziehung« zu ton Bulgaren sinb "Weber recht gut gewesen, es fei nur an ein Wert Stambolows erinnert, baft es auf bem Balkan für bic Bulgaren nur einen Betbimktet« gebe bie Türkei Nach lange ffch hinztehend« Verhonblung« ist im vorig« Jahre em bul- garckch-türsifcher Fteunbfchastsvertrag zustanbe flftrmmcn Di« Hauplfchwietigkeit lag bamals vor allem bann, baft Bulgarien eine Rück­wanderung ber letnerfcite gcfloh«en 'Bul­garen nach dem türkisch« Ostthrazicn verlangte, die jedoch im Völietgemifckte ThtazicnS für bic cutkri nur neue Minoritätsschwicrigkeit« per» urfacht bätt« Das hartnäckige .zesthall« Vul- gati«s an her 2mtgranlcr.fragc hat bem alten türkisch« Mifttrauen neue Nahrung gegeben Mau glaubt, baft im heutigen Bulgarien boch noch ber Gcbanke toeiterteime, bic Maritzagtenzc durch bic Tfchatalbfchalinic zu ersetzen unb so ganz Sslthrazicn mit Adtiaiiopcl zu ge­winn« als willkommenes Anficdelungsgcbict für bic zwangsweise auv Serbien. Gticchenlanb unb Nurnänl« ausgewicfei.cn Vulgär« Damit würbe auch bic bulgarische Forderung auf Nück- erfiattung Westlhraziens mit einem Zugänge zum Acgäifchen Meere iDebeagatfch) entfall«, ein Tabakland ersten Nangcs. bas aber gerate aus diesem Gründe bic Griechen nicht wieder heraus- geb« wollen In her türkischen )iegierungs- »ettungMilliet iDic Nation) wurde m den setzt« 'Tagen aus bic starke Akuvität ter Pv-

feiner Berichte - ben. In seinem so­

eben bei Gebrütet Pactcl ui Berlin erschienenen Weck.AbcnteurerampreuftischenHof" (133). fn bem eine interessante Galerie von bem Apothckerlchrsing Bottger bis zu bem Mtzstikcr Bifchosswerter durch da» ganze 18 Iahrhunto-rl hindurch votgeführt wird, beftantelt Friedrich von Oppeln-Bronikowski emgeh«b ben Bckuch Safanovas am preuftilchei! Hofe unb kommt auf Grund seiner (Nachforschung« zu bem- feiten Ergebnis, ba» fast Überall von ten Safa- nova-Forsche« festgestellt würbe baft nämlich ber gmiate Abciueurer. von einigen Gebächtnrs- fehle«. Fabelei« Beckchweigungen unb Be- fchöniaung« abgckeh« die Wahrheit gridyJben hat Eafanova kam im Sommer 1764 nach Berlin

unb kam auf feinen Landsmann Ealzadiqi zu sprechen, ber damals im Auftrage des -König« eine preuftifche Staatslotterie eingerichtet hatte. Die 'Darstellung Safanovas von dickem Unter­nehmen vermifcht zwar Dichtung unb Wahrheit, kann aber neben ton Akt« doch als eine Quelle gelten. Nccht wahrfcheiiilich ist cs. baft ber Könla sich bei bet Audienz, bie tm Pack von Sanssouci ftattfanb über das Nichlfpring« ber Foutän« beflügle, bcmi es wat fein ewiger Aerger baft bic unter groftai Kost« beauftragt«poUänM- schei, Fontäncmachet" nichts zustande gebracht hatt« Al» daher Casanova etn Dock von ten USa'icrtunftrn von Dcckoilles sall« sieh, stcklbr Friedrich ihm fofock die Fraa«^ .Sind Vie ein Wüsietbaumeister?' Ater Eafanova verstaub nichts von bet Wafferbaukunst. Daft ter stattliche, weltgewandt.- Wann tem König gckick. ist wohl glaublich, denn Friedrich ahnte jo nichts davon, welch ein Abenteurer unb Schürzenjäger tn ihm steckte unb die Schlagseckigkcki sowie die Uid- Dcrfalflät. bte er selbst bdaft. sand er auch bei tem Venezianer Daher ist cs auch erkläcktch - fo grotrtu uns heute ter Gedanke anmuten mag . baft er Itd) nrit ter Absicht trug. Ihn auf Keiths Empfehlung hin zum Erzieher bet prcuftsich« adlig« Jugend zu machen. Eine NiNCTakademic war damals tn Berlin im Ent­steh«. unb der König brauchte für dickes Unter­nehm« welimänm'che unb erfahrene Männer. Warum «ollie er allo nicht unlcrm Venezianer ein« Post« anbteten, der bei tretet Wohnung unb Kost unb einem Iahresgehalt von 600 latent ansehnlich g«ua für ein« bipallb« HauptmanT'. war wieviel mehr für ein« Stel­lung suchend« 2Lbcnl«rtr? Aber ber .Ehevalier von Ceingalf - wie fich Eafanova feit 1760 aus eigener Machwo 1 llo mm«hckt nannte dünkte sich hoch erhaben über ein solches Anerb.et« unb war tick enttäuscht, daft man seine Fähig­keiten nicht teffer zu schätz« wühle. Er konnte nur lach« über dickes wundeckiche Anerbreten eines tonst fo klug« Mannes" unb wandte sich an ten russisch« Hot, um dock fein Glück zu veckuch«. Uebngen» war derjenige, ter bann wohl feine Sickte erhielt, ebenfalls rin Aten- t eurer, der Schwerzer te Meirolles. und fo emrte denn doch tet Friedrichs tekannler Vor­liebeür Ausländer der Bock zum Gärtner

I gemacht.