Nr. |’5 5roeite$ Blatt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
Mittwoch, 18. Mai 1927
Präsidentenwahl in der Tschechosiowakai.
Bon unktm K•Worrr1 ponbenlen.
Brog. 17. Hai
Tnr Tichechofloivat«, siehe oct bet 'Scuwahi bet Brofüwntrr. bet Brpubl«t. do Me sietzenfahng« Bmi». per ob# de, edlen trafoeni#n. Mafaryk der tm Arichtahr lV2f' gewählt worden ifl, jep« abläuft 91« Wohiwg tfi btt 27. IRoi bdh-rrnt Obwohl dreier Tronin nun lAon lehr notyegerurfi ist. besastt sich die vesiemlichfo« jo gut tme gor nubt mtt her Prasi- hentenwahi Da, mag y.rafr.h Innen (Hrunö in der Bonn de« Wahlakt#» haben. 3n der T checho lowakei
-hl a*f m I.
Boikoabftlmmung. andern noch fvanzäsischem Dufter 0 0 n der Bolionoloerlommlung. dem meungim Bbgeortiwtenbdue und Senat gewählt 6« mttäUf aflo jegliche ’hkb iait non großen etil« le der DeflentlidTkif. die auf pei sichende Virkung de« tomp'fi m die Stimme de, einfachen Äonnr«
dm weiterer Umstand der die Erittofvung einer {rohe» Wahtbewegung hndert isi die tieHivmb» eUnahmlofigkelt hei nlchttfchechi. Ichen Nationen, osio gut der Hälfte der Bf* »Mfming. an falt allen polnischen Boraangm. gor d« |w nutzt bireü bur
Bo tum Elrsilusi nehmen können. In«defondere de* findet sich die gtthtr der Äinderhetfenononen. da, Eu betendeut sch tum tn einem 3uftanb fchwerer Lethargie Die frischen Hoffnungen, die do und bort In der Beo<Mt<ning beim (fintritt einiger n die Br
waren, sind an der Fruchllostgkeil der deutschen Mitarbeit im siabinett dahin* gemdfl. und In bet Beoolferung versprich« man sich nicht, non der Persönlichkeit. die die Präsidenten* murk beneidet
Unter den Tschechen hingegen, die sich al« Stoatonotion betrachten und der X*- hon de, Staat», oberbo.ipte, gesühkmästig die gröstte Aufmerksamkeit guwenden, ist die Frage, wer zum Präsidenten gewühlt werden soll, keine Frage. Den breiten Volk»« rnasien erscheint e« selbstverständlich dasi Ä a * I o r g f Präsident isi Die Popularität, die ^Väterchen' Masarok geniest!. ist ungefomälert, liir den Durchlchnittet'-i.ckxn. gletchviel weicher Partei er angeh.it ist Äaiaryk der Sd-.opki de, tschechischen Staate«, brr Rational he ro». der Baier br« Bolrrtonbe». und im unteren Bolt hort man vielfach die Ansicht, dost Masaryk doch aus Lebenszeit Präsident Irl. ?ln dieser öligenrtnen Stimmung kann da, kleine saszistllche hdufkin. da, arlegrn*'.ich I8r- wende Um flirt, mit seiner Masoryksrintzlchost nicht, ändern
Sä scheim e« oberflächlich betrachtet und noch ausien hin. al« ob die Prosidentenwabl eine leiben* schast^ose Formalität wäre denen flutgong un* zweisrlhoft [et So ganz glatt verläuft die Borberei- lung der Wohl aber doch nicht, und wenn gleichwohl au« dem Wahlakt obrrmal, Masaryk 4« Präsident bervorgrhen büiUr fo spielen sich doch mancherlei 3ntrigu,n und Äämple um die Stimmen der 4flO Abgeordneten und Senatoren ab. die Zwar nicht aeräuschvoll an bk vesfentlichkeit bringen, bar* um aber nicht weniger IrbhoM finb. 3n den pario* menlanldxn Fraktionen, die brm PersonllchfenOkul. tu, wenig, r zugänglich sind al» bo» Holt würbe schon seit langem der Gegensatz Zwischen ber der- yitigen porlameniarifchen Macht! onstellation und pollüfchen Uederzeuaung de» Präsidenten ®afan)f erörtert Die B e g le r u n g « m e b r b e 11 ist eine entschieden recht» geeichte:, konservatto dürgerilch, P«irt eien Vereinigung. Präsident Nalern! aber ist ein Dann der Linken ein fortfchrtttllch-demokra- lisch eingestellter Politiker ber zwar Anlima rpist, aber doch dem Sozlasi»mu« sehr zugeneigt IfL Dieser Gegensatz hat die am weitesten rechte ttrhrnden (Bruppen der Regterungemehrhet! die tschechischen
(Siebener Stadttheater.
sitastspicl bco Tflffrlhorfrr Schauspiel- bflufri; „Tao Mrabmal bco itnbcfdnnlrn
Soldaten "
Bein Wort gegen de Ehrnchieil des Gesuhls unb die Aufrfoiigkeit der «Ik* Innung. aus ber heraus diele» Stüd des rranzr'm Paul Rav- n a l geschrieben wurde De le.d'nfchaftsiche An- Nage gegen den Äriej und der flnrmgruh an
- den. wo man den Krieg tn le ner ganzen und wahren Oeftalt erlebt und erlitten bat wo man um Gefallen« zu trauern und die Toten iwt> nicht vergelfen bat.
Was aber mit jenem stummen Ehrenmal inder dem Pariser Triumphbogen grichalien wurde, bat kein lebendiges Gegenstück ge’unbrn ist schade darum wenn man hebenh. ü-sj» bi er. aus solcher dk'.nnung oder au» solchem örletmi» hätte gelchasfen werdm weich rin er- Raynal bat geglaubt, eine Tragödie zu gestalten eine Tragödie oom Kriege, eine von den virim nomenlo’cn. tragischen Schid’alen wiederzuer- Werken, die durch v-.er fchredliche 3abre hindurch in unzähligen «Trabern aul der ganze De't zur Ruhe gebettet wurden
Aber er hat nicht einmal ein Drama zuftande- gedracht. Ck ist schon an den äusierrn Odetten vom dramatischen Kunstwerk gricheiterl. wem das nach der Aussührung noch nicht klar genug geworden ist. bet must einmal da»'dicke Buch in Händen gehalten, den Redestrom der drei Akte in sich ausgenommen und dabei darüber nach» aedacht Haden. wie es kommt, dast es fo wenige Ctüde gibt die m;f so geringer Perionenzayl wirklich autioc-.men und den Aamen des Dramas verdienen. Ss ist kein 3u’a[|. dast es nrcht v,1, g; wer das breit h-nfliesiende Mnbrcma t<* nzofen las kann enne'len. trnmul ge'ammc’.te ft und Kunst dazu gehört, dies Dagnis auf sich »u nehmen. Lind da hier ein Kunstwerk de- wertet werden foll. muh daran erinnert werden, tkifi etn leidenichastl.che- Gefühl den 2Hangel an Können nicht zu ersehen vermag
Denn man die Zabel Dm mmt. erkennt man wrederam mit 'Bebauerr. was daraus hätte werden können. :n der Hand e;nr». tvr auher der mitleidigen Menichlichkett und t<m Pathos der Klage die Ära’t des .'Künstlers ti:r 22 : che-- gcftaltung gehabt hätte, der ein Horxmskenner und Seelend.utcr gewelen wäre unb üterb es ein Meister ber Szene Der hätte vielleicht eine Tragödie ge'chrieierr
Mit die'er Fabel: der Soldat kommt nach vierzehn Monaten zum ersten Male he'm von
unb slo»arische» Klerikalen unb nnrn Teil der tsche* ch'chen Agrarier, älter 'chon w Dorsi osten er* muhgt C« hat nicht an c’enen unb oerltedlen Hn. an*kn gegr- Tic argf ge ehU. und wiederhol! ‘mb Aeusterungen ge'ellen. hast bee fonkrtMtior *kaie* rungwrwhrt , Anspruch darauf hätte, de» Pra^-en» ienftuhi mit einem Vanne ihrer Sinne«. a r: zu brirgm Diese eer^mung vermochte sich aber insoige br« ioibrritonbr, de, Führer, der Agrarier unb ästigen Ministrrprosib'nten Schwehla nicht ^rchzuieprn 5chweh'.a «ft ber einzige, der al« d bat ber Kechte» georn TU» arg? in betracht käme. (Fr will aber Nicht, lieber *nne Weigerung isi etn bezeichnende« Histörchen im Umlaut Al, Lchrvrdia Im Herbst, nach einem viel- monatlichen Au^aud^au-enrholt. wieder den Vorsitz in der «rung übemubm. richtet, ber sichrer de» schien Flügel, ber Agrarier, ber jetzige Unierricht»- mindier Dr H 0 bz 0 . an ihn die 3rag#, wie er sich zur Frage ber Prasiden!<chasi»kandidaUir stelle
a'.'petrmh haben «hm sei nicht bekannt, hast Ttilargf aestarben sei 6d>cx!gj hat mit Nolaryk kü Jahrzehnten. schon im ollen öeltfnetd). polit.sch eng zu- sornrnengearbeitet, und so hek K«<cnsatz, auch den Agrarier Lchwehia und den «oziasisirschen Ideologen viasaryk trennten, so oerrinlgtr doch beide ber alle« k nationale (Gedanke unb ber (Blaubf an ba« bemokratische Prinzip. So smd die beiden Politiker eng befreundet worden Ader e« bürste nicht dlost sreundschastlichr PI«tüt sein, die Lchrvehia hrnderi. al, Gegenkandidat gegen Maiargk ouizutreten. vielmehr mag chm auch kin glänzender Fnsnnk! für Masiensiimm mgen griaqi Haden, hast e» n,«hi geraten sei. den Prosidentcnstuhi i m Schatten Nasaryk « zu besteigen
So hat Schwedla eifrig für di, Kandidatur Ma* sarnk, durch den kstegierungeblock gearbeitet, ör bemühte sich ungemein, alle Parteien der 9iegk*
niBgi.mebriK t Zu bewegen ihre Snm-.en auf TU* sargk zu r,r«n.gen Du» ist -hm freilich Nicht g«. langen. D e stowikifchen Klenkalen ber Hsinkapanei haben den gefostt. nicht für Ma argf zu
fttmmen. ev mr- m ihn ai« FretbeMkel nicht Auch bk sichestchen Xciicnalbemofraten Dr Kr^ norz, machen Miene. Tlaforo? ihre öttmene zu versagen Hier Ipirit Mo'ergk« binfteQung zu ?tust1and. sein, ^aren«e«nd<.ch?e.t «etn Wunsch nach Anerkennung ber 6ow?et». eine 5tollr colttrn auch diele Segw- nm^,D0rieien dem tc! .r.e’tvdw* bei der trahhe*'- Km» b.' bi# (st#*?lgs«holt verfügen unb seiner Parole mihi fotaen. so ift daru Mu* :ry?» d< durchou, mihi ge'odrd,!. Sr erhalt nebjt brn Stimmen ber .»«chechi'chen Agrarier unb der deui^chen steg^rung«. vorieien noch von ber Opposition bi# €♦• v rm der tschechischen Hationatsoziai 't,n unb der sichechlchen unb deutschen Sozialdemokraten Aber e» i«t «ragltch. ob er i m er ft en WahIgong durthdrinot Um gleich im ersten Wahi gang burchzudrngen must er drei Fünftel oller L: -Tinun auf »ich v#r, • un 3a nun die starke Fraktion ber KommumsleA ! ernt, einen eigenen flanbtbaten ausgestellt baf unb d,e beutseb# Opposition (Bationulpanri und 'National- iozialiften) tm besten Foll leere StimmzeNei ob geben wirb, ifl bei einer Vbspsitterunq vor sieg>eri^na,- «ttmmen die Drei'ünftelmehrheit nicht erreithbar. 3m »»eilen Dahl gong sind zwar bt# Jtomm r-.i'ten bereu. *Qr Mosaryk zu stimmen, aber e. Hl «ür Schwehla unb seine konservativen Agrarier ein nein, sicher Gedanke gerade mit kommunistischer Hllse ihren Kandidaten durchzu bring en. Hier' lande halten e, die jeweiligen Mehrheiten für eine Prefsi e'rige. die Opposition stet, über bie Achki anzu' hen und nie zu einer isteltung kommen zu lasten. Für ihr Gelühi der (stottähnlichkrit ift e, rne harte Nust nicht au« eigenen Kräften die Präsidenten* wohl bestreiten zu können.
Weltgeschichte im Markenalbum, ^in Kapitel philarelislischer Kriegswirtschaft.
Erinnerungen au, der Gefchichle und an grost, historische Persönlichkeiten finbet der Sanunirr auf den Vnefmorken zahlreicher Uanber. Die Posloer- »ottungrn hoben in den bildlichen Darstellungen ihrer Dertzeichen rin grostk» Lstick Weltgeschichte geschrieben, da, von jungen unb alten Philatesislen K gelesen unb mühelo, gelernt wird Don dem kn Kapitel, ba« wir alle miteriebt haben, soll hier bie 'siebe sein. Der Weltkrieg hat besonder, grost, Mengen von Briefmarken drrvorgedra-lj!, die in ihrer 0 igenari jene 3-'hre an chaulich illustrieren. Man kann bei diesen Marlenauogaben leit 1914 zwei groste Kruppen unter!d^iben diejenigen zur Dermehrung der für die Kriegführung notwendigen Geldmittel bzw. zur Anpostuna an den Währung,* verfall und umseit, die vielen Marken, die den durch den sirieg bedingten politischen örngniffen unb Brronberungen ihre Eniftehunq verdanken. Also wirtschostliche unb politi'tt-e Briefmarken.
Öuf dem großen Gebiete der ..philatelistischen Kr«eg»wlrifchaff, rok man e, nennen könnte, be* tätigte sich zuerft Frankreich da, schon Im ersten Krieg,rnonat. am 18. August 1914, Pos-marken mit rinem kleinen Aufschlag zugunsten de. Roten Ären* k» verkaufen liest. 3m September folgte Belgien diesem Beispiel, und bald erschienen auch in den zahlreichen französischen Kolonien ähnliche Marken- la|w. 3n vielen Orten bediente man sich ansängllch der üblichen Marken mit provisorischen Aufdrucken, bi« die fnbgülhgcn L'kkrungen au. Pari, rintra- fett. Rumänien brachte 1915 postalisch, Kriegshilf». marken in Umtau,; ,den»o rrfdnrr.m in 31alien und seinen Kolonien Rorc-Kreuz-Marken. Selbst di, asnkanische Rc-gerrepudlik Liberia, di, in der Sdiof- fung hüb«cher Briesmarken von jeher ers-nderifch gewesen isi. gab jroei Arten solcher Marken heraus.
deren Ertrag der s)ouptverwaliung de. Roten Kreuze» in (stenuo überwiesen wurde. LI, im letzten xrirgejabr siamesische Streitkräfte noch Europa geschick! wurden, erhielten auch die Marken Siam, den Aufdruck eine, roten Kreuzet», und dir Brief- schneider dursten einen Porto'.Schlag zahlen
Mit der Unterzeichnung de« Wrsfenftillstandes im November 19JK nahm der Krieg zwar militärisch ein Ende, nicht oder seine traurige Begleiterscheinung'. Rot unb Elend 3n allen beteiligten Ländern waren Ditwtn und Waisen, verwundete und Flüch'.linoe, die Hob und Gut verloren hatten, noch lang, auf Hilse ang,wies,n. die ihnen au, brn durch die Krieg,kosten aeschwächien Staof-milleln nicht in auoreichenden, Maste g-wöhri werden konnte. Eine wahr, Flut von Wohltätigkeit«mar- k , n hat sich in den l'tzien odrt Jahren übrr Eu- ropa ergoflen. wobei z»m Teil an die Menschlichkeit oppellieri, zum Teil mit dem Sammeleifer gerechnet wurde. So entstanden tn manchen Fallen wirkliche kleine Kunstwerke, wie 1914 In Rustland ober später in Oesterreich; andere ttuogabrn waren roher unb vrimittoer. wie tn Estland und Litauen. Die Dohlfahrismarken Deutschland« von 1922 ober Ungarn» von 1920 unb 1924 wandten s.ch In schlichter, eindringlicher Form an die Menschenwürde, woh- rend etwa Dan,zig oder Bo»nlen r« mit anklagen* den Beschwörungen in ihren MarkendarsleUiingen versuchten. Andere Postwertzeichen dieser milbiati- gen Art suchten und fanden den Erfolg durch sd-vne und allgemein festelnbe Motive, wie > B CVfkr- reich mit seinen Mufikerköpfen unb Srädtedildern, und wieder andere inkrelfkrkn besonder, die Sammler durch ihre Originalität, wo«ür al, Bei spiel die auf die Buckieite von B-anknoten gedruckten Briefmarken Letstand» erwähnt seien
der Front; heim zum Dater, beim zur ‘Braut, für v er Tage Die vier armseligen Tage find furchtbar schwer erlauft: wenn er zurückkehrt. wird er als Freiwilliger auf einer: verlorenen Posten flehen, non dem es .'ein TDicberfommen unb keine Heimkehr gib! Äber eb< er ba ift, tft da- Tekgramm ringt laufen, das ibn zurück- nifl; fetn Äegimer.t greift an Aus vier kümmerlich en Tagtn werden vier armkligr winzige Stundc.i
TMf b erber reicht die Kraft des Paul Aah- nal. Tiber die zeitliche Verkürzung, die dramatische Ballung in fich trüge, aut engem Raum, unter drei ein», bi en Mer.lchen. euer Frau unb ben beiden Männern. Vater und Svbn zer- flattert unb zerrinnt unter lauter 'Utopien Dird verfchüttet unter endlosen P, nlichle ten urb nuh- Ic’en Quälereien (wie sie 6trinbtergb gnftigr« Format erträglich gemacht Hütte) lost f:ch auf tn Zufälligkeiten ohne S nn unb in einer Pfv Megte der man die Gefolgschaft verwogen. Ilnb alle.- «nbet mit <irer wild le aut e chr e r.en Familten ene unerireulichfter dirt. b<;e: Tlot- wendigleit — im Sinne einer Tragödie fein Mensch begreift
Unter den drei Perio.-.en des Stücke« wirst der Soldat noch am geschloffensten unb echtesten, er ist wenigstens glaubwürdig unb nicht geradezu verfehlt gesehen. Obwohl ei fraglich formen mochte dasi einer frisch von der Krvnt zurück all diese Dinge cujpri©«. unb so a.isipncht. wie jener es tut. Selbst wo stummes Grübeln in lautes Philosophieren übergeht, mag man folgen unb an e-.ner Tdpus des mteUestuLllm .Feld- loldaten ohne Bang und Vchlelstücke denken wie er Xat>no! vorgc'chw-ebt hat
Vber bas Mädchen. Bude, d'.e Braut. Sie will, als sie hört, was ihr noch bleibt, bie vier Stunden mit ihm fo lehr unb fo innig erleben, wie sie nur kann sie gibt sich chm hin. noch ehe der Segen über bribe grivroch-n wurde 2ber als er ihr aul ihre Bitten bin oken zugibt wir werden, nellricht. den Krieg vor'.icrrn. und dor Krieg kann noch lange dauern labrrlang da ist ihre Liebe .tvrborrl" Da- ist das für eine Frau? Er lagt ihr der ja nichts mehr zu Verlieren hat. was er zuvor verschwieg womit er diele Stunde — au- Liehe ij ihr ertaub Hai und sie kann ihm. dem sie al.es gegeben hat. ins Gesicht wiederhoien du wert: sterben' 2ber zuletzt schreit sie chm. als er schon wieder droust^i ist. dennoch ihre Liede nach Utos ist das für eine Frau? Dag für eine weibliche Seele? S n schwerer und bedauerlicher Fall vor Kriegs- plychole. aus dem eine Tragödie 'urechrgern acht werden soll Raynal hak c~< Unvermögen in einem künstlichen und konstruierten Unbrama am Traglichen vorhe grivirti unb vorbeigeschrirt»en. 2tos on Tragödie in bielom Sonberiall dreier
Menschen verschüttet ist unb nicht ans Licht kam. liegt vor dem ersten und hinter dem |-n*<m Akt
Baler, bi cf er merkwürdig unväterlich: Vater, halb durchsichtig gezeichneter Spieher. halb alter Aristokrat, kühl und mit billigen Phrasen tm Munde, in einem zweifelhaften Verhältnis stehend zur Braut seines Sohne-, unb überdies noch dazu verurteilt, den schwächlichen Vegenfpielcr gegen den Sribaten unb gegen Vayna! selber zu agieren.
cks wäre ungerecht, wenn man die einzige öjair um ersten Akt, übergehen unb tot» schweigen wollte, bi« zwar ebento undramatifch ist wie fast das ganze Stück, die aber dichterisch gesehen ist wenn der Heimkehrer in ein paar visionären Augenblicken Trine geiallen en Freund« um sich sammelt unb als ein dem Tode selbst Ichvn Meb«ran:trorte:er in stiller Feier den toten Kameraden feinen Gruh zulrinkl . . Die kurze Szene vermag freilich nicht aulzuwiegen. waS alle« tm Folgenden ungestaltet blieb Vtor die'en einen Krieg fo sehr erlebt bat. dast er feinen zweiten mehr will, der will sich auch sein Gefühl nicht verfälschen lallen das er au- dielen vier Jahren mit sich hinüdergenommen hat in die Zeit d« nachher kam
Die Aufführung ber Oüffeiborkr war fo gepflegt. wie man sie von ber pulen Tradition be, Hauie« Dumont Lindemann erwarten durst, Ray- nol kann dem RegtHfur Bert Holtz Sirrtet immer bin bankbar fein für bet wo, er noch au, ben brei Akten gemacht Hai. An dem. war nicht zusammen, gestrichen werben konnte au, enblajen Reben, in der Spielleiter nicht mehr beteiligt Die Unmöglichkeiten unk Peinlichkeiten de, zweiten unb brüten Akte, waren nicht zu übrrtzecken. Ob «§ nicht bester wesen wär, zu dämpfen da, Tempo noch mehr zu treiben, al, e, schon pe'chah. und vielleicht abermah zum Rotstift zu greifen, flott ben versuch zu einem hantzfefte» Theakrstäck zu wag-n. wo keine, ist — tzarüber borf all erb mg» gestritten tnrrbm
Sehr loden,wer: oo: trionberi on»ar.g». ba» geschmeidig inrinanb<rgr<i<<nbf (Fnlrnbkipk: Den woldaten oab Ernst Ginsberg brr eine breit- foultrig stämmige F rar unb em kanliaes Gesicht von bunflem. romani-chen Schnitt für ktne Rolle emtzuietzen ho: Gut kam bet vrrichiosten«, «sige. raub, und urigeschltsiene Selen der Grabenbewoh- ners bereu,. bi, knapp unb fcritimrri ekzerluieewn Sätze vor mühsam zurück gedämmten Geiuhlr:-»* ausdrüchen. Ganz e«Lt ur»d überzeugend bif Sehn- 'ucht noch dem Mätzchen, bi, Freude cm Daheim'ei», ber lleberdruh an bem bz drauhe.r. bir Trouer u - bie (Äeorifr.rr. Di« PL l.''opd:c t<: a^kührenich, Pitcho» unb bi« franze>> ch. gro^e ®«f:r v.'icr. . weniger. Doh b<r ®riam!f:nbru(J g#o,r Endr sich abichwäch^. ber Höhepunkt ün Ausiakt lag. ist mch, ferne Schuld.
Die rolkowin^chasAichen und ftaai»finan.'*u<n Geschick, V urop^p raabnrnb der v,rgang,n,n zro.ll ?cdr, lalkn |i® nicht minder beult 4) -rn Hand der
nqm fotfUKtöni Mäch olgen. Vie tzeutich, v-ährung^ragod.,. bt, sich ,a auch auf ba, Briefporto erstreck'.< irM no* in i n
Werte ber beusichen Briefmatkn •mil<t#n 2 Pf . - > '• ÄL bewegt batten, geriete:- ren K l bi, 1 < uniert Porto atz, auf bie Rutfchbelr: nach ober erst nlustten Werrieichen bi, zu lOmei #f pr'dr.f. ♦rn werben unb bann folgte von Bu. .-t ! » !o- vember 1923 eine lieberbruifmatfr brr dnberrn. ?*r verhängnisvollen Nullen wurden immer ir.rbt unb ben Gipfel ober Tiefstand — wie mar. will — t-.i- bete fchltehlich Nr blaue Marte zu V' MiUiartzen Mark, di, sich im übrigen ber Sammler b«uir un- Sesirmpett für — z,hn Pknmg vrrjchafkn k.mn Sic treBiit glori« infltltoDu
Da» gleiche Schicksal erlitten die Wahrungen und damit die Bnelmcrfen Danzig» Oe|terr,n unb Unaam, wie auch ber neuent<!anbere.-i Staaken Richt bester erging e, dem rul|t|<*W!- 'Kubel, na** dein die Sowjetrepublik etwa brei 3ahre lang Ne Portofrei heil durchpeiuhrt hatte ordnete da» ' . t- Postwertzeichen von 1—2!' Kopeken zum hundertfachen Nennwert zu gelten hätten. E, folgten Marten di, zu 100«■) Rudel, bi, endlich eh,ber . ie Goldwährung ringefuhrt wurde. Piährenb de, Stiege, unb auch noch später zwang in Rusilanb uiC in marken auf stärker«, ft.ntonpapkr zu drucken -mb nl« Münzen zu verwenben Die Posiverioaliung Frankr«fch», auf befkn Marken ber Sammler erst tn längster Zeit 3nflation,lreuben tn Immer ne en unb höheren Dersitufen geniesten konnte, fah sich non 1917 ob au« Sparsainkelt«grunben gezw-unoen. bie Briefmarken auf minberwersigere» Por>.r zu b rüden, ba« man mit amtlicher Schönfärberei „panier de grande coneommation" normte Dost auch da, rri4 d et für nölig I .
leine flncgtrinnabmen durch Zuscblage zu den ':r- fenbeträflrn in feinen vielen Kolonien urb Dominion» zu vergröstem, fei nur ber vollsiär.dlgkeil halber erwähnt
Obenfo roi< von ben wirilchaftsichen Folgen de» Kriege« erzählen un« zahlreid„ Briefmarken non den politildim Vorgängen unb oou dcr llmpthal- tung ber Lanbkarte innerhalb unb a lierhalb (Furo- pa«. An br bromo erinnerten 1917 Marken Boonie, » mit den Bilbnisfen be« öfterrefchifchen Thronfolgerp orcs unb dem verhängni«vollen Votum be» 2Ä F-mt 1914. 3m Auaust 1914 — fall zugleich mit engllld)- sranzösifchen Truppen, bie die Marken unlerrr Ko- lonle Togo mit einem rnglifoen Ueberbn d per- fahen — schuf Deutschland die ersten europälldwn ..Dffupation«marfen* bie beutfor Germanin erhielt den Ai-sbruck „Belgien" nebft Wertangabe in Fran- frnroähruna. unb halb folgten ähnsiib, An-aaben in Polen, Rustlanb unb Rumänien. Auf brr Okurn- feite verfuhr man ähnlich. Ak« im September 1914 eine neuseeländische Expedition Samoa elngenom- men hotte, erhielten bk vorgestmbenen deutschen So- lor.ldlmarfen mit der Jtobenjollern' die Buchstaben G R 3. (Okorghi« *.He; Imperator). Neuguinea, Kamerun und unsere übrigen Besitzungen brausten folflkn. unb überall würben bk Postivertzelden durch entsprechend« argnrrisch« Bezeichn.inqen tvr- uiukrt. 3m Jahre 1917 nahmen englische Streitkräfte Bagdad ein unb überdruckten die dortigen türkischen Marken mit „Bagdad io britleh occupa« tion" usw.
Die Weltreich,ndsien politisch,» Folgen hatte vielleicht bie bolschewistische Revolution in Rustland. die ifbenfoU, allein durch bk Geburt neurr seid- ftänbiger Skaotengebilde, wie Polen. Lilau.n Lett- land. Estland. Finnland. Ukraine, Groralrn Armenien unb andere, eine Unzahl neuer Br„fm: -kn beroorgerusen bot. AI« neue Markenlchöpfer ei b- Ikrkn sich weiter Danzig, bk Tschechoslowakei imb
(fljmi »f ff f l (Hube), eine seine schlank« (fr- • • "■ ■ i fpielte ihrr '.Rolle ftellenweist
ba, Stuck hmau, aber sie vermochte begreiflicherweise nidyl« zu retten, wo der Iegt sie im Stich liest, om Mittesakt begab sich eine öonMung, on bi, wir "idst glaubten, doch blirb ft, bi, zuletzt em, g,- schmackooll,. emfl b,muhtr cd>ju|piekrm. bi, man jkrn, einmal uor einer grosten Aufgabe sähe. — iiranj Eo« rIh hatte ben Vater ju geben von seiner undankbaren Rolle war die Rede, und an bem
messen, wo, er zu leisten hotte, rocr feine Dar* siellang au,gezeichnet; auch verdient er al« ber bett# Sprecher b#, Abend, cn-rfarmt zu werden
Der Beiuch war fpäriich. der Beifall nach dem letzten Akt sehr lefoak Dr. Th.
Uraufführung in Darmstadt.
Der Frankfurter Komponist Bodo Dolf der bereits mit einer Aeih« von Werten erfolg-' reich vor die Ck’kntlfoleit getreten .st [>at unter dern^ Diel .Das Gastmahl des Tri- m a l 4> i o" eine Xanefuitt in neun Sätzen g«• schrieben die jetzt am Landestheater in Darm- ftabt Ihre Urauffiibrung erlebt hat. Bodo Moll bat bewustt mit dieser .fzeni'chrn Pantomime- wie er feine Schöpfung bezeformt. AnUand betreten und dabei die Abffot gehabt, «inen neuen etil »u schaffen, dm er .ameoiale Musis" nennt 2ach • einer eigenen Erklärung ist .ber amediale Stil weder zu identifizieren mit Dreillang- barmemf. noch mit atonaler Musis ör weist Zusammenhänge. Aehnlichseitrn md biefen aul unlericheidet sich jedoch von ihnen tn Mesen unb Kern Bon der Dre.klangharmon'k dadurch hast der Th riflang prinzipiell ausgefo edrn ist von de» Cuartafforbm dadurch, dast bie amedialen Drundakkord« — trotz quartakkordsicher Fühlung- nahm, - klar Tonika und Dominante Lrrren. vomil gleichze t g ein unterscheid«ndes Moment gegenüber der Ätonalitäl angeführt Ist. Das Defen des amebüdm Stils ist die Degierung bzw Berfchlrierung der Terz" Als Dvrwur' hat der Pantomime die Schilderung des berühmten Gaftmahls des Trimalchio bei dem römischen Schriftsteller Petronius gedient, aber die bra- moti'ch« Umgestaltung erwies sich bei der Auf- Führung nicht als glücklich, drnn sie siest ber «nl- Faltung des Tän»eri'chrn wenig Spieirourn Mit Spannung sah man der amedialen Musis entgegen tefo rnrtäuschre sie austervrbmt'i-, 6ie ift Hirnarbell. nüchtern starr an Gesetze gt- dun dm und klanglich einförmig, ja lergtoeri.g. Da^ Landestheater hau« alles für die Au-- stattung aufgebotm. jedoch d--s Publikum zeigte '.ch ber bramati'ch-musikalilchm Erstl nzHarbeit Dodo Dosis gegenüber höchst spröde. E. B.


